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	<title>Leistungsschutzrecht &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Leistungsschutzrecht &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Leistungsschutzrecht und Upload-Filter: “EU-Urheberrechtsreform erklärt”</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lina Carnap]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Mar 2017 17:38:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Zum Auftakt der Diskussionsreihe zu den Vorschlägen der EU-Urheberrechtsreform luden Wikimedia Deutschland e.V. und Mozilla am gestrigen 2. März 2017 [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/euurheber.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-151604" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/euurheber.jpg" alt="Titelbild: LAN-Kabel vor EU-Flagge by Jana Donat / politik-digital.de, licenced CC BY SA 3.0" width="640" height="339" /></a>Zum Auftakt der Diskussionsreihe zu den Vorschlägen der EU-Urheberrechtsreform luden Wikimedia Deutschland e.V. und Mozilla am gestrigen 2. März 2017 zur Veranstaltung “EU-Urheberrechtsreform erklärt” ein. Thema waren dabei vor allem die hart umstrittenen Artikel 11 und 13 zur Reform des Urheberrechts: das Leistungsschutzrecht und der Upload-Filter.</p>
<p>Die im September 2016 von der europäischen Kommission vorgestellten Reformvorschläge sorgen für viel Aufmerksamkeit. Generell soll das EU-Urheberrecht von 2001 überholt werden. Dies ist dringend notwendig. Anfangs waren vor allem die EU-ParlamentarierInnen noch optimistisch, endlich ein vereinfachtes und an die Zeiten der digitalen Vernetzung angepasstes harmonisiertes Urheberrechtsgesetz zu verabschieden. Mit dem Vorschlag der Kommission machte sich jedoch Ernüchterung breit. Zwar kündigte die Kommission an, Gesetze zu verabschieden, die zum einen mehr Auswahl und leichteren Zugang zu Inhalten über Grenzen hinweg garantieren sollen. Zum anderen sollen die Neuregelungen Verbesserungen im Bereich Bildung und Forschung schaffen und für einen gerechteren Markt für Urheber, Wirtschaft und Presse sorgen soll. Doch die Kritiker weisen auf schwerwiegende Probleme und Schwächen hin. Zum einen geht es um die Einführung des umstrittenen Leistungsschutzrechts, zum anderen auch um die Forderung nach sogenannten Upload-Filter.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Diese standen auch auf der gestrigen Auftaktveranstaltung “EU-Urheberrechtsreform erklärt” im Mittelpunkt. Nach drei kurzen Inputs ging es in kleineren Expertenrunden um eine Vertiefung der Diskussion über die Urheberrechtsreform. Der Rechtsanwalt und Publizist bei iRights.info, Till Kreutzer, widmete sich dem Artikel 11 zum Leistungsschutz. EU-Parlamentsabgeordnete Julia Reda erklärte, worum es bei Upload-Filtern aus Artikel 13 geht und John Weitzmann, Referent bei Wikimedia Deutschland e.V., wies auf die fehlende Panoramafreiheit in den Reformvorschlägen hin. </span></p>
<p>Zunächst geht es in Artikel 11 um das Leistungsschutzrecht. Dabei geht es grob verkürzt daraum, dass Verlage von Suchmaschinen-Betreibern Geld für die Textausschnitte erhalten wollen, die bei einer Suche angezeigt werden. Nach Auffassung der Verlage verdienen die Suchmaschinen-Betreiber mit der Werbung auf ihren Seiten Geld, das in Teilen den Verlagen zusteht, weil diese für die angezeigten Inhalte sorgen. Gegner des Leistungsschutzrechts sind der Ansicht, dass die Suchmaschinen die Leser erst auf die Artikel aufmerksam machen und weisen darauf hin, dass es den Verlagen freisteht, ihre Artikel nicht für die Suchmaschinen sichtbar zu machen.</p>
<p>Was in Spanien und Deutschland kläglich scheiterte, soll nun auf EU-Ebene erneut versucht werden. Mit einer Ergänzung: das Leistungsschutzrecht solle nun alle betreffen. In den Reformvorschlägen geht es nicht allein um die Unternehmen (wie beispielsweise in Deutschland), denn in den Vorschlägen sind die Betroffenen nicht explizit definiert. Im Umkehrschluss betrifft es alle. Das hat tiefgreifende Folgen. Denn wenn die Reformen in Kraft treten, könnten damit beispielsweise auch Posts von Privatpersonen auf Facebook in den Fokus geraten. Denn selbste kleinste Ausschnitte aus Artikeln zu posten würde rechtswidrig sein. Unter dem Motto <a href="https://savethelink.org/de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">“Save the Link”</a> hat eine Initiative von parteiübergreifenden EU-Parlamentariern auf diese Problematik aufmerksam gemacht.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Artikel 13 befasst sich mit dem sogenannten Upload-Filtern. Was Google und Youtube schon einsetzen, soll den Reformvorschlägen nach nun auch alle anderen Host-Plattformen betreffen. Das ist in vielerlei Hinsicht problematisch. Ursprünglich hatte der damalige Digitalkommissar Oettinger mit dem Gesetz vor allem die Musikindustrie schützen wollen. Artikel 13 betrifft aber viel mehr als nur die Musikindustrie. Auch Diskussionsforen, Wikipedia und Fotowebseiten würden davon betroffen sein, auch solche, die bis dato keine Probleme mit urheberrechtswidrigen Beiträgen haben. Die Kommission hat sich bislang auch nicht dazu geäußert, ob auch Creative-Commons-Werke davon betroffen sind.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ein grundlegendes Problem der Upload-Filter verdeutlichte Reda an Beispielen auf Facebook und Youtube: Filter sind bis jetzt noch nicht in der Lage, aus einem Kontext heraus Entscheidungen zur Legalität eines Beitrags zu treffen. Müssten Plattformen dafür haften, was auf ihrer Plattform präsentiert wird, wird der Filter so programmiert werden, dass eher mehr als weniger aussortiert wird. Dies kann schwerwiegende Folgen wie die Verletzung elementarer Werte unserer Gesellschaft haben. Stichwort: Meinungsfreiheit und Demokratie.</span></p>
<p>Was bis dato noch nicht in den Reformen thematisiert wurde, aber auf der Veranstaltung zur Sprache kam, ist das Thema Panoramafreiheit. Dabei geht es um die Kunst im Öffentlichen Raum. In Deutschland gilt die Panoramafreiheit; das bedeutet, dass alle Gebäude und jede Kunst, die im öffentlichen Raum ausgestellt ist, fotografiert werden darf ohne dass der Urheber um Erlaubnis gefragt werden muss. In der EU gibt es zu dem Thema insgesamt 28 rechtliche Regelungen. Als Beispiel wurde Frankreich angeführt. Dort ist es erlaubt, den Eiffelturm bei Tag zu fotografieren, doch ist seine nächtliche Lasershow urheberrechtlich geschützt. Des weiteren wurden ein paar Beispiele gezeigt, wie Deutschland ohne Panoramafreiheit aussehen würde:</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/urheber.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-151602" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/urheber.png" alt="Titelbild: Vortrag von John Weitzmann über Panoramafreiheit” von Lina Carnap / politik-digital.de, licenced CC BY SA 3.0" width="649" height="376" /></a></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Nun muss die Debatte in die Öffentlichkeit getragen werden, da sie die Bürger direkt betrifft. Die Redner der gestrigen Veranstaltung  gehen davon aus, dass die Reformvorschläge in ihrer jetzigen Form nicht verabschiedet werden. Denn es mehren sich kritische Stimmen, die noch Änderungsbedarf sehen. Doch es zeichnet sich ab, dass eine umfassende und zufriedenstellende Reform nur schwer zu bewerkstelligen sein wird. Das letzte Gesetz stammt nämlich aus dem Jahr 2001 und in den 16 Jahren hat sich viel in Sachen digitaler Vernetzung getan und eher wenig in Sachen Urheberrecht. Auch wenn es bis zu einem klug reformierten EU-Urheberrecht noch ein weiter Weg ist,</span> zeigten sich die Vortragenden insgesamt optimistisch, dass dies im Trilog gelingen wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: Europaflagge von <a href="http://politik-digital.de/user/jdonat/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jana Donat</a>/<a href="http://politik-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a>, licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
<p>Veranstaltungsfoto: Vortrag von John Weitzmann über Panoramafreiheit” von <a href="http://politik-digital.de/user/lcarnap/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lina Carnap</a>/politik-digital.de, licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-630x110.png" alt="cc-lizenz-630x11011" width="453" height="79" /></a></p>
