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	<title>Martin Pätzold &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Martin Pätzold &#8211; politik-digital</title>
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		<title>&#8230;Dr. Martin Pätzold (CDU) antwortet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Morgenroth]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Nov 2013 16:51:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[18. Bundestag. politik-digital.de fragt...]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Pätzold]]></category>
		<category><![CDATA[18. Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[politik-digital.de fragt]]></category>
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					<description><![CDATA[Der 18. Bundestag hat 229 neue Gesichter: Mehr als ein Drittel der Abgeordneten sitzt zum ersten Mal in den blauen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/politikdigital-fragt3.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-134341" alt="politikdigital fragt3" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/politikdigital-fragt3-630x472.jpg" width="630" height="472" /></a>Der 18. Bundestag hat 229 neue Gesichter: Mehr als ein Drittel der Abgeordneten sitzt zum ersten Mal in den blauen Sesseln. Bringen die neuen Abgeordneten auch frischen Wind für die Netzpolitik und eine digitale Gesellschaft mit? Wir wollen es herausfinden und stellen in unserer Reihe einige der neuen MdBs vor. Wir fragten sie nach der Nutzung des Internets in ihrer politischen Arbeit und ihrem Interesse an netzpolitischen Themen. Diesmal antwortet: Dr. Martin Pätzold (CDU).<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wie nutzen Sie das Internet für Ihre politische Arbeit?<br />
<strong>Dr. Martin Pätzold:</strong> Das Internet ist aus dem gesellschaftlichen Alltag aller Altersgruppen in Deutschland nicht mehr wegzudenken. Dabei gibt dieses weltweite Netzwerk zum einen Politikern ein Instrument an die Hand, transparent, schnell und direkt über den politischen Alltag und die Meinung zu bestimmten Themen zu berichten. Zum anderen erleichtert es den Bürgern, ihren Abgeordneten schnell und einfach über Probleme zu unterrichten oder ihre Anliegen offen oder persönlich zu kommunizieren. Für mich ist vor allem der direkte Austausch und damit einhergehend die Möglichkeit, in einen Dialog mit Bürgern, aber auch mit anderen Politikern zu treten, ein wertvolles Gut. Die Kommunikation ist das wichtigste Handwerkzeug in meinem Beruf. Umso erforderlicher ist es, die Menschen dort anzutreffen und anzusprechen, wo sie sich aufhalten – im Internet. Meine <a href="http://martinpaetzold.cdu-lichtenberg.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internetseite </a>nutze ich verstärkt, um über aktuelle politische Themen, Veranstaltungen und Termine zu informieren. Das soziale Netzwerk<a href="https://www.facebook.com/martinpaetzold.cdu" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> facebook</a> sehe ich als direktes Dialogfenster nach außen und innen. Kurz und prägnant kann man hier transparent nachvollziehen, um welche Themen ich mich als Politiker kümmere. Meine Kontaktdaten findet man natürlich stets auf diesen Seiten.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wie schützen Sie Ihre Privatsphäre?<br />
<figure id="attachment_134424" aria-describedby="caption-attachment-134424" style="width: 168px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Pätzold_Laurence-Chaperon_klein_portät.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-134424 " alt="(C) Laurence Chaperon" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Pätzold_Laurence-Chaperon_klein_portät.jpg" width="168" height="251" /></a><figcaption id="caption-attachment-134424" class="wp-caption-text">Dr. Martin Pätzold (*1984) wurde in Moskau geboren und schloss das Abitur und die Promotion in Wirtschaftswissenschaften in Berlin ab. Im Jahr der Volljährigkeit trat er der CDU bei und sitzt nun elf Jahre später für die Christdemokraten im Bundestag.</figcaption></figure><br />
<strong>Dr. Martin Pätzold:</strong> Vor allem als Person des öffentlichen Lebens muss man seine Privatsphäre schützen. Auch wenn ich als junger Abgeordnete gerade am Anfang meiner Karriere stehe, ist es bereits jetzt wichtig, darauf zu achten, was ich im Netz veröffentliche und was nicht. Ich überlege zwei Mal, bevor ich ein Foto bei facebook hochlade oder auf meiner Internetseite ein Statement formuliere. Zudem ist es ratsam, sich ab und zu  einmal selbst zu googeln, um den Überblick zu behalten, welche Informationen über einen im Internet zu finden sind. Persönliche Daten, die nichts mit meinem Beruf zu tun haben, halte ich geheim. Natürlich geht damit einher, auch die Privatsphäre anderer Menschen im Blick zu haben und deren Rechte zu beachten.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Welche Bedeutung hat das Thema Netzpolitik für Sie? Wollen Sie sich in diesem Politikfeld engagieren?<br />
