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	<title>Mechthild Dyckmans &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Mechthild Dyckmans &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Der mühsame Kampf gegen die Abhängigkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Wilke]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Oct 2012 18:09:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[PINTA-Studie]]></category>
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					<description><![CDATA[Über eine halbe Million Deutsche sind dem Internet verfallen. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie im Auftrag der Bundesregierung. Im [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/der-muehsame-kampf-gegen-die-abhaengigkeit/hiki-1/" rel="attachment wp-att-121892"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-121892 alignnone" alt="Aus dem Anime &quot;Welcome to the NHK&quot;" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/hiki-1.jpg" width="630" height="331" /></a>Über eine halbe Million Deutsche sind dem Internet verfallen. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie im Auftrag der Bundesregierung. Im Kampf gegen die Onlinesucht hat Deutschland Nachholbedarf. An der Schwelle zwischen Gewohnheit und Krankheit sind die Möglichkeiten noch längst nicht ausgeschöpft.</p>
<p>Nahezu täglich benutzen die Deutschen ihren Computer. Ob beruflich oder privat, das Medium Internet ist dabei seit langem nicht mehr wegzudenken. Allerdings sind darunter etwa 560.000 Menschen, die ihren Internetkonsum nicht mehr eigenständig steuern können und deshalb als mediensüchtig gelten. Laut der von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung in Auftrag gegebenen und vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geförderten Studie aus dem Jahr 2011 „Prävalenz der Internetabhängigkeit“ (<a href="http://www.drogenbeauftragte.de/fileadmin/dateien-dba/DrogenundSucht/Computerspiele_Internetsucht/Downloads/PINTA-Bericht-Endfassung_280611.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PINTA</a>) sind das etwa ein Prozent der gesamtdeutschen Bevölkerung. Die Betroffenen sind im Alter von 14 bis 64 Jahren und überwiegend männlich. Besorgniserregend ist vor allem die hohe Zahl der Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 24 Jahren. Laut der PINTA-Studie beträgt deren Anteil immerhin 250.000.</p>
<p>„Die Betroffenen flüchten in eine virtuelle Welt. Dort bekommen sie Anerkennung und Belohnung&#8221;, so fasst die Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans (FDP) die Begleiterscheinungen der Onlinesucht zusammen. Die Zahlen zeigen akuten Handlungsbedarf. Aus diesem Grund wurde auf der Jahrestagung  der Drogenbeauftragten am 9. Oktober 2012 weniger das allgemeine Suchtverhalten diskutiert und stattdessen der Schwerpunkt beim Phänomen Online- oder Internetsucht gesetzt.</p>
<h3>Was ist Onlinesucht?</h3>
<p>Der  Begriff Sucht wird inflationär benutzt. Viel zu häufig wird dabei ein oftmals schwerwiegendes Problem pauschal mit dem Begriff „Sucht“ abgetan. Doch das ist nicht nur aus rein psychologischer Sicht fahrlässig. Menschen, die unter einem ernstzunehmenden Suchtverhalten leiden, ist damit nicht geholfen. Aus diesem Grund wurden mit der Zeit angepasste Fachbegriffe eingeführt. So gelten in Fachkreisen die differenzierten Termini &#8220;Impulskontrollstörung&#8221;, &#8220;Zwangsstörung&#8221; oder &#8220;Verhaltenssucht&#8221; als nicht-substanzgebundene Abhängigkeiten. Im Alltagsgebrauch sind diese Alternativbegriffe allerdings kaum üblich. Sobald jemand auffällig viel Zeit mit Online-Spielen, sozialen Netzwerken und Ähnlichem verbringt, sind die meisten Menschen dazu geneigt, ein Suchtverhalten erkennen zu wollen.</p>
