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	<title>Medien &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Zwischen medialen Mythen und Gender Bias – ADHS jenseits der Klischees</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Noomi Lucia Blumenberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Aug 2025 14:07:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p><span class="TextRun SCXW126752907 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW126752907 BCX8">ADHS wird nach wie vor überwiegend mit Jungen und Männern in Verbindung gebracht. Bei Mädchen und Frauen bleibt die Störung deshalb oft unerkannt oder wird fehldiagnostiziert – eine Wahrnehmung, die auch durch mediale Darstellung</span><span class="NormalTextRun SCXW126752907 BCX8">en</span><span class="NormalTextRun SCXW126752907 BCX8"> begünstigt wird.</span></span><span class="EOP SCXW126752907 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW254355215 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW254355215 BCX8">Da steht es nun, schwarz auf weiß: Aufmer</span><span class="NormalTextRun SCXW254355215 BCX8">k</span><span class="NormalTextRun SCXW254355215 BCX8">samkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Und ich bin vor allem eins: erstaunt. Ein paar Monate zuvor wurde mir der Verdacht von einer behandelnden Psychologin mitgeteilt. Auch das, zu meiner Überraschung. Ich hatte es einige Zeit vorher selbst vermutet und sogar einen Termin bei einem Psychiater gefunden. Dieser sprach fünfzehn Minuten mit mir, sah sich meine Grundschulzeugnisse an und konkludierte schließlich: es könne keine ADHS vorliegen, es scheine ich sei in der Schule konzentriert gewesen. Ich verließ die Praxis eingeschüchtert und beschloss mir keine Gedanken mehr darüber zu machen.</span></span><span class="EOP SCXW254355215 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW53393461 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8">Bei meiner zweiten Diagnostik teilte man mir mit, dass Mädchen</span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8"> und Frauen</span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8"> mit ADHS unter anderem oft nicht diagnostiziert werden, weil sie weniger negativ auffallen</span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8">, z.B. in der Schule.</span> <span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8">Das war ein Augenöffner. </span><span class="NormalTextRun CommentStart SCXW53393461 BCX8">Trotzdem relativierte ich während </span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8">de</span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8">r Anamnese</span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8"> sämtliche </span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8">meiner</span> <span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8">Aussagen und Selbstbeschreibungen und verließ den Raum unsicher.</span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8"> Als ich den Befund in der Hand hielt, konnte ich es nicht glauben. Als ich es meinen Freund*innen erzählte, konnte ich es noch immer nicht glauben. Ich </span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8">glaubte und verstand es erst,</span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8"> als ich begann </span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8">die Geschichte der Diagnose zu recherchieren und </span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8">die Berichterstattung zu </span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8">analysier</span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8">en</span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8"> und feststellte, wie eingeschränkt der mediale, gesellschaftliche und medizinische Blick auf ADHS lange war und noch immer ist.</span></span><span class="EOP SCXW53393461 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="fontsize-213217" ><span><strong><span class="TextRun SCXW75016895 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW75016895 BCX8">Stereotypen und Gender Bias</span></span><span class="EOP SCXW75016895 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></strong></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p><span data-contrast="auto">Wie die meisten Menschen, bin ich mit einem sehr stereotypen Bild von ADHS aufgewachsen. Bereits in meiner Kindheit festigte sich das Bild vom im Unterricht störenden Jungen, der nicht stillsitzen kann, Lehrer*innen gegenüber frech oder sogar aggressiv ist und deswegen wahrscheinlich mindestens eine Klassenstufe wiederholen muss. Im Gegensatz zu diesen Stereotypen kann ADHS sehr unterschiedlich aussehen. Die Symptome müssen bereits im Kindesalter präsent sein, in mehreren Lebensbereichen auftreten und die Betroffenen im Alltag einschränken. Sie dürfen ebenfalls durch kein anderes Krankheitsbild erklärt werden. Hohe Impulsivität bzw. geringe Impulskontrolle, geminderte Aufmerksamkeit, aber starke Schübe von Hyperfokus bei Themen und/oder Aktivitäten, die von persönlichem Interesse sind, motorische Hyperaktivität &amp; exekutive Dysfunktion, welche sich z.B. in Schwierigkeiten mit (Selbst-)Organisation oder Prokrastination zeigen können – doch das sind klinische Beschreibungen. Die Erfahrung von ADHS beschreiben Betroffene oft als einen konstanten Chaos im Kopf oder eine immerwährende Unruhe.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Der Grund für die teils zwar wahren, aber irreführenden Stereotypen und den damit einhergehenden, fehlenden Diagnosen bei Mädchen und Frauen liegt unter anderem in der Historie von ADHS.</span></p>
<p><span data-contrast="auto">Wissenschaftler*innen gingen lange davon aus, dass ADHS eine Störung ist, die nur im Kindesalter vorliegt und sich auswächst. Sie ist daher erst seit 1992 mit der damals aktuellen Version der </span><i><span data-contrast="auto">International Classification of Diseases</span></i><span data-contrast="auto"> (ICD 10) bei Erwachsenen diagnostizierbar. Gegenstand der Forschung waren bis in die achtziger Jahre Kinder, und vor allem Jungen. Die Geschichte der Ausgrenzung von Frauen aus der medizinischen und psychiatrischen Forschung ist auch </span><a href="https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Frauen-in-der-Medizin-Darum-werden-sie-haeufig-benachteiligt-,medizin284.html"><span data-contrast="none">heutzutage</span></a><span data-contrast="auto"> ein großes Problem. Patriarchale Sozialisation und geschlechtsbezogene Vorurteile wie Erwartungen </span><i><span data-contrast="auto">(Gender Bias)</span></i><span data-contrast="auto"> verändern sowohl die Präsentation als auch die Wahrnehmung von ADHS-Symptomen bei Mädchen und Frauen: sie internalisieren ihre Unruhe eher, sind besser in der Lage Verhalten zu kaschieren oder zu maskieren – sich sozial anzupassen. Sie neigen zu Höflichkeit und Zurückhaltung und behalten Probleme eher für sich. Die Erfahrung von der Norm abzuweichen wird schambehaftet, der Selbstwert leidet. Natürlich wird diese Erfahrung nicht nur von Frauen und Mädchen gemacht, generell hat ADHS eine hohe </span><a href="https://adhs-deutschland.de/begleitstoerungen/die-begleiterkrankungen-bei-adhs-assoziierte-stoerungen-oder-komorbiditaeten"><span data-contrast="none">Komorbidität</span></a><span data-contrast="auto"> mit psychischen, wie physischen Krankheiten und Störungen. Kinder mit ADHS haben in bis zu 30% der Fälle eine Rechen- oder Leserechtschreibschwäche. Bis zu 50% der Erwachsenen mit ADHS leiden im Laufe ihres Lebens unter einer Depression oder einer Angststörung, auch Bluthochdruck ist dreimal so häufig. Das Stereotyp, nur Jungen oder Männer seien betroffen, teilt sich ADHS mit der Autismus-Spektrum Störung. Und nicht nur das, die beiden Diagnosen konnten bis 2013 nicht simultan gestellt werden, da man davon ausging, sie würden einander ausschließen. Mittlerweile ist dies widerlegt und Studien vermuten, dass die beiden eine </span><a href="https://www.medicalnewstoday.com/articles/audhd#overview"><span data-contrast="none">hohe Komorbidität</span></a><span data-contrast="auto"> aufweisen können.</span><br />
<span data-contrast="auto">Ob anerzogenes Verhalten, gesellschaftliche Erwartungen oder Komorbiditäten, meistens wird </span><span data-contrast="auto">eine</span><span data-contrast="auto"> ADHS als zugrunde liegende Problematik nicht erkannt, </span><a href="https://www.focus-gesundheit.de/magazin/gender-health-gap-adhs-wird-bei-frauen-oft-uebersehen"><span data-contrast="none">insbesondere bei Mädchen und Frauen</span></a><span data-contrast="auto">. Aber wie passt das zu den aktuellen Debatten um die sogenannte </span><i><span data-contrast="auto">„Modediagnose“</span></i><span data-contrast="auto"> ADHS?</span><span data-ccp-props="{&quot;134233117&quot;:false,&quot;134233118&quot;:false,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:1,&quot;335551620&quot;:1,&quot;335559685&quot;:0,&quot;335559737&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="fontsize-213217" ><span><strong><span class="TextRun SCXW72491651 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW72491651 BCX8">Über- oder Unterdiagnostiziert?</span></span><span class="EOP SCXW72491651 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></strong></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p><span data-contrast="auto">Egal ob in Artikeln, Podcasts oder Reportagen – momentan wird viel über ADHS berichtet und diskutiert. Im </span><a href="https://www.swr.de/swrkultur/leben-und-gesellschaft/streit-um-adhs-ist-die-krankheit-eine-versteckte-begabung-forum-2025-01-31-100.html"><span data-contrast="none">SWR Kultur Forum</span></a><span data-contrast="auto"> wurde erst Ende Juli die Frage gestellt, ob es sich bei der Diagnose um </span><i><span data-contrast="auto">„eine Krankheit oder eine versteckte Begabung“</span></i><span data-contrast="auto"> handle und in der </span><a href="https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/gesellschaft/adhs-krankheit-astrid-neuy-lobkowicz-e022255/?reduced=true"><span data-contrast="none">Süddeutschen Zeitung</span></a><span data-contrast="auto"> spricht die Ärztin Astrid Neuy-Lobkowicz darüber, dass sie pro Monat 350 Anfragen zu einer Diagnostik bekäme. Oft kommt die Frage, oder gar Behauptung auf, es handle sich bei ADHS um eine </span><a href="https://www.3sat.de/kultur/kulturplatz/kulturplatz-vom-29-maerz-2025-100.html"><span data-contrast="none">Modediagnose</span></a><span data-contrast="auto">. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Sieht man sich die Daten aus den 2000er und 2010ern an, lässt sich eine vermehrte Häufigkeit von Diagnosen feststellen. So stieg zwischen 2009 und 2014 laut </span><a href="https://www.aerzteblatt.de/archiv/adhs-in-deutschland-trends-in-diagnose-und-medikamentoeser-therapie-a54340f8-3a0f-4c2e-bc8f-56ba5d5fd14e"><span data-contrast="none">einer Auswertung von Krankenkassendaten</span></a><span data-contrast="auto"> die Menge an Diagnosen bei 18–69-Jährigen von 0,2 auf 0,4 Prozent. Ebenso fand eine in der </span><i><span data-contrast="auto">Cambridge University Press</span></i><span data-contrast="auto"> veröffentlichte </span><a href="https://www.cambridge.org/core/journals/bjpsych-open/article/attentiondeficit-hyperactivity-disorder-diagnoses-and-prescriptions-in-uk-primary-care-20002018-populationbased-cohort-study/E0818CCAE895FF273C7448756CFB0066"><span data-contrast="none">Studie</span></a><span data-contrast="auto"> aus dem Jahr 2023 einen Anstieg an ADHS-Diagnosen in fast allen Altersgruppen in den Jahren 2000 bis 2018 in England.</span><br />
<span data-contrast="auto">Eine andere aktuelle</span> <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0165032725008638?via%3Dihub"><span data-contrast="none">Studie</span></a> <span data-contrast="auto">im </span><i><span data-contrast="auto">Journal of Affective Disorders </span></i><span data-contrast="auto">konnte hingegen keinen Anstieg in der globalen Prävalenz von ADHS seit 2020 feststellen. Sie merkt ebenfalls an, dass es aufgrund der Covid-19 Pandemie und unzureichenden, hochqualitativen Studien zur Thematik schwer ist, aussagekräftige Ergebnisse zur Prävalenz von ADHS zu erzielen. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Was jedoch in den in den letzten zehn Jahren enorm anstieg, ist die </span><a href="https://www.aerzteblatt.de/news/pravalenz-von-adhs-weltweit-nicht-angestiegen-nachfrage-nach-diagnostik-schon-20ea2623-4957-4438-aecf-bf28fe14e127"><span data-contrast="none">mediale Aufmerksamkeit</span></a><span data-contrast="auto"> für ADHS: zwischen Januar und Mai 2014 wurden global 5.775 Artikel zu ADHS veröffentlicht, im gleichen Zeitraum 2024 waren es 25.080 Artikel.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="fontsize-213217" ><span><strong><span class="TextRun SCXW23475743 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW23475743 BCX8">Einsamkeit, trotz Aufmerksamkeit</span></span><span class="EOP SCXW23475743 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></strong></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW254402997 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8">Die größere gesellschaftliche und mediale Aufmerksamkeit ermöglicht es Betroffenen </span><span class="NormalTextRun CommentStart SCXW254402997 BCX8">einfacher an Informationen zur Störung kommen, somit</span><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8"> beginnen</span><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8"> bisherige Stigmata </span><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8">sich zu lösen</span><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8"> und die Menge an Menschen, die vermuten unter ADHS zu leiden, steigt. </span><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8">Die Autor</span><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8">*innen der Studie des </span></span><span class="TextRun SCXW254402997 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8">Journal </span><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8">of</span> <span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8">Affective</span> <span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8">Disorders</span> </span><span class="TextRun SCXW254402997 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8">vermuten dies ebenso. Somit verlängern sich Wartelisten, bis sie geschlossen werden – ein relevanter Aspekt der ohnehin bereits bestehenden medizinischen- und vor allem psychiatrischen Unterversorgung: Kosten müssen entweder vollständig oder teils selbst erbracht werden, nur eine Minderheit des medizinischen Fachpersonals ist auf ADHS spezialisiert und behandelt, wie bereits erwähnt, oftmals unter einem Gender Bias. Der Prozess zur Diagnose und Behandlung, wie z.B. durch Medikation ist dadurch stark erschwert, in den meisten Fällen dauert es Jahre von eine</span><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8">m</span><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8"> Ver</span><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8">dacht</span><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8"> bis zur Behandlung.