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	<title>Medienbranche &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Medienbranche &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Links, zwo, drei, vier – KW 02</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Jan 2011 16:03:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Medienbranche]]></category>
		<category><![CDATA[Lobbyismus]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Internet-Zensur]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Wikileaks]]></category>
		<category><![CDATA[Datenjournalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Online-Zensur in Tunesien, Doppelmoral in der Medienbranche, Zerbrechlichkeit der Demokratie und Kinderkrankheiten des neuen Personalausweises - dies und mehr in der Linkliste.     
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Online-Zensur in Tunesien, Doppelmoral in der Medienbranche, Zerbrechlichkeit der Demokratie und Kinderkrankheiten des neuen Personalausweises &#8211; dies und mehr in der Linkliste.     </p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
<b><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2011-01/tunesien-zensur-facebook" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zensur im Web 2.0</a></b><br />
Die willkürliche Auslegung und Durchsetzung der Internet-Zensur in Tunesien, gerade gegen regimekritische Bürger, hinterfragt Eike Kühl von Zeit Online. Seit April vergangenen Jahres würden Videoportale wie Youtube blockiert, der Zugriff auf nationale Nachrichtenseiten eingeschränkt und soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter zensiert. Seit kurzem nutze die Zensur-Behörde Agence Tunisienne d&#8217;Internet (ATI) zudem einen JavaScript-Code, um die Passwörter von Facebook-, GMail- und Yahoo-Nutzern aufzuzeichnen und die Nutzerdaten auszuspionieren.
</p>
<p>
<b><a href="http://blog.zdf.de/zdfdasblog/2011/01/wer-hat-angst-vor-wikileaks-1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Einseitiger Fokus auf WikiLeaks</a></b><br />
Im ZDF-Blog denkt Marius Sixtus laut über die Veröffentlichung von US-Geheimdepeschen auf WikiLeaks nach. Der Glaube von Regierungen wie den USA, man müsse und könne WikiLeaks stoppen, sei unrealistisch. Die Konzeption des Internet erlaube es, dass andere Akteure problemlos die Rolle des Whistleblowers übernehmen bzw. auf andere Art und Weise dessen Ziele umsetzen können, so Sixtus. Regierungen müssten sich an frei zugängliche Informationen gewöhnen.
</p>
<p>
<b><a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2011/01/spiegel-fas-facebook" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Lobbyismus der Medienbranche</a></b><br />
Thomas Knüwer hält die öffentlichen Debatten rund um den Datenschutz für verlogen, da sich die Medienbranche erfolgreich für die Beibehaltung des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Listenprivileg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Listenprivilegs</a> stark gemacht hätte. Diese Regelung erlaube ihr auch zukünftig den Adresshandel mit personalisierten Nutzerdaten zu Marketingzwecken und die Weitergabe an Dritte. Zugleich stellt Knüwer fest, dass sich diese klassische Methode des &quot;Datenverkaufs&quot; immer weniger bezahlt mache und durch eine Selbstvermarktung von Social Networks abgelöst würde.
</p>
<p>
<b><a href="http://www.theeuropean.de/evgeny-morozov/5085-die-digitale-gesellschaft?utm_source=Postings&amp;utm_medium=link&amp;utm_campaign=TE-Postings&amp;utm_source=owly&amp;utm_campaign=TE-Postings" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Recht und Gesetz im </a><a href="http://www.theeuropean.de/evgeny-morozov/5085-die-digitale-gesellschaft?utm_source=Postings&amp;utm_medium=link&amp;utm_campaign=TE-Postings&amp;utm_source=owly&amp;utm_campaign=TE-Postings" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internet</a></b><br />
Über die Zerbrechlichkeit der Demokratie schreibt Evgeny Morozov im TheEuropean. Grund für die Warnung vor dem Regime-Kollaps seien die vielfältigen Möglichkeiten, die das Internet bietet. Denn es gäbe auch antidemokratische Kräfte, die sich das Netz zunutze machen würden. Daher müsse die digitale Öffentlichkeit in einen rechtsstaatlichen Raum eingebettet werden, fordert Morozov.
