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	<title>Lizenz &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Lizenz &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Wien will zurück zu Microsoft</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wien-will-zurueck-zu-microsoft-3918/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Wittig]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Jun 2008 10:04:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Lizenz]]></category>
		<category><![CDATA[Open Source Software]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentliche Verwaltung]]></category>
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					<description><![CDATA[Laut einem Bericht der Wiener Grünen will die Stadt Wien für 7,6 Millionen Euro Lizenzen für Microsoft Windows Vista und Microsoft Offfice 2007 ausgeben. Die Umstellung der 32000 Verwaltungsrechner von Windows 2000 soll bis zum Jahr 2009 erfolgen und auch die rund 1000 Rechner mit einschließen, die zur Zeit noch mit Wienux, einer Version des Open-Source-Betriebsystems Linux, betrieben werden. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Laut einem Bericht der Wiener Grünen will die Stadt Wien für 7,6 Millionen Euro Lizenzen für Microsoft Windows Vista und Microsoft Offfice 2007 ausgeben. Die Umstellung der 32000 Verwaltungsrechner von Windows 2000 soll bis zum Jahr 2009 erfolgen und auch die rund 1000 Rechner mit einschließen, die zur Zeit noch mit Wienux, einer Version des Open-Source-Betriebsystems Linux, betrieben werden. <!--break--><b></b></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Entweder oder</b>
</p>
<p><b></b></p>
<p>
<br />
Seit 2005 darf jede Magistratsabteilung im Zuge einer „sanften Migration“ selbst wählen, ob sie Wienux statt Windows, OpenOffice statt MS-Office und Firefox statt Internet Explorer nutzen darf &#8211; „allerdings gibt es von der Stadt weder offensive Signale noch finanzielle Unterstützung zum Wechsel.“, so die <a href="http://wien.gruene.at/weitere_themen/artikel/lesen/30658/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Grüne Stadträtin Marie Ringler</a> in einem Artikel. Open Source Software werden Programme gennant, die von einer Entwicklergemeinschaft entwickelt und deren Quellcode frei verfügbar und veränderbar ist.</p>
<p>Durch die sanfte Umstellung auf nicht-proprietäre Software seien  bisher etwa 1000 Rechner, 750 davon in der Kindergartenverwaltung, auf Wienux umgestiegen. OpenOffice habe es auf fast 50 Prozent aller Rechner geschafft, so Ringler.<br />
Doch durch grünes Licht für die Microsoft-Lizenzen, die auch in der Kindergartenverwaltung zum Einsatz kommen sollen, stehe das Projekt „Wienux“ somit auf Messers Schneide.</p>
<p><b>Herstellerabhängigkeit vermeiden</b></p>
<p>Ingrid Kammerer vom Rechenzentrum der Wiener Stadtverwaltung (MA 14) verwies nach Anfrage darauf, dass „durch Streuung der Aufträge auf mehrere Hersteller“ die „Abhängigkeit von einer Hard- oder Softwarelinie“ vermieden wird. „Auch in Zukunft wird die Stadt Wien die Strategie verfolgen, immer mehrere EDV-Welten parallel zu betreiben, um die Herstellerunabhängigkeit sicher zu stellen</p>
<p>Weitere konkrete Schritte sind nach der Veröffentlichung der zweiten Studie „Open-Source-Software am Arbeitsplatz im Magistrat Wien“  im Sommer 2008 zu erwarten.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Creative Commos: Große Errungenschaft</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/creative-commos-grosse-errungenschaft-3484/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Nov 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Blogsprechstunde]]></category>
		<category><![CDATA[Creative Commons]]></category>
		<category><![CDATA[Lizenz]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Blogpiloten]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Schwenke]]></category>
		<category><![CDATA[Webdesign]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Am Dienstag, dem 13. November 2007, war Thomas Schwenke, bloggender Anwalt und Webdesigner, zu Gast in der Blogsprechstunde, dem Chat von politik-digital.de und den Blogpiloten. Er sprach über
Netzrecht und die Vorratsdatenspeicherung.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
Am Dienstag, dem 13. November 2007, war Thomas Schwenke, bloggender Anwalt und Webdesigner, zu Gast in der Blogsprechstunde, dem Chat von politik-digital.de und den Blogpiloten. Er sprach über<br />
Netzrecht und die Vorratsdatenspeicherung.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Hallo und herzlich willkommen zur Blogsprechstunde.<br />
Heute geht es um Online-Recht, unser Gast ist der Anwalt und Webdesigner<br />
Thomas Schwenke. Ab 16.00 Uhr beantwortet er hier Ihre Fragen. Sie<br />
können auch gerne jetzt schon Fragen stellen, wir Moderatoren<br />
sammeln sie hier.<br />
So, hier in Berlin ist es jetzt 16.00 Uhr. Herr Schwenke, können<br />
wir anfangen?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Ja, gerne.
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/ABlogs/thomasschwenke85x.jpg" alt="Thomas Schwenke" height="120" width="85" /><br />
<i>Thomas Schwenke,<br />
Anwalt und Webdesigner,</i> <br />
<i>bloggt u.a. auf <a href="http://www.advisign.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Advisign</a></i>
</p>
<p align="left">
<b>Kabbel</b>: Wie ist eigentlich Ihre<br />
Meinung zum Urteil des Berliner Amtsgerichts, dass IP-Adressen nicht<br />
gespeichert werden dürfen? Was bedeutet das für mich als<br />
Website-Betreiber?
