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	<title>Lüge &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Lüge &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Chat mit Dietrich Austermann (CDU)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[awegscheider]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Dec 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz-Konzept]]></category>
		<category><![CDATA[Dietrich Austermann]]></category>
		<category><![CDATA[Lüge]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><a href="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/daustermann.shtml#ta">tacheles.02</a>: 
Chat am 2. Dezember 2002<br />
</b> <br />
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><a href="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/daustermann.shtml#ta">tacheles.02</a>:<br />
Chat am 2. Dezember 2002<br />
</b> </p>
<p><b><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/dausterm.gif" alt="Dietrich Austermann" align="left" height="107" width="90" /></b>Moderator:</b><br />
Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. Für die nächste<br />
Stunde ist Dietrich Austermann, haushaltspolitischer Sprecher der Unionsfraktion<br />
im Bundestag, Chat-Gast hier im ARD-Hauptstadtstudio.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> tacheles.02 ist ein<br />
Format von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt<br />
von tagesspiegel.de. </span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Kann<br />
es losgehen, Herr Austermann?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:</b><br />
Ja.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Herr Austermann, Sie sind Haushaltsexperte der Unionsfraktion &#8211; was kostet<br />
den Steuerzahler der vor einer Stunde von der Union beschlossene Untersuchungsausschuss<br />
zu den angeblichen Wahlkampflügen von Rot-Grün?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann</b>:<br />
Er kostet soviel wie jeder andere Ausschuss des Parlaments auch, d.h.<br />
er ist in den Kosten des Bundestages insgesamt enthalten. Für den<br />
Bürger dürfte er sich auszahlen, wenn dadurch künftig vermieden<br />
wird, dass eine Regierung so schamlos die Wähler betrügt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hergan:</b><br />
Wahlbetrug-Ausschuss: Haben Sie auch für den Ausschuss gestimmt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:</b><br />
Ja. Ich bin davon überzeugt, dass es aus Gründen der politischen<br />
Hygiene und zur Abschreckung für alle Politiker notwendig ist darauf<br />
hinzuweisen, dass Amtsautorität und Regierungsämter nicht missbraucht<br />
werden dürfen gegen Bürger, die Vertrauen haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sparsocke33:</b><br />
Ist das Ergebnis der Arbeit nicht vorhersehbar? Geht es Ihnen auch darum,<br />
die Regierung bis zu den Landtagswahlen Anfang Februar in Hessen und Niedersachsen<br />
vorzuführen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann</b>:<br />
Das Ergebnis des Untersuchungsausschusses wird vor der Wahl im Februar<br />
nicht bekannt sein. Der Ausschuss wird erst in der letzten Dezemberwoche<br />
seine Arbeit aufnehmen. Wenn ich wüsste, welches Ergebnis der Ausschuss<br />
hat, brauchten wir dieses Gremium nicht. Wir haben einen gezielten Verdacht,<br />
dass die Regierung Kenntnisse und Wissen nicht in dem Maße eingesetzt<br />
hat, wie es der Wahrheit am ehesten entsprechen würde. Wir haben<br />
Vermutungen zur wirtschaftlichen Entwicklung geäußert, die<br />
sich jetzt bestätigt haben. Die Regierung hat das Gegenteil behauptet,<br />
obwohl sie es hätte besser wissen müssen. Jeder Bürger<br />
muss dem Staat gegenüber bei Steuererklärungen und ähnlichem<br />
wahrhaftig sein und vollständige Auskunft geben. Da kann niemand<br />
Verständnis haben, wenn es umgekehrt für die Regierung ohne<br />