</span></span><span class="EOP SCXW254402997 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="fontsize-213217" ><span><strong><span class="TextRun SCXW105178728 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW105178728 BCX8">Von </span><span class="NormalTextRun SCXW105178728 BCX8">Verklärung</span> <span class="NormalTextRun SCXW105178728 BCX8">und</span><span class="NormalTextRun SCXW105178728 BCX8"> Veränderung</span></span><span class="EOP SCXW105178728 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></strong></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p><span data-contrast="auto">ADHSler*innen können durch ihre unkonventionelleren Denkweisen oft sehr kreativ und energiegeladen sein und besondere Problemlösungs-Kompetenzen aufweisen. Viele wollen diese Eigenschaften nicht missen und sich insbesondere nach einer späten Diagnose bestärken, ihr Sein frei und ohne Scham ausleben. Begleitet wird dies durch einen Perspektivwechsel, den Betroffene momentan zunehmend für sich schaffen. Statt ADHS als Störung zu bezeichnen, wird sie dem Konzept der Neurodivergenz zugeschrieben, dies</span><span data-contrast="auto"> lehnt </span><span data-contrast="auto">an das wesentlich ältere, </span><i><span data-contrast="auto">soziale Modell von Behinderung</span></i><span data-contrast="auto">, welches theoretisiert, dass psychische oder physische Einschränkungen bzw. Behinderungen durch soziale und gesellschaftliche Umstände erst zu Einschränkungen werden. So sieht das Konzept der Neurodivergenz neurobiologische Abweichungen nicht als krankhaft, sondern als Teil menschlicher Vielfalt. Der Begriff ist nicht neu, bereits 1998 schrieb der Journalist Harvey Blume im Atlantic zu Neurodiversity. Im Spektrum der Neurodiversität liegen ADHS, Autismus, Legasthenie, Dyskalkulie und Dyspraxie.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Sowohl das soziale Modell von Behinderung als auch Neurodivergenz werden von Betroffenen wie Wissenschaftler*innen diskutiert, insbesondere weil es Einschränkungen gibt, die Betroffene unabhängig von ihrer Umwelt beeinträchtigen. Die Konzepte werden allerdings auch als sinnvoll erachtet um psychiatrische, medizinische und gesellschaftliche Institutionen und Normen zu kritisieren und (Selbst-)Akzeptanz zu stärken.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Auch die Berichterstattung zu ADHS legt ihr Augenmerk auf diese Wandlung und die neu gefundene Bestärkung der Identifikation mit Neurodivergenz, interpretiert diese jedoch als </span><i><span data-contrast="auto">„Hype“</span></i><span data-contrast="auto"> um die Störung – eine fehlgeleitete Konklusion. Der Spiegel beschreibt in einem gleichnamigen, aktuellen </span><a href="https://www.spiegel.de/kultur/adhs-diagnose-wie-der-hype-um-hyperaktivitaet-zu-steigenden-zahlen-fuehrt-a-c0060b55-88e5-40fc-9656-a4afd662ce04"><span data-contrast="none">Artikel</span></a> <i><span data-contrast="auto">„die neue Attraktivität“</span></i><span data-contrast="auto"> der Diagnose. Dort liegt die Problematik; obwohl Betroffene ihre Erfahrungen mit ADHS zu leben, ADHSler*innen </span><i><span data-contrast="auto">zu sein</span></i><span data-contrast="auto">, von Scham befreien und positives darin sehen, vielleicht sogar Vorteile finden, lässt nicht darauf schließen, die Diagnose würde als etwas Begehrliches gesehen. Ein nicht zu vernachlässigender Teil der aktuellen medialen Berichterstattung und Atmosphäre legen dies allerdings nahe. Man könne so weit gehen, es als neustes ADHS-Stereotyp zu sehen – etwas womit man sich gerne und leicht identifiziert, eine beliebte Gruppenzugehörigkeit. Die Wahrnehmung und Verbreitung von ADHS in Kultur und Gesellschaft sollte auch medial analysiert werden, doch das muss scharfsinnig und emphatisch geschehen. Denn wenn eine ADHS bei vielen Betroffenen, zumeist Frauen, erst im Erwachsenenalter erkannt wird, und dies nur nach einem langen Weg des Ungewissen und Scham, kann die Diagnose wirklich so populär sein?</span><span data-ccp-props="{&quot;134233117&quot;:false,&quot;134233118&quot;:false,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:1,&quot;335551620&quot;:1,&quot;335559685&quot;:0,&quot;335559737&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-1"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Titelbild unter Public Domain:<br />
Der Struwwelpeter: Die gar traurige Geschichte mit dem Feuerzeug Tafel 2, 1858, Heinrich Hoffmann</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-1" data-row="script-row-unique-1" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-1"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-3"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div>
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		<title>Medienkonsum ohne Medienkompetenz: Eine Gefahr für die Demokratie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mila Jungk]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Jul 2023 08:50:01 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-4"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p><span class="TextRun SCXW8810070 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW8810070 BCX4">Eine <a href="https://www.stiftung-nv.de/de/publikation/quelle-internet-digitale-nachrichten-und-informationskompetenzen-der-deutschen">Studie</a> der Stiftung Neue Verantwortung zeichnet ein beunruhigendes Bild. Die Fähigkeit der Menschen, zwischen verlässlichen Informationen und manipulativen Inhalten zu unterscheiden ist besorgniserregend gering. D</span><span class="NormalTextRun SCXW8810070 BCX4">ie fehlende Medienkompetenz droht</span><span class="NormalTextRun SCXW8810070 BCX4"> weitreichende Auswirkungen auf den öffentlichen Diskurs, die demokratische Kultur und das Vertrauen in die Medien</span><span class="NormalTextRun SCXW8810070 BCX4"> zu haben</span><span class="NormalTextRun SCXW8810070 BCX4">.</span></span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span data-contrast="none">In der modernen Gesellschaft sind die Medien zu einem omnipräsenten Einflussfaktor geworden, der unsere Wahrnehmungen und Handlungen prägt.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:1,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> <span class="TextRun SCXW175001735 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW175001735 BCX4">Leider offenbart eine kürzlich durchgeführte Studie der Stiftung Neue Verantwortung, eine besorgniserregende Realität: Die Medienkompetenz</span><span class="NormalTextRun SCXW175001735 BCX4">en</span><span class="NormalTextRun SCXW175001735 BCX4"> der Menschen in Deutschland </span><span class="NormalTextRun SCXW175001735 BCX4">sind</span><span class="NormalTextRun SCXW175001735 BCX4"> alarmierend gering.</span></span><span class="EOP SCXW175001735 BCX4" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:1,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW178827529 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW178827529 BCX4">Medienkompetenz ist mehr als nur Bedienfähigkeit. Sie bezieht sich auf die Fähigkeit, Inhalte zu verstehen, zu bewerten und aktiv zu nutzen. Es geht darum, Medien kritisch zu betrachten, Quellen zu überprüfen, Manipulationsversuche zu erkennen und Informationen zu filtern. Ein niedrigschwelliger Zugang zu Informationen ist zwar grundlegend </span><span class="NormalTextRun SCXW178827529 BCX4">in einer Demokratie</span><span class="NormalTextRun SCXW178827529 BCX4">, doch mit steigendender Skepsis gegenüber </span><span class="NormalTextRun SCXW178827529 BCX4">den </span><span class="NormalTextRun SCXW178827529 BCX4">traditionellen Medien und </span><span class="NormalTextRun CommentStart CommentHighlightPipeRest CommentHighlightRest SCXW178827529 BCX4">intransparenten Quellen im Internet</span> <span class="NormalTextRun CommentHighlightPipeRest SCXW178827529 BCX4">steigt die Anfälligkeit für Populismus </span><span class="NormalTextRun SCXW178827529 BCX4">in den Medien </span><span class="NormalTextRun SCXW178827529 BCX4">in einem demokratiegefährdenden Ausmaß.</span></span><span class="TextRun SCXW178827529 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW178827529 BCX4"> </span></span><span class="EOP SCXW178827529 BCX4" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:1,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW12483737 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW12483737 BCX4">Wenn Menschen nicht in der Lage sind, Fakten von Fiktion zu trennen und verlässliche Informationen zu identifizieren, werden sie anfällig für Fehlinformationen, Propaganda und Manipulation. Dies führt zu einer Verzerrung des öffentlichen Diskurses, einer Polarisierung der Gesellschaft und schwindenden Vertrauen in demokratische Institutionen. </span><span class="NormalTextRun SCXW12483737 BCX4">Für den demokratischen Entscheidungsprozess und eine gesunde, pluralistische Gesellschaft ist </span><span class="NormalTextRun SCXW12483737 BCX4">medienkompetente </span><span class="NormalTextRun SCXW12483737 BCX4">Bürger</span><span class="NormalTextRun SCXW12483737 BCX4">*</span><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW12483737 BCX4">innens</span><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW12483737 BCX4">chaft</span><span class="NormalTextRun SCXW12483737 BCX4"> jedoch unerlässlich</span><span class="NormalTextRun SCXW12483737 BCX4">.</span><span class="NormalTextRun SCXW12483737 BCX4"> </span></span><span class="EOP SCXW12483737 BCX4" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:1,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span data-contrast="none">Der Nachrichtenkompetenztest, auf dem die Ergebnisse der o.g. Studie basieren, wurde 2020 mit ca. 4000 Kandidat*innen ab einem Alter von 18 Jahren durchgeführt. Die Testfragen sollten das gesamte Spektrum der digitalen Nachrichtenkompetenz prüfen. Darunter fallen neben Qualitätseinschätzungen auch Diskurs- und Einordnungsfähigkeiten. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:1,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span><span data-contrast="none">Die Ergebnisse zeigen Schwierigkeiten bei der Unterscheidung von Informationen und Desinformationen sowie Werbung und Meinungen auf. Während die Vertrauenswürdigkeit von Quellen von mehr als der Hälfte der Befragten richtig eingeschätzt wurde, fiel es den Teilnehmenden deutlich schwerer Interessenkonflikte zu erkennen und richtig zu benennen. Insgesamt erreichten nur ca. 20% hohe Kompetenzwerte und nur knapp die Hälfte bestanden den Test überhaupt.  </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:1,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span data-contrast="none">Bei der Auswertung zeichnen sich deutliche Muster ab: Jüngere Generationen erreichen höhere Nachrichtenkompetenzwerte als ältere. Besonders kompetent sind die Befragten zwischen 18 und 39 Jahren mit einem höheren Bildungsabschluss. Allerdings waren die Befragten unter 40 mit einem niedrigen Bildungsabschluss am wenigsten nachrichtenkompetent. Es lässt sich davon also ableiten, dass der Bildungsgrad bei der jüngeren Generation von besonderer Relevanz zu sein scheint.  </span><span data-contrast="none">Filtert man die Teilnehmer*innen nach Parteizugehörigkeit, fällt auf, dass die digitale Nachrichtenkompetenz bei AFD-Wähler*innen besonders gering ist, während sie bei FDP- und Grünen-Wähler*innen am höchsten ist. Damit einhergehend hängen diese Fähigkeiten wohl auch von der demokratischen Grundhaltung und Einstellung zum unabhängigen Journalismus ab heißt es weiter. Je geringer das Grundvertrauen in Demokratie und Medien</span><span data-contrast="none">,</span><span data-contrast="none"> desto geringer die digitale Nachrichtenkompetenz.  </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:1,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW251388923 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW251388923 BCX4">Journalistische Unabhängigkeit wird besonders beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk falsch eingeschätzt. Laut Stiftung Neue </span><span class="NormalTextRun SCXW251388923 BCX4">Verantwortung </span><span class="NormalTextRun SCXW251388923 BCX4">konnten beispielsweise nur die Hälfte der Befragten richtig beantworten, dass Bundestagsabgeordnete nicht darüber entscheiden können, worüber der Rundfunk berichtet. Bei solchen Ergebnissen ist die Skepsis gegenüber der Unabhängigkeit der Medien also kaum verwunderlich</span><span class="NormalTextRun SCXW251388923 BCX4">.</span><span class="NormalTextRun SCXW251388923 BCX4"> </span></span><span class="EOP SCXW251388923 BCX4" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:1,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span data-contrast="none">Warum sind Soziale Medien das Problem? </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:1,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW228422940 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW228422940 BCX4">Um zu verstehen, was Nachrichtenkonsum in Sozialen Medien so schwer macht, lohnt sich ein Blick auf “</span><span class="NormalTextRun SCXW228422940 BCX4">False</span><span class="NormalTextRun SCXW228422940 BCX4"> Balance” zu werfen. Ein Problem, das sich vor allem im Internet häuft.  </span><span class="NormalTextRun SCXW228422940 BCX4">False</span><span class="NormalTextRun SCXW228422940 BCX4"> Balance beschreibt ein Phänomen bei dem die Mehrheitsmeinung mit der Meinung Einzelner durch die Art der Berichterstattung, im direkten Vergleich steht. So droht der Eindruck zu entstehen, dass beide Seiten als gleichwertig aufgefasst werden können. Bei einem kontroversen Thema wie dem Klimawandel kann es dann so wirken, als würde es eine ausgeglichene Meinungsvielfalt geben, auch wenn eine wissenschaftliche Konsensmeinung existiert. Medien sollen Meinungen und unterschiedliche Aspekte einer Diskussion richtig einordnen und gewichten, doch durch den radikalen Medienwandel schwindet der Einfluss </span><span class="NormalTextRun ContextualSpellingAndGrammarErrorV2Themed SCXW228422940 BCX4">von Journalist</span><span class="NormalTextRun SCXW228422940 BCX4">*innen und Medieninstitutionen als Gatekeeper*innen. Als Resultat der Anonymität, die die digitalen Medien de facto bieten</span></span><span class="TrackChangeTextInsertion TrackedChange SCXW228422940 BCX4"><span class="TextRun SCXW228422940 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW228422940 BCX4">,</span></span></span><span class="TextRun SCXW228422940 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW228422940 BCX4"> muss sich kaum noch jemand für veröffentlichte Inhalte verantworten. Im traditionellen Journalismus taucht das Problem von </span><span class="NormalTextRun SCXW228422940 BCX4">False</span><span class="NormalTextRun SCXW228422940 BCX4"> Balance zwar auch immer wieder auf, doch in Sozialen Medien fehlt eine korrekte Einordnung häufig komplett. Filterblasen und Falschnachrichten verstärken das Problem und es entsteht ein gänzlich verzerrtes Bild der Realität. Dadurch wird faktenbasiertes Handeln immer schwieriger.  </span></span><span class="EOP SCXW228422940 BCX4" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:1,&quot;335559738&quot;:240,&quot;335559739&quot;:240,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW110542223 BCX4" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="none"><span class="NormalTextRun SCXW110542223 BCX4">Um dem entgegenzuwirken, haben Plattformen wie Facebook und Twitter bereits Kennzeichnungen eingeführt, die es Nutzern einfacher machen soll, Falschnachrichten und Werbung zu erkennen.  Doch laut den Ergebnissen der Studie sind diese Kennzeichnungen bisher kaum wirksam.   </span></span><span class="EOP SCXW110542223 BCX4" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:1,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span data-contrast="auto">Die rasante Entwicklung durch KI, macht es auch der Politik immer schwerer rechtzeitig wirksame Maßnahmen zu ergreifen, die die Bevölkerung mit den nötigen Tools ausstattet, den Wandel in den Medien zu bewältigen. Doch um eine demokratische und pluralistische Gesellschaft zu erhalten und zu stärken, ist der richtige Umgang mit Nachrichten essentiell. </span><span data-contrast="none">In der Studie heißt es, dass besonders politische Bildung und Vertrauensbildung in journalistisches Arbeiten im Zusammenhang mit Medienbildung seit Jahrzehnten vernachlässigt werden. Das würde vor allem für Haupt- und Mittelschulen gelten und erkläre die Diskrepanz in der Medienkompetenz zwischen jungen Menschen mit unterschiedlichem Bildungsgrad. Digitale Bildung muss also dringend eine prominentere Rolle im Kurrikulum einnehmen. Die signifikant abnehmenden Nachrichtenkompetenzen mit dem Alter, regt außerdem dazu an die Nachrichtenkompetenz Fördermöglichkeiten für Erwachsene auszuweiten. </span><span data-contrast="auto">Neben diesen Bemühungen sollten wir auch die Verantwortung der Medien selbst nicht außer Acht lassen. Journalisten und Medienorganisationen müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein, qualitativ hochwertige und verlässliche Informationen bereitzustellen. Die Förderung von Transparenz, Sorgfalt und Ethik im Journalismus ist entscheidend, um das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückzugewinnen und Manipulationen entgegenzuwirken.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:276}"> </span></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-4" data-row="script-row-unique-4" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-4"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-6"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-6" data-row="script-row-unique-6" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-6"));</script></div></div></div>
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		<title>&#8220;Wer gestaltet den digitalen Raum?&#8221; &#8211; Eine Debatte zu Macht und Mittel im digitalen Raum.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Pia Westerhoff]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Mar 2023 12:45:04 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-7"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p><span class="TextRun SCXW196056860 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">Das <a href="https://www.weizenbaum-institut.de/">Weizenbaum-Institut</a></span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">, das</span> <span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">interdisziplinär</span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8"> den Wandel der </span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">G</span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">esellschaft</span> <span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">durch die</span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8"> Digitalisierung </span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">erforscht</span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">, stellte am </span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">01.03.2023 </span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">ein neues </span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">Debattenformat vor</span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">. </span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">Unter dem </span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">Thema</span> &#8220;<span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">Macht und Mittel. Wer gestaltet den digitalen Raum</span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">?&#8221;</span> <span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">waren als </span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">Rednerinnen </span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">die Mitbegründerin und Geschäftsführerin des &#8220;</span><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW196056860 BCX8">Superrr</span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8"> Labs&#8221;, Elisa Lindinger und die Juristin sowie Head </span><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW196056860 BCX8">of</span> <span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW196056860 BCX8">Governmental</span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8"> Affairs and Public Policy bei YouTube DACH/CEE, Sabine Frank eingeladen. Zu zwei Thesen sollten </span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">die beiden Diskutantinnen </span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">in jeweils sieben Minuten </span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">ihren Standpunkt</span> <span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">darlegen </span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">und</span> <span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">anschließend darüber debattieren</span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">. Moderiert </span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">wurde die Veranstaltung von </span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">Sascha </span><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW196056860 BCX8">Friesike</span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">,</span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8"> einer der sieben Direktoren des Weizenbaum Instituts</span><span class="NormalTextRun SCXW196056860 BCX8">.</span></span><span class="EOP SCXW196056860 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span><span class="TextRun SCXW231411177 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW231411177 BCX8">Runde 1: </span><span class="NormalTextRun SCXW231411177 BCX8">Wer gestaltet den digitalen Raum? </span></span></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW90220654 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">Den Anfang machte Elisa Lindinger</span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">, die </span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">sich </span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">i</span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">n ihrer Stellungnahme</span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8"> vor allem auf kleine</span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8"> und mittelständische</span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8"> Unternehmen </span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">bezog </span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">und </span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">ein stärkeres </span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">Verständnis </span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">für </span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">gesellschaftsorientierte Digitalpolitik</span> <span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">einforderte</span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">. Sie betonte, dass der Staat an </span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">Strategien </span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">in </span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">Bezug auf die Digitalisierung </span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">zwar gut aufgestellt, </span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">jedoch die Umsetzung aufgrund der kurzen Wahlperiode</span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">n</span> <span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">mangelhaft sei</span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">. </span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">D</span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">ie bisher geltenden gesetzlichen Maßnahmen</span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">, wie bspw. die DSGVO</span> <span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">kritisierte Lindinger, da</span> <span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">sich </span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">diese </span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">maßgeblich nach </span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">großen Unternehmen richte</span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">n würde</span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">.</span> <span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">Zudem </span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">forderte </span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">sie </span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">eine </span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">stärkere </span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">Berücksichtigung von kleineren Unternehmen bei Fördermaßnahmen und </span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">weniger </span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">Regulierungen</span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8"> im digitalen Raum</span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8"> allgemein</span><span class="NormalTextRun SCXW90220654 BCX8">.</span></span><span class="EOP SCXW90220654 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<figure id="attachment_164635" aria-describedby="caption-attachment-164635" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img decoding="async" class="wp-image-164635 size-medium" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2023/03/weizenbaum_debate_01-34_format-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2023/03/weizenbaum_debate_01-34_format-300x200.jpg 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2023/03/weizenbaum_debate_01-34_format-1024x683.jpg 1024w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2023/03/weizenbaum_debate_01-34_format-768x512.jpg 768w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2023/03/weizenbaum_debate_01-34_format-1536x1024.jpg 1536w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2023/03/weizenbaum_debate_01-34_format-350x233.jpg 350w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2023/03/weizenbaum_debate_01-34_format.jpg 1920w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-164635" class="wp-caption-text">Elisa Lindinger (links) und Sabine Frank (rechts) im Gespräch.</figcaption></figure>