</p>
<p align="left">
<b> Thomas Schwenke</b>: Finde ich gut und<br />
denke, noch mehr Urteile in diese Richtung werden folgen.<br />
Wer braucht schon die ganzen Daten auf Dauer? Und ich hoffe, dass<br />
Google-Analytics bei diesem Druck das System ändern und die<br />
IP-Speicherung zumindest als Option herausnehmen wird. <br />
Als Webseiten-Betreiber sollte man also wo es geht auf IP-Speicherung<br />
verzichten.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Zwei Fragen zur Impressums-Pflicht<br />
gebündelt:
</p>
<p>
<b>Pseudonym</b>: Wenn ich mich richtig erinnere, brauchen<br />
journalistische und kommerzielle Websites ein Impressum, private<br />
nicht. Was ist mit Blogs? Sind die journalistisch, privat oder etwas<br />
dazwischen?
</p>
<p>
<b>Domino</b>: Welche Angaben müssen eigentlich<br />
in das Impressum einer privaten Homepage? Brauchen auch Blogs ein<br />
Impressum? Ich konnte da keine einheitliche Meinung zu finden.
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Ok, dann versuche ich die Antworten<br />
auch zu bündeln. Nach § 55 Rundfunkstaatsvertrag brauchen<br />
rein private Websites kein Impressum. Um es mal so zu sagen, es<br />
sind Seiten, an denen außer Freunden und Familie sonst keiner<br />
ein Interesse haben dürfte. Sprich die Seite darf sich nicht<br />
an die Öffentlichkeit richten. Das wird bei Blogs nur ganz<br />
selten der Fall sein. D.h. Name und Adresse würde ich immer<br />
angeben. Bei Blogs ist zu dem auf § 55 Abs.2 Rundfunkstaatsvertrag<br />
zu achten. Danach ist bei regelmäßigen redaktionellen<br />
Inhalten ein Verantwortlicher mit Name und Anschrift zu benennen.<br />
Das trifft auch auf Blogs zu, die zumindest presseähnlich schreiben,<br />
also sich gezielt an die Öffentlichkeit richten und regelmäßig<br />
etwas verfassen. Nach § 5 Telemediengesetz sind bei Geschäftsmäßigkeit<br />
auch noch E-Mail und Telefonnummer anzugeben. Das trifft schon bei<br />
einer Bannerwerbung zu. Sogar Partner-Links zu Amazon können<br />
zu Geschäftsmäßigkeit führen.
</p>
<p>
<b>Klaus</b>: Wieso wird man als Anwalt eigentlich auch<br />
Webdesigner &#8211; oder umgekehrt, je nachdem, was du zuerst warst?
</p>
<p>
<b> Thomas Schwenke</b>: Ich war zuerst Webdesigner und<br />
habe daneben (und manchmal umgekehrt) Jura studiert. Das kommt,<br />
wenn man sowohl Spaß an der Gestaltung als auch am Recht hat.<br />
Passiert manchmal 🙂
</p>
<p>
<b>test</b>: Wie lange bloggst du eigentlich schon selbst?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Über Advisign.de seit Juni,<br />
glaube ich. Seit dem Sommer jedenfalls. Sonst auf anderen Seiten<br />
seit 3/4 Jahren.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Welche andere Seiten sind das so? </p>
<p><b>Thomas Schwenke</b>: <a href="http://www.sheepworld-blog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sheepworld-blog.de</a>,<br />
<a href="http://www.thomas-schwenke.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">thomasschwenke.de</a> (ist<br />
aber alles neu) und noch eine Seite über Computerspiele, wo<br />
ich gerne privat bleibe .
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Zum Thema User Generated Content, also<br />
Inhalte, die von den Nutzern selbst erstellt werden:
</p>
<p>
dawada: Unter welche Lizenzen fallen Beiträge, die ich als<br />
User z.B. für ein Online-Magazin schreibe? Gilt immer die generelle<br />
Lizenz der Website oder kann man auch Ausnahmeregelungen vereinbaren?
</p>
<p>
<b> Thomas Schwenke</b>: Grundsätzlich gilt die<br />
Seitenlizenz. Individuelle Bedingungen kann man immer aushandeln,<br />
sollte es aber nachweisen können. Zudem sollte die andere Seite<br />
den vorgeschlagenen Lizenzen zustimmen. Sonst kann es passieren,<br />
dass sie gar nicht gelten.
</p>
<p>
<b>Falfalla</b>: Wenn ich auf einem Online-Portal einen<br />
Artikel verfasse (User Generated Content), darf der Website-Betreiber<br />
den Text weiterverwenden, ohne mich zu informieren? Welche Rechte<br />
habe ich hier als Urheber?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Wenn der Artikel hinreichen individuell<br />
ist, ist es ein urheberrechtlich geschütztes Sprachwerk, d.h.<br />
die meisten Foren-Postings sind es nicht, Blog-Beiträge, die<br />
über ein paar Sätze oder reine Fakten hinaus gehen, dagegen<br />
schon. Hier muss man zunächst in die Nutzungsbedingungen schauen.<br />
Wenn man vor dem Verfassen nicht zugestimmt hat, dass der Betreiber<br />
ein einfaches Nutzungsrecht hat, wird er den Artikel nicht an anderer<br />
Stelle verwenden dürfen und wird ihn löschen müssen,<br />
wenn man es verlangt. Anders ist es, wenn man dafür Geld erhält.<br />
Dann hat der Auftraggeber sogar ein Jahr lang das ausschließliche<br />
Recht, den Artikel zu nutzen.
</p>
<p>
<b>meetoo</b>: Sind eigentlich Postings, die ich in ein<br />
Forum schreibe, in irgendeiner Weise vor Copy and Paste geschützt?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Wenn sie urheberrechtlich als<br />
Sprachwerke geschützt sind, dann ja. Das trifft auf die wenigsten<br />
Postings zu. Es muss schon etwas &quot;schöpferisches&quot;<br />
mit eigenen Worten geschriebenes sein, was sich aus der Masse der<br />
Postings abhebt. Ja ich weiß, das Gesetz ist schwammig 😉
</p>
<p>
<b>schäfchen</b>: Wie ist es denn zur Zusammenarbeit<br />
mit Sheepworld gekommen?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Über <a href="http://www.schafplanet.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.schafplanet.de</a>,<br />
eine Seite, die ich irgendwann 1997 gemacht habe. Sheepworld hat<br />
gerade einen Webdesigner gesucht und kam so über die Schafe<br />
auf mich ;o)<br />
Und weil die bei Sheepworld manchmal genauso lustig oder seltsam<br />
drauf sind wie ich, passte es wunderbar.