<strong>Dr. Martin Pätzold:</strong> Als jüngster Berliner Abgeordnete im Deutschen Bundestag und ehemaliger Kandidat für die Junge Union Berlin, sehe ich mich in der Verantwortung, die Stimme der Jugend zu vertreten und damit auch die Netzpolitik immer im Auge zu behalten. Zum anderen finde ich es wichtig, die Jugend und auch alle anderen Altersgruppen unserer Gesellschaft auf die Netzpolitik in unserem Land aufmerksam zu machen und transparent über die Neuerungen in diesem Feld zu berichten. Da das Internet in nahezu allen Bereichen unseres Alltags eine vermehrt tragende Rolle einnimmt, werde ich auch die Verknüpfungen zu meinem gewünschten Schwerpunktthema „Arbeit und Soziales“ stets im Auge behalten.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Wie stehen Sie zur gesetzlichen Verankerung der Netzneutralität?<br />
<strong>Dr. Martin Pätzold:</strong> Wir müssen eine willkürliche Verschlechterung von Diensten, eine ungerechtfertigte Behinderung oder Verlangsamung des Datenverkehrs in den Netzen verhindern. Die Netzneutralität ist zu erhalten, denn ohne diese wäre der Erfolg vieler, heute sehr großer Anbieter, wie beispielsweise kommerzielle Musikanbieter, nicht denkbar. Durch Exklusivverträge zwischen ISP (Internet Service Provider) und Serviceanbietern würde ein beträchtliches Innovationshindernis für neue Serviceanbieter entstehen. Aufgrund dessen haben sich der Medienpolitische Expertenkreis und der Arbeitskreis Netzpolitik der CDU gemeinsam zu diesem Thema <a href="http://www.cdu.de/sites/default/files/media/dokumente/120925-beschluss-netzpolitik-medienpolitik.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">positioniert</a>.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Ist Datenschutz für Sie eine staatliche oder eine individuelle Aufgabe? Inwieweit können oder müssen wir uns selber schützen und wo muss der Staat eingreifen?<br />
<strong>Dr. Martin Pätzold:</strong> Die Regierung muss die politischen und die damit einhergehenden rechtlichen Weichen sowie den Rahmen des Datenschutzes stellen. Darüber hinaus muss vermehrt auch schon im jungen Alter stärker auf eine ausgereifte Medienbildung hin gearbeitet werden. Das Fach Medienkompetenz könnte in Schulen dazu führen, dass Jugendliche das Thema Datenschutz bewusster wahrnehmen und ein Umdenken hin zu einer stärker reflektierten Eigenverantwortung stattfindet. Das Ziel muss eine verantwortungsbewusste Datenpolitik sein. Die Privatsphäre der Menschen soll weiterhin geschützt sein. Zugleich muss jedoch auch die verantwortungsbewusste Nutzung von Daten für die Umsetzung neuer innovativer Projekte ermöglicht werden.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Halten Sie die Vorratsdatenspeicherung für ein angemessenes Mittel der Kriminalitätsbekämpfung? Wie würden Sie sie einschränken?<br />
<strong>Dr. Martin Pätzold:</strong> Mit dem digitalen Zeitalter gehen neben Chancen auch Risiken einher. Somit ist eine Mindestspeicherung von Telekommunikationsverkehrsdaten durch die Unternehmen vor allem zur Bekämpfung der Internetkriminalität und der organisierten Kriminalität unentbehrlich. Ganz nach dem Leitbild der CDU: <a href="http://netzpolitik.cdu.de/pro-und-contra.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Die Zukunft Europas hängt nicht nur an der Stabilität seiner Währung, sondern auch an der Stabilität seiner gemeinsamen Rechtsordnung“</a>, sollte auch in Deutschland das EU-Recht endlich umgesetzt werden.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Welche netzpolitischen Fragen müssen Ihrer Ansicht nach im kommenden Jahr dringend eine Antwort finden?<br />
<strong>Dr. Martin Pätzold:</strong> Nach meiner Auffassung lautet einer der wichtigsten Begriffe in diesem Zusammenhang: Stakeholdermanagement. Nicht nur die Politik als solche, auch die Verwaltung, die Wirtschaft und viele weitere Bereiche in unserem Leben sind durch netzpolitische Entscheidungen betroffen. Dabei müssen eine moderne Gesetzgebung und die damit einhergehend passenden Strukturen in Politik und Verwaltung dafür Sorge tragen, dass ein geeigneter Rechtsrahmen für unsere digitale Gesellschaft entsteht, bei der alle betroffenen Gruppen und Institutionen einbezogen werden. Wichtig ist, dass die Anforderungen der fortschreitenden Digitalisierung bei der Prüfung von Gesetzesvorhaben Berücksichtigung finden.<br />
&nbsp;<br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/barockschloss/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">barockschloss</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY 2.0)</a>,<br />
Porträt: (C) Laurence Chaperon<br />
Text:</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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		<item>
