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		<title>München: von LiMux zu Microsoft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sam van Wijk]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Mar 2017 15:42:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Nachdem CSU und SPD dem Münchner Stadtrat ihre Pläne zur Abkehr von der eigens individualisierten LiMux-Software vorgelegt haben, steht eines [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/penguin-keiner.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-151669" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/penguin-keiner.png" alt="Titelbild: penguin by OpenClipart-Vectors via pixabay, CC0 Public Domain" width="626" height="305" /></a>Nachdem CSU und SPD dem Münchner Stadtrat ihre Pläne zur Abkehr von der eigens individualisierten LiMux-Software vorgelegt haben, steht eines der Vorzeigeprojekte für die Benutzung von freier Software in Verwaltungen vor dem Aus. Kritiker bezweifeln, ob das tatsächlich an LiMux liegt.</p>
<p>Das Projekt LiMux startete vielversprechend und mit pfiffigem Namen. Als individualisierte Anpassung des Betriebssystems Linux, ging LiMux nach Millioneninvestitionen 2013 für die Münchner Verwaltung in den Betrieb. Vier Jahre später hat sich die rot-schwarze Regierungskoalition der bayrischen Landeshauptstadt für ein Aus der freien Software in ihrer Verwaltung ausgesprochen. Im Februar legten SPD und CDU dem Stadtrat den Antrag vor, der Open-Source-Alternative den Rücken zu kehren und wieder auf Microsoft zu setzen.</p>
<h3>Rückkehr zu Microsoft</h3>
<p>Nach einer dreijährigen Benutzungsphase steht das Projekt, welches als eines der Vorzeigeprojekte der freien Software in Verwaltungen galt, vor dem Ende. Bis 2020 soll eine komplette Rückkehr zum Großkonzern Microsoft folgen. Knapp 20.000 Rechner der Verwaltung würden bis dahin wieder mit Windows zu bedienen sein. Man wolle „marktübliche Standardprodukte“ einführen, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und sprach von einer Kehrtwende. Begründet wird der Ausstieg mit einem zu hohen Kostenaufwand und der steigenden Unzufriedenheit der Mitarbeiter mit dem Office-Programm von Linux. Auch werden die mangelnde Einheitlichkeit und der erhöhte Aufwand bemängelt, sodass es zu Verzögerungen und Komplikationen kam. Ein Dokumentenaustausch mit dem Bund und anderen Verwaltungen wurde zuletzt durch verschiedene Dokumentenformate erschwert.</p>
<p>Was nach einer Provinzposse und einem Fachthema für Informatiker-Kongresse klingt, ist tatsächlich ein Millionenthema. Es geht um das Geld der Steuerzahler in München. Obwohl die Stadt durch Einsparungen bei den Microsoft Lizenzen in Millionenhöhe sparte, war LiMux nicht nur ein Prestigeobjekt, sondern auch <a href="http://www.sueddeutsche.de/news/politik/kommunen-muenchen-schickt-linux-pinguin-in-die-wueste-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-170215-99-294326" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ein kostspieliges Unterfangen</a>. Dem Beschluss im Jahr 2003, auf eine freie Software umzusteigen, war eine zehnjährige Entwicklungs- und Individualisierungsphase mit dem anschließenden Entstehen von LiMux gefolgt. Der damalige Umstieg von Microsoft auf Linux und die Entwicklung von LiMux kosteten finanzielle und personelle Ressourcen, rund 70 Programmierer und Softwareentwickler wurden extra dafür eingestellt. Diese kreierten sogenannte Workarounds, also Behelfslösungen, und bauten Brücken zwischen Linux und Windows, um eine optimale Nutzung der Open-Source-Software zu gewährleisten.</p>
<h3>LiMux nicht alleiniger Faktor</h3>
<p>Mittlerweile häufen sich die kritischen Stimmen aus der Politik und der IT-Szene zum nahenden LiMux-Ende. Die Opposition in München spricht von einem Schildbürgerstreich und beruft sich auf einen Prüfbericht, welcher eine komplette Umstellung für zu teuer und unnötig erachtet. Auch IT-Experten zweifeln, ob die Komplikationen durch die Einführung von LiMux ausgelöst wurden. &#8220;Zwingende technische Gründe für einen Wechsel zu Windows und Microsoft Office sehen wir nicht“, sagte Karl-Heinz Schneider, der Chef des kommunalen Dienstleisters IT@M der Nachrichtenseite Heise online.</p>
<p>Andere Kritiker sehen die Probleme ebenfalls nicht bei LiMux, sondern in einer selbstverschuldeten Zersplitterung in der Münchner IT-Landschaft. Mit der Einführung von LiMux fand eine digitale Umstrukturierung der Verwaltung statt, die <a href="https://detektor.fm/digital/limux-muenchen-ohne-freie-software-linux" target="_blank" rel="noopener noreferrer">laut Experten nicht ideal umgesetzt wurde</a>. So sollen die Benutzersoftware und die dazugehörigen Programme nicht zeitnah und koordiniert installiert worden sein. Die installierten Programme seien zudem häufig veraltet gewesen. Experten kritisieren auch, dass themenspezifische Schulungen nicht ausreichend angeboten wurden. Kritiker der Rückmigration zu Microsoft stellen sich deshalb öffentlich die Frage, ob auch andere Faktoren für das Scheitern des LiMux-Projektes verantwortlich sein könnten. So berichtete „Heise online“ jüngst über die jahrelange Lobby-Arbeit des US-Konzerns Microsoft, der schon unter Münchens ehemaligen Oberbürgermeister Christian Ude versuchte, die Stadt von einer Rückkehr zu Windows zu überzeugen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Mehrere kommunale Verwaltungen und Einrichtungen arbeiten derzeit noch mit Linux und sind damit zufrieden. Als eine der ersten Kommunen setzte Schwäbisch Hall konsequent auf Linux und dessen freies Betriebssystem. Bis heute arbeitet die Verwaltung zufrieden mit der Open-Source-Software. Horst Bräuner, IT-Abteilungsleiter der Verwaltung Schwäbisch Hall erläutert, welche Vor- und Nachteile es bei der Arbeit mit Linux gibt.</p>
<p><strong>1. Seit wann nutzen Sie Linux für die Verwaltung und wie kam es dazu?</strong></p>
<p>2001 wurde der Support für die bis dahin eingesetzten, proprietären, also herstellerspezifischen und geschlossenen Standard-Progamme („Windows Betriebssystem und „Office“-Paket) vom Hersteller abgekündigt. Ein Wechsel auf die nachfolgenden Versionen dieser Software hätte weitreichende Konsequenzen gehabt. Die damals verwendete Hardware hätte getauscht werden müssen und bei der Stadt wären erheblichen Lizenzkosten für das Upgrade angefallen. Zusätzlich brachen zu diesem Zeitpunkt die Einnahmen aus der Gewerbesteuer ein. Deshalb lag es für die Verantwortlichen nahe, Alternativen auszuloten. Die positiven Erfahrungen mit OpenSource-Software in der Vergangenheit ermutigte die Verwaltung, diese Technik auch bei der Ausstattung der zukünftigen Arbeitsplätze einzusetzen.</p>
<p><strong>2. München hat nun entschieden, Ihrem LiMux Projekt den Rücken zu zukehren. Können Sie diese Entscheidung nachvollziehen?</strong></p>
<p>Für uns, als Außenstehende, stellt sich die Entscheidung auf den ersten Blick als politisches Statement dar. Ob und wie das konkret umgesetzt wird, können wir nicht beurteilen.</p>
<p><strong>3.</strong> <strong>Welche Vorteil sehen Sie bei der Nutzung von Open-Source-Programmen?</strong></p>
<p>Einer der größten Vorteile ist, dass wir jederzeit nachvollziehen können welches Programm was mit welchen Daten macht. Offene Desktops sind flexibel einsetzbar und lassen sich an eigene Bedürfnisse anpassen. Wir denken, dass offene Formate und Standards die einzige Chance sind, wie Informationen für die Zukunft erhalten werden.</p>
<p><strong>4. Bemerken Sie auch Nachteile?                                                                                       </strong></p>
<p>Als Nachteil haben wir bisher eher „psychologische“ erkannt. Wir, d.h. die Beschäftigten der Stadtverwaltung, werden von Externen als „Außenseiter“ und „Exoten“ gesehen. Das stößt manchen Personen auf.</p>
<p><strong>5. Welches Einsparpotential ergibt sich bei den Lizenzen, wo fallen welche zusätzlichen Kosten an?</strong></p>
<p>Letztendlich fallen keine Lizenzgebühren für Betriebssystem und Office-Paket an. Wegen der Vielzahl unterschiedlicher Lizenzmodelle des Herstellers ist es schwierig konkrete Zahlen zu nennen. Es gibt unseres Wissens keine Übersicht des Herstellers, die konkrete Aussagen dazu unterstützt. Lizenzgebühren, die auf den Einsatz von offener Software zurückzuführen sind, gibt es nicht.</p>
<p><strong>6. Gibt es Anwendungen, die nur microsoftbasiert funktionieren und wie lösen Sie das?</strong></p>
<p>Ja, einige Fachanwendungen sind so „unglücklich“ programmiert, dass sie nur auf proprietärer Software laufen. Wir lassen einen großen Teil der Fachsoftware in kommunalen Rechenzentren betreiben. Diese stellen uns die Software dann (remote) so zur Verfügung, dass wir sie von unseren offenen Desktops nutzen können.</p>
<p><strong>7. LiMux wurde dafür entwickelt, der Verwaltung München eine optimale Software-Nutzung zu ermöglichen. Arbeitet Schwäbisch Hall auch mit einer solchen „Individualisierung“ von Linux?<br />
</strong><br />
Eher nicht; wir setzten und setzen nur minimal modifizierte Distributionen ein. Wir modifizieren die Desktops nur deshalb ein wenig, damit unsere Anwenderinnen und Anwender eine einigermaßen gewohnte Umgebung mir ihren jeweiligen Fachanwendungen und Ablagen vorfinden.</p>
<p><strong>8. Wie aufwändig war der Umstieg auf Linux und wie aufwändig wäre jetzt ein Umstieg auf Microsoft?<br />
</strong></p>