Konsequenzen bleibt, wenn sie die Bürger täuscht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Fis.kus: </b>Politische<br />
Hygiene? Wäre es nicht auch hygienisch gewesen, wenn Ex-Bundeskanzler<br />
Kohl seine Spender verraten hätten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:</b><br />
Der Unterschied liegt hier darin, dass in einem Fall Helmut Kohl als Parteivorsitzender<br />
gehandelt bzw. geschwiegen hat. Im vorliegenden Fall wird die Regierung<br />
auf dem Feld tätig, in dem nur die Regierung tätig werden kann.<br />
Nach Schwindeleien von Schröder als Parteivorsitzendem wird in dem<br />
Untersuchungsausschuss nicht gefragt.<br />
gerard: Mal ganz demokratietheoretisch: Muss nicht jede Partei im Wahlkampf<br />
so sehr verkürzen, dass der Unterschied zu einer Lüge oft kaum<br />
spürbar ist?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:</b><br />
Ich muss noch einmal wiederholen, dass es nicht um Aussagen von Politikern,<br />
von Wahlkämpfern oder Abgeordneten geht, die in dem Untersuchungsausschuss<br />
bewertet werden sollen. Wir wollen die Tätigkeit von Personen unter<br />
die Lupe nehmen, die für das, was sie getan haben, einen Eid geleistet<br />
haben. Zu ihrer eigentlichen Frage: Auch nach 20 Jahren im Bundestag bemühe<br />
ich mich, die Dinge so darzustellen, dass ich morgens und abends in den<br />
Spiegel sehen kann. Bei Herrn Eichel scheint der Spiegel heruntergefallen<br />
zu sein.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>gerard:</b><br />
Das ist schon klar: Aber deswegen habe ich ja ganz allgemein nach der<br />
Demokratietheorie gefragt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:</b><br />
Zur Demokratie gehört die Wahrhaftigkeit in der Politik genauso wie<br />
die Wahrhaftigkeit bei privaten Verträgen und persönlichen Beziehungen.<br />
Als Kandidat und Abgeordneter bewirbt man sich um das Vertrauen des Wählers,<br />
das bekommt man nur, wenn man auch nach der Wahl das tut, was man vor<br />
der Wahl versprochen hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Fis.kus:</b><br />
Meiner Meinung nach hat sich das politische Klima in Deutschland extrem<br />
verschlechtert. Dass der Wind so rau geworden ist, daran hat auch die<br />
CDU/CSU Schuld. Dem Bürger dient das alles nicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann</b>:<br />
Ich weiß nicht, woraus sie das Verschulden der Union an der gegenwärtigen<br />
Situation ableiten. Wir haben eine klare rot-grüne Mehrheit seit<br />
Ende 1998, die lange auch eine Mehrheit im Bundesrat hatte. Wir haben<br />
seit einem Jahr auf die Gefahr einer sich abzeichnenden Rezession hingewiesen.<br />
Unsere schlimmsten Erwartungen sind übertroffen worden. Wir haben<br />
auch im Bundestag konkrete Vorschläge gemacht, die helfen sollten,<br />
die wirtschaftliche Situation zu verbessern. Als wir 1998, also vor 4<br />
Jahren, abgewählt wurden, lag dies wohl auch daran, dass wir auf<br />
die Notwendigkeit von Strukturveränderungen hingewiesen haben, und<br />
diese auch durchsetzen konnten, bei Rente, Krankenversicherung und auf<br />
dem Arbeitsmarkt. Schröder ist es Mitte 1998 gelungen, die Bürger<br />
in die Irre zu führen, indem er behauptet hat, es ginge ohne die<br />
von uns vorgeschlagenen Einschränkungen. Die jetzige Rezession ist<br />
Schröders Rezession.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sorge22:</b><br />
CDU-Vize Christoph Böhr sagte dazu: &quot;Mir persönlich wäre<br />
es lieber, wenn unsere Bundestagsfraktion als Verfassungsorgan Klage beim<br />
Bundesverfassungsgericht einreichen dürfte. Dann könnten wir<br />
die Frage aus dem politischen Meinungsstreit heraushalten.&quot; Stimmen<br />
sie dem zu?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:<br />
</b>Jeder weiß, das Verfahren vor dem Verfassungsgericht einen<br />
erheblichen Zeitbedarf benötigen. Jetzt geht es darum, dafür<br />
zu sorgen, dass mit den Erkenntnissen des Untersuchungsausschusses die<br />