<p><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">Als Vertreterin von </span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">Google/</span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">YouTube </span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">übernahm Sabine Frank stärker </span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">die Unternehmensperspektive</span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">, obwohl sie auch klar die </span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">alleinige Gestaltungsmacht nicht in der </span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">Verantwortung der Großunternehmen</span> <span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">sieht</span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">. </span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">Diese soll</span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">t</span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">en </span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">eher </span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">durch </span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">eine </span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">vorge</span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">ge</span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">bene</span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8"> Netiquette </span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">und </span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">verständliche </span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">Community-Guidelines zusätzliche Hilfsmittel liefern. </span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">Ihrem Statement zur Folge sollte d</span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">er digitale Raum sicher, aber auch wettbewerbsfähig bleiben. </span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">So sieht sie i</span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">n </span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">einem 3-Klang aus Staat</span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">, Unternehmen und Zivilgesellschaft die Gestaltungsmacht </span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">gut </span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">im</span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8"> digitalen Raum verteilt.</span> <span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">Genau wie Lindinger</span> <span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">erkannte sie zwar </span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">einen </span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">Gestaltungswillen </span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">seitens </span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">des </span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">Staat</span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">es</span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">, jedoch </span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">klaffen hier Wunsch und Wirklichkeit in Bezug auf die Umsetzung noch weit </span><span class="NormalTextRun SCXW167792550 BCX8">auseinander.</span></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span><span class="TextRun SCXW106288914 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW106288914 BCX8">Runde 2: Wie soll der digitale </span><span class="NormalTextRun SCXW106288914 BCX8">Raum gestaltet werden?</span></span></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW237129378 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">Sabine Frank </span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">nahm in ihrer Argumentation die </span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">Seite </span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">der Nutzer*innen</span> <span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">ein</span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">.</span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8"> Diese soll</span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">t</span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">en</span> <span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">ihrer Meinung nach stärker </span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">aufgeklärt und </span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">besser </span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">mit digitalen Kompetenzen </span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">ausgestattet</span> <span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">werden</span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">,</span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8"> um Informationen </span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">im Internet </span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">besser </span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">einordnen zu können</span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">.</span> <span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">Auch hier sollten Staat, Unternehmen und Zivilgesellschaft</span> <span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">stärker zusammenarbeiten und somit </span></span> <span class="TextRun SCXW237129378 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">Schutz sowie Meinungsvielfalt – und </span><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW237129378 BCX8">f</span><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW237129378 BCX8">reiheit</span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8"> im digitalen Raum </span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">langfristig sichern</span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">.</span> <span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">Aufgabe der Plattform sei es die Nutzer*innen vor unangemessen Inhalten zu schützen. </span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">Am Beispiel </span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">von </span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">YouTube </span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">erklärte sie, dass dort </span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">mittlerweile auf den Eins</span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">at</span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">z von </span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">KI</span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8"> gesetzt wird</span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">, </span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">um </span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">bspw. </span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">demokratiegefährdende Beiträge ausfindig zu machen</span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8"> und zu eliminieren</span><span class="NormalTextRun SCXW237129378 BCX8">.</span></span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">Damit eine Demokratie auch im digitalen Raum funktionier</span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">t</span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8"> sprach sich Lindinger für die </span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">Schaffung </span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">von </span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">sogenannten </span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">Schutzräumen</span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8"> aus</span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">, die </span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">vom Staat </span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">im analogen Raum durch das unabhängige Bildungs</span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">s</span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">ystem und die öffentlich-rechtlichen Medien</span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8"> schon gegeben sind, im Digitalen aber noch fehlen</span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">. Radikalisierungen, Desinformation und Mobbing </span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">fänden </span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">trotz Community-Guidelines </span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">weiterhin statt </span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">und </span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">werden, wie der Fall</span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8"> des &#8220;<a href="https://www.n-tv.de/panorama/Drachenlord-Wie-Rainer-Winkler-zum-Opfer-von-Mobbing-Hatern-und-Swatting-wurde-article23225105.html">Drachenlords</a></span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">&#8220;</span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8"> zeige, in die reale Welt übertragen</span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">. </span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">Sie forderte Grundbausteine für ein demokratisches Mite</span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">inander</span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">, </span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">aber auch </span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">ein unabhängige </span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">digitale </span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">Bildungs</span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">&#8211; und Medien</span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">landschaft</span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8"> im Sinne </span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">des </span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">öffentlich-rechtlichen </span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">Systems</span><span class="NormalTextRun SCXW263528464 BCX8">.</span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW79639388 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW79639388 BCX8">Grundvoraussetzung ist eine</span><span class="NormalTextRun SCXW79639388 BCX8"> diverse und gleichberechtigte Teilhabe</span><span class="NormalTextRun SCXW79639388 BCX8">, um das </span><span class="NormalTextRun SCXW79639388 BCX8">Machtgefälle im digitalen Raum </span><span class="NormalTextRun SCXW79639388 BCX8">zu beseitigen so </span><span class="NormalTextRun SCXW79639388 BCX8">Lindinger</span><span class="NormalTextRun SCXW79639388 BCX8">. Dabei sieht sie die Politik in der &#8220;Hol-Schuld&#8221;, um die Zivilgesellschaft und die öffentliche Meinung aktiver miteinzubringen. </span><span class="NormalTextRun SCXW79639388 BCX8">Transparenz bei der Strategieentwicklung in der Politik und ein gemeinsames Narrativ, indem nach eine</span><span class="NormalTextRun SCXW79639388 BCX8">r</span><span class="NormalTextRun SCXW79639388 BCX8"> gemeinsamen digital</span><span class="NormalTextRun SCXW79639388 BCX8">en Zukunft gefragt wird</span><span class="NormalTextRun SCXW79639388 BCX8">, waren </span><span class="NormalTextRun SCXW79639388 BCX8">weitere Forderungen, die sie stellte. </span><span class="NormalTextRun SCXW79639388 BCX8">Ihrer Vorstellung nach enthält eine digitale Demokratie weniger Spitzentechnologie und mehr Menschlichkeit, die durch eine andere Prio</span><span class="NormalTextRun SCXW79639388 BCX8">ritätensetzung in der Digitalpolitik erreicht werden solle, konkret durch die Frage: </span><span class="NormalTextRun SCXW79639388 BCX8">w</span><span class="NormalTextRun SCXW79639388 BCX8">er nimmt teil und wer nicht? </span></span><span class="EOP SCXW79639388 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW70457463 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW70457463 BCX8">Beide </span><span class="NormalTextRun SpellingErrorV2Themed SCXW70457463 BCX8">Debattiererinnen</span> <span class="NormalTextRun SCXW70457463 BCX8">sind sich am Ende der Debatte einig, dass </span><span class="NormalTextRun SCXW70457463 BCX8">es </span><span class="NormalTextRun SCXW70457463 BCX8">mehr Reflektion bedarf, um den digitalen Raum demokratischer zu gestalten. Lindinger verwies hier auf </span><span class="NormalTextRun SCXW70457463 BCX8">die Notwendigkeit anderer Aust</span><span class="NormalTextRun SCXW70457463 BCX8">a</span><span class="NormalTextRun SCXW70457463 BCX8">u</span><span class="NormalTextRun SCXW70457463 BCX8">s</span><span class="NormalTextRun SCXW70457463 BCX8">ch-Formate, um </span><span class="NormalTextRun SCXW70457463 BCX8">eine möglichst diverse Teilhabe zu garantieren.</span><span class="NormalTextRun SCXW70457463 BCX8"> Frank </span><span class="NormalTextRun SCXW70457463 BCX8">nannte</span><span class="NormalTextRun SCXW70457463 BCX8"> den Wunsch</span><span class="NormalTextRun SCXW70457463 BCX8"> breiter zu denken und</span><span class="NormalTextRun SCXW70457463 BCX8"> Regulierungen ni</span><span class="NormalTextRun SCXW70457463 BCX8">cht nur deutschlandweit, sondern auch europaweit </span><span class="NormalTextRun SCXW70457463 BCX8">transformierbar zu gestalten</span><span class="NormalTextRun SCXW70457463 BCX8">, um einzelne Zivilgesellschaften nicht zu benachteiligen.</span></span><span class="EOP SCXW70457463 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW123445414 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun CommentStart SCXW123445414 BCX8">Der Auftakt zur ersten Debatte </span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8">des Weizenbaum-Instituts </span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8">zeigt</span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8">e</span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8"> wieder einmal</span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8">, dass </span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8">es </span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8">grundsätzlich </span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8">unterschiedliche </span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8">Interessen gibt, </span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8">wie </span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8">unser Leben i</span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8">m </span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8">digitale</span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8">n</span> <span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8">R</span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8">aum </span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8">zukünftig </span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8">gestaltet werden soll</span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8">.