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	<title>Mark Zuckerberg &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Mark Zuckerberg &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Free Basics – Zuckerberg verliert den Kampf in Indien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronald Meinardus]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Feb 2016 09:56:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Indien]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Ohrfeige für Facebook — in Indien ist das Soziale Netzwerk mit dem Versuch, ein begrenztes Internet für Alle auf [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft wp-image-148419 size-large" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Indien_FSMKs_walkathon_in_support_of_NetNeutrality_by_Viggy-Prabhu_via_Wikipedia_CC-BY-SA-4.0-630x337.jpg" alt="Demonstration in Indien gegen Free Basics, Viggy Prabhu via Wikipedia, CC BY-SA 4.0" width="630" height="337" />Eine Ohrfeige für Facebook — in Indien ist das Soziale Netzwerk mit dem Versuch, ein begrenztes Internet für Alle auf Kosten der Netzneutralität zu installieren, vorerst gescheitert.</p>
<p>Für Mark Zuckerberg, den erfolgsverwöhnten Facebook-Gründer, ist es ein Rückschlag. Mit erheblichem persönlichen und finanziellen Einsatz hatte der Unternehmer in Indien für Free Basics geworben. Zum Nulltarif – so das Geschäftsmodell, ja die Vision des Amerikaners – sollten Hunderte Millionen Inder Zugang zum Internet erhalten.</p>
<h3>„Walled Garden“ als Spatz in der Hand</h3>
<p>Der Plan hatte einen Haken: das <a href="http://politik-digital.de/news/gratis-internet-als-einstiegsdroge-facebook-geraet-in-indien-in-die-defensive-148221/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gratis-Angebot</a> bezog sich nicht auf das ganze Netz, sondern nur eine abgespeckte Version. Facebook und seine lokalen Partner würden darüber entscheiden, welche Apps die Nutzer ansurfen könnten und welche ihnen vorenthalten blieben.</p>
<p>Die Facebook-Pläne haben in Indien eine netzpolitische Grundsatzdebatte ausgelöst, die in der Geschichte des Landes ihres Gleichen sucht. Der Streit hat längst die engen Zirkel der Experten und Online-Aktivisten verlassen und mutierte zu einem Politikum vorderen Ranges.</p>
<p>Nach elfmonatigem Hin und Her auf allen Kanälen hat die Regulierungsbehörde für die Telekommunikation (TRAI) nun das mit Spannung erwartete Urteil gefällt. Es ist eine schallende Ohrfeige für Facebook, so die einhellige Meinung der Beobachter.</p>
<h3>Netzneutralität für ein offenes und faires Internet</h3>
<p>„Kein Provider darf diskriminierende Tarife für Datenübertragungen verlangen“, verkündete die Behörde Anfang der Woche. Der Satz ist ein Bekenntnis zum <a href="http://politik-digital.de/news/warum-man-internet-org-eine-chance-geben-sollte-145686/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Prinzip der Netzneutralität</a>, die – positiv formuliert – vorschreibt, dass die Anbieter sämtlichen Verkehr im Internet gleichberechtigt behandeln müssen.</p>
<p>Ein knappes Jahr hatte der Streit um diesen wichtigen Grundsatz, vor allem aber dessen Auslegung, gewütet. Von einem Kampf zwischen David und Goliath war die Rede. Jetzt hat – um beim Bild zu bleiben &#8211; einmal mehr der vermeintlich Schwächere gesiegt.  Das ist in diesem Fall eine lose Koalition von Netzaktivisten, Teile der indischen Telekom-Industrie, die nicht mit Facebook gemeinsame Sache machen und &#8211; bemerkenswerterweise &#8211; die politische Klasse.</p>
<p>Vertreter der großen Parteien feierten den TRAI-Beschluss schnell auch als ihren Sieg. Die Direktive bestätige „die Vision eines offenen und fairen Internet“, sagte Ravi Shankar Prasad, der Minister für Kommunikation und Informationstechnologie von der regierenden BJP-Partei. Der Vorgang ist auch deshalb interessant, da Regierungschef Narendra Modi bis vor Kurzem gerne mit Marc Zuckerberg vor der Kamera posierte und den Amerikaner geradezu hofierte für seine visonäre Digital India-Kampagne.</p>
<h3>Öffentliche Konsultation</h3>
<p>Nicht untypisch für die politische Willensbildung in der größten Demokratie der Welt hatte die Regulierungsbehörde zu einem öffentlichen Konsultationsprozess eingeladen. Inder gelten als diskussionsfreudige Menschen. Daher löste die Einladung ein breites Echo aus: Bei TRAI gingen – Medienberichten zufolge – nicht weniger als 2, 5 Millionen Eingaben ein, wobei  die klare Mehrheit für das Facebook-Projekt Partei ergriff. Zuvor hatte der Online-Konzern mit einer Riesen-PR-Kampagne dafür gesorgt, dass seine Argumente nicht überhört wurden.  Die teure Kampagne ging indes nach hinten los, denn die TRAI-Beamten fanden wenig Gefallen an den automatisierten Massen-Emails, die die Facebook-Fans mit wenigen Mausklicks verschickten.</p>
<p>Je länger die netzpolitische Debatte währte, desto stummer wurden die Fürsprecher für Zuckerbergs abgespecktes Gratis-Internet. Selbst die heimischen Telekommunkationsunternehmen, die mit „Zero-Rate“-Angeboten Geld verdienen wollen, gingen auf Tauchstation. Insofern ist der jetzige Grundsatzbeschluss keine große Überraschung.</p>
<p>Indiens Netzaktivisten feiern die Entscheidung als einen historischen Sieg. „Der Ausgang zeigt was passiert, wenn junge Menschen am politischen Prozess teilhaben“, sagte Nikhil Pahwa, der die Kampagne #SaveTheInternet (Rettet das Internet) steuerte.</p>
<h3>Globale Konsequenzen</h3>
<p>Die ordnungspolitsche Diskussion wurde auch jenseits der indischen Landesgrenzen aufmerksam verfolgt. Der Beschluss erhöhe den Druck auf die Regulatoren in den USA, die Schlupflöcher in der amerikanischen Politik zu stopfen, kommentiert der Branchendienst Motherboard die „dramatische Niederlage für Facebook“.</p>
<p>Dort zeigt man sich betreten: „Obwohl wir enttäuscht sind, werden wir unsere Bemühungen, die Barrieren im Internet zu überwinden fortsetzen, um denjenigen, die nicht verbunden sind, einen leichteren Zugang zum Internet und seinen Chancen zu gewähren“, heisst es in einer Stellungnahme.</p>
<p>Allgemein wird in Neu Delhi damit gerechnet, dass die Entscheidung der Regulierungsbehörde nicht das Ende vom Lied ist. Facebook und seine Verbündeten werden in Berufung gehen und den politschen Streit in die Gerichte verlagern, so die Annahme.</p>
<p>Derweilen warten Hunderte Millionen Inder auf ihren Anschluss an das Internet. Ob der TRAI-Beschluss ihre Chancen beschleunigt, steht auf einem anderen Blatt. Für den Moment haben die Inder einem der größten internationalen Investoren ordentlich in die Suppe gespuckt.</p>
