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	<title>London &#8211; politik-digital</title>
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	<title>London &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Bye-bye Icons, Hello Cameras? – London im digitalen Wandel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anne Korn]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Nov 2014 15:24:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Rote Telefonzellen, schwarze Taxis, Doppeldeckerbusse: Sie gehören zu London wie Big Ben, das London Eye und die Tower Bridge. Doch die Taxis sind in Gefahr, und die Telefonzellen sterben aus – genauso wie die Privatsphäre der Londoner. Verantwortlich dafür sind die Smartphone-Apps, mit denen das kontaktlose Bezahlen in Bus, Taxi und U-Bahn möglich ist. Fortschritt oder erschreckende Veränderung?</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Im Sommer 2014 brach in London Streit aus: zwischen den Fahrern der ikonischen Black Cabs und Uber, jenem <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/uber-emil-michael-sinniert-ueber-schmutzkampagne-gegen-journalisten-a-1003528.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ethisch fragwürdigen</a> Technologiekonzern aus Kalifornien, der mit seiner App Taxifahrenden das Leben leichter machen will. Die App erlaubt es Nutzern, ihr Taxi zu bestellen, zu bezahlen und dabei den besten Deal zu bekommen – bei festgelegtem Preis ohne Trinkgeld. Die Fahrer der ohnehin zunehmend gefährdeten Black Cabs wollten sich einen „Uber-griff“ auf ihr <a href="http://www.theguardian.com/commentisfree/2014/jun/11/why-london-taxi-drivers-protesting-uber-tfl" target="_blank" rel="noopener noreferrer">jahrhundertelang bestehendes</a>, speziell reguliertes Geschäftsmodell nicht kampflos gefallen lassen und protestierten.<br />
Denn Cabbies üben ihren Beruf mit Stolz aus, für einige hat er gar eine <a href="http://www.theguardian.com/world/2012/dec/09/history-london-black-cabs" target="_blank" rel="noopener noreferrer">romantische Komponente</a>, die weit über den Kultstatus ihrer schwarzen Autos hinausgeht. So kennen die Fahrer London wie ihre Westentasche, eignen sich drei bis vier Jahre lang „The Knowledge“ an – umfassende Kenntnisse aller Straßen in der Hauptstadt, die in mehreren Tests belegt werden müssen. Dafür genießen die Cabbies gewisse Privilegien: Black Cabs dürfen in Busspuren fahren, man kann sie von der Straße aus heranwinken. Die konkurrierenden Minicabs sind dagegen ausschließlich über Zentralen buchbar. Nur die Black Cabs haben fest installierte Taxameter. Das ist per Gesetz so geregelt.<br />
Uber, so beschweren sich die Cabbies, umgehe das Gesetz, da eine App eben nicht fest im Fahrzeug installiert ist, aber wie ein Taxameter funktioniert. <a href="http://www.telegraph.co.uk/technology/news/10888838/London-cab-drivers-promise-chaos-in-strike-over-Uber-app.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Andere argumentieren</a>, dass der Symbolstatus der schwarzen Taxis wohl kaum Innovation und Fortschritt im Weg stehen dürfe. Ob das Reisen in Uber-Taxis sicherer für die Fahrgäste ist, bezweifelt nicht nur <a href="http://www.theguardian.com/commentisfree/2014/jun/15/uber-give-london-cabbies-a-fare-deal" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Guardian-Kolumnistin Victoria Coren-Mitchell</a>. Auch die <a href="http://www.bbc.co.uk/news/technology-27733971" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BBC berichtete im vergangenen Juni</a>, dass zumindest Sorgen über das Thema Datenschutz nicht ganz unbegründet seien, von <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/datenschutz-bei-uber-us-senator-will-informationen-ueber-god-view-a-1003987.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nachrichten über „God View“</a> ganz zu schweigen, das es Uber-Angestellten angeblich ermöglicht, den Aufenthaltsort von Kunden zu verfolgen.</p>
<h3>Bequemlichkeit vs. Datenschutz: Kontaktlos bezahlen in der U-Bahn</h3>
<p>Der Fall Uber zeigt, dass nicht alle Aspekte des digitalen Wandels bei Betroffenen auf Gegenliebe stoßen. Dabei wirkt sich dieser schon seit Langem auf die Londoner Reisegewohnheiten aus. U-Bahn (Tube) und Bus sind für Londoner das Fortbewegungsmittel der Wahl. Kaum etwas nervt uns mehr, als auf dem eiligen Weg zur Arbeit, ins Fitnessstudio oder in den Pub von auf der Rolltreppe links stehenden Touristen ausgebremst zu werden. Da erscheint die Digitalisierung des Bezahlvorgangs eine gute Idee, ist sie doch unkompliziert und zeitsparend.<br />