<p>Dabei vergessen sie häufig, dass der Computer und insbesondere das Internet viele etablierte Medien ersetzen. In den Zimmern vieler Jugendlicher verstauben Fernseher und Radio, sofern es diese überhaupt noch gibt. Bei analogen Brett- oder Kartenspielen ist die Situation noch extremer. Spielen, kommunizieren, Informationen sammeln, Musik hören etc. ist dank des Internet nicht nur einfacher und schneller geworden. Die Digitalisierung  ist insbesondere für die jüngere Generation längst Alltag. Zudem ist es nicht mehr zwingend notwendig, für eine Konferenz alle Teilnehmer an einen „analogen“ Tisch zu bekommen. Im Netz wird gearbeitet, gepokert, virtuelle Avatare werden durch Fantasywelten bewegt und auf Videoportalen wie YouTube werden immer mehr auch <a href="http://www.dw.de/dw/article/0,,16296301,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tägliche Fernsehsendungen</a> verfolgt.</p>
<p>Dabei ist das Problem nicht immer die Dauer der Nutzung. Erst wenn die Betroffenen das Verhältnis zur realen Welt verlieren, wird es problematisch. Am Beispiel der Onlinesucht zeigt sich, dass das Versagen eines sozialen Umfelds häufig mit einem neuen Umfeld im Internet kompensiert wird. In der neu geschaffenen Parallelwelt ist es beispielsweise möglich, unterdrückte oder unerwünschte Gefühle auszuleben und die Anerkennung zu bekommen, die sonst ausbleibt.</p>
<h3>Extremfälle „Hikikomori“ und „NEET“</h3>
<p>[youtube http://www.youtube.com/watch?v=50Y7R5zP0wc; w=630&amp;h=354]</p>
<p>Welches extreme Ausmaß Onlinesucht annehmen kann, zeigt ein Blick nach Japan. Dort ist seit einigen Jahren das Phänomen des Hikikomori bekannt: Darunter versteht man eine Person, die sich freiwillig in ihre Wohnung oder ihr Zimmer einschließt und den sozialen Kontakt auf ein absolutes Minimum reduziert. Der Begriff bezieht sich gleichermaßen auf das Phänomen als auch auf die Person. Schätzungen gehen davon aus, dass ca. ein Prozent (1,3 Mio. Einwohner) der japanischen Bevölkerung betroffen ist. Der in Japan vorherrschende Bildungsdruck, die damit verbundene Situation auf dem Arbeitsmarkt und oftmals schwierige Familienverhältnisse können dazu führen, dass sich insbesondere junge Erwachsene zurückziehen. Der Rückzug beginnt zunächst schleichend. Der Verlust von Freunden, sozialen Kontakten und Lebensfreude geht einher mit zunehmender Unsicherheit im Umgang mit Menschen. Als einer der häufigsten Gründe, aus dem das Dasein als Hikikomori nicht beendet wird, gilt neben dem gesicherten finanziellen Einkommen das Vorhandensein eines Internetzugangs. In einigen Fällen dient die suchtartige Nutzung eines Online-Spiels oder der Online-Kommunikation als einziger Kontakt zu einer anderen Welt.</p>
<p>Wenn keinerlei Maßnahmen mehr ergriffen werden, einem geregelten Leben nachzugehen, spricht man von  <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/NEET" target="_blank" rel="noopener noreferrer">NEET</a> (Not in Education, Employment or Training) als Extremfall der Onlinesucht. Mittlerweile hat sich dieser Begriff in verschiedenen Sprachen etabliert. Ernsthaft thematisiert und erforscht wird er aber hauptsächlich in Japan.</p>
<h3>Internetsucht oder Depression?</h3>