</p>
<p>
<b>frager</b>: Gab es eigentlich schon Rückmeldungen<br />
von Kollegen zu deiner Webtätigkeit? Du hältst ja auch<br />
viele Vorträge zu Internetrecht, gab´s da mal Feedback<br />
von anderen Anwälten?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Oh ja, sogar erstaunlich viel.<br />
Ich habe mich selbst gewundert, als nach den ersten Beiträgen<br />
zuerst Kommentare von Kollegen kamen. Macht auch Stolz irgendwie.
</p>
<p>
<b>JWD</b>: Thema Kommentare in Online-Communities: Wie<br />
oft muss ich als Betreiber die Kommentare meiner Nutzer checken?<br />
Was kann mir passieren, wenn ein rechtlich kritischer Beitrag länger<br />
stehen bleibt?
</p>
<p>
<b> Thomas Schwenke</b>: Das kommt auf die Häufigkeit<br />
der Postings, der Kommentare an und welche Stimmung im Blog herrscht.<br />
Wird da täglich sehr heftig diskutiert, sollte man zumindest<br />
täglich kontrollieren oder sogar die Vormoderation einschalten,<br />
wenn die Stimmung den Siedepunkt erreicht. Ist es ein Blümchen-Blog,<br />
in dem sich alle lieb haben und alle paar Tage ein Kommentar eintrudelt,<br />
reicht es auch auch einmal die Woche. Sobald man aber Kenntnis von<br />
dem Kommentar erlangt hat, z.B. per E-Mail des Blog-Systems, muss<br />
man sofort sperren oder löschen. Sonst kann man z.B. bei einer<br />
Beleidigung eines Dritten von diesem per Abmahnung belangt werden.<br />
<br />
So, wiedermal eine Antwort, wo ich nicht mit ja/nein antworten kann.<br />
Hartes Los.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Vielleicht geht eine ja/nein Antwort<br />
ja bei der nächsten Frage:
</p>
<p>
<b>disclaim</b>: Wie sieht das eigentlich mit einem<br />
Disclaimer aus, mit dem ich mich vom Inhalt verlinkter Websites<br />
distanziere? Brauche ich den unbedingt bzw. was passiert, wenn ich<br />
den nicht anbringe?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Tja, Ihr wählt auch immer<br />
diese „kommt drauf an Fragen“&#8230;<br />
Nein, rein gesetzlich brauche ich den Disclaimer nicht. Wenn ich<br />
auf eine illegale Website verlinke, kann ich mich durch Worte nicht<br />
herausreden. Aber der Disclaimer ist ein Hinweis, um Leute gegebenfalls<br />
von der sofortigen Abmahnung abzuhalten. Er hilft aber auch nur,<br />
wenn sich eine Website nachträglich geändert hat. Wichtig<br />
ist, was man schreibt! Man sollte nur erklären, dass man sich<br />
die Websites mal angeschaut hat (dann aber wirklich tun), aber nichts<br />
dafür kann, wenn sie sich ändern. Und dass man reagiert,<br />
wenn man auf Veränderungen hingewiesen wird. Ja nicht schreiben<br />
&quot;Ich überprüfe die Links regelmäßig&quot;.<br />
Dann gibt es Ärger, wenn man es mal nicht tut.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Stichwort Abmahnung:
</p>
<p>
<b>Rüdiger</b>: Hallo Herr Schwenke. Wann halten<br />
Sie eigentlich eine Abmahnung für überzogen, wann ist<br />
sie gerechtfertigt?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Also überzogen, wenn man<br />
vorher hätte einfach fragen und hinweisen können.<br />
Vor allem wenn man sieht, dass es eine private Website ist und derjenige<br />
keine Ahnung vom Urheberrecht hatte, z.B. bei Kindern und Jugendlichen,<br />
die lernen das ja nicht in der Schule. Dagegen angemessen, wenn<br />
es eine gewerbliche Website ist und man z.B. sieht, dass da vorsätzlich<br />
Texte kopiert worden sind. Oder wenn der andere nach der Anfrage<br />
stur bleibt.
</p>
<p>
<b>danilo</b>: Zum Urheberrecht: Wie viel Ahnung brauche<br />
ich denn, wenn ich eine recht private Homepage habe, ohne wahnsinnig<br />
viel Traffic &#8211; und wo kann ich es lernen?
</p>
<p>
<b> Thomas Schwenke</b>: Gute Frage, leider ist die Erziehung<br />
(Haus &amp; Schule) darauf echt nicht vorbereitet. Es gibt da eine<br />
gute Seite, wo es sogar mit Comics erklärt wird. Da ich jetzt<br />
nicht so gut suchen kann, stelle ich paar Seiten bei mir im Blog<br />
zusammen, ok? Und das Prinzip ist: Immer Fragen, bevor man nimmt.<br />
Eine Mail reicht.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Eine Rückfrage zum Nebenbei-Jurastudium<br />
🙂
</p>
<p>
<b>Iustitia</b>: Wie konnten Sie neben dem Jura-Studium<br />
noch Webdesigner sein, das Studium ist doch enorm anspruchsvoll<br />
und zeitraubend?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Freundin, die einem alles übrige<br />
abgenommen hat. 😉 Und ich musste das Studium ja auch finanzieren.<br />
Und ich denke, dass Kellnern o. ä. mindestens, wenn nicht noch<br />
mehr anstrengend ist. Ich konnte zumindest mit einem Hobby Geld<br />
verdienen.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Thema Creative Commons Lizenzen:
</p>
<p>
<b>dauerbrenner</b>: Für einen &quot;Internet-Anfänger&quot;<br />
sehen diese ganzen CC-Lizenzen recht unübersichtlich aus. Wo<br />
kann ich einen schnellen Überblick bekommen, welche Lizenzen<br />
es gibt und welche die richtige für meine Werke ist?