Strafe für die Regierung durch die Offenlegung ihres Verhaltens auf<br />
dem Fuße folgt. Trotzdem ist der Gedanke von Herrn Böhr in<br />
der Richtung sicher nicht falsch. Es geht in der Tat darum, dass ein Verfassungsorgan,<br />
also die Bundesregierung, ihre Stellung gegenüber dem Souverän,<br />
also dem Volk, missbraucht hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>gerard:</b> Wie ist dass denn mit Frau Merkel gewesen: Die<br />
Presse schrieb, dass sie von Koch geradezu genötigt worden wäre,<br />
sich für den Ausschuss stark zu machen. Ist da was dran?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:</b><br />
Ich war bei den internen Sitzungen nicht dabei, habe aber selbst vielleicht<br />
als erster in der Bundestagfraktion bereits in der vorletzten Sitzung<br />
des Bundestages öffentlich den Ausschuss ins Gespräch gebracht.<br />
Nach der Darstellung im Fraktionsvorstand heute bin ich davon überzeugt,<br />
dass Angela Merkel und Roland Koch von Anfang an einem Strang gezogen<br />
haben. Die Debatte in unserer Fraktion heute hat gezeigt, dass die Fraktion<br />
sich auch nicht fernsteuern lassen würde.<br />
Moderator: Wie war den die Debatte heute in der Fraktion? Wie haben ihre<br />
Fraktionskollegen argumentiert, die gegen den Ausschuss waren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann</b>:<br />
Teilweise gab es die Sorge, dass die Bürger annehmen könnten,<br />
<br />
wir würden uns nur mit Vergangenheitsbewältigung, also mit dem<br />
letzten Wahlkampf befassen. Diese Sorge wurde schnell zerstreut, als auf<br />
die bevorstehende Debatte in dieser Woche und auf das heute vorgestellt<br />
10-Punkte Programm zur wirtschaftlichen Belebung verwiesen wurde. Wir<br />
wollen die Kontrolle der Regierung, aber natürlich auch unseren Beitrag<br />
leisten, damit es in Deutschland vorwärts und wieder aufwärts<br />
geht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen:</b><br />
Anderes Thema. Meines Erachtens viel wichtiger: Was würde die CDU<br />
besser machen ? Heide Simonis (SPD) fordert ja von ihrem Bundeskanzler<br />
eine &quot;Schweiß, Blut und Tränen-Rede&quot; ! Wäre<br />
das nicht ein Weg, den die CDU bestreiten könnte? Gerade vor den<br />
Wahlen im Februar könnte hier gezeigt werden, dass die CDU, im Gegensatz<br />
zu den Regierungsparteien, ehrlich an die Sache rangeht!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:</b><br />
Das Problem liegt darin, dass rot-grün nach wie vor im Bundestag<br />
eine klare Mehrheit hat, und bisher nicht bereit ist zu Kompromissen in<br />
Fragen der Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Finanzpolitik. Zur Zeit wird<br />
die Bundesregierung aus der DGB Zentrale ferngesteuert. Unsere Vorschläge<br />
zur Verbesserung der Situation lauten: Ein ehrlicher Kassensturz, ein<br />
Finanzvorbehalt für alle neuen Ausgaben, die Entriegelung des Arbeitsmarktes<br />
(Minijobs, Scheinselbständigkeit, befristete Beschäftigung,<br />
Betriebsverfassung), die Erleichterung von Genehmigungen, wirkliches Sparen<br />
(zur Zeit haben wir die teuerste Regierung aller Zeiten), Subventionsabbau,<br />
Bekämpfung des Umsatzsteuerbetruges, Stärkung von Investition,<br />
Steuersenkung für Mittelstand und Bürger, und Strukturreformen<br />
bei den Sozialsystemen. Die Regierung tut leider das Gegenteil, indem<br />
sie die Steuern am 1. Januar um fast 15 Mrd. Euro erhöht, den Arbeitsmarkt<br />
verriegelt und Investitionen drosselt. Weil kein Vertrauen da ist in eine<br />
vernünftige Entwicklung, wird das vorhandene Geld von Bürgern<br />
und Betrieben nicht investiert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Damit hat sich diese Frage von&#8230;.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Zapzarap:<br />
</b>&quot;Zehnpunkteprogramm für Wachstum und Arbeit&quot; ,<br />
was ist der Kern davon?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
