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	<title>Matthias Ginsberg &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Matthias Ginsberg &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Am Anfang war die Expo &#8211; ein Interview</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Das gibt´s nur zweimal: Die Expo2000]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Ginsberg]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Expo 2000]]></category>
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		<category><![CDATA[Weltausstellung]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>Interview mit Matthias Ginsberg, Leiter der Abteilung PR, Werbung und Design der Expo und verantwortlich
für den Internetauftritt</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Interview mit Matthias Ginsberg, Leiter der Abteilung PR, Werbung und Design der Expo und verantwortlich<br />
für den Internetauftritt</b></span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Herr Ginsberg, kurz umrissen, welche Werbestrategie verfolgt die Expo?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Matthias Ginsberg:</b> Zunächst einmal standen wir vor dem Problem, daß die Expo ja anfangs kein bekanntes<br />
Produkt war. Das Image war diffus, es gab keinen bekannten Produzenten &#8211; die ganze Produktgattung hat in<br />
Deutschland keine Tradition wie anderswo. Wir mußten deshalb zunächst Bekanntheit und positive Einstellung<br />
aufbauen. Dies ist uns mit dem ersten Teil unserer Kampagne 2000 auch voll gelungen: Die Expo war Ende `99<br />
rund 65 % der Bevölkerung bekannt, im Juli 2000 war sie nahezu 95% der Befragten ein Begriff. Parallel zu der<br />
Imagekampagne, die wir im Januar gestartet hatten, haben wir ab März bereits versucht den Ticketverkauf zu pushen;<br />
da sind uns nicht alle Blütenträume gereift &#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Haben Sie dann, als klar war, dass das Besucherziel<br />
nicht erreicht wird, das Werbekonzept grundlegend überdacht?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Matthias Ginsberg:</b> Nein, die Konzeption war nicht unser Problem. Wohl  aber hatten uns die Mittel<br />
gefehlt, um im Abverkauf richtig Druck zu machen, und so die potentielle Besuchsbereitschaft in akute<br />
Kaufentscheidung umzusetzen. Konzeptionell haben wir mit der neuen Kampagne, die ja entgegen der Zeit vor der<br />
EXPO nun endlich Bilder vom Gelände selbst vermitteln kann, versucht näher an dem Gefühl, der Atmosphäre der Expo<br />
zu sein.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wie hoch ist der gesamte Werbeetat für die Expo?<br />
</span>
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></p>
<table align="left" border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="120">
<tbody>
<tr>
<td width="106"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/edemocracy/images/mginsberg.jpg" alt="Matthias Ginsberg" border="1" height="135" hspace="0" vspace="0" width="106" /></td>
<td rowspan="2"><spacer type="block" height="1" width="10"></spacer></td>
</tr>
<tr width="106">
<td bgcolor="#e0e0e0"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,Helvetica; color: #333333"><br />
			Matthias Ginsberg</span></td>
</tr>
<tr>
		</tr>
</tbody>
</table>
<p><b>Matthias Ginsberg:</b> Zunächst hatten wir für das Jahr 2000 gute 40 Millionen Mediavolumen. Am 7. Juli wurde<br />
unser Etat nach einem Aufsichtsratsbeschluss noch mal um 50 Millionen erhöht, alles fürs Inland.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Die Expo ist eine Weltausstellung. Wie viel ist in<br />
Auslandswerbung geflossen und wo wurde geworben?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Matthias Ginsberg:</b> 30 Millionen Mark wurden auf insgesamt 14 Märkten ausgegeben, hauptsächlich Länder mit<br />
vielen potentiellen Besuchern wie Dänemark, Schweden, Belgien, die Niederlande, Frankreich. Angesichts der knappen<br />
Mittel haben wir nur Print und teilweise Funkwerbung im Ausland schalten können. Nach dem erwähnten AR-Beschluß<br />
kamen noch einmal 20 Mio dazu.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Kommen wir noch mal zu der neuen Kampagne mit Verona<br />
Feldbusch und Sir Peter Ustinov. Warum diese Spots?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Matthias Ginsberg:</b> Wir wollen durchaus den Spaßfaktor rüberbringen: Die Expo gerade nicht als todernste und<br />
langweilige Angelegenheit, also das was viele als typisch deutsch empfinden. Außerdem personifizieren diese beiden<br />
Protagonisten ja ideal den Spannungsbogen, den die EXPO schlägt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Die Kampagne kam ja sehr plötzlich mitten in die<br />
vielen negativen Berichte über unzureichende Besucherzahlen. Wie haben Sie Verona und Sir Ustinov so schnell<br />
vor die Kamera bekommen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Matthias Ginsberg:</b> Ja, die Spots waren schnell gedacht und noch schneller realisiert. Unsere Agentur hatte<br />
mehrere &quot; Pärchen&quot;  ins Auge gefasst, um sicher zu gehen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Und wie war die Arbeit mit dem ungleichen Paar?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Matthias Ginsberg:</b> Sehr, sehr komisch. Die Stimmung beim Dreh war wirklich gut.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Kann man schon einen Effekt der Kampagne feststellen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Matthias Ginsberg:</b> Man kann nicht sagen, &quot; wir können den Erfolg der Kampagne in verkauften Tickets messen&quot; ,<br />
