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	<title>Massenüberwachung &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Massenüberwachung &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Meinungs- und Internetfreiheit weltweit: immer öfter gesperrt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Nov 2017 10:48:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der neue UNESCO-Bericht zur Meinungsfreiheit in der Welt zieht für das Jahr 2017 ein desaströses Fazit: Das Internet wird immer [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/fdp-artikelbild.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-153662" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/global_voices_blocked-630x296.jpg" alt="Block Page by Global Voices Online, CC-BY 2.0" width="630" height="296" /><br />
</a>Der neue UNESCO-Bericht zur Meinungsfreiheit in der Welt zieht für das Jahr 2017 ein desaströses Fazit: Das Internet wird immer öfter von Staaten abgeschaltet. Aber auch die sozialen Netzwerke werden weltweit immer öfter Ziel von Blockaden. Doch welche Rolle spielen diese selbst dabei? Ein Einblick.</p>
<p>Anfang November stellte  die UNESCO ihren Bericht &#8220;<a href="https://www.unesco.de/fileadmin/medien/Dokumente/Kommunikation/EN_WTR_2017_Executive_Summary_web.pdf">Weltweite Trends – Meinungsfreiheit und Medienentwicklung</a>&#8221; vor. Die Erkenntnis: Im Jahr 2017 gab es weltweit bereits 61 Blockaden des Internets durch Regierungen. Das sind im laufenden Jahr drei Mal so viele „Shutdowns“ des Internets wie noch im Jahr 2015 mit 18. Die meistens Sperren wurden jedoch im vergangenen Jahr mit weltweit 116 Internetblockaden registriert. Die meisten davon wurden in asiatischen Ländern umgesetzt. Der Bericht führt als Spitzenreiter Indien mit 54 und Pakistan mit 11 Blockaden an. Eine Entspannung der Meinungs- und Medienfreiheit scheint in Bezug auf die globale Entwicklung nicht in Sicht. Die Autoren warnen vor der Einschränkung der Informations- und Kommunikationsfreiheit nicht nur durch Massenüberwachung, sondern auch durch die mangelnde Unabhängigkeit von Medien und der steigenden Algorithmus-basierten Gewichtung von Nachrichten in sozialen Netzwerken.</p>
<p>Ein Land, das in deutschen Medien in den letzten Jahren prominent mit dem Sperren, zwar nicht des gesamten Internets, dafür aber von Plattformen war, ist die Türkei. Dort waren beispielsweise <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-sperrt-zugang-zu-twitter-und-youtube-a-1027209.html">2015 Twitter und YouTube</a> zeitweise nicht erreichbar, vorgeblich um die Verbreitung von Bildern einer Geiselnahme zu verhindern, <a href="http://t3n.de/news/putschversuch-tuerkei-facebook-twitter-zensur-726637/">2016 im Zuge des Putschversuchs</a> zusätzlich noch Facebook. Erst vergangene Woche berichtete jedoch das Portal <a href="https://netzpolitik.org/2017/ziemlich-schnell-entfreundet-tuerkei-kritiker-verlieren-raetselhaft-viele-follower-auf-facebook/">netzpolitik.org</a> über den Verlust von Freunden und Followern bei Personen und Seiten bei Facebook, die sich kritisch über die Türkei äußerten. Die Antwort des Netzwerks auf Nachfrage: Man sei gegen Fake-Accounts unter den jeweiligen Followern vorgegangen. Auch wenn gegenteilige Berichte, viele als Menschen identifizierte. Auch wenn es nicht bewiesen werden kann, erweckt es den Anschein, dass das soziale Netzwerk in vorauseilendem Gehorsam Maßnahmen ergreift, um in autoritären Staaten, indem Fall der Türkei nicht weiter von staatlicher Seite reguliert zu werden.</p>
<p>Über die kritikwürdige und undurchsichtige Lösch- oder Sperrpraxis der sozialen Netzwerke, besonders von Facebook und Twitter, haben wir auch bei politik-digital in den letzten Jahren mehrfach (bspw. <a href="http://politik-digital.de/news/facebooks-politik-des-nicht-loeschens-145629/">2015</a> und <a href="http://politik-digital.de/news/netzdg-shadowban-und-facebook-loeschung-152762/">2017</a>) berichtet. Das <a href="http://t3n.de/news/facebook-newsfeed-algorithmus-2-577027/">Technik-Portal t3n</a> versuchte Mitte des Jahres, die Kennwerte aufzuschlüsseln, natürlich aus ihrer Beobachter-Perspektive. Über die Algorithmen der Netzwerke und somit die Kriterien nach denen diese Beiträge anzeigen oder eben verbergen, kann nur spekuliert werden. Somit entwickelt sich neben den Social Bots eine mögliche Gefahr für den demokratischen Diskurs im Internet. Während die <a href="http://politik-digital.de/news/der-social-bot-und-der-mensch-151610/">Maßnahmen zur Enttarnung von Social Bots</a> noch in den Kinderschuhen stecken, und auf der Arbeitsebene der