Seit 2003 gibt es die sogenannte Oyster-Card: eine kreditkartenförmiges Stück Plastik mit eingebautem Mikrochip, das man entweder nach Bedarf aufladen oder mit einer Monatskarte bestücken kann. Am Eingang zur Tube oder beim Einsteigen in den Bus hält man die Oyster einfach auf einen gelb-runden Scanner und der Computer zieht automatisch das Fahrgeld ab. Seit 2014 hat Oyster Konkurrenz. „<a href="http://www.theguardian.com/money/2014/sep/16/contactless-payments-london-travel-questions-answered" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Contactless Payment</a>“ heißt eine neue Funktion vieler Kreditkarten, die ganz ähnlich funktioniert: draufhalten, bezahlen, fertig. Ideal für ständig unter Zeitdruck stehende Großstädter. Oder nicht? Probleme gibt es reichlich. „<a href="https://www.tfl.gov.uk/fares-and-payments/oyster/using-oyster/card-clash" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Card clash</a>“ – also das versehentliche Halten beider Karten auf das Lesegerät – ist nur eines davon. Gegen „Contactless“ wehren sich auch die Gewerkschaften: Weniger Tickets bedeuten weniger Ticketschalter und damit weniger Arbeitsplätze. Aber auch Datenschützer sollte Contactless alarmieren: Reise- und Abrechnungsdaten registrierter Karten werden zwölf Monate lang gespeichert, damit Kunden stets den Überblick über ihre Zahlungsaktivitäten haben. Seit Beginn des NSA-Skandals und in Anbetracht von <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/deutschen-telekom-nsa-und-gchq-haben-offenbar-zugang-a-991419.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Enthüllungen über den britischen Geheimdienst GCHQ</a> drängt sich automatisch die Frage auf, wer außer den Kunden noch Zugriff auf die Daten nimmt.</p>
<h3>„CCTV is in operation“: Die überwachte Stadt</h3>
<p>Ob nun mit Bus, Tube oder Taxi, Contactless oder Oyster, auf jeden Fall wird man bei seiner Reise durch London jederzeit von den massenhaft installierten Überwachungskameras beobachtet. Sie gehören genauso unausweichlich zum Stadtbild des zunehmend digitalisierten London wie die Leuchtreklame am Piccadilly Circus. Über genaue Zahlen <a href="http://www.theguardian.com/commentisfree/2009/mar/04/surveillance-civil-liberties" target="_blank" rel="noopener noreferrer">herrscht Uneinigkeit</a>: Erhebungen gestalten sich als schwierig, <a href="http://www.wired.co.uk/magazine/archive/2010/05/start/investigation-a-sharp-focus-on-cctv/page/2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">da nicht nur der Staat Kameras auf die Bürger richtet</a>. Schätzungen reichen von zwei über 4,5 bis hin zu 5,9 Millionen Kameras, also eine Kamera auf 32, beziehungsweise 14, beziehungsweise 11 Menschen.<br />
Wie die Zahlen auch liegen mögen, Tatsache ist, dass Überwachung in Großbritannien teilweise absurde Züge annimmt. So gibt es in einigen Städten seit 2007 mit Mikrofonen ausgerüstete oder sogar voll automatisierte, <a href="http://www.cctv.co.uk/the-talking-cctv-camera-in-peterborough/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sprechende</a> Kameras. Sie weisen Menschen, die beispielsweise ihre Zigarettenstummel nicht ordnungsgemäß entsorgen, darauf hin, dass sie für ihr schlechtes Benehmen zur Rechenschaft gezogen werden können. Sich von der lokalen Überwachungskamera bevormunden zu lassen, ist also auch Teil der Digitalisierung Großbritanniens.<br />
Die in <a href="http://www.sueddeutsche.de/auto/automatische-kennzeichenerkennung-wo-ihr-nummernschild-erfasst-wird-1.2188409" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutschland umstrittene</a> automatische Nummernschilderkennung ist in London ebenfalls an der Tagesordnung. Und das, obwohl Scotland Yard die flächendeckende Überwachung schon 2010  als „Fiasko“ bezeichnet haben soll. Die schiere Flut an Bildern sei schlicht nicht zu bewältigen, zumal nur ein Bruchteil wirklich für die Verbrechensaufklärung relevant sei. Und die gesetzliche Regulierung ist <a href="http://www.theguardian.com/commentisfree/libertycentral/2010/aug/31/householders-cctv-public-highway-film" target="_blank" rel="noopener noreferrer">schwammig</a>. Somit ist das Ganze unter Datenschützern höchst umstritten. Der Rest der Briten aber regt sich darüber kaum auf. Die Frage, ob wegen der allgegenwärtigen Überwachung in Großbritannien auch die Snowden-Veröffentlichungen <a href="http://politik-digital.de/teepause-beendet-nsa-debatte-in-grossbritannien-ein-jahr-nach-snowden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">für relativ wenig Aufregung sorgen</a>, erscheint da ein bisschen wie die Frage nach der Henne und dem Ei. Kein Wunder, mag man denken, das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Panopticon" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Panoptikon</a> ist ja schließlich eine britische Erfindung.</p>
<h3>It’s not all Doom and Gloom: Rettet die Telefonzellen!</h3>