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		<title>Netzpolitik 2014: Ein Erfolg, aber nicht in der Politik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Haselbeck]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Jan 2015 15:04:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitischer Einspruch]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Netzpolitik war im Jahr 2014 ein Erfolg. Das möchte ich bei all dem <em>Berliner</em> Pessimismus einmal grundsätzlich feststellen. Ohne mich in eine Debatte zu verlieren, was an dem Begriff Netzpolitik an sich gut oder falsch ist, bin ich der Meinung, dass bei den meisten netzpolitischen Themen des vergangenen Jahres viel erreicht wurde. Alle beteiligten Akteure haben außerordentliche Arbeit geleistet. Kurzum, wir haben uns auf die Schulter zu klopfen. Es gibt nur ein Problem. Dort wo Netzpolitik eigentlich hätte wirken sollen, in der Politik und der Gesellschaft, war sie kein Erfolg. Ein Widerspruch? Ich finde nicht.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Inzwischen gibt es einen <a href="http://bundestag-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ausschuss im Bundestag</a>, der nichts zu sagen hat, was politisch so gewollt ist. Der aber ein netzpolitisches Regierungsprogramm umsetzen soll, an deren Entwicklung er nicht beteiligt war, was ebenfalls politisch so gewollt war. Die Digitale Agenda, welche eher nach einem Vorwort für ein derartiges Vorhaben aus dem Jahr 1990 klingt, zementiert den Rückstand der Politik, sich mit dem digitalen Wandel auseinanderzusetzen.</p>
<p>Das musste ich einmal los werden. Doch wo Schatten ist, gibt es auch Licht. Lob gebührt denjenigen Politikern, die sich jeden Tag für eine bessere Digitalpolitik einsetzen, unermüdlich gegen die alteingesessenen Machtinteressen ihrer Organisationen anlaufen und wenigstens in kleinen Schritten zu einer wirklichen Veränderung beitragen. Dafür ziehe ich meinen Hut. Diese Geduld habe ich nicht, weshalb ich auch in keiner Partei bin oder je für oder in der Regierung arbeiten könnte.</p>
<h3>Dank der “Community” ist das Thema in der Politik angekommen</h3>
<p>Die unterschiedlichsten Stiftungen, Vereine, Verbände, Einzelkämpfer und “Blogger” haben die letztjährige Netzpolitik zu einem Erfolg gemacht, indem sie zur Reifung des Politikfeldes beitrugen. Der schützende Kokon ist abgelegt, die ideologischen Unterschiede sind jetzt sichtbar und es wird lösungsorientiert diskutiert. Der sich stets vernetzenden “Community” von Aktiven ist es zu verdanken, dass das Thema in der Politik und anderen Institutionen angekommen ist. Um eine Auseinandersetzung mit der Digitalisierung kann sich niemand mehr drücken. Darin liegt der Erfolg.</p>
<p>Dass die gesellschaftliche Bedeutung des digitalen Wandels dem Durchschnittswähler immer noch nicht bewusst ist, dass mehr oder eher weniger durchschnittliche Politiker nichts gegen die weltweite und anlasslose Totalüberwachung durch Staaten unternehmen bzw. diese überhaupt im Ansatz falsch finden, ist nicht die Schuld der sich netzpolitisch engagierenden Menschen. Wir – formuliere ich es jetzt einmal stellvertretend für alle, die das genauso sehen wie ich – haben das alles auch erklärt, haben dafür demonstriert und auch nach unseren Überzeugungen gewählt. Ohne Erfolg. Unsere Bemühungen sind am System Merkel abgeprallt.</p>
<h3>Digitalisierung spielt im politischen Wettbewerb keine Rolle</h3>
<p>Warum? Die Thematik, aber auch unser Protest, sind zu komplex, waren einfach zu technisch und manchmal vielleicht auch zu nerdy. Die Netzgemeinde – wir – sind eben eine Nische. Protest fällt beim seditiven System Merkel schwer. In diesem gehen die Massen höchstens für Weltmeisterschaften auf die Straße oder schwenken demokratische Devotionalien. Themen spielen im politischen Wettbewerb keine Rolle, erst recht nicht die Digitalisierung. Deshalb verwundert es auch nicht, dass die Politik in ihrer Verständnislogik, ihren Prozessen und inhaltlichen Ausrichtungen weitestgehend im letzten Jahrhundert stecken geblieben ist.</p>
<p>Die Netzpolitik außerhalb der Politik war ein Erfolg, weil alles Mögliche getan wurde und das sogar gut bis sehr gut. Sascha Lobo regt sich zu Recht darüber auf, dass dafür zu wenig Geld zur Verfügung steht, was auch das Collaboratory als auf Fundraising angewiesener Verein nur zu gut weiß. Doch alles Geld der Welt, egal wie oft wir zur “Freiheit statt Angst”-Demonstration gehen oder unsere Abgeordneten anrufen, am Ende braucht ein politisches Thema den Rückhalt in der breiten Bevölkerung, um überhaupt erst von der Politik ernst genommen zu werden.</p>
<p>Oder man braucht die Lobbymacht eines Unternehmens wie Axel Springer. Dann kann man sich einfach ein Gesetz bestellen, wie wir beim sinnlosen Leistungsschutzrecht für Presseverlage gesehen haben. Doch leider stellen die sich mit der Digitalisierung beschäftigenden Menschen keine Mehrheit dar, weshalb es schwer fällt, bestimmte Punkte in einen Koalitionsvertrag hinein zu diktieren. Doch fast alle anderen Wege stehen uns offen – bei vielen Aktiven vor allem durch ehrenamtliches Engagement – und im Rahmen unserer Ressourcen haben wir alles getan, was überhaupt möglich war.</p>
<h3>Weiter so! History is on our side</h3>
<p>Ich möchte also meinen traditionellen Text zum Jahreswechsel mit einer Botschaft des Mutes abschließen. Alle diejenigen, die sich im vergangenen Jahr für eine bessere Netzpolitik eingesetzt haben, sei es beruflich in einem Unternehmen, bei einer Stiftung, in einem Verein, bei einem Verband oder ehrenamtlich in einer politischen Partei, an der Uni, in der Schule oder zu Hause am Mittagstisch, möchte ich voller Dank sagen: Weiter so! History is on our side, und als unbelehrbarer Optimist bin ich mir sicher, dass wir noch die Zeit erleben werden, in der von der Politik mehr als nur Lippenbekenntnisse und “Neuland” zum Thema Digitalisierung zu hören sind.</p>
<p>Es wird immer Menschen mit anderen Ansichten geben, darunter auch Leute und Institutionen, die der aufgeklärten Begegnung mit Veränderung grundsätzlich negativ gesinnt sind, doch damit wollen wir in einer pluralistischen Demokratie umgehen, dies aushalten und auch respektieren. Was wir aber nicht können, ist die Flinte ins Korn zu werfen und die Unfähigkeit manch politischer Machtelite (nicht alle, you know who you are, I hope) zu unseren eigenen Fehlern zu deklarieren. Die Netzpolitik war 2014 ein Erfolg. Vielleicht ist sie es bald auch in Legislative, Exekutive und Judikative und erreicht damit die gesamte Gesellschaft.</p>
<p>Ich wünsche allen ein erfolgreiches Jahr 2015!</p>
<p><em>Dieser Text spiegelt die persönliche Meinung des Autors wider, und stellt nicht die Ansichten des Collaboratory e.V., seiner Mitglieder oder Partner dar.</em></p>
<p><em>Dies ist ein Crosspost von Collaboratory.de. Der Artikel ist zuerst <a href="http://blog.collaboratory.de/meinung-die-netzpolitik-2014-war-ein-erfolg-aber-nicht-der-politik/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dort</a> erschienen.</em></p>
<p>Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/100477852@N05/">Bokeh &amp; Travel</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
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		<title>Wurmfortsätze sind in der Demokratie überflüssig – Digitale Presseschau 27/2014</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wurmfortsaetze-sind-in-der-demokratie-ueberfluessig-digitale-presseschau-272014-140809/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Felix Idelberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Jul 2014 14:01:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Man sollte es so laut schreien, dass selbst die NSA es ohne Überwachungsapparate hört: „Endlich, endlich, der NSA-Ausschuss liefert mal [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Man sollte es so laut schreien, dass selbst die NSA es ohne Überwachungsapparate hört: „Endlich, endlich, der NSA-Ausschuss liefert mal wieder spannende Neuigkeiten! Facebook dagegen macht in dieser Woche mit einer gruseligen Nachricht von sich reden. Aber auch schlechte PR ist PR! Die Verlage arbeiten sich weiter an Google ab und verteidigen unfaire Löhne mit der Pressefreiheit. Und zu guter Letzt: Haben Sie schon mal daran gedacht, Onlineaktivist zu werden? Weiterlesen ist die bessere Idee!<br />
https://www.youtube.com/watch?v=nA059zH0oAI<br />
Überrascht es, dass Facebook für eine Universitätsstudie die Startseite von zirka 700.000 Nutzern manipulierte? Nicht wirklich! Da die unfreiwillige Teilnahme auf englischsprachige Nutzer beschränkt blieb, sind wir hierzulande diesmal ungeschoren davon gekommen. Aber was, wenn wir auch bald Versuchskaninchen von Facebook werden? Wir sollten uns klarmachen, dass wir manipuliert werden – alles andere wäre naiv!</p>
<h3><a href="http://www.golem.de/news/internet-governance-das-maerchen-vom-multistakeholderismus-1406-107505.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das Märchen vom Multistakeholderismus</a></h3>
<p>Während Facebook unsere Gehirne manipuliert, sitzen vorwiegend weiße alte Männer auf Podien und diskutieren über Internet Governance. Eine kritische Haltung gegenüber dem Multistakeholder-Modell beim Thema Internetregulierung nimmt Friedhelm Greis auf golem.de ein. In seinen Augen dürfen zwar fast alle mitmachen, aber weder macht das die Beteiligten egalitär, noch bewegen diese sich von der Stelle oder erzielen gar Ergebnisse. Zuckerberg und Co. lachen sich derweil ins Fäustchen!<br />