Politik erste Schritte – wie beispielsweise eine <a href="https://www.heise.de/newsticker/meldung/Justizminister-Darknet-ausleuchten-Social-Bots-kennzeichnen-Whistleblower-schuetzen-3886949.html">Kennzeichnungspflicht für Social Bots</a> – anlaufen, ist das Phänomen der unbekannten Algorithmen der sozialen Medien zwar medial erkannt, in den Reihen von Politik und Verwaltung jedoch – aufgrund der  transnationalen Konzernen – noch keine umsetzbaren Lösungsvorschläge aufgekommen. Es bedarf deshalb der steten Begleitung und aufmerksamen Analyse, um die Gefahr für Meinungs- und Medienfreiheit weltweit zu zurückzuhalten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: Block Page by Global Voices Online via <a href="https://www.flickr.com/photos/globalvoices/9939121124/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flickr</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY 2.0</a>, bearbeitet</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Keine Überraschungen beim EU-US Privacy Shield</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jana Schwenk]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Mar 2016 16:30:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Max Schrems]]></category>
		<category><![CDATA[Massenüberwachung]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 01. März wurde die Vorlage für den EU-US Privacy Shield von der europäischen Kommission veröffentlicht. Max Schrems, der 2015 [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/USFlag-geralt-10515-images-CC0-Public-Domain-via-pixabay.jpg" rel="attachment wp-att-126710"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-148615 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/USFlag-geralt-10515-images-CC0-Public-Domain-via-pixabay.jpg" alt="USFlag-geralt 10515 images- CC0 Public Domain- via pixabay" width="640" height="280" /></a>Am 01. März wurde die Vorlage für den EU-US Privacy Shield von der europäischen Kommission veröffentlicht. Max Schrems, der 2015 das „Safe Harbor“-Abkommen vor dem europäischen Gerichtshof gekippt hat, kündigte bereits an, auch gegen dieses Abkommen vorzugehen. Viele Datenschützer schließen sich seinem Plan an.</p>
<p>Nach Safe Harbor nun also ein <a href="http://ec.europa.eu/justice/data-protection/files/privacy-shield-adequacy-decision_en.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Privacy Shield</a>. Im Safe Harbor-Abkommen von 2000 wurde von der EU-Kommission festgelegt, dass personenbezogene Daten auch in den USA in einem „sicheren Hafen“ liegen. Damit wurde die Übermittlung solcher Daten in die USA legal. Das Abkommen wurde 2015 von Max Schrems, österreichischer Jurist und Datenschützer, vor den europäischen Gerichtshof gebracht. Der EUGh erklärte das Abkommen für nicht ausreichend. Als Nachfolgeregelung soll der in zwei Teile gegliederte EU-US Privacy Shield in Kraft treten. Im ersten Abschnitt werden die Konditionen, zu denen Unternehmen Daten transferieren dürfen festgelegt. Im zweiten Teil äußert sich die USA zum Thema Überwachung von Daten durch US- Behörden. Keines der beiden Elemente kann wirklich überzeugen.</p>
<h3>Was steht überhaupt im Privacy Shield?</h3>
<p>Im ersten Abschnitt des Privacy Shields geht es um den Schutz von Daten, die aus der EU in die USA transferiert werden. Unternehmen können sich, wie schon beim „Safe Harbor“-Abkommen, freiwillig zertifizieren. Das heißt, sie versprechen, sich an die Regeln des Privacy Shields zu halten. Dazu gehört unter anderem eine weitgehende Informationspflicht gegenüber den Kunden. Unternehmen verpflichten sich, im Zuge dieser Selbst-Zertifizierung eine konkrete Anlaufstelle für Kunden auszuschreiben, an die sich der Einzelne für Anfragen wenden kann. Diese Anfragen müssen innerhalb von 45 Tagen von den Unternehmen beantwortet werden. Für den Anfragenden dürfen dabei keine unangemessenen Kosten anfallen. In Zukunft soll auch abgefragt werden können, welche Daten wann zu welchem Zweck gesammelt wurden. Der Betroffene soll die Chance haben, die Daten bei Bedarf zu ändern, zu ergänzen oder die Löschung zu beantragen.</p>
