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	<title>Markus Beckedahl &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Markus Beckedahl &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Hidden Agenda? Wo die Große Koalition die Digitale Agenda sucht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Mar 2014 11:47:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Mit der Umdeutung der Netzpolitik zur Digitalen Agenda werden spezifische Schwerpunkte gesetzt, die den Politiken des Internets ihren kritischen Stachel [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Digitale-Hidden-Agenda.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-138198" alt="Digitale-Hidden-Agenda" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Digitale-Hidden-Agenda-630x377.jpg" width="630" height="377" /></a><br />
Mit der Umdeutung der Netzpolitik zur Digitalen Agenda werden spezifische Schwerpunkte gesetzt, die den Politiken des Internets ihren kritischen Stachel rauben. Um das Internet als Ermöglichungsstruktur für digitale Autonomie, mehr Demokratie und Partizipation zu nutzen, müssen kritische Stimmen aus der gesellschaftspolitischen Öffentlichkeit einbezogen werden. Die Aufgabe, die sich durch eine Transformation in eine digitale politische Öffentlichkeit ergibt, könnte vom neuen Ausschuss Digitale Agenda angenommen werden – dann wäre er auch kein „zahnloser Haifisch“.<br />
Der Begriff der Digitalen Agenda spiegelt einen Kampf um Deutungshoheit wider – und stellt damit auch einen Kampf um Macht dar. Es ist durchaus nicht als Spiel zu betrachten, wenn Ausschüsse umbenannt und bei Twitter neue Hashtags etabliert werden. Die CDU/CSU nennt ihren netzpolitischen Sprecher sogar in <a href="http://bundestag-digital.de/5-fragen-an-thomas-jarzombek-cdu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Sprecher für Digitale Agenda“</a> um (obwohl der auf seiner eigenen Homepage noch <a href="http://jarzombek.de/meine-politik-im-bundestag/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„netzpolitischer Sprecher der Fraktion“</a> als Funktion angibt). Es handelt sich offenbar nicht um beliebige Etiketten oder Plakatierungen. So ist die mehrdeutige Beziehung zum englischen „agenda setting“ sowie zur „hidden agenda“ kein Zufall – die Digitale Agenda der Großen Koalition wurde schließlich hinter verschlossenen Türen entworfen. Sie ist somit wohl kein Error 404 für das Internet. Nur werden andere politische Schwerpunkte gesetzt, als sie unter dem Begriffsfeld der „Netzpolitik“ bislang bekannt waren. Netzpolitische Initiativen kamen ursprünglich aus dem oppositionellen Kontext des Internets, der <a href="http://politik-digital.de/netzpolitik-oder-digitalisierungspolitik-worum-geht-es-hier-eigentlich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„netzpolitischen Zivilgesellschaft“</a>.</p>
<h3>Wer sucht das Netz im Verkehrsministerium?</h3>
<p>Die Frage nach der Ressort-Anbindung der Digitalen Agenda stand im Zentrum des <a href="http://www.netzreporter.org/2014/02/26/digitaler-salon-error-404-fur-das-internet-wer-sucht-das-netz-im-verkehrsministerium/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitalen Salons</a> in der vergangenen Woche. Das Internet als Themenkomplex ist in dieser Legislaturperiode primär innerhalb der „digitalen Infrastruktur“ dem Verkehrsministerium als Appendix unterstellt. Obwohl das Wort „digital“ exorbitant häufig im Koalitionsvertrag verwendet wird, resultierte daraus weder ein zentrales Ministerium für Internet, Netzpolitik und Digitalisierung noch ein_e eigene_r Staatsminister_in, die/der diese Themen für die Regierung bündelt. Hier besteht offenkundig eine Diskrepanz, die auch den Auftakt der Diskussion im Digitalen Salon bildete.<br />
Die Regierungsseite, im Digitalen Salon vertreten durch Erwin Schwärzer, den Leiter des Referats IT 1 des Bundesministeriums des Inneren, bestimmte dann auch den Auftakt des Gesprächs, in dem um die „Kernressorts“, die die digitale Agenda bestimmen werden, gestritten wurde. Laut Schwärzer besteht dieser „Kern“ aus dem schon benannten Verkehrsministerium und darüber hinaus aus dem Ministerium für Wirtschaft und Energie sowie seinem eigenen Ressort, dem Innenministerium. Sekundieren solle noch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, es gehöre aber nicht primär zu den „Kernressorts“. Dem Internet, verstanden als Querschnittsthema, wurden so immerhin verschiedene Fachpolitiken zugeordnet. Fraglich blieben aber die Kooperationsmechanismen unter den Ministerien, die auch in Blockaden bestehen könnten, also nicht immer intelligent sein müssten, wie Wolfgang Schulz anmerkte, der Direktor des <a href="http://www.hiig.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft</a>.</p>
<h3>Internet als gesellschaftliche Aufgabe</h3>
<p>Dass Internet und Digitalisierung auch in die Zuständigkeitsbereiche weiterer Ministerien fallen, beispielsweise in die für Bildung und Forschung, Jugend oder Entwicklung, merkte u.a. Lena-Sophie Müller an, Geschäftsführerin der Initiative D21. Für Jugendliche, die immer mehr als Digital Natives aufwachsen, sei eine Förderung der Medienkompetenz von enormer gesellschaftlicher Bedeutung.<br />
Der (netz-)gesellschaftlichen Fraktion, die das „Internet als gesellschaftspolitische Aufgabe“ begreift, gehörten auch die anderen Diskutanten an. Der Netzwelt-Redakteur bei Spiegel Online Ole Reißmann vertrat die Ansicht, dass die gesellschaftlichen Transformationen, die mit dem Internet einhergehen, spezifische Fachpolitiken überschreiten. Und der Gründer von netzpolitik.org, Markus Beckedahl, kritisierte, dass Netzpolitik von der Großen Koalition als Industriepolitik behandelt werde.</p>
<h3>Ergebnisse der Internet-Enquete: Kritische Stimmen aus dem Internet einbeziehen</h3>
<p>Die Einbeziehung der sogenannten „Netzgemeinde“ könnte sich für die Mitglieder des neuen Ausschusses Digitale Agenda als sehr nützlich erweisen – auch im Hinblick auf die zu erwartenden Auseinandersetzungen in den Reihen der Regierungsfraktionen. Die „Netzpolitiker“ der Fraktionen, die größtenteils Mitglieder des Ausschusses sind, werden sich ihren politischen Einfluss auch in den eigenen Fraktionen im wahrsten Sinne des Wortes „erkämpfen“ müssen.<br />
Selbst wenn der neue Ausschuss keinen „federführenden“ Einfluss wird ausüben können, so könnte er zumindest als eine Art Demokratie- und Partizipations-Plattform genutzt werden, um kritische Stimmen aus der digitalen Öffentlichkeit in den politischen Diskurs einzubringen. So wies die Diskussionsrunde im Digitalen Salon wiederholt auf die Ergebnisse der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft der letzten Legislaturperiode hin.<br />
Dort steht etwa im Bericht der Projektgruppe Demokratie und Staat zu lesen: <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/122/1712290.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Eine digital vernetzte Demokratie ermöglicht die Erweiterung der Ausübung von Volkssouveränität durch eine stärkere substantielle Verknüpfung politischer Institutionen mit dem öffentlichen Prozess politischer Willensbildung“</a>. Eine Einbeziehung der „Netzöffentlichkeit“ durch digitale Technologien könne mitunter zu einer höheren Legitimation politischer Entscheidungen führen. Diese Netzöffentlichkeit habe „sich in Blogs und Foren herausgebildet“ und dehne „sich derzeit auf soziale Netzwerke und Kollaborationsplattformen aus“.<br />
Im Bericht der Projektgruppe Netzneutralität heißt es: <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/085/1708536.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Ein freies Internet ist von unschätzbarem kulturellem, gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Wert“</a>, es verdanke <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/085/1708536.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„seine Attraktivität und Innovationskraft [&#8230;] maßgeblich dem offenen und vergleichsweise einfachen Zugang für Nutzer und Anbieter sowie der Übermittlung von Datenpaketen ohne Diskriminierung unabhängig von Sender und Empfänger“</a>. In diesem Zusammenhang ist zu kritisieren, dass die Netzneutralität im Koalitionsvertrag zwar gefordert wird, aber eine <a href="http://politik-digital.de/der-koalitionsvertrag-bietet-genug-angriffspunkte-interview-mit-der-neuen-stellvertretenden-piraten-chefin-caro-mahn-gauseweg/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Netzneutralität mit Hintertüren“</a> bleibt und somit <a href="http://www.neunetz.com/2013/11/27/koalitionsvertrag-keine-netzneutralitat-aber-neutralitat-bei-suchergebnissen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">faktisch abgeschafft</a> werden könnte.<br />
Auch beim Thema Datenschutz wäre der Rückgriff auf die Ergebnisse der Enquete-Kommission hilfreich, etwa beim Thema <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/089/1708999.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Privacy by Design und Privacy by Default“</a>. Die Initiative einer Datenschutzgrundverordnung sowie die gesetzliche Regelung der Netzneutralität werden jedoch maßgeblich von der Europäischen Union beeinflusst – daher muss der Eingriff der Politik und des Politischen hier auf internationaler Ebene stattfinden.<br />
Bild: politik-digital.de<br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
&nbsp;</p>
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		<title>Sind wir alle Mitreisende? &#8211; Digitale Presseschau 49/2013</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Morgenroth]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Dec 2013 16:37:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Überwachung von Angela Merkels Handy erscheint nach den neuesten Enthüllungen geradezu kleinlich, wie ein mit bitterer Leidenschaft geführter Streit [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Überwachung von Angela Merkels Handy erscheint nach den neuesten Enthüllungen geradezu kleinlich, wie ein mit bitterer Leidenschaft geführter Streit zwischen Kindern, der nach fünf Minuten vergessen ist. Denn die NSA überwacht nach einem Artikel in der Washington Post nicht nur das Handy der deutschen Kanzlerin, sondern die Verbindungsdaten aller Mobiltelefone der Welt, die noch auf die überlasteten Server des Geheimdienstes passen. Dagegen scheint die Vorratsdatenspeicherung in Deutschland geradezu ein bescheidenes Unterfangen zu sein. Internationale Abkommen, wie die EU-Datenschutzverordnung oder gar transatlantische Abkommen, rücken derweil weiter in die Ferne.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="http://www.youtube.com/watch?v=KtNPKdtCumM&amp;hd=1" title="Was taugt die Währung Bitcoin? - DIGIsellschaft 14" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/KtNPKdtCumM?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Der Elektrische Reporter: Was taugt die Währung Bitcoin? &#8211; DIGIsellschaft 14</p>
<h3><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/handy-ueberwachung-nsa-greift-milliardenfach-standortdaten-ab-a-937330.html#ref=rss" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wer verreist schon mit Terroristen?</a></h3>
<p>Eine neue Welle der Erkenntnis schwappt über die NSA-geplagte Öffentlichkeit. Die NSA speichere verdachtsunabhängig Telefonnummern, Ortsangaben, Geräte- und SIM-IDs von hunderten Millionen Mobiltelefonen weltweit, melden unter anderem <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/handydaten-speicher-der-nsa-archiv-fuer-die-verdaechtigen-der-zukunft-1.1836306" target="_blank" rel="noopener noreferrer">süddeutsche.de</a> und <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/handy-ueberwachung-nsa-greift-milliardenfach-standortdaten-ab-a-937330.html#ref=rss" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiegel-Online</a>. Sie beziehen sich auf einen Bericht der Washington Post, nachdem die NSA diese Daten in Zusammenhang mit Terrorverdächtigen verwerte, aber auch archiviere. Die Identifizierung und die Erstellung von Bewegungsprofilen von theoretisch jedem Handynutzer weltweit sind damit möglich. Auf <a href="https://netzpolitik.org/2013/how-to-analyze-everyone-teil-ia-basics-der-handyortung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">netzpolitik.org</a> erklärt Anna Biselli die technischen Grundlagen dafür und weist auf die Verwendung solcher Daten auch durch deutsche Behörden hin.</p>