<p>Wohl aus Ermangelung eines einheitlichen Begriffs ist das Phänomen der „Internetsucht“ wissenschaftlich höchst umstritten. Während einige Psychologen die vermehrte Internetnutzung eher als den Nebeneffekt einer Depression ansehen, meinen andere, es handele sich dabei um eine eigenständige Krankheit. Problematisch ist auch die Einstellung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), denn die sieht eine Internetabhängigkeit nicht als Verhaltensstörung an. Das Fehlen einer gemeingültigen Definition führt jedoch dazu, dass Ärzte und Krankenkassen in Deutschland auf Umwegen behandeln müssen. So wird bei den Betroffenen eine Depression oder Ähnliches diagnostiziert, um sie überhaupt therapieren zu können. In einigen wenigen speziellen Ambulanzen, so in denen der Universitätskliniken Mainz und Bochum, werden in Deutschland Computerspiel- sowie Internetsucht behandelt. Dabei bedürfte es in Anbetracht der immer häufiger auftretenden Fälle wesentlich mehr Einrichtungen dieser Art.</p>
<p>Auf ihrer Jahrestagung versicherte die Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans, dass sie sich des Themas verstärkt annehmen will: „Die Computerspiel- und Internetsucht wird im nächsten Jahr ein Schwerpunkt meiner Arbeit sein“, versprach sie. Dyckmans will sich dafür einsetzen, dass die Behandlung von Computerspiel- und Internetsüchtigen weiter verbessert wird, indem z. B. „standardisierte Diagnose- und Behandlungsleitlinien“ entwickelt werden. Dazu zählt auch die Frage, wie die Suchtgefährdung in die Altersbewertung von Computerspielen aufgenommen wird.</p>
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		<title>&#034;Keine Drogenkontrollen an Schulen&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 16:02:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Drogen]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Live-Chat hat die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, am 20.01.2010 Fragen rund um das Debattenthema „Sollen in der Schule regelmäßig Drogenkontrollen stattfinden?“ beantwortet. Der Chat fand im Rahmen des Wettbewerbs Jugend Debattiert statt. Die jugendlichen Chatter debattierten mit der Bundestagsabgeordneten u.a. über die Legalisierung von Cannabis und die unterschätzten Gefahren von Alkohol und Nikotin.
<p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Live-Chat hat die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, am 20.01.2010 Fragen rund um das Debattenthema „Sollen in der Schule regelmäßig Drogenkontrollen stattfinden?“ beantwortet. Der Chat fand im Rahmen des Wettbewerbs Jugend Debattiert statt. Die jugendlichen Chatter debattierten mit der Bundestagsabgeordneten u.a. über die Legalisierung von Cannabis und die unterschätzten Gefahren von Alkohol und Nikotin.<br />
<!--break--><br />
<b>Moderator: </b>So, unser Gast Mechthild Dyckmans ist nun eingetroffen. Wie sieht es aus, Frau Dyckmans, können wir starten?<br />
<b>Mechthild Dyckmans:</b> Ja, gerne!<br />
<b>Liberaler: </b>Was sollen Drogenkontrollen an Schulen denn bringen? Welche Konsequenzen würden Sie denn bei positivem Ergebnis fordern?<br />
<b>Mechthild Dyckmans:</b> Ich glaube, dass wir Drogenkontrollen an Schulen grundsätzlich gar nicht brauchen. Dazu kommt, dass es auch rechtlich schwierig ist, überhaupt Drogenkontrollen an Schulen durchzuführen. Es kann nämlich nicht ein Lehrer, weil er etwa einen Verdacht hat, nun einfach Schüler kontrollieren, abtasten und nach Drogen durchsuchen. Das ist bei uns gar nicht zulässig. Natürlich sollen Lehrer darauf achten, dass an Schulen nicht gedealt wird, sie sollen auch gegebenenfalls Eltern darüber informieren, wenn sie den Verdacht haben, dass Schüler Drogen konsumieren.<br />
<b>Moderator:</b> Was wäre denn, wenn alle Eltern regelmäßigen Drogenkontrollen zustimmen?<br />