</span> <span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8">Auf die </span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8">F</span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8">rage</span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8">,</span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8"> ob wir mehr Freiheit oder mehr Regulierungen brauchen und wie diese dann aussehen sollen, konnte diese Debatte noch</span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8"> keine ausreichenden Antworten liefern. Gespannt kann man deswegen sein, wie die weiteren Debatten zu diese</span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8">r</span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8"> Frage</span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8">stellung</span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8"> aussehen werden.</span><span class="NormalTextRun SCXW123445414 BCX8"> </span></span><span class="EOP SCXW123445414 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}"> </span></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-7" data-row="script-row-unique-7" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-7"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-9"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-9" data-row="script-row-unique-9" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-9"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-10"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Foto: Tobias von dem Berge</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-10" data-row="script-row-unique-10" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-10"));</script></div></div></div>
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		<title>Wie die Digitalisierung die Demokratie und unsere Sicht darauf verändert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan-Malte Hunfeld]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jul 2020 08:59:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Themenseite]]></category>
		<category><![CDATA[Paradigmenwechsel]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-11"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>In den vergangenen Jahren haben Medienvertreter*innen mit so manchem Vorurteil zu kämpfen. Von einer kleinen aber lautstarken Minderheit werden Vorwürfe, wie “Lügen-”, ”Pinocchio-”, “System-” oder “Relotiuspresse” skandiert. Eine Unterwürfigkeit der Medienakteure gegenüber politischen Akteuren wird dabei unterstellt. Zeitgleich existiert ein gewisses Misstrauen politischer Sphären gegenüber den Journalist*innen. Dieser, so eine weit verbreitete Annahme etwa unter Parlamentarier*innen, verfolgt bei seiner Arbeit seine eigene politische Agenda.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Auch die Politikwissenschaft hat sich mit dem vermeintlichen Wechselverhältnis von politischen<br />
Akteuren zu Medienakteuren beschäftigt &#8211; und ist dabei zu teils widersprüchlichen Ergebnissen gelangt. Es lässt sich dabei zwischen vier Modellen unterscheiden.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Das Gewaltenteilungsparadigma postuliert die Medien als vierte Gewalt im Sinne der Gewaltenteilungslehre nach Montesquieu. Jedoch wird dabei den konstituierenden Gewalten (Legislative,<br />
Exekutive und Judikative) keine vierte Gewalt an die Seite gestellt. Vielmehr übernehmen nach dieser<br />
Vorstellung die Medien eine Kontrollfunktion. Medien sind Gatekeeper im Sinne eines Wächteramtes.<br />
Es liegt in ihrem Ermessen, was die Öffentlichkeit auf welche Art und Weise erfährt und wie diese Information eingeordnet wird.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Das Instrumentalisierungsparadigma durch Medienakteure (in den Politikwissenschaften auch<br />
Dependenzthese oder Dependenz-Modell genannt) geht davon aus, dass politische Entscheidungen<br />
maßgeblich durch die Logiken der Medien beeinflusst werden. Medien haben einen gewissen Einfluss auf politische Akteure und nutzen diesen auch. Der politische Akteur unterwirft sich im Auftreten vermeintlicher Vorgaben und die eigene Autonomie geht verloren.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Instrumentalisierungsparadigma durch politische Akteure (auch Funktionalisiserungsthese) &#8211; nur mit verkehrtem Vorzeichen. Medien sind Verlautbarungsorgane der Politik. Durch einen wachsenden ökonomischen Druck und schwindende Ressourcen ist der oder die Journalist*in zunehmend auf die Quellen angewiesen und das Mächteungleichgewicht steigt.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Eine vermittelnde Position unter diesen Vorstellungen nimmt das Symbiose-Paradigma (Interdependenz-<br />
Modell oder auch Interdependenzthese) ein. Die politische und die Mediensphäre treten in eine gewisse Abhängigkeit, von der beide Seiten profitieren. Politische Akteure nutzen den Kontakt zu Medienvertreter*innen, um Präsenz in der Öffentlichkeit zu erlangen &#8211; Medienvertreter*innen nutzen ihre politischen Kontakte, um Zugang zu Informationen zu erhalten. Es handelt sich dabei um eine Tauschbeziehung: Information gegen Publizität &#8211; und umgekehrt.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Diese vier Paradigmen über das Wechselverhältnis politischer zu Medienakteuren haben die Mediendemokratie als Grundannahme. Demnach sind Medien zu einem bestimmenden Element in<br />
der Gesellschaft geworden. Ihren Ursprung haben diese Vorstellungen in der tiefgreifenden Transformation des Mediensystems, gekennzeichnet etwa durch das Herausbilden des dualisierten<br />
Rundfunks seit den achtziger Jahren und dem Wandel eines durch nächtliche Sendepausen unterbrochenen TV-Programms zu einem 24-Stunden-Programm.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Heute beobachten wir wieder tiefgreifende Veränderungen, ausgelöst durch die Digitalisierung,<br />
das Internet und die sozialen Medien. Die Vorstellungen von einst, ganz gleich welche man am überzeugendsten findet, bedürfen einer Reformulierung, um die neuen Gegebenheiten zu berücksichtigen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Durch soziale Medien ist der politische Akteur nicht zwingend auf den Medienakteur angewiesen, um seine Botschaften zu vermitteln. Der eigene YouTube Kanal oder das eigene Twitter Profil sind potenzielle Verlautbarungsorgane, ohne dass Journalist*innen als Gatekeeper die Botschaft kritisch einordnet. Der direkte Austausch mit der Gesellschaft ist möglich, wo sonst die Medien als Mittler aufgetreten sind. Besonders profitieren von diesen neuen Gegebenheiten Positionen, deren Weg in die öffentliche Aufmerksamkeit sonst versperrt waren. Nach dem Gewaltenteilungsparadigma ist durch Social Media die Funktion der Medien stark eingeschränkt.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Betrachtet man vor diesem Hintergrund das Instrumentalisierungsparadigma durch Medienakteure, so bedarf auch diese antizipierte Rollenverteilung eine Reformulierung. Die diesem Paradigma eigene Ungleichverteilung des Einflusses wird durch die neuen Möglichkeiten stark abgeschwächt. Der Medienakteur kann zwar weiterhin seine gesellschaftliche Rolle wahrnehmen, jedoch hat der politische Akteur die Möglichkeit ein ganzes Stück autarker zu handeln. Je nach Zielgruppe der eigenen Botschaften entfällt die Notwendigkeit nach Mittlern. Dem eigenen “Nachrichtenformat” steht nicht viel im Weg.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Vertritt man doch eher die gegenteilige Meinung, also über ein Machtungleichgewicht zugunsten der politischen Akteure, so wird diese Mächteverteilung durch Social Media verstärkt. Waren Medien bereits vor dem Aufkommen sozialer Netzwerke auf den politischen Akteur als Stichwortgeber oder Quelle angewiesen, so steigt diese Abhängigkeit durch die schwindende Notwendigkeit der Medien. Eine Anbiederung oder wohlwollendes Berichten kann hier eine befürchtete Folge sein.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Auch Vertreter des Symbioseparadigmas müssen sich einer Reformulierung stellen. Der Wert der den Medien eigenen Ressource “Publizität” nimmt ab. Auch ohne die Medien haben politische Akteure die Möglichkeit die Öffentlichkeit zu erreichen. Dennoch bieten sich neue Gelegenheiten für das Tauschgeschäft: Ähnlich der Presseerklärung, aus der die Journalist*innen zitieren, kann beispielsweise das auf Video festgehaltene politische Statement ohne großen Aufwand durch Medienakteure in eigenen Beiträgen eingepflegt oder in Gänze verlinkt werden. Das kostenintensive Buchen und Aussenden eines Kamerateams ist nicht notwendig, Bewegtbild Material ist dennoch verfügbar. Egal, wie idealisiert der oder die Medienvertreter*in ihre gesellschaftliche Rolle versteht: Am Ende zählen doch allzu oft die Kosten.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die klare Rollenverteilung zwischen politischer Sphäre und (Massen-) Medien scheint heute nicht mehr so gegeben zu sein, wie vor zehn oder 20 Jahren. Was einst die Parteien- oder Mitgliederzeitschriften waren, übernimmt heute der YouTube-Kanal oder das Twitter Profil. Sowohl Journalist*innen, als auch Kommunikationsstrateg*innen der politischen Akteure müssen sich auf ungewohntes Terrain bewegen und tun dies mit unterschiedlichem Erfolg. Auch die politik-interessierte Bevölkerung muss einen Lernprozess durchmachen. Das, was allgemein unter &#8216;Medienkompetenz&#8217; verstanden wird, erfährt einen enormen Bedeutungsgewinn. Quelleneinordnung ist wichtiger denn je.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Wie man das Wechselverhältnis vom politischen zum Medienakteur letztendlich beurteilt, ist eine Frage, die nicht ohne weiteres beantwortet werden kann. In diesem Beitrag wurden vier unterschiedliche Paradigmen vorgestellt und anhand der neuen Gegebenheiten, die wir durch das Netz und den sozialen Netzwerken erfahren, erweitert. Welche von den Ansätzen man am plausibelsten hält, ist eine Sache der eigenen Perspektive. Im nächsten Beitrag wird der Frage nachgegangen, inwiefern dies die politische Kommunikation der Akteure beeinflusst.</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-11" data-row="script-row-unique-11" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-11"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-12"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Photo by <a href="https://unsplash.com/@imagoiq?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Loïc Fürhoff</a> on <a href="https://unsplash.com/photos/qeIaMQP_xQE">Unsplash</a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-12" data-row="script-row-unique-12" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-12"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-14"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-14" data-row="script-row-unique-14" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-14"));</script></div></div></div>
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		<title>Digitalisierung an meiner Schule – Ein Erfahrungsbericht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Noomi Lucia Blumenberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Jan 2018 09:17:46 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-15"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Das Ausmaß der Digitalisierung an meiner Schule lässt zu wünschen übrig. Unsere Computer sind um die zehn Jahre alt, und es werden Dinge erwartet, die man nicht erwarten sollte. Aber was kann dagegen getan werden?</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>ch bin 14 Jahre alt und gehe mittlerweile seit neuneinhalb Jahren in die Schule. Seit ich klein bin, habe ich mit Medien zu tun. Meinen Eltern war es sehr wichtig, dass ich mich damit beschäftige. Doch in Kindergarten und Schule war es schwierig. Im Kindergarten gingen wir gar nicht mit Medien um. In der Grundschule gab es eine Computer-AG, in der wir mit Paint gemalt haben. Ab der 5. Klasse hatten wir ein Smartboard im Klassenraum, mit dem die LehrerInnen nicht umgehen konnten. Das war alles. Auf dem Gymnasium wurde es besser, jedoch nicht sehr. In der 7. Klasse hatte ich für ein halbes Jahr einen „Informationstechnischen Grundkurs“ (kurz ITG), in dem wir ein wenig über Word und Excel lernten.</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span>Fehlendes Wissen und unrealistische Erwartungen</span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Mir wurde niemals beigebracht, wie ich eine Powerpoint-Präsentation erstelle oder ein Dokument auf einen Stick lade. Ab einem bestimmten Punkt wurde einfach erwartet, dass wir es können. Wenn nicht, wurde gesagt, dass wir das können müssten. Wir bräuchten solche digitalen Präsentationen für unsere MSA Prüfungen (Mittlerer Schulabschluss), das sei sehr wichtig. Und auch später im Berufsleben. Aber wenn uns keiner sagt, wie man es macht, kann man es dann für selbstverständlich halten?</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Nein, denn das Problem ist, dass ein großer Teil der LehrerInnen zu wenig weiß. Doch nicht nur die LehrerInnen auch viele SchülerInnen haben keine Ahnung, wie sie mit Technik richtig umgehen. In unserem Computerraum stehen Computer, die um die zehn Jahre alt sind. Kein/e SchülerIn kann mit diesen Computern richtig lernen. Es ist wie mit alten, kaputten Schulbüchern. Wenn die Seiten fehlen oder nicht mehr lesbar sind, kann man nichts lernen. Der Unterschied ist nur, unsere Bücher werden ersetzt, die Computer nicht. Um ein (aktuelles) Beispiel für die Situation an meiner Schule zu nennen: Es gibt SchülerInnen, die wissen nicht, wie sie eine Präsentation auf ihrem Mac in ein PDF umwandeln, doch wenn sie das dann nicht hinkriegen, bekommen sie Ärger von den LehrerInnen, weil diese die Präsentation auf ihren Computern nicht abspielen können. Das Hauptproblem besteht darin, dass die LehrerInnen etwas für sie selbstverständliches erwarten, was ihnen eine Vielzahl der SchülerInnen nicht bieten kann, weil es eben nicht selbstverständlich ist.