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	<title>Marshall McLuhan &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Marshall McLuhan &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Jenseits der &#034;Gutenberg-Galaxis&#034;?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/jenseits_der_gutenberg_galaxis-876/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[nrieger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Medientheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Gutenberg]]></category>
		<category><![CDATA[Marshall McLuhan]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>Die Linie führt vom Mainz des 15. Jahrhunderts direkt ins Silicon Vally: Der Grundstein zum
digitalen Zeitalter wurde vor 550 Jahren gelegt. Johannes Gutenberg war es nämlich, der mit der
Erfindung des Buchdrucks die Grundlage zur Verbreitung der &#34;Verschriftlichung&#34; legte. Und auch in Zeiten
von &#34;livestreaming&#34; und &#34;voice-control&#34; ist das geschriebene Wort hochaktuell.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Die Linie führt vom Mainz des 15. Jahrhunderts direkt ins Silicon Vally: Der Grundstein zum<br />
digitalen Zeitalter wurde vor 550 Jahren gelegt. Johannes Gutenberg war es nämlich, der mit der<br />
Erfindung des Buchdrucks die Grundlage zur Verbreitung der &quot;Verschriftlichung&quot; legte. Und auch in Zeiten<br />
von &quot;livestreaming&quot; und &quot;voice-control&quot; ist das geschriebene Wort hochaktuell.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Kaum einer weiß es, doch anno 2000 begehen wir das <a href="http://www.gutenberg.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"><br />
Gutenbergjahr</a>. Anlass ist der 600. Geburtstag von Johannes Gensfleisch , besser bekannt unter dem<br />
Namen Johannes Gutenberg, der angesichts seiner weitgreifenden Entwicklungen im letzten Jahr zum &quot;Mann<br />
des Jahrtausends&quot; gewählt wurde. Schenkt man den Prognosen des 1962 publizierten Buches &quot;Die<br />
Gutenberg-Galaxis&quot; des kanadischen Medientheoretikers<br />
<a href="http://www.hans-hass.de/Energon/436_438_Ueber_Marshall_McLuhan.html" target="_new" rel="noopener noreferrer">Marshall<br />
McLuhan</a> Glauben, so befänden wir uns am Ende der &quot;Buchgalaxis&quot; und am Anfang einer neuen<br />
Medien-Galaxis, in der das &quot;Phänomen&quot; Buch durch Fernsehen, Radio und Internet gänzlich an den Rand<br />
gespielt wurde. Doch McLuhan irrte, das Wort wehrt sich &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der <a href="http://www.gutenberg.de/zeitgutb.htm" target="_new&quot;" rel="noopener noreferrer">Patriziersohn Johannes Gutenberg</a><br />
hat mit seiner Erfindung der einzelnen gusseisernen Lettern und der Verbesserung des mechanischen<br />
Drucks die Welt verändert, nein nicht nur verändert, sondern revolutioniert: auch wenn die Druckkunst<br />
schon Jahrhunderte vor Gutenbergs Geburt und ebenso das System der bewegbaren Lettern bereits um 1400<br />
bei den Chinesen entwickelt wurden. Jahrhunderte lang musste man sich auf das gesprochene Wort verlassen.<br />
Mit Gutenberg begann sich eine völlig neue Kultur zu entwickeln: Die Kultur des geschriebenen Wortes &#8211; die<br />
Massenliteralität.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Schreib- und Lesekunst war vor Gutenberg ein elitäres Gut. Nicht nur Analphabetismus, sondern auch<br />
die sehr hohen Preise für die kunstvoll in Handarbeit kopierten Schriften behinderten lange Zeit den<br />
Siegeszug der Schriftsprache. Im Mittelalter war die Voraussetzungen für das Lesen eines Textes nicht<br />
nur die Fähigkeit, Lesen zu können, und zugleich die Beherrschung der lateinischen Sprache, sondern<br />
auch die Möglichkeit Bücher und Schriften in ausreichendem Maß erschwinglich herzustellen. Gutenbergs<br />
Entwicklung der beweglichen Lettern und der Druckpresse machte die Vervielfältigung von bis zu 1500<br />
Exemplaren einer Schrift erstmals möglich. &quot;Ohne Gutenberg keine Reformation, keine Schulpflicht,<br />
keine Goethe-Ausgaben, keine Aufklärung, kein Quelle-Katalog und keine Zeitungen&quot;, wie es Jochen Hörisch,<br />
Professor für Neuere Germanistik und Medienanalyse an der Universität Mannheim treffend formuliert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bis ins 20. Jahrhundert hinein hatte das Buch eine Monopolstellung inne. Über Jahrhunderte hinweg gab es<br />