<p style="text-align: left">Bild: <a href="http://images.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fupload.wikimedia.org%2Fwikipedia%2Fcommons%2F0%2F04%2FFSMK%2527s_walkathon_in_support_of_NetNeutrality.jpg&amp;imgrefurl=https%3A%2F%2Fen.wikipedia.org%2Fwiki%2FFree_Software_Movement_of_Karnataka&amp;h=960&amp;w=1280&amp;tbnid=u5EztzWqFHOo_M%3A&amp;docid=AGN1AfgIz21DBM&amp;ei=OfO6VsOPMOP36ASh4o6gCw&amp;tbm=isch&amp;iact=rc&amp;uact=3&amp;dur=428&amp;page=1&amp;start=0&amp;ndsp=8&amp;ved=0ahUKEwiDkNKO4uzKAhXjO5oKHSGxA7QQrQMIIDAA" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Viggy Prabhu</a><span class="licensetpl_attr">,</span><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> CC BY-SA 4.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Gratis-Internet als Einstiegsdroge? – Facebook gerät in Indien in die Defensive</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ronald Meinardus]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Jan 2016 14:51:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[freien Internet]]></category>
		<category><![CDATA[NASSCOM]]></category>
		<category><![CDATA[Indien]]></category>
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					<description><![CDATA[Neu Delhi &#8211; Radikale Visionen bleiben selten ohne Widerspruch. Das erlebt auch Mark Zuckerberg, der die Menschheit mit freiem Internet [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/FB_Fotor.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-148231" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/FB_Fotor.jpg" alt="FB_Fotor" width="640" height="280" /></a><br />
Neu Delhi &#8211; Radikale Visionen bleiben selten ohne Widerspruch. Das erlebt auch Mark Zuckerberg, der die Menschheit mit freiem Internet beglücken will. Ein Lieblingsprojekt des Facebook-Gründers firmiert unter dem Markenzeichen &#8220;Free Basics&#8221;. Es soll Hunderten Millionen Menschen vor allem in dem unterentwickelten Teil der Welt kostenlosen Zugang zu ausgewählten Onlinediensten verschaffen.</p>
<p>Indien ist ein Schlüssel für das Gelingen des digitalen Großraumprojektes. Das südasiatische Schwellenland ist im Umruch. Die Digitalisierung, da ziehen Regierung und Unternehmen an einem Strang, gilt als Instrument, das die Massen aus der Armut hieven soll. Eine Milliarde der 1,3 Milliarden Inder verfügen nicht über einen Internet-Zugang. Das wird sich schnell ändern. In der Branche herrscht Goldgräber-Stimmung.</p>
<p>Mit knapp 140 Millionen Nutzern ist Facebook auf dem indischen Markt bestens platziert: Nur in den USA geniesst Zuckerbergs Social Media-Dienst mehr Zuspruch.</p>
<p>Wer gemeint hatte, Facebook würde mit seinem Angebot eines abgespeckten Gratis-Internet in Indien Begeisterung auslösen, wurde eines Besseren belehrt. Das Vorhaben hat auf den Subkontinent eine Grundsatzdiskussion ausgelöst, die längst über die versteckten Zirkel der Experten und Netzaktivisten hinausreicht.</p>
<p>Vorausgegangen war die Entscheidung der indischen Telekommunikationsaufsichtsbehörde TRAI, den Dienst vorübergehend zu stoppen. Die Auszeit solle, durchaus in guter demokratischer Tradition, für die eigene und allgemeine Entscheidungsbildung genutzt werden.</p>
<p>Es folgte eine Meinungsschlacht auf allen Kanälen, die noch nicht abgeschlossen ist. Über eine gewaltige Anzeigenkampagne stellte Facebook sicher, dass die Botschaft, <em>Free Basics</em> meine es gut mit Land und Leuten, beim besten Willen nicht übersehen werden konnte. Dieselben Zeitungen, die die teuren ganzseitigen Inserate druckten, veröffentlichten wenig später kritische Kommentare der <em>Free Basics</em>-Gegner.</p>
<p>Die Koalition der Opposition ist vielfältig: Neben der überschaubaren Gruppe der Netzaktivisten, deren Spezial-Jargon nur Eingeweihte verstehen, finden sich Unternehmer und ihre Verbände, die ihre wirtschaftlichen Interessen durch das Gratis-Internet gefährdet sehen. So etwa der Start-Up Verband NASSCOM mit seinen 2.000 Mitgliedern aus der IT-Branche und dem E-Commerce-Bereich. „Der Schutz der Netzneutralität ist eine nicht verhandelbare nationale Priorität“, sagte NASSCOM-Präsident R. Chandrashekhar zur aktuellen Diskussion.</p>
<p>Die Gleichbehandlung aller Daten bei der Übertragung im Internet ist der <a href="http://politik-digital.de/news/warum-man-internet-org-eine-chance-geben-sollte-145686/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kern</a> der Auseinandersetzung. Diesen Grundsatz sehen die <em>Free Basics</em>-Gegner verletzt, wenn Facebook-Manager darüber entscheiden können, welche Apps im Gratis-Angebot angesurft werden können und welche nicht. Unterschiedliche Menschen in Indien würden Zugang zu unterschiedlichen Informationen haben, von einem eingemauerten Garten&#8221; ist die Rede und der &#8220;Balkanisierung des Internet&#8221;.</p>
<p>&#8220;Wie kann in einem derart klaustrophobischen Umfeld Innovation gedeihen&#8221;, fragen Nandan Nilekani und Viral Shah in einem <a href="http://blogs.timesofindia.indiatimes.com/toi-editorials/free-basics-is-a-walled-garden-heres-a-much-better-scheme-direct-benefit-transfer-for-internet-data-packs/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Meinungsbeitrag</a> rhetorisch und warnen, <em>Free Basics</em> werde Indien in &#8220;eine digitale Kolonie der Internet Riesen&#8221; verwandeln.</p>
<p>In seinen PR-Aktionen stellt Facebook den gemeinnützigen Charakter des Projektes in den Vordergrund. Marc Zuckerberg vergleicht sein Gratis-Internet mit einer öffentlichen Bibliothek, wo auch nicht alle Bücher greifbar seien. „Gleichwohl liefert die Bücherei eine Welt des Guten“, schreibt der Unternehmer in der <em>Times of India</em>. Es gehe dabei nicht um kommerzielle Interessen, so der Firmengründer weiter, sondern um fundamentale soziale und wirtschaftliche Rechte wie Arbeitsplätze, Erziehung und Gesundheit. &#8220;Für zehn Menschen, die ans Internet angeschlossen werden, wird einer aus der Armut gezogen&#8221;, argumentiert Zuckerberg. Den Vorwurf, der Dienst sei ein &#8220;geschlossener Garten&#8221; erwidert der Philanthrop mit dem Hinweis, dass jeder Zweite, der zu <em>Free Basics</em> kommt, nach 30 Tagen zu einem bezahlten Serviceprovider wechsle. Kleines Gratis-Internet also als Einstiegsdroge zum regulären bezahlten Programm!</p>
<p>Die Entscheidung der Aufsichtsbehörde, wie es in dem Streit weitergehen soll, wird Ende des Monats erwartet; bis dann wollen die TRAI-Mitarbeiter die Berge von Einsendungen gesichtet und sortiert haben. Derweilen ist der Disput längst zu einem Politikum mutiert. In der veröffentlichten Meinung sind die Facebook-Kritiker eindeutig in der Mehrheit, kaum ein Kommentator bricht öffentlich für den Konzern aus Kalifornien die Lanze. Die indische Debatte leide unter einem starken anti-kapitalistischen und antiamerikanischen Vorurteil, lamentiert der amerikanische Journalist David Kirckpatrick.</p>
<p>Neutralität und Unabhängigkeit sind seit jeher Markenzeichen der indischen Außenbeziehungen, die sich nun auch in der Netzpolitik manifestieren. „Das Internet ist die feinste Schöpfung des menschlichen Verstandes. Es darf kein Monopol der Reichen werden“. Mit diesen Worten äusserte sich Indiens Kommunikations- und IT-Minister Ravi Shankar Prasad zu der aktuellen Kontroverse.</p>
