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	<title>Maxim Worcester &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Maxim Worcester &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#8220;Bürger reicher Länder sind gefährdeter&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ahaeming]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Feb 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Maxim Worcester]]></category>
		<category><![CDATA[Personenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Irak]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="normal">
<b>Am Mittwoch, den 2. Februar, war Maxim Worcester 
zu Gast im tagesschau-Chat <span style="font-size: x-small">in Kooperation mit politik-digital.de.</span> 
Er ist Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Control 
Risks, das im Irak für Personenschutz sorgt. Den Chattern beantwortete 
er Fragen über die Sicherheitsrisiken im Irak, die Kooperation 
mit Regierungen und die tägliche Arbeit seiner Mitarbeiter 
vor Ort.</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="normal">
<b>Am Mittwoch, den 2. Februar, war Maxim Worcester<br />
zu Gast im tagesschau-Chat <span style="font-size: x-small">in Kooperation mit politik-digital.de.</span><br />
Er ist Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Control<br />
Risks, das im Irak für Personenschutz sorgt. Den Chattern beantwortete<br />
er Fragen über die Sicherheitsrisiken im Irak, die Kooperation<br />
mit Regierungen und die tägliche Arbeit seiner Mitarbeiter<br />
vor Ort.</b><!--break-->
</p>
<p class="normal">
<span class="fett">Moderator</span>: Liebe Leserinnen<br />
und Leser, User und Nutzer von tagesschau.de, herzlich willkommen<br />
beim Tagesschau-Chat. Unser Gast im ARD-Hauptstadtstudio ist heute<br />
Maxim Worcester, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens<br />
Control Risks. Das weltweit arbeitende Unternehmen offeriert Risikoberatung<br />
und Personenschutz auch im Irak. Starten wir hiermit:
</p>
<p>
<span class="fett">PiselEinfall</span>: Beraten Sie auch Regierungen<br />
in Sicherheitsfragen?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Ja, wir haben Aufträge<br />
von fünf Regierungen für die Sicherheit der Diplomaten<br />
sowie deren Gäste im Irak zu sorgen.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Wie häufig ist das Fall?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Das sind „ongoing“-Aufträge,<br />
die jährlich oder alle zwei Jahre wieder ausgeschrieben werden.<br />
Das umfasst die Sicherheit der Gebäude als auch die der Personen<br />
vor Ort wie auch Reisen im Land.
</p>
<p>
<span class="fett">El Dorado:</span> Mit welche Regierungen arbeiten<br />
Sie denn genau zusammen?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Über unsere Kunden<br />
sprechen wir prinzipiell nicht, aber wenn sie auf der Homepage der<br />
britischen Regierung nachschauen, erhalten sie eventuell Hinweise.
</p>
<p>
<b>hobbystudent:</b> Welche &#8216;Garantien &#8216; für die<br />
Sicherheit von Personen können sie überhaupt geben?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Es gibt keine Garantie<br />
für absolute Sicherheit. Auch nicht im Irak. <br />
Was man erreichen kann, ist eine signifikante Reduzierung des Risikos<br />
auf ein Maß, welches dringende und notwendige Dienstreisen<br />
in ein solches Land eingeschränkt möglich macht.
</p>
<p>
<b>unpredictablyRisk:</b> Warum gehen immer noch so viele<br />
Geschäftsleute in den Irak, obwohl die Risiken mittlerweile<br />
jedem bewusst sein müssten. Was gibt es dort in erster Linie<br />
&#8216;zu holen&#8217;?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Es fahren nicht sehr<br />
viele Geschäftsleute in den Irak. Die meisten Reisenden im<br />
Irak sind Regierungsangehörige bzw. Diplomaten. Die wenigen<br />
Geschäftsleute oder auch Spezialisten, die in das Land reisen,<br />
halten sich nur für sehr kurze Zeit im Land auf und sind projektbezogen<br />
vor Ort.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Wie lange dauert ein &quot;durchschnittlicher<br />
Aufenthalt&quot;, den Sie absichern?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Es kommt wirklich auf<br />
das Projekt an. Bei Wiederaufbauprojekten (z.B. Krankenhäuser,<br />
Kraftwerke) ist der Aufenthalt in der Regel nicht länger als<br />
zwei Wochen. Bei Geschäftsbesuchen hingegen maximal zwei Tage.