<p>Versäumt es ein Unternehmen, innerhalb der 45-Tage-Frist die Anfrage zu beantworten, kann der Betroffene sich an seine nationale Datenschutzaufsichtsbehörde wenden. Diese kontaktiert dann das  Department of Commerce in den USA, das die Privacy Shield-zertifizierten Unternehmen kontrolliert.  Die höchste Strafe, die einem Unternehmen in diesem Fall droht, ist der Ausschluss von der Zertifizierung. Nur in besonders schweren Fällen kann die EU-Kommission dem Unternehmen einen weiteren Datentransfer aus der EU in die USA untersagen. Da allerdings das gesamte Prinzip des Privacy Shields auf Freiwilligkeit beruht, hat die EU-Kommission gegenüber nicht zertifizierten Unternehmen keine Handhabe. Erst ab 2018, mit der <a href="http://politik-digital.de/news/ein-guter-tag-fuer-europa-und-ein-guter-tag-fuer-den-datenschutz-148577/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Datenschutzgrundverordnung</a>, könnte sich das ändern. Dann greift EU-weit das Marktortprinzip und auch amerikanische Unternehmen müssen sich an die europäischen Grundsätze halten.</p>
<h3>Massenüberwachung „nur noch“ in sechs Fällen erlaubt</h3>
<p>Der zweite Teil des Entwurfs widmet sich der Überwachung und Auswertung von Daten durch US- Sicherheitsbehörden. Laut US- Geheimdienstkoordinator James Clapper werden Daten zukünftig nur noch auf Basis der<a href="https://www.whitehouse.gov/the-press-office/2014/01/17/presidential-policy-directive-signals-intelligence-activities" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> präsidialen Direktive PPD 28</a> ausgewertet. In dieser Direktive, die von Obama 2014 verabschiedet wurde, werden sechs mehr oder viel mehr weniger spezifische Zwecke genannt, für die Daten ausgewertet werden dürfen. Die Auswertung erfolgt ohne Information und Zustimmung des Betroffenen. Zu den Zwecken gehört neben der Bekämpfung des Terrorismus und der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen auch die Bekämpfung transnationaler krimineller Bedrohungen. Des Weiteren sollen durch die Maßnahmen Aktivitäten fremder Mächte, v.a. Spionage, entdeckt und Bedrohungen für US-Streitkräfte oder verbündete Streitkräfte aufgedeckt werden.</p>
<p>Dass die Daten nicht missbraucht werden, soll dann einerseits von James Clapper und andererseits von einer Ombudsperson überwacht werden. Die Ombudsperson, Catherine A. Novelli, ist theoretisch zwar unabhängig von der Intelligence Community. Novelli ist aber gleichzeitig Untersekretärin des Staates und damit dem Außenministerium angegliedert. Zudem ist sie Senior Coordinator for Internal Information Technology Diplomacy und arbeitet eng mit den Verantwortlichen für die Bekämpfung der Internetkriminalität zusammen. Inwieweit also eine Person, die bereits eng mit Verantwortlichen zusammenarbeitet und deren Stelle dem US-Außenministerium angegliedert ist, als „unabhängig“ bezeichnet werden kann, darf man hinterfragen.</p>
<h3>Wenig Hoffnung auf Entgegenkommen</h3>
<p>Schon während der NSA-Affäre und bei der Frage nach einem No-Spy-Abkommen wurde klar, dass die USA die Datenauswertung als notwendig für die nationale Sicherheit erachten. Dass sie dabei wenig kompromissbereit sind, zeigt sich auch im jetzigen Entwurf: „Während die USA und die europäische Union das Ziel, den Privatsphären-Schutz für ihre Bürger zu verbessern, teilen, haben die USA eine andere Herangehensweise daran als die Europäische Union.“</p>
<p>Damit wollen sich europäische Datenschützer nicht abfinden. Der österreichische Jurist Max Schrems, der schon gegen Safe Harbor vorging, postete auf <a href="https://twitter.com/maxschrems/status/704278172708302848" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter</a>, dass es sich um rein kosmetische Verbesserungen handle. Auch Jan Philipp Albrecht, Europaabgeordneter der Grünen äußerte sich bereits kritisch: „Dasselbe (wie Safe Harbor) in Grün“. Schrems kündigte bereits an auch gegen das Privacy Shield vor den EUGh zu ziehen.</p>
<p>Der ehemaliger Datenschutzbeauftragter des Bundes Peter Schaar, mahnt dagegen Realismus an.  Er betont, dass wir internationale Abkommen zum Datenschutz brauchen. Und zwar nicht nur mit den USA, sondern auch mit anderen Staaten. Dabei müsste man versuchen, ein möglichst hohes Niveau zu halten. Es müsse einem aber klar sein, dass dabei nicht einfach die EU-Standards übernommen würden, sondern das in Verhandlungen Kompromisse gefunden werden müssten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bild: <a href="https://pixabay.com/en/flag-usa-privacy-policy-129531/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">geralt </a>unter Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain </a></p>
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		<title>Frankreich beschließt die Totalüberwachung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julie Rothe]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Jun 2015 09:48:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
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		<category><![CDATA[Vorratsdatenspeicherung]]></category>