<h3><a href="https://netzpolitik.org/2013/bericht-der-eu-us-ad-hoc-arbeitsgruppe-zum-ueberwachungsskandal/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Mühlen der Diplomatie</a></h3>
<p>Ebenso auf netzpolitik.org bespricht Jan-Peter Kleinhans den <a href="https://netzpolitik.org/wp-upload/report-findings-of-the-ad-hoc-eu-us-working-group-on-data-protection.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ergebnisbericht</a> der ad hoc EU-US Arbeitsgruppe zum Datenschutz. Deren Ziel war die Aufklärung über die rechtlichen Rahmenbedingungen der US-Überwachung und ihrer Auswirkung auf EU-Bürger. Zwar sieht Kleinhans diese Ziele nicht als erreicht, aber er begrüßt den Bericht. Er zeige vor allem, dass die USA die meisten Presseberichte bestätigt habe, dass jegliche gesetzliche Einschränkung der Überwachung nur für US-Bürger gelte und „dass es noch ein langer Weg zur internationalen Verständigung bezüglich Telekommunikationsüberwachung ist“. Für <a href="https://netzpolitik.org/2013/geheimdienste-und-buergerrechte/#more-59666" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Markus Beckedahl</a> stehen die Geheimdienst dabei im Weg. Sie seien ein Anachronismus &#8211; struktureller Rechtsbruch würde begangen und damit die Demokratien untergraben.</p>
<h3><a href="http://gutjahr.biz/2013/12/vorratsdaten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dieses Kätzchen müsste ohne VDS sterben</a></h3>
<p>Mit „gezielter Täuschung“ würden Sicherheitspolitiker den Nutzen der Vorratsdatenspeicherung propagieren und so das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ad absurdum führen, schreibt Richard Gutjahr auf seinem Blog. Gegen die Argumente von Gabriel, Friedrich und Co präsentiert er selbst erstellte Tabellen mit Daten zur Telekommunikationsüberwachung in Deutschland. So würden Kinderpornographie und Terrorismus nur für einen Bruchteil der Abfragen durch Behörden als Anlässe dienen. Zudem verweist er noch auf die „oft unterschätzten“ Bestandsdaten, auf die 250 Sicherheitsbehörden Zugriff hätten und auf die im Jahr 2012 rund 36 Millionen mal zugegriffen worden sei. Auch <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/datensicherheit-und-kosten-unklar-gruene-sprechen-von-einem-schweren-fehler/9149510-2.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anwaltsverbände</a> sehen die Vorratsdatenspeicherung als problematisch an, solange der Zugriff von ausländischen Geheimdiensten nicht ausgeschlossen werden könne und die Finanzierung nicht geklärt sei.</p>
<h3><a href="http://blog.zdf.de/hyperland/2013/12/letzte-huerden-fuer-die-datenschutzreformen/#more-14028" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bremsen die Streber?</a></h3>
<p>Das Europäische Parlament hat sich im Oktober auf eine EU-Datenschutzverordnung geeinigt. Nun beraten die Justiz- und Innenminister im Europäischen Rat darüber. Auch hier ist die <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/eu-reform-datenschutz-muss-weiter-warten-a-937656.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kritik</a> an den deutschen Innenpolitikern groß. So würden sie den Beschluss der Verordnung behindern. Christiane Schulzki-Haddouti hat mit dem Sprecher des Bundesinnenministeriums, Philipp Spauschus, gesprochen und ihn über den Stand der Dinge befragt.</p>
<h3><a href="http://www.theeuropean.de/gunnar-sohn/7710-die-netzpolitik-der-grossen-koalition" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Den Wackelpudding an die Wand nageln</a></h3>
<p>Kein gutes Wort an der digitalen Agenda im großen Koalitionsvertrag lässt Gunnar Sohn im The European. Einerseits würde ein „Biotop“ von Sicherheitspolitikern und -beratern „mit einer paranoid anmutenden, hermetischen Gedankenwelt“ gehegt, andererseits seien die Zusagen zum Breitbandausbau nicht verbindlich oder ausreichend genug. Ausführlich zitiert der Autor den „Technologie-Experten“ Roman Friedrich von Booz &amp; Co und kommt zu dem Schluss, dass die große Koalition sowohl Wohlstand als auch Wachstum verspiele.</p>
<h3><a href="http://blogs.faz.net/deus/2013/12/06/regularien-sind-die-werkzeuge-der-hilflosen-1847/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verschlüsselung statt Regularien</a></h3>
<p>Auf faz.net reagiert Niels Fallenback auf ein Interview mit dem Chaos-Computer-Club Vorsitzenden Frank Rieger und dem Telekom-Chef René Obermann. Mit letzterem würde er „keine Woche in einer gemeinsamen Wohnung aushalten“, schreibt der Autor. Statt Regularien wie Schengen-Routing oder DE-Mail, wie Obermann sie propagiert, fordert Fallenbeck als „einzig wirksame Alternative“ die Verschlüsselung aller Übertragungswege durch quelloffene Techniken. Obwohl sie die Möglichkeiten dazu hätte, habe die Telekom daran offenbar kein Interesse.<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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			</item>
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		<title>re:publica reloaded&#8230; &#8211; Digitale Presseschau KW 19</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ludwig Lagershausen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 May 2013 14:44:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Die re:publica #13 ist zu Ende, über 5.000 Besucher statteten der wichtigsten Konferenz Deutschlands zu den Themen Internet und Netzpolitik [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die re:publica #13 ist zu Ende, über 5.000 Besucher statteten der wichtigsten Konferenz Deutschlands zu den Themen Internet und Netzpolitik einen Besuch in der STATION Berlin ab. Unsere aktuelle Digitale Presseschau widmet sich ausschließlich den Veranstaltungen der rp13. Datenschutz, Innovation, Programmiersprache – mit diesen nicht nur für Blogger und Nerds lesenwerten Artikeln blicken wir auf einige der interessantesten Veranstaltungen zurück.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="http://www.youtube.com/watch?v=u74FnBUWlrI" title="re:publica 13 - Markus Beckedahl im N24-Interview." width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/u74FnBUWlrI?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Was ist die re:publica? Was kann, soll, muss sie? Was steckt hinter dem Motto In/Side/Out? Mitorganisator Markus Beckedahl gibt im N24-Interview Einblick über Hintergründe der Veranstaltung, Themen, Schwierigkeiten, Chancen, Meinungsfreiheit, die Piratenpartei, die Drosselkom-Pläne und weitere Dinge, die der Netzgemeinde Kopfschmerzen bereiten. Sehr informativ und nett anzuhören.</p>
<h3><a href="http://www.tagesspiegel.de/medien/digitale-welt/re-publica-2013-redet-mit-mama-und-papa-und-dem-npd-nachbarn/8169466.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Raus auf die Straße!</a></h3>
<p>Einige Nerds bezeichnen die re:publica liebevoll als &#8216;Klassentreffen&#8217;, da die Netzgemeinde dort mal wieder &#8216;unter sich&#8217; sei. Das diesjährige Motto „In/Side/Out“ drückt jedoch das Bedürfnis und die Notwendigkeit aus, sich nicht nur mit der Szene, sondern auch mit der Offline-Welt, mit der Realität zu befassen, also das Innere nach außen zu kehren. Das Ende genau dieser Klassentreffen-Isolation, der sich viele Internet-Aktivisten allzu häufig hingeben, forderte auch „Omnisoph“ Gunther Dueck. „Die Realität ist draußen, 200 Meter weiter. Die ist mit uns verflochten!“ kritisierte er offen und direkt die um sich greifende Trägheit. Da nicht einmal die Piratenpartei längerfristig mit Netzpolitik Erfolg zu haben scheint und ein Großteil der Gesellschaft netzpolitischen Themen weiterhin relativ gleichgültig gegenübersteht, kommt dieser Weckruf vielleicht genau zur richtigen Zeit.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2013-05/republica-code-literacy-algorithmen-ethik" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitale Staatsbürgerkunde</a></h3>
<p>Wer bei Google zu einem Begriff etwas sucht, der findet in der Regel eine schier endlose Auswahl an Links. Doch wer weiß schon, warum Google gerade diese Ergebnisse in gerade dieser Reihenfolge ausspuckt? Festgelegt wird dies durch Codes und Algorithmen, die kaum jemand versteht. Problematisch dabei: diese Codes sind nicht wertneutral, die Ergebnisse, die das Internet liefert, können also durchaus politisch, weltanschaulich oder wirtschaftlich beeinflusst sein. Die Kommunikationswissenschaftlerin Nele Heise forderte daher auf der re:publica, die Nutzer sollten diese Intentionen erkennen können, um so endlich ihre „digitale Mündigkeit“ zu erwerben: „Man sollte wissen, dass über solche Quellcodes definiert wird, was online überhaupt alles möglich ist“.</p>
<h3><a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/re-publica-Der-Datenschutz-und-die-schizophrenen-Konsumenten-1859765.html">Datenschutz &#8211; ja, nein vielleicht?!</a></h3>
<p>Leidiges Thema: Datenschutz. Von Verbraucherschützern vehement gefordert, von Politikern nicht entschlossen genug angepackt, von der Wirtschaft regelmäßig gekonnt umschifft. Im Zuge der neuen EU-Datenschutzreform trafen sich fünf Datenschutzexperten zur Podiumsdiskussion, um über die Zukunft der digitalen Freiheit im engmaschigen Netz der Unternehmensinteressen zu streiten. Die Ansichten dazu gingen von „Wettbewerbsnachteil“ bis „Grundrecht“ weit auseinander, so richtig einig wurden sich die Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft zwar nicht, dennoch wurde deutlich, dass europaweit einheitliche Regeln zum Schutz der Privatsphäre im Internet eine große Chance auf mehr Sicherheit im Netz darstellen könnten. Dazu liegt aber noch ein großes Stück Arbeit vor den Beteiligten, ehe sich die verschiedensten Interessen in ein Gesetz gießen lassen.</p>
<h3><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/re-publica-endlich-das-internet-retten-a-898246.html">Wer macht hier die Politik?</a></h3>
<p>Netzpolitik bewirkt nichts! So könnte ein Fazit lauten, wenn man sich die Erfolge der Nerds und Online-Aktivisten anschaut. Flatrate-Drosselung, Bestandsdatenauskunft, Leistungsschutzrecht – die Netzgemeinde hat mit Ausnahme der ACTA-Proteste der großen Politik immer noch wenig bis gar nichts entgegenzusetzen. Die „Action“, die auf der letztjährigen re:publica gefordert wurde, verpufft oftmals wirkunslos. Ole Reißmann von Spiegel Online sieht wenig Chancen, sich nur mithilfe von ein paar Blogs und Online-Kampagnen wirklich Gehör in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu verschaffen. Das traurige Resümee: die sogenannte Netzgemeinde bekommt Netzpolitik vorgesetzt, ob sie will oder nicht. Ist das Internet also noch zu retten? Der Anspruch an die re:publica dürfte lauten, genau das zu tun. Harte Zeiten für die Netzgemeinde&#8230;</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/2013-05/republica-retro-innovation-afrika">Hilfe zur Selbsthilfe &#8211; afrikanische Innovationen</a></h3>
<p>„This Time for Africa“ sang Shakira anlässlich der Fußball-WM 2010 in Südafrika. Aus digitaler Sichtweise ist Afrikas Zeit jedoch noch nicht angebrochen: die Internetverbindungen sind oft ernüchternd langsam und für die große Mehrheit der Afrikaner ohnehin nicht zu bezahlen. Daher entwickeln Technik-Begeisterte und lokale Unternehmen Plattformen und Apps, die speziell auf die afrikanischen Verhältnisse und Bedürfnisse zugeschnitten sind. Etwa DataZone, eine vom Internet unabhängige virtuelle Bibliothek, mit denen Studenten auf Lehrmaterial zugreifen können. Oder ein auf der re:publica vorgestelltes Modem mit integriertem Akku, um die Stromversorgung zu sichern. Die Internetplattform AfriLabs vernetzt diese „Retro-Innovationen“ miteinander, in Berlin traf man sich nun zum ersten Mal zum Austausch; die Flüge bezahlte die deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit. „Das ist sinnvolle Entwicklungshilfe“, so Al Banda aus Kamerun.</p>