</p>
<p>
<b>Björn: </b>Welche<b> </b>persönlichen<br />
Einschränkungen muss man hinnehmen, um halbwegs sicher zu sein?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Man muss gänzlich<br />
auf ein normales Leben, wie wir das kennen, verzichten. Man kann<br />
nicht spazieren gehen, man kann sich nicht frei bewegen und jeder<br />
Weg, den man fährt, muss aus Sicherheitsgründen vorab<br />
erkundschaftet werden.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Mehrere Fragen zum Thema Personal:
</p>
<p>
<span class="fett">Loewe:</span> Aus welchen Kreisen rekrutieren<br />
Sie ihre Mitarbeiter?
</p>
<p>
<span class="fett">Flood:</span> Sie beschäftigen &#8216;britische<br />
Militärangehörige&#8217; &#8211; also wohl Ex-SAS-Leute. Warum nicht<br />
auch KSK- und GSG-9&#8217;ler?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Unsere Leute erfüllen<br />
vor Ort drei unterschiedliche Aufgaben: 1. Informationsbeschaffung,<br />
2. Analyse und 3. Personenschutz. Als allerwichtigstes ist es zu<br />
wissen, was sich im Umfeld oder auf der Reiseroute abspielt: welche<br />
Patrouillen, welche Anschläge, welche Militäreinheiten.<br />
Kurzum: Welche Bewegungen &#8211; erwarteter oder unerwarteter Art &#8211; sind<br />
zu beobachten. Die Ermittlung dieser Informationen muss möglichst<br />
zeitnah an dem Transit unseren Kunden erfolgen und basiert auf diesen<br />
Informationen. Die Analysten planen die exakte Reiseroute. Aufgabe<br />
ist, möglichst vorab in Erfahrung zu bringen, ob das Risiko<br />
gestiegen ist bzw. wo das geringste Risiko besteht. Die Personen,<br />
die diese Aufgaben übernehmen, kommen aus verschiedensten Berufen,<br />
unter anderem Polizeidienste, Journalismus sowie Kenner des Landes<br />
und Linguisten. Die Personenschützer, die die Anweisungen der<br />
Analysten strikt befolgen, rekrutieren wir fast ausschließlich<br />
aus den Streitkräften Großbritanniens, sowie Australiens,<br />
Neuseelands und Hollands. Die Auswahl ist so getroffen worden zum<br />
einen aus Kundenwünschen, zum anderen weil diese Soldaten über<br />
bestmöglichste Ausbildung als auch Erfahrung verfügen.<br />
Deutsche Soldaten mögen zwar die nötige Kompetenz vorweisen,<br />
verfügen aber in der Regel nicht über die direkte Erfahrung<br />
im Einsatz.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Bei Ihren Mitarbeitern handelt<br />
es sich um ehemalige Soldaten nehme ich an?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Ja.
</p>
<p>
<span class="fett">ajnabi:</span> Werden Ihre Leute in der Landessprache<br />
geschult, um ein Mindestmaß an Kommunikation in kritischen<br />
Situationen sicherzustellen?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Wenn erforderlich stellen<br />
wir „Native Speakers“ ein. Hier verfügt die britische<br />
Armee über eine hohe Anzahl von Elitesoldaten, die die arabische<br />
Sprache bzw. Dialekte beherrschen.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Woher diese Spezialisierung<br />
&#8211; kommt das noch aus den britischen Kolonialzeiten?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Post-Kolonialzeit. Denken<br />
Sie nur an die Konflikte im Jemen in den 70er Jahren, sowie die<br />
starke Einbindung britischer Streitkräfte in Ländern wie<br />
Bahrein, Kuwait, Arabische Emirate sowie Oman.
</p>
<p>
<span class="fett">snus:</span> Arbeiten Sie auch mit Leuten der<br />
irakischen Armee zusammen?
</p>
<p>
<b>LeutnantBw:</b> Inwieweit kooperieren Ihre Leute mit<br />
den Truppen vor Ort?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Wir kooperieren mit<br />
all denjenigen, die für die Sicherheit unserer Kunden nützlich<br />
sind. Dies schließt selbstverständlich alle lokalen Streitkräfte,<br />
Polizei und Regierung mit ein. Darüber hinaus sprechen wir<br />
mit ähnlichen Unternehmen wie Control Risks vor Ort und kooperieren<br />
eng mit denen.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Das heißt Ihre Mitarbeiter<br />
haben auch ständig Kontakt zur US-Armee?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Unter anderem.