<b>Mechthild Dyckmans:</b> An Privatschulen können Drogentests, wenn die Eltern damit einverstanden sind, durchgeführt werden. An öffentlichen Schulen hat das Kultusministerium es in der Hand, gegebenenfalls Kontrollen vorzuschreiben. Dies muss dann aber in Zusammenarbeit mit der Polizei geschehen.<br />
<b>Mona81: </b>Kontrollen bekämpfen ausschließlich die Folgen, nicht aber die Ursachen für Drogenkonsum. Sind neben den Kontrollen auch bessere Präventionsangebote geplant?<br />
<b>Mechthild Dyckmans: </b>Damit sprechen Sie einen ganz wichtigen Punkt an. Wir müssen die Prävention stärken, das heißt, wir müssen die Jugendlichen über die Gefahren des Drogenkonsums aufklären. Wir müssen in Elternabenden die Eltern für das Thema sensibilisieren, das ist an erster Stelle wichtig.<br />
<b>JohannesB.: </b>Ist die Schule überhaupt der richtige Platz, um mit Kontrollen etwas gegen Drogen zu tun?<br />
<b>Mechthild Dyckmans:</b> Wenn in Schulen mit Drogen gehandelt wird, ist auch die Schule der richtige Platz für entsprechende Kontrollen. Aber wie gesagt, solche Kontrollen dürfte nur die Polizei vornehmen.<br />
<b>SMV2010:</b> Werden Lehrer über auffällig gewordene Schüler informiert? Wenn ja, denken Sie nicht, dass das &#8211; bewusst oder unbewusst &#8211; zu einer schlechteren Beurteilung der Schüler führt, die mit Drogen erwischt wurden?<br />
<b>Mechthild Dyckmans:</b> Also falls es Kontrollen gäbe, was ich ja verneine, sollten Lehrer nur in soweit informiert werden, dass sie dem Schüler Hilfestellung geben könnten, also dass sie erkennen könnten, warum jemand nicht aufmerksam im Unterricht ist, um mit dem Schüler das Problem zu diskutieren. Ganz wichtig ist aber, dass die Leistung des Schülers nicht aufgrund des festgestellten Drogenkonsums schlechter bewertet wird.<br />
<b>Moderator: </b>Frau Dyckmans hat Kontrollen an öffentlichen Schulen ja bereits ausgeschlossen, dennoch eine hypothetische Frage:<br />
<b>heinerbrand:</b> Viele &#8220;kiffen&#8221; halt in Ihrer Jugend, aber schaden dabei niemandem. Durch mehr Kontrollen kriminalisiert man sie allerdings und verbaut ihnen evtl. durch Vorstrafen das ganze Leben, während andere wegen übermäßigem Alkoholkonsum mildernde Umstände bei Körperverletzungsdelikten zugeschrieben bekommen. Finden Sie das verhältnismäßig?<br />
<b>Mechthild Dyckmans: </b>Diejenigen die kiffen, schaden sich selber, denn Cannabis-Konsum ist eben nicht ungefährlich. Natürlich muss man auch sehen, dass übermäßiger Alkohol-Konsum ebenfalls zu großen Schäden führt, zum Teil auch Schäden bei Dritten. Aber auch Kiffen in Verbindung mit Autofahren kann ebenfalls Schäden bei Dritten verursachen. Außerdem wird der Eigenkonsum von Cannabis in geringen Mengen zwar zunächst strafrechtlich verfolgt, allerdings wird das Verfahren in der Regel durch den Staatsanwalt eingestellt.<br />
<b>Jeff:</b> Ich bin auf einer Privatschule. Kann ich verhindern, &#8220;routinekontrolliert&#8221; zu werden?<br />
<b>Mechthild Dyckmans: </b>Das kommt darauf an, welche Regelungen die Privatschule in ihrer Schulordnung hat. Dadurch dass Sie in einer Privatschule sind, haben Sie sich diesen Regeln unterworfen und können daher etwaige Kontrollen auch nicht verhindern.<br />
<b>Maike:</b> Hier geht es ja viel um Cannabis &#8211; ist Ihrer Erfahrung nach nicht Alkohol das größere Problem an Schulen?<br />
<b>Mechthild Dyckmans:</b> Es gibt insgesamt drei große Problemkreise: Tabak, Alkohol und Cannabis. Alle drei sind sehr problematisch und die Lehrer sind angehalten, zu versuchen, die Schulen Tabak-, Alkohol-, und Cannabisfrei zu halten.<br />