das wäre unseriös. Wir haben eine Umfrage gemacht: In der vierten Woche kannten 90% der Befragten die Spots mit<br />
Verona Feldbusch und Sir Peter Ustinov. Das ist ein sehr guter Wert. Knapp 30% hielten die Kampagne für effektiv<br />
im Sinne von Besucherwerbung, ebenso rd. 30% der Befragten gefiel die Werbung gut oder sehr gut. Wenn Sie dies mit<br />
sonstigen Werten vergleichen, die Werbung erreicht, ist dieses Ergebnis exzellent.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Und warum erst so spät eine so aufwendige Werbung?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Matthias Ginsberg:</b> Wie schon gesagt, Werbung gab es auch schon vorher, und zwar mit exzellenten Ergebnissen<br />
für Bekanntheit und positives Image der Expo einschließlich hoher Besuchsbereitschaft. Das Besucherziel wurde aber,<br />
auch auf Grund der sehr hochgesteckten Erwartungen, nicht erreicht. Der Aufsichtsrat hatte verstanden, dass wir<br />
nachlegen mussten und hat deswegen die zusätzlichen Millionen bewilligt. Und noch einmal: Das eigentliche Produkt,<br />
Expo als solche können wir ja erst seit dem 1. Juni zeigen; davor standen Sie da auf einer Baustelle. Neben den<br />
Spots haben wir auch bei der Printwerbung nachgelegt, um die ständig neuen und sehr vielfältigen kulturellen<br />
Angebote oder z.B. die unendlichen kulinarischen Möglichkeiten auf der Expo bekannt zu machen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Herr Ginsberg, sie sind auch für den Internetauftritt<br />
der Expo verantwortlich. In wie fern sind die Expo-Seiten Teil der Werbestrategie?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Matthias Ginsberg:</b> Unser Webauftritt ist ganz eigenständig konzipiert, als ganz wesentlicher Service für<br />
Interessenten und Besucher. Trotzdem ist er natürlich ein weiterer Teil der Öffentlichkeitsarbeit. Manche Menschen<br />
kriegt man inzwischen sogar nur noch über das Internet. Die neue Kampagne wird zusätzlich mit einem speziellen<br />
Entertainment-Angebot auf den Expopages unterstützt. Das kommt amüsant bis hin ins leicht schräge.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Die Expo 2000 ist die erste Weltausstellung, die auch<br />
im Internet zu besuchen ist. Inwiefern verändert das die Expo?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Matthias Ginsberg:</b> Die Expo soll auch im Internet stattfinden, vor allem weil dort die Möglichkeiten der<br />
Informationsbeschaffung am besten funktionieren. Wer sich vorab über das Angebot der Expo informieren will und<br />
seinen Besuch konkret planen will, ist wahrscheinlich im Internet am besten aufgehoben. Wir versuchen auch die<br />
Debatte zu reflektieren, die die Expo begleitet: &quot;Brauchen wir in Zeiten von Internet überhaupt noch eine real<br />
existierende Weltausstellung?&quot;. Umfragen unter den Besuchern zeigen allerdings, dass der Besuch der Expo, das<br />
Gemeinschaftserlebnis, etwas ganz Besonderes ist. Im Internet werden deshalb Appetizer, wie beispielsweise die<br />
Gelände-Panoramen, eine Rubrik &quot; EXPO Revue&quot;  und ein Veranstaltungskalender, gereicht, die zum realen Besuch der<br />
EXPO animieren sollen. Durch die mediale Präsenz der Expo auch im Netz wird der reale Besuch noch wichtiger, ein<br />
Gefühl von &quot; Da muss ich hin&quot;  entsteht in den Köpfen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wie teuer war der Expo-Auftritt im Internet?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Matthias Ginsberg:</b> Im Vergleich zur &quot; Klassik&quot;  unglaublich günstig: round about 3 Millionen Mark.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Können Sie etwas über den Erfolg der Expo-Seiten sagen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Matthias Ginsberg:</b> Die Expo ist seit Oktober 1995 im Netz, seitdem hat es natürlich einen riesigen Zuwachs<br />
an Informationen und mehrere sogenannter Relaunches gegeben. Wir hatten alleine im Juli ungefähr 5 Millionen<br />
Visits. Insgesamt kommen wir zum jetzigen Zeitpunkt auf ca. 21 Mio Visits und verzeichnen dabei ca. 65 Mio<br />
Pageimpressions. Damit dürften wir im Rahmen der deutschen Sites weit vorne liegen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Was passiert mit der Expo im Netz wenn die echte Expo<br />
vorbei ist?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Matthias Ginsberg:</b> Darüber wird gegenwärtig nachgedacht. Natürlich ist der Pflegeaufwand der Seiten ziemlich<br />
groß, weggeworfen werden sie auf keinen Fall, aber wir müssen eine weniger aufwendige Form finden, die Expo 2000 im<br />
Netz zu halten. Übrigens gibt es noch andere Formen der Nachbereitung im Internet, die schon anlaufen: Wir bieten<br />
einen systematischen Outplacement-Service für die Expo-Mitarbeiter an. Über eine spezielle Rubrik auf unseren<br />
Seiten haben sich schon einige Mitarbeiter weitervermitteln können. Auch das gehört zur Expo im Netz.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Herr Ginsberg, wir bedanken uns für das Gespräch.<br />
</span></p>
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