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					<description><![CDATA[Der französische Bürger wird zum Staatsfeind Nr.1. Mit dem gerade verabschiedeten Überwachungsgesetz räumt die französische Regierung den Geheimdiensten und Terrorabwehreinheiten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/frankreich.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-146042" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/frankreich.jpg" alt="frankreich" width="640" height="280" /></a>Der französische Bürger wird zum Staatsfeind Nr.1. Mit dem gerade verabschiedeten Überwachungsgesetz räumt die französische Regierung den Geheimdiensten und Terrorabwehreinheiten der Polizei so weitreichende Befugnisse zur Überwachung aller Bürger ein, dass man sich fragt, wer wem stärker misstraut: der Bürger dem Staat oder der Staat dem Bürger. Ein Blick auf das Wechselspiel von Angst und Freiheit.</p>
<p>Nach den Anschlägen auf die Redaktion des französischen <a title="Ruf nach Überwachung – Netzpolitik nach dem Terror von Paris" href="http://politik-digital.de/ruf-nach-ueberwachung-netzpolitik-nach-dem-terror-von-paris" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Satiremagazins „Charlie Hebdo“</a> und einen jüdischen Supermarkt in Paris zu Beginn des Jahres, wurde jetzt in Frankreich ein Gesetz aus der Schublade geholt, mit dem den französischen Geheimdiensten zur Abwehr von Gefahren umfangreiche Überwachungsmöglichkeiten eingeräumt werden. Der <a href="http://www.dw.de/neues-gesetz-frankreich-darf-%C3%BCberwachen/a-18505920" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Senat hat das Gesetz</a> in dieser Woche nun ebenfalls beschlossen, nachdem die französische Nationalversammlung bereits Anfang Mai mit großer Mehrheit zugestimmt hatte. Frankreichs Präsident François Hollande will das Gesetz nun dem Verfassungsrat zur Prüfung vorlegen und reagiert damit auf die Kritik von Verfassungsrechtlern. Sobald die Prüfung abgeschlossen ist, können die Maßnahmen in Kraft treten. Gleichzeitig haben Bürgerrechtler angekündigt, vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen das Gesetz zu klagen.</p>
<p>Sollte auch der Vermittlungsausschuss dem finalen Gesetzestext aus beiden Häusern zustimmen, dürfen die französischen Geheimdienste und die Anti-Terroreinheiten der Polizei ab Juli in großem Umfang auf Mobil- und Bewegungsdaten aller Bürger zugreifen. Ohne richterliche Anordnung können dann Autos und Handys in Echtzeit geortet, Wohnungen abgehört, IP-Adressen ausgelesen und zugeordnet und Verbindungsdaten erhoben werden. Den Behörden wird darüber hinaus erlaubt, eigene „Black Boxes“ bei den Telekommunikationsanbietern zu installieren, um in Echtzeit Metadaten nach bestimmten Algorithmen auswerten zu können. Daten aus dem Ausland, die Frankreich durchqueren, sind davon ebenso eingeschlossen. Auch die gezielte Auswertung von Schlüsselbegriffen oder auffälligen Kommunikationsstrukturen soll so ermöglicht werden.</p>
<h3>Eine Tradition der Überwachung und neue Befugnisse</h3>
<p>Die neuen Befugnisse sollen in erster Linie der Terrorabwehr dienen, haben aber allgemein den Schutz der nationalen Sicherheit zum Ziel. Darunter fallen auch die Sicherung der nationalen Unabhängigkeit und der territorialen Integrität Frankreichs, die Wahrung der essentiellen Interessen der französischen Außenpolitik, sowie der ökonomischen, industriellen und wissenschaftlichen Interessen Frankreichs, der Schutz der öffentlichen Ordnung vor kollektiver Gewalt und die bessere Verfolgung des organisierten Verbrechens und der Kriminalität. Diese sehr weitgefassten Kriterien lassen den Behörden einen großen Auslegungsspielraum und wurden von Bürgerrechtlern und Verfassungsschützern heftig kritisiert. Die dehnbaren Formulierungen geben den Behörden die Möglichkeit, auch politische Gruppierungen, Protestgruppen oder Journalisten zu überwachen. Eine richterliche Anweisung ist für die Datenabfrage nicht notwendig, stattdessen genügt eine einfache Abfrage bei der neu eingerichteten nationalen Kommission zur Kontrolle der Geheimdiensttechniken (CNCTR), die allerdings nur beratend tätig wird. Der Premierminister kann das Gremium überstimmen und auch ohne Rückkopplung mit der Kommission Anweisungen erteilen.</p>
