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	<title>Medienkultur &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Medienkultur &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Identität im Kontext von Medienkultur</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:44:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
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		<category><![CDATA[Medienkultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="fett">Die Beschäftigung mit dem Begriff Identität        boomt &#8211; in vielen Disziplinen wird sie geführt und entsprechend        unübersichtlich ist das Feld mittlerweile geworden. Das Buch        &#8222;Medienidentitäten&#8220; will mit der Unübersichtlichkeit        aufräumen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Die Beschäftigung mit dem Begriff Identität boomt – in vielen Disziplinen wird sie geführt und entsprechend unübersichtlich ist das Feld mittlerweile geworden. Das Buch „Medienidentitäten“ will mit der Unübersichtlichkeit aufräumen.<!--break--></p>
<p>Bei der Untersuchung des Begriffs Identität stellt man schnell fest, da man bei diesem Forschungsgegenstand interdisziplinär vorgehen muss. Es gibt keine geschlossene Theorie, sondern mehrere übergeordnete Herangehensweisen, deren Ursprung sehr vielfältig ist und die aus zahlreichen Disziplinen kommen. Die Rolle der Identität in einer globalisierten Welt ist vielgestaltig. Ganz besonders dann, wenn der Einfluss der Medien berücksichtigt wird. Identität und Medien sind fast nicht mehr zu trennen. Diesem spannenden Feld versucht das von Carsten Winter, Tanja Thomas und Andreas Hepp herausgegebene Buch „Medienidentitäten“ gerecht zu werden. Aufgrund der aktuellen Diskussionen rund um die Identität verdient dieser Sammelband gegenwärtig eine genauere Betrachtung.<br />
Auf rund 400 Seiten kommen namhafte Experten zu Wort, die in fünf Abschnitten erklären, wie die zentralen Diskurse um den Begriff der Medienidentität in der Medien- und Kommunikationswissenschaft aussehen und wie die Vielschichtigkeit dieses Feldes deutlich zu machen ist. Nach einer Einleitung wird zuerst die Theorie angesprochen, danach werden mediale Angebote aufgeführt, im nächsten Schritt werden Alltagsbeobachtungen wie Talkshows, Soap Operas und andere populäre Phänomene empirisch analysiert. Schließlich werden die Chancen und Risiken angesprochen, die sich beispielsweise in politischen Protestplakaten, Globalisierungskritik oder Fanidentitäten ausdrücken.<br />
In der Einleitung diskutieren die Herausgeber die Frage, woher der Boom der Identitätsforschung in den Medienwissenschaften kommt und erörtern die Diskussionsfelder der kulturellen Identität und der Medien. Schließlich kommen die Autoren auf die theoretischen und empirischen Positionen des Bandes zu sprechen, die hier kurz umrissen werden sollen.<br />
Die Theoriediskussionen beginnen mit einem Beitrag von Friedrich Krotz, der Medien als Konstitution von Identität untersucht Dabei greift er auf die Theorie des symbolischen Interaktionismus zurück und plädiert für eine mediale Durchdringung der alltäglichen Lebenswelt. Carsten Winter widmet sich der konfliktären Artikulation von Identität im Kontext der Globalisierung von Medienkulturen, während Kurt Imhoff das Zusammenwirken von Öffentlichkeit und Identität betrachtet. Andreas Hepp beendet den Theorieexkurs mit der Frage der Deterritorialisierung: ihm geht es dabei vorrangig um die ethnischen, kommerziellen und politischen Aspekte von Medienidentitäten in Zeiten der Globalisierung. Nachdem die Theoriediskussionen eine differenzierte Einführung in das Thema ermöglichen, widmen sich weitere Autoren konkreten Identitätsangeboten in den Medien. Diese Beispiele sind rundweg passend und einwandfrei analysiert, doch entfalten sie oft erst auf den zweiten Blick ihre wahre Wirkung. Denn es ist überraschend, wenn man