		<title>Der Nazi-Melder</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/der-nazi-melder-5359/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Wilde]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Aug 2011 15:42:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Kavka]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Pätzold]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Hitzelsberger]]></category>
		<category><![CDATA[Störungsmelder]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit online]]></category>
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		<category><![CDATA[Clara Herrmann]]></category>
		<category><![CDATA[Fabian Weißbarth]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Radke]]></category>
		<category><![CDATA[Klaas Heufer-Umlauf]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/stoerungsmelder.jpg" align="absbottom" height="154" width="355" /><br />
„Wir müssen reden. Über Nazis!“ Und genau das wird getan beim Störungsmelder-Blog von Zeit Online. Prominente, Betroffene, Fachleute, Schüler berichten von ihren eigenen Erfahrungen mit Nazis und diskutieren über Gefahren von Rechts. politik-digital.de stellt das Blog gegen Rechtsextremismus vor. 
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/stoerungsmelder.jpg" align="absbottom" height="154" width="355" /><br />
„Wir müssen reden. Über Nazis!“ Und genau das wird getan beim Störungsmelder-Blog von Zeit Online. Prominente, Betroffene, Fachleute, Schüler berichten von ihren eigenen Erfahrungen mit Nazis und diskutieren über Gefahren von Rechts. politik-digital.de stellt das Blog gegen Rechtsextremismus vor. </p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
<i>Seit einigen Wochen stellen wir im Rahmen einer Reihe mehrere Blogs und ihre Autoren vor. Damit wollen wir auf Blogger aufmerksam machen, die ihre Gedanken, politischen Ansichten und Interessen auf sehr persönliche oder besonders kreative Art und Weise äußern. In den vergangenen Wochen haben wir bereits den <a href="/sprengsatz-erfolgreiche-one-man-show" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Sprengsatz“</a> von Michael Spreng, <a href="/fremdwoerterbuch-muslimisch" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„ein fremdwoerterbuch“</a> von Kübra Gümüsay und <a href="/streit-erwuenscht-video-blog-%E2%80%9Etalk-to-the-enemy%E2%80%9C" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;Talk to the Enemy&quot;</a> von Katrin Eigendorf und Sabine Streich vorgestellt. Porträtiert werden die Entstehung der Blogs und die Absichten ihrer Autoren, und wir reden mit den Bloggern über ihre Erfolge ebenso wie über Finanzierungsmöglichkeiten und die Zukunftsaussichten ihrer Weblogs. Besonders originelle, humorvolle oder kritische Beiträge werden angesprochen. Dabei geht es uns nicht nur darum, interessante Blogs darzustellen, sondern auch um die Menschen hinter den Texten, und darum, zu zeigen, was sie bewegt.<br />
</i>
</p>
<p>
Der Zeit Online-Redakteur <a href="http://community.zeit.de/user/christian-bangel" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christian Bangel</a> gründete den Störungsmelder gegen Rechtsextremismus Ende 2007. Unterstützt wird das Blog unter anderem von dem Verein <a href="http://www.gesichtzeigen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Gesicht Zeigen!“</a> und den Magazinen <a href="http://www.fluter.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„fluter.de“</a> und <a href="http://www.intro.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„intro.de“</a>. Johannes Radke ist freier Journalist mit dem Themenschwerpunkt Rechtsextremismus und Jugendkultur und betreut den Störungsmelder seit 2009 für Zeit Online. politik-digital.de sprach mit ihm über die Motivation und die Erfahrungen der Macher des Blogs.<br />
Zwei Grundideen stehen hinter dem Störungsmelder: Zum einem will man über Rechtsextremismus berichten,  zum anderen sollen junge Menschen, die mit dem Thema konfrontiert werden, die Möglichkeit erhalten, über ihre Erfahrungen zu schreiben. Die Redaktion ist bestrebt, konstant über dieses wichtige Thema zu informieren. Im Gegensatz zu anderen Zeitungen und Onlineportalen, in denen über Rechtspopulismus, Islamophobie und Neonazis nur dann berichtet wird, wenn ein aktuelles Ereignis das Thema Rechtsextremismus wieder in den Fokus der Öffentlichkeit rückt, wie zuletzt nach den Ereignissen in Oslo. Ein noch viel größeres Anliegen ist es den Gründern jedoch, „jungen Leuten, auch und gerade aus der Provinz, eine Plattform zu bieten, über ihre Probleme und Erfahrungen mit Rechtsextremen zu berichten“, so Radke im Interview mit politik-digital.de. Wichtig dabei sei die Möglichkeit, anonym schreiben zu können, da Jugendliche sich durchaus in Gefahr begeben können, wenn sie über die rechte Szene in ihrem Heimatort berichten.