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Doch nicht alle LehrerInnen sind so. Es gibt ein paar wenige, die mit digitalen Lernangeboten den Unterricht gestalten und sich besser auskennen. Auch unsere SchülersprecherInnen setzen sich schon seit längerem für mehr Digitalisierung ein. Aber was kann man tun, damit sich die Situation verbessert?</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span>Die Situation verbessern – aber wie?</span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Mein Vorschlag wäre: Bei null anfangen, und vor allem: langsam anfangen. Erstmal über Digitalisierung an Schulen reden und vor allem diskutieren. Warum sind das Thema und insbesondere eine kritische Diskussion darüber so wichtig? Denn es steht fest, dass Schule in nicht allzu ferner Zukunft auf digitalem Lernen basieren wird. Wir können uns nicht ewig weigern, damit umzugehen. Aber gleichzeitig ist es unmöglich, von einem Tag auf den anderen eine Schule zu digitalisieren.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Anstatt von jeder/m zu erwarten, sich perfekt mit Technik und Computern auszukennen, sollte man zuerst davon ausgehen, dass keine/r irgendetwas kann. Nur weil wir in einer digitalen Welt leben, heißt das nicht, dass jeder damit zurechtkommt. LehrerInnen und SchülerInnen würden sich auf Augenhöhe begegnen, was wiederum die Kommunikation zwischen beiden verstärken könnte. Daher halte ich Schul- und KlassensprecherInnen gerade bei der Digitalisierung unserer Schule für sehr wichtig. Denn sie sind dazu da, die Interessen und Wünsche von SchülerInnen an LehrerInnen zu vermitteln.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Als zweiten Schritt würde ich es für eine gute Idee halten, sich andere Schulen anzusehen. Wie machen die es? Womit haben sie angefangen? Was waren ihre Ideen, können wir sie an unserer Schule umsetzen, und wenn ja wie? Das könnte uns helfen zu sehen, was umsetzbar und realistisch ist. Ebenfalls gut wäre es, sich Hilfe bei Organisationen und Vereinen zu suchen, die Schulen dabei unterstützen, sich zu digitalisieren.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Bis zur vollständigen Digitalisierung meiner Schule wird viel Zeit vergehen. Es werden sich Probleme auftun, aber auch Lösungen finden. Doch letztendlich ist das Wichtigste die Kommunikation und dass jeder überzeugt ist. Denn kein Projekt ist schaffbar, wenn nicht alle Beteiligten mitmachen. Wir müssen anfangen zu reden und verstehen, dass eine digitale Schule im Jahr 2018 noch nicht selbstverständlich ist.</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-15" data-row="script-row-unique-15" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-15"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-16"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Bild von <a href="https://pixabay.com/de/users/monsterkoi-65294/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=2803664">Tom</a> auf <a href="https://pixabay.com/de//?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=2803664">Pixabay</a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-16" data-row="script-row-unique-16" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-16"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-18"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-18" data-row="script-row-unique-18" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-18"));</script></div></div></div>
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		<title>Facebook: Selektive politische Meinungsbildung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[René Neumann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jul 2015 11:34:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Schweigespirale]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Diskussion]]></category>
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					<description><![CDATA[Soziale Netzwerke sind Horte der politischen Auseinandersetzung, ob es uns gefällt oder nicht. Facebook ist mit 28 Millionen Nutzern das [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/18161731052_0a93dbd02c_z.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-146508" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/18161731052_0a93dbd02c_z.jpg" alt="18161731052_0a93dbd02c_z" width="640" height="280" /></a>Soziale Netzwerke sind Horte der politischen Auseinandersetzung, ob es uns gefällt oder nicht. Facebook ist mit 28 Millionen Nutzern das größte Netzwerk hierzulande und somit als Teilöffentlichkeit mittlerweile eine Sphäre für gesellschaftliche Meinungs- und Willensbildung. Experten kritisierten immer wieder das Unternehmen für seinen suggestiven Einfluss. Doch sind die Nutzer selbst tatsächlich nur Opfer?   <em> </em></p>
<p>Wissenschaftler und Journalisten streiten sich seit geraumer Zeit über die Auswirkungen, die ein soziales Netzwerk wie Facebook auf unsere Meinungsbildung entfaltet. Vor einigen Monaten bezeichnete der Literaturkritiker Ijoma Mangold in <a href="http://www.zeit.de/2015/17/facebook-printmedien-veraenderung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">seinem Beitrag</a> in „der Zeit“ das soziale Netzwerk Facebook als „Spielwiese des Denkens“ und verwies auf die Bereicherung durch die Kommentarfunktion für journalistische Beiträge. Das sah Adrian Lobe in einem <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/ueber-die-repressive-zensur-von-facebook-13683475.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2">FAZ-Artikel</a> anders und konterte mit Kritik an der Zensurpolitik des Unternehmens. Auf der einen Seite sperrt der Sittenwächter Facebook Bilder aufgrund nackter Körperteilen, auf der anderen Seite werden Hasskommentare toleriert.</p>
<p><strong>Zensur, Algorithmus und Filterblase</strong></p>
<p>Facebook arrangiert länderspezifische Zensurpolitiken und biedere sich folglich autoritären Regimen an, meinen Beobachter. Allerdings gilt das nicht nur für die Türkei oder China. Denn auch in Deutschland werden etwa auf Grundlage des Verbots der Holocaustleugnung Inhalte zensiert. Inwieweit Facebook sich „anbiedert“ oder leidglich seine Existenz in derartigen Ländern absichert, bleibt diskussionswürdig. Umstritten ist außerdem, welcher Algorithmus unseren Newsfeed gestaltet. Werden wir in einer <a title="Filter Bubble, Algorithmen und kein Ausweg?" href="http://politik-digital.de/news/filter-bubble-algorithmen-und-kein-ausweg-142731/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Filterblase</a> intellektuell isoliert, wie einige behaupten? Wird uns eine Art Wohlfühluniversum vorgesetzt, in dem wir unsere Meinung nur bestätigt bekommen? Hier herrscht ein Meinungsstreit unter den Experten. Erst vor einigen Monaten fanden – Facebooks hauseigene – Sozialwissenschaftler in einer <a href="http://www.sciencemag.org/content/348/6239/1130.abstract" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie</a> heraus, dass tatsächlich eine politische Filterblase bestehe. Diese sei aber lediglich marginal. Demnach ist eine selektive Wahrnehmung von Nutzern größer, als die berechnete Wahrscheinlichkeit einen Artikel deshalb nicht sehen zu können, weil er nicht der eigenen politischen Position entspricht.</p>
<p><strong>Facebook-Nutzer wenig motiviert zu Online-Diskussion </strong></p>
<p>In demokratischen Gesellschaften können verschiedene Differenzen zwischen (aber auch innerhalb von) politischen Spektren und Parteien öffentlich bestehen. Wie gehen wir selbst damit um, wenn wir uns in virtuellen Sozialräumen befinden? Es scheint zumindest nicht so, dass Nutzer von sozialen Netzwerken wie Facebook selbst ein großes Interesse an politischen Kontroversen haben. Einer <a href="http://www.pewinternet.org/2014/08/26/social-media-and-the-spiral-of-silence/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">US-Studie</a> zufolge gibt es hier sogar eine geringe Diskussionsbereitschaft. Während 86% der US-Amerikaner angaben, offen für eine persönliche Diskussion über das NSA-Überwachungsprogramm der Regierung zu sein, sank diese Zahl in sozialen Netzwerken auf gerade einmal 41%. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich in sozialen Netzwerken die sogenannte „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schweigespirale" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schweigespirale</a>“ besonders zeige. Diese <a title="Schweigespirale: Bleib mir bloß weg!" href="http://politik-digital.de/news/schweigespirale-bleib-mir-bloss-weg-141700/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">umstrittene</a> Theorie beschreibt, dass Menschen ihre Bereitschaft zur öffentlichen Meinungsäußerung von der Mehrheitsmeinung abhängig machen. In diesem konkreten Beispiel mag es aber auch daran gelegen haben, dass das Thema der digitalen Überwachung ungern online, also unter den Augen der Kritisierten, diskutiert wird.</p>
<p>Eine weitere <a href="http://www.journalism.org/2014/10/21/political-polarization-media-habits/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie</a> aus dem Jahre 2014 untersuchte das Kommunikationsverhalten von US-Bürgern nach ihrer politischen Orientierung. Das interessante Ergebnis: Je deutlicher man sich zu einer politischen Orientierung (liberal/konservativ) bekannte, je höher war die Bereitschaft, auf Facebook Freundschaften zu kündigen oder zu blockieren, wenn deren politische Meinung von der eigenen Position abweicht. Während in der politischen Mitte etwa 24% äußerten schon einmal zu diesen Methoden gegriffen zu haben, neigten 31% der Konservativen und sogar 44% der Liberalen zu dieser Praxis. Eine ganz private Filterkultur, die bei den politisch aktivsten Befragten am stärksten ausgeprägt ist.</p>
<p>Ob der Nutzer tatsächlich als ein Opfer im System Facebook gesehen werden kann, das den Algorithmen ausgeliefert ist und durch diesen in seinem politischen Horizont beschränkt wird, ist fraglich. Die Politik des Unternehmens, dem Nutzer in erster Linie für ihn interessante Inhalte anzuzeigen, scheint nachvollziehbar. Dass durch diese Praxis unsere politische Einstellung tatsächlich nachhaltig verändert wird, lässt sich durch eine allgemeine Erkenntnis der Medienforschung anzweifeln: Medien verstärken die eigene Meinung, aber eine wirkliche Veränderung des Meinungsbildes findet selten statt. Der Nutzer betreibt von sich aus selektive Mediennutzung und möchte seine Meinung bestätigt sehen.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/132604339@N03/18161731052" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Joe The Goat Farmer </a><a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY 2.0)</a></p>
<div class="attribution-info"></div>
<div class="attribution-info">
<div class="attribution-info"> <img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-130752" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></div>
</div>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Journalismus nach Snowden: Wie sieht die Zukunft des Lecks aus?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Mar 2015 11:15:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Chelsea Manning]]></category>
		<category><![CDATA[Publikationen]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Clay Shirky]]></category>
		<category><![CDATA[Whistleblower]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Snowden]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie wird mit Daten umgegangen, die von Whistleblowern weitergegeben werden? Diese Frage diskutiert Journalismus-Experte Clay Shirky (“Here comes everybody”). Die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="big"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Journalismus.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145123" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Journalismus.jpg" alt="Journalismus" width="640" height="280" /></a>Wie wird mit Daten umgegangen, die von Whistleblowern weitergegeben werden? Diese Frage diskutiert Journalismus-Experte Clay Shirky (“Here comes everybody”).</p>
<p class="big">Die Veröffentlichung interner Dokumente von Unternehmen und Regierungen durch die Plattform Wikileaks war auch eine Kritik an den Massenmedien, die ihre aufklärerische Funktion als “Vierte Gewalt” in Demokratien nicht adäquat erfüllen würden. Mit den von Edward Snowden kopierten Daten der NSA hat sich das diesbezügliche Publikationsmodell weiter transformiert. In einem vorab veröffentlichen Auszug aus seinem neuen Buch “Journalism After Snowden: The Future of Free Press in the Surveillance State” reflektiert Clay Shirky “<a class="liexternal" href="http://www.cjr.org/analysis/the_value_of_digital_data.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The value of digital data</a>“.</p>
<p class="big">Die Bedeutung digitaler Daten für den Vorgang der Veröffentlichung von (Staats-) Geheimnissen ist im Vergleich zu historischen Whistleblowern immens: Noch nie war das “Leaken” so leicht. Nahezu alle Bürokratien nutzen die Digitalisierung, um Informationen und Inhalte leichter zu prozessieren und innerhalb von Institutionen zu zirkulieren. Die Verfügbarkeit digitaler Daten steht somit bereits im Widerspruch zum Versuch ihrer Geheimhaltung. Die Weitergabe von Daten ist deshalb aus der Perspektive ihrer Geheimhaltung zwar das größte Risiko, sie ist jedoch erforderlich, um etwa als Geheimdienst interessante Zusammenhänge zu erkennen: “<em>This dilemma grows more severe the more is to be kept secret, because large stores of data require increasingly automated processes of indexing and linking, which in turn require reducing barriers between data stores, so as to ‘connect the dots.’ And all this hoped-for dot-connecting requires scores of junior analysts and administrators just to manage basic operations</em>“, schreibt Shirky im Hinblick auf die Stellung von Snowden und seiner direkten Vorgängerin Chelsea Manning am unteren Ende der dienstlichen Hierarchie: Die Quellen von heute müssen also keine exponierte Position mehr in der jeweiligen Organisation einnehmen, um an brisantes Material zu gelangen.</p>
