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	<title>Matt Drudge &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Matt Drudge &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Der Infoholiker</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christoph Bieber]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Lewinsky-Affäre]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Matt Drudge]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
Der Netz-Journalist Matt Drudge hat die Lewinsky-Affäre erst ins
Rollen gebracht. Ein Portrait des digitalen <i>enfant terrible</i>.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Der Netz-Journalist Matt Drudge hat die Lewinsky-Affäre erst ins<br />
Rollen gebracht. Ein Portrait des digitalen <i>enfant terrible</i>.</span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">&quot;Information will frei sein.&quot; &#8211; Der von John Perry Barlow<br />
geprägte Satz ist für Matt Drudge offenbar Gesetz. Wie niemand<br />
sonst steht der Nachrichten-Newcomer und Herausgeber des berühmt<br />
-berüchtigten <a href="http://www.drudgereport.com/">Drudge Report</a><br />
für den Ausbruch und die Zuspitzung eines Konfliktes zwischen<br />
Offline- und Online-Welt,in dem es um nichts Geringeres zu gehen<br />
scheint als um die Zukunft des Journalismus.+<br />
</span></span>
</p>
<table align="left" border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="120">
<tbody>
<tr>
<td width="120"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/archiv/koepfe/drudge/images/drudge.jpg" alt="Matt Drudge?" border="1" height="143" hspace="0" vspace="0" width="120" /></td>
<td rowspan="2"><spacer type="block" height="1" width="10"></spacer></td>
</tr>
<tr>
<td bgcolor="#e0e0e0"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,Helvetica; color: #333333"><br />
			Matt Drudge?</span></td>
</tr>
<tr>
		</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In Deutschland erst durch die Erstveröffentlichung der <a href="http://www.spiegel.de/netzweltarc/jump.phtml?channel=netzweltarc&amp;rub=02&amp;cont=themen/clinton_affaere.html">Clinton-Lewinsky-Affäre</a><br />
ins Blickfeld geraten, hat Matt Drudge seit 1996 für einigen Aufruhr in der alten und neuen amerikanischen<br />
Medienszene gesorgt.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dem bleichen, stets leicht zerknittert wirkenden gefährlichsten <a href="http://www.penthousemag.com/promo/drudge/">Journalisten Amerikas</a> waren bereits einige<br />
&quot;scoops&quot; geglückt: So konnte er 1996 als erster die Wahl von Jack Kemp zum &quot;running mate&quot;<br />
des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Bob Dole vermelden, berichtete im Januar 1997<br />
über die Gagenforderungen von US-Comedystar Jerry Seinfeld und schlug im August die großen<br />
TV-Networks im Rennen um die Erstveröffentlichung des Todes von Lady Di &#8211; um ein paar Minuten.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Allerdings hat sich Drudge auch kapitale Fehlschläge geleistet, die maßgeblich zu seinem<br />
Ruf eines ebenso schlampigen wie skrupellosen Boulevardjournalisten und Gerüchtekochs<br />
beitrugen. Sein Hinweis auf eine Tätowierung Bill Clintons gehört ebenso ins Reich der<br />
Spekulation wie die Meldung vom Super-Merger der verfeindeten Firmen Netscape und Microsoft.<br />
Die gefährlichste Online-Ente war jedoch die Anschuldigung, der Clinton-Berater Sidney<br />
Blumenthal schlage seine Frau. Daraus resultierte eine Verleumdungsklage in Höhe von<br />
30 Millionen Dollar &#8211; doch der eilfertige &quot;Internet-Reporter&quot; erhält dabei Rückendeckung<br />
vom konservativen Center for the <a href="http://www.cspc.org/">Study of Popular Culture</a>,<br />
das auch das &quot;Matt Drudge Information Center&quot; unterhält. Die Klage aus<br />
dem Weissen Haus bereitet Drudge denn auch wenig Grund zur Sorge &#8211;<br />
schließlich kennt er die Spielregeln der Informationsgesellschaft nur<br />
zu gut: Der Fall Blumenthal ist für ihn eine ständig sprudelnde Quelle<br />
der Aufmerksamkeit.<br />
Überhaupt zelebriert Matt Drudge eine neuartige &quot;Lebensform in der<br />
Informationswelt&quot;: </span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Sein kleines Appartment in Los Angeles ist angefüllt mit mehreren Computern, Fernsehern<br />