</p>
<p>
<b><a href="http://www.mediummagazin.de/magazin-plus/thema-datenjournalismus-das-beispiel-zeit-online" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview zum Datenjournalismus</a></b><br />
Zeit-Redakteur Sascha Venohr erklärt am Beispiel seines investigativen Beitrags über rechtsradikale Gewalttaten die Datenjournalismus-Strategie seiner Redaktion. Die Entscheidung, ein Thema datenjournalistisch anzugehen, hinge ganz explizit von den zur Verfügung stehenden Datenquellen ab und könne nicht über&#8217;s Jahr geplant werden. Auch müsse genügend Expertise in der Redaktion zur Verfügung stehen, um innerhalb weniger Tage aktiv zu werden, so der Autor.
</p>
<p>
<b><a href="http://www.fr-online.de/politik/gute-zeichen--schlechte-zeichen/-/1472596/5199282/-/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Thomas de Maizière verursacht Systemabsturz</a></b><br />
Sebastian Michael Brauns verweist auf ein Problem beim neuen Personalausweis. Vor allem Ausweis-Namen, die mit einem Akzent geschrieben würden &#8211; wie z. B. der von Bundesinnenminister Thomas de Maizière -, könnten von Meldeämtern nicht digital registriert werden. Es käme dabei gar zu Systemabstürzen. Auch bei der Ausweis-App gebe es noch erhebliche Mängel.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Duales Ausbildungssystem in der New Economy &#8211; Expertenchat zum Thema in Kooperation mit NADIV</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/duales_ausbildungssystem_in_der_new_economy_expertenchat_zum_thema_in_kooperation_mit_nadiv-402/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Mar 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Multimedia]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerkschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Karl-Heinz Kaschel-Arnold]]></category>
		<category><![CDATA[ver.di]]></category>
		<category><![CDATA[Medienbranche]]></category>
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					<description><![CDATA[<table cellspacing="12" width="350">
	<tbody>
		<tr>
			<td width="120"> <a href="http://www.nadiv.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"><img src="http://www.politik-digital.de/images/nadiv/nadiv_weblogo.jpg" border="0" /></a></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<table cellspacing="12" width="350">
<tbody>
<tr>
<td width="120"> <a href="http://www.nadiv.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/images/nadiv/nadiv_weblogo.jpg" border="0" /></a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><!--break--><br />
<span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span></p>
<table border="0" width="99%">
<tbody>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td> Herzlich willkommen beim Expertenchat von politik-digital und dem<br />
			&quot;Netzwerk Arbeit durch Innovation&quot; (nadiv) aus Schleswig-Holstein. Dies<br />
			ist der erste von insgesamt vier Experten-Chats des Forschungsverbundes<br />
			nadiv, in denen der Frage nachgegangen wird, welches<br />
			Arbeitsmarktpotenzial in den Neuen Medien steckt. Der Titel des<br />
			heutigen Expertenchats: &quot;Ist das duale Ausbildungssystem für die New<br />
			Economy noch sinnvoll?&quot; Unser Gast ist Karl-Heinz Kaschel-Arnold, als<br />
			Abteilungsleiter bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi/IG Medien<br />
			zuständig für berufliche Bildung und Technologie. Guten Tag Herr<br />
			Kaschel-Arnold!<br />
			Erste Frage: Herr Kaschel-Arnold hat als Arbeitnehmervertreter in<br />
			verschiedenen Expertengruppen an der Schaffung neuer<br />
			Arbeitsbezeichnungen mitgewirkt. Dank Ihnen gibt es nun also zum<br />
			Beispiel die Berufsbezeichnung &quot;Mediengestalter/in für Digital- und<br />
			Printmedien&quot;. Lassen Sie uns doch hier gleich einsteigen: Warum<br />
			brauchen wir solche neuen Berufsbezeichnungen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Hallo! Berufsbezeichnungen kennzeichnen einen wesentlichen Punkt:<br />
			Die Kernkompetenzen, die die Absolventen nach ihrer Ausbildung<br />
			vorweisen sollen. Hier: Diese Menschen decken das gesamte Feld der<br />
			Medien ab.