<h3>Transnationale Medienöffentlichkeit</h3>
<p class="big">Manning überließ ihr Material Wikileaks und damit wurde Julian Assange zur zentralen Figur der Veröffentlichung. Der Charismatiker organisierte dann die Distribution der Daten an diverse internationale Medien-Outlets. Diese Strategie zeichnet Shirky als eine zentrale Bedingung für die effektive Auswertung sowie die publizistische Resonanz aus. Darüber hinaus entzieht die geografische Verteilung das Material sowie seine Veröffentlichung dem Zugriff einer einzigen nationalen Rechtsprechung und verhindert, dass ein Medium allein darüber entscheiden kann, welche Informationen an die Öffentlichkeit gelangen. Dies habe Snowden nun selbst übernommen, indem er Laura Poitras und Glenn Greenwald direkt kontaktiert habe. Darüber hinaus beteiligt er sich nach anfänglicher Zurückhaltung selbst an der öffentlichen Interpretation von Dokumenten sowie an der Diskussion über die gesellschaftlichen Konseqenzen aus der offenbarten Überwachung. Greenwald gründete schließlich mit dem Datenschatz das Journalismus-Startup “The Intercept” unter der Dachmarke von Pierre Omydars “<a class="liinternal" href="http://www.netzpiloten.de/zwischen-stiftung-und-startup-projekte-und-probleme-bei-first-look-media/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">First Look Media</a>“.</p>
<h3>Ein öffentlich-rechtliches Wikileaks?</h3>
<p class="big">Während Shirky diese Entwicklung nicht weiter problematisiert, wurde sie in Deutschland schon frühzeitig kritisiert. So forderte der Herausgeber der Online-Zeitung “Berliner Gazette”, Krystian Woznicki, “<a class="liexternal" href="http://berlinergazette.de/open-the-snowden-files/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Open the Snowden Files!</a>” Die Monopolisierung des Zugangs zu den Original-Dokumenten durch die vom Whistleblower autorisierten Gatekeeper blockiere das demokratische Potenzial der Enthüllungen: “<em>Daten gelten als das ‘Öl des 21. Jahrhunderts’. In diesem Sinne könnte man davon sprechen, dass das Snowden-Material privatisiert worden ist von Leuten, die versuchen die Daten im Sinne ihrer eigenen Interessen auszubeuten.</em>“</p>
<p class="big">Demgegenüber skizziert Woznicki das gewissermaßen öffentliche-rechtliche Modell einer Plattform, die den offenen Zugang zu geleaktem Material gewährleisten soll. Dieser Ansatz impliziert im Gegensatz etwa zu den investigativen Rechercheverbünden journalistischer Provenienz die strikte Anonymisierung aller Dokumente durch eine vertrauenswürdige Instanz ebenso wie eine nutzerfreundliche Aufbereitung. An diesen und ähnlichen Aspekten ist jedoch bereits der Versuch von Wikileaks gescheitert, das Publikum stärker in den Prozess der Auswertung von publiziertem Material zu involvieren. Nicht zuletzt deshalb vertraut Shirky auch in Zukunft eher auf ein mutiges Mediensystem: “<em>Brave sources are going to require brave journalists and brave publications.</em>“</p>
<p><em>Dies ist ein Crosspost von Netzpiloten.de. Der Artikel ist zuerst <a class="external" href="http://www.netzpiloten.de/clay-shirky-journalismus-whistleblower/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dort</a> erschienen.</em></p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/mediedager/6287457050/in/photolist-azARVU-azuoDE-azuouS-azrHvg-azrcq4-aztRWA-aztRQ1-aztRCL-aztenC-azte8U-aztdPw-ajH4zp-a9XXon-9S34bV-9JYahE-9qhzVW-9qhzSo-9qexDi-9qhzeC-9qhzaU-9qhz7S-9qhz4S-9pYTiX-9q2UqC-9q2T5f-9pEw11-9pc43u-9p8Zy4-9pc1q1-9oA1Gh-9oA1sY-9j8Nut-9j8Nsc-9j8Noe-9eTTkY-9eTRQh-9eTQpf-9eTP99-9eQECi-9eTLHE-9eQC6v-9eQAcX-9eTGxN-9eTFjC-9eQwMe-9eTBvu-9eQsWr-9eQrVi-9eQqF4-9eTwcN" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nordiske Mediedager</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Studie: Demokratie kommt in Zukunft nicht ohne Internet aus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Claudia Ritzi]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Mar 2014 16:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Petition]]></category>
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		<category><![CDATA[politische Meinungsäußerung]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
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					<description><![CDATA[Dies ist ein Gastbeitrag der Politik- und Kommunikationswissenschaftlerin Dr. Claudia Ritzi von der Helmut Schmidt Universität Hamburg. Der vorliegende Text [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Online-Voting-fb-anonym.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-138546" alt="Online-Voting-fb-anonym" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Online-Voting-fb-anonym-630x208.jpg" width="630" height="208" /></a><br />
Dies ist ein Gastbeitrag der Politik- und Kommunikationswissenschaftlerin<b> <a href="http://www.hsu-hh.de/politiktheorie/index_xBoRB5sP5OGKAkpE.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dr. Claudia Ritzi</a></b> von der <a href="http://www.hsu-hh.de/politiktheorie/index_mbuNcqXVD2BRu7w8.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Helmut Schmidt Universität Hamburg</a>. Der vorliegende Text gibt erste Ergebnisse einer 2013 durchgeführten Studie wieder. Kaum ein Akteur im politischen Prozess hält die neuen Medien heute noch für bedeutungslos – doch viele stellen sich die Frage, ob politische Beteiligung im Internet die Meinungen der Bürgerinnen und Bürger ebenso aussagekräftig widerspiegelt wie klassische Beteiligungsformen. Eine Studie der Helmut-Schmidt-Universität zur politischen Beteiligung junger Erwachsener „online“ und „offline“  zeigt, dass Partizipation im Netz durchaus nicht nur unterhaltungsorientiert ist. Viele junge Menschen nutzen das Internet, um auf politische Missstände hinzuweisen – ein großer Teil von ihnen glaubt aber (noch) nicht, dass sie über das Internet auch bei politischen Eliten Gehör finden können.<i> </i><br />
Das Beispiel der E-Petitionen hat in den letzten Monaten prägnant aufgezeigt, wie viele Menschen sich heute über das Internet politisch beteiligen und welche politische Mobilisierungskraft in diesem Medium steckt. Doch was bedeutet es, wenn tausende Bürgerinnen und Bürger ihre Sympathie für ein politisches Anliegen zum Ausdruck bringen, indem sie „online“ eine Petition unterzeichnen? Ist das nur ein Zeitvertreib nach Feierabend? Oder eine ernstzunehmende politische Meinungsäußerung? Eine pauschale Beantwortung dieser Fragen ist weder möglich noch notwendig, um die Relevanz neuer Beteiligungsformen im Internet abzuschätzen. Stattdessen gilt es, die Gründe für politische Partizipation „online“ und „offline“ systematisch zu vergleichen.<br />
Am <a href="http://www.hsu-hh.de/politiktheorie/index_mbuNcqXVD2BRu7w8.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Institut für Politikwissenschaft der Helmut-Schmidt-Universität</a> haben wir im vergangenen Jahr eine repräsentative telefonische Befragung unter 1000 jungen Erwachsenen (22 bis 35 Jahre alt) durchgeführt, die einen solchen Vergleich erlaubt. <a href="http://www.hsu-hh.de/politiktheorie/index_XOQGMOIlQ10DTTXq.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Ergebnisse der Studie</a> zeigen, dass das Internet längst nicht mehr nur ein Spaß- und Unterhaltungsmedium ist. Von vielen  jungen Menschen wird es auch zur Ergänzung ihres individuellen Beteiligungsportfolios genutzt. Ein kurzer Überblick über zentrale Ergebnisse der Studie soll dazu dienen, die Relevanz politischer Beteiligung „online“ aufzuzeigen.<br />
Zunächst ist zu konstatieren, dass – ebenso wie dies für die meisten Formen politischer Beteiligung „offline“ gilt – Partizipation auch im Netz größtenteils ein <i>Minderheitenphänomen</i> ist: Nur knapp neun Prozent der Befragten gaben an, schon mal einen Politiker über das Internet kontaktiert zu haben, rund 14 Prozent haben schon mal einen Beitrag mit politischem Inhalt in den Social Media gepostet. Deutlich höhere Beteiligungsraten können E-Petitionen aufweisen: jede/r dritte Befragte hat schon einmal eine Petition im Internet unterschrieben.<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/1-Grafik_Beteilungsformen_Claudia-Ritzi.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-138542" alt="1-Grafik_Beteilungsformen_Claudia Ritzi" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/1-Grafik_Beteilungsformen_Claudia-Ritzi-630x338.jpg" width="630" height="338" /></a><br />
Den Social Media kommt also neben Petitions-Plattformen (wie beispielsweise <a href="https://www.openpetition.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">openpetition.de</a> oder den <a href="https://epetitionen.bundestag.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Seiten des Petitionsausschusses des Bundestages</a>) eine besondere Bedeutung für die Beteiligungslandschaft im Internet zu. Sie bieten nicht nur die größte Zahl an innovativen Beteiligungsmöglichkeiten, sondern werden auch vergleichsweise häufig genutzt.<br />
Allerdings ist auch anzumerken, dass die meisten politisch Aktiven sich nicht nur im Internet engagieren, sondern sowohl klassische als auch neue Beteiligungsformen nutzen. So stimmt auch lediglich ein Drittel der Befragten der Aussage „Ich partizipiere lieber online als offline“ zu. Die Zukunft der politischen Beteiligung liegt also nicht <i>nur</i> im Internet – dass bedeutet aber nicht, das demokratische Politik in der Zukunft ohne das Internet auskommen kann.<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/2-Grafik_Partizipation-on-und-offline_Claudia-Ritzi.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-138543" alt="2-Grafik_Partizipation on- und offline_Claudia Ritzi" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/2-Grafik_Partizipation-on-und-offline_Claudia-Ritzi-630x314.jpg" width="630" height="314" /></a><br />
Ein aus demokratietheoretischer Perspektive unerwünschtes Merkmal der aktuellen Beteiligungsstruktur ist jedoch, dass das Internet bislang nur wenige junge Menschen politisch mobilisieren kann, die sich „offline“ nicht beteiligen. So sind vor allem diejenigen jungen Erwachsenen politisch interessiert und engagiert, die einen überdurchschnittlich hohen sozio-ökonomischen Status aufweisen. Gering gebildete und einkommensschwache Bevölkerungsgruppen enthalten sich häufiger als andere Teile der Bürgerschaft der Beteiligung am politischen Prozess. Das Internet konnte an dieser Situation (bislang jedenfalls) nichts verändern, der Trend der wachsenden Beteiligungskluft zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen hält an. Ein starker sozialer „bias“ ist langfristig jedoch bedenklich, schließlich hat die Beteiligungsstruktur auch Einfluss auf die politische Agenda. Ein politisches System, in dem die Interessen der sozial Schwachen immer weniger Gehör finden, verliert deshalb sukzessive an demokratischer Qualität.<br />
Diese Überlegungen führen zu der Frage, mit welchen Absichten sich junge Menschen überhaupt politisch engagieren. In der klassischen Partizipationsforschung zählen nur jene politischen Aktivitäten als politische Beteiligung, die darauf zielen, Einfluss auf die politische Entscheidungsfindung zu nehmen. Das Schreiben eines Leserbriefes oder die Diskussion am Stammtisch werden in vielen Studien deshalb nicht als Partizipation gewertet.<br />
Auch mit Blick auf Beteiligungsmöglichkeiten im Internet wird immer wieder hinterfragt, ob sie denn überhaupt ernsthaft genutzt werden – oder ob das primäre Motiv des „Surfens“ im WWW nicht die Suche nach Spaß und Unterhaltung sei. Die Ergebnisse unserer Studie verdeutlichen, dass diese Vermutung falsch ist: rund 70 Prozent der Befragten gaben an, dass sie eine konkrete Beteiligungsform (z.B. das „Posten“ eines politischen Artikels) genutzt haben, um Einfluss auf die politische Entscheidungsfindung zu nehmen. Mehr als 80 Prozent der Befragten wollten durch ihr Engagement auf einen Missstand hinweisen und knapp 70 Prozent „ein Zeichen setzen“ – auch wenn sie nicht glauben, dass sie politisches Gehör finden können.<br />
Lediglich in rund 20 Prozent der Fälle hat das Motiv „weil es Spaß macht“ eine Rolle gespielt.<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/3-Grafik_Gründe-für-Partizipation_Claudia-Ritzi.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-138544" alt="3-Grafik_Gründe für Partizipation_Claudia Ritzi" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/3-Grafik_Gründe-für-Partizipation_Claudia-Ritzi-630x301.jpg" width="630" height="301" /></a><br />
Mit Blick auf die „Offline-Partizipation“ spielt das Motiv der Einflussnahme zwar eine stärkere Rolle (90 Prozent gaben an, dass dieses Motiv ihr Engagement anleitet), die Differenz zur „Online-Partizipation“ lässt sich aber vermutlich maßgeblich damit erklären, dass hier auch die Chance, tatsächlich Einfluss ausüben zu können, als besser eingeschätzt wird. Darauf deutet zumindest der Vergleich zur Häufigkeit des Motivs „Auf einen Missstand hinweisen“ hin, das mit Blick auf klassische Partizipationsformen von 70 Prozent der Befragten bejaht wurde – also seltener, als dies für die „Online-Beteiligungsformen“ gilt.</p>
<h3>FAZIT</h3>
<p>Die Ergebnisse der Studie sprechen also eine klare Sprache: Sie verdeutlichen erstens, dass das Internet von jungen Erwachsenen nicht nur als ein Spaßmedium genutzt wird. Gerade, wenn es um Politik geht, sind die Motive der Aktivität „online“ und „offline“ durchaus vergleichbar. Und zweitens zeigen sie auf, dass die so genannten „digital natives“ skeptisch mit Blick auf ihre Chancen sind, via Internet überhaupt Gehör bei der Politik zu finden.<br />
Nicht die Bürgerinnen und Bürger müssen also zukünftig unter Beweis stellen, dass sie sich auch in der digitalen Welt ernsthaft engagieren – vielmehr ist es an den Politikerinnen und Politikern zu verdeutlichen, dass sie das Engagement ihrer Wählerschaft ernst nehmen. Ganz gleich, ob diese sich „online“ oder „offline“ beteiligen.<br />