<em><a href="http://www.golem.de/news/internet-governance-das-maerchen-vom-multistakeholderismus-1406-107505.html">golem.de</a></em></p>
<h3><a href="https://netzpolitik.org/2014/zur-netzpolitischen-dimension-5-von-mindestloehnen-fuer-zeitungsboten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mindestlöhne für Zeitungsboten – Parteinahme von Verlagen</a></h3>
<p>Nichts zu lachen haben die Zeitungsboten, seit der Bundestag in letzter Minute beschlossen hat, sie vorerst vom Mindestlohn auszunehmen. Leonhard Dobusch zeigt auf netzpolitik.org die netzpolitische Dimension des Mindestlohns für Zeitungsboten auf. Der Konflikt zeige, dass die Zeitungsverlage nicht nur bei Themen wie Urheberrecht, Datenschutz und Tracking parteiisch sind. Erliegen die Journalisten dabei gar ihren eigenen wirtschaftlichen Interessen, anstatt ausgewogen zu berichten?<br />
<em><a href="https://netzpolitik.org/2014/zur-netzpolitischen-dimension-5-von-mindestloehnen-fuer-zeitungsboten/">netzpolitik.org</a></em></p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2014-06/vg-media-google-klage-leistungsschutzrecht-till-kreutzer/komplettansicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutsche Verleger wollen Google zwingen, für Verlinkungen zu zahlen</a></h3>
<p>Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger (LSR) veranschaulicht sehr gut, wie die Verlage zwischen den Stühlen ihrer wirtschaftlichen Interessen und dem Gebot ausgewogener Berichtserstattung sitzen. Das LSR stellt weltweit einen deutschen Sonderweg dar, dessen Sinn sehr zweifelhaft ist. In dem Beitrag „Eine Farce nähert sich ihrem Höhepunkt“ für Zeit Online stellt der Jurist Till Kreutzer sehr treffend fest, dass das Vorgehen der Verlage mit einer Kartellbeschwerde gegen Google absolut absurd ist.<br />
<em><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2014-06/vg-media-google-klage-leistungsschutzrecht-till-kreutzer/komplettansicht">Zeit.de</a></em></p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-07/nsa-ausschuss-binney" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BND ist Wurmfortsatz der US-Geheimdienste</a></h3>
<p>Edward Snowden will nicht vor dem NSA-Ausschuss aussagen, andere hingegen schon: Die ehemaligen NSA-Mitarbeiter Drake und Binney haben es in dieser Woche getan. Kai Biermann fasst ihre Aussagen für Zeit Online zusammen. Sie dürften allen – auch den ignoranten – Parlamentariern vor Augen führen, dass der BND seit Jahren im Dienste der NSA agiert und derzeit faktisch nicht parlamentarisch kontrolliert wird. Das kann nicht im Sinne des deutschen Volkes sein.<br />
<em><a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-07/nsa-ausschuss-binney">Zeit.de</a></em></p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/piratenpartei-und-online-aktivismus-verbrannt-im-feuer-der-parteifreunde-1.2016745" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online-Aktivismus: Eine Einbahnstraße zum Burnout</a></h3>
<p>Ene, mene, muh, raus bist du! Nicht mal ein halbes Jahres hat der letzte Vorstand der Piratenpartei durchgehalten: Der erneute Rücktritt ist symbolisch für die harte Welt des Online-Aktivismus, von dem Hannah Beitzer für Süddeutsche.de berichtet. Das Netz kann ein ungeheuer bewegendes Medium sein, aber es fordert gleichfalls von Aktivisten, permanent zu reagieren, und ist erbarmungslos in seiner (persönlichen) Kritik. Ohne Schutz halten das weder Piratenpolitiker noch Online-Aktivisten lange aus und wenden sich oft schnell wieder ab.<br />
<em><a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/piratenpartei-und-online-aktivismus-verbrannt-im-feuer-der-parteifreunde-1.2016745">Sueddeutsche.de</a></em></p>
<p id="stcpDiv">Bild: Screenshot aus dem Video</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
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			</item>
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		<title>Monika Grütters: „Digitalisierung ist eine Zusatzaufgabe“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jan 2014 17:38:53 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Bundestagsausschuss Kultur und Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[Kulturstaatsministerin]]></category>
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					<description><![CDATA[Der erste Besuch der neuen Kulturstaatsministerin Monika Grütters im Bundestagsausschuss Kultur und Medien fiel kurz aus und sehr einseitig, denn [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-vom-2014-01-29-15_47_14.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-136771" alt="Bildschirmfoto vom 2014-01-29 15_47_14" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bildschirmfoto-vom-2014-01-29-15_47_14.png" width="640" height="432" /></a>Der erste Besuch der neuen Kulturstaatsministerin Monika Grütters im Bundestagsausschuss Kultur und Medien fiel kurz aus und sehr einseitig, denn sie sprach zwar über Kultur und die von ihr als Extraaufgabe bezeichnete Digitalisierung, sagte jedoch nichts zur zukünftigen Medienpolitik. Die Opposition darf erst in der nächsten Sitzungswoche Fragen stellen.<br />
Es war ein Besuch an alter Wirkungsstätte. Von 2009 bis 2013 leitete die CDU-Politikerin Monika Grütters den Bundestagsausschuss für Kultur und Medien. In ihrer neuen Funktion und in der Nachfolge Bernd Neumanns, als Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, besuchte Grütters am Mittwochnachmittag als Gast den Ausschuss. Die Ausschussmitglieder unter Leitung des neuen Vorsitzenden Siegmund Ehrmann (SPD) wollten von ihr über die aktuellen kultur- und medienpolitischen Schwerpunktthemen der laufenden Wahlperiode erfahren. Doch Grütters Vortrag fiel kurz und thematisch unvollständig aus.</p>
<h3>Traditionelle Kulturnation ohne moderne Medienpolitik?</h3>
<p>Kulturpolitisch wird das Gedenkjahr 2014 (1914: Erster Weltkrieg, 1944: Hitler-Putsch, 1989: Mauerfall) zu einer Mammutaufgabe für Deutschland. Grütters ist sich dessen bewusst und unterstrich mit sehr historischen Argumenten die Bedeutung Deutschlands für Europa, denn hier seien die Brüche schon immer etwas radikaler gewesen als anderswo. Die deutsche Geschichte lege dafür mehr als nur ein Zeugnis ab. Kultur passiere aber nie beiläufig, unterstrich Grütters und wies Kultur als „<em>ein fundamentales Bindeglied unserer Nation</em>“ aus. Keine ungewöhnliche Sichtweise für eine Konservative, aber gerade aufgrund des Begriffs der Nation diskutierbar. Zwar erwähnte Grütters Deutschlands kulturelle Rolle in Europa, doch scheint der Wert des Europäischen für sie darüber hinaus nicht relevant zu sein. Zumindest erwähnte sie ihn nicht in ihrer Vorstellungsrunde zu Beginn der Sitzung.<br />
Ebenso wenig wie das Thema Medien, was die grüne Medienpolitikerin Tabea Rößner <a href="http://www.tabea-roessner.de/presse/pressemeldungen/artikel/16a6b73add/medienpolitik-im-koalitionsvertrag.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kritisch anmerkte</a>. Laut Rößner werden im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD vor allem die großen Medienhäuser belohnt, kleine Verlage und auch einzelne Journalisten hingegen würden demnach wahrscheinlich das Nachsehen haben. Mit der geplanten gesetzlichen Verankerung des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Presse-Grosso" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Presse-Grosso</a> und der (Wieder-)Einführung der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pressestatistik" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pressestatistik</a> gebe es immerhin einzelne Lichtblicke, weshalb die Opposition gespannt auf die Umsetzung schauen werde. Martin Dörmann (SPD) und Marco Wanderwitz (CDU) pflichteten Rößner bei, dass es noch mehr wichtige medienpolitische Themen gebe und diese auch behandelt würden. Im Koalitionsvertrag seien viele dieser Themen erst in der letzten Fassung herausgestrichen worden. Die Regierungsparteien seien sich der Bedeutung aber bewusst.</p>
<h3>Urheberrecht und Digitalisierung</h3>
<p>Anstatt über Medienpolitik sprach Grütters wichtige Themen an, die sie in ihrer Amtszeit angehen möchte: den Erhalt der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstlersozialversicherung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Künstlersozialkasse (KSK)</a> , die Kosten für die Digitalisierung unseres kulturellen Erbes und den schon von der letzten Bundesregierung unter Führung von Bundeskanzlerin Angela Merkel versprochenen, aber bislang nicht umgesetzten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Urheberrechtsgesetz_(Deutschland)#Dritter_Korb" target="_blank" rel="noopener noreferrer">3. Korb im Urheberrecht</a>. Die KSK soll nach Grütters erhalten und die Kontrollen verstärkt werden, denn nach Jahren sinkender KSK-Beiträge würden diese wieder steigen, die „<em>Zahlungsehrlichen sollen aber nicht für die Unehrlichen (unter den angemeldeten Künstlern) zahlen müssen</em>“. Der von der ehemaligen Sozialministerin Ursula von der Leyen vorgelegte Gesetzesentwurf, der aus Uneinigkeit <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kuenstlersozialkasse-ksk-soziale-absicherung-fuer-kreative-ist-in-gefahr-1.1690420" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nicht umgesetzt wurde</a>, könnte dabei als Vorlage für eine neue Debatte dienen.<br />