			</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Kernel:</b></td>
<td>Warum sollen Azubis aus neuen Medienberufen noch in die Schule gehen? Auf dem Job lernen sie vielleicht viel mehr?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Es gibt auch bestimmte theoretische Grundlagen und Ergänzungen, die<br />
			der einzelne Betrieb oder die Agentur allein nicht abbilden können. Zum<br />
			Beispiel Medienethik oder Medienrecht, das in der Schule kompakt<br />
			vermittelt werden kann., oder Grundlagen der Farblehre für das Design.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Hartwig:</b></td>
<td>Als Berufsschüler sehe ich nicht ein, warum ich noch in die Schule<br />
			gehen soll. Meine Lehrer haben weniger Praxiserfahrung als ich!</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Solche Lehrer kenne ich auch, das ist in der Tat ein Problem.<br />
			Spricht aber nicht grundsätzlich gegen Lehrer und Berufschulen. Weil es<br />
			Mängel gibt, haben wir in der Branche ein Projekt &quot;Mediengestalter<br />
			2000plus&quot; gestartet, bei dem auch die Ausbilder ausgebildet oder<br />
			weitergebildet werden sollen. Das ist in der Tat nötig.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Berta:</b></td>
<td>Gibt es für den Multimedia-Bereich eigentlich Alternativen zu einem dualen Ausbildungssystem?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Die Branche hat ja angefangen mit den Menschen, die sich alles<br />
			selbst beigebracht haben oder aus den Unis und FHs kamen. Es hat sich<br />
			aber gezeigt, das das allein nicht ausreicht! Akademiker werden auch<br />
			gebraucht, aber ein Großteil der Stellen wird mit gut ausgebildeten<br />
			Leuten aus dem dualen System besetzt werden können.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Berta:</b></td>
<td>Meistens sind die Schüler doch ohnehin schon auf einem besseren Wissenstand als die Ausbilder, was meinen Sie?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Stimmt nur zum Teil. Ausbilder sind beispielsweise auch die Leute,<br />
			die bei Pixelpark oder anderen Agenturen arbeiten. Leute aus der<br />
			Praxis. Das es Mängel gibt, gebe ich zu. Das ist aber auch kein Wunder<br />
			in einem völlig neuen Bereich. Heute kann man in der Financial Times<br />
			über die Pixelpark-Bilanzpressekonferenz lesen, das dort bestimmte<br />
			Kompetenzen wie Projektmanagement oder IT-Kompetenzen fehlen. Merke:<br />
			Nicht jeder Praktiker ist automatisch perfekt!</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Hartwig:</b></td>
<td>Geben Sie nicht damit zu, dass die Lehrer nicht mehr zeitgemäß ausbilden können? Zumindest in diesen Berufen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Das stimt so pauschal nicht. Sowohl in den Schulen als auch in den<br />
			Firmen und Agenturen muss in die Ausbildung der Ausbilder investiert<br />
			werden. Ich kenne eine ganze Reihe junger Berufsschullehrer, die mit<br />
			Praxiserfahrungen in ihren Beruf gekommen sind und sehr fit sind in<br />
			ihrem Feld. </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Pooh:</b></td>
<td>Was wollen Sie eigentlich tun, um das duale System im IT-Bereich attraktiver zu machen und die Leute von den Unis zu holen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td> Es geht nicht darum, die Leute von den Unis zu holen. Die werden<br />
			auch dringend gebraucht. Aber um alle Plätze besetzen zu können,<br />
			braucht es drei bis vier Mal so viel Azubis, wie es jetzt schon gibt,<br />
			trotz des enormen Wachstums der letzten drei Jahre. Attraktiv sind die<br />
			Berufe, das zeigt die gigantische Nachfrage. Auf einen Ausbildungsplatz<br />
			komen bis zu dreihundert BewerberInnen.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Hartwig:</b></td>
<td>Was sind denn die Qualitäten, die ich nur im dualen System lerne?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Die Verbidung von praktischer Arbeit im Betrieb mit grundlegenden<br />
			Kenntnissen, die für die ganze Branche gelten, plus dem<br />
			Hintergrundwissen aus der Berufsschule. Außerdem sind die Berufe des<br />
			dualen Systems auch Grundlage für Bezahlung und tarifliche Regelung.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Becero:</b></td>
<td>Ist eine Gewerkschaft im Multimedia Bereich, besonders bei<br />
			Startup-Unternehmen überhaupt noch gefragt &#8211; kann sie diese<br />
			Berufsgruppen überhaupt erreichen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Ganz eindeutig! Gerade während der Krise des letzten Jahres hat<br />
			sich gezeigt, dass es eine ungeheure Nachfrage gibt. Dazu gehört auch,<br />
			dass wir als Gewerkschaften hier anders arbeiten als in klassischen<br />
			Betrieben.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Kasc:</b></td>
<td>Sind die Gewerkschaften nicht etwas langsam in ihrer Reaktion auf<br />
			die neue Arbeitswelt? Hätte man nicht schneller reagieren können?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Überholen können wir die Entwicklung nicht, aber wir sind am Ball.<br />
			Seit 1997 gibt es ein Kooperationsbüroo Medien und Arbeitswelt von vier<br />
			Gewerkschaften. Wir bieten dort z.B. ein Callcenter mit Beratung zu<br />
			allen Fragen der Telearbeit (on-forte) oder ein Callcenter Mediafon,<br />
			bei dem alle Fragen von Freelancern aus der Branche beantwortet werden.