als Leser zuerst ein wenig irritiert von der Zeitschrift „Kolonie und Heimat“, der österreichischen Mediensituation am Beispiel des Atomkraftwerks Temelin in Tschechien oder der Darstellung von Dresdnern in Stadtvideos zu lesen bekommt. Nicht weit entfernt ist der Weg von den Identitätsangeboten hin zu den Medienidentitäten im Alltag. Nach einem Beitrag, der sich unter anderem der theoretischen Analyse kultureller Identität in den Cultural Studies widmet, liefert der Autor konkrete Beispiele: so wird sehr differenziert über die Identitätskonstitution italienischer Migrantenjugendlicher und über Talkshows und Daily Soaps gesprochen. Nach all diesen Beispielen werden Risiken und Potenzialen von Medienidentitäten dargestellt. Lothar Mikos erörtert die Risiken der öffentlichen Selbstdarstellung im Fernsehen, beispielsweise bei „Big Brother“, und widmet sich der durch die Medien ausgelösten Identitätsarbeit. Horst Niesyto und Peter Holzwarth beschäftigen sich mit der Jugendforschung im Bereich der Videoproduktionen als Möglichkeit interkultureller Kommunikation. Christian Wenger untersucht die Identitätsstiftung in Fangemeinden am Beispiel der Star-Trek-Fans und Jeffrey Wimmer und Sebastian Haunss diskutieren politische Fragen der Liberalisierung des Welthandels und Protestplakate und ihre Wirkung in Bezug auf die kollektive Identität sozialer Bewegungen.<br />
Die Schwerpunktsetzung vieler Beiträge auf zeitgenössische Medienanalysen und besonders in den Cultural Studies bedeutenden Themen wie Soaps oder Talkshows helfen dem Leser, die Verknüpfungen von Theorie und Praxis herzustellen. Auch wenn die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit Identitätsbildungsprozessen als alltägliches Problem empirisch einleuchtend daherkommt, kann der Prozess der Identitätsbildung mit seinen Ausmaßen schnell allzu mächtig erscheinen. Doch nicht nur die gutsortierte Literaturliste und die beeindruckende Zahl der Mitwirkenden machen diesen Sammelband zu einer wichtigen Quelle in Sachen Medienidentität. Vor allem die Zusammenführung der verschiedensten Themen und der gelungene Überblick, der dadurch entsteht. Die Diskussionen rund um den Begriff der Identität haben sich seit Georg Simmel und George Herbert Mead exponentiell vervielfacht und sind unübersichtlicher und verstreuter geworden. Das Buch „Medienidentitäten“ bietet durch eine gelungene Zusammenfassung zugleich auch fortgeschrittenen Interessenten einen aufschlussreichen Einblick in die Identitätsdiskussionen der letzten Jahre.</p>
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		<title>Das Internet als Kanal für Demokratiekultur</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Oct 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Der Bundestag erforscht die netzbasierte Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkultur]]></category>
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		<category><![CDATA[politischen Kommunikation]]></category>
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					<description><![CDATA[Prof. Alexander Siedschlag untersuchte in seiner Studie "Die Bewertung des Internets als Kanal und Verstärker deliberativer Demokratiekultur – Verlauf der politikwissenschaftlichen Theoriedebatte, sozialwissenschaftliche Modelle netzgestützter Kommunikation und Vergemeinschaftung sowie Konzepte politischer Online-Öffentlichkeit" das Internet als Kanal für Demokratiekultur.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Prof. Alexander Siedschlag untersuchte in seiner Studie &#8220;Die Bewertung des Internets als Kanal und Verstärker deliberativer Demokratiekultur – Verlauf der politikwissenschaftlichen Theoriedebatte, sozialwissenschaftliche Modelle netzgestützter Kommunikation und Vergemeinschaftung sowie Konzepte politischer Online-Öffentlichkeit&#8221; das Internet als Kanal für Demokratiekultur.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Das Internet hat sich weder zu einem eigenen politischen Raum entwickelt, noch hat es zur Durchsetzung grundlegend neuer normative Maßstäbe für die Bewertung von Politik geführt. Es liefert jedoch neue Leitungen, über die sich die öffentliche Meinung ausdrücken kann. Das beinhaltet neue Chancen zur Kritik und Kontrolle politischer Herrschaft sowie zu ihrer Legitimation und Unterstützung. Gleichwohl ist das Internet nicht schon von Natur aus demokratisch. In der netzgestützten Kommunikation müssen die demokratischen Spielregeln immer von neuem durchgesetzt werden.</p>