Indem sie den 3. Korb beim Urheberrecht ansprach, kam Grütters auf die Versäumnisse der letzten Bundesregierung zu sprechen, die es in vier Jahren nicht geschafft habe, die im Koalitionsvertrag von 2009 versprochene Reform voranzubringen. Das viel kritisierte <a href="http://politik-digital.de/kolumne-zum-jahresrueckblick-thema-lsr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Leistungsschutzrecht für Presseverlage</a> und die Umsetzung einer EU-Richtlinie zur Verlängerung von Schutzfristen für <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundestag-verlaengert-Schutzfrist-fuer-Tonaufnahmen-1850149.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tonaufnahmen</a> seien fast die einzigen Veränderungen gewesen. Grütters will das Thema Urheberrecht trotzdem wieder angehen, um zur Absicherung von Künstlern beizutragen, denn „<em>Inhalte sind zwar frei verfügbar, dürfen aber nicht umsonst sein</em>“ – auch nicht im Digitalen. „<em>Die Verbraucher sollen dabei nicht sanktioniert, aber sensibilisiert werden.</em>“<br />
Dass dies Geld kosten wird, weiß auch Grütters, aber „<em>das Know-how und der politische Wille</em>“ seien da. In den Haushaltsberatungen will sie sich deshalb für mehr Geld für die Digitalisierung einsetzen, ein Kostenpunkt, den sie nicht aus ihrem Budget nehmen könne, wie sie sagt. „<em>Die Digitalisierung ist eine zusätzliche Aufgabe, dafür muss Geld da sein</em>“. Grütters denkt dabei besonders an die Digitalisierung unseres kulturellen Erbes, vor allem aber an die Sicherung deutschsprachiger Filme, die sie als „nationales Erbe“ titulierte.<br />
Bis auf die wenigen Anmerkungen von Tabea Rößner konnten die Mitglieder keine weiteren Fragen an Grütters stellen, denn die Ausschusssitzung wurde aufgrund mehrerer namentlicher Abstimmungen im Plenum des Bundestags abgebrochen, die angedachte Fragerunde der Ausschussmitglieder auf die nächste Sitzungswoche verschoben.<br />
Bild: <a href="http://www.bundestag.de/Mediathek/index.jsp?action=tv" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Parlamentsfernsehen des Deutschen Bundestags</a>, Screenshot.<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130752" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>Nach der Wahl die Rolle rückwärts – die digitale Presseschau KW 39</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alinka Rother]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Sep 2013 11:17:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl 2013]]></category>
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					<description><![CDATA[Diese Presseschau steht ganz im Zeichen der Bundestagswahl. Vom „Ende einer netzpolitischen Ära“ bis hin zum „abgebrannten Neuland“– die Onlinepresse [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Presseschau steht ganz im Zeichen der Bundestagswahl. Vom „Ende einer netzpolitischen Ära“ bis hin zum „abgebrannten Neuland“– die Onlinepresse tobt. „Vermutlich hatte der Deutsche Ruderverein einen größeren Impact auf diese Wahl als die Netzgemeinde“, schreibt beispielsweise Michael Seemann in seinem Blog. Wir versuchen, einen Überblick über den medialen Sturm der Entrüstung zu bieten.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="http://www.youtube.com/watch?v=OvY3k3ir9gM&amp;feature=share&amp;list=UUUVSxH8r5fj3Uki5uAcyQaw" title="Verabschiedungsfilm: SPD-Abgeordnete erinnern sich" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/videoseries?list=UUUVSxH8r5fj3Uki5uAcyQaw" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Mit der FDP muss aktuell eine ganze Partei ihre Plätze im Bundestag räumen. Es scheiden aber auch 40 Mitglieder der SPD-Fraktion aus dem Parlament aus. Einige dieser nun ehemaligen Abgeordneten erinnern sich in unserem Video der Woche an besondere Momente aus ihrer Zeit im Bundestag.<br />
&nbsp;</p>
<h3><a href="http://mspr0.de/?p=3775" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Haben wir versagt?</a></h3>
<p>„Willkommen beim Rollback, bitte anschnallen.“ Mit diesem Satz beschließt der Blogger Michael Seemann seinen Blogeintrag zum Ende einer netzpolitischen Ära: Bis vor kurzem schienen die politischen Einflussmöglichkeiten der Netzgemeinde anzuwachsen. Der Erfolg der Piratenpartei bei einigen Landtagswahlen, das Ende der Vorratsdatenspeicherung, die Einberufung einer Enquetekommission und der europaweite Protest gegen „Acta“ – all das habe die digitale Szene damals von einer neuen, von „ihrer“ Politik träumen lassen. Die Ereignisse dieses Jahres aber, hätten diese Hoffnungen zum Einsturz gebracht: So wurde beispielsweise das Leistungsschutzrecht umgesetzt – ein Gesetz, das von den Netzaktivistenmassiv bekämpft wurde. Allerdings hätte weder dieses Gesetz, noch der „digitale Überwachungsgau“ irgendeine Auswirkung auf das Wahlergebnis gehabt. Nun müssten wir uns auf Netzsperren, mehr Überwachung und ein Trojanergesetz gefasst machen – ein Rollback eben. Die Netzpolitik in der aktuellen Konzeption, also Politik „aus dem Netz (…) als reine Selbstbespiegelung der Interessen der Netzgemeinde“ sei tot, folgert Seemann. Nun gelte es vor allem herauszufinden, woran das liegt: „Ist Post-Privacy bereits so eine Gesellschaftsnormalität, dass die Prism-Debatte nicht verfängt? Haben wir versagt: organisatorisch, ideologisch, personell?“ Fragen, für deren Beantwortung die digitale Szene wohl einiges an Zeit brauchen wird.</p>
<h3><a href="http://www.golem.de/news/imho-eine-niederlage-fuer-die-netzpolitik-1309-101736.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Düstere Aussichten</a></h3>
<p>Michael Seemann ist nicht der einzige, dem die Zukunft der Netzpolitik in vorerst düsterem Licht erscheint. Auch Friedhelm Greis schreibt auf golem.de von wenig erfreulichen Aussichten: Mit der CDU habe „diejenige Partei am stärksten zugelegt, deren Wahlprogramm die diffusesten Aussagen zur Netzpolitik enthält“. Die Union fordere die Vorratsdatenspeicherung und bekenne sich nur sehr eingeschränkt zur Netzneutralität. Zum flächendeckenden Ausbau der Breitbandinfrastruktur findet sich im Wahlprogramm kein einziger neuer Ansatz – „dafür aber das Bekenntnis zu wirtschaftlichen Verwertung von Nutzerdaten“. Wer taugt als Korrektiv? Die SPD eher nicht, meint Greis. Zum einen befürwortet auch die SPD die Vorratsdatenspeicherung und hat die Bestanddatenauskunft schon damals nicht im Bundesrat gestoppt. Zum anderen wird sie  &#8211; so vermutet Greis – für einige gute Vorschläge wie die Abschaffung des Leistungsschutzrechts in einer Koalition wohl keine Zustimmung finden. Was bleibt? Die Piraten liegen bei 2,2 Prozent und Grüne, Linke und FDP, also die Parteien mit „deutlichen Bekenntnissen zu Datenschutz, Netzneutralität, Breitbandversorgung und Open Government, haben zusammen 15 Prozentpunkte im Vergleich zu 2009 verloren“. Da bleibt erst mal nicht viel, findet Greis. Netzpolitiker werden es in den nächsten Jahren noch schwerer haben, ihre Forderungen durchzusetzen.</p>
<h3><a href="https://digitalegesellschaft.de/2013/09/forderungen-btw2013/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jetzt erst recht</a></h3>
<p>Allen Untergangsszenarien zum Trotz: Die Netzgemeinde bleibt am Ball. Die „Digitale Gesellschaft“ hat einen ausführlichen 10-Punkte-Katalog online gestellt, und fordert die Politik auf „Zielvorgaben zu den zentralen netzpolitischen Vorgaben im Koalitionsvertrag zu verankern“. Dazu zählen: Die Wahrung grundlegender Datenschutzprinzipien auf EU-Ebene, die Verhinderung grundloser Überwachung, die Eindämmung des Exports von Überwachungstechnologien sowie die Abschaffung der Funkzellenabfrage als Ermittlungsinstrument. Außerdem fordert die „Digitale Gesellschaft“ die Abschaffung der Störerhaftung. Denn bisher haften Betreiber von nicht gewerblichen Wlans für Rechtsverletzungen, die Dritte über ein von ihnen betriebenes offenes Funknetz verüben. Weitere Vorschläge der Digitalen Gesellschaft: ein „Recht auf Remix“, eine transparentere Gestaltung der öffentlichen Verwaltung, die Schaffung eines offenen Zugangs zu wissenschaftlichen Forschungsergebnissen und natürlich die konsequente Durchsetzung der Netzneutralität.</p>