			</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Poldine:</b></td>
<td>Was halten Sie von dem oft gewerkschaftsfeindlichen Klima in der New Economy?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Das Klima in der New Economy wird zunehmend freundlicher. So<br />
			funktioniert z.B. eine Kündigung in der N.E. genauso wie in der Old<br />
			Economy und trifft die einzelnen genauso hart. Und auf Dauer 60 und<br />
			mehr Stunden /Woche zu arbeiten ist auch nicht so attraktiv. Hier<br />
			können Gewerkschaften Schutz und Regelungen organisieren, ohne dass man<br />
			deshalb zum zementierten 7 Stunden Tag mit Stechuhr zurück muss.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Hugo:</b></td>
<td>Wie schätzen Sie die Zukunft der New Economy ein? Was sagen Sie zum Beispiel zu der Pixelpark-Pleite?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Pleite ist Pixelpark ja nicht, aber in der Realität angekommen wie<br />
			viele anderen new-economy Firmen auch. Jetzt muß man erkennen, das<br />
			manche Regeln und Gesetzmässigkeiten sich nicht geändert haben.<br />
			Berufsausbildung kann ein Beitrag dazu sein, etwas zu verbessern.<br />
			Pixelpark musste zB zugeben, das man Projektmanagement nicht richtig<br />
			beherrscht. Das lernt man im dualen System (zumindest die Grundlagen).<br />
			Also: Es geht weiter, aber realistischer als vor einem Jahr.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Becero:</b></td>
<td>Inwiefern sind Sie der Ansicht, dass viele Regelungen des<br />
			BetriebsverfassungsG auf junge und kleine Unternehmen gar nicht<br />
			anwendbar sind und sich die traditionellen Gewerkschaften dahingehend<br />
			nicht weit genug geöffnet haben? Diese Diskussion kam ja u.a. auch in<br />
			den Landtagswahlen in Nordrhein-W. und Baden-W. auf.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Wir haben immer gesagt, das ers bestimmte grundlegende Änderungen<br />
			geben muss. Die ver.di-Medien (IG Medien) hat 23.000 Freelancer als<br />
			Mitglieder. In unserem Rechtssystem werden die genauso behandelt wie<br />
			der Bertelsmann-Konzern. Das stimmt juristisch, aber nicht in der<br />
			Realität. So brauchen wir zum Beispiel eine völlig neue Definition von<br />
			solchen arbeitenden Menschen und ihren Rechten. Dafür setzen wir uns<br />
			ein.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Gync:</b></td>
<td>Ganz konkret: Wie viele Mitarbeiter dürfen sich bei verdi darum kümmern, dass mehr<br />
			Gewerkschaftsmitglieder aus dieser Branche gewonnen werden?