<p>Frankreich hat bereits eine <a href="https://netzpolitik.org/2015/franzoesischer-patriot-act-ueberwachungsmassnahmen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">lange Geschichte</a> der staatlichen Überwachung: die Vorratsdatenspeicherung gilt dort seit über zehn Jahren, die umfangreiche Videoüberwachung des öffentlichen Raums gehört längst zum Alltag, und auch der Zugriff auf Daten ohne richterlichen Beschluss wird von den Geheimdiensten seit längerem praktiziert. Das neue Gesetz legalisiert somit nur eine ganze Reihe bereits angewendeter Maßnahmen, von denen einige durch die Snowden-Dokumente erst im letzten Jahr bekannt geworden waren. Die Regierung hatte die massive Überwachung des amerikanischen Geheimdienstes NSA damals noch kritisiert, gleichzeitig wurde im vergangenen Sommer mit der Arbeit an dem jetzt beschlossenen Gesetz begonnen. Die Terroranschläge von Paris bildeten, wie bereits die Anschläge auf New York und Washington im Jahr 2001, einen guten Anlass zur umfangreichen Ausweitung der staatlichen, anlasslosen Überwachung aller Bürger.</p>
<h3>Vorbild USA?</h3>
<p>Die USA hatten kurz nach Anschlägen vom 11. September den US Patriot Act verabschiedet, mit dem FBI und CIA weitreichende Befugnisse zur Überwachung der amerikanischen Bevölkerung ohne richterliche Kontrolle eingeräumt wurden. Der Patriot Act wurde in der <a title="Vorbild USA: Dem Geheimdienst Grenzen aufzeigen" href="http://politik-digital.de/vorbild-usa-dem-geheimdienst-grenzen-aufzeigen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vergangenen Woche</a> durch den Freedom Act abgelöst, der nach 14 Jahren die unkontrollierte Handlungsfreiheit der NSA etwas einschränken soll. In Deutschland ist nach dem Attentat auf Charlie Hebdo die Debatte über die erneute Einführung der Vorratsdatenspeicherung wieder aufgeflammt und soll möglichst schnell zu einem <a title="Bürgerrechte abräumen im Schnelldurchlauf" href="http://politik-digital.de/buergerrechte-abraeumen-im-schnelldurchlauf">neuen VDS-Gesetz</a> führen. Das Vorhaben ist höchst umstritten, gerade erst hat der <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/vorratsdatenspeicherung-juristen-ruegen-vds-gesetz-von-maas-a-1038227.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissenschaftliche Dienst</a> des Bundestages den neuen Gesetzentwurf als verfassungswidrig und nicht mit dem europäischen Recht vereinbar kritisiert.</p>
<p>Doch viele <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vorratsdatenspeicherung#Umsetzung_in_anderen_L.C3.A4ndern_der_EU" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Länder, in denen die Vorratsdatenspeicherung</a> bereits eingeführt wurde, rudern inzwischen zurück. Im März wurde in den Niederlanden das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung außer Kraft gesetzt und auch in Tschechien und Rumänien hoben Verfassungsgerichte entsprechende Gesetze wieder auf. Das irische Verfassungsgericht hat das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung dem Europäischen Gerichtshof zur Prüfung vorgelegt. Erst <a href="https://netzpolitik.org/2015/pyrawebs-vorratsdatenspeicherung-in-paraguay-durchgefallen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in dieser Woche wurde in Paraguay</a> eine bereits im November 2014 gestartete Gesetzesinitiative zur Einführung einer Vorratsdatenspeicherung gestoppt, die zuvor bereits vom Senat beschlossen worden war. In <a href="https://netzpolitik.org/2015/verfassungsgericht-in-belgien-vorratsdatenspeicherung-ist-illegal/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Belgien erklärte das Bundesverfassungsgericht</a> die geltende Regelung der Vorratsdatenspeicherung gestern für ungültig.</p>
<p>Dass der massive Einsatz von staatlichen Überwachungsinstrumenten nur bedingt zur Erhöhung der Sicherheit der Bürger beiträgt, haben die Anschläge von Paris gezeigt. Die Attentäter standen bereits lange vor dem Angriff der Redaktion unter <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/charlie-hebdo-tatverdaechtige-wurden-laut-innenminister-ueberwacht-a-1011868.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">polizeilicher Beobachtung</a>, die Behörden erkannten jedoch keine erhöhte Bedrohung und auch die Vorratsdatenspeicherung trug nicht zur schnelleren Aufklärung des Anschlags bei. Die zentrale Frage bleibt also, ob die massive Beschränkung der Freiheit des einzelnen Bürgers für eine subjektive Erhöhung des Sicherheitsgefühls Rechtfertigung genug ist. Die Garantie der öffentlichen Sicherheit und der Schutz der Bürger sind natürlich Grundaufgaben des Staates, aber ob dafür jedes Mittel recht ist, sollte nicht im Affekt beschlossen sondern gründlich abgewogen werden. Freiheit und informationelle Selbstbestimmung wurden zu hart erkämpft, als das sie im Vorbeigehen abgeräumt werden sollten.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/imgki_erdenpol/16683005328/in/photolist-rqdLfU-8dQQV8-aBNor-9Q1HBb-akXUEX-akXSqz-akXXBK-akXXni-akXX3r-am1JHs-akXWrD-am1JbE-akXVVk-akXVA6-am1HeU-am1GXm-am1G99-akXTZe-akXTEx-akXTkB-am1EQN-akXSGk-am1DXq-akXRRM-am1DkC-akXRhi-am1CNu-akXQyP-akXQhi-am1ByS-oEDv6h-am1BPd-K37c5-am1Bfu-uDMiT-akXP7X-fmUqf6-eT9MLh-i2MVHV-7qQy6D-tUh79K-aUpcdx-fhPtDu-77xGPt-fj6a5D-qPvPXi-7qTZo9-gKeDzk-8fpNBw-5iKSNE" target="_blank" rel="noopener noreferrer">imgki erdenpol </a><a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/">(CC BY-NC-SA 2.0)</a></p>