</p>
<p>
<b> Thomas Schwenke</b>: Darf man Eigenwerbung machen?
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Sicher.
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Ich habe eine Übersicht<br />
für Einsteiger erstellt: <a href="http://www.advisign.de/urheberrecht/2007-09/creative-commons-einfach-erklaert-teil-1-sinn-und-zweck-von-creative-commons" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.advisign.de/urheberrecht/2007-09/creative-commons&#8230;</a><br />
Ja, eine lange URL. Es ist auf jeden Fall mit einfachen Worten und<br />
Bildern ohne Jura-Gerede erstellt.</p>
<p><b>krawalla</b>: Wenn ich auf meinem Blog Werbung schalte,<br />
darf ich dann noch unter Creatice Commons veröffentlichte Bilder<br />
bzw. Texte verwenden?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Jetzt gibt es wieder was zu lesen.<br />
Es ist nämlich wieder eine &quot;Es kommt drauf an&quot;-Frage.<br />
Glückwunsch! 😉<br />
Das ist leider eine Grauzone, die kommerzielle Nutzung bei Creative-Commons<br />
(CC). Wird das Blog rein kommerziell betrieben, d.h. der Zweck ist<br />
die Einnahme von Geld, würde ich darin eine kommerzielle Nutzung<br />
sehen. Das ist auch der Fall, wenn ich z.B. auf einer Seite nur<br />
CC-Bilder einstelle und sonst nichts selbst mache, außer die<br />
Werbegelder einzufahren. Auch dann ist es kommerzielle Nutzung.<br />
Ein typisches Blog, bei dem ich hauptsächlich meine Inhalte<br />
verfasse und CC-Inhalte nur untergeordnet einsetze, z.B. zur Illustration,<br />
stellt keine kommerzielle Nutzung dar. Das sind immer noch schwierige<br />
Abgrenzungen. Mein Blog ist z.B. auch Werbung für mich.<br />
Aber ich stelle dort fast nur eigene Inhalte der Öffentlichkeit<br />
zur Verfügung, so dass der Hauptzweck nicht die Einnahme von<br />
Geld durch das Blog ist. Daher sehe ich es nicht als kommerziell<br />
an. Zudem es selbst unter Creative Commons (für nicht kommerzielle<br />
Zwecke).<br />
Für genauere Antworten sind die CC leider noch &quot;zu jung&quot;.
</p>
<p>
<b>nurso</b>: Du schreibst deinen Blog „Advisign“<br />
ja hauptsächlich, um damit Werbung für deine Rechtsberatung<br />
zu machen, oder? Wirkt diese Art der Werbung, bekommst du so Kunden?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Lol, Ich hätte bei dem Namen<br />
Advisign doch auf die Merkfähigkeit achten sollen.<br />
Eigentlich hat es damit angefangen, dass ich der Webworker-Szene<br />
etwas zurückgeben wollte, wo ich doch so viele Blogs lese und<br />
auch Veranstaltungen besucht habe. Es hat mit Vorträgen angefangen<br />
und da dachte ich mir, ich kann sie auch in ein Blog schreiben.<br />
Der Werbeeffekt ist aber nicht von der Hand zu weisen. Kann ich<br />
nur empfehlen!<br />
Und es schmeichelt einem sehr, sofortige Reaktionen zu kriegen.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Thema Markenrecht:
</p>
<p>
<b>Blogger</b>: Könnte ich theoretisch auch den<br />
Namen meines Blogs als Marke anmelden? Hätte das Vorteile?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Ja, könntest Du. Kein anderer<br />
könnte im „geschäftlichen Verkehr“ Deinen<br />
geschützten Blog-Namen nutzen.
</p>
<p>
<b>Dortmundistauchok</b>: Wie sieht das markenrechtlich<br />
aus &#8211; dürfte ich z.B. einen Ikea-Blog anmelden oder einen Coca<br />
Cola (von mir aus auch Pepsi)-Blog? Wenn nicht &#8211; wieso können<br />
das Bildblog und das GoogleWatchBlog?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Wenn man geschäftlich tätig<br />
ist, kann man in diesen Fällen eine Markenverletzung begehen.<br />
Und für &quot;geschäftlich tätig sein&quot; können<br />
schon Werbebanner ausreichen. Man würde sich den Ruf einer<br />
bekannten Marke zu nutze machen. Aber auch als Privat-Blogger könnte<br />
man gegen einfache Namensrechte verstoßen.<br />
Erlaubt sind Namen und Domains in denen das „Über“-Verhältnis<br />
ersichtlich ist. Also, dass das Blog über ein Unternehmen ist<br />
und nicht von dem Unternehmen. <br />
Z.B. „Ikea-watchblog.de“ oder „Ikea-magichnicht.de“,<br />
aber nicht „Ikea-welt.de“. Bildblog.de geht rein rechtlich<br />
eigentlich nicht. Ich glaube nur, dass Bild sich die Finger nicht<br />
verbrennen will und nicht dagegen vorgeht. Zusammengefasst: Vorsicht,<br />
in der Domain zum Ausdruck bringen, dass das Blog &quot;über&quot;<br />
und nicht &quot;von&quot; ist.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Ikea-magichnicht wäre tatsächlich<br />
ok? Könnte da niemand von Geschäftsschädigung sprechen?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Nein, das schützt die Meinungsfreiheit.<br />
Vorausgesetzt, man ist kein direkter Konkurrent.<br />
Aber das bezieht sich nur auf die Domain, bei Inhalten sollte man<br />
nie unsachlich werden und nie falsche Tatsachen behaupten. Abgesehen<br />
davon, ich mag IKEA, nicht dass ich dort ausgesperrt werde und auf<br />
die leckeren Würstchen verzichten muss!