			</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Auf den Kopf genau kann ich das nicht sagen, aber es gibt<br />
			bundeswsweit das Projekt TIM (Telekom-Medien-IT) in dem rund 15 Leute<br />
			arbeiten, 8 betreuen nur den Privatfunk (Viva, RTL, pro7), es gibt 16<br />
			regionale Projekte mit jeweils mindestens zwei MitarbeiterInnen, wir<br />
			haben 12 Leute im onforte-Projekt für Telearbeit, ein Kreis von über 20<br />
			Experten, die bei mediafon Freiberufler beraten , dazu backoffice in<br />
			der &quot;klassischen&quot; Verwaltung: also eine ganze Menge (Nicht<br />
			vollständig).Und: es ist und wird ein Schwerpunkt für ver.di-Medien.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>DrSpokk;</b></td>
<td>Ist ver.di nicht ein struktureller Schritt in die falsche Richtung?<br />
			Eine neue Großorganisation, die der schnellen und flexiblen New Economy<br />
			gar nicht gewachsen ist?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Stimmt so nicht! Ver.di ist eine Matrixorganisation, d.h. neben dem<br />
			Hauptvorstand in Berlin gibt es 13 teilautonome Fachbereiche, z.B.<br />
			ver.di-Medien oder ver.di-IT und Telekommunikation, die sich um<br />
			einzelne Branchen kümmern. Außerdem arbeiten wir mit vielen Teams und<br />
			Projekten für spezielle Zielgruppen, z.B. Multimediaagenturen.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Anastasia:</b></td>
<td>Wie stark ist die IG-Medien eigentlich allgemein im Internet engagiert?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Wie meinst Du das?  Wir haben eine WWW-Page und betreuen die Branche.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Hugo:</b></td>
<td>Meinen Sie, dass ein Unterrrichtsfach &quot;Medien&quot; oder &quot;Internet&quot;<br />
			bereits an den normalen Schulen eingeführt werden sollte, damit die<br />
			Schüler den Anschluss nicht verpassen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Klar doch! Aber dazu reicht ein Program &quot;Computer an die Schulen&quot;<br />
			nicht aus. Der ganze Unterricht muß dann auch neu gestaltet werden. </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Basecap:</b></td>
<td>Brauche ich überhaupt eine Ausbildung um in den Neuen Medien zu arbeiten? Die nehmen doch jeden, der Ahnung von Computern hat.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Das ist teilweise auch so, aber so sehen leider auch viele Produkte<br />
			aus! Die Kunden verlangen zunehmend Qualität und das setzt Menschen<br />
			voraus, die vernünftig ausgebildet sind und ein bischen mehr können als<br />
			nur in den Computer &quot;hacken&quot;.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Supergrass:</b></td>
<td>In welchen Bereichen der New Economy ist dann überhaupt noch eine universitäre Ausbildung sinnvoll?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>In allen, was aber kein Wiederspruch dazu ist, daß es auch viele<br />
			Menschen geben muß, die auch im dualen System ausgebildet sind. Beides<br />
			gehört zusammen.</td>
</tr>
<tr valign="top">
<td align="right" valign="top"><b>Anastasia:</b></td>
<td>Was kann von Seiten der Regierung getan werden, um die Ausbildungsmöglichkeiten im IT-Bereich zu verbessern?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Die Regierung kann und soll bestimmte Rahmen setzen, etwa für einen<br />
			Anspruch auf Weiterbildung im Beruf oder Regeln, wie Qualitätsstandards<br />
			erarbeitet werden können. Die Hauptarbeit sollte aber in der Branche<br />
			selbst laufen zwischen den Firmen und den Beschäftigten und ihren<br />
			Organisationen. Das läuft seit langer Zeit ganz gut. Gefragt sind auch<br />
			Rahmenregeleungen etwa um das Urheberrecht der Produzenten<br />
			(=Beschäftigten) zu regeln oder den Datenschutz. Sowas regelt der Markt<br />
			nicht allein. Ansonsten soll es dabei bleiben, das es bundesweit<br />
			einheitliche Ausbildungen gibt, damit man unter dem Begriff<br />
			Mediendesigner in Hamburg das gleiche versteht wie in München.</td>