und Telefonleitungen &#8211; der Umgang mit den exorbitanten Datenmengen, die auf<br />
unterschiedlichen Kanälen in seine Schaltzentrale strömen, hat bei vielen einen<br />
bleibenden Eindruck hinterlassen. Das &quot;geekatorium&quot; versorgt den &quot;Infoholiker&quot;<br />
mit dem Rohstoff für seine Arbeit &#8211; Drudge setzt sich freiwillig einer Informationsflut<br />
aus, die andere umgehend in die Flucht schlagen würde und auch bei <a href="http://www.salonmagazine.com/june97/media/media970627.html">Journalistenkollegen</a> Ehrfurcht auslöst .<br />
Die gleichzeitig laufenden Fernseher zeigen CNN, MSNBC oder andere Nachrichtenkanäle,<br />
dazwischen quäken Talk-Radio und Polizeifunk &#8211; Drudge klickt sich in diesem Infogewitter<br />
durch die Web-Sites amerikanischer Tageszeitungen oder wirft einen Blick auf seinen<br />
elektronischen Hochleistungs-Briefkasten, der täglich mit vierstelligen Eingangszahlen<br />
zu kämpfen hat.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dieses &quot;Leben in der Information&quot; kennzeichnet den Arbeitsstil von Matt Drudge und<br />
verleiht ihm die Aura eines prototypischen Internet-Reporters. Der Online-Kollege<br />
<a href="http://www.wired.com/news/news/culture/story/9829.html">Steve Silberman</a> sieht in<br />
Drudge gar die Verkörperung des Internet: &quot;Drudge was the Internet &#8211; a walking homunculus<br />
of alt.fan-dom, conspiracy sniffing, and &quot;unofficial&quot; celeb-dish Web sites. Matt Drudge<br />
was the future, an embodiment of a frantic, redundantly networked world in which everyone<br />
knows everything at once &#8211; even things that aren&#8217;t true.&quot;<br />
Drudge versendet die Resultate seiner Informationssucht per e-mail, plaziert sie auf seiner<br />
vielgelesenen Web-Site und bietet sie zusätzlich über den Online-Dienst AOL an. Dabei nutzt<br />
Drudge, häufig als &quot;Ein-Mann-Medien-Imperium&quot; bezeichnet, die medialen Eigenheiten<br />
des Internet: Er nimmt die Tatsache ernst, daß jeder Netzteilnehmer zugleich Sender<br />
und Empfänger sein kann &#8211; und baut sich so ein virtuelles Korrespondentennetz auf.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Nur auf diese Weise kann der als &quot;Einzelkämpfer&quot; apostrophierte Drudge in den<br />
Informationsfluten bestehen &#8211; als Spitze eines Eisbergs aus Neugier, Gerüchten,<br />
Indiskretionen, Lügen und Wahrheiten. So kassiert er die Lorbeeren für die Erfolge<br />
gemeinschaftlicher Enthüllungen, muß aber auch bei Fehlern den Kopf hinhalten.<br />
Das Beispiel Drudge scheint in den USA bereits Schule zu machen. Neben zahlreichen &#8211;<br />
zuweilen bösen &#8211; <a href="http://dir.yahoo.com/News_and_Media/Journalism/Journalists/Drudge__Matt___Drudge_Report/Parodies/">Parodien</a>,<br />
gibt es auch ganz ernsthafte Nachahmer. Doch Camille Paglia, die in ihrer Online-Kolumne den &quot;kühnen, unternehmerischen,<br />
informationsorientierten Aussenseiter&quot; Drudge gar als erfrischendes &quot;rolemodel&quot; für<br />
langweilige amerikanische Einheitsstudenten sieht, dürfte gar nicht gefallen, was<br />
<a href="http://www.lukeford.com/">Luke Ford</a> veranstaltet. Der 32jährige Kalifornier stilisiert sich als<br />
&quot;Matt Drudge der amerikanischen Sex-Industrie&quot; und führt den noch jungen Online-Journalismus<br />
in die nächsten  <a href="http://www.feedmag.com/frames.html?url=%27article/document25.shtml">Untiefen</a><br />
</span></span>
</p>
<p><span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Damit wäre die Frage nach der Übertragbarkeit des Modells Drudge aufgeworfen: Der Erfolg seiner<br />
Rolle als &quot;Informationsschleuder&quot; ist aufgrund einer festen Einbindung in elementare Strukturen<br />
des Internet mit der &#8211; inhaltlichen wie technischen &#8211; Leistungsfähigkeit der medialen Umgebung<br />
verbunden. Matt Drudge konnte sich in den USA vor allem deshalb schnell innerhalb der<br />
Medienwelt positionieren und etablieren, weil er sich ähnlich wie ein Virus in einer immer<br />
besser funktionierenden Wirtsumgebung eingenistet hat. Und bislang scheint nur die<br />
amerikanische Online-Szene ausreichend groß und gefestigt, um einen &quot;Infoholiker&quot;<br />
wie Matt Drudge durchfüttern zu können.</span></span></p>
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