<div class="attribution-info"></div>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>EU-Parlament zur NSA-Affäre: &#034;Schwerwiegender Eingriff in Grundrechte der Bürger&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/eu-parlament-zur-nsa-affaere-schwerwiegender-eingriff-in-grundrechte-der-buerger-138299/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Krotz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Mar 2014 12:19:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der massive Eingriff in die Souveränität der Mitgliedsstaaten und in die Grundrechte von Menschen, die Whistleblower Edward Snowden durch seine [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/4137480927_af8fba36d2_o.jpg"><img decoding="async" class="size-large wp-image-138301 alignnone" alt="4137480927_af8fba36d2_o" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/4137480927_af8fba36d2_o-630x423.jpg" width="630" height="423" /></a>Der massive Eingriff in die Souveränität der Mitgliedsstaaten und in die Grundrechte von Menschen, die Whistleblower Edward Snowden durch seine Enthüllungen aufgedeckt hat,  fordert Aufklärung. Das Europäischen Parlament (EP) ordnete eine Untersuchung an und der offizielle Abschlussbericht wurde gestern vom EP angenommen – ein guter Zeitpunkt, um die Hauptaussagen des Berichts zusammenzufassen und die weiteren Schritte zu skizzieren. Denn der Bericht hält nicht nur folgenschwere Sachverhalte fest, sondern erhebt Vorwürfe gegen vermeintlich demokratisch kontrollierte Organe und fordert weitreichende politische Handlungen.<br />
Im Sommer 2013 hat das EP den Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres damit beauftragt, das Überwachungsprogramm der NSA und Überwachungsbehörden in mehreren EU-Staaten sowie „die entsprechenden Auswirkungen auf die Grundrechte der EU-Bürger und die transatlantische Zusammenarbeit im Bereich Justiz und Inneres“ zu untersuchen. Der <a href="http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//NONSGML+REPORT+A7-2014-0139+0+DOC+PDF+V0//DE" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Abschlussbericht</a> wurde gestern mit 544 Stimmen angenommen, bei 78 Gegenstimmen und 60 Enthaltungen. Er beruht auf Informationen vieler Befragter, die der Einladung des Ausschusses nachgekommen sind. Wichtige Zeugen blieben jedoch fern, zum Beispiel Gerhard Schindler, der Präsident des deutschen Bundesnachrichtendienstes, und andere hohe Geheimdienstbeamte. Von zentraler Bedeutung für den Bericht war die <a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=1&amp;ved=0CDAQFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.europarl.europa.eu%2Fdocument%2Factivities%2Fcont%2F201403%2F20140307ATT80674%2F20140307ATT80674EN.pdf&amp;ei=_nohU76iDsrsswbb9YHYBA&amp;usg=AFQjCNFe7i0BJr5lRGqfOONmWVsmN-TiLg&amp;sig2=ezB8UKdyY1qx180LHlABqA&amp;bvm=bv.62922401,d.Yms&amp;cad=rja">schriftliche Aussage von Edward Snowden,</a> der mit den von ihm an die Presse übergebenen Informationen überhaupt <a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-10/hintergrund-nsa-skandal">Anlass zu dieser Untersuchung gegeben hatte.</a><br />
Schon die Tatsache, dass das EP eine Untersuchung des Sachverhalts beschlossen hat, kann als demokratischer Erfolg gewertet werden, da sie in jedem Fall zur Aufklärung in der Sache beiträgt. Währenddessen steht in Deutschland ein Beschluss des Bundestages noch aus – eine Befragung Snowdens als Zeugen ist ungewiss.<br />
Eines der zentralen Ergebnisse des Abschlussberichts lautet, dass „entsprechende Regierungen und Parlamente der EU zu oft schweigen“. Das Schweigen hat seine Gründe: Snowden legte in seiner Zeugenaussage dar, dass es die EU-Mitgliedstaaten selbst seien, die es den US-Geheimdiensten ermöglichten, EU-Bürger zu überwachen. Bilaterale Abkommen zwischen EU-Staaten und den USA erlaubten es den US-Geheimdiensten zwar nicht, die nationalen Bevölkerungen abzuhören, wohl jedoch die der anderen EU-Mitgliedstaaten. So habe es beispielsweise die deutsche Regierung toleriert, dass die USA mit Zugriff auf deutsche Telekommunikationsnetze dänische Staatsbürger und Firmen ausspionierten – und umgekehrt.<br />