</p>
<p>
<b>Daniel23</b>: Würden Sie sagen, bestimmte Staatsangehörige<br />
sind im Irak gefährdeter als andere, oder machen Entführer<br />
etc. dort keine Unterschiede?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Pauschal kann diese<br />
Frage nicht beantwortet werden.<br />
Selbstverständlich sind die Bürger der Nationen, die militärisch<br />
im Irak präsent sind gefährdeter als die, deren Regierungen<br />
sich fern gehalten haben. Auf der anderen Seite spielt dies bei<br />
den Entführungen aus Geldmotiven keine Rolle. Hier spielt eine<br />
ganz entscheidende Rolle, ob der oder die Entführte gegen Geld<br />
erpressbar ist.<br />
Kurzum: Die Bürger armer Nationen sind weniger gefährdet<br />
als die reicher Nationen und allen voran hier Bürger reicher<br />
Nationen die in der Vergangenheit bereit waren, für die Freiheit<br />
ihrer Bürger zu zahlen.
</p>
<p>
<span class="fett">libero:</span> Sie sagten bereits, dass Sie<br />
für ein geringstmögliches Risiko sorgen können. Wie<br />
ist Ihre Einschätzung der Lage im Irak? Lassen sich Entführungsfälle<br />
grundsätzlich überhaupt verhindern? Oder werden wir immer<br />
wieder mit neuen Fällen rechnen müssen?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Grundsätzlich kann<br />
man Entführungen nicht verhindern. Allerdings kann man mit<br />
aufwändigen Sicherheitsmaßnahmen dafür sorgen, dass<br />
das Risiko einer Entführung erheblich gesenkt wird. Es steht<br />
fest, dass Leute im Irak, die von einer professionellen Sicherheitsberatungsfirma<br />
begleitet werden, eher nicht entführt werden als diejenigen,<br />
die sich auf den vermeintlichen Schutz von Regierungsstellen bzw.<br />
Auftraggebern verlassen.
</p>
<p>
<span class="fett">xy:</span> Wie groß ist die Akzeptanz<br />
ihrer Firma unter den Einheimischen? Wie ist die Einstellung ihren<br />
Mitarbeitern gegenüber?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Wie immer in solchen<br />
Fällen wohlwollend bis ablehnend, es kommt immer darauf an,<br />
wen Sie fragen. Wenn Sie einen Aufständischen fragen wird er<br />
immer eine andere Meinung haben als die große Mehrheit der<br />
irakischen Bürger, die uns als einen Teil des Wiederaufbauprozesses<br />
des Landes betrachten.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Ich habe den Eindruck, dass<br />
wir die Entführungsfälle von Irakern durch Iraker &#8211; die<br />
es ja wohl zahlreich gibt &#8211; hier nicht wahrnehmen. Ist das so?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Dies ist absolut richtig,<br />
was Sie sagen. Wir rechnen mit über 100 Entführungen pro<br />
Monat dieser Art. Es handelt sich hierbei um Entführungen,<br />
um alte Rechnungen zu begleichen, Schulden einzutreiben oder sonstige<br />
Differenzen zu klären, die auf dem Rechtsweg derzeit nicht<br />
möglich sind. Diese Entführungsfälle werden so gut<br />
wie nicht im europäischen Ausland beachtet und haben dazu geführt,<br />
dass hochqualifizierte irakische Ärzte, Professoren und sonstige<br />
Führungskräfte auf Grund dieser Entführungen das<br />
Land verlassen haben und nach Amman in Jordanien geflüchtet<br />
sind.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Wie beurteilen Sie diese Tatsache<br />
für die Entwicklung des Irak?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Sie ist in hohem Maße<br />
schädlich und wirft den Wiederaufbauprozess stark zurück.<br />
Vor allem das Gesundheitswesen leidet sehr stark unter dieser Flucht<br />
aus dem Irak.