</p>
<p>
<b>frager</b>: Ich habe gelesen, du hattest auch mal<br />
die Idee einer Art Barcamp für Anwälte (oder so ähnlich).<br />
Gab´s mittlerweile schon so was? Wie stellst du dir vor, wie<br />
das ablaufen sollte?
</p>
<p>
<b> Thomas Schwenke</b>: Ich stelle es mir wie ein normales<br />
Barcamp, nur umgekehrt. Mehr Juristen und weniger Webdesigner. Gesprächsstoff<br />
gebe es genug, eigentlich genauso wie früher auf der Uni. Danach<br />
wird es leider sehr gediegen und etwas steif (zumindest nach meiner<br />
Ansicht). Soweit ich weiß gab es so etwas schon in den USA.<br />
Ich suche gerade nach Ansprechpartnern.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Beherrschendes Thema war (und ist)<br />
die beschlossene Vorratsdatenspeicherung. Dazu eine Frage:
</p>
<p>
<b>stopptÜberwachung</b>: Hallo Herr Schwenke,<br />
was meinen Sie, hat die Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung<br />
Erfolgsaussichten?
</p>
<p>
<b> Thomas Schwenke</b>: Eindeutig ja. Unser Gesetz musste<br />
erlassen werden, weil die Europäische Richtlinie über<br />
Vorratsdatenspeicherung Deutschland dazu verpflichtete. Aber:<br />
1. Fehlt wohl der EU eine rechtliche Grundlage, um so ein Gesetz<br />
zu erlassen.<br />
2. Verstößt das Gesetz m.E. gegen die Grundprinzipien<br />
der Menschenwürde, die sowohl im EU-Vertrag als auch in unserem<br />
Grundgesetz stehen. Im Übrigen ist bereits eine Klage Irlands<br />
vor dem Europäischen Gerichtshof über die Vorratsdatenspeicherung<br />
anhängig. Solange wird unser Bundesverfassungsgericht das Verfahren<br />
wohl aussetzen. Und ich schätze, die Ausführung des Gesetzes<br />
auch. Und noch etwas m. E. sehr wichtiges: Es sollten sich auch<br />
möglichst viele an der Sammelklage vom Bundesverfassungsgericht<br />
beteiligen. Damit entkräftet man das Argument, dass das Gesetz<br />
ein „subjektives Sicherheitsgefühl“ vermittelt.<br />
Hier ein Link zu der Sammelklage: <a href="http://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/51/70/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/51/70/</a>
</p>
<p>
<b>teichtier</b>: Liest du auch Blogs von anderen Anwälten?<br />
Welche würdest du empfehlen &#8211; mal abgesehen von lawblog, den<br />
lese ich eh schon 😉
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Oh, die Liste könnte lang<br />
werden! Also, ich finde <a href="http://www.telemedicus.info/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.telemedicus.info/</a><br />
sehr gut, wobei dort die Nachrichten im Vordergrund stehen und es<br />
kein reines Blog ist. Henning Krieg lese ich gerne: <a href="http://www.kriegsrecht.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.kriegsrecht.de</a><br />
Carsten Ulbrich schreibt immer juristisch sehr genaue Beiträge:<br />
<a href="http://www.rechtzweinull.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.rechtzweinull.de</a><br />
Oh man, wenn ich alle nenne wird es lange dauern. Daher ein Hinweis<br />
auf hauptsächlich den Feed von <a href="http://www.jurablogs.com/%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.jurablogs.com/<br />
</a>, wo ich mir die interessanten Beiträge rausziehe. Dort<br />
gibt es Lesestoff genug!
</p>
<p>
<b>Frank F.</b>: Du wanderst nach Neuseeland aus? Wirst<br />
du von da aus auch als Anwalt oder als Berater für Websites<br />
arbeiten?
</p>
<p>
<b> Thomas Schwenke</b>: Oh, ich bilde mich nur ein Jahr<br />
lang fort. Mit der Absicht wieder zu kommen!<br />
Die Grenzen zum anglosächsischen Recht verwischen immer mehr.<br />
Ich werde aber auch dort weiter tätig sein. Zwar nicht mehr<br />
vor Gericht, aber Websites prüfen, Haftungsfragen beantworten,<br />
AGBs entwerfen etc. werde ich auch von dort aus machen. Selbstverständlich<br />
werde ich auch bei Websites beraten. Freiheit dank Internet 😉
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Letzte Frage für heute:
</p>
<p>
<b>danilo</b>: Du bloggst auf mehreren Seiten, twitterst,<br />
berätst Online-Communities: Was siehst du als größten<br />
Vorteil des Web 2.0 an? Welches Tool hältst du persönlich<br />
für die größte Innovation?
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Also wenn man Creative Commons<br />
als ein (legales) Tool bezeichnen kann, dann das. Damit werden viele<br />
Hürden beseitigt, die sonst den Austausch verhindern. Man kann<br />
remixen ohne viel nachzudenken.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Und das waren auch schon wieder 60<br />
Minuten Blogsprechstunde. Vielen Dank an alle Nutzer für die<br />
vielen Fragen und natürlich ein besonderer Dank an Thomas Schwenke<br />
für die Antworten. Das Protokoll zu diesem Chat finden Sie<br />
in Kürze bei politik-digital.de und den Blogpiloten. Das Schlusswort<br />
für heute gebührt dem Gast:
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Danke sehr für die schöne<br />
Stunde und ich freue mich sehr, wenn ich sehe, dass sich sogar schon<br />
Jugendliche fürs Recht interessieren. Viel Spaß noch!
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Wir wünschen noch einen schönen<br />
Abend.