<p>Der Satz hätte auch von Marc Zuckerberg stammen können – als Argument für sein abgespecktes Gratis-Internet für die Armen.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/107892497@N03/">dailymotivation</a>, <a href="https://www.flickr.com/photos/107892497@N03/">CC0 Public Domain</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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		<title>Menschenexperiment Internet: Alles erlaubt?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/menschenexperiment-internet-alles-erlaubt-141216/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Felix Idelberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Jul 2014 10:31:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[FTO]]></category>
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		<category><![CDATA[Christian Rudder]]></category>
		<category><![CDATA[Experiment]]></category>
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					<description><![CDATA[Beeinflussung droht an allen Ecken: von Politik, Werbeindustrie und Medien. Doch wo verläuft die Grenze zwischen legitimer Beeinflussung und illegitimer [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/facebook_monster_cut.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-141220" alt="facebook_monster_cut" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/facebook_monster_cut.jpg" width="640" height="280" /></a>Beeinflussung droht an allen Ecken: von Politik, Werbeindustrie und Medien. Doch wo verläuft die Grenze zwischen legitimer Beeinflussung und illegitimer Manipulation? Eine Antwort verlangt insbesondere das Internet, wo Manipulationen für den Nutzer oft nur schwer erkennbar sind. Internetdienste beteuern, mit ihren Experimenten nur die Verbesserung ihrer Dienste im Sinn zu haben. Doch heiligt der Zweck alle Mittel oder gibt es Grenzen?<br />
Ein Raunen ging durch das Netz, als Ende Juni dieses Jahres bekannt wurde, dass <a href="http://www.zdnet.de/88197289/facebook-manipulierte-news-feed-tausender-nutzer-fuer-psychologisches-experiment/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook den Newsfeed von mehreren hunderttausend Nutzern für eine Studie manipuliert</a> hatte. Die Untersuchung hatte es zum Ziel, herauszufinden, wie Newsfeed-Beiträge mit negativem oder positivem Tenor den Nutzer in seinem eigenen Verhalten auf Facebook beeinflussen.<br />
Für dieses Experiment durfte sich Facebook ordentlich Schelte anhören: Neben <a href="http://www.zdnet.de/88197289/facebook-manipulierte-news-feed-tausender-nutzer-fuer-psychologisches-experiment/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ethischen Vorwürfen</a> zielte die Kritik ebenso auf die zweifelhaften Ergebnisse der Studie. Facebook handelte sich am Ende eine <a href="http://www.research-live.com/news/facebook-controversy-continues-with-complaint-to-ftc/4011929.article" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Untersuchung</a> durch die US-Handelskommission (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Federal_Trade_Commission" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FTC</a>) und die britische Datenschutzbehörde (ICO) ein. Doch weder die FTC noch das ICO haben ihre Ergebnisse bisher veröffentlicht und eine Stellungnahme darüber abgegeben, ob Facebook mit dem durchgeführten Experiment gesetzeswidrig gehandelt hat oder nicht.</p>
<h3>Facebook muss keine ernsthaften Folgen fürchten</h3>
<p>Gab es also nur eine kurzfristige und oberflächliche Entrüstung über die Studie, weil es aktuell <em>en vogue</em> ist, sich über Facebook zu empören und die Studie längst schon wieder durch andere Ereignisse verdrängt wurde? Ist eine Stellungnahme von Behördenseite nicht innerhalb eines Zeitraums zu bewerkstelligen, in dem das Ereignis den Menschen noch präsent ist? Denn eins ist sicher, bei aller Sorgfalt, die von einer Behörde bei ihrer Arbeit erwartet wird: Je mehr Zeit verstreicht, desto weniger Menschen werden sich für eine Stellungnahme interessieren, die einen zurückliegenden Aufreger thematisiert. Falls Facebook mit diesem Experiment gegen das Gesetz verstoßen hat, dann muss dieses Verhalten zeitnah bewertet und möglicherweise sanktioniert werden. Auch aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Strafe#Psychologie" target="_blank" rel="noopener noreferrer">psychologischer Perspektive</a> sollte eine Strafe erkennbar, d.h. zeitnah erfolgen.</p>
<h3>Experimentieren als Funktionsprinzip von Webseiten</h3>
<p>Unwahrscheinlich, dass Christian Rudder, Mitgründer der US-Datingplattform OkCupid, diese Gedanken hatte, als er Facebook in seinem gestrigen <a href="http://blog.okcupid.com/index.php/we-experiment-on-human-beings/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogeintrag</a> zur Seite sprang und offen eingestand: „Wir experimentieren mit Menschen“. Ob man sich bei Facebook in Palo Alto über so viel Unterstützung freut oder eher die erneute Aufmerksamkeit für das eigene Treiben missbilligt, ist leider nicht bekannt. Jedoch übernimmt Rudder die Argumentationsbasis von Facebook und erklärt, dass diese Art von Experimenten allein dem Zweck diene, den eigenen Dienst und somit das Nutzererlebnis für die User zu verbessern. Rudder bezeichnet dieses Vorgehen des ständigen „Experimentierens“ gar als Funktionsprinzip von Webseiten. Hat er Recht?</p>
<h3>Nutzer helfen bei Produktentwicklung</h3>
<p>Richtig ist, dass es inzwischen üblich ist, Online-Dienste oder Computerprogramme nicht mehr bis zur Marktreife zu entwickeln, sondern bereits lange vorher auf den Markt zu werfen, um sie zu testen. Schließlich weiß man nie, welche Idee das nächste große Ding sein könnte, und möchte häufig erst mal testen, ob der neue Dienst bei den Menschen ankommt. Denn erst mit dem vorzeigbaren Erfolg kommen die Investoren, die das nötige Geld in das Projekt pumpen, um es weiterzuentwickeln.<br />
Genauso läuft das bei existierenden Diensten, die an neuen Funktionen arbeiten. Facebook etwa <a href="http://www.techradar.com/news/world-of-tech/facebook-users-to-test-new-features-1091602" target="_blank" rel="noopener noreferrer">testet neue Funktionen</a> oder Designänderungen generell vorab an ausgewählten Nutzern, bevor es alle Accounts auf die Neuerungen umstellt. Diese Gruppe repräsentiert einen Querschnitt der Facebook-Community. Mit dieser Vorgehensweise findet das Unternehmen schnell heraus, wie gut eine neu erdachte Funktion oder Änderung bei seinen Nutzern ankommt. Bei negativer Rückmeldung kann es rechtzeitig reagieren und entweder vollständig auf die Funktion verzichten oder auf die Kritik der Nutzer eingehen und nachbessern. Es gibt also plausible Gründe für Experimente auf Webseiten, von denen wir alle profitieren. Für die Webseitenbetreiber ist die Weiterentwicklung ihrer Dienstes überdies existenziell, sonst können sie sich in die Reihe der <a href="http://politik-digital.de/vergessene-online-welten-teil-1-die-vz-netzwerke/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vergessenen Dienste</a> hinter AOL, Myspace, StudiVZ etc. eingliedern, die die letzten Trends verpasst haben. Wieso also der Aufschrei, wenn das Herumprobieren notwendig ist und alle so arbeiten?</p>