wohl erledigt. Aber die Frage ist noch offen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>zapzarap:</b><br />
DGB ferngesteuert und Sie vom BDI (Bund Deutscher Industrie) oder BDA<br />
(Arbeitgeberverbände)?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Dietrich Austermann:</b> Sozial ist, was Arbeit schafft.<br />
Ich fühle mich den Arbeitnehmern und den Unternehmen verpflichtet,<br />
und hier besonders den Mittelständlern, die den Löwenanteil<br />
aller Arbeits- und Ausbildungsplätze stellen. Wenn wir ihnen die<br />
Arbeit immer schwerer machen, nehmen wir ihnen die Lust am investieren.<br />
Das verhindert Einstellungen und Mehrbeschäftigung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jochen:</b><br />
Fakt ist doch, die Bürger im Lande sind nicht blöd. Jeder weiß,<br />
dass in Zukunft Opfer nötig sind. Warum geht die CDU nicht in die<br />
Offensive ?! Ein großer Teil der Bevölkerung ist bereit, Opfer<br />
zu bringen. Aber nur, wenn ein klares Konzept auf dem Tisch liegt und<br />
nicht weiter &quot;das Blaue vom Himmel&quot; erzählt wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:<br />
</b>Ich habe darauf hingewiesen, dass wir bereits vor 1998 klar Opfer<br />
verlangt haben. Dies wurde auch in Gesetzen durchgedrückt,. zum Beispiel<br />
um Arbeit billiger zu machen, Veränderungen bei befristeter Beschäftigung,<br />
Lohnfortzahlung, Kündigungsschutz, Zuzahlung bei Krankenversicherung<br />
usw. Diese Ehrlichkeit wurde uns nicht gedankt. Trotzdem sagen wir, obwohl<br />
dies eigentlich Sache des Kanzlers wäre, es geht bei Rente und Krankenversicherung<br />
nicht ohne eine Beschränkung auf die Grundleistungen. SPD Generalsekretär<br />
Scholz hingegen behauptet, es ginge die nächsten 10 Jahre ohne Veränderung<br />
bei der Rente. Weshalb hat die Koalition dann eine Rentenkommission eingerichtet?<br />
Wir sind bereit, heute den Bürgern zu sagen, dass es ohne längere<br />
Arbeitszeit nicht geht, wenn nicht immer weniger Arbeitnehmer für<br />
immer mehr Rentner aufkommen sollen. Zur Zeit entlasten sich viele Betriebe<br />
über Vorruhestand und Altersteilzeit zu lasten des Arbeitsamtes,<br />
und erfahrene arbeitsfähige Frührentner laufen auf der Straße<br />
herum. Andererseits ist nicht einzusehen, dass wir alleine von Opfern<br />
reden, während sich Schröder und Eichel darauf beschränken,<br />
50 Steuern zu erhöhen, sich im Übrigen aber einen schlanken<br />
Fuß machen und die Zukunft verweigern.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sorge22: </b>Zu<br />
Beginn des Jahres hatten alle Wirtschaftsforschungsinstitute prognostiziert,<br />
&quot;dass wir in der zweiten Hälfte des Jahres todsicher mit Aufschwungstendenzen<br />
werden rechnen können&quot;. Wie waren denn vor Monaten ihre Prognosen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:</b><br />
Am 16.11. 2001 habe ich während der Haushaltsdebatte für 2002<br />
darauf hingewiesen, dass der Haushalt an der Verfassungsgrenze laboriert.<br />
Ich habe Eichel vorgeworfen, dass er mit seiner Defizitmeldung gegenüber<br />
Brüssel bei einem Wachstum von 1,25 Prozent voll daneben liegen würde.<br />
Bereits seit Anfang 2001 ist zu erkennen, dass die Arbeitslosigkeit saisonbereinigt<br />
ständig angestiegen ist. Die zunehmende Zahl der Pleiten war ein<br />
weiterer Beleg für die schlechte wirtschaftliche Entwicklung. Dies<br />
gilt auch für das Wegbrechen der Steuereinnahmen. Wenn Eichel sich<br />
darauf beruft, dass angeblich alle Prognosen seine Position bestätigt<br />
hätten, dann frage ich mich, wofür wir überhaupt einen<br />
Minister brauchen und nicht an seine Stelle einen Schreibautomaten stellen.<br />
Wo ist sein gesunder Menschenverstand geblieben, der die Entwicklung in<br />
unserem Land mit Vernunft kritisch begleitet?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>hergan:</b><br />