</p>
<p>
<b>Thomas Schwenke</b>: Gleichfalls und danke auch!</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Der Siegeszug der weißen Kopfhörer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Dec 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Musik und Internet]]></category>
		<category><![CDATA[E-Commerce]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
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		<category><![CDATA[iPod]]></category>
		<category><![CDATA[Podcasting]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein tragbarer MP3-Player von Apple hat seit 2001 die Musikbranche nachhaltig verändert. Momentan verhandeln Künstler, Nutzer und Plattenfirmen den Umgang mit Creative Commons-Lizenzen, Tauschbörsen und Musik-Podcasts jeden Tag neu.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein tragbarer MP3-Player von Apple hat seit 2001 die Musikbranche nachhaltig verändert. Momentan verhandeln Künstler, Nutzer und Plattenfirmen den Umgang mit Creative Commons-Lizenzen, Tauschbörsen und Musik-Podcasts jeden Tag neu.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Ein Blick in die S-Bahn genügt, um den Eindruck zu bekommen, dass Jugendliche mit MP3-Spielern verwachsen sind. Ohrstöpsel ragen aus den meisten Ohren, ihre Kabel verschwinden in Jackentaschen und Rucksäcken. Nicht wenige dieser Ohrstöpsel leuchten in strahlendem Weiß, der charakteristischen Farbe des wohl populärsten tragbaren Geräts namens iPod aus dem Hause Apple. Doch egal welcher Markenname die Musikquelle tatsächlich trägt, der iPod ist zum Symbol einer Generation geworden.
</p>
<p>
Hier geht es aber nicht nur um einen Namen. Zwar steht der Name iPod längst stellvertretend für alle tragbaren Musikplayer, den Walkman hat er schon lange verdrängt. Die unausgesprochene Nachricht ist eine tiefere, grundlegendere. Für eine ganze Generation von Kunden &#8211; oder besser: Nutzern – drücken diese Kopfhörer eine Haltung aus: digital statt analog. Wir hören, was wir wollen, wann wir wollen. Immer die freie Auswahl aus dem gesamten Musikkatalog der großen Musiklabels – und auch derjenigen Musiker, die nicht bei diesen Labels unter Vertrag stehen.
</p>
<p>
Beiläufig &#8211; und scheinbar unbewusst &#8211; erklären die jungen Digitalen damit das Musikgeschäft, wie es bisher funktionierte, für ungültig. Sie diktieren die neuen Regeln gleich mit: On demand soll alles zu Verfügung stehen, auf Abruf also, jederzeit. Günstig &#8211; oder im Optimalfall sogar umsonst. Und vor allem ortsunabhängig, die Musik soll überall mit hinkommen. Die althergebrachten Musiklabels reiben sich noch immer ungläubig die Augen: Wie konnte es soweit kommen?</p>
<p><b>Ein Blick zurück</b></p>
<p>Filesharing heißt das Zauberwort, das den Zugang zur Musik für Millionen von Hörern radikal veränderte. Spätestens mit der Online-Tauschbörse Napster war das Tauschen von Musik via Internet in aller Munde. Das war 1999. Die Internetverbindungen wurden schneller, Musik im MP3-Format konnte online versendet werden, die New Economy war auf ihrem Höhepunkt: Das Internet war auch für den Mainstream hip geworden. Napster erlaubte, die eigene Musik zum Download anzubieten und gleichzeitig frei – im Sinne von unbeschränkt und kostenlos &#8211; anderer Leute Musik auf den eigenen Computer herunterzuladen. Napster ging in ausufernden Rechtsstreitigkeiten unter, andere Peer-to-peer-<br />
<a href="http://www.mixburnrip.de/download.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tauschnetzwerke</a> wie Kazaa und BitTorrent tauchten auf. 2001 sorgte Apple mit dem iPod für die Massennutzung tragbarer MP3-Player und bewies mit der Online-Musikplattform iTunes, dass Kunden auch bereit sind, für herunterladbare Musik zu zahlen solange die Rahmenbedingungen stimmen.
</p>
<p>
Die New Economy ging zugrunde, die Musik blieb: Heute wird mehr Musik denn je per Internet verschickt, sowohl gegen Bezahlung wie auch auf Tauschplattformen. Doch keineswegs alle Musikstücke, die kostenfrei von einem Computer zum anderen kopiert werden, sind illegal.</p>
<p><b>Creative Commons erlaubt freies Kopieren</b></p>
<p>Viele Musiker haben längst erkannt, dass es sich durchaus lohnen kann, die eigene Musik – unter bestimmten Bedingungen – kostenfrei abzugeben. Zwei Trends zeichnen sich ab, wie dies geschehen kann: Als Marketing über Musikplattformen oder über weniger restriktive Lizenzmodelle.
</p>
<p>
Musik- und Selbstdarstellungsplattformen wie<br />
<a href="http://www.myspace.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">MySpace</a> können Künstlern helfen, sich ihrem Publikum direkt zu präsentieren. Finden sich online genug Hörer, ist der Erfolg auch offline nicht auszuschließen. In manchen Fällen endet das in einem<br />
<a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkultur/criepe_musik_myspace_061221.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Plattenvertrag</a> wie bei der britischen Band<br />
<a href="http://www.arcticmonkeys.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arctic Monkeys</a>. Oder aber die Band gibt ihre Musik weiterhin kostenlos ab: Lizenzen wie<br />
<a href="http://www.creativecommons.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Creative Commons</a> erlauben Künstlern seit 2002, nach einem einfach Set von Regeln die Nutzungsbedingungen für die eigenen Werke zu bestimmen und sie damit freizugeben. Die einfach verständlichen Lizenzen bieten Rechtsschutz für geistiges Eigentum und stellen sicher, dass beispielsweise Werke zwar kostenfrei kopiert und privat angehört werden können, kommerzielle Nutzung aber weiterhin der vorherigen Zustimmung bedarf.