</p>
<p>
Bereits ein Jahr nach der Gründung wurde das Projekt mit dem <a href="http://blog.zeit.de/zeitansage/2008/06/12/weblog-%E2%80%9Estorungsmelder%E2%80%9C-gewinnt-grimme-online-award_122" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Grimme Online Award</a> für sein vorbildliches Engagement gegen Rechts ausgezeichnet.<br />
Während man ursprünglich auf eine in erster Linie junge Leserschaft zielte, die sich für das Thema interessiert oder persönliche Erfahrungen damit gesammelt hat, sind die Nutzer mittlerweile sehr vielschichtig. „Wir haben viele Lehrer und Sozialarbeiter, aber auch Politiker, die sich mit diesen Themen einfach zwangsläufig beschäftigen oder eigene Erfahrungen mit Rechtsextremen gemacht haben. Auch die lesen und kommentieren unser Blog“. Die Hauptzielgruppe ist und bleibt dennoch eine junge, insbesondere wenn es darum geht, eigene Beiträge auf dem Blog zu verfassen.
</p>
<p>
Anfänglich war es für die Gründer nicht ganz leicht, junge Menschen zu motivieren , „die noch neben der Schule Zeit und Lust haben, sich journalistisch zu engagieren“ und sich gegen Rechts und für mehr Toleranz einzusetzen, so Radke. So kam man auf die Idee, Prominente für das Projekt zu gewinnen, weil die sich am ehesten Gehör bei Jugendlichen verschaffen und sie zum Schreiben motivieren können. Auch das war keine einfache Aufgabe: „Es ist erst einmal schwierig, überhaupt einen Promi zu finden, der sich mit dem Thema auskennt oder selbst Erfahrungen mit der rechten Szene gemacht hat und auch darüber spricht. Dass er sich dann noch hinsetzt und Zeit und Arbeit investiert, um uns zu unterstützen, ist sehr selten“, sagt Johannes Radke. Doch mittlerweile schreiben Prominente wie der Fernsehmoderator <a href="http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2010/11/22/storungsmelder-on-tour-in-nurnberg_5046">Markus Kavka</a>, der ehemalige Nationalfußballer <a href="http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/thomas-hitzlsperger" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Thomas Hitzelsberger</a> und MTV-Moderator <a href="http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/author/klaas-heufer-umlauf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Klaas Heufer-Umlauf</a> beim Störungsmelder – selbstverständlich ehrenamtlich, wie alle anderen Autoren auch.
</p>
<p>
Aber auch Politiker engagieren sich beim Störungsmelder und berichten von eigenen Erfahrungen oder von Initiativen gegen Rechts. „Bei uns schreiben zum Beispiel <a href="http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/author/benedikt-lux" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Benedikt Lux</a> und <a href="http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/author/clara-herrmann" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Clara Herrmann</a> von den Grünen, <a href="http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/author/martin-paetzold" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Martin Pätzold</a> von der Berliner CDU, <a href="http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/author/petra-pau" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Petra Pau</a> von den Linken und <a href="http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/author/fabian-weissbarth" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fabian Weißbarth</a> von den Jusos“. Viele von ihnen beschäftigen sich in ihrem politischen Alltag oft und intensiv mit dem Thema und können demnach viele interessante Artikel beitragen, ergänzt Radke.