<p>Im Gegensatz zu den Überwachungskameras verschwinden rote Telefonzellen mehr oder weniger still und leise aus London. Denn wer braucht im Zeitalter des Smartphones noch öffentliche Fernsprechgeräte? Harold Craston und Kirsty Kenney, zwei Studenten der London School of Economics, nahmen sich den Verlust der weltbekannten roten Kästen offenbar zu Herzen. Sie gründeten das Start-Up-Unternehmen <a href="http://www.solarboxlondon.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Solarbox</a> und wandeln jetzt rote Telefonzellen in grüne solarbetriebene Ladestationen für Handys um. Dafür wurden Sie vom Londoner Bürgermeister mit einem Preis für nachhaltige Erfindungen ausgezeichnet.<br />
Die erste Solarbox ging am 1. Oktober 2014 an den Start, neun weitere sollen im Frühjahr 2015 folgen. 365 Tage im Jahr kann man hier zwischen halb sechs am Morgen und halb zwölf am Abend kostenlos sein Handy über Mini-/Micro-USB oder iPhone-Anschluss mit Energie aus einer 150-Watt Solarzelle aufladen. Laut Entwicklerin Kenney brauchen die grünen Boxen nur drei Stunden Sonnenlicht am Tag: Die auf dem Dach montierte Solarzelle speichert in den Sommermonaten überschüssige Energie und gleicht so Defizite im Rest des Jahres aus. Finanziert wird das Ganze durch <a href="http://de.euronews.com/2014/10/15/neu-in-london-die-gruene-telefonzelle/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Werbung</a> (zum Beispiel für Ubers Taxi-App) und ist daher für Nutzer kostenfrei. Bedenken, die Zellen würden eventuell heimlich Nutzerdaten abgreifen, weist Craston zurück: &#8220;<a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/strom-aus-der-telefonzelle-giftgruen-und-voller-energie-1.2191772" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wir sind doch viel zu blöd, um so etwas zu programmieren</a>.&#8221; Grüne Telefonzellen sind zwar nicht ganz authentisch – und treffen auch nicht den Geschmack aller – aber vielleicht werden sie ein erstes, sichtbares Zeichen nicht nur eines zunehmend digitalen, sondern auch ökologischeren London.<br />
Dennoch wird das Verschwinden der roten Telefonzellen das Stadtbild ebenso nachhaltig verändern wie das der schwarzen Taxis. Der Verlust ikonischer Symbole ist nur der kleinste Teil tiefgreifender Veränderungen, die der digitale Wandel für London bedeutet. Eingedenk von Massenüberwachung, Datenschutz und Stellenstreichungen hatte Frank Schirrmacher sicher nicht nur in Bezug auf London Recht, als er <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/frank-schirrmacher-ueber-den-digitalen-wandel-und-die-offene-gesellschaft-12836746.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">schrieb</a>, dass es an der Zeit sei, „Gewinn und gesellschaftliche Kosten neu zu verhandeln“.<br />
Bild:<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer">E01</a><br />
<a href="https://www.flickr.com/photos/initiatived21/15153754598" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
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		<title>Internetzensur fördert Gewalt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Wilde]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Aug 2011 14:54:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[London]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine vor wenigen Tagen veröffentlichte Studie zeigt, dass Internetzensur Protest- und Gewaltbereitschaft der Zivilbevölkerung eher befördert als eindämmt.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine vor wenigen Tagen veröffentlichte Studie zeigt, dass Internetzensur Protest- und Gewaltbereitschaft der Zivilbevölkerung eher befördert als eindämmt.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Unter Politikern gibt es eine weit verbreitete Meinung: Eine gewisse Kontrolle oder sogar Zensur des Internet führt zu mehr Sicherheit im Land und verringert das Risiko sozialer Unruhen. Vor dem Hintergrund der Proteste in Großbritannien haben Forscher des Forschungsinstituts CNRS in Paris und der Londoner University of Greenwich vor wenigen Tagen ein <a href="http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1909467" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arbeitspapier</a> mit dem Titel „Why net censorship in times of political unrest results in more violent uprisings: A social simulation experiment on the UK riots“ veröffentlicht. Ihre Untersuchung will zeigen, dass die oben aufgeführte Politiker-These keine Grundlage hat. Für die einen mag das Ergebnis überraschend sein, für andere ist es keine Neuigkeit: Soziale Proteste sind konstanter und unkontrollierbarer in Ländern mit Internetzensur. Mehr noch, je strenger diese Zensur ist, desto massiver ist die Protestbewegung in der Gesellschaft.