Von den Informationen, die der Ausschuss sammelte, wurde ein umfassender Forderungskatalog abgeleitet. In erster Linie ist er an nationalstaatliche und EU-Akteure gerichtet ist. Von den Mitgliedstaaten fordert der Bericht zuvorderst, mehr zur Aufklärung beizutragen und keine Daten von Dritten anzunehmen, wenn diese auf unrechtmäßige Weise gesammelt wurden. Die beschuldigten EU-Staaten (z. B. Deutschland und das Vereinigte Königreich) werden aufgefordert, die „Anschuldigungen von Massenüberwachung, einschließlich der Massenüberwachung grenzüberschreitender Telekommunikation, […] sowie den Zugang zu transatlantischen Kabeln, von US-Geheimdienstmitarbeitern und -Ausrüstung auf dem Hoheitsgebiet der EU ohne Kontrolle von Überwachungsmaßnahmen, und ihre Vereinbarkeit mit EU-Recht“ zu klären. Der entstandene Vertrauensverlust zwischen den EU-Staaten erfordere u. a. eine öffentliche Debatte sowie zukünftig mehr rechtliche und parlamentarische Kontrolle. Abgeschlossene und geplante „Anti-Spionage-Abkommen“ seien „kontraproduktiv und irrelevant, da es für dieses Problem einer europäischen Lösung“ bedürfe.</p>
<h3>Was wird die EU unternehmen?</h3>
<p>Doch die Geheimdienstkompetenz liegt bei den Regierungen der Mitgliedsstaaten, auf dessen jeweilige Leitungen die EU bisher keinen direkten Einfluss hat. Besonders wichtig erscheinen daher die Ziele, die das EP der EU selbst setzt. Erneut wird die Aussetzung des SWIFT-Abkommens gefordert, welches die Verarbeitung von Zahlungsverkehrsdaten und deren Übermittlung zwischen EU und USA regelt. Bereits im Oktober 2013 hatte das EP die <a href="http://www.europarl.europa.eu/news/de/news-room/content/20131021IPR22725/html/Parlament-fordert-Aussetzung-des-SWIFT-Abkommens-wegen-NSA-Abh%C3%B6rskandal" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kommission aufgefordert, das SWIFT-Abkommen auszusetzen.</a><br />
<figure id="attachment_138319" aria-describedby="caption-attachment-138319" style="width: 305px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/EU-KOMM.jpg"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-138319  " alt="EU KOMM" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/EU-KOMM-305x203.jpg" width="305" height="203" /></a><figcaption id="caption-attachment-138319" class="wp-caption-text">Die EU-Kommission hat einige Hausaufgaben bekommen und weigert sich, in bestimmten Punkten den Forderungen des EU-Parlaments zu folgen. Wird sich hier nach der <a href="http://www.bpb.de/politik/wahlen/europawahl/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Europawahl</a> etwas ändern?</figcaption></figure><br />
Die <a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-11/swift-eu-kommission-fluggastdaten-usa" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EU-Kommission ist bislang dagegen.</a> Die aktuelle sogenannte Safe-Harbor-Regelung ermöglicht es europäischen Unternehmen, personenbezogene Daten von EU-Bürgern an die USA zu übermitteln und geht zurück auf eine Entscheidung der EU-Kommission. Der Bericht schlussfolgert, dass die jetzige Vereinbarung EU-Bürgern keinen angemessenen Schutz bieten könne, und fordert daher die zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten auf, die Datenübermittlung an entsprechende Unternehmen „unverzüglich auszusetzen“. Darüber hinaus  verlangt der Bericht ein Umdenken der EU-Kommission.<br />
Im Hinblick auf die Beziehungen zu den USA fordert das EP seinen „transatlantischen Partner“ auf, das „ernsthaft erschütterte“ Vertrauen durch „eindeutige politische Signale“ wiederherzustellen und zu zeigen, dass „die USA zwischen Verbündeten und Gegnern unterscheiden können“. Die große Bedeutung der digitalen Wirtschaft für die allgemeinen Wirtschaftsbeziehungen der beiden Völkerrechtssubjekte wird hier ebenso betont. Unter den jetzigen Bedingungen sei eine Zustimmung des EP zum geplanten <a href="http://politik-digital.de/netzpolitischer-einspruch-julia-reda-piraten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Transatlantischen Freihandelsabkommen (TAFTA) gefährdet.</a> Die pauschale Massenüberwachung und das Abfangen von Nachrichten in EU-Institutionen und diplomatischen Vertretungen müsse völlig eingestellt sowie eine Lösung für Datenschutzrechte von EU-Bürgern gefunden werden. Andernfalls könne das EP einem Entwurf zum TAFTA nicht zustimmen – mit einem Abschluss der geheimen Verhandlungen wird nicht vor 2016 gerechnet.<br />