nur eine Möglichkeit, Informationen, Nachrichten und Mitteilungen festzuhalten und für die Nachwelt zu<br />
sichern, nämlich in schriftlicher Form auf Pergament, Papier oder anderen äquivalenten Materialien.<br />
Laut<br />
<a href="http://www.nzz.ch/online/02_dossiers/dossiers1999/buchmesse99/buch991012dotzler.htm" target="_new" rel="noopener noreferrer"><br />
McLuhan`s Theorie</a><br />
wandeln wir heute jedoch in einer anderen &quot;Medien-Galaxis&quot;, die Galaxis der audiovisuellen Medien.<br />
Das wird sicher niemand bestreiten wollen. 30 Jahre nach Veröffentlichung seines Buches ist ein Teil der<br />
Prognose eingetroffen: der Buchkultur ist ein Zeitalter des Bildes gefolgt. Doch in einem hat sich McLuhan<br />
geirrt. Die bösen AV-Medien, neuerdings noch unterstützt von der digitalen Variante, haben die Welt des<br />
Mediums Buch und der Schriftkultur nicht verdrängt &#8230;. neue Medien verdrängen die alten nicht, sie<br />
ergänzen diese und schreiben ihnen neue Rollen zu. Trotz Telefon schreiben sich die Leute noch<br />
Briefe, obwohl es das Fernsehen gib, existieren noch Theater und trotz Musik aus der Konserve gibt es<br />
noch Live-Konzerte.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Im Zeitalter von Internet und digitaler Vernetzung scheint es eine Renaissance der Verschriftlichung zu<br />
geben. Nichts anderes passiert doch täglich millionenfach, wenn sich Menschen e-mails schreiben, sich<br />
in Chats und Newsgroups dem geschriebenen Wort hingeben. Das mit zunehmender Weiterentwicklung der<br />
Bild- und Tonübertragung dieser Trend wieder abflauen könnte, sei dahingestellt. Es scheint jedoch<br />
sicher, dass alternative Möglichkeiten der Kommunikation dem Wort nichts anhaben können. Es ist<br />
resistent, einfach deshalb, weil es den Ursprung unserer gegenwärtigen Kommunikationsmedien darstellt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Machen wir die Probe aufs Exempel. Vergleichen wir das Medium Buch mit den &quot;neuen Medien&quot; wie zum<br />
Beispiel dem Internet. Gutenberg zerlegte seine Texte in<br />
<a href="http://www.gutenberg.de/erfindun.htm" target="_new" rel="noopener noreferrer">einzelne Zeichen</a>, einzelne Lettern,<br />
die er dann wieder zu einem sinnvollen Ganzen zusammenfügte &#8211; ebenso arbeiten die<br />
Computerspezialisten &#8230; sie spalten Texte in Bits und Bytes, um das Datenwirrwarr dann wieder zu einem<br />
Gesamtgefüge zu verschmelzen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Eine Technik, die den Begriff &quot;Text&quot; in der digitalen Welt neu definiert, ist der Hyperlink. Der<br />
Hyperlink, mit dessen Hilfe man mit einem Klick entweder auf einen Zusammenhang im selben Text,<br />
eine Zusatzinformation in einem anderen Dokument, ja auf einen weit entfernten Rechner irgendwo auf der<br />
Welt zugreifen kann, nimmt dem Text eine wichtige Eigenschaft, die ihn jahrhundertlang charakterisierte:<br />
die Eindimensionalität. Doch die Idee hinter der Verlinkung ist mindestens genauso alt, wie das Buch<br />
selbst, nur kleidete sich der Link in vordigitalen Zeiten in die elegante Formulierung Fußnote oder<br />
Verweis. Und um dem Hinweis zu folgen, musste der interessierte Leser selbst aktiv werden: die<br />
entsprechende Seite aufschlagen, oder sich ein weiterführendes Buch aus der Bibliothek holen&#8230;.<br />
Auch bei der Betrachtung von Suchmaschinen führt der Weg unweigerlich zurück zum Buch. Seitdem die<br />
Menschen lesen, gibt es Orientierungshilfen, &quot;Hinweisschilder&quot;, die sie durch den Dschungel der<br />
ungeheuren Flut an geistigen Ergüssen führen. Inhaltsverzeichnisse, Katalogisierungen, Lexika,<br />
alles kleine &quot;gutenbergianische&quot; Helfer.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Eines ist sicher. Die digitalen Medien werden Bücher, Zeitschriften und Zeitungen nicht verdrängen.<br />
Neue Medien werden zwar auch weiterhin versuchen, dem Buch seinen Platz streitig zu machen, die Gutenberg-Galaxis jedoch hört<br />
nicht auf zu enden, da ist sich auch<br />
<a href="http://www.uni-mannheim.de/i3v/00032900/00958891.htm" target="_new" rel="noopener noreferrer">Hörisch </a>sicher.<br />
Am Anfang war das Wort. Am Ende auch.<br />
</span></p>
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