</p>
<p>
Gerade bei elektronischer Musik oder HipHop ist es unverzichtbarer Teil der Kultur, auf bereits existierender Musik aufzubauen und daraus neue Kunstwerke zu schaffen. Creative Commons-Lizenzen gewährleisten die nötige rechtliche Grundlage und schützen Musiker wie<br />
<a href="http://www.dangermousesite.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DJ Danger Mouse</a> vor empfindlichen Klagen: Danger Mouse schuf aus dem White Album der Beatles und dem Black Album von Jay Z ein neues Werk namens The Grey Album und wurde trotz – oder wegen – des großen Erfolgs prompt vom Musiklabel EMI wegen Copyright-Verletzungen abgemahnt.</p>
<p><b>Das neue Mitmach-Web</b></p>
<p>Günstiges, schnelles Internet und Mitmach-Plattformen wie MySpace, YouTube und Creative Commons-Lizenzen – diese neuen Rahmenbedingungen haben zu einer ganzen Kultur von Do-It-Yourself-Kulturproduktion geführt. Ob Text, Musik oder Film: Mit minimaler Technikkenntnis kann jeder zum Produzenten werden und seine eigenen Inhalte der Öffentlichkeit zugänglich machen.<br />
<br />
Besondere Aufmerksamkeit erhält dabei das sogenannte Podcasting &#8211; abgeleitet aus den Begriffen für Rundfunk (engl. broadcasting) und dem Namen des MP3-Spielers iPod. Dieses neue Format könnte man als eine Art Radioprogramm zum Mitnehmen beschreiben, nur ohne die Beschränkungen des Radios: Da sich die einzelnen Sendungen eines Podcasts automatisiert herunterladen und auf den tragbaren Spieler kopieren lassen, ist niemand mehr an bestimmte Programmzeiten gebunden. Vor allem aber kann jeder mit einem handelsüblichen Computer selbst zum Produzenten und Sender werden.
</p>
<p>
<b>Wem gehören die neuen Inhalte?</b></p>
<p>Wer eigene Sendungen veröffentlicht, macht sich zum Teil des Mediensystems, viele Podcasts werden unter einer der Creative Commons-Lizenzen vertrieben. Was aber, wenn der Autor in seinem Podcast Musik einspielt? Noch vor einem Jahr gab es keine eindeutigen rechtlichen Regelungen, doch das könnte sich jetzt zumindest in Deutschland ändern: Die Musikrechte-Verwertungsgesellschaft GEMA versucht seit einigen Monaten mit einer speziellen<br />
<a href="http://www.gema.de/musiknutzer/senden/podcast.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lizenz</a>, für solche Podcasts zu kassieren.
</p>
<p>
Dass sich hieraus wieder ganz neue Probleme ergeben, wenn z.B. die GEMA Ansprüche auch bei solchen Songs geltend macht, die eigentlich unter einer Creative Commons-Lizenz<br />
<a href="http://netzpolitik.org/2006/creative-commons-vs-gema/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">freigegeben</a> sind, zeigt vor allem: Wir stehen am Anfang einer Entwicklung, deren Verlauf für alle Beteiligten nicht absehbar ist.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Das Internet wird lizenziert</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzrecht-icommons-shtml-2473/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[mfischer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Jun 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Creative Commons]]></category>
		<category><![CDATA[Freie Inhalte]]></category>
		<category><![CDATA[Lizenz]]></category>
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					<description><![CDATA[Ist das Urheberrecht zu restriktiv? Immer mehr Inhalte im Internet werden unter alternative Lizenzen gestellt. Nun startete "Creative Commons Deutschland" mit seiner Lizenz.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ist das Urheberrecht zu restriktiv? Immer mehr Inhalte im Internet werden unter alternative Lizenzen gestellt. Nun startete &#8220;Creative Commons Deutschland&#8221; mit seiner Lizenz.<!--break--><br />
                    </p>
<p>Die Creative Commons Lizenz gibt es nun auch für Deutschland. Mit einer großen Abendveranstaltung wurde diese am 11. Juni auf dem Wizard of OS 3 Kongress vorgestellt. Nun können Urheber juristisch abgesichert auf einen Teil ihrer Rechte verzichten.</p>
<p>
                    <strong>Superstar Lawrence Lessig</strong><br />
                    <br />Juristendeutsch ist langweilig, aber Juristen können gut reden. Dies bewies US-Rechtsprofessor Lawrence Lessig unter Beifall. Lessig ist Autor des Buches &#8220;Free Culture&#8221;, Gründer der Creative Commons und des Open Law Projects und populärer Kritiker des amerikanischen Copyright. Die Kultur des 20. Jahrhundert ist für ihn eine &#8220;Couch-Potatoe&#8221;-Kultur. Man habe im 20. Jahrhundert nur konsumiert, aber dies werde sich ändern. Multimedial möchte er die Existenz einer Remix-Kultur beweisen. Das Publikum mochte besonders ein Video, in dem Bush und Blair mit den Stimmen von Lionel Richie und Diana Ross die Ballade &#8221;<br />
                    <a href="http://politicalhumor.about.com/cs/bushmultimedia/v/blendlesslove.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Endless Love</a>&#8221; singen, eine Anspielung auf die gespannte Situation nach dem Irak-Krieg. Nach Lessig wäre eine solche Darstellung mit einem restriktiven Copyright-Gesetz nicht möglich.</p>
<p>
                    <strong>Was ist Creative Commons</strong><br />
                    <br />Den trockenen Teil der Vorstellung durfte Till Jaeger, Leiter des<br />
                    <a href="http://www.ifross.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Instituts</a> für Rechtsfragen der freien und Open-Source-Software, übernehmen. Wer in Zukunft Text, Musik, Bilder oder Filme veröffentlicht, kann diese unter die Creative Commons Lizenz stellen. Einige Anbieter machten auch gleich davon Gebrauch, wie Telepolis mit dem Buch &#8220;Mix, Burn and R.I.P. &#8211; Das Ende der Musikindustrie&#8221;. Auf der Internetseite zum<br />