</p>
<p>
Um ihre These zu belegen, nutzten Casilli und Tubaro das „<a href="http://www.brookings.edu/reports/2001/01technology_epstein.aspx" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Civic Violence Model</a>“ von Joshua M. Epstein. Die Forscher greifen die Variablen und Szenarien von Epsteins Modells auf, das aufzeigt, unter welchen Umständen Menschen geneigt sind, zu demonstrieren. Die Sozialwissenschaftler fügen ihre eigene Variable hinzu, nämlich soziale Medien und die Zensur derselben. Die Möglichkeit der Demonstranten, ihre Umgebung zu „scannen“ oder mithilfe des Internet Polizeieinsätze zu verfolgen und Ansammlungen von Demonstranten zu inspizieren, spielt eine wichtige Rolle für Menschen. Dadurch können sie abschätzen, wo sich bereits viele Menschen versammelt haben und wo Demonstrationen durchführbar wären. Wenn das Internet jedoch ganz oder auch nur teilweise staatlich zensiert wird, kann die Polizei diese Menschenansammlungen viel weniger eingrenzen und dagegen vorgehen. Die Maßnahmen auf beiden Seiten werden sehr viel unkoordinierter und dementsprechend können sich die Proteste ausweiten.
</p>
<p>
Das Fazit, das die Studie zieht: Je strenger die Zensur, desto unkontrollierbarer werden also die Ausschreitungen. Als Beleg führen Casilli und Tubaro die Situation in Ägypten an. Als das Internet dort von Mubaraks Regime kontrolliert wurde, verringerten sich die Demonstrationen nicht etwa, sondern erreichten eine nicht vorhersehbare Dimension. In London hingegen, wo das Internet zur Zeit der Aufstände frei zugänglich war, konnte die Polizei schnell herausfinden, wo sich die Randalierer befanden, und ging gezielt gegen sie vor.
</p>
<p>
Mit ihrem Arbeitspapier wollten die Forscher zeigen, dass „der Tausch von demokratischen Werten und Redefreiheit gegen einen illusorischen Gedanken von Sicherheit“ nicht zielführend ist.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Königliche Hochzeit 2.0</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Johann Eggert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Apr 2011 15:29:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Großbritannien]]></category>
		<category><![CDATA[Queen Elizabeth]]></category>
		<category><![CDATA[London]]></category>
		<category><![CDATA[Hochzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kate Middleton]]></category>
		<category><![CDATA[Prinz William]]></category>
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					<description><![CDATA[In der britischen Hauptstadt wird am morgigen Freitag geheiratet und dank Youtube, Facebook und Twitter sind weltweit nicht nur Leser der Regenbogenpresse sowie unzählige Fernsehzuschauer dabei. Auch über das <a href="http://www.officialroyalwedding2011.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internet</a> lassen sich Vorbereitungen und royale Eheschließung live verfolgen - politik-digital.de weiß wie.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In der britischen Hauptstadt wird am morgigen Freitag geheiratet und dank Youtube, Facebook und Twitter sind weltweit nicht nur Leser der Regenbogenpresse sowie unzählige Fernsehzuschauer dabei. Auch über das <a href="http://www.officialroyalwedding2011.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internet</a> lassen sich Vorbereitungen und royale Eheschließung live verfolgen &#8211; politik-digital.de weiß wie.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>David und Victoria Beckham, Rowan Attkinson, Guy Ritchie, Sir Elton John, Joss Stone und zahlreiche andere Prominente werden am Freitagmittag in London zugegen sein, wenn Königinnen-Enkel William und die Unternehmertochter Catherine „Kate“ Middleton in Westminster Abbey vor den Traualtar treten. Weltweit werden, so die euphorische Schätzung eines britischen Staatssekretärs, an die zwei Milliarden Menschen vor den Fernsehgeräten sitzen und das Spektakel verfolgen. Anders als noch bei der Hochzeit von Williams Vater Charles mit der Erzieherin Diana Spencer im Jahr 1981 sind Fernsehen und Radio aber längst nicht mehr die einzigen Möglichkeiten für das gemeine Fußvolk, dem Ereignis beizuwohnen.</p>