<h3><a href="http://www.wiwo.de/politik/deutschland/bundestagswahl-fuenf-lektionen-aus-dem-social-media-wahlkampf-seite-all/8825116-all.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fünf Lektionen</a></h3>
<p>In diesem Bundestagswahlkampf wurden von den Parteien so viel getwittert und gepostet wie nie zuvor. Oliver Voß zieht in der Wirtschaftswoche fünf Lektionen aus dem Social-Media-Wahlkampf. Erste und zweite Lektion: Twitter werde über-, Facebook dagegen unterschätzt. Denn nur sieben Prozent der Bevölkerung sind deutschen Bevölkerung sind gelegentlich auf Twitter unterwegs. Zum Vergleich: 25 Millionen Deutsche loggen sich mindestens einmal im Monat auf Facebook ein. Außerdem – Lektion drei – würden die neuen Plattformen nur in Kombination funktionieren. Ein Beispiel: Die wahre Innovation dieses Social-Media-Wahlkampfes waren die tumblr-Blogs, man denke an die „Stinkefinger-Blogs“ zu Peer Steinbrück. Und die meisten Besucher dieser Blogs kommen über Facebook und andere soziale Medien. Lektion vier: In den Social Media sind es die großen und die sehr kleinen Parteien, die dominieren. So wurden die meisten Kommentaren und Tweets über die CDU und die SPD verfasst. Direkt darauf aber folgt schon die Piratenpartei undnd die AfD holt schnell auf. Eine weitere Beobachtung von Voß: Die sozialen Medien würden Trends verstärken oder verzerren. Twitter wirke als Echokammer, und habe nur sehr begrenzten Einfluss auf die Wahlentscheidung der Bevölkerung.</p>
<h3><a href="http://gutjahr.biz/2013/09/wahlen-2013-internet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Neuland ist abgebrannt</a></h3>
<p>Bekommt Twitter von Seiten der Wahlkämpfer also viel zu viel Aufmerksamkeit? Ist das Social Web, eine Filterblase? Das fragt sich auch Richard Gutjahr in seinem Blog. Und zieht ein ernüchterndes Fazit. Der Wahlsieg der CDU zeige, dass es sich offenbar lohne, auf „öde Spots, Plakate und Strategien“ zu setzen. (…) Kreative Web-Wahlkämpfe hingegen verliefen oft im Nirvana.“ Allerdings habe das Netz alleine noch nie eine Wahl entschieden. Es komme auf das Zusammenspiel von On- und Offline an, das würden auch Experten bestätigen. Oft gelten online ohnehin die gleichen Regeln wie z.B. im TV: Insbesondere die Personifizierung sei bei abstrakten Themen von großer Bedeutung. Dennoch könnten digitale Analysen durchaus zu neuen Erkenntnissen führen. So würde die Analyse von Google-Suchabfragen „selektive Stimmungen und Trends im Wahlvolk besser abbilden, als das durch Wählerbefragungen geschehen ist.“ Ein Trend sei darüber hinaus auch ohne große Untersuchungen deutlich erkennbar:„Die „Zwischendrin“-Generationen 50- und 60-plus“ würden das Neuland beherrschen und hätten kein Interesse an Experimenten. Gutjahrs Resümee: „Mit abstrakten Netzthemen lassen sich keine Quoten machen, erst recht keine Wahlen gewinnen.“<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>In der Ruhe&#8230; &#8211; Digitale Presseschau KW 38</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alinka Rother]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Sep 2013 13:46:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[NSA]]></category>
		<category><![CDATA[Netzneutralität]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Sascha Lobo]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsschutzrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Open Government]]></category>
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					<description><![CDATA[Goldene Käfige und Digitaldebakel – die Autoren dieser Woche mögen große Worte. Während die Piraten-Geschäftsführerin Katharina Nocun den führenden Online-Unternehmen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Goldene Käfige und Digitaldebakel – die Autoren dieser Woche mögen große Worte. Während die Piraten-Geschäftsführerin Katharina Nocun den führenden Online-Unternehmen vorwirft, ihre Nutzer in Geiselhaft zu nehmen, nimmt sich Sascha Lobo die deutsche Bundesregierung vor: Die bisherige Netzpolitik sei eine einzige Verkettung an Fehlentscheidungen und Versäumnissen. Nur einer mahnt zu mehr Gelassenheit: Michael Weigert, Redakteur bei netzwertig.com, fordert die vielen Kritiker auf, leiser zu treten – und glaubt an die „Kraft einer konstruktiven Grundatmosphäre“.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="http://www.youtube.com/watch?v=clgAZPhykek" title="Warum soll man wählen, Herr Bundespräsident?" width="840" height="630" src="https://www.youtube.com/embed/clgAZPhykek?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Demokratie passiert nicht einfach so, meint Bundespräsident Joachim Gauck und fordert die Bürger auf, die Politik nicht der Beliebigkeit oder gar dem Verdruss zu überlassen – und wählen zu gehen.<br />
&nbsp;</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-09/nocun-netzpolitik-facebook-google/komplettansicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">An die Kette</a></h3>
<p>Sprengt die goldenen Käfige! Das fordert Katharina Nocun, Geschäftsführerin der Piratenpartei in einem Gastbeitrag für Zeit Online. Das Netz sei nicht primär Markt, „sondern zu allererst kritische Infrastruktur der digital vernetzten Demokratie“. Facebook und Co. aber würden ihre Gewinne über umfassende Datensammlungen generieren und hätten kein Interesse daran, „ihre Nutzer aus der Geiselhaft zu entlassen“. Außerdem könnten die Datenbestände dieser Monopolisten leicht und schnell von Geheimdienste angezapft werden. Es sei Aufgabe der Politik die „Mauern der Monopolisten“ endlich einzureißen. Offene Standards, offene Quellcodes, Datenportabilität und durchlässige Systeme müssten gesetzlich verankert und politisch aktiv unterstützt werden, schreibt Nocun. Sie schlägt unter anderem vor, Netzneutralität ohne Hintertüren via Gesetz vorzuschreiben, freie Software politisch zu fördern und für ein Kartellrecht zu sorgen, dass neuen Marktstrukturen gerecht wird und die Monopolisten „an die Kette“ nimmt.</p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ueberwachung/identitaetsmanagement-das-neoliberale-selbst-12574151.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ich und ich und ich</a></h3>
<p>Weitaus grundsätzlicher setzt Philip Mirowski in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung an und beschreibt das zersplitterte, zur Flexibilität angehaltene,„neoliberale Selbst“: Ein jeder sei „das Geschäft, der Rohstoff, das Produkt und der Kunde des eigenen Lebens“ geworden. Längst sei der Mensch gezwungen, „Körper und Seele entsprechend den Anforderungen des Marktes zu gestalten.“ Die eigene Identität werde insbesondere online und auf den vielen unterschiedlichen Plattformen laufend an die aktuellen Anforderungen angepasst – auch weil der Einzelne durchgehend dazu aufgefordert wird. Ein Paradebeispiel sei Facebook, ein Unternehmen, das die Daten seiner Nutzer verkauft. Facebook bringe den User durch Algorithmen und Handlungsaufforderungen regelrecht bei, sich selbst in eine „anpassungsfähige unternehmerische Identität“ zu verwandeln. Die User würden ohne Unterlass an ihren multiplen Webidentitäten basteln, sie managen und „optimieren“. Denn ihre Profile wirken in das reale Leben zurück:  Potenzielle Arbeitgeber, Freunde und Familie überprüfen die Seiten des Nutzers. Tritt ein Problem auf, so sei es innerhalb dieser Logik die naheliegenste Lösung, das eigene virtuelle Profil noch stärker zu überarbeiten.  All das  sei „ein verkleinertes Modell des neoliberalen Selbst, und &#8211; höchst aufschlussreich- es sorgt für Profit.“</p>
<h3><a href="http://www.freitag.de/autoren/timostukenberg/kein-wille-zur-transparenz" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Merkel will nicht</a></h3>
<p>Transparenz? Nein, danke. Deutschland hänge in punkto Open Government weit hinter anderen westlichen Staaten zurück, schreibt Timo Stukenberg in „Der Freitag“. Und das, obwohl offenes Regierungshandeln auch ökonomische Vorteile mit sich brächte: Open Government würde zu Effizienz zwingen – schließlich könnten die Daten von Behörden dann öffentlich eingesehen und kontrolliert werden. Außerdem würde sich auf diese Weise das „Verhältnis von Verwaltung und Bürger vom Kopf auf die Füße“ stellen. Durch die Offenlegung ihrer Daten seien die Behörden dazu gezwungen, sich als Dienstleister an der Bevölkerung zu betrachten.<br />
Doch die Open-Government-Strategie der Bundesregierung ist gescheitert, meint Stukenberg. Auf dem Onlineportal der Bundesregierung „govdata.de“würden hauptsächlich unwichtige und uninteressante Informationen veröffentlicht. Außerdem habe es die Regierung versäumt, Behörden und Verwaltungen von dem Vorhaben zu überzeugen. Deutschland verschlafe einen großen Schritt in Richtung Demokratisierung, den andere Staaten durch die Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung längst gegangen seien.</p>