Die eigenen EU-Organe fordert das EP auf, „Möglichkeiten zu erkunden, einen Verhaltenskodex mit den USA zu vereinbaren, mit dem sichergestellt würde, dass EU-Organe und -einrichtungen nicht vonseiten der USA ausgespäht werden“. Unabhängig von Handlungen der USA mache die „extreme Anfälligkeit der EU“ es notwendig, „starke und autonome IT-Schlüsselkapazitäten aufzubauen“ &#8211; eine Forderung, die in der Debatte zum Abschlussbericht am Montag von den <a href="https://netzpolitik.org/2014/europaparlament-was-hat-denn-der-snowden-mit-dem-ueberwachungsbericht-zu-tun/#more-63618">konservativen Abgeordneten wiederholt wurde.</a> Diese solle möglichst auf „offenen Standards sowie auf quelloffener Software“ basieren. Vorübergehend werden alle öffentlichen Einrichtungen in der Union aufgefordert, in Fällen, in denen Nicht-EU-Gesetze greifen, keine Cloud-Dienste mehr zu verwenden. Geschaffen werden soll nun ein europäisches Cloud-System. Um die Spionageabwehr zu stärken, seien <a href="http://politik-digital.de/its-your-privacy-stupid-erfahrungsbericht-einer-kryptoparty/">verschlüsselte Kommunikationsstrukturen</a> (E-Mail, Telefon, usw.) und „abhörsichere Sitzungsräume in allen wichtigen EU-Institutionen und EU-Delegationen“ unabdingbar. Insgesamt sollen für diese Sicherheitsstrukturen mehr personelle und finanzielle Mittel bereitgestellt werden.</p>
<h3>Für den Schutz von Grundrechten, Whistleblowern und der Pressefreiheit</h3>
<p>Beschlossen wurde auch ein „Habeas-Corpus-Grundsatz“, der die Grundrechte der Menschen im digitalen Zeitalter schützt und mit acht Aktionen eingeführt werden soll. Zum Beispiel soll das in Ausarbeitung befindliche Datenschutzpaket noch dieses Jahr angenommen, ein Rahmenabkommen zwischen EU und USA zum Schutz der Grundrechte von EU-Bürgern abgeschlossen und ein erweiterter Schutz für Informanten gewährleistet werden. Außerdem fordert das EP die Bildung einer „hochrangigen Gruppe“, die eng mit dem EP zusammenarbeiten und Empfehlungen für weitere Schritte ausarbeitet solle, um Geheimdienste auf EU-Ebene besser kontrollieren und die Zusammenarbeit „insbesondere hinsichtlich der grenzüberschreitenden Dimension“ verbessern zu können.<br />
<figure id="attachment_138321" aria-describedby="caption-attachment-138321" style="width: 305px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/greens-snowden-2.jpg"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-138321 " alt="greens snowden 2" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/greens-snowden-2-305x202.jpg" width="305" height="202" /></a><figcaption id="caption-attachment-138321" class="wp-caption-text">Eine Protestaktion der Europäischen Grünen für einen Schutz Edward Snowdens. Diesen fordert auch die Europäische Linke.</figcaption></figure><br />
Alles in allem erhebt der Bericht schwere Vorwürfe gegen politische und private Akteure im europäischen In- und Ausland, die weitere Untersuchungen nach sich ziehen werden. Es ist davon auszugehen, dass sich die Geheimdienste auch in diesen Prozess einmischen werden, indem sie beispielsweise <a href="https://firstlook.org/theintercept/2014/02/24/jtrig-manipulation/">falsche Informationen verbreiten oder versuchen, politische Gruppen zu spalten. </a>Nicht zuletzt relevant ist, dass sich das EP besorgt zeigt über die <a href="http://politik-digital.de/pressefreiheit-in-der-welt-reporter-ohne-grenzen-veroeffentlicht-rangliste-fuer-2014/">zunehmenden Bedrohungen der Pressefreiheit,</a> ohne die diese Enthüllungen nicht möglich gewesen wären. Auch in Folge der Enthüllungen kam es zu Repressionen gegen Journalisten und Online-Aktivisten. In der Debatte zum Abschlussbericht am Montag ging es auch um die Frage, was mit Edward Snowden passieren wird. In diesem Punkt ist das EP gespalten. Die Mitgliedsstaaten müssen hier aktiv werden, solange kein europäisches Schutzprogramm geschaffen ist – um Whistleblower nicht in autoritäre Regime fliehen lassen zu müssen. Der diplomatische Machtkampf, der hinter dieser Angelegenheit steht, ist völlig intransparent. Es bleibt zu hoffen, dass das ganze Thema im Wahlkampf zum EP, der nun beginnt, aufgegriffen und dass eine Kommission gebildet wird, die sich mehr für Aufklärung in der Sache bemüht und für die Grundrechte der EU-Bürger einsetzt. Jetzt liegt es bei den Wählern, Konsequenzen zu ziehen.<br />
Bilder: oben + mitte: <a href="http://www.flickr.com/photos/european_parliament/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">European Parliament</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-ND 2.0)</a>, unten: <a href="http://www.flickr.com/photos/greensefa/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">greensefa</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY 2.0)</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130752" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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