<h3>Sollte alles erlaubt sein, was technisch machbar ist?</h3>
<p>Das Argument „Produktentwicklung“ verfängt nicht so richtig. Sicher, jeder freut sich über neue sinnvolle Funktionen und wird der Annahme zustimmen, dass kein Programmierer alle Szenarien im Voraus durchdacht haben kann. Aber es gibt (ethische) Grenzen, die nicht durch das technisch Machbare gesetzt werden sollten, sondern durch Werte und Diskussionen über eben jene Grenzen.<br />
OkCupid-Chef Rudder und Sheryl Sandberg, Leiterin des operativen Geschäfts von Facebook, sind sich offenkundig nicht bewusst (oder gestehen es nicht zu), dass ein Unterschied zwischen Produktentwicklung und Manipulation existiert. Die Grenzen sind wie so oft nicht absolut, aber eine Sensibilität für solche Feinheiten wären beiden zuzutrauen. Wieso ist es für die Facebook-Betreiber wichtig zu wissen, ob und wie die Laune der Nutzer von positiv bzw. negativ lautenden Beiträgen in ihrem Nachrichtenstrom beeinflusst wird? Facebook würde vielleicht ganz naiv entgegnen: „Weil wir unsere Nutzer zu &#8216;glücklichen&#8217; Menschen machen wollen“. Näher an der Wahrheit ist wohl, dass sie wissen wollen, auf welche Weise sie die Werbeumsätze steigern können. Das ist nicht per se verwerflich, denn irgendwie muss sich Facebook finanzieren, aber dann sollten diese Experimente nicht mit dem einzigen Argument der Produktoptimierung gerechtfertigt werden.</p>
<h3>Die Wünsche der User sind Facebook nicht egal</h3>
<p>„Facebook macht doch eh, was es will, und interessiert sich nicht für die öffentliche Meinung“, ist ein beliebtes fatalistisches Argument in Diskussionen über das größte soziale Netzwerk der Welt. Facebook ist mächtig. Facebook lässt sich tatsächlich nicht einfach von ein bisschen Gegenwind beeindrucken. Andererseits kann es sich selbst Facebook nicht leisten, dauerhaft die Bedürfnisse vieler Nutzer zu ignorieren. Lange Zeit vertrat Facebook-Chef Mark Zuckerberg das Mantra, möglichst alle persönlichen Informationen und Inhalte auf Facebook sollten für möglichst alle Besucher einsehbar sein. Nutzer mussten permanent ihre Privatsphäre-Einstellungen anpassen, weil Facebook bei Änderungen die Voreinstellungen meist auf ein Minimum reduzierte. Sicher wäre Zuckerberg dieser Strategie gerne treu geblieben, aber Facebook hat mittlerweile verstanden, dass es <a href="https://netzpolitik.org/2014/facebook-legt-ploetzlich-wert-auf-privatsphaere/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">geschäftsschädigend wäre, dem Wunsch der Nutzer nach Privatheit</a> nicht nachzukommen.</p>
<h3>Nur schlechte PR führt zur Einhaltung von Datenschutz</h3>
<p>Von institutioneller Seite gab es übrigens doch noch eine Reaktion: Die Datenschutzbehörde des Vereinigten Königreichs hat an diesem Montag einen <a href="http://ico.org.uk/news/latest_news/2014/~/media/documents/library/Data_Protection/Practical_application/big-data-and-data-protection.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bericht</a> (englisch) zum gesetzeskonformen Umgang mit Big Data veröffentlicht. Eine erschreckende Erkenntnis der Datenschützer lautet, dass <a href="http://www.computerworlduk.com/news/it-business/3532916/ibm-and-nectar-are-role-models-in-icos-big-data-guidance/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einzig und allein schlechte PR (wie das Bekanntwerden der Facebook-Userstudie) die Unternehmen dazu veranlasse, die Datenschutzgesetze einzuhalten</a>. Dementsprechend schreiben die Datenschützer den Medien eine wichtige Wächterfunktion zu. Ein weiterer Bestandteil des Berichts ist zudem die Forderung nach Richtlinien, die Kunden einen einfachen Zugang zu ihren Daten ermöglichen sollen. Diese Daten sollen die Kunden darüber hinaus woanders wiederverwenden oder verkaufen können. Wir müssen uns also in Geduld üben und vermutlich auf den nächsten Skandal warten, um zu sehen, ob und in welchem Maße sich die Internetunternehmen an solchen Richtlinien orientieren werden.<br />
Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/dkalo/4815259737/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dkalo</a> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-SA 2.0)</a><br />
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		<title>Big big Data &#8211; Digitale Presseschau KW 35</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alinka Rother]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Aug 2013 14:11:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[PRISM]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[NSA, Überwachung, Datenspionage – Themen, die uns wohl noch lang beschäftigen werden. Und so stehen sie auch dieses Mal wieder [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>NSA, Überwachung, Datenspionage – Themen, die uns wohl noch lang beschäftigen werden. Und so stehen sie auch dieses Mal wieder im Zentrum unserer wöchentlichen Presseschau: Während einige große Online-Unternehmen noch immer dementieren, an den Überwachungsprogrammen des amerikanischen Geheimdienstes beteiligt gewesen zu sein, schreiben andere über die grundsätzlichen Gefahren der Überwachungsmaschinerie. Frank Schirrmacher beispielsweise fürchtet den Verlust von Ideen und Geist im politischen Geschäft westlicher Demokratien, wenn Kandidaten ihre Wahlen nur noch durch exzessive Überwachungsstrategien gewinnen wollen. Und abseits des Westens positionieren sich die Online-Unternehmen schon wieder neu. Durch ausgeklügelte Marketingstrategien sollen neue Kunden in den Schwellenländern geworben werden.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="http://www.youtube.com/watch?v=OINa46HeWg8" title="I Forgot My Phone" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/OINa46HeWg8?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
&#8220;I forgot my Phone&#8221; &#8211; Der Titel des Videos von <a href="http://www.youtube.com/user/charstarleneTV?feature=watch">charstarleneTV</a>  spricht für sich.</p>
<h3><a href="http://blog.zdf.de/hyperland/2013/08/das-geschaeft-mit-den-internetprofilen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stillstand</a></h3>