<h3><a href="http://michaelkreil.github.io/republicavideos/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Session verpasst?</a></h3>
<p>Die re:publica hat sich gewandelt: aus einem Treffen in gemütlicher Runde ist mit den Jahren eine Großveranstaltung geworden. An drei Tagen veranstalteten über 450 Speaker auf 7 Bühnen und 4 Workshop-Areas 263 Sessions und füllten damit 268 Stunden Programm. Logisch, dass man sich nicht jede Veranstaltung ansehen- und hören kann, der Zeitplan ist einfach zu voll. Wer also verpasste Sessions nachholen will, dem sei diese Videosammlung empfohlen. Dem tatsächlichen Zeitplan folgend, kann hier Tag für Tag, Bühne für Bühne und Stunde für Stunde die re:publica #13 anhand von Videos rekapituliert werden. Die tolle Aufmachung der Seite entschädigt dafür, dass die Auflistung nicht ganz vollständig ist.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-04/harper-reed-datenschutz" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> </a></h3>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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		<title>Betreutes Twittern und Ostergrauen &#8211; Digitale Presseschau KW 13</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Mar 2013 14:18:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Stimmt es, dass Markus Beckedahl und Sascha Lobo in der neuen Starwars-Trilogie Hauptrollen spielen? Kann das Raumschiff „Social Media“ den [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Stimmt es, dass Markus Beckedahl und Sascha Lobo in der neuen Starwars-Trilogie Hauptrollen spielen? Kann das Raumschiff „Social Media“ den Planeten der US-Republikaner retten? Dazu: In Ungarn ist es manchmal besser, offline zu gehen. Und natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, zum Osterfest einen passenden Artikel in die Presseschau aufzunehmen: Ein Bundesadler, der Eier fängt. Die digitale Presseschau zu den Feiertagen.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p>http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&#038;v=7HCl_eFa4Vs#!<br />
Von „hacken für Spacken“ bis „betreutes Twittern“ – für Standup-Comedian Tobias Mann ist die Geschichte der deutschen Netzpolitik eine Geschichte voller Missverständnisse. Eine Abrechnung.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2013-03/glosse-netzgemeinde-krieg-der-sterne">Luke Beckedahl und Han Lobo</a></h3>
<p>Die Rückkehr der Netzgemeinde. Protagonisten Markus „Luke“ Beckedahl, Sascha „Han“ Lobo und Ansgar „Darth“ Heveling. Patrick Beuth erzählt die Geschichte vom zerstörten „Todesstern ACTA“, dem Kampf um den „Eisplaneten Berlin“ und den Kampf gegen einen möglichen neuen Todesstern „Vorratsdatenspeicherung“. Ach ja, die süßen Ewoks sind für Beuth die Piratenpartei: unbewaffnet und von einem anderen Stern.</p>
<h3><a href="http://berlinergazette.de/digitalisierung-entfremdung-volk-staat/#more-47110">Digitale Kluft: Zur fortgeschrittenen Entfremdung zwischen Volk und Staat</a></h3>
<p>Wolfgang Ksoll ist ein alter Hase in der IT-Branche. Für die Berliner Gazette hat er sich die Digitalisierung der Gesellschaft und des Staates angeschaut. Sein Fazit: „Während die Digitalisierung in der Gesellschaft immer weitere Kreise zieht, parkt das Parlament gemütlich in der Vergangenheit. Damit entzieht sich die Politik hierzulande ihrer Verantwortung.“</p>
<h3><a href="http://www.campaignsandelections.com/magazine/us-edition/365842/will-social-media-save-republicans.thtml">Wird Social Media die Republikaner retten?</a></h3>
<p>Es gab eine Zeit, in der hatten die Republikaner alles. Noch vor sechs Jahren hatten sie die Mehrheit im Kongress, im Senat und bewohnten das Weiße Haus. Und nun? Zwar haben sie ihre Mehrheit im Kongress (noch) nicht verloren, aber die Wahl 2013 war eine eindeutige Schlappe für die Partei. Können die sozialen Medien die Republikaner retten?</p>
<h3><a href="http://carta.info/56099/offene-orte-an-denen-alles-gesagt-werden-kann-gibt-es-nicht/">Die Illusion der freien Meinung</a></h3>
<p>In offenen Räumen kann jeder seine Meinung frei äußern. Aber gibt es diesen ominösen „freien Raum“ wirklich? Nein, sagt die Carta-Autorin Antje Schrupp. Für sie ist die Idee der absoluten Meinungsfreiheit nur eine Illusion, „vergleichbar mit der Idee, es gäbe autonome Menschen.“</p>
<h3><a href="http://blog.zdf.de/hyperland/2013/03/ungarn-eine-revolution-geht-offline/#more-10868">Ungarn: Eine Revolution geht offline</a></h3>
<p>Wenn wir eines vom Arabischen Frühling gelernt haben, dann, dass öffentlicher Protest im Netz Früchte tragen kann. Widersprechen würden vielleicht viele junge ungarische Rebellen, die sich oft dem Internet entziehen und sogar zum Teil aus der digitalen Öffentlichkeit verschwinden. Grund: Nicht nur die Angst vorm Staat, sondern auch vor der Presse.</p>
<h3><a href="http://www.taz.de/Kinderportal-des-Bundestages/!113537/">Eier gesucht, Grauen gefunden</a></h3>
<p>Ein Spiel, das hoffentlich nie zum Klassiker wird. „Kuppelkucker“, das Kinderportal des Deutschen Bundestages, hat zum Osterfest das Spiel „Karlchen Adler, fang das Ei!“ veröffentlicht. Celestine Hassenfratz freut sich bereits darauf, dass das Spiel am 12. April wieder vom Spieleportal verschwindet.</p>
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		<title>Internationale Aktivismus-Konferenz: “Energize, Polarize, Mobilize!“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Mar 2013 16:33:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Beckedahl]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Aktivist von heute muss viele Fähigkeiten besitzen: Organisationstalent, Ideenreichtum, Rechtsverständnis und Netzaffinität. Zu diesem Schluss konnte kommen, wer bei [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Heinrich-Böll-Stiftung-cc-by-sa.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-127780" alt="Heinrich Böll Stiftung - CC BY-SA 3.0" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Heinrich-Böll-Stiftung-cc-by-sa-630x418.jpg" width="630" height="418" /></a>Der Aktivist von heute muss viele Fähigkeiten besitzen: Organisationstalent, Ideenreichtum, Rechtsverständnis und Netzaffinität. Zu diesem Schluss konnte kommen, wer bei der internationalen Konferenz „Energize, Polarize, Mobilize!“ der Heinrich-Böll-Stiftung am vergangenen Freitag war. Hauptsächlich ging es aber um politischen Aktivismus – online wie offline.<br />
Protest kann sehr einfach sein: Plakate sind schnell gemalt, eine kurze Einladung über Facebook verschickt und dann ab auf die Straße. Könnte man meinen, aber die Realität sieht anders aus. Wie an Online-Protestbewegungen à la <a href="https://www.facebook.com/zuGuttenBACK?fref=ts">“Wir wollen Guttenberg zurück“</a> in der jüngsten Vergangenheit zu sehen war, steckt hinter einer Idee oft nicht viel mehr als eben diese Idee. Im Netz spricht man dabei vom sogenannten <a href="http://politik-digital.de/klick-aktivismus-online-kampagnen-in-der-politik/">“Klicktivismus“</a> &#8211; politischer Aktivismus für Faulenzer. Resultat der Guttenberg-Aktion waren zehntausende „Likes“ bei Facebook, jedoch gähnende Leere oder höhnisches Gelächter von Gegnern der Aktion bei Flashmobs und Demonstrationen. Wer mit dem Protest wirklich etwas erreichen will, muss mehr als nur eine Idee haben: nämlich die richtige Strategie, das Vorhaben umzusetzen – und das gilt für Online- genauso wie für Offline-Kampagnen.<br />
<strong>Online oder offline, was funktioniert besser?</strong><br />
Auf der internationalen Workshop-Konferenz <a href="http://www.boell.de/demokratie/netz-mobilize-konferenz-16987.html">„Energize, Polarize, Mobilize!“</a>, organisiert von der Grünen-nahen Heinrich Böll-Stiftung, drehte sich alles um politischen Aktivismus und die Frage, wie man ihn am besten einsetzen kann, um Menschen für eine Sache zu begeistern, zu polarisieren und zu mobilisieren. Kaum überraschend: Das Internet spielte bei der Veranstaltung eine zentrale Rolle. Wie Katarzyna Szymielewicz von der polnischen <a href="http://panoptykon.org/english">Panoptykon Foundation</a> feststellte, hat das Internet zwei entscheidende Vorteile für die Organisation von Protest: „Es ist einfacher und kostengünstiger, dem Bürger sein Anliegen zu präsentieren.“ Allerdings sei es schwierig, Online- und Offline-Maßnahmen gut miteinander zu kombinieren, damit sie erfolgreich ineinander greifen. Man müsse unterschiedliche Strategien dafür entwickeln.<br />
Dass Online-Protest alleine nicht ausreicht, um seine Ziele in der Politik oder in der Gesellschaft durchzusetzen – darin waren sich alle Teilnehmer der Konferenz einig. So wies die namibische Frauenrechtsaktivistin Sheena Magenya darauf hin, dass der Zugang zum Internet in Afrika noch immer Luxus sei, der nicht allen zur Verfügung stehe. Daher könne man das Internet nicht als Allzwecklösung einsetzen, um weltweit Protest zu organisieren. Und auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ralf_F%C3%BCcks">Ralf Fücks</a>, Aktivisten-Urgestein und Vorstandsmitglied der Heinrich Böll-Stiftung, bekräftigte, dass Online-Aktivismus nicht als Placebo für reale Politik dienen dürfe. Allerdings habe die digitale Welt die Politik verändert – das betreffe die Form der Aktion ebenso wie die Art und Weise, mit der man Leute erreichen könne, so Fücks weiter.<br />
<strong>Aktivisten aller Länder, vernetzt Euch!</strong><br />
Wir können also festhalten: Das Internet allein wird die Welt wohl nicht verändern. Doch entstehen durch das Medium ganz neue Chancen der Mobilisierung und Vernetzung. Man nehme das Beispiel ACTA: Durch das Teilen und die Weitergabe von Informationen baute sich im Netz ein riesiger Widerstand gegen das geplante EU-Handelsabkommen auf, der vor einem Jahr zu etlichen großen On- und Offline-Demonstrationen führte. „Ohne Internet wäre es nicht machbar gewesen, so viele Leute zu mobilisieren“, bestätigte <a href="http://beckedahl.org/">Markus Beckedahl</a>, Vorsitzender der Digitalen Gesellschaft. Ergebnis waren die Ablehnung von ACTA und ein Sieg für die Netzgemeinde.<br />
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Internationalisierung des Protests. Dadurch, dass Aktivisten sich via Internet weltweit vernetzen können, können sie zum Beispiel voneinander lernen, wie am besten mit Repression umzugehen ist. <a href="http://politik-digital.de/jillian-c-york-beharrliche-kaempferin-fuer-die-meinungsfreiheit/">Jilian C. York</a> von der <a href="https://www.eff.org/">Electronic Frontier Foundation</a> plädierte in ihrer Keynote für noch mehr Zusammenarbeit der Aktivisten weltweit. Und auch Regierungen könnten von anderen Regierungen lernen, wie sie mit Protest umgehen können. Das war auch Ziel der Konferenz: Der Heinrich Böll-Stiftung ist es gelungen, Aktivisten aus allen Teilen der Welt zu vernetzen. Am Samstag und Sonntag konnten sich die neu geknüpften Verbindungen in Workshops weiter vertiefen und wer weiß, vielleicht entsteht ja die eine oder andere neue Bewegung daraus.<br />
<br />
Bild: Heinrich Böll Stiftung (cc by-sa 3.0)</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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		<title>Eine kleine Geschichte der Netzneutralität</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/eine-kleine-geschichte-der-netzneutralitaet-124503/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Germar Molter]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Dec 2012 10:55:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Beckedahl]]></category>
		<category><![CDATA[Netzneutralität]]></category>
		<category><![CDATA[ITU]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit online]]></category>
		<category><![CDATA[Ben Scott]]></category>
		<category><![CDATA[WCIT]]></category>
		<category><![CDATA[free press]]></category>