</tr>
<tr valign="top">
<td align="right" valign="top"><b>Pooh:</b></td>
<td>Was halten Sie denn dann von den Vorwürfen an die IT-Branche: Die<br />
			Leute werden ausgenutzt, schlecht bezahlt und machen die meisten<br />
			Überstunden?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Das ist eine Seite und das gibt es auch . Die andere Seite: die<br />
			meisten Leute arbeiten gerne und mit Lust in ihren Aufgaben, und das<br />
			soll auch so bleiben. Unser Punkt als Gewerkschaft ist: Daraus darf<br />
			nicht soziale Verantwortungslosigkeit werden. Wir brauchen neue<br />
			Spielregeln des Umgangs miteinander. Daran arbeiten wir. Also: Nicht<br />
			altbackene starre Zwangsregeln, aber auch nicht Wildwest.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Servus:</b></td>
<td>Verdient man in der Medienbranche tatsächlich besser, wenn man ausgebildet wurde? Gibt es eine Untersuchung dazu?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Im Prinzip ja. Leider gibt es sehr wenige Untersuchungen wie die<br />
			vom High Text Verlag / DMMV und Umfragen und Aufstellungen, die wir als<br />
			Gewerkschaften machen. Eines zeigt sich darin aber deutlich: Je besser<br />
			die Ausbildung desto höher das Einkommen oder die Honorare.;</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Kasc:</b></td>
<td>Wie halten es eigentlich unsern europ. Nachbarn mit der Ausbildung? Gibt es da auch duale Systeme?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Duale Systeme gibt es in Skandinavien, den Niederlanden, Österreich<br />
			und der Schweiz. Andere Länder wie Italien oder Frankreich bilden nur<br />
			an Schulen aus. Danach kommt der &quot;Praxisschock&quot;. Interessant sind die<br />
			USA: dort baut die Regierung ein Ausbildungssystem auf, besonders für<br />
			den IT- und Medienbereich, das unserem System ziemlich ähnich ist. Die<br />
			machen das mit der Begründung, daß sie die Nummer eins weltweit bleiben<br />
			wollen und das nur mit einer systematischen Ausbildung schaffen können.<br />
			Das sollten sich unsere deutschen Systemkritiker mal näher anschauen!</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Liebe Chat Teilnehmer, unsere Zeit ist fast um. Wir bitten nochmal<br />
			um Verständnis für die Verschiebung des Chats. Grund war der Lufthansa<br />
			Streik und die daraus resultierende Verspätung von Herrn<br />
			Kaschel-Arnold. Jetzt kommen wir zur letzten Frage:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Kasc:</b></td>
<td>Wie sind sie zur Gewerkschaftsarbeit gekommen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Als ich anfing, als Journalist zu arbeiten, war es in der Redaktion<br />
			selbstverständlich, Gewerkschaftsmitglied zu sein. Für mich persönlich<br />
			war das auch klar. Das ist sicher auch ein Grund warum fest angestelle<br />
			Journalisten nicht schlecht verdienen. (In einem Tarifvertrag<br />
			abgesichert). </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>So, die Stunde ist um. Im Namen von politik-digital und dem<br />
			Foschungsverbund &quot;Netzwerk Arbeit durch Innovation&quot; (www.nadiv.de)<br />
			möchten wir uns bei den Chatteilnehmern und bei Karl-Heinz<br />
			Kaschel-Arnold für die sehr aufschlussreiche Stunde bedanken. Der<br />
			zweite Termin unserer Reihe &quot;Experten-Chat mit nadiv&quot; ist der 18. April<br />
			zwischen 19 und 20 Uhr. Thema wird die Verknüpfung von Architektur,<br />
			Kommunikation und Multimedia sein: Machen eigens errichtete Stadtteile<br />
			mit luxuriöser Technikausstattung Sinn? Wo gibt es solche Projekte?<br />
			Fragen Sie unsere Chatgäste in drei Wochen. Bis dahin: Auf Wiederchat!</td>
</tr>
</tbody>
</table>
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		<title>Schwerelos im Cyberspace &#8211; Berlin im Medienrausch</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>BerlinBeta Version 2001, die 4. Ausgabe
des Festivals &#34;for Digital Media, Business and Culture&#34;, besteht aus einer