<h3><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/sascha-lobo-ueber-die-digitaldebakel-der-bundesregierung-a-922679.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Eisenharte Fehlinformation&#8221;</a></h3>
<p>Kurz vor der Wahl lohnt sich ein abschließender Blick auf die bisherige Netzpolitik der Bundesregierung. Sascha Lobo zieht ein vernichtendes Fazit und zählt die „Digitaldebakel“ von Merkel und Co. in seiner Spiegel-Kolumne akribisch auf: Die „dramatisch vernachlässigte Infrastruktur“ und die versäumte gesetzliche Verankerung der Netzneutralität seien nur ein kleiner Teil einer ganzen Reihe an netzpolitischen Fehlschlägen. So habe die schwarz-gelbe Koalition beispielsweise das „Leistungsschutzrecht“ für Presseverlage auf den Weg gebracht – ein Gesetz, das letztlich keinen Zweck erfülle. Neben weiteren Fehlschlägen verweist Lobo insbesondere auf „das realitätsferne Narrenspiel zur NSA-Spähaffaire“: Die Bundesregierung würde auf die Vorwürfe mit  „eisenharter Fehlinformation“ und der Verbreitung von „gezielter Unwahrheit“ reagieren. Letztendlich seien die vielen Versäumnisse und Fehlvorhaben Folge einer massiven politischen Gleichgültigkeit gegenüber der digitalen Szene. Lobos ernüchterndes Schluss-Resümee: Die digitale Welt sei noch lange nicht in den Köpfen der Politik angekommen.</p>
<h3><a href="http://netzwertig.com/2013/09/19/versagen-der-politik-die-empoerungs-abwaertsspirale-der-deutschen-netzverteidiger/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ausnahmsweise leise treten</a></h3>
<p>Die digitale Szene reagierte schnell auf Lobos Beitrag: Martin Weigert schreibt auf netzwertig.com von einer „Empörungsabwärtsspirale der deutschen Netzverteidiger“. Grundsätzlich seien der deutschen Politik zwar tatsächlich immense Versäumnisse auf netzpolitischer Ebene vorzuwerfen. Dennoch hätte sich die Netzgemeinde in einer Spirale aus Kritik und Vorwürfen an die Politik verfangen, die dazu beitrage, den Frust aller Beteiligten – inklusive der digitalen Szene selbst – zu verstärken.  Außerdem habe diese Strategie bisher nicht zu einer Verbesserung der Situation geführt. Weigert glaubt an die „Kraft einer konstruktiven Grundatmosphäre“und wünscht sich deshalb Blogger, die beizeiten auch auf positive Entwicklungen hinweisen. Er plädiert für ein Experiment, bei dem alle sonst lautstarken Kritiker zumindest für einige Zeit pausieren. Und hofft darauf, dass die Politik von einer „Sogwirkung des allgemeinen Optimismus“ mitgezogen wird.<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>Nicht aufgeben! &#8211; Digitale Presseschau KW 32</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alinka Rother]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Aug 2013 15:08:12 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Gekaufte Freunde, ein gescheitertes Gesetz, Romane auf dem Reißbrett: Die Presseschau beinhaltet diese Woche einige wenig erfreuliche Themen. Aber es [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gekaufte Freunde, ein gescheitertes Gesetz, Romane auf dem Reißbrett: Die Presseschau beinhaltet diese Woche einige wenig erfreuliche Themen. Aber es ist nicht alles schlecht: Big Data und Ubiquitous Computing schaffen  &#8211; sinnvoll angewandt – neues Wissen und können gesellschaftliche Emanzipation ermöglichen. Und eine Reihe von Netzaktivisten will die Hoffnung auf ein freies und uneingeschränktes Internet nicht aufgeben.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=wwhuWM1K7-8&amp;feature=youtu.be" title="st_ry Folge 1: Das tägliche Ausspähen. (Oder: Warum Männer keinen Kredit kriegen.)" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/wwhuWM1K7-8?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
St_ry, eine Doku im Netz, zeigt Daniel Bröckerhoff sechs Monate lang auf der Suche nach unseren Daten. Auf<a href="http://www.startnext.de/st_ry" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> http://www.startnext.de/st_ry</a>  können die Unterstützer der Sendung entscheiden, mit welchen Themen sich Bröckerhoff auseinandersetzen soll. In Folge 1 blickt er hinter die Kulissen des sogenannten „Scorings“, des kommerziellen Sammelns, Speicherns und Auswertens unserer persönlichen Daten.</p>
<h3><a href="http://www.cicero.de/berliner-republik/zukunft-des-internets-wir-werden-nicht-mehr-offline-sein/55227" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das Internet der Dinge</a></h3>
<p>Wie sieht das Internet in 20 Jahren aus? Diese Frage stellte Cicero Online an Jeanette Hofmann, die Direktorin des Humboldt-Instituts für Internet und Gesellschaft.  Ein wesentliches Merkmal wird seine „Unsichtbarkeit“ sein, prophezeit Hofmann. Dank neuer Informations- und Kommunikationstechnologien könnten in Zukunft immer mehr Dinge mit digitalen Schnittstellen ausgestattet werden und auf diese Weise mit Menschen und anderen Maschinen interagieren. Dieser Trend zum „Internet der Dinge“ berge sowohl Chancen und als auch Risiken: „Ubiquitous Computing“ und „Big Data“ etwa würden Wissen generieren, auf das wir ohne die technologischen Innovationen keinen Zugriff hätten. Gleichzeitig aber verlören wir  damit wohl ein Stück unserer individuellen Autonomie, vermutet Hofmann.</p>
<h3><a href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/40237/Dein-Buch-liest-dich" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das Ende der großen Literatur?</a></h3>
<p>Nicht nur der Mail-Verkehr und Telefonate werden überwacht. Auch aus E- Books lassen sich Daten von Nutzern herauslesen, schreibt Lara Fritzsche im Magazin der Süddeutschen Zeitung. Für E-Book-Verlage wie Apple, Google und Amazon ist das gesamte Leseverhalten der Kunden sichtbar. So können sie beispielweise erfassen, wann der Leser das Buch zur Hand nimmt und an welchen Stellen er verweilt. Und das ganz legal. Denn der Käufer eines E-Books muss dem in den Nutzungsbedingungen noch vor dem Kauf des Buches zustimmen. Die Konsequenz: Die Verlage können den Geschmack ihrer „gläsernen“ Kunden nun individuell auswerten und damit besser vorhersagen. Skeptiker befürchten, dass Bücher zukünftig auf dem Reißbrett, ganz nach den Vorlieben der potenziellen Leser, entstehen werden.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-08/internet-pioniere-nsa/komplettansicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alles kaputt</a></h3>
<p>Der NSA-Skandal erschüttert viele in ihrem Glauben an das Freiheitsversprechens des Internets. Kann das Internet seine utopische Kraft zurückgewinnen? Das möchte Die Zeit von zehn Pionieren und Theoretikern des Internets wissen. Die Journalisten, Professoren, Blogger und Netzaktivisten finden höchst unterschiedliche und teils überraschende Antworten auf die Frage. Die Hoffnung auf eine offene und uneingeschränkte digitale Welt aufgeben aber möchte niemand.</p>
<h3><a href="http://www.tagesschau.de/inland/socialmedia-wahlkampf100.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nicht ohne Social Web</a></h3>
<p>Am Social Web führt auch für die Politik kein Weg mehr vorbei. Positionieren sich die Parteien im Wahlkampf dort besser als noch 2009? Die ARD hat genauer hingeschaut: Seit der letzten Bundestagswahl haben die Parteien dazugelernt. Allerdings fehle oft eine Gesamtstrategie für den Umgang mit den sozialen Medien. Insgesamt wird den Partei-Strategen ein gutes Zeugnis ausgestellt. Zumindest theoretisch wüssten die meisten, worauf es im Social Web ankomme: Dialog, Feedback und Interaktion.</p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/klickfarmen-in-bangladesch-gekaufte-freunde-1.1739441" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Likes&#8221; für den kleinen Geldbeutel</a></h3>
<p>Unternehmen, Parteien und Online-Spiele  verbessern ihre eigene Reputation zunehmend auch auf dubiosen Wegen: Sogenannte Klickfirmen verkaufen Facebook-Likes, Twitter-Follower und YouTube-Zuschauer. Diese Likes haben im Gegensatz zu Maschinenklicks für die Auftraggeber den Vorteil, dass die Manipulation schwerer nachvollziehbar ist. Viele dieser Klickfirmen haben ihren Sitz in Bangladesch und beschäftigen ihre Angestellten zu einem Hungerlohn, haben Pascal Paukner und Pia Ratzesberger auf sueddeutsche.de herausgefunden.</p>
<h3><a href="http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/Wettbewerbsexperte-Justus-Haucap-Leistungsschutzrecht-ist-komplett-gescheitert_115995.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Komplett gescheitert</a></h3>
<p>Vergangene Woche ist das Leistungsschutzrecht (LSR) für Presseverlage in Kraft getreten &#8211; und komplett gescheitert. So sieht es Justus Haucap, Direktor des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie. Denn die Verlage seien nun einmal stärker auf Google angewiesen als umgekehrt. Es sei sogar wahrscheinlich, dass Google irgendwann selbst Geld  für die Listung bestimmter Artikel auf Google News von den Verlagen verlangen werde. Das LSR treffe mit den kleinen innovativen New-Aggregatoren nun genau die Falschen. Außerdem befürchtet Haucap eine baldige Abmahnwelle durch unseriöse Verlage und dubiose Anwälte. Solange Schwarz-Gelb regiere, werde das Gesetz aber wohl trotz aller Mängel nicht einkassiert, meint Haucap.</p>