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					<description><![CDATA[Politikberater und Netzaktivist Ben Scott schilderte in kleiner Runde die Bedeutung der Neutralität des Internets und forderte Nutzer zum Aktivwerden [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/eine-kleine-geschichte-der-netzneutralitaet/scottbeckedahl/" rel="attachment wp-att-124576"><img decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-124576" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ScottBeckedahl-630x238.jpg" alt="Scott (l.) und Beckedahl (r.)" width="630" height="238" /></a>Politikberater und Netzaktivist Ben Scott schilderte in kleiner Runde die Bedeutung der Neutralität des Internets und forderte Nutzer zum Aktivwerden auf. Wie sich schnell herausstellte, findet das Thema in den Vereinigten Staaten höhere Beachtung als in Deutschland.</p>
<p>In den Redaktionsräumen von Zeit Online fand gestern eine Diskussion mit Ben Scott, der bereits Hillary Clinton in ihrem Amt als Außenministerin beriet und die Organisation <a href="http://www.freepress.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Free Press</a> leitete, und Markus Beckedahl von der <a href="https://digitalegesellschaft.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitalen Gesellschaft e.V.</a> über Netzneutralität statt. Die Genese des Begriffs begann, wie Scott unterhaltsam berichtete, im Jahr 2002 mit einem<a href="http://campus.murraystate.edu/faculty/mark.wattier/Wu2003.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Artikel </a>des Professors Tim Wu, der den Titel „network neutrality“ trägt. Damit war erstmals ein Wort publik geworden, das ein mögliches Problem des Internets beschreibt.</p>
<p>Grundannahme ist, dass die Datenströme im Internet bislang diskriminierungsfrei, also ohne Unterscheidung nach Inhalt, Herkunft, Ziel usw., über die Rechner laufen. Erste Anzeichen dafür, dass die Netzneutralität gebrochen wurde, gab es im Jahr 2005 in den USA.</p>
<h3>Wenn der Provider heimlich Fakten schafft</h3>
<p>Ein Nutzer aus Oregon konnte plötzlich nicht mehr auf die Angebote eines Internetdienstes zugreifen. Wie sich herausstellte, blockte sein Provider Comcast heimlich die Downloads von dieser Seite. Offiziell leugnete das Unternehmen dies aber.</p>
<p>Es folgte eine von Free Press initiierte PR-Kampagne, eine Beschwerde bei der Regulierungsbehörde FCC und eine Gegenkampagne der Provider. Diese lancierten über den US-Kongress einen Gesetzesentwurf, der den Anbietern umfassende Rechte zur Diskriminierung des Datenverkehrs verliehen hätte.</p>
<h3>Die (Internet-)Gesellschaft schläft nicht</h3>
<p>Die Nichtregierungsorganisation<a href="http://www.savetheinternet.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> SavetheInternet.com</a> konnte daraufhin rund 800 Unterstützergruppen gegen das geplante Gesetz mobilisieren, eine der größten Graswurzelbewegungen im Technologiebereich, die vom linken (<a href="http://front.moveon.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Move On</a>) bis zum rechten politischen Lager (<a href="http://www.cc.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christian Coalition</a>) reichte. Den Abgeordneten im Kongress wurde das Thema zu heiß – sie zogen das Vorhaben zurück. Doch das Thema Netzneutralität war nun ins Bewusstsein der US-amerikanischen Öffentlichkeit vorgedrungen.</p>
<h3>Der Präsident des Netzes?</h3>
<p>Barack Obama setzte als erster Präsidentschaftskandidat das Thema im Wahlkampf 2008 auf seine Agenda und konnte Menschen damit mobilisieren . Nach seinem Sieg im November 2008 verschwand die Angelegenheit zunächst von der Tagesordnung. Erst zwei Jahre später gab es Fortschritte in der Gesetzgebung. Doch zu diesem Zeitpunkt hatten die Demokraten bereits die Mehrheit im Repräsentantenhaus wieder verloren. Aus Sicht Ben Scotts trug dies mit dazu bei, dass die hehren Ziele nur zum Teil erreicht wurden. Heute ist Netzneutralität im US-amerikanischen kabelgebundenen Netz vorgeschrieben, nicht jedoch im kabellosen Netz. Unlogisch – wie Scott resümiert.</p>
<h3>Mit kleinen Schritten vorwärts</h3>
<p>Gegenüber den Erwartungen, die man in die Obama-Regierung gesteckt habe, sei nicht alles umgesetzt worden, doch bezeichnete Scott den geschaffenen Status quo als „Fortschritt für US-Verhältnisse“. Würde ein Internetanbieter heute versuchen, ein diskriminierungsbasiertes Bezahlmodell einzuführen („pay for play“), würde er riskieren, diese Investitionen im Falle eines Verbots in einigen Jahren zu verlieren. Dies schrecke die Anbieter momentan noch davon ab, die Netzneutralität zu verletzen, doch sei die Lage „gefährlich“, so Scott weiter, denn die Regulierer würden schlafen.</p>
<h3>Ein freier Markt schafft keine Freiheit</h3>
<p>Das Argument, ein freier Markt würde Netzneutralität garantieren, weil Anbieter mit diskriminierungsbasierten Bezahlmodellen dann nicht im Wettbewerb bestehen könnten, hält Ben Scott für abwegig. Anbieter arbeiteten gewinnorientiert und sie würden am meisten Rendite dann erwirtschaften, wenn sie Investitionen sparen, indem sie ihr Netz nicht ausbauten und sich den durch das erhöhte Datenaufkommen immer knapper werdenden Zugang zum Netz teurer bezahlen ließen. Motto: Wenn du mir mehr zahlst, kommen deine Daten auch schneller durch. Markus Beckedahl wies an diesem Punkt auf die Kampagne<a href="https://digitalegesellschaft.de/2012/11/neue-vodafone-kampagne-gestartet-die-freiheit-nehm-ich-dir/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> „Die Freiheit nehme ich dir“</a> der Digitalen Gesellschaft hin, die sich in Deutschland mit einem vergleichbaren problematischen Bezahlmodell von Vodafone auseinander setzt.</p>
<h3>Öffentliches oder privates Gut?</h3>
<p>Scott spitzte die Auseinandersetzung auf folgende Polarität zu: Entweder betrachte man das Internet als öffentliches Gut, das allen zustehe, oder man stufe es als ein privates Gut ein, dessen Vermarktung seinem Eigentümer obliege. Vodafone vertrete in diesem Fall ein „Modell der Knappheit“: Je knapper die Ressource (schneller Internetzugang), desto höher ihr Preis (folglich ein diskriminierungsbasiertes Bezahlmodell). Dem sei das „Modell des Überflusses“ entgegenzusetzen – ergo: diskriminierungsfreier Datenverkehr.</p>
<p>An diesem Punkt wies Scott auf die Bedeutung der Netzneutralität hin: Sie würde nicht nur Meinungsfreiheit, sondern auch Innovationen fördern. Die EU liege auch deshalb in puncto Internet-Innovationen hinter den Vereinigten Staaten zurück, weil sie stärker ins Netz eingreife.</p>
<p>Auf Nachfrage von politik-digital.de, ob er eher Konzerne oder Regierungen als gefährlich für die Netzneutralität betrachte, antwortete Scott, dass in Demokratien die Gefährdung durch den Staat keine Rolle spiele. Vielmehr seien die Gewinninteressen von Firmen im Auge zu behalten. Von politik-digital.de auf die derzeit laufende internationale Konferenz <a href="http://politik-digital.de/world-conference-on-international-telecommunications-wcit-in-dubai/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WCIT</a> angesprochen, äußerte Scott, er sehe darin keine Gefahr für die Netzneutralität – wahrscheinlich käme keine Einigung zugunsten einer Regulierung zustande. Ein Problem sieht Ben Scott hingegen darin, dass Staaten versuchen könnten, ihre innenpolitisch motivierten Wirtschaftsinteressen durch eine internationale Netzregulierung durchzusetzen. Wie es aussieht, wird Netzneutralität auch in nächster Zeit ein wichtiges Thema sein, das nicht vernachlässigt werden sollte.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/internationale-datenschutzkonferenz-von-paragrafenreitern-und-versaeumnissen/cc-lizens/" rel="attachment wp-att-121978"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-121978 alignleft" alt="CC-BY-SA-Lizenz" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x53.png" width="305" height="53" /></a></p>
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		<item>
		<title>E-Petition zum Leistungsschutzrecht : „Eine vertane Chance“</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/e-petition-zum-leistungsschutzrecht-eine-vertane-chance-121410/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Wilke]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Sep 2012 15:03:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Spielkamp]]></category>
		<category><![CDATA[Nina Galla]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Beckedahl]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsschutzrecht]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit dem 12. September sammelt die Piratenpartei Unterschriften für ihre  Online-Petition gegen das umstrittene Leistungsschutzrecht. Bisher sind rund 8.300 Stimmen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/e-petition-zum-leistungsschutzrecht-%e2%80%9eeine-vertane-chance/lsr/" rel="attachment wp-att-121442"><img decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-121442" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/lsr-630x342.png" alt="" width="630" height="342" /></a>Seit dem 12. September sammelt die Piratenpartei Unterschriften für ihre  Online-Petition gegen das umstrittene Leistungsschutzrecht. Bisher sind rund 8.300 Stimmen zusammengekommen. Noch bis Mitte Oktober können Bürgerinnen und Bürger die Petition unterzeichnen. Über die Kritik an dieser Petition sprach politik-digital.de mit Matthias Spielkamp von iRights.info.</p>
<p>Der Münchner Hauptpetent Bruno Kramm,  Musikproduzent und Mitglied der Piratenpartei, hofft auf die erforderlichen 50.000 Unterschriften, die es braucht, um die Petition im Bundestag vorlegen zu lassen. Sein Ansinnen ist lobenswert, Kramm möchte erreichen, dass die Bundesregierung das geplante <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2012-08/Leistungsschutzrecht-kabinett" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Leistungsschutzrecht</a> für Presseverlage endgültig ablehnt. Doch liest man den Inhalt der <a href="https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2012/_08/_16/Petition_35009.$$$.a.u.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Petition</a>im Wortlaut, finden sich einige Unklarheiten, die viele Bürger davon abhalten könnten, zu unterzeichnen.</p>
<p>Damit die Petition am 10. Oktober im Bundestag behandelt wird, müssen insgesamt 50.000 Menschen unterzeichnet haben. Seitens der Piratenpartei wurde dafür eine seit Beginn laufende E-Mail- und Social Media-Kamagne gestartet, die über den Umfang und die Auswirkungen des Leistungsschutzrechts (LSR) informieren soll. Für Oktober sind ein runder Tisch sowie Demonstrationen geplant, um die Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam zu machen. Zudem hat die Partei die ihrer Einschätzung nach wichtigsten <a href="http://www.piratenpartei.de/2012/09/12/epetition-piraten-gehen-aktiv-gegen-leistungsschutzrecht-vor/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Argumente</a> gegen ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage zusammengetragen.</p>
<p><strong>Zu schwammig, zu ungenau und nicht ganz durchdacht</strong></p>
<p>Dass die Piraten die Initiative ergriffen haben, ist ohne Zweifel lobenswert und trotz der Kritik kann man die Petition guten Gewissens unterschreiben. Doch die fast unachtsam herangezogenen Artikel, die die Initiatoren offenbar dem Grundgesetz zuordnen, die teils vagen Formulierungen und nicht zuletzt der unübersichtliche Fließtext lassen eine gewisse Sorgsamkeit vermissen. Über juristische Ungenauigkeiten in der Begründung und die Erfolgswahrscheinlichkeit der Petition sprach politik-digital.de mit dem Journalisten und Betreiber des Informationsportals irights.info Matthias Spielkamp.</p>