<em>Dieser Artikel ist ein Crosspost von Martin Fuchs&#8217; Blog <a href="http://www.hamburger-wahlbeobachter.de/2014/03/zwischen-ernst-und-unterhaltung-die.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Hamburger Wahlbeobachter“</a>. Der Artikel erschien zuerst dort.</em><br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/sofiagk/4583042411/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sofia Gk</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-NC-SA 2.0</a>)<br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></p>
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		<title>Widerstand: Verweigerung, Passivität oder Aktivismus? &#8211; Digitale Presseschau 10/2014</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Mar 2014 16:11:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[In einem Zitat, das Bertolt Brecht zugeschrieben wird, hieß es einst: „Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In einem Zitat, das Bertolt Brecht zugeschrieben wird, hieß es einst: „Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“. Dieses Zitat sollte man in Bezug auf das heutige Internet in allen Variationen lesen. Etwa: Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht. Oder: Wo Unrecht nicht zu Recht wird, das Unrecht beseitigt, also Unrecht fortbesteht&#8230; und so fort. Nur: Wie kann Widerstand aussehen? Hans Magnus Enzensberger empfiehlt uns diese Woche die totale Verweigerungshaltung – eine Art Ausstieg aus der digitalen Gesellschaft. Vielleicht wollen Sie auch weder Smartphone noch Tablet oder Rechner benutzen und in der Einöde der Passivität verharren? Nein? Dann sollten Sie sich schleunigst Gedanken über die heutige Form von Widerstand machen. In unserer Presseschau haben wir ein paar kritische Artikel gesammelt, die Denkanstöße liefern können.</p>
<h3 id="docs-internal-guid-4d69dcf0-5847-8592-3bf8-784861aa2cc8">Video der Woche</h3>
<p>http://www.youtube.com/watch?v=y2E936k0UW4<br />
Unser Video der Woche ist von der <a href="http://www.mediainitiative.eu/de/uber-uns/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Europäische Initiative für Medienpluralismus (EIMP)</a>, die Organisationen aus ganz Europa mit dem Ziel vereint, eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) voranzutreiben. Sie fordert die Einführung einer EU-Richtlinie über Medienpluralismus. Die Initiative wurde auch beim <a href="http://vimeo.com/88198862" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Netzpolitischen Abend“ der Digitalen Gesellschaft</a> am Dienstag vorgestellt.</p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/aussenminister-steinmeier-und-enzensberger-zwischen-ironie-und-reaktionaerem-ratschlag-1.1902761" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitalisierung: Hilft uns nur noch eine Verweigerungshaltung weiter?</a></h3>
<p>In der vergangenen Woche machte ein Aufruf des Schriftstellers Hans Magnus Enzensberger Schlagzeilen. Unter dem Titel <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/enzensbergers-regeln-fuer-die-digitale-welt-wehrt-euch-12826195.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Wehrt euch!“</a> präsentierte Enzensberger in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zehn Thesen, wie wir uns der Digitalisierung aller Lebensbereiche entziehen könnten. Sein Beitrag übersteigert die Warnung vor einem „technologischen Totalitarismus“ in die Aufforderung, das Handy wegzuwerfen, keine Kredit- und Bankkarten oder Online-Banking zu benutzen. War das Ironie? War das Sarkasmus? Oder war das ernst gemeint? Aus der Masse der Reaktionen auf Enzensberger wollen wir zwei hervorheben:<br />
Dirk von Gehlen ist der Ansicht, Enzensbergers Text flackere undeutlich <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/aussenminister-steinmeier-und-enzensberger-zwischen-ironie-und-reaktionaerem-ratschlag-1.1902761" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„zwischen kluger Ironie und reaktionärem Ratschlag“</a>.<br />
Don Dahlmann wendet sich gegen eine unterkomplexe Lesart von Enzensbergers Thesen, nach dem Motto: <a href="http://www.dondahlmann.de/?p=24474" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Der alte Opa will uns das Handy verbieten“</a> und versucht die Kritik aus den ironischen Thesen herauszudeuten.</p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/it-kapitalimus-fdp-chef-lindner-fuer-digitale-autonomie-europas-12833286.html?printPagedArticle=true" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Stimme aus dem Off &#8211; für digitale Autonomie auf europäischer Ebene</a></h3>
<p>Eine weitere Stimme – quasi aus dem Off der außerparlamentarischen Opposition – erhob Christian Lindner, Vorsitzender der FDP. Er fordert von der Bundesregierung rechtsstaatliche Regelungen zur Sicherung der individuellen Freiheit und der Privatsphäre, um digitale Autonomie gewährleisten zu können.</p>
<h3><a href="http://irights.info/grundeinkommen-statt-urheberrecht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kapitalismus und Internet</a></h3>
<p>Eine Rückschau – und damit auch eine Vorausschau – auf die Debatte um das Urheberrecht im digitalen Zeitalter versucht Ilja Braun auf iRights.info. Im Kontext der Unterscheidung zwischen zwei Traditionen der Kapitalismuskritik – <a href="http://www.uvk.de/buecher/alle/db/titel/details/der-neue-geist-des-kapitalismus////ch/62081d11f6eb005c62a5574e2d11c710/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">der Sozialkritik und der Künstlerkritik</a> – versucht Braun das moderne Urheberrecht mit dem bedingungslosen Grundeinkommen zusammenzudenken.</p>
<h3><a href="http://blog.zdf.de/hyperland/2014/03/wo-sind-die-sicheren-soziale-netzwerke/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sichere Soziale Netzwerke, die niemand benutzt</a></h3>
<p>Es gibt Alternativen zu den sozialen Netzwerken, die Daten wahllos speichern und verteilen. Und das schon seit längerer Zeit. Nur benutzt sie niemand. Warum eigentlich nicht? Andreas Winterer stellt alternative Soziale Netzwerke vor, die es ermöglichen, Daten zu schützen und Facebook und Google+ den Rücken zu kehren.</p>
<h3 class="western" style="margin-bottom: 0cm"><a href="http://www.brandeins.de/uploads/tx_b4/052_b1_03_14_Angst_vor_Ueberwachung.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Angst vor großen Datensammlungen: Unbehagen oder Trauma?</a></h3>
<p>Haben Sie Angst vor der NSA, Google, Facebook oder dem BND? Über die berechtigte Kritik der Datensammelwut von Unternehmen oder Geheimdiensten macht sich Mischa Täubner Gedanken. Er fragt, warum wir eigentlich Angst davor haben. Steckt gar ein „deutsches Trauma“ dahinter?<br />
Bild: Screenshot Video<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a><br />
&nbsp;</p>
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		<title>Digitalisierung im Kulturausschuss</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Feb 2014 10:26:47 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[In der 5. Sitzung des Ausschusses für Kultur und Medien gab Kulturstaatsministerin Monika Grütters auf die vor zwei Wochen gestellten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Monika_Grütters_2_Bild__Deutscher_Bundestag-Achim_Melde.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-137354" alt="Monika_Grütters_2_(Bild__Deutscher_Bundestag-Achim_Melde)" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Monika_Grütters_2_Bild__Deutscher_Bundestag-Achim_Melde-630x473.jpg" width="630" height="473" /></a><br />
In der 5. Sitzung des Ausschusses für Kultur und Medien gab Kulturstaatsministerin Monika Grütters auf die vor zwei Wochen gestellten Fragen der Ausschussmitglieder Antworten. Dabei standen vor allem medienpolitische Themen, wie die zeitgemäße Erweiterung des Rundfunkstaatsvertrags zu einem Medienstaatsvertrag, eine Reform des Urheberrechts und die Digitalisierung des Kulturerbes, im Vordergrund.</p>
<h3>Medienpolitik soll zeitgemäßer gestaltet werden</h3>
<p>Monika Grütters sieht bei der Neugestaltung des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rundfunkstaatsvertrag" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rundfunkstaatsvertrags</a> vor allem die Bundesländer in der Pflicht, von denen – unter Führung der Hansestadt Hamburg – ein Novellierungsvorschlag kommen muss, bevor der Bund agieren könnte. Ziel müsse dabei sein, dass es einen diskriminierungsfreien Zugang zu modernen Plattformen des Medienkonsums, wie z.B. Netflix und iTunes, gebe. Medienpolitik müsse sich von der monotonen Konzentration auf Radio und Fernsehen lösen und die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung erfassen, sagte die Kulturstaatsministerin im Ausschuss. Da es in diesem Bereich aber noch kein Regierungshandeln gibt, verwies Grütters erst einmal auf die Aussagen im <a href="http://www.tagesspiegel.de/downloads/9134794/3/Koalitionsvertrag" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Koalitionsvertrag der Großen Koalition</a>.<br />
Ein wichtiges Thema der medienpolitischen Agenda wird das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Medienkonzentration" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Medienkonzentrationsrecht</a> sein, denn die Sicherung der Meinungsvielfalt ist für Grütters ein Kulturgut und kein rein wirtschaftliches Thema des Kartellrechts. Wenn sich meinungsmachende Medien crossmedial aufstellen und ihre althergebrachten Strukturen umstellen und erweitern, muss geklärt werden, was zu tun ist. Grütters ist sich noch nicht sicher, ob einer Verschärfung von Presserechtsklauseln oder eine Anpassung des Kartellrechts notwendig sind oder sogar eine größere Reform des Medienrechts auf die Tagesordnung müsste. Fest steht für Grütters nur, dass beim Thema <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Presse-Grosso" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Presse-Grosso</a> das für den 26.02.2014 erwartete Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf abgewartet werden müsse und in der Folge der weitere Instanzenweg. Bevor es ein endgültiges Urteil gibt, sei von der Bundesregierung keine Initiative zu erwarten.</p>
<h3>Langzeitperspektive: Reform des Urheberrechts und Digitalisierung der Kultur</h3>
<p>Beim Thema Urheberrecht versteht Grütters ihr Amt als das, was es ist: Klientelbefriedigung. In der zu erwartenden Debatte um eine Reform des Urheberrechts, den sogenannten 3. Korb, räumt sie die bisherige Inaktivität der Bundesregierung ein, ist sich aber sicher, dass es in dieser Legislaturperiode auf die politische Tagesordnung rückt. Bundesjustizminister <a href="https://twitter.com/HeikoMaas" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Heiko Maas</a> äußerte sich in seiner Rede vor dem Rechtsausschuss ähnlich. Grütters will dabei konsequent die vermeintliche Position der Urheber vertreten bzw. die der Interessenverbände der Verwertungsindustrie. Von Interesse für Urheber könnte die mögliche Evaluierung des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Urhebervertragsrecht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Urhebervertragsrecht</a> werden, die eine echte Stärkung von Urhebern bedeuten könnte. Seit der Neufassung im Jahr 2002 wurde das Gesetz nicht aktualisiert, die zunehmende Kritik an der wirtschaftlichen Lage von Urhebern lässt aber vermuten, dass das Gesetz nicht die gewünschte Wirkung erzielt hat. Vor allem im journalistischen Bereich wird seit Jahren vor einer zunehmenden Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse gewarnt. In dem Zusammenhang ist mit einer vorsichtigen, zusammen mit Sozialministerin Andrea Nahles geplanten, Reform der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstlersozialversicherung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Künstlersozialkasse (KSK)</a> zu rechnen. Von Rettung oder gar einer Stärkung der KSK möchte aber zur Zeit niemand sprechen.<br />
Beim Thema Digitalisierung wird Grütters‘ Einfluss Grenzen haben. Das Thema liegt bei insgesamt <a href="http://politik-digital.de/federfuehrende-mitberatung-der-netzpolitik-ausschuss-im-bundestag/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vier Bundesministerien verteilt</a>, und von den zuständigen Ministern Gabriel (Digitalisierung der Wirtschaft), Maas (Urheberrecht und Verbraucherschutz), Dobrindt (digitale Infrastruktur) und De Maizière (Datenschutz) hat sich bisher nur der Bundesinnenminister mit Grütters getroffen und angekündigt, vor allem bei gesellschaftlichen Fragen auf die Expertise des Kulturausschusses zu setzen. Die Digitalisierung der Gesellschaft ist für De Maizière ein persönliches Anliegen, für das sein Ministerium keine eigenen Kompetenzen hat. Grütters muss hier wichtige Anliegen, wie den Ausbau der digitalen Bibliothek Europeana und die Digitalisierung von Kinos, wofür der Bund bereits mehr als 21 Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat, im Dialog und mit finanzieller Unterstützung der anderen Ministerien gestalten.</p>
<h3>Engagement und Klientelpolitik</h3>
<p>Nach ihrer Vorstellung im Kulturausschuss ist davon auszugehen, dass Monika Grütters wesentlicher aktiver als ihr Vorgänger Bernd Neumann agieren wird. Bei ihrer vergleichsweise schwachen Rolle im Kompetenzgerangel zwischen den großen Ministerien, auf die das Thema Digitalisierung aufgeteilt ist, bleibt ihr auch nicht viel anderes übrig, als durch Engagement Einfluss zu nehmen und von Zeit zu Zeit den kurzen Weg zwischen ihrem Büro und dem der Bundeskanzlerin zu wählen. In der Debatte um eine Modernisierung des Urheberrechts ist zu befürchten, dass Grütters wohl sture Klientelpolitik betreiben wird, was der gesellschaftlichen Bedeutung des Themas nicht gerecht wird.<br />
<em><strong>Disclosure</strong>: Aufgrund der Verweigerung von Akkreditierungen für Online-Medien konnte eine Berichterstattung nur durch persönliche Einladung der Bundestagsabgeordneten Tabea Rößner (https://twitter.com/TabeaRoessner) (Bündnis 90/Die Grünen) ermöglicht werden. Vielen Dank für die Unterstützung.</em><br />
Bild: Deutscher Bundestag/Achim Melde<br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
&nbsp;</p>
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