<p>Deshalb gibt es auch keine modellübergreifende Bewertung der möglichen Rolle des Internets als Kanal und Verstärker deliberativer Demokratiekultur. Bestimmte Verände-rungen des politischen Handlungsrahmens durch netzgestützte Kommunikation sind dennoch festzustellen. So zum Beispiel besitzt das Internet auf kommunaler Ebene aktivierende Potenziale durchaus im Sinn einer Cyberdemocracy, die zur Entwicklung kollektiven Verantwortungsbewusstseins und neuen politischen Gemeinsinns führen können. Solche Entwicklungen müssen gleichwohl von staatlicher und zivilgesellschaft-licher Seite medienpädagogisch im Sinn der breiten Vermittlung von Civic Skills begleitet werden; denn politisches Wissen, dass die Handlungsfähigkeit des Einzelnen stärkt, entsteht erst, wenn dieser die Kompetenz besitzt, Informationen zu integrieren und mit politischem Geschehen zu verbinden.</p>
<p>Die Technik muss darüber hinaus sinnvoll in vorhandene soziale und kulturelle Kontex-te eingeordnet werden. Politische Internetnutzung verlangt deshalb nach Technikkompe-tenz, die ebenfalls vermittelt werden muss. Unter diesen Voraussetzungen können in der netzgestützten Kommunikation die Gestaltungs- und Interaktionsmöglichkeiten des Einzelnen in bestimmten Bereichen deutlich wachsen. Gleichwohl ist das Netz ist nicht dazu geeignet, Identität zu stiften, sondern pointiert vorhandene Identitäten.</p>
<p>Insofern können im Zuge netzgestützter Kommunikation auch Interessen inhaltlicher Art fokussiert, geschärft und im Sinn einer Pointierung verändert werden. In diesem spezifischen Sinn ist eine direkte Auswirkung des Internets auf das politische Agenda Setting anzunehmen. Darüber hinaus ist es möglich, dass das Internet die Grundlagen der medialen Öffentlichkeit und der Medienkultur verändert.</p>
<p>Prinzipiell kann sich Medienkultur dem State of the Art sozialwissenschaftlicher Kulturtheorie zufolge insbesondere auf den folgenden Wegen verändern:</p>
<ul>
<li>Wandel der Schnittstelle zwischen Akteuren und Strukturen (z.B. infolge neuer Tätigkeitsprofile von Parlamenten als Informationsmittler zwischen Gesellschaft und politischem System).</li>
<li>Entstehen neuartiger Möglichkeiten von Gesellschaften, ihre Umwelt zu erfahren – zum Beispiel durch transnationale digitale Vernetzung. Dem sind jedoch durch Sprachbarrieren und die vor allem durch Suchmaschinen bedingte Pfadabhängigkeit der netzgestützten Kommunikation Grenzen gesetzt, die allzu optimistische Hoff-nungen auf online-kommunikativ vermittelte Integration ad absurdum führen.</li>
<li>Veränderungen im symbolisch vermittelten Wissensmanagement sozialer Gemein-schaften, die zu einer neuen Art der kollektiven Einstellung gegenüber der Realität führen.</li>
<li>Verstärkung von Ingroup-Outgroup-Differenzierungen insbesondere durch die im Internet gegebene Anonymität. Das bringt möglicherweise das Risiko einer konflikt-verschärfenden Radikalisierung einzelner Gruppen mit sich. Gerade das von der Theorie sozialer Praktiken thematisierte &#8220;Repressionspotenzial&#8221; des Internets durch den Anpassungszwang an vorhandene Strukturen verdient deshalb weitere Aufmerk-samkeit im Rahmen einer kulturorientierten empirischen Analyse.</li>
</ul>