<p>Bisher können Online-Werber in Deutschland völlig ungestört mit den Internet-Profilen ihrer User agieren. Denn es herrsche politischer Stillstand, schreibt Christiane Schulzki-Haddouti im ZDF-Blog „Hyperland“. Mithilfe von Cookies, die auf den Rechner des Nutzers geladen werden, sobald er eine bestimmte Homepage besucht, kann der User identifiziert und mit entsprechenden Anzeigen konfrontiert werden. Eigentlich hatte eine europäische ePrivacy-Richtlinie die Einwilligung des Nutzers vor dem Setzen eines Cookies verlangt. Mittlerweile aber sei die Umsetzungsfrist bereits seit zwei Jahren abgelaufen – ohne dass etwas passiert sei.  Datenschutzbehörden fordern deshalb eine Anpassung des deutschen Telemediengesetzes an die Richtlinie der EU. Allerdings sei auch international keine einheitliche Linie festzustellen: Während in einigen Ländern Einwilligungslösungen zum Einsatz kommen, würden andere auf Widerspruchslösungen zurückgreifen. „Eine völlig unbefriedigende Situation, die leider hauptsächlich die Internet-Anbieter und Nutzer ausbaden müssen”, so der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar.</p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ueberwachung/im-zeitalter-von-big-data-wir-wollen-nicht-12545592.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Weckruf</a></h3>
<p>„Wir erleben eine Veränderung der sozialen Ordnung in den westlichen Demokratien, die so grundsätzlich zu sein scheint, dass die „Beendigung der Debatte“ geradezu verantwortungslos wäre.“, schreibt Frank Schirrmacher in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Big Data erschaffe die größte Überwachungsmaschine, die es je gegeben habe und die in diesem Ausmaß von niemandem vorhergesehen worden sei. Die Überwachung sei heute zum „ökonomischen Rational“ verkommen: Letztendlich würden alle Märkte, Produkte, Konsumenten und Bürger überwacht und evaluiert. Und das sollte uns beunruhigen. Schirrmacher verdeutlicht das am Beispiel des amerikanischen Wahlkampfes, der mithilfe immenser Datensammlungen über potenzielle Wähler geführt wurde. Eine Politik, die aus solchen zivilen Überwachungsmärkten entsteht, wolle niemanden mehr überzeugen, sondern Wahlen durch exzessive Überwachungsstrategien gewinnen. Damit senke die Überwachungsmathematik im politischen Geschäft die Kosten für Ideen und für den Geist. Wir sollten die Aussage Snowdens, er wolle in einer solchen Gesellschaft nicht leben, als Chance für eine Selbstvergewisserung unserer Gesellschaft begreifen, fordert Schirrmacher die Leser am Ende seines Artikels auf.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2013-08/internet-zugang-entwicklungslaender" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Humanitäres Engagement?</a></h3>
<p>Wenn Mark Zuckerberg seinen Facebook-Status aktualisiert, schaut die ganze Welt hin. Zumindest der Teil der Welt mit Internetzugang. Um den anderen Teil, die Offliner, ging es in Zuckerbergs Post vom 20. August: Zwei Drittel der Menschheit hat gegenwärtig noch keinen Internetanschluss – ein Zustand, den Zuckerberg mit der von ihm gegründeten Initiative <a href="http://internet.org/">Internet.org</a> ändern will, in der sich Technologieunternehmen, gemeinnützigen Organisationen und lokale Gemeinden vernetzen.<br />
Zeit.de findet, dass für die beteiligten Unternehmen kein humanitäres Engagement im Vordergrund stehe, wohl aber Profitstreben. Was dem Offliner zum Kunden fehle, sei das passende Netz. In ihrem Artikel beschreibt Angela Gruber, welche Strategie Branchengrößen wie Facebook, Google und Twitter in Schwellenländern zur Kundenakquise verfolgen, ermöglicht durch deren Marktmacht. Google z. B. kooperiert auf den Philippinen, auf Sri Lanka und in Thailand mit Mobilfunkfirmen, damit die User ein besonders attraktives Angebot bekommen: Die Nutzung der Google-Dienste erfolgt kostenlos, jedoch muss ein Account beim Unternehmen angelegt werden. So würde sich die Konzerne die Vormachtstellung in Ländern sichern, in denen das Netz tatsächlich noch Neuland ist.</p>
<h3><a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article119345422/NSA-zahlte-Google-offenbar-Millionen-fuer-Daten.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Endlosschleife</a></h3>
<p>Es hört und hört nicht auf: Wöchentlich erreichen uns neue Meldungen über die allumfassende Überwachung durch den amerikanischen Geheimdienst NSA. Nun hat der Guardian Beweise für die Verstrickung großer Computer- und Internetfirmen in die Datenspionage des US-Geheimdienstes NSA veröffentlicht. Originalauszüge aus NSA-Dokumenten untermauern den Verdacht, dass Unternehmen wie Google, Facebook und Yahoo mehrere Millionen Dollar für ihre Kooperation mit dem amerikanischen Geheimdienst erhalten haben. Denn laut Gesetzgebung der USA müssen Firmen dafür entschädigt werden, wenn sie zur Kooperation mit der Regierung verpflichtet werden. Die Reaktionen der Unternehmen fallen unterschiedlich aus, steht in der Welt zu lesen: Während Google nach wie vor betont, nie an „<a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/prism-tempora-xkeyscore-nsa-ueberwachung-im-ueberblick-a-912377.html">PRISM</a>“ oder anderen Überwachungsprogrammen mitgewirkt zu haben, bekennt Yahoo, am „PRISM“-Programm beteiligt gewesen zu sein. Facebook dagegen hält an seiner Aussage fest, keine Ausgleichszahlungen für eine Beteiligung an Überwachungsprogrammen erhalten zu haben.</p>
<h3><a href="http://www.taz.de/!122586/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anonym</a></h3>
<p>Die taz stößt eine alte Diskussion neu an: Sollen Kommentatoren im Internet dazu verpflichtet werden, ihre tatsächlichen Namen offenzulegen? Anlass zur erneuten Debatte ist die Entscheidung der US-amerikanischen Online-Zeitung Huffington Post, ab Mitte September bei jeder Nutzerregistrierung die Angabe eines Klarnamens zu verlangen. Befürworter des Vorgehens versprechen sich davon, dass die Diskussionskultur zivilisierter würde, weil Nutzer unter ihrem echten Namen sachlicher und freundlicher schrieben. Laut taz habe die Huffington bereits 2010 erklärt, dass die „Generation Facebook“ ohnehin daran gewöhnt sei, Beiträge unter dem eigenen Namen zu veröffentlichen – Anonymität interessiere sie kaum.<br />
Als Gegenposition zieht die taz u. a. den Technikjournalisten Mathew Ingram heran. Für ihn bedeute eine Klarnamenpflicht den Verlust von Kommentaren, da viele User sich lieber im Schutze der Anonymität äußerten. Die Diskussion ist eröffnet – ein oder zwei entsprechende Leserkommentare sollen in der kommenden sonntaz erscheinen.<br />
Mitarbeit: <a href="http://politik-digital.de/user/tmayer/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tobias Mayer</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>Die unendliche Geschichte unseres Lebens</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lea Thielscher]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Feb 2012 16:16:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Timeline]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[europe-v-facebook.org]]></category>
		<category><![CDATA[Mark Zuckerberg]]></category>
		<category><![CDATA[Chronik]]></category>
		<category><![CDATA[Max]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Dezember 2011 stellte Facebook den Nutzern die neue „Timeline“ vor, mit der das Profil zum interaktiven Lebenslauf wird. In [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/die-unendliche-geschichte-unseres-lebens/timeline_1/" rel="attachment wp-att-11843"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-11843" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/timeline_1.png" alt="©Niall Kennedy" width="195" height="119" /></a>Im Dezember 2011 stellte Facebook den Nutzern die neue „Timeline“ vor, mit der das Profil zum interaktiven Lebenslauf wird. In den kommenden Tagen solle diese Neuerung für alle User automatisiert werden, kündigte das soziale Netzwerk an. Kritiker warnen vor möglichen Datenschutzverletzungen durch die Veränderungen.</p>