<p>Der Umstieg müsste „by the way“, also im Rahmen des laufenden Betriebes erfolgen. Es durfte weder zusätzliches Budget noch Personal eingesetzt werden. Ich gehe davon aus, dass für den Rückschritt zu proprietärer Software Ähnliches gilt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Im Gegensatz zu Schwäbisch Hall scheint das Linux Projekt in München schon vor dem offiziellen Vorschlag des Ausstiegs gescheitert. Ob und inwiefern LiMux alleiniger Grund dafür ist, bleibt fraglich. Bis 2020 wird der Umstieg auf Microsoft vollzogen sein, wie genau er aussehen wird, werden CSU und SPD zeitnah dem Stadtrat vorlegen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/de/pinguin-linux-schlafen-tier-159784/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">penguin by OpenClipart-Vectors</a> via pixabay, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Open Source Software in Stadtverwaltungen &#8211; zum Scheitern verdammt?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/open-source-software-in-stadtverwaltungen-zum-scheitern-verdammt-141837/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Sep 2014 13:24:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Kostengünstig, unabhängig und politisch korrekt – Mitte der 2000er Jahre galt Open Source Software als ausgezeichnete Möglichkeit für den öffentlichen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Open-Source.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-141844" alt="Open Source" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Open-Source.jpg" width="640" height="280" /></a>Kostengünstig, unabhängig und politisch korrekt – Mitte der 2000er Jahre galt Open Source Software als ausgezeichnete Möglichkeit für den öffentlichen Sektor, sich unabhängig von amerikanischen Großkonzernen zu machen. Die erste Euphorie ist längst verflogen. Aktuell geht das Gerücht um, München wolle wieder zurück zu Microsoft wechseln. Das einstige Vorzeigeprojekt und die einzige deutsche Großstadt, die Linux als Betriebssystem für ihre gesamte Verwaltung nutzte. Grund genug, mal einen genaueren Blick in die Mühlen der deutschen Bürokratie zu werfen.<br />
Es hätte alles so schön sein können. Nach mehrfachen Verzögerungen, unzähligen kritischen Stimmen und einer zehnjährigen Migrationsphase erklärte Münchens Zweite Bürgermeisterin Christine Strobl Ende 2013 die Umstellung von 15.000 PC-Arbeitsplätzen in der Münchner Verwaltung auf Linux für <a href="http://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Direktorium/LiMux.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erfolgreich abgeschlossen</a> und verkündete, das Arbeiten mit Open Source Software (OSS) sei „für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung längst zur täglichen Routine geworden“. Ein Erfolg mit Signalwirkung, könnte man meinen, schließlich hatte der Fakt, dass die drittgrößte Stadt Deutschlands auf Open Source Software setzt, bis in die <a href="http://www.govtech.com/pcio/5-Factors-for-Open-Source-Success-021111.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">USA Schlagzeilen</a> gemacht. Doch die Freude währte nur kurz, denn schon acht Monate später gibt es nun erneut Streit um das Vorzeigeprojekt. Während der Stadtrat das „LiMux“-Projekt &#8211; ein Kunstwort aus Linux mit M für München – im Juli noch <a href="http://www.heise.de/open/meldung/Linux-in-Muenchen-Stadtrat-verteidigt-LiMux-gegen-Buergermeister-2262506.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gegen „sachfremde Einzelmeinungen“ verteidigt </a>hatte, bestätigte der neue Zweite Bürgermeister der Stadt Josef Schmidt der <a href="http://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchner-stadtverwaltung-von-microsoft-zu-linux-und-zurueck-1.2090611" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Süddeutschen Zeitung</a> nun die Einsetzung einer Expertengruppe, die die Rückkehr zu Microsoft prüfen solle. Es scheint also wieder alles offen zu sein, und das ausgerechnet in München, das für sein Nein zu proprietärer Software weltweit als Vorbild gelobt und als Vorreiter gepriesen worden war.</p>
<h3>Die Liste der Vorteile ist lang</h3>
<p>Doch warum setzt sich Open Source Software in Stadtverwaltungen nicht durch? Es scheinen doch so viele gute Gründe dafür zu sprechen. Da ist zunächst die Kostenfrage: Während die Lizenzgebühren für kommerzielle Software in städtischen Verwaltungen schnell mehrere Millionen erreichen, ist OSS kostenlos verfügbar. Viel schwerer als der Kostenaspekt wiegen für Verwaltungen aber häufig die strategischen Vorteile. Die Nutzung von OSS reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Unternehmen und ermöglicht langfristige Planungssicherheit. Im Normalfall sind Stadtverwaltungen gezwungen, jedes Mal neue Software anzuschaffen, wenn die Hersteller alle paar Jahre neue Versionen einführen und den Support für die bisher genutzten einstellen.<br />
Open Source Software und freie Betriebssysteme wie Linux haben hingegen deutlich längere Laufzeiten. Sobald die Mitarbeiter einmal mit den neuen Programmen umzugehen wissen, entfällt der immer wiederkehrende Schulungsbedarf, den die Installation neuer Betriebssysteme verursacht. Unabhängigkeit von Großkonzernen bedeutet auch, dass ein Wettbewerb zwischen verschiedenen Softwarelösungen möglich wird. In der aktuellen Praxis wird die Auswahl der Software-Werkzeuge, die Verwaltungen nutzen, meist von Microsoft vorbestimmt, denn Microsoft ist das Unternehmen, dessen Produkte die meisten deutschen Städte verwenden. Außerdem erlauben offene Standards es den IT-Abteilungen von Behörden, die Software eigens an die Bedürfnisse der jeweiligen Stadt anzupassen, bei Bedarf Erweiterungen vorzunehmen und Fehler selbst zu finden und zu beheben.<br />
Und nicht zu vergessen: die Datensicherheit. Schon seit Langem wurde vermutet, dass große amerikanische Softwarekonzerne Hintertüren in ihre Betriebssysteme einbauen, die den Geheimdiensten das Spionieren erleichtern. Seit den Enthüllungen von Edward Snowden ist nun bekannt, dass Microsoft und andere Großkonzerne eng mit der NSA kooperieren und Informationen aus Cloud und Webmail weitergegeben haben. Das wirft die Frage auf, ob sensible Persönlichkeitsdaten von Bürgern sowie interne Verwaltungskommunikation tatsächlich auf Windows-betriebenen Computern und Servern am besten aufgehoben sind.</p>
<h3>In der Praxis hakt es oft</h3>
<p>Es gibt also einige gute Argumente, die für die Nutzung offener Software in Stadtverwaltungen sprechen. Und dennoch finden sich in Deutschland nur wenige Kommunen, die sich nachhaltig von dem Microsoft-Monopol gelöst haben. Versuche, zu offener Software zu wechseln, gab es einige, doch häufig wurden nach wenigen Jahren wieder kommerzielle Lösungen angeschafft, wie etwa vor anderthalb Jahren in Freiburg. Die Stadt im Breisgau hatte 2007 eine Strategie offener Standards beschlossen und ODF als Standardformat für Dokumente innerhalb der Verwaltung festgelegt. Im Zuge dieses Strategiebeschlusses wurde OpenOffice als Nachfolger für das bislang verwendete MS-Office 2000 eingeführt. Die offene Software konnte sich in der Praxis jedoch nie nachhaltig durchsetzen. Denn aufgrund von Kompatibilitätsproblemen mit Fachanwendungen und Problemen beim Dokumentenaustausch mit externen Stellen wurden Open Office und MS-Office vielfach parallel betrieben. In einem Gutachten zur Situation in Freiburg wurde schließlich eine Abkehr von Open Office sowie die Anschaffung von Office 2010 empfohlen und im November 2012 mit knapper Mehrheit <a href="http://www.heise.de/open/meldung/Freiburg-wechselt-zurueck-zu-MS-Office-1753751.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">im Stadtrat beschlossen</a>. Damit war die Open Source-Strategie der Stadt gescheitert.<br />
Rüdiger Czieschla, der IT-Leiter der Stadt Freiburg, beschreibt in einem<a href="http://www.opensourcepublicsector.de/?p=46" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Beitrag zum Buch „Open Source im öffentlichen Sektor“</a> ausführlich die Gründe für dieses Scheitern. Man habe sich zu sehr auf die technische Umsetzung der Migration konzentriert und den Schulungsaufwand zunächst unterschätzt. Die unterschätzten Probleme hätten wiederum zu Verärgerung bei den Mitarbeitern und Produktivitätseinbußen geführt. „Technische Schwierigkeiten und Kompatibilitätsprobleme mit Fachanwendungen waren Wasser auf den Mühlen von Skeptikern und Verweigerern“, stellt Czieschla enttäuscht fest. Zudem kritisiert er das „behördliche Beharrungsvermögen“, also den Unwillen im Mitarbeiterstab, sich auf Neues einzustellen sowie eine „kritikfixierte Haltung“ in der Führungsebene.<br />
Auch der Freiburger Stadtrat <a href="http://timothy.simms.de/2012/11/30/leider-freiburg-erst-mal-ohne-libreoffice/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Timothy Simms</a> konstatierte einen mangelnden Rückhalt seitens strategischer Akteure. Open Office sei zu einem Sündenbock für alles geworden, was zwischen Verwaltung und IT falsch lief. Für Simms ist nicht die Open Source Software gescheitert, sondern der Weg der Einführung, den Freiburg gewählt hat.<br />
Von <a href="http://www.freiburg.de/pb/,Lde/417600.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">offizieller Seite</a> wird die Rolle rückwärts mit technischen Problemen, einer geringen Akzeptanz bei den Mitarbeitern und Leistungsschwächen im Vergleich zu Microsoft-Pendants begründet.<br />
Mit diesen Argumenten steht Freiburg nicht alleine, in München gibt es <a href="http://www.heise.de/open/meldung/LiMux-Linux-in-Muenchen-unter-politischem-Beschuss-2260806.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ähnliche Kritikpunkte</a>. Mitarbeiter seien unzufrieden, den OSS-Programmen fehlten gängige Funktionen und die Einrichtung der Smartphones der beiden Bürgermeister der Stadt habe fast vier Wochen gedauert, heißt es aus der Rathausspitze.</p>
<h3>Es gibt Hoffnung</h3>
<p>Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel Treuchtlingen. Die 12.500-Einwohner-Gemeinde in Mittelfranken ist eines der wenigen Positivbeispiele für die umfassende Anwendung von Open Source Software auf Verwaltungsebene. Der Wechsel zu OSS wurde hier jedoch nicht aus ideologischen oder finanziellen Motiven in Angriff genommen, am Anfang standen handfeste IT-Probleme: Bevor Treuchtlingen im Jahr 2002 beschloss, die gesamte Verwaltung auf OSS umzustellen, hatten die Mitarbeiter mit schwerwiegenden Kompatibilitätsproblemen zu kämpfen, die dazu führten, dass sie ihre PCs herunter- und mit einer anderen Windows-Version wieder hochfahren mussten, um zwischen verschiedenen Anwendungen zu wechseln. Zur Beseitigung dieser Missstände wurde die Hardwarestruktur der Verwaltung neu aufgestellt, für OSS entschied man sich aufgrund der langen Laufzeiten.<br />