Konferenz, einem Filmfest und einer Reihe von Party-Events.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>BerlinBeta Version 2001, die 4. Ausgabe des Festivals for Digital Media, Business and Culture, besteht aus einer Konferenz, einem Filmfest und einer Reihe von Party-Events.</p>
<p>Die Konferenz, die am 31. August bis zum 01. September im Kino in der Kulturbrauerei, Prenzlauer Berg, stattfand, bot einen idealen Rahmen: Breite, gemütliche Sessel in mehr als ausreichender Stückzahl, neueste Konferenztechnik, Cola und Popcorn.</p>
<p>Die Voraussetzungen waren gegeben, doch einige der Panels konnten da inhaltlich nicht mithalten. Wohlklingende Schlagwörter wie design upgrade: Alltagsprache abschöpfen oder digital business finance: changing the dilemma sollten anzeigen, dass nach der Euphorie der letzten Jahre jetzt ein reality shift &#8211; ausgelöst durch den New Economy-Crash &#8211; stattgefunden hat.</p>
<p>Aber gerade das Panel design upgrade: Alltagsprache abschöpfen enttäuschte mit überholten Diskussionen zu Themen wie: Gibt es noch Jugendkulturen, Wer macht Trends? oder Underground oder Mainstream &#8211; der Killer-Vorwurf: sell-out, die vor Jahren schon im theorieverliebten Popdiskurs ausgiebig durchexerziert wurden. Hier wurden keine neuen Räume eröffnet, die man als innovativen Umgang mit der corporate culture bezeichnen könnte.</p>
<p>Auch die charmante Keynote von Phillip Dodd, Direktor des Institute of Contemporary Art in London, überzeugte nur auf theoretischer Ebene. Culture is central to economy war eines der Hauptargumente Dodds, der die Trennung von Kultur und Kommerz amahnte, da diese eine intellektuelle Sackgasse darstellen würde. Doch er verschwieg uns, wie es in der neuen digitalen Welt jenseits von Kultur und Kommerz aussieht. Welche Machtverhältnisse herrschen dort? Oder lösen sie sich von selber auf?</p>
<p>Schon die Struktur der Konferenz zeigt die Schwierigkeiten, beide Lager zusammen zudenken und auch zusammen zu bringen. Denn das ausgerechnet gleichzeitig laufende Panel digital business finance symbolisiert die Trennung, die zwischen den Bereichen Kultur und Business anscheinend liegt, der Berliner Mauer vergleichbar.</p>
<p>Keiner der folgenden Redner konnte die aufgestellte Forderung umsetzen, Verbindungen zu suchen oder Brücken zu bauen, so dass es sich bei dem Vortrag von Phillip Dodd eher um einen Wunsch für die Zukunft handelt. Das Ziel vor Augen, fehlt den Suchenden der rechte Weg.</p>
<p>Das dies verstärkt auf Deutschland zutrifft, zeigte der smarte Vortrag von Ekow Eshun, London. Er glaubt, daß er und seine Partner von Bug Consultancy die bisher existierenden Ausbeutungsverhältnisse der Kulturindustrie umkehren könnten. Ihr Ziel ist es, die großen Unternehmen abzuschöpfen und nicht mehr andersherum. Der übliche sell-out Vorwurf sei sowieso old-fashioned. In der Interpretation von Michael Michalsky (adidas) heißt das dann: express yourself &#8211; klar, kann doch heute jeder sein eigenes Ding machen &#8211; schwerelos im Kapitalismus &#8211; soziale Differenzen werden funky weggebeamt, damit der Marketing-Traumwelt die Ideen nicht ausgehen. Es ist alles frei, wie Chris Häberlein scharfsinnig bemerkte und damit dem missverstandenen Slogan der Postmoderne anything goes ein weiteres Mal huldigte. Nein &#8211; so stelle ich mir die Neue (kulturelle) Linke nicht vor. Ok &#8211; wenn von den Kreativen und Intellektuellen nicht viel Neues zu hören ist, vielleicht von der anderen Seite der Mauer, aus dem Zentrum der Macht selber: der Ökonomie. Highlight der Standortbestimmung, der sich die New Economy und ihre Verlierer, hier insbesondere die Medien- und Internetunternehmen, auf der BerlinBeta unterzogen, war das als Streitgespräch gedachte Zusammentreffen zwischen Heinz Top-Sanierer der Nation Dürr und Paulus der Hype ist vorbei Neef, Vorstandsvorsitzender der Pixelpark AG, Berlin. Deren Story des Aufstiegs und Falls steht symptomatisch für eine ganze Branche: Vom Helden der New Economy