<p>Spielkamp stört sich an den ungenauen Formulierungen und vor allem an den bezugslosen Artikeln am Anfang des Begründungstexts. Bereits kurz nach dem Start der E-Petition konnte man in den Kommentaren auf der Seite der „Petition 35009“  lesen, dass die Nutzer den Vorwurf der Verfassungswidrigkeit kritisieren. So ist in einem Kommentar zu lesen: „Keine Mitzeichnung. Nach &#8216;verfassungswidrig nach Artikel 3, 5 oder 19&#8217; habe ich aufgehört, die Begründung zu lesen.“  Ähnlich problematisch sieht das auch Matthias Spielkamp: „Es hätte eigentlich genau an dieser Stelle eine Erläuterung erfolgen müssen. So einen starken Vorwurf wie die Verfassungswidrigkeit darf man nicht ohne Begründung stehen lassen. Das führt dazu, dass die Petition unverständlich wird und der Zweck bzw. die Idee einer solchen verloren geht. Das ist für eine derart wichtige Petition leider keine Auszeichnung.“</p>
<p>Seitens der Initiatoren gibt es zu der strittigen Formulierung im ersten Satz des Begründungstexts bisher nur eine einzige Antwort. In der heißt es sinngemäß, man habe sich von Juristen beraten lassen, und diese hätten den Text in Kooperation so aufgesetzt. Der kritische Kommentar war mit Links unterlegt, die als Erklärung dienten. Doch die sind auf der Seite nicht mehr zu finden. Sie wurden offenbar gelöscht. Matthias Spielkamp kann sich das nicht erklären. Dem Kommentar von <a href="http://politik-digital.de/doppelmitgliedschaften-verhindern-mitgliederschwund/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nina Galla</a> dazu ist zu entnehmen: „Die Links (URLs) wurden vom Moderator gelöscht, da Links (URLs) auf andere Webseiten nicht zugelassen sind. Links (URLs) sind nur als Quellenangabe für ein Zitat erlaubt. Bitte beachten Sie die Richtlinie.“ Für das Löschen findet Spielkamp trotzdem deutliche Worte: „Das ist keine gute Strategie. Es wäre auch hilfreich, wenn sich Bruno Kramm zu den kritischen Kommentaren äußern würde.“</p>
<h3>50.000 Unterschriften – da muss noch was passieren</h3>
<p>Auf die Frage, wie hoch er die Chance einschätzt, dass das nötige Quorum erreicht wird, antwortet Spielkamp vorsichtig: „Es müsste noch etwas passieren, was sehr viel Aufmerksamkeit erregt und positiv besetzt ist. Diejenigen, die sich ausschließlich über die Kommentare informieren, werden wohl kaum geneigt sein, zu unterschreiben.“</p>
<p>Auch stimmt Spielkamp dem Netzaktivisten  <a href="https://netzpolitik.org/2012/piratenpartei-startet-epetiton-gegen-leistungsschutzrecht/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Markus Beckedahl</a> zu, der es als „suboptimal“ bezeichnete, dass sich eine politische Partei einer Petition annehme, die eigentlich von allgemeinem Interesse sein sollte. So würden potentielle Unterzeichner aus anderen politischen Lagern abgeschreckt, bemängelt Spielkamp. „Es gäbe doch genügend Aktivisten, die sich bestens mit dem Thema auskennen. Wieso haben die bisher nichts in dieser Richtung unternommen?“, fragt er.</p>
<p>Die bisherige Informations- und Öffentlichkeitsarbeit der Piratenpartei fällt auch eher dürftig  aus. In der kurzen noch verbleibenden Zeit müsste mehr getan werden. Es sollten dringend alle Kommentare mit dazugehörigen Links gespeichert und sichtbar bleiben. Ebenso sollten sich offizielle Piratenvertreter vermehrt zu Wort melden und auf die Kommentare reagieren, damit die Initiative glaubwürdig bleibt, empfiehlt auch Matthias Spielkamp.</p>
<p>Dass das Leistungsschutzrecht ein komplexes Thema ist und es einigen Informationsaufwand im Vorfeld bedarf, bestätigt Spielkamp. Aus den gemachten Fehlern sollte man nun lernen. Falls diese Petition scheitert, könnte eine neue, klarer verständliche und präzise begründete Petition gestartet werden. Dass die  bislang fehlenden  41.700 Unterschriften noch rechtzeitig zusammenkommen, hält Matthias Spielkamp für unrealistisch. „Das ist leider eine große vertane Chance.“</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Adoptier deinen Abgeordneten&#8221; &#8211; kreativer Lobbyismus?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/netzstandpunkte/adoptier-deinen-abgeordneten-kreativer-lobbyismus-117070/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 May 2012 18:05:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Netzstandpunkte]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Beckedahl]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Tauber]]></category>
		<category><![CDATA[Deutscher Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Adoptier deinen Abgeordneten]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf der diesjährigen Bloggerkonferenz &#8220;re:publica&#8221; sorgte die Digitale Gesellschaft e.V. für eine Überraschung und ein lautes Medienecho. Mit der Initiative [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der diesjährigen Bloggerkonferenz &#8220;re:publica&#8221; sorgte die Digitale Gesellschaft e.V. für eine Überraschung und ein lautes Medienecho. Mit der Initiative &#8220;Adoptier-deinen-Abgeordneten&#8221; präsentierte der Verein eine Plattform, auf der virtuelle Paten für die 620 Abgeordneten des Deutschen Bundestages vermittelt werden.</p>
<p>Um ihrem politischen Anliegen Gehör zu verschaffen, bedienen sich die Aktivisten der Digitalen Gesellschaft sogenannter netzpolitischer Paten, die ihre Abgeordneten mit Informationen versorgen und zu Gesprächen einladen sollen. Kostenfrei ist dieses Abgeordnetenlobbying allerdings nicht. Für vier Euro gibt’s einen Volksvertreter von der Hinterbank; 19 Euro werden fällig, möchte der interessierte Bürger die Betreuung eines Politikers aus der ersten Reihe übernehmen. Ist der Parlamentarier erst einmal erfolgreich adoptiert, kann das Lobbying beginnen. Um Fortschritte in der Annäherung zu dokumentieren, sind die Paten angehalten, regelmäßig Online-Tagebuch zu führen und über den Kontaktverlauf zu berichten. Gestaltet sich die Adoptionsbeziehung komplizierter als gedacht oder beißt sich der Pate am eigensinnigen Volksvertreter die Zähne aus, gibt es eine schnelle Lösung: unliebsame Abgeordnete können zum Quartalsende zurückgegeben werden.<br />
Während Markus Beckedahl, Vorsitzender des Digitale Gesellschaft e.V., die Initiative für eine gute Idee hält, bei der beide Seiten profitieren und viel voneinander lernen können, sieht das Peter Tauber, MdB und Sprecher des Vereins cnetz, kritischer: &#8220;Wer adoptiert wird, der bekommt einen Vormund an die Hand. Wollen wir frei gewählte Abgeordnete in solche Kategorien einsortieren?&#8221;</p>
<p>Lesen Sie auf politik-digital zwei Gastbeiträge zu einem ungewöhnlichen Adoptionskonzept.</p>
<br/><div class="subcolumns">
             <div class="c75l">
               <div class="subcl">
                 <div class="entry-content-position">
                   </p>
<h2>Pro-Standpunkt Markus Beckedahl</h2>
<p>Man könnte sagen, dass es eine Schnapsidee war. Nur leider hatten wir gerade keinen Schnaps zur Hand, als wir darüber diskutierten, wie man das Abgeordnetenlobbying per Crowd organisieren könnte. Wir warfen ein wenig die Ideen hin und her – und heraus kam: eine Plattform, bei der alle Seiten profitieren.</p>
<p>Die Grundidee hinter „AdA“ ist schnell erklärt: ein Nutzer übernimmt die netzpolitische Patenschaft für einen Abgeordneten seiner Wahl. Er oder sie soll mit ihm oder in Kontakt treten, eine stetige, mehr oder minder liebevolle Beziehung aufbauen. Wenn ein Thema in den Bundestag kommt, das von netzpolitischer Bedeutung ist, sagen wir vom Digitale Gesellschaft e.V. den Paten Bescheid, geben Hintergrundinformationen und Hinweise zur<br />
Abgeordnetenansprache: Schau, das Thema ist jetzt in dem Ausschuss, in dem Dein Patenabgeordneter sitzt. Ruf ihn an, schick ihm eine Mail, sag ihm Bescheid. Und wenn das Thema dann im Bundestagsplenum ist, werden alle Paten zum Mitmachen aufgefordert. Das hat zwei Effekte: zum einen bekommen die Abgeordneten schnell und unkompliziert – aber immer vom gleichen Paten – Nachrichten und Hilfestellungen zu Themen, bei denen sie sich sonst oft nur auf die Unterlagen der zuständigen Berichterstatter ihrer Fraktion verlassen. Sie können in einen kontinuierlichen Diskurs über die netzpolitischen Fragestellungen eintreten. Zum anderen lernen dabei viele Nutzer einiges über die tatsächliche Arbeitsweise eines Parlaments, über parlamentarische Abläufe und über das Abgeordnetendasein. Das nennen wir: politische Bildung in netzgerechter Art und Weise.</p>
<p>Tatsächlich hängt der Erfolg der Plattform stark von ihren Nutzern ab: schaffen sie es, ihre Abgeordneten in den Dialog zu verwickeln? Dabei höflich zu bleiben? Auf beiden Seiten des Monitors sitzt ja ein Mensch. Weshalb wir auch – sollten sich Abgeordnete bei uns beschweren – dann auch die Patenschaften beenden, wenn es Beschwerden gibt. Wir möchten niemanden vergrätzen, wir möchten einen klügeren netzpolitischen Diskurs schaffen. Und dabei auch den netzpolitisch Interessierten zeigen: es tut gar nicht so weh, sich mit einem Menschen, der MdB ist, zu unterhalten und ihm zu sagen, was er besser machen könnte. Kluge MdB werden es als Chance erkennen. Weniger kluge werden dagegen rumpoltern. Wir sind auf jeden Fall gespannt, wie sich unser Adoptionswesen entwickeln wird.</p>
<h2>Contra-Standpunkt Peter Tauber</h2>
<p>Es klingt wie eine witzige Idee. Bürger können einen Abgeordneten adoptieren. Auf diese Weise will der netzpolitische Verein, die Digitale Gesellschaft, die vermeintlich fehlende netzpolitische Kompetenz der Bundestagsabgeordneten ausmerzen und jeden Abgeordneten zu einem Nerd machen. Auch diese Idee ist nicht so falsch, denn das Internet verändert unsere Welt massiv und wir tun gut daran, uns zu fragen, ob die Entscheidungsträger in Staat und Gesellschaft diese Dynamik der Veränderung, die einer Revolution gleichkommt, erkannt haben und bereit sind, darauf so zu reagieren, dass etwas Gutes für unser Land daraus werden kann.</p>
<p>Auf den ersten Blick überlege ich also, wo denn der Like-Button für diese Aktion zu finden ist. Bevor man klickt, sollte man überlegen. Ist die Idee wirklich gut oder nicht nur ein PR-Gag? Soll damit nicht unterschwellig zunächst einmal das Klischee bedient werden, dass Abgeordnete alle Emails ausdrucken und man sie zumindest netzpolitisch dringend zur Adoption freigeben müsse? Wer adoptiert wird, der bekommt einen Vormund an die Hand. Wollen wir frei gewählte Abgeordnete in solche Kategorien einsortieren?</p>
<p>Wenn die Digitale Gesellschaft wirklich etwas erreichen will – gerade bei den Abgeordneten, die bisher keine Notwendigkeit gesehen haben, sich mit Netzpolitik zu befassen -, dann hätte sie nach einem Format gesucht, das Abgeordnete nicht bloßstellt oder karikiert, sondern man hätte sie &#8220;mitgenommen&#8221;. Die Aktion ist zumindest nicht so aufbereitet, dass die Botschaft lautet: &#8220;Liebe Abgeordnete, dass Internet ist enorm wichtig für unsere freiheitliche Gesellschaft und für unsere Volkswirtschaft. Wir glauben wir verstehen, worum es bei dem Thema geht und wollen unser Wissen an Euch weitergeben.&#8221; Viel eher liest sich der Subtext ziemlich klar: &#8220;Die sind blöd und bekommen das eh nicht hin, wir geben sie mal zur Adoption frei (ohne sie vorher zu fragen, ob sie das wollen) und schauen einfach mal, wer dann barsch oder unwirsch reagiert um das Klischee vom Internetfernen und verstockten technikfeindlichen Abgeordneten zeichnen zu können.&#8221;</p>
<p>Auch bei der Umsetzung hätte man sich ein bisschen mehr Mühe geben können. Wer mich adoptieren wollte, der erfuhr anfänglich auf der Seite, dass ich Twitter nicht nutze. Naja. Nun hatte ich mir so einen schönen Schlusssatz für diesen Text überlegt: „Ich mecker hier nur rum, weil mein Ego tief gekränkt ist. Mich hat nämlich noch niemand adoptieren wollen. Die Aktion an sich finde ich insgeheim natürlich doch cool.“ Aber gerade habe ich gesehen, dass ich inzwischen einen Paten habe. Na Hurra! Der hat sich allerdings bis heute nicht bei mir gemeldet. Wenn er das tut, dann erkläre ich ihm gerne das mit diesem Internet. Ist nämlich eine ganz tolle Sache. Hoffentlich hat er wenigstens ein Fax.</p>
<p>
                 </div>
               </div>
             </div>
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			</item>
		<item>