Doch obwohl die Zufriedenheit der Mitarbeiter mit der Open Source-Lösung durch eine Umfrage belegt ist, wird die Nutzung von OSS intern und extern immer wieder in Frage gestellt, erzählt der Treuchtlinger Systemadministrator Heinz-M. Graesing. Ein immer wiederkehrender Vorwurf in der Öffentlichkeit laute, es würden durch die interne Weiterentwicklung und Anpassung der Open Source-Programme Steuergelder verschwendet und man nehme der freien Wirtschaft Aufträge weg, berichtet Graesing. In kommunalen Führungsebenen tendiere man häufig dazu, lieber fertige Produkte zu kaufen, statt selbst Lösungen zu entwickeln. Die zu erwartenden Kosten für eine Rückmigration zu kommerzieller Software hätten derartige Pläne in Treuchtlingen bisher jedoch immer gestoppt. Und so tüftelt das Treuchtlinger IT-Team weiter daran, den Einsatz von OSS zu verfeinern. Mit Erfolg. Die Gemeinde betreibt einen Großteil ihrer Anwendungen autark und entwickelt mit internem Know-How Fachanwendungen für den Eigenbedarf.<br />
So begeistert Graesing von den Möglichkeiten von OSS ist, so ist er sich aber auch im Klaren darüber, dass Treuchtlingens Erfolgsgeschichte ein Sonderfall ist, der sich heute, mehr als zehn Jahre nach der Einführung, nicht einfach auf andere Städte übertragen lasse. In Treuchtlingen habe der Umstieg auf OSS eine so massive Verbesserung der bisherigen Arbeitsqualität bedeutet, dass die Mitarbeiter die Veränderung bereitwillig angenommen hätten, erzählt Graesing. Inzwischen hätten aber auch kommerzielle Anbieter ihre Produkte verbessert und ein Systemwechsel sei heute viel schwieriger durchzusetzen.</p>
<h3>Dogmatik hilft nicht weiter</h3>
<p>Die Beispiele aus der Praxis zeigen: Während in privaten Haushalten oder kleineren Unternehmensstrukturen der Gebrauch von einzelnen Open Source-Anwendungen keine Seltenheit mehr ist, stellt ein Programmwechsel oder gar der Umstieg auf ein anderes Betriebssystem im öffentlichen Sektor eine große Herausforderung dar. Die Mitarbeiter müssen das neue System akzeptieren und sich umgewöhnen. Durch Schulungen und vorzunehmende Anpassungen der Software an die jeweiligen Bedürfnisse entsteht in den IT-Abteilungen zunächst ein höheres Arbeitsaufkommen.<br />
Zudem gilt es, politischen Rückhalt zu sichern, denn in städtischen Führungsriegen bestehen häufig Zweifel über die technische Ausgereiftheit alternativer Betriebssysteme. Außerdem müssen für Probleme mit Fachanwendungen, die nur für proprietäre Software ausgelegt sind, kreative Lösungen gefunden werden. Nicht zuletzt betreiben große Technologiekonzerne massive Lobbyarbeit gegen den Einsatz von Open Source Software in Verwaltungen. Im Fall von München verbreitete Microsoft beispielsweise eine Studie, die unter Verwendung strittiger Annahmen immense Mehrkosten der Linux-Migration im Vergleich zu einer Umstellung auf Windows XP <a href="http://www.heise.de/open/meldung/Microsoft-veroeffentlicht-Studie-zur-Linux-Migration-in-Muenchen-teilweise-1792252.html">errechnete</a>.Und wie es der Zufall will, hat der jetzige Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter in seiner vorherigen Position als Wirtschaftsreferent entscheidend daran mitgewirkt, dass <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-11/reiter-muenchen-spd/komplettansicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Microsoft seinen Deutschlandsitz in die Münchner Innenstadt verlagert.</a><br />
Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass hehre Ideale allein im bürokratischen Arbeitsalltag keine Veränderung bewirken. Auch wenn die Nutzung von Linux und Open Source Software in politischen Debatten gern als Akt der Befreiung aus dem festen Griff eines Monopolisten verkauft wird, muss OSS sich der Realität der Märkte stellen und sich im Hinblick auf Funktion und Kosten bewähren. Systemwechsel aus rein ideologischen Motiven können sonst früher oder später nur allzu leicht am „behördlichen Beharrungsvermögen“ scheitern.<br />
Auch der Treuchtlinger Systemadministrator Graesing hält nichts von ideologischen Grabenkämpfen zwischen proprietärer und offener Software und setzt, ganz IT-Fachmann, auf Pragmatik. Sein Rat: „Man darf nicht den Fehler machen, das gesamte System auf einmal umzustellen, vor allem wenn es davor gut funktioniert hat. Dann wird die Umstellung nicht angenommen. Stattdessen muss man schauen, in welchen Bereichen sich welche Lösungen anbieten, wo OSS konkret etwas verbessern kann, und dann muss man sicherstellen, dass das neue System tatsächlich besser funktioniert als das alte.“<br />
&nbsp;<br />
Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/opensourceway/6554314981" target="_blank" rel="noopener noreferrer">opensource.com</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a><br />
&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Am Anfang war &#8230; die Befehlszeile</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/am_anfang_war_die_befehlszeile-39/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:42:20 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA["Am Anfang ... war die Befehlszeile" </strong><strong>Was steckt hinter der blinkenden &#8222;Icon-Welt&#8220; des Desktops?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Am Anfang &#8230; war die Befehlszeile&#8221; <strong>Was steckt hinter der blinkenden „Icon-Welt“ des Desktops? Neal Stephenson zeigt in seinem neuen Buch &#8220;Die Diktatur des schönen Scheins&#8221;, dass grafische Nutzeroberflächen von Windows und Konsorten den PC-User entmündigen.</strong>Neal Stephenson ist Kult – vor allem in der Hacker- und Science-Fiction-Szene. Seine Romane <a href="http://www.cryptonomicon.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cryptonomicon</a> und <a href="http://project.cyberpunk.ru/idb/snowcrash.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Snowcrash</a>, allen voran jedoch <a href="http://www.thenetnet.com/readme/diamond.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Diamond Age</a> entwerfen komplexe Zukunftsszenarien gepaart mit visionärer Technik eines fortgeschrittenene Nano-Zeitalters. Seine Welt zerfällt in eine Vielzahl gesellschaftlicher Ordnungssysteme, organisiert in Kleinststaaten, autonome Zonen und Interessensverbünden ohne jedewede territoriale Integrität.<br />
<strong>System der Betriebe</strong><br />
In seinem jüngsten, im September 2002 auf deutsch erschienenen, Werk geht es ebenfalls um die Verknüpfung technischer Fragen mit Ordnungssystemen. Allerdings nicht im Sinne einer Romanhandlung in einer technisch hoch entwickelten Zukunft, sondern um Vergangenheit und Gegenwart der vier konkurrierenden Betriebssysteme MacOS, Windows, BeOS und Linux. Nun wäre Stephenson nicht er selbst, würde er sich mit den technischen Aspekten der Fragestellung begnügen. Sein Ansatz sind die ideologischen Hintergründe, die gesellschaftlichen Mechanismen und die hinter der bunten Oberfläche der Betriebsysteme verborgenen Markt- bzw. Vertriebsstrategien der Konzerne.<br />
<strong>Mündige User braucht das Land</strong><br />
Stephenson nimmt den Leser und Nutzer handelsüblicher Betriebssysteme an die Hand und führt ihn hinter die Kulissen des Systems. Mit Intelligenz, vergnüglichem Charme und provokanter Direktheit geht die Reise durch das Disneyland Microsoft, die Jurten und Tipis altruistischer Linux-Freaks, vorbei am Händler für BeOS (das Batmobil unter den Betriebssystemen) bis zu hochglänzend designtem MacO(neway)S. Stephensons Anliegen, auf knapp 200 Seiten delikat und höchst genüsslich serviert, liest sich als Plädoyer zugunsten des Ideals vom mündigen Menschen&#8230; mindestens jedoch seines kleinen, rechten Fingers, der dazu erfunden wurde, die Return-Taste einer Tastatur anzuschlagen. Was, fragt der Autor, steckt wirklich hinter den bunten Desktop-Icons?<br />
Stephensons Essay beschreibt, wie grafische Benutzeroberflächen in die Grundkonstanten unserer Logik und ihrer metaphorischen Systeme eingreifen: ein Wort wird zur Möglichkeit, ein Dokument zur Version, die Sicherung zur Vernichtung. Realität wird ersetzt durch die perfekte Illusion – die, bis zum Snowcrash, mit all ihren farbenfrohen Icons, Sanduhren und schwungvollen Mausanzeigern den entmündigten Nutzer davor bewahrt, wirklich zu verstehen, was hinter den Kulissen vor sich geht. Wer’s nicht schon immer gewusst hat, sei hiermit ermutigt, ein Stück weit einzutauchen in die &#8220;Diktatur des schönen Scheins&#8221;.</p>
<table width="204" border="0" cellspacing="0" cellpadding="6" align="left">
<tbody>
<tr>
<td valign="top" bgcolor="#FFCC00" width="189"><strong>Buch-Info:</strong><br />
Stephenson, Neil: Die Diktatur des schönen Scheins, Goldmann Verlag, München 2002.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;<br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Open Source Nation Brasilien</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaft-mrichter_fossnationbrasil061019-shtml-2902/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[mrichter]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Oct 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[IT-Infrastruktur]]></category>
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		<category><![CDATA[Copyright]]></category>
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					<description><![CDATA[Dieser Text steht unter CreativeCommons-
                              Lizenz und darf unter Namensnennung der Autorin zu nichtkommerzieller Nutzung unter gleichen Bedingungen weitergegeben werden. Die Autorin des im Januar verfassten Textes, Meike Richter, hat ihre Magisterarbeit zum Thema auf ihrer Website fair-code.net 
                              veröffentlicht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Text steht unter CreativeCommons-<br />
                              <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lizenz</a> und darf unter Namensnennung der Autorin zu nichtkommerzieller Nutzung unter gleichen Bedingungen weitergegeben werden. Die Autorin des im Januar verfassten Textes, Meike Richter, hat ihre Magisterarbeit zum Thema auf ihrer Website fair-code.net<br />
                              <a href="http://www.fair-code.net/faircodeblog/index.php?op=ViewArticle&amp;articleId=19&amp;blogId=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">veröffentlicht</a>.<!--break--></p>
<p>
                              <strong>(Artikel, 19. Oktober 2006) Brasilien geht pro Linux und macht sich für eine Neuregelung geistiger Eigentumsrechte stark. Die Südamerikaner führen eine Reihe von Entwicklungs- und Schwellenländern an, die sich auf diesem Wege aus wirtschaftlicher Abhängigkeit befreien wollen.</strong>
                            </p>