<p>In der Theoriediskussion wird in der Regel die Entstehung von (z.B. themenspezifi-schen) Teilöffentlichkeiten oder von einer fragmentierten Öffentlichkeit (z.B. Cyberpoli-tics außerhalb der &#8220;vermachteten&#8221; Politiksphäre) erwartet. Mit der Ausdifferenzierung von Teilöffentlichkeiten ist insbesondere im Rahmen einer E-Democracy zu rechnen, sofern diese zwar breite Informationsmöglichkeiten bereitstellt, aber dennoch Einkanal-Regierungs- oder Parlamentskommunikation gegenüber der Bürgerschaft betreibt und sich insbesondere nicht für die Verbesserung von deren Medienkompetenz engagiert. Aber auch im Kontext von lokalen Public Net-Works wie auch zwischen Deliberations-Clustern ist eine derartige Aufsplitterung des politischen Diskurses zu erwarten.</p>
<p>Kulturtheoretisch steht nämlich zu erwarten, dass Diskurse innerhalb von Kulturgemeinschaften selbstreferenziell statt deliberativ ablaufen und dass Diskurse zwischen Kulturgemeinschaften (oder Gemeinschaften mit unterschiedlichen Identitätskonzepten und Wertvorstellungen) unwahrscheinlich sind. Zudem lassen sich alltagsweltliche Normen und Rollen sich nicht leicht in die Netzwelt übertragen. Eine weltweit gültige Auffassung von Freiheit und Gleichheit wird sich im Netz aus beiden Gründen nicht entwickeln. Bereits deshalb ist es theoretisch fraglich, in welchem Ausmaß diese virtuellen Gemeinschaften reale politische Virulenz erreichen können. Umgekehrt müssen Online-Diskurse im Kontext existierender Machtstrukturen und (Sub-)Kulturräume etabliert werden, um inhaltlich hochwertig und politisch effektiv zu sein.</p>
<p>
                              <strong>Weiterführende Links:</strong>
                            </p>
<ul>
<li>
                                <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkultur/index.shtml#tab">Dossier: Der Bundestag untersucht die netzbasierte Kommunikation</a>
                              </li>
</ul>
<p>
                              
                            </p></p>
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		<title>Das Event schlägt die Substanz</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wahlkampf-bundestagswahl2002-tv8-shtml-2461/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[bschemel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Sep 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
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		<category><![CDATA[Dick Morris]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie US-Wahlkampfmanager Dick Morris auf den Marler Tagen der Medienkultur den deutschen Wahlkampf kritisiert]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie US-Wahlkampfmanager Dick Morris auf den Marler Tagen der Medienkultur den deutschen Wahlkampf kritisiert<!--break-->
                    </p>
<p>„Da stehen wir vor dem typischen Medienproblem: das Event schlägt die Substanz“, sagt der Leiter des<br />
                    <a href="http://www.grimme-institut.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Adolf-Grimme-Instituts</a> Bernd Gäbler. Hatte er zuvor noch der Politik vorgeworfen, sich allzu „distanzlos dem Fernsehen zu unterwerfen, weil es ihr an Substanz mangelt“, wurden die Tagungsteilnehmer der Marler Tage der Medienkultur nun Zeugen dieses Medienphänomens. Schon frühzeitig hatte Gäbler den weltweit wohl bekanntesten Spin-Doctor Dick Morris, Ex-Wahlkampfmanager von Bill Clinton und Vorbild vieler deutscher Politikberater und Wahlkampfstrategen, zur Konferenz „TV-Duelle, Spin-Doktoren und Guidomobil &#8211; Medien und Politik im Wahlkampf“ nach Marl eingeladen.</p>