</p>
<p>
<span class="fett">ajnabi:</span> Herr Worcester, sind Ihre eigenen<br />
Leute schon Opfer von Entführungen geworden?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Nein.
</p>
<p>
<b>nordmann:</b> Gibt es zum Beispiel im Irak eine rechtliche<br />
Beschränkung für den Schusswaffengebrauch ihrer Mitarbeiter?
</p>
<p>
<b>SecUser: </b>Inwieweit ist es Ihren Mitarbeitern gestattet,<br />
den Personenschutz im Status bewaffnet durchzuführen? Wer bestimmt<br />
im Irak, dass ausländische Privatunternehmen ihren Auftrag<br />
bewaffnet durchführen können?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Control Risks ist eine<br />
registrierte Sicherheitsberatungsfirma im Irak und wir halten uns<br />
strikt an die Gesetze des Landes.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Das heißt, Sie brauchen<br />
eine Genehmigung der irakischen Regierung um tätig zu werden?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> So ist es und diese<br />
haben wir. Unsere Leute dürfen in bestimmten Fällen bewaffneten<br />
Personenschutz durchführen im Rahmen der Gesetze des Landes.
</p>
<p>
<b>henrik: </b>Gab es schon mal Tote oder Verletzte unter<br />
den Menschen die Sie beschützen sollten?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Es gab Verletzte, aber<br />
keine unserer Kunden sind ums Leben gekommen.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Können Sie diese kritische<br />
Situation &#8211; wenn auch vielleicht anonymisiert &#8211; etwas näher<br />
schildern?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> In drei Fällen<br />
ist eines unserer Autos in die Nähe eines Bombenanschlages,<br />
welcher nicht auf uns gerichtet war, geraten. Die Panzerung hat<br />
größeren Schaden verhindert, aber Verletzungen konnten<br />
trotz der Panzerung des Autos nicht verhindert werden.
</p>
<p>
<span class="fett">Flood:</span> Die Personenschützer müssen<br />
ja selbst raus auf die Straße. Das heißt, dass ihre<br />
&#8216;Native Speakers&#8217; auch im landestypischen Aussehen wenig auffallen?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Grundsätzlich versuchen<br />
wir weder durch unser Benehmen, Kleidung oder Fortbewegungsmittel<br />
aufzufallen.
</p>
<p>
<span class="fett">Loewe:</span> Woher stammen die feindlichen<br />
Kämpfer im Irak, soweit Sie dies beurteilen können? Was<br />
sind ihre Motivationen?
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Wer sind also diejenigen,<br />
die ihre Kunden bedrohen &#8211; Kriminelle oder überwiegend Iraker<br />
oder Ausländer, die gegen die Besatzer kämpfen?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Die Bedrohung kommt<br />
von beiden dieser Gruppen, wobei die Bedrohung auf unterschiedlicher<br />
Art und Weise begegnet werden muss. Die reine<br />
kriminelle Bedrohung (Entführung für Lösegeld) ist<br />
im Vorfeld eher leichter, wenn auch schwierig zu ermitteln, da es<br />
sich hier um Kriminelle handelt, die nicht über dieselbe Disziplin<br />
und Verschwiegenheit verfügen wie die zweite Gruppe, nämlich<br />
die politisch motivierten Täter. Die politisch motivierten<br />
Täter stammen nicht nur aus dem Irak sondern aus der arabischen<br />
Welt vor allem Syrien, Jordanien und Saudi-Arabien und deren Ziel<br />
ist es, die &quot;westlichen Besatzer&quot; aus dem Land zu vertreiben.<br />
Sie sind gut organisiert, haben eine Zellenstruktur und hohe Sicherheitsmaßnahmen<br />
getroffen.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Zu den beiden entführten<br />
Deutschen:
</p>
<p>
<span class="fett">louise:</span> Waren Ihrer Meinung nach die<br />
beiden Entführungsopfer nicht ausreichend geschützt?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Im Nachhinein sind wir<br />
alle klüger. Ohne genau zu wissen, inwieweit der Auftraggeber<br />
gesorgt hat, kann diese Frage nicht beantwortet werden.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Hätten Sie einen Auftrag<br />
für die beiden Ingenieure angekommen, die nach Baidschi reisten?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Ja. Nach sorgfältiger<br />
Prüfung und wenn der Auftraggeber mit unseren Vorkehrungen<br />
einverstanden gewesen wäre, dann hätten wir den Auftrag<br />
sicher übernommen. Aber nur zu unseren Konditionen.