<p>Seit einigen Jahren verfolgt Brasilien eine ganz eigene Entwicklungspolitik. Das südamerikanische Land kehrt Bill Gates&#8217; Imperium den Rücken und fördert den Einsatz und die Entwicklung von<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/FOSS" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Freier/ Open Source Software</a> (FOSS). Begonnen hat die pro-Linux-Politik auf kommunaler und Bundesebene, seit dem Wahlsieg der<br />
                            <a href="http://www.ptb.org.br/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arbeiterpartei</a> unter Präsident Luiz Inácio Lula da Silva gehört die Förderung von offenem Code zum Regierungsprogramm. Die Brasilianer haben erklärt, 80% der neu anzuschaffenden Computer mit Open Source Software auszustatten. Auch die existierende öffentliche IT-Infrastruktur migriert auf FOSS, und staatlich geförderte Software soll unter freien Lizenzen veröffentlicht werden. Außerdem ist freie Software Bestandteil nationaler Programme zur Überbrückung des Digital Divide, denn ein Großteil der Brasilianer hat<br />
                            <a href="http://www.heise.de/ct/04/02/044/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">keinen Zugang</a> zu Informations- und Kommunikationstechnologien (ICTs) wie dem Internet. Mit der Überwindung des digitalen Grabens ist der Anspruch verbunden, gleichzeitig wirtschaftliche, politische und soziale Entwicklung zu fördern. Diese Hoffnung speist sich aus dem Umstand, dass Zugang zu Information und Wissen, seine Schaffung und Verbreitung, ein zentraler Machtfaktor in einer globalisierten, vernetzten Welt ist.</p>
<p>Und hier nun kommt Software ins Spiel – fungiert sie doch als Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Die weiche Ware besteht nicht nur aus Information, sondern ist gleichsam der Zentralschlüssel zu digitalen Datenräumen und Wissen aller Art. Eines der Hauptargumente der Brasilianer für Linux lautet, dass es ökonomisch sinnvoller ist, Staatsgelder für die Ausbildung lokaler Arbeitskräfte auszugeben, als die finanziellen Ressourcen ins Ausland zu transferieren, um dort Software-Lizenzen einzukaufen. Denn anders als bei proprietärer Software, beispielsweise dem Betriebssystem Windows von Microsoft, fußt das ökonomische Wertschöpfungsmodell nicht auf Erhebung von Lizenzgebühren. Stattdessen bringen Serviceleistungen um die Software herum Gelder ein. Freie Software ist längst kein Spielzeug für Technik-begeisterte Bastler mehr. Konzerne wie IBM oder Novell Suse und eine Vielzahl kleiner und mittlerer Unternehmen erwirtschaften mit diesem speziellen Code Profit. Der<br />
                            <a href="http://www.mozilla.com/firefox/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Firefox-Browser</a>, Linux-basierte Betriebssysteme wie Debian oder das Office-Paket<br />
                            <a href="http://www.openoffice.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OpenOffice</a> zählen zu den bekanntesten Anwendungen. Brasilien hat eine sehr aktive FOSS-Szene. Die weltweit ersten mit Open Source betriebenen Bankautomaten haben die Südamerikaner entwickelt.</p>
<p>Freie Software hat, geschützt durch spezielle Lizenzen, eine ganz eigene Kultur und Ökonomie, die sich aus ihren vier Haupt-Merkmalen ergibt: die Software darf ohne jede Einschränkung benutzt werden, der Quellcode ist verfügbar, er darf verändert und es darf aus ihm gelernt werden, die Software darf ohne Einschränkungen und ohne Zahlungsverpflichtungen kopiert und weitergegeben werden, die Software darf verändert und in veränderter Form weitergegeben werden.<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Quellcode" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Quellcode</a> ist die „DNA“ des Programmcodes, bestehend aus Textbefehlen, geschrieben in einer höheren Programmiersprache. Entwicklung und Anpassung von Software ist nur in dieser Rohform möglich. Open Source Software entsteht innerhalb offener Netzwerk-Strukturen, in denen Informatik-Studenten, Hobby-Programmierer und IT-Profis über Ländergrenzen hinweg miteinander kooperieren.</p>
<p>Weil bei FOSS der Bauplan frei zugänglich ist, schätzen die Südamerikaner diese Art Code. Marcel Tosatti, Brasilianer und ehemaliger Hüter des Linux-<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kernel" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kernel</a>, drückt es so aus: „Die Technologie und die Lizenz gibt den Ländern der Dritten Welt die Chance, nicht mehr Sklaven irgendeiner Technologie zu sein. So kann jedes Land eigene Technologien entwickeln.“ Nicht zuletzt weil proprietäre Software die Anpassung an lokale sprachliche Bedürfnisse oft unmöglich macht, empfinden ärmere Länder ihre Benutzung als eine Art „elektronische Kolonisierung“. Eine generelle Unzufriedenheit mit Preisstruktur, Lizenzmodellen und Service des global mächtigsten proprietären Software-Produzenten – Microsoft – spielt eine zentrale Rolle. Tatsächlich handelt sich der Konzern immer wieder Klagen wegen wettbewerbswidriger<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Microsoft#Die_Antitrust-Klage_und_die_drohende_Spaltung_der_Firma" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Praktiken</a> ein. Auch die entwickelte Welt stört sich zunehmend an der Monopolstellung Microsofts und findet in freier Software eine willkommene Alternative. Die Stadt<br />
                            <a href="http://www.muenchen.de/Rathaus/referate/dir/limux/89256/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">München</a> beispielsweise ist dabei, ihre gesamte Verwaltung auf FOSS zu migrieren.</p>
<p>Brasiliens pro-Linux Politik ist eng verknüpft mit den Auseinandersetzungen um geistige Eigentumsrechte. Entwicklungs- und Schwellenländer erklären seit Jahren, dass die existierenden Copyright-und Patentsysteme nicht zu ihrem Vorteil arbeiten, sondern die Interessen entwickelter Länder beziehungsweise der dort ansässigen Unternehmen reflektieren. Die ursprüngliche Idee hinter geistigem Eigentum ist einleuchtend: Erfinder und Kreative bekommen ein zeitlich befristetes Monopol auf ihre Erzeugnisse und können wegen Ausschaltung des Wettbewerbs hohe Preise verlangen. Obwohl die Ideen temporär nicht von anderen genutzt und weiterentwickelt werden dürfen und Folge-Innovationen sich somit verzögern, rechnet sich das Konzept. Denn der Staat schafft auf diesem Wege Anreize für Innovation. Kritiker sagen, dass die kontinuierliche Ausweitung geistiger Eigentumsrechte, etwa auf mathematische Algorithmen, Gene oder Pflanzen, das System pervertiert und Innovation verhindert. Nicht mehr die besten Ideen, sondern die teuersten Anwälte setzten sich durch. Im Falle von armen Ländern tritt das Problem verschärft zutage. Sie verfügen kaum über Patente und Copyrights und die Möglichkeiten,<br />
                            <a href="http://www.dailytimes.com.pk/default.asp?page=story_16-8-2005_pg5_12" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sie</a> durchzusetzen. Bei der World Intellectual Property Organisation (WIPO) führt Brasilien eine Reihe von Entwicklungs- und Schwellenländern an, die sich für eine Neubewertung geistiger<br />
                            <a href="http://www.irights.info/index.php?id=381" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eigentumsrechte</a> einsetzen. Die WIPO ist eine UN-Agentur, die Markenrechte, Patent- und Copyrightsysteme global verbindlich festlegt. Es ist kein Zufall, dass gerade die Brasilianer auf neue Konzepte betreffend geistiges Eigentum setzen. In den 1990ern waren sie die ersten, die ernsthaft gedroht haben, im öffentlichen Interesse Patente auf überteuerte AIDS-Medikamente zu verletzen. Und zwar unter einer konservativen Regierung.</p>
<p>Die offene Regelung geistiger Eigentumsrechte bei freien Software-Systemen wie Linux soll helfen, technologisch und wirtschaftlich unabhängiger zu werden. Denn bei Software geht es nicht nur um Code, sondern um Rechte, Kontrolle, Sicherheit, Transparenz und Macht. Software ist eher ein Prozess denn ein Produkt – um sie einsatzfähig zu halten, ist kontinuierliche Weiterentwicklung unerlässlich. Während proprietäre Technologien nur denen offen stehen, die sie sich leisten können, erlaubt Freie Software Zugang zu Wissen und Informatik der entwickeltesten Länder.</p>
<p>Ob Brasiliens pro-Linux Politik weiter voranschreitet, bleibt indes abzuwarten. Ist sie doch eng verbunden mit dem Schicksal der Arbeiterpartei. Die Förderung Freier Software gewinnt aber auch in anderen Ländern Lateinamerikas an Bedeutung: seit September 2005 ist in Peru Einsatz und Förderung freier Software<br />
                            <a href="http://www.bundestux.de/show/88304.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gesetzlich festgeschrieben</a>.</p>
<p>Man darf die brasilianische Politik nicht als bloßes Armuts-Bekämpfungsprogramm abtun. Dahinter steht die Absicht, kommerziellen und gesellschaftlichen Mehrwert ohne klassischen Schutz geistigen Eigentums zu schaffen, sondern mit neuen Copyright- und Patentmodellen, die an die Bedürfnisse moderner Wissensgesellschaften angepasst sind. Wissen ist ein ganz besonderes Gut: es wächst durch Teilung.</p>
<p>
                              <strong>Dieser Text steht unter CreativeCommons-<br />
                              <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lizenz</a> und darf unter Namensnennung der Autorin zu nichtkommerzieller Nutzung unter gleichen Bedingungen weitergegeben werden. Die Autorin des im Januar verfassten Textes, Meike Richter, hat ihre Magisterarbeit zum Thema auf ihrer Website fair-code.net<br />
                              <a href="http://www.fair-code.net/faircodeblog/index.php?op=ViewArticle&amp;articleId=19&amp;blogId=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">veröffentlicht</a>.</strong><br />
                              
                            </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Linux geht in die Schule</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-open_source-linuxtag2005karlsruhe050630-shtml-2816/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[jsteiner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jun 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>