<p>Die in Deutschland als „Chronik“ bekannte Zeitleiste soll jedes Facebook-Profil zu einer chronologischen Autobiografie, einer Art Tagebuch oder Archiv des gesamten Lebens seines Nutzers machen. Seit Dezember 2011 konnten die User die Chronik zunächst auf freiwilliger Basis aktivieren, doch voraussichtlich Ende Februar werden auch in Deutschland alle Profile im neuen Format erscheinen. Vor Veröffentlichung bekommen die Nutzer sieben Tage Zeit, die eigene Zeitleiste einzurichten, und zu entscheiden, welche Elemente, Fotos, Beiträge und Kommentare für wen sichtbar bleiben sollen. Wenn die Chronik einmal aktiviert ist, können diese Inhalte zwar aus der Chronik entfernt, jedoch nicht endgültig gelöscht werden und verbleiben  für einen unbestimmten Zeitraum auf den Facebook-Servern. Auch die Zeit vor dem ersten Facebook-Login, angefangen mit der eigenen Geburt, kann nachträglich ergänzt werden, dokumentiert durch Fotos von jeder (wichtigen) Lebensstation. Damit soll der gesamte Alltag der User genau erfasst und mit anderen geteilt, das ganze digitale Leben auf einer Seite zusammengefasst werden. Die Timeline sei ein „wichtiger Schritt, der uns dabei hilft, die Geschichte unseres Lebens zu erzählen“, erklärte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bei der Vorstellung des Projekts in San Francisco. Für alle, die das öffentlich wollen. Prominenten erlaubt das neue Modell, auch unter ihren Pseudonymen aufzutreten.</p>
<p><strong>Noch mehr Informationen über die Nutzer</strong></p>
<p>Mit der Einführung der Chronik erhofft sich das US-Unternehmen ein gesteigertes Interesse der Nutzer, die in der Folge mehr Zeit aktiv im Netzwerk verbringen sollen. Der Internetkonzern wächst weniger schnell als in den vergangenen Jahren und muss neue Wege finden, um aktuell und attraktiv zu bleiben. Vor allem grafisch soll das neue Format ansprechender auf den Nutzer wirken und das Leben geordneter und übersichtlicher darstellen als bisher. Zudem wird es mehr individuelle Nutzungs- und Gestaltungsmöglichkeiten bieten, damit die User noch mehr Zeit im Netzwerk verbringen. Auch sollen die Neuerungen die Mitglieder noch enger an Facebook binden, so dass jeder, der die eigene Chronik angelegt hat, es sich künftig zweimal überlegt, bevor er sein Facebook-Profil löscht. Hauptanliegen des Konzerns ist es jedoch, die User dazu zu bewegen, noch mehr Informationen von sich preiszugeben, um präziser und benutzerdefiniert Werbung einblenden zu können. Werbekunden, die ihre Produkte bei Facebook anbieten, können gezielter an ihre potenziellen Kunden herantreten, die das jeweilige Produkt aufgrund ihrer Interessen benötigen könnten oder sogar schon einmal besessen haben.</p>
<p><strong>Facebook und der Datenschutz</strong></p>
<p>Facebook betont, dass man bei der Entwicklung der Timeline mit Datenschützern zusammengearbeitet habe. Man wolle sichergehen, dass die Nutzer kontrollieren können, mit wem sie welche Inhalte teilen. Menschen haben die Möglichkeit, Dinge hinzuzufügen oder zu verbergen, bevor jemand anderes ihre Chronik sehen kann. Bereits gelöschte Beiträge tauchen in der Chronik nicht wieder auf. Es werden keine Informationen sichtbar, die vorher nicht sichtbar waren“, erklärt eine Facebook-Sprecherin in einer allgemeinen, an Journalisten verschickten Stellungnahme. Und trotzdem sehen Kritiker in der Zeitleiste einen weiteren Schritt hin zum gläsernen Nutzer. Max Schrems von der Initiative <a href="http://europe-v-facebook.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Europe vs Facebook“</a> kritisiert gegenüber politik-digital.de: „Man sieht endlich viele Daten, die bisher nur im Hintergrund von Facebook angehäuft werden. Es steigt aber nicht nur die Transparenz von Facebook, sondern leider auch die der Nutzer.“</p>
<p>Zudem werden angesichts der reinen Datenfülle Schwierigkeiten beim Schutz der Privatsphäre befürchtet. Dies betrifft vor allem Kinder und Jugendliche, die sich in dem sozialen Netzwerk registrieren. Christoph Thiel, Medientrainer beim Deutschen Kinderschutzbund, vergleicht die Timeline mit einer Bibliothek, die gerade den jungen Mitgliedern viel abverlange. „Meine Sorge ist, dass Kinder von vornherein daran gewöhnt werden, dass nur derjenige „ist“, der ständig sein Profil überarbeitet“, so Thiel in einem <a href="http://www.tagesspiegel.de/medien/digitale-welt/soziale-netzwerke-facebook-macht-sich-keine-freunde/6117342.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gespräch</a> mit dem Tagesspiegel. Denn die Flut an Informationen und permanente Konfrontation mit Vergangenem verursache großen Stress für die Heranwachsenden. „Man kann Facebook hier gar nicht genug zur Verantwortung ziehen“, fordert Thiel. Bisher habe sich der Internetkonzern jedoch beharrlich geweigert, einen speziellen Bereich mit strengeren Privatsphäreeinstellungen für Kinder und Jugendliche einzurichten, die eine endgültige Löschung der Daten ermöglichen würde.</p>
<p><strong>Alle Aktivitäten teilen</strong></p>
<p>Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) <a href="http://www.vzbv.de/1465.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bemängelte,</a> dass durch die neue Chronik nicht nur alte Mitteilungen, sondern auch das aktuelle Konsumverhalten der User leichter einsehbar seien. Denn die Schnittstelle „Open Graph“, die Facebook externen Entwicklern zur Verfügung stellt, ermöglicht eine neue Art der Datenerhebung. Durch sogenannte Social Apps wie den Videodienst Netflix und den „Social Reader“ des „Wall Street Journals“ wird jede Aktivität auf Internetseiten außerhalb des Netzwerks mit der Timeline des Users verknüpft. So können alle „Freunde“, die Einsicht in das Profil einer Person haben, verfolgen, welchen Song diese gerade hört und welche Serien oder Artikel sie sich ansieht. Denn diese erscheinen auf dem Newsfeed der persönlichen Chronik. Diese neuartige Form des Teilens stellte Facebook als „Frictionless Sharing“, als „reibungsloses Teilen“ vor. Damit muss zur Verbreitung von Inhalten nicht mehr aktiv der Teilen-Button gedrückt werden &#8211; das geschieht nun automatisch. Denn, so Zuckerberg bei der offiziellen Vorstellung der Timeline, keine Aktivität sei „zu groß oder zu klein, um sie zu teilen.“</p>
<p><strong>Der Zwang zur Timeline</strong></p>