Hartz-Konzept: Sind CDU und SPD wirklich so weit auseinander oder spielt<br />
die CDU nur eine Rolle im Bundesrat, wegen der Wahlen in Niedersachen<br />
und Hessen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:</b><br />
Teile des Hartz-Konzepts sind akzeptabel und werden von uns unterstützt.<br />
Dies betrifft insbesondere die Bereiche, die die Zumutbarkeit betreffen<br />
und eigene Verantwortung der Arbeitnehmer stärken sollen. Einzelne<br />
Teile entsprechen aber nicht einmal mehr dem Konzept von Herrn Hartz,<br />
weshalb dieser sich inzwischen weigert, für die Vorstellungen der<br />
Regierung zu werben. Es macht beispielsweise keinen Sinn, den Lohn für<br />
Leiharbeit von Anfang an an den Tarif zu koppeln, weil damit der Anreiz,<br />
Arbeitnehmer zusätzlich einzustellen, entfällt. Auch das Brückengeld,<br />
das praktisch den Vorruhestand ausweitet, ist angesichts der Rentenfinanzen<br />
ziemlich unsinnig. Wir sind jedoch insgesamt, wie auch in anderen Bereiche,<br />
kompromissbereit wenn es darum geht, für mehr Beschäftigung<br />
zu sorgen, soweit der Staat das überhaupt kann. Ein bisschen haben<br />
wir den Verdacht, dass &quot;Hartz&quot; für sich genommen keinen<br />
zusätzlichen Arbeitsplatz schafft, allenfalls eine bessere Verwaltung<br />
der Arbeitslosigkeit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>lügenbaron25:</b><br />
Wie wollen Sie/CDU weg von der unverhältnismäßigen Entlastung<br />
der Großkonzerne? Gerade in einer so wirtschaftfreundlichen Partei<br />
wie der CDU, wo viele höhere Mitglieder schon in einem Vorstand sitzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:</b><br />
Dies ist für mich ein zentrales Thema. Die handwerkliche Unfähigkeit<br />
der Bundesregierung bei der Steuerreform 2000 und weitere Entscheidungen<br />
der rot-grünen Koalition haben dazu geführt, dass Kapitalgesellschaften<br />
als solche praktisch seit 2 Jahren keine Steuern mehr zahlen, während<br />
dies 2001 noch 44 Mrd. DM waren. Wir müssen Kapitalgesellschaften<br />
wieder gerechter besteuern und die zusätzlichen Steuern nehmen, um<br />
Mittelstand und Arbeitnehmer zu entlasten. Das steigert Investitionsbereitschaft<br />
und kostet unter dem Strich nichts, schafft aber zusätzliche Arbeitsplätze.<br />
Es war nachgerade unsozial, bei Kapitalgesellschaften die Veräußerung<br />
von Beteiligungen seit 2000 steuerfrei zu stellen, während Mittelständler<br />
und kleine Handwerksbetriebe in einer gleichen Situation hohe Steuern<br />
zahlen. Dies muss angeglichen werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gerhard der<br />
Große:</b> Bei welchem Unternehmen sitzen Sie im Vorstand Herr<br />
Austermann?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:<br />
</b>In keinem einzigen. Ich bin selbständiger Anwalt. Allerdings<br />
bin ich wegen der zeitlichen Beanspruchung nur noch in geringem Maße<br />
als Anwalt tätig.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>hartzaberherzlich:</b><br />
Die Hartz-Kommission hat das Rad nicht neu erfunden. Job-Center, Personalservice-Agenturen,<br />
Fördern und Fordern: So neu diese Begriffe in deutschen Ohren klingen,<br />
so vertraut sind sie anderswo. Sollten wir nicht mehr ins Ausland schauen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:</b><br />
Selbstverständlich ist der Blick über die Grenzen immer lehrreich.<br />
Ich kommen aus Schleswig-Holstein, der nördliche Nachbar Dänemark,<br />
über viel Jahre sozialdemokratisch regiert, hat es mit harten Konsequenzen<br />
im Sozialbereich geschafft, die Arbeitslosigkeit drastisch zu drosseln.<br />
Es geht vor allem darum, dass diejenigen, die nicht wollen, die Konsequenzen<br />
ihres Verhaltens spüren müssen. Das ist bei uns weder in der<br />
Sozialhilfe noch bei der Arbeitslosenhilfe im erforderlichen Maße<br />
der Fall. Ein junger Mensch, der eine Lehrstelle in Dänemark vorzeitig<br />
hinwirft, hat Problem beim Sozialamt. Dies ist deshalb richtig, weil gerade<br />