		<category><![CDATA[Messe]]></category>
		<category><![CDATA[Linux]]></category>
		<category><![CDATA[Freie Software]]></category>
		<category><![CDATA[LinuxTag]]></category>
		<category><![CDATA[Open Source]]></category>
		<category><![CDATA[Karlsruhe]]></category>
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					<description><![CDATA[Am vergangenen Sonnabend, den 25. Juni endete der 
                            LinuxTag im Kongresszentrum Karlsruhe. Die viertägige Fachmesse zog 12.000 Besucher an. Der LinuxTag ist die bedeutenste Fachmesse in Deutschland für 
                            freie Software mit offenem Quellcode.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Am vergangenen Sonnabend, den 25. Juni endete der<br />
                            <a href="http://www.linxtag.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">LinuxTag</a> im Kongresszentrum Karlsruhe. Die viertägige Fachmesse zog 12.000 Besucher an. Der LinuxTag ist die bedeutenste Fachmesse in Deutschland für<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Source" target="_blank" rel="noopener noreferrer">freie Software</a> mit offenem Quellcode.</p>
<p><!--break--></p>
<p>“Wir sind sehr zufrieden mit der Veranstaltung und konnten sowohl die Zahl der Aussteller wie auch der Vortragsangebote steigern”, erklärte Nils Magnus, Vorstand des LinuxTag e. V. Mehr als 160 Aussteller zeigten Lösungen rund um Freie Software. “Unser Angebot ist mittlerweile so groß, dass wir die begonnene Fokussierung auf Schwerpunktthemen auch im kommenden Jahr fortsetzen wollen”, meint Magnus im Hinblick auf die 180 Fachbeiträge.</p>
<p>
                              <strong>Das Lexikon auf dem Desktop</strong>
                            </p>
<p>Der LinuxTag ist keine reine Fachmesse. Entscheidungsträger großer und mittelständischer Unternehmen haben hier die Möglichkeit, den Umstieg der Firma auf andere Betriebssysteme und gemein freie<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Enterprise-Resource-Planning" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ERP-Software</a> zu planen und neue Geschäftskontakte knüpfen. Auf dem LinuxTag sollen auch freie, nichtkommerzielle Projekte gefördert und zusammengeführt werden. So werden in Zukunft das Desktop-Projekt<br />
                            <a href="http://www.kde.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">KDE</a> und die freie Enzyklopädie Wikipedia enger miteinander kooperieren. Beim sogenannten Coding-Marathon konnten Messebesucher durch Lösen kniffliger Programmieraufgaben Preise gewinnen, die von Sponsoren zur Verfügung gestellt wurden.</p>
<p>
                              <strong>Linux geht in die Schule</strong>
                            </p>
<p>Wie Linux effektiv im Bildungswesen eingesetzt werden kann, wurde im Projektfeld „Linux macht Schule“ demonstriert. In diesem Rahmen wurde die „Linux-Musterlösung“ vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein komplettes Software-Paket für Schulen, deren Installation komfortabel ist. Die enthaltenen Programme sind technisch und pädagogisch auf den Schulgebrauch zugeschnitten. Entscheidend für den Umstieg auf Freie Software ist oftmals die prekäre finanzielle Situation vieler Bildungseinrichtungen. Denn durch den Einsatz von Linux &amp; Co. können Lizenzkosten eingespart und Anschaffungskosten reduziert werden, da die Hardwareanforderungen Freier Software im Vergleich zu anderen Systemen eher niedrig sind. Darüber hinaus erlaubt der Einsatz Freier Software einen kreativen und effektiven Einsatz von Computern im Unterricht.</p>
<p>
                              <strong>Lockpicking-Meisterschaft in Linux-Umgebung</strong>
                            </p>
<p>Dass Sicherheit von Linux-Betriebssystemen ist Kennern der IT-Sicherheit schon lange bekannt: Die offenen Quellen lassen im Gegensatz zu properitären Ansätzen die Überprüfung der Sicherheitsfunktionen durch Experten zu. Schwachstellen können so geortet und behoben werden. Das Maß der Sicherheit hängt jedoch auch von der Kompetenz des Systemadministrators ab.<br />
                            <br />Auf dem LinuxTag trat die Linux-Experten gegeneinander an und stellten ihre Fähigkeiten unter Beweis.</p>
<p>
                              <strong>1000 Freikarten für Nachwuchs und Aktive</strong>
                            </p>
<p>In diesem Jahr verlangten die Veranstalter der Messe erstmals Eintritt. Die Karten kosteten zwischen 15 und 35 Euro. Für Schüler, Studierende und Software-Entwickler stand ein Kontingent von 1000 Freikarten zur Verfügung.<br />
                            </p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Linux-Tage fördern Medienkompetenz</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzkulturchemnitzerlinuxtagejsteiner-shtml-2818/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Mar 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>
		<category><![CDATA[Messe]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Linux]]></category>
		<category><![CDATA[Open-Source]]></category>
		<category><![CDATA[Chemnitz]]></category>
		<category><![CDATA[Linux-Tage]]></category>
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					<description><![CDATA[Software mit offenem Quellcode und Betriebssysteme wie GNU Linux sind in aller Munde. Am 05. und 06. März 2005 finden die Chemnitzer Linuxtage statt. In Seminaren, Workshops und Vortragsreihen soll an der Technischen Universität Chemnitz besonders jungen Menschen das Thema Open Source näher gebracht und Medienkompetenz gefördert werden. Das jährliche Event wird vom Individual Network Chemnitz veranstaltet. In diesem Jahr rechnen die Organistaren mit 2500 bis 3000 Gästen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Software mit offenem Quellcode und Betriebssysteme wie GNU Linux sind in aller Munde. Am 05. und 06. März 2005 finden die Chemnitzer Linuxtage statt. In Seminaren, Workshops und Vortragsreihen soll an der Technischen Universität Chemnitz besonders jungen Menschen das Thema Open Source näher gebracht und Medienkompetenz gefördert werden. Das jährliche Event wird vom Individual Network Chemnitz veranstaltet. In diesem Jahr rechnen die Organistaren mit 2500 bis 3000 Gästen.</p>
<p><!--break--></p>
<p>
                            <strong>Ohne Open Source kein Internet</strong>
                          </p>
<p>Ohne Software mit offenem Quelltext wäre das Internet undenkbar. Linux ist ein Kind dieses Mediums. Viele Projekte, die heute publikumswirksam eingesetzt werden, sind durch freie Implementierung für alle verfügbar geworden. Wikis, Weblogs und offene Nachrichtennetzwerke basieren auf Open Source Anwendungen.</p>
<p>
                            <strong>Bildungsveranstaltung rund um Linux</strong>
                          </p>
<p>
                          <img decoding="async" height="142" hspace="10" src="images/chemnitzer_linuxtage.jpg" width="200" align="left" alt="" />Schon seit langer Zeit setzt man im Rechenzentrum der TU in Chemnitz auf<br />
                          <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Linux-Einsatzbereiche" target="_blank" rel="noopener noreferrer">GNU Linux</a>. Auch die<br />
                          <a href="http://www.clug.in-chemnitz.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Linux-Usergroup</a> der Stadt wurde immer stärker mit Fragen rund um das offene Betriebssystem konfrontiert.<br />
                          <br />„Als Konsequenz wurde der erste Linux-Tag, damals noch ohne Plural-E, veranstaltet. Die Linux-Tage sind nicht zuletzt durch die Workshops und Vorträge eine Bildungsveranstaltung rund um Linux. Es ging um die Vermittlung eines freien Betriebssystems, dass die Leute offensichtlich &#8211; aus verschiedenstend Gründen – wollten. Wir helfen ihnen dabei &#8211; Jahr für Jahr.“, sagt Daniel Molkentin vom Orga-Team der<br />
                          <a href="http://www.clug.in-chemnitz.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chemnitzer Linux-Tage</a>. Seiner Ansicht nach entstehen durch Linux und OpenSource Werkzeuge für mündige Bürgerinnen und Bürger.</p>
<p>
                            <strong>Seminare als Livestream</strong>
                          </p>
<p>Alle Vorträge werden in Zusammenarbeit mit dem Chemnitzer<br />
                          <a href="http://www.radio-unicc.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studierenden-Radio Unicc</a> als Live-Stream im offenen<br />
                          <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ogg_Vorbis" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OGG-Vorbis</a> und MP3-Format übertragen. Die Spannweite der Themen reicht von Freier Software an Schulen über Online-Pagern Voice over IP, Wissensmanagement und eGovernment mit Linux. Auch die freie Enzyklopädie<br />
                          <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wissensgesellschaft/WikipediaJS.shtml" target="_parent" rel="noopener noreferrer">Wikipedia</a> wird im Rahmen der Messe vorgestellt.<br />
                          <br />„Die Linux-Tage sind jedes Jahr gewachsen. Das<br />
                          <a href="http://chemnitzer.linux-tage.de/2005/info/programm.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rahmenprogramm</a> wurde breiter, die Anzahl der Vorträge und Workshops erhöhten sich. Auch dieses Mal erreicht die Veranstaltung mit über<br />
                          <a href="http://chemnitzer.linux-tage.de/2005/vortraege/vortraege.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">80 Vorträgen</a> in zwei Tagen einen neuen Rekord. Nach den Erfahrungen vom letzten Jahr werden wir dieses Mal einen unserer größten Räume für die Vorträge reservieren, bei denen sich ein überdurchschnittlicher Zulauf abzeichnet.“, ergänzt Daniel Molkentin. Einige Vorträge sind bereits ausgebucht.</p>
<p>
                            <strong>Einsteiger und Profis zusammenbringen</strong>
                          </p>
<p>Neben den Vorträgen wird es eine Ausstellung mit dem Titel<br />
                          <a href="http://chemnitzer.linux-tage.de/2005/live/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Linux-Live</a> geben. Dort können Mitglieder der Community und Firmen ihre Podukte selbst vorstellen. Die Messe richtet sich nicht nur an ein Fachpublikum. Zu den Ausstellern gehören auch<br />