                    <a href="http://www.mixburnrip.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Buch</a> findet man das für Creative Commons zuständige Logo mit dem charakteristischen Text &#8220;some rights reserved&#8221;, einige Rechte vorbehalten. Es stellt eine von drei Ebenen der Lizenz dar.<br />
                    <br />
                    <img decoding="async" height="31" src="/edemocracy/netzrecht/images/creativecommons.jpg" width="88" align="left" alt="" /> Ein Klick auf das Logo führt zur Creative Commons Seite, in diesem Fall noch die Englische. Man erfährt allgemein verständlich verfasst mehr über die Lizenz. Daneben gibt es einen Link auf die für Juristen interessante ausführliche Lizenz. Diese funktioniert nach dem Baukasten-System: Interessierte Nutzer suchen sich aus, welche Rechte sie behalten, und welche sie freigeben möchten. Der generierte Link wird auf die Homepage gestellt. Eine weitere Finesse: Den Link können Suchmaschinen interpretieren, so dass in Zukunft gezielt nach Werken gesucht werden kann, die zum Beispiel unter Creative Commons frei „remix“-bar sind.</p>
<p>
                    <strong>Wozu Lizenzen?</strong><br />
                    <br />Lessig warnte eindringlich vor der Verschärfung des Copyrights. Mit seiner Lizenz möchte er dieses „restriktive“ Recht umgehen. Das Stichwort heißt „Open Content“ (freie Inhalte). Wer zum Beispiel ein Bild verwenden möchte, braucht nicht mehr nachzufragen. Der obligatorische Anruf erübrigt sich. Sämtliche Bedingungen für die Nutzungen sind in der Lizenz geklärt. Aber warum reicht nicht ein kurzer Satz wie „Dieses Bild ist frei verfügbar für nicht kommerzielle Zwecke“?<br />
                    <br />Nach Lessig läge der Vorteil der Lizenz im Detail. Was bedeutet schon „kommerzielle Zwecke“? Kann sich ein Künstler sicher sein, dies auch vor Gericht geltend zu machen? Die Creative-Commons-Lizenz sei juristisch abgesichert, behaupten die Macher.</p>
<p>
                    <strong>Kolonialisierung unserer Lebenswelt</strong><br />
                    <br />Einmal „Open Content“-Nutzer, immer „Open Content“-Nutzer? Creative-Commons ist nicht die einzige Lizenz für freie Inhalte. Viele kennen auch die<br />
                    <a href="http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">GNU-free-document-licence</a>. Sie wird unter anderem zur Dokumentation freier Software wie des freien Betriebssystems Linux verwendet. Wer Texte unter der GNU-Lizenz verwendet, muss gleichfalls unter dieser publizieren. Deshalb steht ein Großteil der Bücher über Linux unter der GNU-free-document-licence. Ein juristischer Virus? Das „share alike“-Modul bei Creative-Commons erzeugt den selben Effekt. Wer Werke mit unterschiedlichen „Open-Content“-<br />
                    <a href="http://www.ifross.de/ifross_html/lizenzcenter.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lizenzen</a>, und davon gibt es nicht wenige, mixen will, steht vor einem juristischen Wirrwar. Ohne Anwalt ist man verloren.</p>
<p>
                    <strong>Unterschiede zur USA</strong><br />
                    <br />In Deutschland gibt es kein Copyright, sondern ein Urheberrecht. Die Rechte eines Werkes bleiben stets beim Autor, nur Verwertungsrechte können übertragen werden. Wie verträgt sich dies mit dem amerikanischen Copyright? Für Juristen ein interessantes Thema. Aber macht es Sinn, eine amerikanische Lizenz wie Creative Commons zu übersetzen?<br />
                    <br />Die oben erwähnte Ballade „Endless love“ entstammt nicht einer &#8220;neuen&#8221; Remix-Kultur, sondern einer Sendung des schwedischen Fernsehens. Ob Kalkofe oder Raab, das Verwenden von Fernsehschnipseln ist beliebt. Und auch der künstlerischen Freiheit steht nichts im Wege, denn mit Ausnahme von Musikstücken gilt: &#8220;Ein selbständiges Werk, das in freier Benutzung des Werkes eines anderen geschaffen worden ist, darf ohne Zustimmung des Urhebers des benutzten Werkes veröffentlicht und verwertet werden&#8221;(UrhG §24). Wer seine Musik bei der GEMA anmeldet, hat sowieso keine Wahl bezüglich seiner Lizenz.</p>
<p>
                    <strong>CreativeCommons.de nicht erreichbar</strong><br />
                    <br />Wer „creative-commons.de“ in seinen Browser eingibt, wird überrascht sein. Die Domain steht zum Verkauf. Die deutsche Lizenz-Übersetzung findet sich nur in einem Unterverzeichnis bei<br />
                    <a href="http://creativecommons.org/projects/international/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">creativecommons.org</a>. Allerdings nur die Ebene des juristischen Vertrages. Trotz feierlichem Deutschland-Start sind noch nicht Übersetzungen aller Lizenz-Module vorhanden.</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 24.06.2004</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table cellspacing="0" cellpadding="2" width="390" border="0">
<tbody>
<tr>
<td align="middle">
                            <em><br />
                              <a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:">Kommentieren Sie diesen Artikel!</a><br />
                            </em></p>
<p>                            <em><br />
                              <a href="/salon/diskussion/">Diskutieren Sie mit anderen in unserem Forum!</a><br />
                            </em><br />
                            
                          </td>
</tr>
</tbody>
</table>
<hr class="tidy-5" width="390" noshade="noshade" size="1" />
                    </p>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
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