Ungelernte am ehesten arbeitslos sind. Vieles, was für Dänemark<br />
gilt, kann man auch in Holland bestätigt finden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>jobflooder:</b><br />
Sind kollektive Kürzungen für Arbeitslose ein sinnvolles Instrument?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:</b><br />
Arbeitslosengeld ist eine Versicherungsleistung, für die Beiträge<br />
gezahlt wurden. Kollektive Kürzungen verbieten sich hier genauso,<br />
wie bei jeder anderen Versicherung. Allerdings muss überprüft<br />
werden, ob alles, was das Arbeitsamt tut, dem Versicherungsgedanken entspricht.<br />
Nur die Hälfte der Ausgaben der Bundesanstalt für Arbeit betreffen<br />
das Arbeitslosengeld. Anders sieht die Sache allerdings bei der Arbeitslosenhilfe<br />
aus, die aus dem Bundeshaushalt oftmals unbefristet gezahlt wird. Hier<br />
muss dringend eine Überprüfung und eine Anpassung an die Sozialhilfe<br />
vorgenommen werden, die in der Regel nur dann gezahlt wird, wenn Bedürftigkeit<br />
vorliegt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Viele Fragen und Meinungen zu Lüge, Wahrheit und Hartz.<br />
Zum Abschluss vielleicht noch eine kleine Hilfereichung für die Oppositionskolleginnen<br />
und Kollegen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>DoroM.:</b><br />
Was raten Sie der FDP im Zuge der Möllemann-Spendenaffäre aus<br />
der Sicht der CDU, die so etwas ja auch schon durchgemacht hat?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:<br />
</b>Wir sollten es ähnlich machen wie bei der FDP damals, und<br />
uns mit Ratschlägen oder gar Schadenfreude heraushalten. Meine Sorge<br />
ist, dass eine lange öffentliche Auseinandersetzung wegen des Fehlverhaltens<br />
von im wesentlichen einer Person die Partei über Jahre hinweg in<br />
einer negativen Diskussion hält. Wo bekommen wir dann einen Koalitionspartner<br />
her, wenn dies nötig ist?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Liebe Chat-Gäste, sehr geehrter Herr Austermann. Unsere Chatzeit<br />
ist leider vorbei. Vielen Dank für Ihre Fragen. Wir würden uns<br />
freuen, Sie bei unserem nächsten Chat wieder begrüßen<br />
zu dürfen. Übermorgen, am Mittwoch, den 4. Dezember 2002, ist<br />
Dirk Niebel (FDP) von 18.00 bis 19.00Uhr zu Gast im tacheles.02 Live-Chat.<br />
Am Dienstag, 10. Dezember 2002, stellt sich SPD-Generalsekretär Olaf<br />
Scholz von 17.00 bis 18.00 Uhr Ihren Fragen. Vielen Dank, Herr Austermann,<br />
dass Sie sich die Zeit genommen haben, ins ARD-Hauptstadtstudio zu kommen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Dietrich Austermann:</b><br />
Herzliche Grüße an alle Chatterinnen und Chatter. Ich hoffe,<br />
ich habe Sie davon überzeugt, dass Politik trotz allem interessant<br />
ist und wir uns bemühen, die Interessen der Bürger nicht aus<br />
dem Auge zu verlieren.</span>
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Weitere Informationen<br />
zu Dietrich Austermann:</b></span>
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<li><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><a href="http://www.dietrich-austermann.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dietrich<br />
	Austermann </a></span></li>
</ul>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<a title="ta" name="ta"></a><b>tacheles.02</b> ist ein Format von <a href="http://www.tagesschau.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesschau.de</a><br />
und <a href="http://www.politik-digital.de/index.shtml">politik-digital.de</a> und<br />
wird unterstützt von <a href="http://www.tagesspiegel.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tagesspiegel.de</a></span></p>
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]]></content:encoded>
					
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			</item>
	</channel>
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