<p>Auch das Haus Windsor ist im 21. Jahrhundert angekommen und so können Internetnutzer unter dem Motto &#8220;Celebrate with the whole world&#8221; zusätzlich per <a href="http://www.youtube.com/embed/XMVpGnQ39gY" target="_blank" rel="noopener noreferrer">YouTube-Livestream</a> bei der Zeremonie dabei sein. Via Twitter (<a href="http://search.twitter.com/search?q=%23RoyalWedding" target="_blank" rel="noopener noreferrer">#RoyalWedding</a>) werden, nachdem schon die Verlobung des zukünftigen Thronfolgers dort publik gemacht worden war, bereits seit einiger Zeit die Hochzeitsvorbereitungen verkündet und auf der <a href="http://www.facebook.com/TheBritishMonarchy" target="_blank" rel="noopener noreferrer">offiziellen Facebook-Seite</a> der britischen Monarchie permanent Informationen aktualisiert.</p>
<p align="center"><iframe src="http://www.youtube.com/embed/XMVpGnQ39gY" frameborder="0" width="480" height="390"></iframe></p>
<p>Der interessierte Internet-Nutzer kann sich darüber hinaus in einem You-Tube-Video von den <a href="http://www.youtube.com/watch?v=icQORievmdA&amp;feature=relmfu" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vorbereitungen der Hochzeitstorte</a> überzeugen und im royalen <a href="http://www.flickr.com/photos/britishmonarchy/5660571905/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flickr-Album</a> stöbern. Noch ist nicht klar, um wieviel sich die Zahl derjenigen Menschen, die das globale Mediengroßereignis verfolgen werden, dank des Internet vervielfachen wird, es darf aber schon jetzt von einigen Millionen weltweit ausgegangen werden.</p>
<p>Mit dem partizipationsfreundlichen Internet-Portal <a href="http://www.direct.gov.uk/en/index.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DirectGov</a> der britischen Regierung werden auf der Insel bereits seit einigen Jahren Maßstäbe beim Thema eGovernment gesetzt. Das Haus Windsor hat im Jahr 2011 mit einer enormen PR-Kampagne gewissermaßen nachgezogen und lässt die Untertanen am höfischen Leben zumindest aus der Ferne teilhaben.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Offene Daten auf der Insel</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/offene-daten-auf-der-insel-4709/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Jan 2010 13:35:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Open Data]]></category>
		<category><![CDATA[Großbritannien]]></category>
		<category><![CDATA[Open Access]]></category>
		<category><![CDATA[Gordon Brown]]></category>
		<category><![CDATA[London]]></category>
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					<description><![CDATA[In Großbritannien bewegt sich einiges beim Thema &#34;offener Zugang zu öffentlichen Daten&#34;. Die Stadt London launchte am 7. Januar den &#34;<a target="_blank" href="http://data.london.gov.uk/" title="London Datastore" rel="noopener noreferrer">London Datastore</a>&#34;, die britische Regierung bereitet ebenfalls ein offenes Datenportal vor.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In Großbritannien bewegt sich einiges beim Thema &quot;offener Zugang zu öffentlichen Daten&quot;. Die Stadt London launchte am 7. Januar den &quot;<a target="_blank" href="http://data.london.gov.uk/" title="London Datastore" rel="noopener noreferrer">London Datastore</a>&quot;, die britische Regierung bereitet ebenfalls ein offenes Datenportal vor.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Vorangetrieben wurde der Datastore zu großen Teilen vom <a target="_blank" href="http://www.london.gov.uk/view_press_release.jsp?releaseid=24640" rel="noopener noreferrer">Londoner Bürgermeister Boris Johnson</a>. &quot;Ich bin davon überzeugt, dass der Zugang zu Informationen nicht nur Institutionen und und ausgewählten Eliten gewährleistet werden sollte,&quot; sagte er zum Start des Portals. Johnson hatte bereits in seinem Wahlkampf 2008 größere Anstrengungen in Fragen der <a target="_blank" href="http://www.citymayors.com/mayors/london-mayor-johnson.html" rel="noopener noreferrer">Transparenz und Zugang zu öffentlichen Informationen</a> versprochen.