                          <a href="http://chemnitzer.linux-tage.de/2005/live/detail.html?idx=140" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Open Office</a>,<br />
                          <a href="http://chemnitzer.linux-tage.de/2005/live/detail.html?idx=49" target="_blank" rel="noopener noreferrer">KDE</a> und<br />
                          <a href="http://chemnitzer.linux-tage.de/2005/live/detail.html?idx=31" target="_blank" rel="noopener noreferrer">GIMP</a>.<br />
                          <br />„Willkommen sind alle die einen Computer besitzen oder sich einen anschaffen wollen. Obwohl die Linux-Tage zunehmend aus Experten aus ganz Europa Zulauf bekommen, richtet sich unsere Veranstaltung nicht zuletzt an User, die sich informieren oder auf den neusten Stand bringen wollen.“ betont Daniel Molkentin.</p>
<p>
                            <strong>Linux-Chillout statt Vorlesung</strong>
                          </p>
<p>
                          <img decoding="async" height="256" hspace="10" src="images/tux_211x256.jpg" width="211" align="left" alt="" />Mit Einbruch der Dunkelheit startet die Linux-Nacht. „In diesem Jahr versuchen wir zum ersten Mal, die Nacht zwischen den beiden Veranstaltungstagen zu überbrücken. Sie bietet die Gelegenheit, sich mit anderen Veranstaltungsteilnehmern in gemütlicher Atmosphäre auszutauschen.“<br />
                          <br />Die Chemnitzer Linux-Tage sollen Einsteiger, Profis und Anwender zusammenbringen. Die Kosten versuchen die Organisatoren mit den Eintritts- und Sponsorengeldern zu decken. Dabei hat Molkentin wenig Gründe, pessimistisch zu sein.</p>
<p>
                            <strong>Kein Grund zum Pessimismus</strong>
                          </p>
<p>„Neben dem umfangreichen Feedback, das uns per E-Mail erreicht und den vielen positiven Kommentaren in Presse und Community-Foren ist der größte Zuspruch für uns natürlich die Masse von Leuten, die sich jedes Jahr ohne unser Zutun bei uns melden, um einen Vortrag anzumelden oder anderweitung zu helfen. Das Leute eine Veranstaltung so sehr mögen, dass sie sie freiwillig mitgestalten wollen, ist denke ich das höchste Lob, das man aus der Community erhalten kann.“<br />
                          </p>
<p>
                            <strong>Links zum Thema</strong>
                          </p>
<ul>
<li>
                              <a href="http://chemnitzer.linux-tage.de/2005/info/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chemnitzer Linux-Tage</a>
                            </li>
<li>
                              <a href="http://www.radio-unicc.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studierenden-Radio Unicc</a>
                            </li>
<li>
                              <a href="https://www.csn.tu-chemnitz.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chemnitzer Studentennetz</a>
                            </li>
<li>
                              <a href="http://www.in-chemnitz.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Individual Network Chemnitz e.V.</a>
                            </li>
<li>
                              <a href="http://www.clug.in-chemnitz.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CLUG Chemnitzer Linux-Usergroup</a>
                            </li>
<li>
                              <a href="http://www.tu-chemnitz.de/urz/forum/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Linux-Nutzerforum des Rechenzentrums der TU-Chemnitz</a>
                            </li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Auf dem Linux-Weg</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-open_source-linux-shtml-2401/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[rfuchs]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Aug 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesministerium des Innern]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Schwäbisch Hall]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt am Main]]></category>
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		<category><![CDATA[München]]></category>
		<category><![CDATA[IBM]]></category>
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		<category><![CDATA[E-Government]]></category>
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					<description><![CDATA[
                    Bundesinnenministerium und IBM bereiten deutsche Behörden auf die Linux-Welt vor. Deutschland solle zur führenden Linux-Nation werden. München macht es vor, wer zieht nach? Freie Software in der Verwaltung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bundesinnenministerium und IBM bereiten deutsche Behörden auf die Linux-Welt vor. Deutschland solle zur führenden Linux-Nation werden. München macht es vor, wer zieht nach? Freie Software in der Verwaltung.<!--break-->
                  </p>
<p>Auf dem LinuxTag, dem größten Branchen-Treffen in Europa, haben das Bundesministerium des Innern und IBM Deutschland nach einjähriger Partnerschaft einen Migrationsleitfaden herausgebracht, der die öffentlichen Verwaltungen des Bundes, der Länder und Gemeinden ins Linux-Zeitalter bringen soll. Das 440 Seiten starke Werk will jene Behörden unterstützen, die ihre Betriebssysteme von der „Monokultur“ Microsoft auf das quelloffene Betriebssystem Linux umstellen wollen.</p>
<p>
                  <strong>Linux-Nation Deutschland</strong><br />
                  <br />Das Vorhaben &#8220;Open-Source-Software für die Verwaltung&#8221; sei sehr gut angelaufen. Ein Jahr nach Abschluss des Kooperationsabkommens zwischen dem Bundesinnenministerium (BMI) und IBM zur Förderung von Open-Source-Software in der Verwaltung hätten bereits über 500 Behörden aus Bund, Ländern und Gemeinden einen Antrag gestellt, dem Rahmenvertrag beizutreten. Diese positive Bilanz zogen Bundesinnenminister Otto Schily anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin Ende Juni 2003 mit dem IBM-Aufsichtsratsvorsitzenden Erwin Staudt.</p>
<p>„Wir sind drauf und dran, Deutschland zur führenden Linux-Nation zu machen“, sagte Erwin Staudt. Und geht es nach dem Willen von Staudt und Innenminister Schily, den Schirmherren des Kooperationsabkommens, sollen die öffentlichen Verwaltungen bei diesem Prozess eine Schlüsselrolle einnehmen. Beide teilen dabei die Überzeugung, dass die „IT Großmacht“ Deutschland weder in der Erstellung von Hardware, noch in der Programmierung von Software eine Chance gegen die internationale Konkurrenz habe. Nur auf dem Gebiet der Anwendung gäbe es großes Potential für Entwicklungen „Made in Germany“. In einem breiten Anwendungsbereich wie den Verwaltungsstrukturen der öffentlichen Hand sollen deshalb wichtige Lernerfolge erzielt werden, um Linux auch für andere Nutzerkreise im Privatbereich attraktiver zu machen.</p>
<p>
                  <strong>Linux-Vorteile</strong><br />
                  <br />Dabei sind die Vorteile, die für eine Migration von Microsoft auf LINUX sprechen, für Schily und Staudt bestechend. Linux habe sich innerhalb weniger Jahre zu einer der vertrauenswürdigsten Open-Source Softwareprodukte entwickelt. Wenn heute sogar die New Yorker Börse auf das nicht patentierte Betriebssystem umsteige, so zeige das nach Schily eindeutig die wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Bedeutung des Projekts. Das Linux die mit Abstand größten Zuwachsraten unter Betriebssystemen weltweit verzeichne, könne diese Aussage noch bekräftigen, meinte Staudt. Darüber hinaus stehen die finanziellen Anreize im Vordergrund: Schily erhofft sich nach einer Umstellung großer Teile der deutschen Verwaltungen ungeahnte Einsparungspotentiale, weil teure Lizenz-Abkommen mit dem bisherigen Monopolisten Microsoft der Vergangenheit angehören würden. Ein übergeordnetes Ziel der Politik sei es dabei, „Monopolstrukturen aufzubrechen“ und Wettbewerb in die Betriebssystem-Landschaft zu bringen. Auf die Frage, ob Microsoft aus den Amtsstuben gänzlich verdrängt werden solle, antwortete Schily aber diplomatisch: „Es geht um die Freiheit des Wählen könnens“.</p>
<p>In jedem Falle aber verbessert Linux die Verhandlungsposition von Bund, Länder und Gemeinden und verleiht mehr Spielraum um den Software-Giganten Microsoft zu finanziellen Zugeständnissen zu bewegen. Erstes Anzeichen der Nervosität von Microsoft war deshalb der Besuch von Microsoft-Chef Steve Ballmer, der kurz vor der Entscheidung in München, mit welchem Betriebssystem die 14 000 kommunalen Computer künftig laufen sollen, versuchte, das Stadtoberhaupt Christian Ude zum Umdenken zu bewegen. Vergeblich, denn medienwirksam wurde die Entscheidung Münchens für Linux zu einer weltweit beachteten Niederlage für Microsoft. Ein weiterer Erfolg für die Linux Befürworter war die Entscheidung der Stadtverwaltung Schwäbisch Hall, sich gänzlich auf Linux im Bereich der Verwaltung zu verlassen. „Die Entscheidung von Schwäbisch Hall, als erste Stadt Europas und im Rahmen dieser Vereinbarung (dem Kooperationsabkommen zwischen BMI und IBM, Anm. der Redaktion) auf eine vollständig Linux-basierte IT-Infrastrukur zu setzen, sowie das ‚Ja’ von München zur freien Software setzen Zeichen, die den Erfolg der Vereinbarung weiter beflügeln“, sagte Staudt.</p>
<p>Doch ist sich „Linux-Land“ Deutschland in keinem Fall einig. Frankfurt am Main verlängerte demonstrativ seinen Rahmenvertrag mit Microsoft, um auch für die nächsten Jahre garantierte Preise und Vergünstigungen vom Software-Giganten zu erhalten. Für Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) stand bei dieser Entscheidung vor allem der Gedanke der Planungssicherheit Pate. Microsoft garantiere Fixpreise pro PC sowie feste Jahresraten und würde so die Verwaltung von Preisschwankungen unabhängiger machen. Ebenso argumentiert auch Microsoft Deutschland, die vor den versteckten Mehrkosten einer Linux gestützten EDV warnen. &#8220;Die Anbieter werden sich das zusätzliche Geschäft nicht entgehen lassen, das sie mit dem Verkauf von Systemen und Services erzielen, die es ihren Kunden ermöglichen, ihr Linux-System in die bestehenden Anwendungen zu integrieren&#8221;, warnt<br />