		<title>Warnhinweisstudie lässt Raum für Diskussionen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/warnhinweisstudie-laesst-raum-fuer-diskussionen-2-13328/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Wilke]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Mar 2012 14:44:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Warnhinweisstudie]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Beckedahl]]></category>
		<category><![CDATA[BMWI]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[ACTA]]></category>
		<category><![CDATA[Sabine Leutheusser-Schnarrenberger]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Rahmen des „Wirtschaftsdialogs zur Bekämpfung der Internetpiraterie“ werden am kommenden Donnerstag die Ergebnisse einer Anfang Februar veröffentlichen Warnhinweisstudie präsentiert. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/warnhinweisstudie-laesst-raum-fuer-diskussionen-2/vorschlag-3/" rel="attachment wp-att-13360"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-13360" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Vorschlag-3.jpg" alt="" width="650" height="329" /></a>Im Rahmen des „Wirtschaftsdialogs zur Bekämpfung der Internetpiraterie“ werden am kommenden Donnerstag die Ergebnisse einer Anfang Februar veröffentlichen Warnhinweisstudie präsentiert. Dazu lädt das Bundeswirtschaftsministerium zunächst nur Rechteinhaber und Diensteanbieter ein. Verbraucher und Nutzer stehen nicht auf der Gästeliste.</p>
<p>Die <a href="http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Service/publikationen,did=474202.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Warnhinweisstudie</a> wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) in Auftrag gegeben und von der Fachhochschule Köln unter der Leitung von Prof. Rudolf Schwartmann ausgearbeitet. Inhalt der Studie sind u.a. Vorschläge zur Umsetzung von Warnhinweismodellen bei Urheberrechtsverletzungen auf in Deutschland betriebenen Internetseiten. Darunter ist die Vorlage zur Einführung einer „Two-Strikes“ Regel. Demnach würde der Nutzer beim ersten Vergehen eine Verwarnung erhalten und bereits beim zweiten Mal mit Sanktionen rechnen müssen. Vorbilder dafür sind Länder wie Irland und Frankreich, die bereits etliche Einschränkungen für private Netzwerke vorgenommen haben, oder Großbritannien, wo die Vorratsdatenspeicherung gar gesetzlich festgelegt ist. Zudem werden die Provider dort vermehrt zur Verantwortung gezogen, denn sie müssen nach Verstößen der Nutzer suchen, um diese umgehend verwarnen zu können.</p>
<p>Die Reaktionen auf die Warnhinweisstudie fallen unterschiedlich aus. Im Lager der Befürworter finden sich große Medienkonzerne wie Sky Deutschland, Verwertungsgesellschaften wie die Gema und politische Vertreter der Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP. Gegen Warnhinweise wehren sich insbesondere Verbraucherschützer und zivilgesellschaftliche Organisationen wie die Digitale Gesellschaft e.V. und iRights.info sowie unabhängige Experten.</p>
<h3>Warnhinweise als wirkungsvolles Mittel gegen Internetpiraterie?</h3>
<p>Prof. Schwartmann kommt in seiner Studie zu dem Ergebnis,  dass &#8211; wie man aus den gesammelten Erfahrungen schließen könne &#8211; Warnhinweise ein wirkungsvolles Mittel gegen Internetpiraterie sind. Eine offizielle schriftliche Verwarnung an die Verletzer von Urheberrechten im Netz sieht er als eine gute Möglichkeit, die Nutzer aufzuklären und gleichzeitig zu verwarnen.</p>
<p>In einer <a href="http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Presse/pressemitteilungen,did=474200.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pressemitteilung</a> unterstützt der Parlamentarische Staatssekretär des Bundesministers für Wirtschaft und Technologie Hans-Joachim Otto diese Einschätzung: &#8220;Die Studie ist eine wertvolle Grundlage für die weitere Diskussion in puncto Bekämpfung der Internetpiraterie. Wir werden auf Basis der mit dieser Studie gewonnenen Erkenntnisse den Dialog mit den Beteiligten aufnehmen und wollen noch im ersten Halbjahr 2012 zu einer Entscheidung kommen&#8221;.</p>
<p>Auch der stellvertretende Fraktionsvorsitzende von CDU/CSU Günter Kings <a href="http://www.cducsu.de/TabID__6/SubTabID__7/InhaltTypID__1/InhaltID__21090/inhalte.aspx" target="_blank" rel="noopener noreferrer">begrüßte</a> die Studie der Kölner Forschungsstelle. Provider und Rechteinhaber sollten sich nun zügig auf ein praktikables Warnhinweismodell einigen. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion stehe hinter den zivilstrafrechtlichen Konsequenzen für die Internetnutzer ebenso wie hinter der Stärkung von Möglichkeiten der Selbstregulierung von Rechteinhabern und Internet-Serviceprovidern.</p>
<h3>Gegenstudie: Warnhinweise rechtswidrig?</h3>
<p>Strikter Gegner der Studie ist die Digitale Gesellschaft e.V. In einem <a href="http://digitalegesellschaft.de/wp-content/uploads/2012/02/schattenbericht-digiges.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schattenbericht</a> zur Studie warnt sie vor den Risiken derartiger Beschränkungen im Internet. Markus Beckedahl, Vorsitzender der Digitalen Gesellschaft meint: „Die Einführung einer Warnmodell-Infrastruktur ist vollkommen unsinnig und schafft eine gefährliche Privatisierung der Rechtsdurchsetzung. Internetanbieter und Hoster werden damit gleichzeitig zu Richtern und Hilfspolizisten in Personalunion gemacht“. In ihrem Bericht weist die Digitale Gesellschaft darauf hin, dass die bereits etablierten Warnmodelle im europäischen Ausland grund- und datenschutzrechtliche Probleme aufweisen. Ferner schlägt Beckedahl vor, die Energie statt in die Bestrafung der Nutzer lieber in den Aufbau von niedrigschwelligen  und attraktiven Angeboten im Internet zu investieren.</p>
<p>In einer Gegenstudie, die am 1. März im Rahmen einer Veranstaltung des Branchenverbandes „eco“ mit dem Titel “Der verwarnte Nutzer – sollen Provider ihre Kunden maßregeln?” präsentiert wurde, kommt Prof. Hoeren von der Universität Münster zu dem Schluss, dass die angesprochenen Warnhinweismodelle aus vielfältigen Gründen rechtswidrig seien. Obendrein bestünden zahlreiche politische, praktische, technische sowie rechtliche Bedenken. „Zweifelhaft“ sei auch die Vereinbarkeit mit dem EU-Recht, insbesondere jedoch mit deutschem Recht.</p>
<p>In einer <a href="http://www.youtube.com/watch?v=WhgMS_lnbhs" target="_blank" rel="noopener noreferrer">YouTube-Videobotschaft</a>  hatte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im Zusammenhang mit den ACTA-Diskussionen bereits am 8. Februar sinngemäß gesagt, dass von Internetsperren und Warnhinweisen abgesehen werden solle und es keinen Anlass gebe, das Urheberrecht diesbezüglich zu ändern. Demnach sollten auch nicht die Internetprovider zur Verantwortungen gezogen werden.</p>
<p>Weitere Stellungnahmen sind im <a href="http://blog.die-linke.de/digitalelinke/die-stellungnahmen-der-warnhinweis-befurworter-im-wirtschaftsdialog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog der Digitalen Linken</a> zusammenfassend dargestellt.</p>
<p>Bis Donnerstag will Staatssekräter Otto die Vorschläge der Studie mit den betroffenen Unternehmen diskutieren. Laut einer Ankündigung des BMWi soll es im ersten Halbjahr 2012 zu einer Entscheidung kommen, in der dann die umfangreichen rechtlichen Fragen genauer geklärt und ausgelegt werden sollen. Konstantin von Notz schreib auf <a href="http://gruen-digital.de/2012/03/bundesregierung-haelt-weiterhin-an-pruefung-von-warnhinweismodellen-fest/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gruen-digital.de</a>,  dass die Bundesregierung an der konkreten Prüfung der Warnhinweismodelle und dem bisherigen Zeitplan festhalte.</p>
<p>Für die Provider und Hoster könnten die Folgen unangenehm werden. Mehrkosten und die Gefahr, sich dauerhaft bei den  Nutzern zu unbeliebt machen, sind dabei nicht die einzigen Probleme. Sie riskieren vor allem ihre privilegierte Stellung in Haftungsfragen. Versäumen sie es künftig, bei einer Rechtsverletzung durch den Nutzer Verwarnungen zu verschicken, könnten sie im Rahmen der Störerhaftung selbst zur Verantwortung gezogen werden. Hoster müssten zudem illegale Inhalte schnellstmöglich löschen, sofern sie davon Kenntnis genommen hätten.</p>
<div>
<h3>Update vom 16.03.2012: Ein vorerst befriedigendes Ergebnis</h3>
<p>Gemeinsam mit Staatssekretär Hans-Joachim Otto vom BMWi konnten sich die Rechteinhaber und Diensteanbieter gestern Abend nicht auf ein Warnhinweismodell bei Urheberrechtsverletzungen auf freiwilliger Basis einigen. Konsens herrschte allerdings darüber, dass man nicht untätig bleiben dürfe und die Gespräche über Möglichkeiten zur Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen im Internet unbedingt fortgesetzt werden müssen.</p>
<p>Auf Grundlage von zehn potenziellen Maßnahmen für einen besseren Schutz des geistigen Eigentums sollen Aufklärungskampagnen der beteiligten  Wirtschaftskreise und prominenter Künstler durchgeführt werden. Internetnutzer können vorerst aufatmen, denn einig war man sich darin, die Bekämpfung von Internetpiraterie primär an den Anbietern illegaler Inhalte festzumachen und nicht an den Usern. Dafür soll vor allem die internationale Ermittlungsarbeit verbessert werden, um gezielter gegen organisierte länderübergreifende Kriminalität vorzugehen. Begrüßt wurde auch eine Initiative der Rechteinhaber und der Werbewirtschaft für eine Verringerung von Werbung auf Portalen mit vermehrt illegalem Inhalt.</p>
</div>
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Ich halte Schäuble für gefährlich&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/ich-halte-schaeuble-fuer-gefaehrlich-530/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Mar 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Blogsprechstunde]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Beckedahl]]></category>
		<category><![CDATA[netzpolitik.org]]></category>
		<category><![CDATA[re:publica]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Open Source]]></category>
		<category><![CDATA[Blogger]]></category>
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					<description><![CDATA[<span class="fett">
Markus Beckedahl von netzpolitik.org chattete in der Blogsprechstunde
über freie Software, die Web-2.0-Konferenz re:publica und die
Gefahr eines Überwachungsstaates. Für ihn ist Innenminister
Wolfgang Schäuble „vermutlich nur ein alter Mann, der nichts
versteht“.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="fett"><br />
Markus Beckedahl von netzpolitik.org chattete in der Blogsprechstunde<br />
über freie Software, die Web-2.0-Konferenz re:publica und die<br />
Gefahr eines Überwachungsstaates. Für ihn ist Innenminister<br />
Wolfgang Schäuble „vermutlich nur ein alter Mann, der nichts<br />
versteht“.</span><!--break--></p>
<p class="normal">
<b>Moderator:</b> Hallo und herzlich<br />
willkommen zur Blogsprechstunde von politik-digital.de in Kooperation<br />
mit den Blogpiloten. Markus Beckedahl von netzpolitik.org, Fachmann<br />
für Bürgerrechte im digitalen Raum, chattet von 16 bis<br />
17 Uhr mit uns. Sie können schon gerne jetzt Ihre Fragen stellen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> So, Markus Beckedahl ist bei uns im<br />
Büro eingetroffen, wir können dann sofort starten. Wie<br />
sieht es aus, Markus?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Sieht gut aus. Die Tastatur<br />
ist etwas klein&#8230;
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/photos/mbeckedahl3.jpg" />
</p>
<p>
<b>Commodore:</b> Was muss &#8211; Deiner Ansicht nach &#8211; die<br />
Regierung für Internet-Partizipation tun?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Vielleicht mal ausprobieren?<br />
Im Moment gibt es ja nur zarte Pflänzchen der ePartizipation<br />
und das eigentlich auch nur auf kommunaler Ebene. Die ePetitionen<br />
sind zwar eine nette Idee, hier zeigt aber Großbritannien,<br />
wie man es besser machen kann. Sonst läuft wenig. Zu wenig.