</p>
<p>
Bis zum 29. Januar läuft der Datastore noch in der Betaphase. In seiner vollen Funktionalität sollen dann ca. 200 Datensätze der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Ähnlich wie beim amerikanischen Vorbild &quot;<a target="_blank" href="http://www.appsfordemocracy.org" title="Apps for democracy" rel="noopener noreferrer">Apps for Democracy</a>&quot; sind die Bürger ausdrücklich dazu aufgerufen, für die Daten Applikationen und sogenannte &quot;Mashups&quot; (die Kombination verschiedener Datensätze zu einem neuen) zu programmieren. Unterstützt wird die Stadt London dabei vom britischen TV-Privatsender Channel 4, der einen <a target="_blank" href="http://www.4ip.org.uk/blog/post/4_the_people/" rel="noopener noreferrer">Innovationswettbewerb</a> mit einem Preisgeld von rund 220.000 Euro ausgelobt hat. Prämiert werden sollen die kreativsten Ideen, die aus den Datensätzen entstehen.
</p>
<p>
Auch die <a target="_blank" href="http://www.guardian.co.uk/technology/2009/nov/19/ordnance-survey-maps-free-online" rel="noopener noreferrer">britische Regierung hat bereits angekündigt</a>, sich verstärkt um den offenen Zugang zu öffentlichen Daten zu bemühen. Premierminister Gordon Brown hatte dafür im Juni 2009 Tim Berners-Lee, den Begründer des World Wide Web, als Berater verpflichtet. Im April sollen in einem ersten Schritt die geografischen Kartendaten des &quot;<a target="_blank" href="http://www.ordnancesurvey.co.uk/oswebsite/" title="Ordnance Survey" rel="noopener noreferrer">Ordnance Survey</a>&quot; öffentlich zugänglich gemacht werden.
</p>
<p>
Browns Initiative, öffentliche Daten auch der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, wurde schon seit längerem von verschiedenen Bürgerinitiativen gefordert, allen voran der Bewegung &quot;<a target="_blank" href="http://www.freeourdata.org.uk/" title="Free our data" rel="noopener noreferrer">Free our data</a>&quot;. Auch in Deutschland haben sich unlängst eine Reihe von Parteien, Netzwerken und Unternehmen zum &quot;<a target="_blank" href="http://opendata-network.org/" rel="noopener noreferrer">Opendata Network e.V.</a>&quot; zusammengeschlossen, um die Debatte über den Umgang mit öffentlichen Daten voranzubringen.</p>
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		<title>Leben im roten Bereich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[fkirchner]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Aug 2008 15:58:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[Großbritannien]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalität]]></category>
		<category><![CDATA[London]]></category>
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					<description><![CDATA[Gute Meldung für ängstliche Briten: Das <a href="http://www.homeoffice.gov.uk/about-us/news/crime-maps" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Innenministerium</a> will die Kriminalitätsstatistiken des Königreiches noch 2008 benutzerfreundlich kartografiert ins Internet stellen. Damit sollen die Einwohner an die lokale Polizeiarbeit herangeführt werden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gute Meldung für ängstliche Briten: Das <a href="http://www.homeoffice.gov.uk/about-us/news/crime-maps" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Innenministerium</a> will die Kriminalitätsstatistiken des Königreiches noch 2008 benutzerfreundlich kartografiert ins Internet stellen. Damit sollen die Einwohner an die lokale Polizeiarbeit herangeführt werden.<!--break--></p>
<p>
Die Polizei in der Hauptstadt London hat bereits einen Anfang gemacht. Auf einer <a href="http://maps.met.police.uk/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">interaktiven Karte</a> kann man Diebstahl, Raub und Autobrüche auf Stadtbezirke bezogen ablesen. In Zukunft soll dies jedoch noch verfeinert werden. Bis auf Straße und Platz herunter gebrochen soll das gesamte Königreich in blaue, gelbe und rote Gegenden unterteilt werden.