<b>Flow: </b>Wäre es nicht sinnvoller mehr Schulsozialarbeiter / Psychologen an die Schulen zu schicken als Ansprechpersonen für die Jugendlichen, anstatt Verbote / Kontrollen durchzuführen?<br />
<b>Mechthild Dyckmans: </b>Da stimme ich Ihnen zu. Wir brauchen mehr Sozialarbeiter an den Schulen, die dafür sorgen, dass den Schülern die Gesundheitsgefahren von Suchtmitteln bewusst werden. Weitere Verbote nützen nichts, insbesondere wenn sie nicht eingehalten werden oder eingehalten werden können.<br />
<b>Lena:</b> Was wären eigentlich die Konsequenzen, die ein Schüler zu fürchten hätte, wenn er mit Drogen in einer Kontrolle erwischt wird?<br />
<b>Mechthild Dyckmans: </b>Also bei Privatschulen, die zum Teil entsprechende Kontrollen durchführen, weiß ich, dass mit einem Schulverweis gerechnet werden muss.<br />
<b>Marvin: </b>Was würden Drogenkontrollen an der Schule bringen &#8211; wie würden Sie die Freiheitseinschränkungen gegen den Schutz vor Drogen abwägen?<br />
<b>Mechthild Dyckmans:</b> Wenn etwas illegales geschieht, muss man auch mit Freiheitseinschränkungen rechnen. Das heißt, wenn in Schulen gedealt wird, muss die Polizei gegebenenfalls Kontrollen durchführen, und diese Kontrollen schränken die Freiheit im Einzelfall ein. Das ist aber bei strafrechtlichem Verhalten zu Recht der Fall.<br />
<b>Peacem4k3r:</b> Ich finde, dass Drogenkontrollen an Schulen eine gute Idee sind, denn meist wird auf den Schulgelände &#8216;gekifft&#8217; und die Lehrer unternehmen nichts.<br />
<b>Mechthild Dyckmans:</b> Lehrer sind qua ihrer Position verpflichtet, einzugreifen. Wenn sie dies nicht tun, verletzen sie ihre Dienstpflicht und verstoßen gegen entsprechende Regelungen in den Bundesländern.<br />
<b>MarkusG: </b>Wie sollte ich reagieren, wenn ich bei einem Mitschüler sehr oft eine deutliche Alkoholisierung im Unterricht feststelle, vor allem bei Minderjährigen?<br />
<b>Mechthild Dyckmans:</b> Ich würde Ihnen raten, den Schüler anzusprechen und versuchen, das Problem zu erkennen. Wenn er nicht ansprechbar ist und sich nicht helfen lassen will, würde ich im Wiederholungsfall mit dem Vertrauenslehrer der Schule das Problem besprechen.<br />
<b>Moderator:</b> Bei unserem Chat konnte man auch schon vorab Fragen stellen und über diese abstimmen. Diese interessierte besonders viele Chatterinnen und Chatter:<br />
<b>Adrian314: </b>Auf Abgeordnetenwatch schreiben Sie, Frau Dyckmans, dass es für Cannabis keine Unbedenklichkeitsbescheinigung gibt und dass Sie aus diesem Grund gegen eine Legalisierung bzw. Entkriminalisierung sind. Nun frage ich, gibt es für Alkohol oder Nikotin eine &#8220;Unbedenklichkeitsbescheinigung&#8221;? Falls Ja, mit welcher Begründung? MfG Adrian.<br />
<b>Mechthild Dyckmans:</b> Auch für Alkohol und Nikotin gibt es keine Unbedenklichkeitsbescheinigung. Nikotin und exzessiver Alkoholgenuss sind ebenfalls gesundheitsschädlich.<br />
<b>Armin:</b> Liegt es nicht in Ihrem Interesse etwas gegen die aktuell bekannten Vorfälle von &#8220;gestreckten weichen Drogen&#8221; zu unternehmen, um den Jugendschutz sowie dem Schutz der Allgemeinheit abzusichern? Wie stehen Sie zum Konzept: &#8220;Staatlich kontrollierte Abgaben&#8221;?<br />
<b>Mechthild Dyckmans:</b> Ich rate jedem überhaupt keine Drogen zu konsumieren. Die gestreckten und verunreinigten Stoffe bergen eine erhöhte Gesundheitsgefahr. Ich kann daher nur von dem Konsum abraten. Eine staatlich kontrollierte Abgabe, das heißt eine Legalisierung von Cannabis kommt für mich nicht in Frage.<br />