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		<title>Die ARD ist wieder online: Aus der Tages- wird die Wochenwebschau</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Aug 2013 13:23:51 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Nur ein Jahr gaben die ARD-Intendanten der tagesWEBschau, dann zogen sie den Stecker: Im Juni liefen die Mini-Nachrichten rund ums [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ArtikelbildWochenwebschau.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130912" alt="ArtikelbildWochenwebschau" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ArtikelbildWochenwebschau.jpg" width="600" height="367" /></a><strong></strong><br />
Nur ein Jahr gaben die ARD-Intendanten der tagesWEBschau, dann zogen sie den Stecker: Im Juni liefen die Mini-Nachrichten rund ums Netz zum letzten Mal. Bereits bei Bekanntgabe der Einstellung wurde jedoch versprochen, ein Nachfolgeformat zu entwickeln. Und siehe da, man hat Wort gehalten: Die tagesWEBschau heißt jetzt wochenwebschau, dauert acht statt vier Minuten – und bietet den bewährten Mix aus News und Nonsens.<br />
Die offensichtlichste Neuerung kommt direkt hinterm Start-Klick: Während die tagesWEBschau ohne (sichtbare) Moderation auskam, hat die wochenwebschau ein Gesicht: das von Lena Döring. Die 29-Jährige führt durchs Programm, ist aber im Team hinter dem Magazin kein Neuling. Seit 2010 arbeitet sie in der „Digitalen Garage“ von Radio Bremen, wo auch die tagesWEBschau entstand. Flott und sympathisch leitet Döring das aus Sicht der Redaktion wichtigste Thema der Woche ein, ein oft geteiltes und geliktes <a href="http://www.youtube.com/watch?v=iHlzsURb0WI" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erklärvideo</a> zum Überwachungsstaat. Darin visualisiert und beschreibt der Grafiker Manniac, warum Geheimdienstüberwachung jeden Bürger betrifft. Das Video ist pfiffig, plakativ und flott – genau wie die wochenwebschau selbst.</p>
<h3>News-Quickie</h3>
<p>Weiter geht’s mit Kompaktnachrichten aus der Rubrik „Filter“. Hier erinnert die wochenwebschau voll und ganz an ihre Vorgängerin, von den zwischengeschobenen Moderationen einmal abgesehen. Aus Screenshots, Videoschnipseln und Off-Kommentar hat die Redaktion der Digitalen Garage Nachrichten gebastelt, die Web-Bezug haben: Das drakonische Urteil gegen einen saudi-arabischen Netzaktivisten, ein neues Facebook-Feature und die Amazon-Kontensperre sind Themen der ersten Ausgabe. Ausführlicher behandelt werden die originelle Online-Bewerbung eines Kommunikationsspezialisten und das gerade in Kraft getretene Leistungsschutzrecht, mit dem sich Verlage an den Gewinnen von News-Aggregatoren wie Google beteiligen wollen. Beim Kommentar hält sich die wochenwebschau an den Tenor der verlagskritischen Medienbeobachter: Das Leistungsschutzrecht benachteilige kleine Aggregatoren wie Rivva und verfehle das Ziel seiner Initiatoren – weil Google gar nicht daran denkt, für das Recht auf Artikelausschnitte zu zahlen. Fordert ein Verlag Geld, wird er nicht mehr verlinkt.</p>
<h3>LOL!?</h3>
<p>Zum Schluss gibt’s noch mal was zu lachen. In der Rubrik „Lieblink“ präsentiert Döring ein skurriles Webfundstück, diese Woche das tumblr-Blog „<a href="http://lifeofastrangerwhostolemyphone.tumblr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">life of a stranger who stole my phone</a>“. Die angebliche Geschichte dahinter: Einer Frau wurde am Strand ihr Smartphone geklaut, das nun vom neuen Besitzer fleißig weiterbenutzt wird. Der hat jedoch nicht gemerkt, dass die von ihm geschossenen Fotos automatisch im Cloud-Ordner der Bestohlenen landen – und von dort aus im Blog, versehen mit bissigen Kommentaren. Aber stimmt die Story? Witziges wird weitergereicht, nach dieser Grundregel verbreitet sich Kurioses seit jeher in sozialen Netzwerken – darunter auch vieles, was echt aussieht, aber inszeniert ist. Der wochenwebschau bleiben zumindest Restzweifel, ob das tumblr-Blog auf eine wahre Geschichte zurückgeht. Klar: So viel journalistische Skepsis darf man von einem ARD-Magazin mindestens erwarten.</p>
<h3>Digitale Nische</h3>
<p>Die tagesWEBschau hat ein Update bekommen, das ausführlicher berichtet und hübscher aussieht. „Als Magazinsendung darf die wochenwebschau viel mehr mit Meinungen und Perspektiven spielen&#8221;, sagt Marcello Bonventre, der Leiter der Digitalen Garage. Doch wie viele Zuschauer kann man damit erreichen? Zu geringe Quoten waren ein Grund für die Absetzung der tagesWEBschau. Obgleich diese Begründung <a href="http://politik-digital.de/digital-ist-egal-warum-die-absetzung-der-tageswebschau-ein-falsches-signal-ist/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kritisch gesehen werden kann</a>, ist die Absicht, ein möglichst großes Publikum zu erreichen, an sich natürlich vollkommen legitim.<br />
Im Fernsehen läuft die wochenwebschau jedoch ausschließlich auf den ARD-Digitalkanälen tagesschau24, EinsPlus und Einsfestival, deren <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/minus-mal-minus-ergibt-einsplus-das-digitalkanalelend-von-ard-und-zdf/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Einschaltquoten</a> im marginalen Bereich liegen. Es scheint demnach, als setze man voll aufs Internet, vulgo: den YouTube-Kanal und die tumblr-Seite.<br />
Will die ARD vor allem die Online-Gucker für ihre neue Sendung gewinnen, muss sie ausdauernd Werbung machen, denn nichts ist im Internet so knapp wie Aufmerksamkeit. Am Ende entscheidet aber sowieso die Userdemokratie – like oder dislike, teilen oder ignorieren? Die ersten Kommentare auf YouTube dürften der Redaktion gefallen, etwa der von „Lars V“: „Schön, dass es wieder so was wie die tageswebschau gibt. Die hätte bleiben können!“<br />
Es ist zu hoffen, dass die ARD-Intendanten mitlesen.<br />
Sendetermine: immer freitags auf tagesschau24 (19:45 Uhr), EinsPlus (20:00 Uhr) und Einsfestival (23:30 Uhr), außerdem auf <a href="http://wochenwebschau.tumblr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tumblr</a> und <a href="http://www.youtube.com/user/TagesWEBschau" target="_blank" rel="noopener noreferrer">YouTube</a>.<br />
Bild: Screenshot wochenwebschau (Radio Bremen)<br />
<span style="font-family: Gill Sans MT,serif"><a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></span><br />
<span style="font-family: Gill Sans MT,serif"> </span></p>
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		<title>Alles falsch und ungerecht &#8211; Digitale Presseschau KW 10</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Mar 2013 16:52:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Anonymous]]></category>
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		<category><![CDATA[Kony]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Welt am Abgrund? Könnte man fast meinen. Da bleibt nur noch zu sagen: Ade klassische Medien, lebewohl Digitalisierung, goodbye [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Welt am Abgrund? Könnte man fast meinen. Da bleibt nur noch zu sagen: Ade klassische Medien, lebewohl Digitalisierung, goodbye Anonymous und danke Leistungsschutzrecht. Vielleicht sollte man sich lieber anschauen, was aus dem Hype um Kony geworden ist.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p>https://www.youtube.com/watch?v=frlbDMY6fjs<br />
Joseph Kony – dieser Name jagt dem einen oder anderen immer noch eine Gänsehaut ein. Ein Jahr nach der Veröffentlichung des Youtube-Hits hat die TagesWEBschau sich die Frage gestellt, was die Online-Protestwelle um Kony bewirkt hat.</p>
<h3><a href="http://www.cicero.de/blog/christian-jakubetz-unhipster/2013-03-04/ueberangebot-ist-der-medien-tod">Überangebot ist der Medien Tod</a></h3>
<p>Eigentlich wollte das Leistungsschutzrecht uns nur verdeutlichen, dass das Internet schuld am Untergang der klassischen Medien ist. „Falsch“, meint Christian Jakubetz aka unhipster, der im Online Magazin Cicero den Verfall der Medienlandschaft schon viel früher einordnet. Das Internet als Brandbeschleuniger eines medialen Kartenhauses.</p>
<h3><a href="http://www.golem.de/news/imho-freie-daten-fuer-freie-buerger-1303-97994.html">Politik öffne dich</a></h3>
<p>Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) präsentierte am Dienstag auf der Cebit 2013 das offene Datenportal <a href="https://www.govdata.de/">Govdata.de</a>. Eigentlich ein freudiges Ereignis, wären da nicht die ersten Kommunen, die die Freigabe ihrer Daten verweigern. Problem: Das allseits beliebte Geld. Auf golem.de legt Jörg Thoma Widerspruch ein und erklärt wie der Umgang mit offen Daten wirklich aussieht.</p>