</p>
<p>
Gute Vorbilder kommen dabei aus dem USA. Die Polizeikollegen aus <a href="http://www.lapdcrimemaps.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Los Angeles</a> vermerken Verbrechen punkt- und taggenau, die Seite <a href="http://www.spotcrime.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">spotcrime.com</a> erzählt sogar noch kurz die Geschichte zu jeder Straftat. Ob das britische Innenministerium den stigmatisierten Quartieren unter die Arme greift, vermeldete es nicht.</p>
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		<title>Politik und Mitmach-Web &#8211; eine internationale Konferenz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Apr 2008 16:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Konferenz]]></category>
		<category><![CDATA[Großbritannien]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[London]]></category>
		<category><![CDATA[Politics]]></category>
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					<description><![CDATA[120 Vorträge in 41 Panels für 180 Teilnehmer in zwei Tagen: Information-Overload an der Royal
Holloway University of London. Dort fand vom 17. bis 18. April eine Konferenz zum Thema <a href="http://newpolcom.rhul.ac.uk/politics-web-2-0-conference/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#34;Politics: Web 2.0&#34;</a> statt. Christian Heise war vor Ort dabei.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>120 Vorträge in 41 Panels für 180 Teilnehmer in zwei Tagen: Information-Overload an der Royal<br />
Holloway University of London. Dort fand vom 17. bis 18. April eine Konferenz zum Thema <a href="http://newpolcom.rhul.ac.uk/politics-web-2-0-conference/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;Politics: Web 2.0&quot;</a> statt. Christian Heise war vor Ort dabei.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Dass die Universität den Namen der<br />
englischen Metropole tragen darf, verwundert. Denn anders als zum<br />
Beispiel die London School of Economics liegt sie weit außerhalb<br />
Londons, genauer gesagt eine 45minütige Zugfahrt von der<br />
Stadtmitte entfernt. Der <a href="http://rhul.ac.uk/About/virtual-tours.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Campus</a> der ehemaligen Mädchenschule ist<br />
dafür traumhaft schön.
</p>
<p>
In dieser einzigartigen Atmosphäre<br />
kamen 180 Teilnehmer, vorwiegend Geisteswissenschaftler, zusammen.<br />
120 Papers wurden vorab eingereicht, bei dieser Anzahl an Teilnehmern<br />
ein guter Schnitt &#8211;  vielleicht zu gut: Die Auswahl unter den<br />
Veranstaltungen war riesig, zum Teil fanden bis zu sechs Panels<br />
gleichzeitig statt. Darin ging es  um Themen wie Parteien, Wahlen,<br />
Kampagnen über Web 2.0-Plattformen, Macht und Politik bis hin<br />
zum Bürgerjournalismus. Der Veranstalter, die <a href="http://newpolcom.rhul.ac.uk/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">New Political<br />
Communication Unit</a> der Royal Holloway University, hatte sich scheinbar vorgenommen,<br />
alle Themenbereiche rund um das Mitmach-Web zu bestücken. Das<br />
führte zu  einer Themenbreite , die teils nichts mehr mit<br />
politischen Verfahren („Politics&quot;) wie Wahlverfahren,<br />
Abstimmungen, aber auch Lobbyismus und Öffentlichkeitsarbeit zu<br />
tun hatte &#8211; was Veranstalter und Teilnehmende aber offensichtlich<br />
in Kauf nahmen. Diese offene Ausrichtung gab der  Konferenz jedoch<br />
einen teilweise unstrukturierten Beigeschmack. Die bunte<br />
Zusammenwürfelung von Themen unter Kategorien wie „Governance&quot;<br />
(Regierungsführung), Citizen Journalism (Bürgerjournalismus),<br />
Digital Divide (Digitale Spaltung) und vielen anderen stiftete eher<br />
Verwirrung als Klarheit.