</p>
<p>
Besonders erfolgreich ist die Zusammenarbeit mit Promis gegen die rechtsextreme Szene dann, wenn sie beim „Störungsmelder auf Tour“ aktiv sind. Hinter dem Offline-Projekt steckt die Berliner Initiative „Gesicht zeigen“. Sie leistet an Schulen Aufklärungsarbeit über die Gefahren von Rassismus und Rechtsextremismus, indem sie mit den Schülern Workshops durchführt. „Besonders gut kommt das Projekt bei den Schülern an, wenn ein Prominenter mit dabei ist. „Es ist einfach was anderes, wenn ein Promi in die Schule geht und sagt, komm, lasst uns über Rassismus reden, als wenn das ein Lehrer tut. Schüler hören einfach lieber Bela B von den Ärzten zu, als wenn da ein Pädagoge mit erhobenem Zeigefinger kommt“. Radke berichtet weiter, dass er Fälle kennt, in denen Jugendliche, die in der rechten Szene noch keine gefestigte Position hatten, wieder auf den richtigen Weg gebracht werden konnten. Auch der Blog verfehlt seine Wirkung nicht: „Wir stellen in der einen oder anderen Diskussion immer wieder fest, dass sich unser Engagement lohnt, vor allem bei Menschen, die ‘an-politisiert‚ aber noch nicht völlig im &#8216;rechten Fahrwasser&#8217;. Natürlich hat das keine Wirkung auf Personen aus dem NPD-Kader“, ergänzt Radke.
</p>
<p>
Der Störungsmelder hat sich längst als wichtige Stimme im Netz etabliert. Beiträge über besonders strittige Themen bekommen große Resonanz.  Demnach kamen wie nicht anders zu erwarten viele Reaktionen auf den Terroranschlag in Norwegen. Doch auch Ereignisse, die es sonst nicht in die überregionale Presse schaffen, erreichen manchmal viele Klickzahlen und werden häufig kommentiert. Radke nennt als Beispiel eine Jugendinitiative in einem kleinen brandenburgischen Ort, die ein Fußballspiel gegen Rechtsextremismus organisiert: „Ein tolles Positivbeispiel, über so etwas schreiben wir gerne im Blog, um zu zeigen, was man gegen Rechte unternehmen kann“. Die Umsetzung des Spiels wurde letztlich von der lokalen Nazi-Szene bedroht und musste deshalb abgesagt werden, weil es den Platzwächtern zu riskant wurde. „Solche Themen werden dann über Facebook und Twitter weiterverbreitet. Die Leute schreiben dort: &#8216;Guckt doch mal, das ist ein <a href="http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2009/07/13/fc-energie-cottbus-beugt-sich-dem-druck-der-npd_1159" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Skandal</a>&#8216;, woraufhin die Klickzahlen enorm steigen“. Weniger erfreulich ist es für die Macher des Störungsmelders, wenn auch Resonanz aus der rechtsextremen Szene auf solche Meldungen kommt. Radke dazu:<br />
„Dass sie reagieren, sehe ich an den Klickzahlen und den Kommentaren, die ich löschen muss“. Häufig werde der Ärger über das Aufdecken lokaler Skandale auf bekannten Nazi-Seiten bekundet und zum „Pöbeln“ aufgerufen. „Da kommen dann manchmal in einer Stunde 20 Kommentare, das löschen wir dann natürlich“. Gemäßigte Kritik ist aber durchaus erwünscht. „Das gehört dazu, Auseinandersetzungen sind wichtig“, betont Radke.
</p>
<p>
Für die Zukunft wünscht der Störungsmelder-Blogger sich, dass noch mehr junge, engagierte Menschen sich melden, um beim Störungsmelder mitzuarbeiten. „Je mehr Autoren wir haben, desto mehr Leute können wir erreichen und desto mehr Missstände können wir aufzeigen“. Radke freut sich über jeden Autor, der Lust hat, beim Störungsmelder zu schreiben. Interessenten können sich per <a href="http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/autor-werden" target="_blank" rel="noopener noreferrer">E-Mail</a> bewerben und haben gute Chancen, veröffentlicht zu werden.
</p>
<p>
Der Störungsmelder leistet eine erfolgreiche und sehr wichtige Arbeit gegen Rassismus und Rechtsradikalismus. Wie gewalttätig Nazis zum Teil vorgehen, wird in Videos und Artikeln <a href="http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2011/02/20/dresden-neonazis-griffen-alternatives-kulturzentrum-an_5740">plastisch beschrieben</a>. Auch über rechtspopulistische Blogs wie <a href="http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2011/07/27/pi-news-der-hassblog-der-rechtspopulisten_6714" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Politically Incorrect“</a> wird ausführlich berichtet. Es versteht sich von selbst, dass sich die Autoren auch mit positiven Beispielen wie <a href="http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2011/07/08/parteienkonsens-gegen-rechts_6655" target="_blank" rel="noopener noreferrer">friedlichen Demonstrationen und Initiativen </a>gegen Rechts befassen. Der Störungsmelder verdient Aufmerksamkeit. Die Autoren können mit ihren Texten und Initiativen tatsächlich etwas bewirken im Kampf gegen radikale und gewalttätige Rechte.</p>
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