<b>Moderator:</b> Zwei Nachfragen zu Adrian314:<br />
<b>daniel_V:</b> Wieso sind Alkohol und Nikotin dann legal und Cannabis nicht?<br />
<b>DHMO:</b> Was spricht dann in diesem Zusammenhang gegen eine &#8220;Entkriminalisierung bzw. Legalisierung&#8221; von Cannabis?<br />
<b>Mechthild Dyckmans:</b> Ich habe ja schon erklärt, dass alle drei Suchtstoffe gefährlich sind. Deshalb macht es keinen Sinn, einen weiteren Suchtstoff, nämlich Cannabis zu legalisieren.<br />
<b>florian:</b> Was wäre denn, außer Drogenkontrollen, ein wirkliche wirksamer Weg den Drogenkonsum von Jugendlichen zu bekämpfen?<br />
<b>Mechthild Dyckmans:</b> Wichtig ist eine stetige Aufklärung hinsichtlich der Gesundheitsgefahren des Drogenkonsums. Hier sind sowohl die Eltern, als auch die Schule in der Pflicht. Wir müssen daher noch bessere Möglichkeiten finden, um Schülerinnen und Schüler wirklich davon zu überzeugen, dass es richtig ist, gar nicht erst mit dem Drogenkonsum zu beginnen.<br />
<b>Debatte:</b> Welche Methoden können an Privatschulen bei einer Drogenkontrolle durchgeführt werden?<br />
<b>Mechthild Dyckmans: </b>Das kommt auch wieder darauf an, was die Schule in ihren Regeln vorgesehen hat. Es gibt die Durchsuchung, Urintests, Wischtests. Schwieriger wird es mit Haartests. Ich weiß im Moment nicht, ob letzterer Test an Privatschulen tatsächlich durchgeführt wird.<br />
<b>Jeff: </b>Nachfrage: Ich habe mir, genau wie meine Mitschüler, doch nicht ausgesucht, auf eine Privatschule zu gehen. Warum haben die staatlichen Schüler manche Rechte und wir nicht? Können wir da was machen?<br />
<b>Mechthild Dyckmans: </b>Ihre Eltern, die die Erziehungsgewalt über Sie haben, haben für Sie entschieden, dass Sie auf eine Privatschule gehen. Damit haben Ihre Eltern für Sie in die entsprechenden Schulregeln eingewilligt. Sollten Sie schon volljährig sein, können Sie selbst entscheiden, auf welche Schule Sie gehen wollen.<br />
<b>Moderator:</b> Frau Dyckmans hat leider einen kurzfristigen Anschlusstermin. Wir sind also leider schon kurz vor Ende dieses Chats:<br />
<b>Veronika: </b>Liebe Frau Dyckmans, in Gemeinschaftskunde waren wir uns einig, dass es für eine Drogenbeauftragte wichtig ist, persönliche Erfahrungen mit jenen suchtgefährdenden Substanzen gemacht zu haben, um die Sachverhalte richtig einzuschätzen. Wie denken Sie darüber und haben Sie Referenzen?<br />
<b>Mechthild Dyckmans:</b> Ich glaube nicht, dass ich wirklich Drogenerfahrungen haben muss, um als Drogenbeauftragte die Politik der Regierung nach außen vertreten zu können. Ich muss auch nicht einen Menschen getötet haben, um als Richterin einen Totschläger verurteilen zu können. Sie dürfen aber sicher sein, dass ich mich ganz intensiv mit der Problematik aufgrund von wissenschaftlichen Untersuchungen auseinandersetze und versuche, mich in die Situation der Betroffenen einzudenken. Was die Alkoholproblematik betrifft, habe ich dies in meinem unmittelbaren Umfeld erlebt, und kann daher durchaus etwas zu den Schwierigkeiten von Alkoholentzug und den Problemen der betroffenen Familien und Angehörigen sagen.<br />
<b>Moderator:</b> Das waren 40 Minuten Internet-Live-Chat auf jugenddebattiert.debatte-digital.de. Vielen Dank an unsere Chatterinnen und Chatter für die rege Beteiligung und ein ganz besonderer Dank an Mechthild Dyckmans für die Antworten. Das Transkript dieser Debatte gibt es in Kürze auf jugenddebattiert.debatte-digital.de zum Nachlesen. Das Chatteam wünscht allen Beteiligten noch einen schönen Abend!</p>
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