</p>
<p>
<b>Bonnzai:</b> Hallo Herr Beckedahl &#8211; gehen die Bürgerrechte<br />
den Bach runter?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Bürgerrechte sind seit<br />
einigen Jahren unter ständigem Beschuss. Man glaubt zuweilen,<br />
dass es nicht schlimmer kommen kann. Aber dann biegt direkt nach<br />
der Vorratsdatenspeicherung die Debatte um die Online-Durchsuchung<br />
um die Ecke. Irgendwann muss Schluss sein, sonst kommen wir rasch<br />
von der Überwachungsgesellschaft, in der wir uns de facto schon<br />
befinden, in einen Überwachungsstaat.
</p>
<p>
<b>Lola:</b> Warum gibt es in Deutschland so wenig Blogs,<br />
die sich mit Politik beschäftigen?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Die klassische Frage. Ich hab<br />
keine Ahnung. Wieso gibt es in Deutschland so wenige Menschen, die<br />
sich politisch engagieren oder für Dinge eintreten, die ihnen<br />
wichtig sind?<br />
Ein Grund kann auch das noch einigermaßen funktionierende<br />
Mediensystem sein. Noch gibt es eine Menge Vielfalt in den klassischen<br />
Medien. Das wird aber auch vergehen, wie andere Länder zeigen.<br />
Und dann gibt es vielleicht auch mehr politische Blogs, die in diese<br />
Rolle treten.
</p>
<p>
<b>stevee:</b> Was kann man sich von abgeordnetenwatch.de<br />
versprechen? Gibt es ähnliche Angebote oder allgemein einen<br />
Trend zu mehr Transparenz?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Es gibt einige ähnliche<br />
Projekte. Ob sie mehr Transparenz bringen, weiß ich nicht.<br />
Zumindest schaffen sie eine weitere Möglichkeit zum Dialog<br />
mit den Bürgern. Ob die Politiker diesen nutzen, steht auf<br />
einem anderen Stern geschrieben.
</p>
<p>
<b>gnagna:</b> Was haben wir onlinemäßig von<br />
Frankreich zu erwarten? Jetzt im Wahlkampf?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Journalisten, die mitzählen,<br />
wie viele Blogs zur jeweiligen „politischen Blogosphäre&quot;<br />
gehören. Das hat schon witzigen Charakter. Ansonsten zeigt<br />
der Wahlkampf dort, dass es was bringt, auf das Netz zu setzen.<br />
In Deutschland passiert das ja etwas spärlicher im Wahlkampf.
</p>
<p>
<b>_Sarah_:</b> Guten Tag! Macht das Internet und insbesondere<br />
Blogs (und weitere Formen von Web 2.0) Deiner Meinung nach die Politik<br />
eher demokratischer oder verstärkt es eher die Zersplitterung<br />
des öffentlichen Diskurses und Ungleichheiten im Bereich der<br />
Kommunikation und Zugang zu Information?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Es diskutieren ja nicht mehr<br />
Menschen über Politik als vorher. Wissenschaftler gehen von<br />
einer demokratischen Elite aus, die das interessiert. Die haben<br />
es jetzt viel einfacher als vorher. Es bietet einige Chancen, dass<br />
der allgemeine Diskurs demokratischer wird. Eine Zersplitterung<br />
sehe ich nicht. Früher lief der Diskurs auf Mitgliederversammlungen<br />
der Parteien an der Basis ab. Das war nicht viel demokratischer<br />
als heute, nur lokaler.
</p>
<p>
<b>maieutike:</b> Welches Szenario würde denn dem<br />
Überwachungsstaat folgen? Also wie würden die Daten missbraucht<br />
und gegen uns verwendet ?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Ich weiß nicht, was nach<br />
dem Überwachungsstaat kommt. Ich will diesen aber auch nicht<br />
erleben. Nicht nur der Staat bedroht die informationelle Selbstbestimmung<br />
der Bürger, auch die Wirtschaft.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Technische Probleme, einen Augenblick<br />
bitte&#8230;
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Test. Irgendwie klappt hier<br />
gerade was nicht. Ich bin unschuldig.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Okay, wir arbeiten mit Windows, das<br />
verträgt sich nicht mit Open Source, scheinbar&#8230;
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Zurück zur Frage. Versicherungen<br />
wollen meine genetische Daten, Test?<br />
Die Antwort will nicht beantwortet werden. Kaum erwähne ich<br />
Banken, gehen die Filter an? 😉<br />
Ah, das geht. Na gut, dann liegt es an den Scoring-Vokabeln? Nö,<br />
geht auch. Prima. Vielleicht mal eine andere Frage?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Gerne:
</p>
<p>
<b>ÜsüÜSs:</b> Welche Bürgerrechte<br />
sind wichtig im digitalen Zeitalter?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Alle. Man kann gar nicht oft<br />
genug erwähnen, wie progressiv zu heutigen Zeiten die Menschenrechtserklärung<br />
von 1948 und das Grundgesetz von 1949 waren und sind.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Jetzt auch wieder mit Webcam!
</p>
<p>
<b>stevee:</b> Wie steht die EU zu OpenSource und OpenAccess?<br />
Habe einmal etwas über eine Studie auf netzpolitik.org gelesen,<br />
die OpenSource-Förderung der Kommission vorgeschlagen hat.<br />
Konnte dies auf die Schnelle nicht wiederfinden. Was ist daraus<br />
geworden?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Tja, da hat die EU eine Studie<br />
in Auftrag gegeben, die microsoftnahe Lobby hat noch vor Veröffentlichung<br />
davor gewarnt und nach der Veröffentlichung hat die Presseabteilung<br />
der EU-Kommission den Redaktionen hinterhertelefoniert, dass das<br />
ja keine verbindliche Studie ist. Die Ergebnisse waren aber sehr<br />
interessant. (<a href="http://netzpolitik.org/2007/eu-studie-empfiehlt-foerderung-von-freier-software/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bericht</a><br />
auf netzpolitik.org) Europa hat große Vorteile, auf Freie<br />
Software zu setzen. Es wurden auch Steuervorteile für die Produktion<br />
von Freien Gütern vorgeschlagen, die ich sehr interessant finde.<br />
Menschen spenden ja quasi Zeit für die Allgemeinheit und das<br />
sollte als Anreizsystem schon steuerlich bevorzugt werden. Für<br />
OpenAccess gibt es jetzt auch mehr Geld, was erfreulich ist. In<br />
beiden Bereichen liegen große Chancen für die EU, die<br />
Lissabon-Ziele zu erreichen, Arbeitsplätze zu schaffen und<br />
vor allem eine nachhaltige Ökonomie, die im weltweiten Wettbewerb<br />
bestehen kann.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wir haben auch sehr viele Fragen zur<br />
re:publica, einer Web 2.0-Messe, die Markus Beckedahl mitveranstaltet.<br />
Als Hintergrund: Ein bekannter Blogger hat seine Teilnahme abgesagt,<br />
weil es ihm zu kommerziell sei.
</p>
<p>
<b>Fonsi:</b> Wie geht ihr mit der Kritik von Don Alphonso<br />
zur re:publica um?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Ich habe keine Kritik von Don<br />
Alphonso zur re:publica vernommen. Ich finde es schade, dass er<br />
sich der Diskussion nicht stellt. Genau wegen seiner Meinung zum<br />
Thema Ethik haben wir ihn eingeladen. Die re:publica ist übrigens<br />
keine Messe, sondern eine Konferenz.
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/photos/mbeckedahl1.jpg" />
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Aber er hat drastische Worte zu den<br />
Teilnehmern gefunden&#8230;
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Hat er?
</p>
<p>
<b>ihopperl:</b> Welche Ziele verfolgt ihr mit der re:publica?<br />
Wen wollt ihr erreichen?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Als wir mit den Planungen anfingen,<br />
stellten wir uns eine Konferenz vor, die uns gefällt. Die verwirklichen<br />
wir jetzt. Bisher gab es in Deutschland keine Events in die Richtung,<br />
wie wir die re:publica planen. Barcamps waren eher regionaler und<br />
technischer, der tolle CCC-Kongress sprach andere Menschen an und<br />
die Wizards of Os erschien vielen als zu akademisch und progressiv.<br />
Dazu gibt es viele „Web 2.0&quot;-Kongresse, die zwischen<br />
600 und 1500 Euro kosten. Wir wollen aber weniger technisch sein,<br />
weniger nur über Wirtschaft und Geld verdienen reden und stattdessen<br />
mehr über Gesellschaft und Kultur. Die re:publica spricht daher<br />
alle an, die sich mit sozialen und kulturellen, vielleicht auch<br />
etwas politischen, Prozesse im Netz beschäftigen, diese selbst<br />
erleben und Gleichgesinnte treffen wollen.
</p>
<p>
<b>sparring:</b> Wie viele Leute kommen jetzt eigentlich<br />
schon fest zur re:publica &#8211; also Aktive und Passive?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> In unserem Wiki haben sich über<br />
130 Leute als fest kommend eingetragen und 80 Leute als eventuell.<br />
Nimmt man noch die ganzen Speaker dazu, Presse und die sich nicht<br />
ins Wiki eingetragen haben, kommen vermutlich schon eine menge Menschen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Fragen gebündelt:
</p>
<p>
<b>lambada:</b> Zur re:publica: Viele kritisieren ja<br />
die hohen Eintrittspreise, besonders da Du ja immer für das<br />
kostenlose OpenSource-Wesen plädierst. Wie stehst Du dazu?
</p>
<p>
<b>Mensa2:</b> Warum sollte ich für die re:publica<br />
so viel Eintritt bezahlen?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Open Source, beziehungsweise<br />
freie Software, ist ungleich kostenlos. Das wird immer von den Menschen<br />
falsch verstanden. Wir haben uns bemüht, den Eintrittspreis<br />
sehr niedrigschwellig zu halten. Normale Rockkonzerte kosten teilweise<br />
schon soviel, wie wir für eine dreitägige Konferenz mit<br />
bis zu fünf Paralleltracks nehmen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Was wird Dein Lieblingsprogrammpunkt<br />
bei der Konferenz?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Da wird es viele geben. Ich<br />
freue mich natürlich über die Diskussion zur „Politik<br />
2.0&quot;. Ansonsten wird es auch viele kleine Events in den Workshopräumen<br />
geben, die spannend sind. Ich freu mich aber vor allem, endlich<br />
mal viele Leute persönlich kennen zu lernen, die man seit Jahren<br />
im Netz liest. Das ist doch das eigentlich Spannende, was man online<br />
nicht wirklich schaffen kann.
</p>
<p>
<b>gnagna:</b> Wann findet der Kongress wo statt? Website?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> 11.-13. April in der Kalkscheune<br />
in Berlin-Mitte. <a href="http://www.re-publica.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.re-publica.de</a>
</p>
<p>
<b>Zasu:</b> Bislang habt ihr nur die Podiumsdiskussionen<br />
der re:publica geplant. Sollen sich die restlichen Workshops spontan<br />
ergeben? Oder ist das geplant?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Wir arbeiten noch an der Weiterentwicklung<br />
des Programms. Da wird es noch eine große Vielfalt an Themen<br />
geben, die nicht in die Haupthalle passten, aber es wird auch genug<br />
Platz und Raum für spontane Treffen und Diskussionen geben.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Kommen wir einmal zu <a href="http://www.netzpolitik.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">netzpolitik.org</a><br />
(das Blog / die Website, für die Markus Beckedahl steht)
</p>
<p>
<b>kazumm:</b> Wie viele Leute arbeiten eigentlich bei<br />
netzpolitik.org mit und wie kann man mitmachen?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Ich hab mal in den letzten drei<br />
Jahren circa 20 Menschen einen Zugang gegeben. Außer zwei<br />
Personen kenne ich alle persönlich. Wir überlegen momentan<br />
noch, wie man mehr Menschen die Möglichkeit gibt, sich zu beteiligen.<br />
Aber das scheitert bisher an Zeit, die Vorstellungen technisch umzusetzen.<br />
Aber nicht alle von den 20 schreiben noch mit und die meisten auch<br />
nur sporadisch ab und an. Ich freue mich aber immer, wenn ich einen<br />
fremden Text entdecke.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wieder zwei Fragen im Block:
</p>
<p>
<b>haudul:</b> Wie gelangst Du an Deine Informationen?