                  <a href="http://www.microsoft.com/germany/ms/business/retail/linux.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mary Hubley</a>, Analystin bei Gartner.</p>
<p>
                  <strong>Linux Geburtshelfer</strong><br />
                  <br />Gegen diese Bedenken soll der vorgestellte Migrationsleitfaden Geburtshelfer für mehr Open-Source-Software in den Verwaltungen sein, gibt er doch einen detaillierten Überblick, welche verschiedenen Migrationspfade Behörden wählen können, um Windows NT-gestützte Netzwerke reibungslos auf Linux umzustellen. 500 Behörden aus Bund, Länder und Gemeinden haben diesen Schritt bereits angedacht oder verwirklicht und haben einen Antrag auf Beitritt zum Kooperations-Rahmenvertrag gestellt, berichtet das Innenministerium. Das BMI und IBM Deutschland bieten den willigen Behörden dabei besonders gute Umstiegskonditionen beim Bezug von PCs und Servern und gezielte Schulungen des Verwaltungs-Personals durch IBM an. Viel diskutiert wird seit der Münchener Pro-Linux-Entscheidung von Experten eine mögliche Signalwirkung. Denn bereits kurz nach dem Fall München scheint auch Stuttgart als zweite deutsche Großstadt den Linux-Schritt zu wagen. Weitere Nachahmungstäter dürften in Kürze folgen. Das Rennen um die Erneuerung der IT-Infrastruktur der Verwaltungen und für die Einführung von E-Government hat begonnen.</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 21.08.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                    <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Linux in Bayern</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uncategorized/egovernment-weitere-spaeth-shtml-2817/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[opassek]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Jun 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[IT-Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[E-Government]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>
		<category><![CDATA[Microsoft]]></category>
		<category><![CDATA[Linux]]></category>
		<category><![CDATA[Kosten]]></category>
		<category><![CDATA[Freie Software]]></category>
		<category><![CDATA[Geschäftspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Open Source]]></category>
		<category><![CDATA[Ludwig Späth]]></category>
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					<description><![CDATA[politik-digital sprach mit Ludwig Späth, leitender Ministerialrat beim 
                      Bayerischen Obersten Rechnungshof über den Einsatz von Open Source Software in der öffentlichen Verwaltung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>politik-digital sprach mit Ludwig Späth, leitender Ministerialrat beim<br />
                      <a href="http://www.orh.bayern.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bayerischen Obersten Rechnungshof</a> über den Einsatz von Open Source Software in der öffentlichen Verwaltung.<!--break-->
                    </p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Was hat bei Ihnen ganz persönlich das Interesse an Freier Software und Open Source geweckt?</p>
<p>
                    <strong>Ludwig Späth:</strong> Der Hauptgrund war die neue Lizenzpolitik der Firma<br />
                    <a href="http://www.microsoft.com/germany/lizenzierung/default.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Microsoft</a>, die erhebliche finanzielle Auswirkungen für die Informationstechnologie des Freistaats Bayern hat. Außerdem haben unsere Prüfungserfahrungen gezeigt, dass in bestimmten Bereichen, zum Beispiel in der Vermessungsverwaltung oder bei Universitäten, Open-Source-Produkte bereits erfolgreich eingesetzt wurden.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Welche Kostenvorteile und Einsparpotentiale sehen Sie bei der Einführung von Open-Source-Software (OSS) in öffentlichen Verwaltungen gegenüber bestehenden Windows-Infrastrukturen?</p>
<p>
                    <strong>Ludwig Späth:</strong> Ein Kostenvergleich der möglichen Lösungen bei Einführung von Open-Source-Software wie beispielsweise Linux, SuSE eMail und StarOffice oder die<br />
                    <br />Umstellung der bestehenden Infrastruktur auf Windows XP und Exchange 2000 zeigt in unserer Behörde folgendes Bild:</p>
<p>Die Distribution SuSE Linux 8.0 Professional ist für 79,90 Euro beschafft und kann auf beliebig vielen Clients installiert werden. Das Büropaket<br />
                    <br />StarOffice 6.0 wird nach Auskunft der Firma Sun für 300 Clients etwa jeweils 60 Euro kosten, insgesamt also etwa 18 000 Euro. Das Produkt SuSE eMail<br />
                    <br />Server III kostet einmalig etwa 5 000 Euro. Zusammen beträgt der Kaufpreis rund 23 000 Euro.</p>
<p>Microsoft stellt gegenwärtig mit einem &#8220;Enterprise Agreement&#8221; ein neues Lizenzmodell für den Freistaat Bayern vor. Demnach würden pro Microsoft-Client und Jahr Lizenzkosten in Höhe von etwa 208 Euro anfallen. Bei 300 Clients ergibt dies jährlich etwa 62 300 Euro. Hinzu kommen Lizenzkosten für Server-Produkte, insbesondere für den Mail-Server MS-Exchange von rund 2 900 Euro je Standort. Zusammen ergibt dies auf einen Zeitraum von fünf Jahren rund 335 000 Euro. Auch unter Einrechnung von Umstellungs- und Schulungsaufwänden erscheint damit eine Umstellung auf OSS-Produkte wirtschaftlicher zu sein, weil auch eine Migration auf MS-Windows XP einen nicht unerheblichen Umstellungsaufwand erfordert.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Können sie Beispiele aus Bayern nennen?</p>
<p>
                    <strong>Ludwig Späth:</strong> Würde man dieses Ergebnis auf die im Freistaat Bayern Ende 1999 im Verwaltungsbereich eingesetzten rund 70 000 IT-Arbeitsplätze umrechnen, so ergäben sich bei den Lizenzkosten Einsparungen in Höhe von jährlich über 13 Mio Euro, wenn man davon ausgeht, dass für die Lizenz des Büropaketes<br />
                    <br />StarOffice bei der Firma Sun pro Client einmalige Kosten von rund 60 Euro anfallen würden und ein Abschreibungszeitraum von drei Jahren Jahren<br />
                    <br />zugrunde gelegt würde. Die Einsparungen wären noch wesentlich höher, wenn man die Server-Kosten mit einbeziehen und berücksichtigen würde, dass die<br />
                    <br />Zahl der Clients nach den Planungen auf über 110 000 im Verwaltungsbereich anwachsen. Bei einer zusätzlichen Einbeziehung der rd. 130 000 Schul-PCs<br />
                    <br />sowie der PCs im Hochschulbereich würde sich die erwähnten Einsparungen sogar weit mehr als verdoppeln.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Sehen Sie die großen Potentiale von OSS wie Linux eher im Serverbreich oder auch auf dem Desktop?</p>
<p>
                    <strong>Ludwig Späth:</strong> Aufgrund der hohen Installationszahlen sind insbesondere im Client-Bereich große Einsparpotentiale enthalten. Derzeit wird in Pilotprojekten<br />
                    <br />untersucht, inwieweit OSS-Produkte im Client-Bereich eingesetzt werden können.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Stehen die Behörden bei einer großflächigen Einführung von OSS nicht vor massiven Schulungskosten und hohem Zeitaufwand, um Windows-gewöhnte<br />
                    <br />Mitarbeiter umzuschulen?</p>
<p>
                    <strong>Ludwig Späth:</strong> Nicht nur die Einführung von OSS erfordert einen hohen Schulungsaufwand; auch bei einer großflächigen Umstellung auf Windows XP fallen erhebliche<br />
                    <br />Schulungskosten an. Deshalb kommt es darauf an, Versionswechsel nur im notwendigen Umfang durchzuführen. Die neue Lizenzpolitik von Microsoft ist<br />
                    <br />aber eher auf häufige Versionswechsel ausgerichtet. In der Vergangenheit wurden bei den regelmäßigen Versionswechseln von der Firma Microsoft u. a. auch die Dokumentenformate geändert. Wollte die Verwaltung weiterhin am Dokumentenaustausch ohne Probleme teilnehmen, war sie faktisch gezwungen,<br />
                    <br />auf die jeweils aktuellste Version umzustellen. Der Aufwand dafür ist höher als einmalig auf OSS-Produkte umzustellen und diese dann längerfristig zu<br />
                    <br />nutzen. Im übrigen entspricht die Öberfläche von OSS-Produkten weitgehend der Windowsoberfläche.</p>
<p>
                    <br />
                    <strong>politik-digital:</strong> Sind ihnen Kolleginnen oder Kollegen bekannt, die sich ebenfalls intensiv mit dem Einsatz von OSS in der öffentlichen Verwaltung beschäftigen?</p>
<p>
                    <strong>Ludwig Späth:</strong> Wie anfangs bereits erwähnt, befassen sich auch Kollegen in anderen Verwaltungen mit dem Einsatz von OSS. Im Serverbereich ist der Einsatz schon sehr viel weiter verbreitet.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Abschließend: Welche Perspektiven sehen Sie in der Zukunft für den breiten Einsatz von OSS in Behörden und Verwaltungen?</p>
<p>
                    <strong>Ludwig Späth:</strong> Sicher wird OSS die Microsoft-Produkte nicht verdrängen; aber in vielen Bereichen eine ernstzunehmende Alternative darstellen. Knappe Haushaltsmittel, die Forderung nach mehr kontrollierbarer Sicherheit, das Wachstum sicherer, koexistenzfähiger OSS-Anwendungen verschiedenster Hersteller, die<br />
                    <br />Standardisierung offener Datenaustauschformate, wie zum Beispiel XML, werden dazu beitragen, dass OSS zunehmend auch in der öffentlichen Verwaltung<br />
                    <br />eingesetzt werden wird.</p></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Pinguine im Amt &#8211; Sparen mit Linux</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-weitere-messe-shtml-2916/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-weitere-messe-shtml-2916/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[agebhard]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[LinuxTag]]></category>
		<category><![CDATA[Monopol]]></category>
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		<category><![CDATA[Open Source]]></category>