<p>Einer der Hauptkritikpunkte von Datenschützern ist insbesondere die verpflichtende Einführung der Zeitleiste. Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beurteilte Thilo Weichert vom Landeszentrum für Datenschutz Schleswig Holstein das Verhalten von Facebook als <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/datenpolitik-sozialer-netzwerke-das-ist-ultradreist-11624109.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„ultradreist“</a> und meint weiterhin, dass dieses im „absoluten Widerspruch“ zu den bisherigen Zusicherungen gegenüber dem irischen Datenschutz stünde. Laut diesen müssen die Nutzer Veränderungen der Profileinstellungen zustimmen, bevor sie von dem Internetkonzern umgesetzt werden würden.</p>
<p>&#8220;Jetzt wird die Timeline allen Facebook-Nutzern aufgezwungen“, klagt Weichert. Die Kritik teilt auch Max Schrems, der mit Europe vs. Facebook im vergangenen Jahr verschiedene Klagen gegen Facebook bei der irischen Datenschutzbehörde eingereicht hatte – mit <a href="http://politik-digital.de/facebook-kuenftig-mit-mehr-datenschutz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erfolg</a>. Seine Organisation habe auch jetzt bereits eine Anzeige gegen die Zwangsumstellung auf die Timeline vorbereitet, auch wenn man sich bewusst sei, dass es eher unwahrscheinlich ist, diesen Fall zu gewinnen.</p>
<p>User stehen also künftig vor der Entscheidung, die möglichen Konsequenzen der Veränderungen auf Facebook zu akzeptieren, selbst wenn dies eine Gefährdung ihrer Daten bedeuten würde, oder ihr Profil zu löschen. „Social Media ist eine coole Sache, und wenn ich das nutzen will, führt praktisch kein Weg an Facebook vorbei“, bedauert Max Schrems, der das Verhalten des Konzerns als „klassische Salamitaktik“ beschreibt. Alle paar Monate würde die Privatsphäre immer nur so weit beschnitten, dass die Nutzer nicht zur Abmeldung bewegt werden. Und was kommt als nächstes? Schrems ist überzeugt, dass die Betreiber des Netzwerks ebenso wie seine Mitglieder durch die Kritik sensibilisiert sind: „Ich glaube, dass inzwischen die Unzufriedenheit groß genug ist, dass man sich nicht mehr so viel traut wie noch vor ein paar Jahren“.</p>
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		<title>Milliardengeschäft Freundschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lea Thielscher]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 17:42:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Mark Zuckerberg]]></category>
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					<description><![CDATA[800 Millionen User, darunter ein Viertel der deutschen Bevölkerung, und ein Unternehmenswert von geschätzt 100 Milliarden US Dollar &#8211; Facebook [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_11375" aria-describedby="caption-attachment-11375" style="width: 220px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/milliardengeschaeft-freundschaft/facebook_alexander-klaus_pixelio-de/" rel="attachment wp-att-11375"><img decoding="async" class=" wp-image-11375" title="© Alexander Klaus / pixelio.de" alt="© Alexander Klaus / pixelio.de" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Facebook_Alexander-Klaus_pixelio.de_-305x202.jpg" width="220" height="146" /></a><figcaption id="caption-attachment-11375" class="wp-caption-text">© Alexander Klaus / pixelio.de</figcaption></figure>
<p>800 Millionen User, darunter ein Viertel der deutschen Bevölkerung, und ein Unternehmenswert von geschätzt 100 Milliarden US Dollar &#8211; Facebook ist der Gigant unter den Sozialen Netzwerken und aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Doch womit genau finanziert sich der Internetkonzern? Welche Rolle spielen dabei die täglich gespeicherten Nutzerdaten? Diesen Fragen widmete sich eine Dokumentation des NDR.</p>
<p>„Facebook &#8211; Milliardengeschäft Freundschaft“  titelt die <a href="http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=9520608" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dokumentation </a> der Fernsehjournalistinnen Svea Eckert, Anika Giese und des BBC- Regisseurs Charles Miller. Mit ihrem rund 45-minütigen Beitrag, der  gestern Abend im Ersten ausgestrahlt wurde, wollten die Autoren die Geschäftsmodelle und Gefahren, die hinter dem beliebten Netzwerk stecken, aufdecken und einen Blick hinter die Kulissen des Konzerns werfen. Dabei kamen neben Kritikern wie dem Datenschutzbeauftragten Thilo Weichert und der Medienpsychologin Sabine Trepte auch Vertreter jener Generation zu Wort, „die jeden Schritt mit der Welt teilt“.</p>
<p>Dank Kontakten der BBC gelang es den Autorinnen, seltene Einblicke in die Konzernzentrale im kalifornischen Palo Alto zu erhalten und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg persönlich zu befragen. Damit wollten sie auf die Schattenseiten des „virtuellen Treffpunkts“ hinweisen und verdeutlichen, dass es hinter den Kulissen letztlich vor allem um Profit geht: Der User werde zur Ware, jede persönliche Information sei Gold wert, lautet die Botschaft. Denn dank der angelegten Profile mitsamt persönlichen Interessen und Vorlieben und des „Gefällt mir“-Buttons auf diversen Fanseiten kann Facebook dem Nutzer gezielt benutzerdefinierte Werbung zukommen lassen &#8211; und verdient damit Milliarden Dollar. Aus diesem Grund gilt das Netzwerk mittlerweile als einer der aggressivsten Datensammler unserer Zeit.</p>
<h3>Facebook weiß mehr, als es wissen sollte</h3>
<p>Direkte Nachfragen zur Nutzung der User-Daten werden von den Geschäftsführern bislang entschieden abgeblockt. Wenn sich doch einmal jemand dazu äußert, gibt es nur Ausflüchte, so auch dieses Mal. Um den Zuschauern bewusst zu machen, wie Facebook von den Nutzerdaten profitiert, hat die ARD sogar einen eigenen Titelsong produzieren lassen. Verse wie „I like what you like“ und  „I wanna know more than I should know“ weisen dabei die Richtung, in die sich die Aussage der Dokumentation bewegt. Sie wollten eine Warnung an die Nutzer aussprechen und diese sensibilisieren, <a href="http://www.focus.de/digital/internet/facebook/tv-doku-facebook-milliardengeschaeft-freundschaft-was-facebook-mit-den-daten-der-mitglieder-macht_aid_712315.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">betonen</a> Eckert und Giese. &#8220;Sie sollten sich jedes Mal ganz genau überlegen, ob es das wert ist, und sich darüber im Klaren sein, dass neben ihren Freunden auf alle Fälle immer noch jemand anderes mitliest, beziehungsweise diese Daten sammelt &#8211; nämlich Facebook.&#8221;</p>
<p>Dass 45 Minuten nicht ausreichen, um die komplexe Facebook-Welt differenziert darzustellen, ist nicht überraschend, doch ist den Autorinnen ein verständlicher Einblick mit Bezug auf das aktuelle Geschehen wie den geplanten Börsengang des Internetkonzerns gelungen.  Trotzdem hat die Dokumentation nur einen geringen Neuigkeitswert. Weder bietet sie spektakuläre Enthüllungen noch die Entzauberung des mittlerweile als Ikone gefeierten Facebook-Gründers Mark Zuckerberg. Auch das Exklusiv-Interview mit „Mr. Facebook“ Zuckerberg gibt keine neuen Einblicke in die Arbeitsweise des Unternehmens. Was der Zuschauer seinen Worten entnehmen kann, ist bereits aus anderen Presseauftritten des 27-jährigen Unternehmers bestens bekannt: Facebook ist erfolgreich, tut alles für das Wohlergehen der User, der Dank Facebook Teil einer globalen Bewegung sei. An dieser Stelle hätte man sich kritische Nachfragen von Seiten der Autorinnen gewünscht.</p>