zum Träumer oder Versager. Klar, dass man da Rat sucht bei der Old Economy &#8211; oder gibt es eh nur einen Markt und seine unerbittlichen Gesetze &#8211; die Real Economy, wo Überschreitungen gnadenlos geahndet werden? Wer sind die Schuldigen?, war eine der spannenden Hauptfragen am späten Freitag nachmittag. Der väterliche Heinz Dürr ließ Milde walten und verbreitete die Mär von den bösen Geldgebern und Börsenanalysten, die die Sitten verdorben hätten. Die Finanzmärkte und ihr grenzenloses Venture Capital (VC) &#8211; Haffateure eben &#8211; seien die wirklich Schuldigen an der Misere. Er drückte den Sohn einer neuen frischen Unternehmenskultur an seine erfahrene Brust, der mit überzeugend gespielter Selbstkritik Vater Dürr für den Freispruch dankte. Da hat mir die soziale Kompetenz gefehlt verblüfte Dürr die zahlreichen Zuschauer ebenso wie den smarten Moderator. Der fromme Hinweis Dürrs, bei Entlassungen müsse man vielmehr mit den Leuten reden, war eine Anspielung darauf, dass es bei Entlassungen in der Internetbranche zu sozialen Härten gekommen sei. Wer kann das nicht besser einschätzen als Dürr, ehemaliger Bahnchef und Vorstandsvorsitzender der AEG, der in seiner Karriere nicht weniger als 250.000 Arbeitsplätze bei der Deutschen Bahn abwickelte. Nennt man das nicht einen Wolf im Schafspelz? Fazit der heiteren Runde: Bessere Manieren, weniger exzessiv durchgetanzte Disconächte &#8211; und schon bringen wir das schlingernde Schiff wieder auf Kurs. Aye, aye, Herr Kapitän! Kultur meint hier also Unternehmenskultur. Ach so &#8211; jetzt wird mir einiges klarer &#8211; danke BerlinBeta 2001. Neben der Bereitstellung eines Forums für die Medienbranche ist die BerlinBeta auch Teil einer Imagekampagne, die der Standortpflege Berlins als Topadresse für Medienunternehmen dienen soll. Daher präsentiert sich die BerlinBeta 2001 erstmalig unter dem neugeschaffenen Dach der Internationalen Medienwoche Berlin-Brandenburg. Einen interessanten regionalen Bezug stellte das Panel Freie Software Metropole Berlin? her. Hier ging es zum einen um den interessanten Aspekt von freier Software, eine politisch innovative und auch ökonomisch erfolgreiche Herausforderung des herkömmlichen Softwaremodells. Zum anderen gelang hier in eleganter Weise, sympathisch nüchtern im Auftreten, hochkarätig im Inhalt, was vorher Phillip Dodd gefordert hatte. Kultur und Kommerz berühren sich hier in vielfältiger Art. Auch das Motto der Konferenz: Konvergenz und Content wurde aufgegriffen. Zugleich war das Panel eine Vorankündigung für die internationale Konferenz <a href="http://www.mikro.org/Events/OS/wos2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.wizards of OS 2</a>, die vom 11.-13. Oktober 2001 in Berlin stattfinden wird. Fazit: Besuch sehr empfehlenswert! Rauschender Abschluß der Konferenz bildete das digitale Kaminfeuer, an dem sich niemand geringeres als Wired Gründer Louis Rosetto aufwärmen durfte. Vorher wurde noch eine Gedenkminute für den kürzlich verstorbenen Internet Pionier Wau Holland (Chaos Computer Club) eingelegt. Eine sehr sympathische Geste. Danach sprach die Stimme der digitalen Revolution über die Anfänge der Bewegung, in der seine Internet-Zeitschrift eine prominente Stellung inne hatte. Als Legende angekündigt, fühlt sich Mr. Rosetto und seine ebenfalls in Berlin weilende Lebensgefährtin Jane als Teil einer digital-communication revolution. Deren bescheidenes Ziel ist bis heute the &#8230; building of a new civilization. Gerne erinnerte er sich an die bescheidenen Anfänge als typische garage start-up-company story. Man tauschte cookies gegen technische Geräte, später Turnschuhe gegen Anzug. Doch die großen Visionen einen besseren Welt, hat er nach dem bitteren Rauswurf aus seiner eigenen Firma nicht vergessen. Wer hätte uns nicht besser daran erinnern können, worum es bei clicks &amp; bytes eigentlich geht: high ideals &#8211; social change. Danke Louis und seiner Lebensgefährtin Jane.</p>
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