<p>Am 6. September 2002 äußert sich Morris erstmals vor laufenden Kameras zum Bundestagswahlkampf 2002 in Deutschland und unterzieht beide Spitzenkandidaten von SPD und CDU sowie deren Themenwahl einer provozierenden Kritik. Der US-Starberater erläutert seine Aussagen in einer sehr einfachen, bildhaften Sprache. „Der Wahlkampf in Deutschland ist so langweilig“, meint Morris. „Denn es gibt zwei Kandidaten, die nicht wissen, wie ihre Botschaften bei den Wählern ankommen.“ Weder Schröder noch Stoiber hätten verstanden, worin der Knackpunkt aller Politik in diesem Jahrzehnt eigentlich liegt. Morris erklärt: „Wirtschaft und Politik entwickeln sich immer stärker auseinander. Den Wählern ist klar, dass weder der deutsche Bundeskanzler, noch der französische oder der amerikanische Präsident wirklichen Einfluss auf die globalisierte Ökonomie haben. Die wird von internationalen Banken, Top-Managern und Behörden bestimmt, und von Märkten, die niemand kontrolliert.“</p>
<p>
                    <strong>Der strategische Ex-Berater Bill Clintons</strong><br />
                    <br />Dick Morris war leitender Wahlkampfmanager vor der zweiten Amtszeit des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton. 1996 wurde er von Clinton wegen einer Affäre entlassen. Heute arbeitet er als Kommentator für Fox News Channel und freier Autor. Er schreibt wöchentlich für die New York Post und betreibt eine eigene Internetseite<br />
                    <a href="http://www.vote.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.vote.com</a>.</p>
<p>
                    <strong>Wie die Regenmacher</strong><br />
                    <br />Und was ist das Problem? „Die Wähler begreifen, dass ein Politiker, der Arbeitsplätze verspricht, genauso gut Regen versprechen könnte. Er verspricht, was er nicht halten kann“, so Morris. Nach seiner Ansicht sollten Schröder und Stoiber stattdessen folgende Themen in den Vordergrund rücken: „Umwelt, Bildung, Gesundheit, Renten, Kriminalität, Einwanderung und andere nicht-ökonomische Fragen, die sie auch tatsächlich beeinflussen können.“ Als Chirac Kriminalität zum Wahlkampfthema in Frankreich machte, sei er gewählt worden. Als Jospin über gerechtere Einkommen gesprochen habe, schaffte er es nicht einmal in die Endrunde. Als die britische Labour Party Arbeitsplätze und Einkommen thematisierte, habe sie verloren. Aber als Tony Blair das Gesundheitswesen, Bildung und Kriminalität in den Vordergrund gestellt habe, gewann er seine Wahl in Großbritannien.</p>
<p>Überaus erstaunlich an der freien Rede des US-Spin Doctors war, dass ausgerechnet ein amerikanischer Starberater die übertriebene politische Inszenierung der beiden Spitzenkandidaten im Wahlkampf 2002 scharf angriff. „Es sieht aus wie ein Schönheitswettbewerb“, kritisiert Morris. In der Politik gehe es aber um Inhalte, nicht um die Verpackung. Nicht auf Stil und Image komme es an, sondern auf die Themen und die intellektuelle Substanz der politischen Botschaft.</p>
<p>Ein letzter Hinweis an Schröder und Stoiber, um laut Morris die Bundestagswahl am 22. September 2002 zu gewinnen: „Shut up about economy!“ Im<br />
                    <a href="/salon/termine/index.shtml">tacheles.02 spezial Chatduell</a> zum „zweiten TV-Duell“ mit Jo Groebel und Christoph Bieber (<br />
                    <a href="/salon/transcripte/groebieb.shtml">Transcript des Chats</a>) wurde bereits von den Experten bemerkt, das zumindest Schröder die Kritik Morris wahr genommen zu haben scheint. In knapp einer Woche wird sich zeigen, ob Morris Auftritt eine bloße Inszenierung des kleinen, großen Mannes selbst war oder die Substanz seiner Strategie wirklich zum Event für den derzeitigen Bundeskanzler führt.</p>
<p>In seiner aktuellen Buchveröffentlichung „Power Plays“ fasst er seine Strategien wie Kochrezepte zusammen und unterlegt diese mit Beispielen bedeutender Politiker wie Churchill bis Bush. Ganz sicher ist Morris davon überzeugt, dass das Internet die politische Landschaft in Zukunft stärker prägen wird als alle anderen Medien.</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 12.09.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      
                    </p>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
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