<h3>Die User sind längst schlauer geworden</h3>
<p>Alles in allem wird die Geschichte der „Generation Facebook“, die dem sozialen Netzwerk vertrauensselig jeden Zugriff auf persönlichen Daten gewährt, zu eindimensional und bedient sich der üblichen Klischees, anstatt diese zu hinterfragen: Während Zuckerberg sein Unternehmen als großes Meisterwerk präsentiert, tun Kritiker, von der Psychologin bis zum Datenschützer, das Gegenteil und warnen die User vor möglichen Konsequenzen des Beitritts.</p>
<p>Dabei sind die User insbesondere beim Thema  Datenschutz längst nicht mehr so unbedarft wie im Film dargestellt. Schon seit einiger Zeit herrscht Protest unter den Nutzern, die außerhalb des Netzwerks kritische Lager gebildet haben, oder sich als überzeugte <a href="http://blog.spackeria.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Post-Privacy-Spackos&#8221;</a> bezeichnen. In der NDR-Dokumentation wird von dieser Entwicklung allerdings nicht berichtet. Auch die Initiativen des österreichischen Facebook-Kritikers <a href="http://politik-digital.de/europa-gegen-facebook/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Max Schrems</a> kamen nicht zur Sprache. Dabei hätten gerade diese berücksichtigt werden müssen, wenn es um die Nutzung von User-Daten geht.</p>
<p>Während die Journalistinnen die Schattenseiten des Netzwerks teilweise nur sehr oberflächlich betrachten, wurden diese an anderen Stellen stark dramatisiert. So kennt Facebook mit Sicherheit nicht alle „Geheimnisse seiner Nutzer“, denn jeder ist  selbst verantwortlich für das, was er in dem sozialen Netzwerk von sich preisgibt.</p>
<p>Die Resonanz auf den Beitrag fiel dementsprechend kritisch aus, wie an den Reaktionen auf der Fanseite erkennbar ist. Einige Zuschauer waren der Meinung, selbst der Spielfilm <a href="http://www.thesocialnetwork-movie.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„The Social Network“</a> hätte den Internetkonzern besser porträtiert und dabei mehr Einblicke in dessen Arbeitsweise gewährt, als die Dokumentation  dies tut.</p>
<p>Bild: © Alexander Klaus / <a href="http://www.pixelio.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixelio.de</a></p>
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		<title>US-Politiker nehmen Facebook ins Visier</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/us-politiker-nehmen-facebook-ins-visier-5936/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 16:02:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[europe-v-facebook.org]]></category>
		<category><![CDATA[Max Schrems]]></category>
		<category><![CDATA[Mark Zuckerberg]]></category>
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					<description><![CDATA[<b><img src="/sites/politik-digital.de/files/us-kongress.png" height="167" width="260" /></b><br />
Vergangenen Donnerstag schickten vier US-Abgeordnete einen Brief an Facebook-Chef Mark Zuckerberg und verlangten Aufklärung über die Datenschutzpolitik des Konzerns. Sie verwiesen darin auch auf die Initiative “Europe versus Facebook”. politik-digital.de sprach mit deren Vertreter Max Schrems.
<p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img decoding="async" class="alignleft" src="/wp-content/uploads/us-kongress.png" alt="" width="187" height="121" /></strong><br />
Vergangenen Donnerstag schickten vier US-Abgeordnete einen Brief an Facebook-Chef Mark Zuckerberg und verlangten Aufklärung über die Datenschutzpolitik des Konzerns. Sie verwiesen darin auch auf die Initiative “Europe versus Facebook”. politik-digital.de sprach mit deren Vertreter Max Schrems.</p>
<p>Mittels <a href="http://stearns.house.gov/uploads/Zuckerberg%20letter.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einer Anfrage an Facebook</a> wollen der aus dem Bundesstaat Florida stammende republikanische Kongressabgeordnete Cliff Stearns und seine drei Kollegen Diana DeGette, Joe Barton und Edward J. Markey bis spätestens 3. Januar 2012 von Mark Zuckerberg wissen, was es mit den Datenschutz-Praktiken des Internetkonzerns auf sich hat. Die Anfrage bezieht sich auf folgende Punkte: 1. Trotz Privatsphäre-Einstellung stehen bestimmte Informationen der Öffentlichkeit zur Verfügung; 2. Drittanbieter erhalten einen breiten Zugang zu Informationen der Nutzer und tauschen diese mit Werbekunden aus; 3. Der Zugriff auf Nutzerdaten ist auch nach der Deaktivierung oder Löschung eines Accounts möglich und wechselnde Privatsphäre-Einstellungen werden vorgenommen, ohne den Nutzer in Kenntnis zu setzen. Facebook wird aufgefordert, detailliert darzulegen, in welchem Umfange Informationen von Nutzern gesammelt werden, wie das Unternehmen diese nutzt und warum die &#8220;Timeline&#8221;-Funktion eingeführt wurde. Als eines von drei Beispielen liegen dem Anliegen der US-Politiker die Erkenntnisse und Kritik der Initiative “Europe versus Facebook“ zugrunde, <a href="/europa-gegen-facebook" target="_blank" rel="noopener noreferrer">von der wir bereits berichteten</a>. abei geht es um die 1.000 Seiten Informationen über private Nutzerdaten, die die Initiative von Facebook erhielt und die gelöschten Daten, <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/soziale-netzwerke-auf-facebook-kannst-du-nichts-loeschen-11504650.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die noch vorhanden waren</a>.</p>
<p>Laut Sprecher der Initiative Max Schrems könnte die Anfrage an Facebook die Vorstufe zur Einleitung eines Verfahrens gegen den Konzern sein. Man arbeite bereits an einer Kontaktaufnahme zu den US-Abgeordneten (eine erste Rückantwort ist bereits eingegangen) und prüfe noch, wie relevant deren Ansinnen sei: „Was uns wunderte ist, dass die Abgeordneten gerade unseren Fall heraussuchten. Die US-Medien dürften eher darauf warten, was im Antwortschreiben steht“, so Max Schrems gegenüber politik-digital.de. Darüber hinaus berichtet Schrems, dass die irische Datenschutzbehörde, bei der seine Initiative gegen Facebook klagte, im Januar 2012 eine erste Einschätzung zu den Vorwürfen gegen den Internetkonzern vorlege und wohl eine einvernehmliche Einigung anstrebe. Zudem verweist er auf die massive Lobbyarbeit von Facebook. Zuletzt seien ihm die engen Verflechtungen zwischen Politik und Wirtschaft am Rande der Konferenz <a href="http://www.youtube.com/watch?v=yq0-spIsWQk" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Our Internet &#8211; Our Rights, Our Freedoms&#8221;</a> Ende November in Wien bitter aufgestoßen, auf der die politischen Abgesandten Irlands nicht nur auf „Du und Du“ mit den Facebook-Lobbyisten waren, sondern ein Beamter des irischen Außenministeriums den Internetkonzern gar verteidigte.</p>
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