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		<category><![CDATA[Geschäftspolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Einführung des alternativen Betriebssytemes GNU/Linux in der Öffentlichen Verwaltung nimmt immer konkretere Formen an. Viele Städte und Gemeinden, aber auch der Deutsche Bundestag stellen ihre Computerinfrastruktur auf Freie Software um. Ein Überblick:]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Einführung des alternativen Betriebssytemes GNU/Linux in der Öffentlichen Verwaltung nimmt immer konkretere Formen an. Viele Städte und Gemeinden, aber auch der Deutsche Bundestag stellen ihre Computerinfrastruktur auf Freie Software um. Ein Überblick:<!--break-->
                    </p>
<p>Der Begriff Freie Software bezeichnet (Computer-)Programme, deren Lizenzen besondere Freiheiten bieten. Zu den Anforderungen zählen u.a. die Offenlegung des Quellcodes durch den Autor (daher auch der häufig benutzte Name &#8220;open-source Software&#8221;), sowie die freie Verbreitbarkeit und die freie Veränderbarkeit der Software durch den Benutzer.</p>
<p>Für die Praxis bedeutet dieses Modell, daß an der Entwicklung von Freier Software weltweit viele tausend Programmierer beteiligt sind, die über das Internet miteinander kommunizieren. Die Ergebnisse dieser Arbeit sind für jedermann über das Internet frei erhältlich. GNU/Linux ist der Name des bekanntesten Projekts der Freien-Software-Gemeinde, nämlich der des Betriebssystems.</p>
<p>Die Öffentliche Verwaltung ist durch die besondere gesellschaftliche Verantwortung gegenüber seinen Geldgeben, sprich den Steuerzahlern, zu besonders wirtschaftlichem Handeln gezwungen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass in den letzten Wochen und Monaten mehr und mehr über Alternativen zu gängigen Software Lizenzmodellen nachgedacht wird.</p>
<p>
                    <strong>Verwaltung und Linux<br />
                    <br /></strong>Im Sommer 2001 war der Deutsche Bundestag, wie fast alle Institutionen und Betriebe in Deutschland, dazu gezwungen, über ein neues Betriebssystem für die Verwaltung und die Abgeordnetenbüro nachzudenken. Die Firma Microsoft hatte angekündigt, im Jahr 2002 den Support und die Weiterentwicklung des gängigen Betriebssystems NT einzustellen. Die Entscheidung darüber, welches System in der Zukunft nun eingesetzt werden würde, sollte im Ältestenrat des Bundestages fallen, dass Gremium, welches über infrastrukurelle Fragen des Parlaments entscheidet. Durch die öffentliche Debatte um das neue Betriebssytem im Parlament entfachte sich ein Schlagabtausch in den Medien, den die deutsche Öffentlichkeit bis dato noch nicht gekannt hatte, wenn es um Fragen der Software von Computern geht. Es wurden fleißig offene Briefe verfasst und veröffentlicht, die den Bundestag aufforderten, doch in Zukunft Freie Software einzusetzten. Auch Mitarbeiter der Firma Microsoft beteiligten sich an der Debatte.</p>
<p>Den Höhepunkt erreichte die Diskussion Anfang 2002. Zu diesem Zeitpunkt startete eine überparteiliche Initiative von verschiedenen Abgeordneten des Bundestages zusammen mit Spezialisten aus der Softwareszene für GNU/Linux und Freie Software im Bundestag. Die Initiative<br />
                    <a href="http://www.bundestux.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.bundestux.de</a> rief die Öffentlichkeit auf, im Internet Unterschriften abzugeben, die der Forderung nach Open Source im Bundestag Nachdruck verleien sollten. Die Medien griffen das Thema erneut dankbar auf, wie beispielsweise der Artikel im Nachichtenmagazin<br />
                    <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,180242,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DER SPIEGEL</a>. Diese Initiative war ein voller Erfolg, denn über 25.000 Menschen unterschrieben den Aufruf.<br />
                    <br />Beeindruckt von der Zahl der Unterstützer und des öffentlichen Interesses fällte der Bundestag eine weitreichende Entscheidung. Alle Server im Bundestag und die Verzeichnissysteme werden auf Freie Software umgestellt. Als Betriebssystem wurde Microsoft XP beschlossen, mit einem Office-Programm des gleichen Herstellers. Jeder Abgeordnete hat jedoch die Möglichkeit, eine freie Alternative zu wählen, nämlich das Open Source Office System &#8220;Open Office&#8221;.</p>
<p>Diesem Beispiel folgen zunehmend andere Institutionen der Deutschen Verwaltungslandschaft. Dutzende Städte und Gemeinden, beispielsweise München, prüfen nun die Einführung freier Systeme, denn die Vorteile sind nicht nur in finanzieller Hinsicht enorm. Auch die größere Modularität, Verfügbarkeit und die Möglichkeit das System genau auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen, sind weitere wichtige Vorteile. Eine Studie das Bayrischen Obersten Rechnungshofes für das Jahr 2001 hat ergeben, dass sie, aus Kostengründen eindeutig die Einführung von GNU/Linux empfehlen. In Deutschland laufen alleine in der Öffentlichen Verwaltung über eine Millionen Computer, so dass ein ausreichend attraktiver Markt vorhanden ist.</p>
<p>Aber nicht nur in der BRD stehen die Zeichen für Open Source sehr gut. Weltweit wollen sich Staaten von der Monokultur, die sich aus der Verbreitung von Microsoft Windows und der Geschäftspolitik von Microsoft ergibt, lösen. Ob in Ländern wie China, die direkt ihre ganze Infrastruktur auf Open Source umstellen oder in europäischen Industrieländern, der &#8220;Weg nach Vorn&#8221; (Titel einer Autobiographie von Bill Gates, dem Microsoftgründer) für Freie Software ist eingeschlagen.</p>
<p>Das haben auch die Bundesministerien des Inneren und für Wirtschaft erkannt. Zusammen mit dem<br />
                    <a href="http://www.linuxtag.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">LinuxTag</a>, der größten Messe für Freie Software und GNU/Linux in Europa, veranstalten sie eine Vortragsreihe auf dem LinuxTag 2002 zum Thema Linux in Behörden.Der LinuxTag findet vom 6. -9. Juni im Messezentrum Karlsruhe statt. Ein Aspekt des Themas ist jedoch noch nicht ausreichend beachtet worden. Bei Linux handelt es sich nicht um eine einzelne Firma, sondern um eine Technologie. Deshalb ist öffentliche Förderung für Freie Software nicht Wirtschaftsförderung, sondern zukunftsweisende Technologieförderung.</p>
<p>Der Autor, Andreas Gebhard, ist Projektleiter der Initative www.bundestux und arbeitet für die Kommunikationsagentur<br />
                    <a href="http://www.werk21.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">werk21</a>. Er ist Geschäftsführer des Netzwerk Neue Medien und freier Journalist.</p>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
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		<title>&#8220;Das Internet ist keine Modeerscheinung&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Dec 2000 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>Erwin Staudt im Chat mit politik-digital und stern.de am 21. Dezember 2000</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Erwin Staudt im Chat mit politik-digital und stern.de am 21. Dezember 2000</b></span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der Mann muss es wissen: als Vorsitzender der Initiative D21 und Chef von IBM Deutschland kennt Erwin Staudt die Bedeutung und<br />
das Potential des Internets ganz genau. Deshalb hat er auch die <a href="http://www.initiatived21.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Initiative<br />
D21</a><br />
ins Leben gerufen: &quot;Vor rund 2 Jahren, als ich in den Statistiken<br />
gesehen habe, dass Deutschland am Schwanz der Internet-Entwicklung<br />
hängt&quot; beschloß<br />
der Top-Manager, dass etwas passieren muss.&quot;Die Langsamkeit der<br />
Deutschen im Internet ist bedingt durch die Stärke unserer<br />
traditionellen Wirtschaft&quot; erklärte Staudt<br />
den Usern und verwies auf die Rolle von Wirtschaft und Politik als<br />
Impulsgeber für die Entwicklung des Netzes.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Erwin Staudt wurde im Chat mit<br />
Fragen zu Wirtschaft, Politik und Internet regelrecht bombadiert.<br />
Auch Grundlegendes kam zur Sprache. Staudt erklärte, wofür IBM steht<br />
und nannte bereitwillig den Erfinder des Internets:&quot;Al Gore. ;-)&quot;.<br />
Auf die digitale Innovationsfreude der Bundesregierung angesprochen,<br />
äußerte Staudt sich lobend: &quot;inzwischen arbeitet die Regierung massiv<br />
mit D21 zusammen und das Thema ist ganz oben auf der Agenda&quot;. Und<br />
obwohl Staudt weiterhin Aufholbedarf<br />
für die Deutschen im Internet sieht, fand er auch lobende Worte:&quot;In der<br />
Übertragungstechnik gehören wir in der Tat zu den Besseren. Auch beim<br />
Mobile Business.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Optimistisch sieht der<br />
IBM-Manager die Zukunft des eCommerce: Die Aussichten seien<br />
&quot;sagenhaft&quot;,<br />
so Staudt &quot;Ich rechne damit, dass sich der e-commerce-Umsatz in den<br />
nächsten 3 Jahren um Faktor 400 vermehren wird&quot;. Aufholbedarf bestehe<br />
vor allem in der &quot;gesellschaftlichen Akzeptanz, Schulen und in der<br />
öffentliche Verwaltung&quot;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Den im Chat anwesenden Skeptikern des digitalen Zeitalters hatte Staudt gute Argumente entgegenzusetzten.<br />
Das Internet sei nicht nur ein Spaßmedium: &quot;es geht doch hier nicht nur um Unterhaltung sondern<br />
darum, dass Internet als Informations- und Qualifizierungsinstrument zu nutzen.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Zahlreiche User wollten von<br />
Staudt wissen, wann das Internet endlich schneller und billiger werden<br />
wird.<br />
Staudt riet zur Geduld: &quot;Nicht aufgeben. Wir sind auf dem richtigen<br />
Weg.&quot; Der Internetzugang habe sich im<br />
letzten Jahr stark vergünstigt und die Flatrates werden weiter dazu<br />
beitragen.&quot;<br />
Für die Software-Zukunft fand Staudt klare Worte:&quot;Wir haben alle unsere<br />
Server linuxfähig gemacht&quot;. Und auf die<br />
Frage, ob er im Internetumfeld auf &quot;Bill oder Linux&quot; setzen würde, gab<br />
Staudt seinen Tipp unumwunden ab: &quot;Linux. Ist doch klar!&quot;. </span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Das ausführliche Transkript finden sie <a href="http://www.stern.de/news/chat/2000/12/15/chat_staudt.html" target="_new" rel="noopener noreferrer">hier</a></b>.</span></p>
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