</p>
<p>
<b>Martin_:</b> Woher wissen Sie, ob Ihre Informationsquelle<br />
richtig ist, die Sie in einen Artikel benutzen und auf Ihrer Seite<br />
veröffentlichen?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Ich nutze hauptsächlich<br />
meinen RSS-Reader zur Informationsrecherche. Ansonsten weiß<br />
ich nicht immer, ob eine Information vertrauenswürdig ist.<br />
Wenn ich das Gefühl habe, dass die Quelle nicht in Ordnung<br />
ist, schreibe ich das dazu. Wenn ich im Nachhinein feststelle, dass<br />
eine Quelle fehlerhaft war, korrigiere ich das transparent. Manchmal<br />
recherchiere ich auch selbst nach, aber dafür hätte ich<br />
auch gerne mehr Zeitressourcen.
</p>
<p>
<b>Morris:</b> Auf netzpolitik.org wird häufig sehr<br />
kritisch über elektronische Wahlmaschinen berichtet. Was halten<br />
Sie denn von der Wahl in Estland, die problemlos über die Bühne<br />
ging? Kann das elektronische Verfahren nicht auch eine Chance sein?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Soweit ich das mitbekommen habe,<br />
konnte man nur mit Microsoft-Produkten an der Wahl teilnehmen. Wenn<br />
das stimmt, ist das alleine schon inakzeptabel, weil es meine Wahlfreiheit<br />
einschränkt und monopolfördernd ist. Das ist nicht die<br />
Aufgabe des Staates. Außerdem vertraue ich Wahlcomputern nicht.<br />
Eine digitale Wahl ist nicht demokratisch kontrollierbar. Das ist<br />
der Hauptpunkt. Wer soll überprüfen, wer wie gestimmt<br />
hat?
</p>
<p>
<b>SWN:</b> Wie finanzieren Sie Ihr Angebot?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Ich bin Geschäftsführer<br />
von newthinking communications, einer Agentur für OpenSource-Strategien<br />
in Berlin. Meine Firma zahlt die Server, die Zeit spende ich dazu.<br />
Ansonsten gibt es im Moment noch ein kleines Blogstipendium, was<br />
ich mal gewonnen habe. Aber ich glaube, das läuft bald aus.
</p>
<p>
<b>Adical:</b> Was hältst Du von Werbung und Blogs<br />
und speziell von Adical (eine von Bloggern gegründete Firma<br />
aus Berlin, die Werbung in Blogs anbietet, Anm. der Redaktion)?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Ich finde Google-Ads (Werbeeinblendungen<br />
, die der Suchmaschinen-Konzern vermarktet, Anm. der Redaktion)<br />
hässlich. Und Schleichwerbung mag ich nicht &#8211; ob in Blogs oder<br />
sonstigen Medien. Ansonsten ist es mir egal, ob jemand Werbung nutzt<br />
oder nicht. Das soll jeder selbst bestimmen. Adical ist eine interessante<br />
Sache und ich bin gespannt, wie sie sich entwickelt. Im Endeffekt<br />
ist das ja etwas Selbstorganisation und eine Möglichkeit die<br />
Abhängigkeit von Google-Ads zu umgehen, auf die viele Blogs,<br />
mehr oder weniger erfolgreich setzen.
</p>
<p>
<b>honey:</b> Fühlst Du dich sozusagen als „Missionar&quot;<br />
der OpenSource-Gesellschaft?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Missionare gibt es in der Kirche.<br />
Ich bin ein Fan von Peer Production (wirtschaftliche Produktion,<br />
die von größeren Menschengruppen und nicht von Unternehmen<br />
ausgeht, Anm. der Redaktion) und erläutere gerne die Vorteile.
</p>
<p>
<b>gundela:</b> Open Source ist ja schön und gut.<br />
Aber Microsoft Word ist immer noch viel besser von der Handhabung<br />
als OpenOffice beispielsweise. Haben Sie da bessere Vorschläge?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Zahlst Du Lizenzgebühren<br />
für MS Word? Für den Preisunterschied finde ich OpenOffice<br />
echt prima. Und die Software wird sich auch noch kontinuierlich<br />
verbessern.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Freifunk ist ein Projekt, das sich<br />
für das Verschenken von Internetzugängen einsetzt.
</p>
<p>
<b>Lukas:</b> Kann sich ein Projekt wie Freifunk eigentlich<br />
gegen die Zunahme an kommerziellen, flächendeckenden WLAN-Anbieter<br />
behaupten? Die Verbindung ins Internet über freie Netze ist<br />
ja meistens eher langsam.
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Wer in Berlin-Friedrichshain<br />
in den letzten Jahren gewohnt hat, wird Freifunk geliebt haben.<br />
Da gab es oft keine Alternative außer ISDN. Man verschenkt<br />
ja auch keine Zugänge, sondern teilt die eigenen Ressourcen.<br />
Wenn mehr Menschen mitmachen, wird es auch schneller.
</p>
<p>
<b>gnagna:</b> Second Life als neues Hype-Thema: Kaum<br />
eine PR-Agentur, die ihren Kunden nicht empfiehlt, da „irgendwas<br />
zu machen&quot;. Muss auch die Zivilgesellschaft / Non-Profit-Organisationen<br />
in so einem Umfeld „irgendwas machen&quot;?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Second Life war meiner Meinung<br />
nach lange zu wenig gehypt und ist jetzt echt zuviel gehypt. Viele<br />
Kunden fragen uns, ob sie da rein müssen, weil ja alle reingehen.<br />
Ich empfehle dann zivilgesellschaftlichen Organisationen, Geld lieber<br />
woanders zu investieren, wo man mehr Nutzen im Netz hat. Der Hype<br />
geht vorbei, viele Menschen sind da einfach nicht online und als<br />
ich das letzte Mal politische Angebote dort anschaute, war niemand<br />
anwesend, um mit mir zu chatten. Nichtsdestotrotz haben wir viele<br />
Ideen, wie man es ohne viel Geldressourcen für politische Kommunikation<br />
nutzen kann. Aber andere Netztechnologien sind da momentan noch<br />
besser geeignet zur Organisation und zum Campaigning.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Eine große Frage:
</p>
<p>
<b>ulfi:</b> Wie setzt man das Netz als Plattform für<br />
Politik am besten ein?
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/photos/mbeckedahl4.jpg" />
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Am besten kreativ, mit Spaß<br />
an der Sache und neue Dinge ausprobierend.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Die Lieblingsfrage aus unseren bisherigen<br />
Chats:
</p>
<p>
<b>Hihihi:</b> Was ist Dein Lieblingsblog?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Auf jeden Fall <a href="http://www.boingboing.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">boingboing.net</a>,<br />
aus Deutschland lese ich noch gerne <a href="http://www.fx3.org/blog" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fx3.org/blog</a><br />
und bei Videosachen <a href="http://www.gugelproductions.de/blog" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gugelproductions.de/blog</a>.<br />
Große Klasse ist auch das <a href="http://chaosradio.ccc.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chaosradio</a>-Angebot<br />
und der <a href="http://jcast.podspot.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">j!cast</a><br />
von Lara Dierking.
</p>
<p>
<b>Tante Kaethe:</b> Wie viele Stunden pro Tag bist Du<br />
online?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Kommt ganz drauf an. das Spektrum<br />
geht zwischen null und 24 Stunden.
</p>
<p>
<b>Commodore:</b> Ein Kommentar zum Merkel-Podcast bitte&#8230;
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Sollte man mehr mashupen (kreativ<br />
bearbeiten und ergänzen, Anm. der Redaktion).
</p>
<p>
<b>topias:</b> Wie viele Leser hast Du pro Tag auf netzpolitik.org?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Schwierige Frage, das kann man<br />
technisch schwer einschätzen. Die meisten Nutzer kommen über<br />
RSS-Feeds. das reine Angebot nutzen 2-3000 Leser am Tag. RSS-Feeds<br />
werden eine Millionen Mal im Monat abgefragt, aber ich check ja<br />
auch oft am Tag meine Feeds. Insofern keine Ahnung.
</p>
<p>
<b>Knuddel:</b> Was halten Sie von Innenminister Schäuble?<br />
Hat er durch seine „Antiterror&quot;-Aktionen jegliche „Credibility&quot;<br />
verloren?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Der hat bei mir schon vorher<br />
jede Credibility verloren und gehört in die Rente. Ich halte<br />
ihn für sehr gefährlich, was Bürgerrechte betrifft.<br />
Aber vermutlich ist er nur ein alter Mann, der nichts versteht und<br />
im Innenministerium von den Hardlinern erfolgreich gelobbyt wird.
</p>
<p>
<b>Zabaoiun:</b> Hast Du was von der Anti-Wahlcomputerpetition<br />
gehört, die beim Bundestag eingereicht wurde? Gibt es irgendwelche<br />
neuen Entwicklungen? Der CCC war ja damit stark beschäftigt!
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Die Petition hat fast 50.000<br />
Stimmen bekommen und war damit einer der erfolgreichsten im Petitionssystem<br />
des Bundestages. Neues gibts da nicht. Es läuft eine Verfassungsklage,<br />
beziehungsweise die Vorbereitung. Der CCC bittet um Spenden dafür<br />
und für die Nutzung des Informationsfreiheitsgesetzes. Letzteres<br />
ist ja unverschämt teuer. Also spendet dem CCC, dann wird die<br />
Kampagne auch erfolgreicher. Ideen gibts genug, was man mit etwas<br />
Geld Kreatives anfangen kann
</p>
<p>
<b>Gnom_2:</b> Wie stehst Du zum Thema Bürgerjournalismus?<br />
Findest Du das wichtig?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Ich finde es prima, wenn jeder<br />
die Möglichkeit hat, selbst zu publizieren und an Diskursen<br />
teilzunehmen. Es ist doch eine tolle kulturelle Weiterentwicklung<br />
gegenüber dem 20. Jahrhundert, dass jeder jetzt günstig<br />
an die notwendigen Produktionsmittel kommen kann und eigene Medien<br />
machen kann. Einen eigenen Fernsehsender, ein eigenes Radio mit<br />
einem billigen Computer &#8211; und diese Kulturtechniken in der Hand<br />
von jungen kreativen Menschen. Toll.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Kurz vor Schluss: Was hast Du eigentlich<br />
gegen Chatten? Du hattest ja gesagt, das sei in der politischen<br />
Kommunikation überholt.
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Das Chat-System ist nicht ausreichend<br />
offen. Ich nutze mittlerweile am meisten Instant Messaging (Verschicken<br />
von Sofortnachrichten, Anm. der Redaktion) in meiner Kommunikation<br />
und oft auch IRC (Internet Relay Chat – Textnachrichten zwischen<br />
Internetusern). Insofern hab ich nicht wirklich was gegen Chatten.<br />
aber geschlossene Systeme haben Nachteile, es gibt kein RSS und<br />
das Synchrone ist auch nicht so prima. Asynchrone Kommunikation<br />
gibt mehr Zeit zum Überlegen und Argumentieren.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch ein Schlusswort?
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Habt ihr Vorschläge? Werdet<br />
selbst politisch und setzt Euch für Sachen ein, die Euch wichtig<br />
sind. Das Netz gehört uns, wir müssen es aber frei und<br />
offen halten, damit sich die Wissensgesellschaft nachhaltig und<br />
zum Vorteil aller entwickeln kann.
</p>
<p>
<b>Pachulke II:</b> Chatten setzt eene jrosse Disziplin<br />
voraus&#8230;.man muss dem jegenüber zuhören können und<br />
die Hände still halten&#8230;Schnell hat man mal was falsches jesagt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> So, die Chatzeit ist um. Vielen Dank<br />
an alle User und an Markus Beckedahl fürs Mitmachen.
</p>
<p>
<b>Markus Beckedahl:</b> Danke und viel Spaß noch!
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/photos/mbeckedahl2.jpg" height="225" width="300" />
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Und Entschuldigung für die technischen<br />
Probleme! In der kommenden Woche ist der Shopblogger Björn<br />
Harste Gast in der Blogsprechstunde von politik-digital.de und den<br />
Blogpiloten &#8211; wie immer dienstags von 16 bis 17 Uhr. Das Transkript<br />
gibt es in Kürze zum Nachlesen auf politik-digital.de.
</p>
<p><!-- #EndEditable --></p>
<p>
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