</p>
<p>
<b>martoss:</b> Die beiden Deutschen sind ja anscheinend<br />
auf dem Werksgelände entführt worden, also dort wo sie<br />
sich haben aufhalten müssen. Was kann man da zum Schutz für<br />
seine Kunden unternehmen?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Ob die beiden auf dem<br />
Werksgelände entführt worden sind oder auf dem Weg dorthin<br />
ist überhaupt nicht klar. Die goldene Regel aber lautet sich<br />
möglichst wenig zu bewegen und möglichst viel Zeit an<br />
einem Platz zu verbringen, der sicher geschützt ist. In diesem<br />
Falle ist das Werksgelände wohl der sicherste Ort gewesen,<br />
wenn er denn richtig geschützt war.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Die beiden waren in einer<br />
Wohnunterkunft untergebracht, die &#8211; so heißt es &#8211; relativ<br />
leicht &quot;ausspähbar&quot; war. Wie bewerten Sie das?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Eher unsicher.
</p>
<p>
<b>nico-ma: </b>Wäre so ein Auftrag für ein<br />
mittelständisches Unternehmen finanzierbar?
</p>
<p>
<b>janeblonda: </b>Verraten Sie uns, wie viel Ihre Kunden<br />
bei Ihnen für einen Auftrag mindestens bezahlen müssen?<br />
Was kostet eine Stunde Sicherheit im Irak?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Sicherheit ist nicht<br />
käuflich, wohl aber Risikominimierung. Es gibt keine Preisliste,<br />
sondern jeder Auftrag unterscheidet sich von jedem anderen. Die<br />
wichtigsten Parameter sind: Location, Dauer des Aufenthaltes, Anzahl<br />
der zu schützenden Personen. Im Schnitt kommen wir auf Tagessätze<br />
für die Betreuung von zwischen 6000 und 9000 Euro.
</p>
<p>
<b>Marcel:</b> Ich habe gehört, dass es nach einem<br />
Bericht des TV Senders Arte ca.15000 private Sicherheitskräfte<br />
im Irak gibt, die für ausländische Unternehmen arbeiten.<br />
Sind die Zahlen ihrer Ansicht nach repräsentativ?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Wenn man sämtliche<br />
Sicherheitskräfte einbezieht, also auch lokale Kräfte,<br />
die für statischen Schutz sorgen (also klassische Wachgesellschaften)<br />
so kann diese Zahl durchaus stimmen. Wir haben etwa 400 Leute vor<br />
Ort und gehören zu den Größeren der Branche.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Wie wichtig ist in Ihrer Branche<br />
der &quot;gute Ruf&quot;?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Der gute Ruf ist enorm<br />
wichtig, wobei guter Ruf nicht nur bedeutet, erfolgreich zu sein,<br />
sprich optimalen Schutz zu gewährleisten, sondern dies auch<br />
in einer Art und Weise zu praktizieren, die ethisch und verantwortungsbewusst<br />
ist.
</p>
<p>
<b>Marder05:</b> Wie bewerten Sie, dass Privatfirmen<br />
Soldaten vermieten, die dann von den USA in Kriegsgebieten (z.B.<br />
Irak) angeheuert werden?