<h3><a href="http://www.tagesspiegel.de/medien/digitale-welt/journalistik-professor-ueber-leistungsschutzrecht-jeff-jarvis-ich-mache-mir-sorgen-um-deutschland/7878526.html">Goodbye Deutschland</a></h3>
<p>Man muss sich um Deutschland sorgen machen, nur warum? Diese Frage beantwortet der Internetaktivist Jeff Jarvis in seinem Artikel im Tagesspiegel. Jarvis geht dabei mit den Verlagen hart ins Gericht: „Statt durch Innovation und das Erkennen von Chancen sich selbst und andere zu beeindrucken, rennen die Verlage lieber zu ihrer Kanzlerin und der dazugehörigen Partei, um ein Leistungsschutzrecht durchzusetzen.“</p>
<h3><a href="http://futurezone.at/netzpolitik/14488-anonymous-hat-das-gebaeude-verlassen.php">Anonymous auf der Flucht?</a></h3>
<p>Anonymous ist Geschichte! Bei dieser Aussage, hört man bereits tausende Regierungsbeamte klatschen und feiern. Leider zu früh gefreut denn eigentlich ist nur das Kapitel von @AnonyOps vorbei. Im Interview mit der Journalistin Asher Wolf verrät der Betreiber eines der prominentesten Anonymous-Accounts, warum er die USA verlassen muss.</p>
<h3><a href="https://www.taz.de/Twitter-und-die-oeffentliche-Meinung/!112238/">Doch nicht ganz Mainstream </a></h3>
<p>Wie stimmen Meinungsbilder auf Twitter mit tatsächlichen Meinungsbildern überein? Das amerikanische Pew Research Center hat ein Jahr lang digitale sowie klassische Meinungsbilder analysiert und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Twitter vielleicht nicht ganz als Spiegelbild der öffentlichen Meinung herhält.</p>
<h3><a href="http://berlinergazette.de/digitalisierung-reflektion-relevanz/">Digitalisierung – ist das eigentlich wichtig?</a></h3>
<p>„Die Digitalisierung gilt als die große Revolution unserer Epoche. Vergleichbar mit der Industrialisierung vor zweihundert Jahren.“ Krystian Woznicki, Herausgeber der Berliner Gazette, hat das Leistungsschutzrecht zum Anlass genommen sich zu fragen, ob die Digitalisierung eigentlich wichtig war/ist und wie wir damit umgehen können bzw. müssen.</p>
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		<title>Der Bundestag beschließt das LSR für Presseverlage</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/der-bundestag-beschliesst-das-lsr-fuer-presseverlage-127263/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Mar 2013 14:26:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Das Leistungsschutzrecht für Presseverlage wurde heute im Bundestag mit 293 Ja-Stimmen und 243 Nein-Stimmen bei drei Enthaltungen beschlossen. Eine Entscheidung [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Tobias-Schwarz-Leistungsschutzrecht.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-127279" alt="Tobias Schwarz (CC BY-SA 3.0)" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Tobias-Schwarz-Leistungsschutzrecht-630x419.jpg" width="630" height="419" /></a><br />
Das Leistungsschutzrecht für Presseverlage wurde heute im Bundestag mit 293 Ja-Stimmen und 243 Nein-Stimmen bei drei Enthaltungen beschlossen. Eine Entscheidung der schwarz-gelben Bundesregierung gegen die Presse- und Meinungsfreiheit in Deutschland, gegen Innovation, die Informationsfreiheit aller und vor allem gegen die Interessen der urhebenden Journalist_innen. So schlimm diese Entscheidung ist, umgesetzt wird die nun beschlossene Gesetzesvorlage wahrscheinlich nie.<br />
<strong>Das Leistungsschutzrecht ist ein Beweis von Macht</strong><br />
Bis auf 81 Abgeordnete waren heute alle Bundestagsabgeordneten bei der Abstimmung anwesend. Das lag sicher nicht nur am Leistungsschutzrecht für Presseverlage. Die engagierten Redebeiträge aller Parteien zeigten aber, dass das Thema nicht ohne Bedeutung ist. Es geht auch um Macht. Besonders um zu zeigen, wer die Macht besitzt und das ist immer noch die schwarz-gelbe Regierungsfraktion.<br />
Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht. Max Weber hat das vor über 100 Jahren in seinem Werk <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaft_und_Gesellschaft">″Wirtschaft und Gesellschaft″</a> geschrieben und wie so vieles von Weber, trifft diese Feststellung auch heute noch zu. Die Regierungsfraktion hat, gegen jede Vernunft und Warnung von den verschiedensten Seiten, das viel kritisierte Leistungsschutzrecht für Presseverlage durchgesetzt. Es ist schwerer gefährlichen Unsinn durchzusetzen als etwas vernünftiges. Die Regierung hat Macht bewiesen.<br />
Die Presseverlagslobby, angeführt vom Axel Springer Verlag und Hubert Burda Media, hat ihre eigenen Wünsche mit einer dafür empfänglichen Bundesregierung in einen Gesetzestext gießen können. Wer die inzwischen vier Gesetzesentwürfe, die das Leistungsschutzrecht von Springer-Lobbyist Christoph Keeses ersten Idee bis zum heute beschlossenen Gesetzestext liest, wird aber feststellen, dass die Verlage viele Forderungen verloren haben. Vieles davon wird jedoch sowieso nur Verhandlungsmasse gewesen sein und mit dem jetzigen Gesetz werden die Verlage zufrieden sein.<br />
<strong>Das Leistungsschutzrecht schafft noch mehr Rechtsunsicherheit</strong><br />
Die an dem Gesetzesvorhaben aktiv beteiligten Politiker_innen von CDU/CSU und FDP rühmen sich damit, dass ″einzelne Wörter oder kleinste Textausschnitte″ weiterhin ohne Lizenz benutzt werden können. Was das bedeutet, wie lange diese Snippets genannten Textausschnitte genau sind, wissen sie auch nicht. Das wollen sie auch gar nicht, denn ihrer Meinung nach werden das die Gerichte klären. Ein merkwürdiges Verständnis von Gesetzesmacher_innen, die aber ganz im Interesse der Verlage ist. Erst am Montag erklärte Thomas Höppner vom Bundesverband der Zeitungsverleger (BDZV) in einer Anhörung im Bundestag, dass Details sowieso erst nach Verabschiedung des Gesetzes zu klären seien.<br />
Die Presseverlage haben jetzt ein Gesetz bekommen, dass noch befüllt werden muss. Eine Welle an Gerichtsverfahren um jedes einzelne nicht lizenzierte Wort ist vorprogrammiert und von den Verlagen auch gewünscht, denn hier können sie ihre Marktmacht vollkommen ausspielen. Kleine Aggregatoren werden durch ihre schlechtere Position nicht mit am Tisch sitzen, wenn sich die wenigen großen Newsaggregatoren mit den wenigen großen Presseverlagen den Markt aufteilen werden. Die beliebte Newsaggregatoren-App Flipboard hat es vorgemacht und Verträge mit der New York Times, dem Guardian oder Forbes abgeschlossen.<br />
Passiert dies in Deutschland wird eine Folge sein, dass eine Hand voll Presseverlage die einzelnen Lieferanten von Nachrichten auf den Plattformen sein werden, die von den meisten Menschen zum Konsum von Informationen genutzt werden. Kleinere oder neue Startups werden leer ausgehen, genau wie die kleinen Verlage und vor allem die urhebenden Journalist_innen. Wie viel sie bekommen werden ist ungewiss, das es am Ende wenig sein wird, ist anzunehmen. Das Leistungsschutzrecht für Presseverlage war auch nicht für sie gemacht.<br />
<strong>Warum das Leistungsschutzrecht doch nicht kommen wird</strong><br />
Das Gesetz muss nun in den Bundesrat gehen, in dem die Oppositionsparteien aus dem Bundestag eine Mehrheit gegenüber Schwarz-Gelb besitzen. Bereits am 6. März wird sich der Rechtsausschuss des Bundesrats mit dem Gesetz beschäftigen, am 22. März folgt dann die Diskussion im Plenum. Das Gesetz ist zwar nicht zustimmungspflichtig, aber ein Einspruchgesetz &#8211; der Bundesrat kann es deshalb immer wieder vertagen. Theoretisch bis nach der Bundestagswahl, falls es nicht vorher im Vermittlungsausschuss erledigt wird. Das Leistungsschutzrecht würde dann unabgeschlossen versanden und müsste in der nächsten Legislaturperiode neu eingebracht werden. Sollten CDU/CSU und FDP dann nicht mehr in der Regierung sein, wäre das Gesetz beendet.<br />
Im Oktober äußerten sich zwar auch einige rot-grünen Ländern nicht so ablehnend wie die Bundestagsfraktionen zum Leistungsschutzrecht, aber seitdem haben sich die Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein konsequent gegen das Gesetz ausgesprochen. Um sich klarer gegen Schwarz-Gelb abzugrenzen, werden auch die anderen Ländern sich in das Lager der LSR-Gegener einordnen. Und die Europäische Kommission könnte auch noch mitreden wollen, denn falls sich das Gesetz als Zertifizierungspflicht herausstellt, könnte die Kommission es stoppen. Eine Sprecherin der Kommission erklärt auf Anfrage von Süddeutsche.de, man habe beim Bundesjustizministerium Informationen angefordert, um diese Frage zu klären. Auf einen der beiden Wege wird das Leistungsschutzrecht für Presseverlage gestoppt werden.<br />
<em>Dieser Artikel erschien zuerst auf <a href="http://carta.info/54938/der-bundestag-beschliest-das-lsr-fur-presseverlage/">carta.info</a></em><br />
Bild: Tobias Schwarz (cc by-sa 3.0)<br />
<img decoding="async" class=" wp-image-123958 alignnone" alt="CC-BY-SA" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></p>
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