</p>
<p>
<b>Geisteswissenschaftler und das<br />
Mitmach-Internet</b>
</p>
<p>
Die Qualität der Vorträge war<br />
sehr durchmischt. Während einige praktisch nur ihr eingereichtes<br />
Paper oder die Powerpointpräsentation über alte Themen<br />
vorlasen, überzeugten andere die Teilnehmer mit ihrem Inhalt und<br />
ihrer Präsentationsweise. Herauszuheben sind dabei die<br />
Referenten, die sich mit politischen Kampagnen beschäftigt haben<br />
&#8211;  zum Beispiel Wahlkampagnen  oder Kampagnen zur politischen<br />
Meinungsbildung. Besonders zu betonen sind die Vorträge<br />
einzelner Schwergewichte rund um die wissenschaftliche Untersuchung<br />
der politischen Dimension des Internets, die zwischen den Panels<br />
stattfanden. <a href="http://ics.leeds.ac.uk/staff/details.cfm?id=82" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stephen Coleman</a>, Professor für<br />
politische Kommunikation an der Universität Leeds, <a href="http://www.oii.ox.ac.uk/people/faculty.cfm?id=2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Helen<br />
Margetts</a>,<br />
Professorin für Gesellschaft und Internet am Oxford Internet<br />
Institute (OII) und <a href="http://www.personaldemocracy.com/about/#turk" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Michael Turk</a>, ehemaliger eCampaign<br />
Director des US-amerikanischen republikanischen Komitees, sind nur<br />
drei der sechs hochkarätigen Sprecher, die auf dem Podium rundum<br />
überzeugen konnten.
</p>
<p>
<b>Ungewöhnlich hoher Frauenanteil</b>
</p>
<p>
Dass keiner der teilnehmenden<br />
Wissenschaftler für diese Konferenz ein eigenes<br />
Forschungsprojekt machen würde, war klar. Doch teilweise waren<br />
die vorgestellten Projekte schon ein Weilchen her und betätigten<br />
nur das, was eigentlich alle wussten. Aber  das ist ja bekanntlich<br />
auch eine Erkenntnis. Im Gegensatz dazu gaben viele andere Vorträge<br />
Einblick in gerade erst beginnende Forschungsvorhaben, was zum Teil<br />
für interessante Diskussionen sorgte, zum anderen aber einfach<br />
nicht dem Niveau einer internationalen Konferenz angemessen war. Hier<br />
hätte man sich etwas mehr Auswahl seitens des Veranstalters<br />
gewünscht, was auch die Auswahl für die Besucher etwas<br />
leichter gemacht hätte.
</p>
<p>
Beachtlich an dieser Konferenz war vor<br />
allem der hohe Frauenanteil. Im Gegensatz zu anderen Veranstaltungen<br />
kamen hier auf zwei Teilnehmer immerhin eine Teilnehmerin. Neben den<br />
für eine internationale Konferenz verhältnismäßig<br />
vielen deutschen Teilnehmern waren auch fast alle andere großen<br />
OECD-Staaten vertreten. Nur Osteuropa, Asien und die Nicht-OECD-Welt<br />
waren gefühlt unterrepräsentiert.
</p>
<p>
<b>Wissenschaft hinkt Netzentwicklung<br />
hinterher</b>
</p>
<p>
Fazit: Wirklich neues konnte man der<br />
Veranstaltung nicht abgewinnen. Eines aber machte die Konferenz klar<br />
deutlich: Die Wissenschaft hinkt der aktuellen und schnelllebigen<br />
Entwicklung scheinbar hinterher. Bei dem Tempo der Netzentwicklung<br />
und der Zeit, die für empirische Forschung benötigt wird,<br />
ist das fast verständlich. Dennoch konnte man einen guten<br />
Einblick gewinnen in die Bandbreite an aktueller Forschung in den<br />
Bereichen Politik, Internet und Öffentlichkeit.
</p>
<p>
Letztendlich waren es die Gespräche<br />
zwischen den einzelnen Workshops, die dieser Konferenz einen<br />
wirklichen Mehrwert beschert haben. Es war interessant zu erfahren,<br />
wie die anderen 30 Länder das Thema Politics und Web 2.0<br />
wissenschaftlich auswerten. Dem Veranstalter muss jedoch zu gute<br />
gehalten werden, dass es die erste Veranstaltung dieser Art war und<br />
dass sie dafür hervorragend organisiert war.
</p>
<p>
Trotz der riesigen Themenvielfalt<br />
wurden jedoch zwei Themen komplett ausgelassen. Die rechtlichen<br />
Grundlagen für nutzergenerierte Inhalte (User Generated Content)<br />
im Web 2.0 und das Thema Datenschutz und Datensicherheit. Auch eine<br />
kritische Hinterfragung, was für Gründe oder was für<br />
ein Bedürfnis es gibt, das Phänomen Web 2.0 zu erforschen,<br />
fand nicht statt. Stattdessen forderten die Hauptredner, schon mal<br />
einen Blick auf Web 3.0 zu werfen, &#8211;  obwohl man den Eindruck<br />
gewinnen konnte, dass einige von Ihnen nicht mal das Web 2.0<br />
verstanden haben.</p>
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