</p>
<p>
<b>behemoth: </b>Wie stehen private Sicherheitsanbieter<br />
zu dem Umstand, dass Staaten (USA im Irak) private Firmen engagieren,<br />
um die eigenen Kosten (=Menschenleben) zu senken und die tatsächlichen<br />
Verluste zu vertuschen?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Zunächst muss man<br />
feststellen, dass der rapide Zuwachs von privaten Sicherheitskräften<br />
in Krisengebieten wie Irak oder Afghanistan viel damit zu tun hat,<br />
dass es schlichtweg entweder nicht genügend Soldaten gibt,<br />
die vor Ort diese Aufgaben übernehmen können oder dass<br />
die Soldarten nicht über die Kenntnisse verfügen, die<br />
in diesen Gebieten notwendig sind. Im Irak oder auch Afghanistan<br />
sind die Regierungen als auch die Vor-Ort-Armeen nicht in der Lage,<br />
das Land zu befrieden und gleichzeitig für adäquaten Personenschutz<br />
oder Gebäudeschutz zu sorgen. Aus diesem Grunde ist auch eine<br />
Verlagerung in Richtung privater Dienstleister erfolgt. Man muss<br />
auch hier ganz klar zwischen privaten Militärfirmen und privaten<br />
Sicherheitsfirmen unterscheiden. Ich spreche hier für die privaten<br />
Sicherheitsfirmen, die den Auftrag haben, ihre Auftraggeber zu schützen<br />
bzw. die Risiken zu minimieren. Die privaten militärischen<br />
Firmen hingegen verfolgen eher eine offensivere Strategie und arbeiten<br />
eng mit den Militärs zusammen. Man sollte diesen beiden Unternehmenstypen<br />
auf keinen Fall miteinander verwechseln, was offensichtlich dem<br />
Fragesteller unterlaufen ist.
</p>
<p>
<span class="fett">Profl:</span> Kam es schon zu Konflikten mit<br />
den Besatzungsmächten?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Es kommt immer wieder<br />
in stressigen Situationen zu Schwierigkeiten, die aber immer gelöst<br />
werden können. In einer Situation, in der man sehr schnell<br />
entscheiden muss, kann es zu Missverständnissen kommen. Hier<br />
ist die Professionalität gefragt, ebenso schnell die Missverständnisse<br />
zu lösen.
</p>
<p>
<b>Christian Rolke: </b>Sicherlich, dass die Gefahren<br />
im Irak am höchsten sind, wie aber schätzen Sie die Gefahren<br />
in den Umliegenden Ländern ein, Kuwait, Bahrain U.A.E.?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Sie haben völlig<br />
Recht, die Sicherheitslage im Irak ist außerordentlich schwierig.<br />
Wobei man auch hier im Irak zwischen dem Norden, der Mitte und dem<br />
Süden klare Unterschiede machen muss. Das berüchtigte<br />
sunnitische Dreieck gehört wohl zu den gefährlichsten<br />
Gebieten der Erde. Zumindest wenn es um Personensicherheit geht.<br />
Die Sicherheit im Norden als auch teilweise im Süden entspricht<br />
in etwa der Gefahr in Teilen Saudi Arabiens oder dem Jemen. Um aber<br />
die Risiken in anderen Ländern nicht zu vernachlässigen:<br />
Es herrschen in Teilen Afghanistans ähnliche Risiken wie im<br />
Irak aber auch in Zentralafrika und in Teilen Nigerias sowie Kolumbien<br />
haben wir ähnliche Sicherheitsrisiken.
</p>
<p>
<b>SecUser:</b> Inwieweit arbeiten Sie mit den Sicherheitsbehörden<br />
in Deutschland zusammen? Zum Beispiel mit den Nachrichtendiensten<br />
in Bezug auf Gefährdungen Ihrer Schutzperson, die evtl. bei<br />
den Sicherheitsbehörden bekannt sind? Gibt es einen Informationsaustausch<br />
mit BND, MAD usw.?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Wir sprechen mit all<br />
jenen, die mit uns sprechen wollen.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderator:</span> Und schön, dass auch<br />
ein Berliner dabei ist:
</p>
<p>
<b>Wurstmaxe:</b> Sind Sie persönlich denn auch<br />
schon in Krisenherden gewesen?
</p>
<p>
<span class="fett">Maxim Worcester:</span> Ja.
</p>
<p><span class="fett">Moderator:</span> Unsere 60 Minuten Tagesschau-Chat<br />
sind vorbei. Vielen Dank für Ihr Interesse und vielen Dank<br />
an Sie, Herr Worcester, dass Sie ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen<br />
sind. Für alle die zu spät in den Chat gefunden haben:<br />
Das Chat-Protokoll finden Sie wie immer zum Nachlesen auf tagesschau.de<br />
und politik-digital.de. Der nächste Chat ist am kommenden Montag,<br />
dann stellt sich ab dreizehn Uhr die Grünen-Fraktionsvorsitzende<br />
Katrin Göring-Eckhardt Ihren<br />
Fragen. tagesschau.de und politik-digital.de wünschen noch<br />
einen angenehmen Tag!</p>
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