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	<title>Medienunternehmen &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Medienunternehmen &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Aufregende Postings und fiese Attacken</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Mar 2007 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[(Artikel) Kristina Wahl bloggt für das Onlineportal der Frauenzeitschrift Brigitte aus Los Angeles. Wie es sich anfühlt, Privates für ein Medienunternehmen und vor großem Publikum im Internet zu veröffentlichen, beschreibt sie in diesem Erfahrungsbericht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(Artikel) Kristina Wahl bloggt für das Onlineportal der Frauenzeitschrift Brigitte aus Los Angeles. Wie es sich anfühlt, Privates für ein Medienunternehmen und vor großem Publikum im Internet zu veröffentlichen, beschreibt sie in diesem Erfahrungsbericht.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Seit 21 Monaten bin ich mehr oder minder stolze Verfasserin eines Weblogs bei brigitte.de: „<br />
<a href="http://blog.brigitte.de/kalifornien/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">California Dreaming</a>“ – ein Sammelsurium von kleinen, meist belanglosen Geschichten, die meinem Umzug von Hamburg nach Los Angeles gewidmet sind.
</p>
<p>
Wie häufig Sonntagabends – von mir aus Disziplingründen zum Weblog-Abend deklariert – sitze ich vor einem leeren Word-Dokument und weiß nicht so richtig, was für ein Text hier eigentlich gedeihen soll. Mir bleibt nichts anderes übrig, als meine berüchtigte Weblog-Technik, die ich eigentlich selber nicht so toll finde, auch hier anzuwenden: Knall ich den Lesern doch einfach mal vor den Latz, was mir so durch den Kopf geht. Und los geht’s.
</p>
<p>
<b>Vorübung: Was ist ein Blog überhaupt?</b>
</p>
<p>
Da ich das Internet natürlich nicht nur zum Bloggen benutze, mache ich zur Einstimmung das, was der Großteil der in der Informationsgesellschaft lebenden Menschen mir wohl gleich tun würde: Ich google erstmal ein bisschen herum, was ich zum Thema Weblog eigentlich so alles im Netz finde. Sehr aufschlussreich: Ein Weblog (engl. Wortkreuzung aus Web für Internet und Log für Logbuch), häufig abgekürzt als Blog, ist ein digitales Tagebuch. Es wird am Computer geschrieben und im World Wide Web veröffentlicht. Es ist also eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Ja, auch mein Immigranten-Erlebnisbericht erfüllt diese Kriterien– ich bin also eine waschechte Bloggerin.
</p>
<p>
Auf einer anderen Website finde ich die wertvolle Information, dass es bereits im November 2006 laut der Blog-Suchmaschine Technorati fast 60 Millionen Blogs gab, Tendenz steigend. Mein digitales Logbuch ist also nur eines unter vielen &#8211; unter sehr vielen. Umso erstaunlicher ist es daher für mich, wie viele Leser sich anscheinend doch für mein beschauliches Leben hier in Los Angeles interessieren – erstaunlich und auch irgendwie sehr schmeichelhaft.
</p>
<p>
Schließlich ist mein Blog sehr persönlich. Ich schreibe über alles, was mich beschäftigt. Anders als bei traditionellen Medien, bei denen immer eine Kontrollstelle namens Chef- oder Schlussredakteur zwischengeschaltet ist oder Zeitmangel und Aktualität entscheidende Faktoren sind, gibt es bei meinen wöchentlichen Einträgen keine Vorgaben von Seiten der Redaktion &#8211; weder was die Länge, das Thema, die Bilder oder die Aufbereitung meiner Einträge betrifft. Wenn ich der Meinung bin, ein Text sei fertig für die Allgemeinheit, poste ich ihn eigenhändig auf die brigitte.de Website. Diesen Prozess finde ich immer noch sehr aufregend.
</p>
<p>
<b>Spielplatz für Egomanen</b>
</p>
<p>
Einen weiteren Pluspunkt meines Geschreibsels sehe ich gleichzeitig als eine Gefahr an: Im Gegensatz zu einem sachlich orientierten Blog, etwa einem Verbraucherschutz-Blog oder einer Seite zu den neusten Kindesmisshandlungen in Thailand, muss ich noch nicht mal die kleinsten Kleinigkeiten recherchieren, da ich ausschließlich über meine persönlichen Erfahrungen berichte. Ich bin Subjekt und Objekt meines Blogs zugleich. Und weil nicht jeder Alltag ein erlebnisreicher Feiertag ist, spiegelt sich das auch in meinen Einträgen wider. Manchmal sind sie fast ein bisschen langweilig, zumindest beschaulich, denn im Leben eines Durchschnittsmenschen passiert eben nicht jeden Tag ein Wunder oder eine Katastrophe – auch wenn er in Los Angeles lebt. Vielleicht wäre es da manchmal wirklich ehrlicher, einfach gar nichts zu schreiben.
</p>
<p>
Das Schöne an der Weblog-Technologie ist außerdem, dass ich genau nachvollziehen kann, wie meine Texte aufgenommen werden. Kein anderes Medium erlaubt meiner Meinung nach mehr Kontakt zum Rezipienten: Als Autorin kann ich genau sehen, wie viele Klicks meine einzelnen Einträge bekommen haben, wie viele Kommentare gemacht wurden und welchen Platz mein Blog im internen Ranking einnimmt. Das erste Jahr lang war ich fast immer unter den Top 5 aber seitdem ich mir immer seltener Zeit für einen vernünftigen Eintrag nehme, lässt auch meine Platzierung zu wünschen übrig. Lediglich meine treuen Unterstützer (Mama, Familie und alte Freunde) haben es sich lange nicht nehmen lassen, so gut wie jeden meiner Einträge zu kommentieren. Doch selbst diese Anhänger verlieren ob meiner Schreibfaulheit wohl langsam die Lust. Bei einem Weblog ist das meiner Ansicht nämlich so: Je mehr Zeit und Energie man investiert, umso mehr wird man auch respektiert und geschätzt. Weblog-Leser sind schließlich nicht bescheuert.
</p>
<p>
Nur manche lassen Kritik hageln, werden verletzend und gemein &#8211; denen kann ich es es wohl einfach nicht Recht machen. Doch auch gegen allzu fiese Attacken hat mich brigitte.de mit einer unschlagbaren Waffe ausgestattet. Unwillkommene Störenfriede kann ich jederzeit per Knopfdruck ins digitale Aus befördern. Dennoch mache ich das selten, da die meisten sich darüber anscheinend so ärgern, dass ihre nächsten Attacken nur noch abscheulicher werden.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Experimente mit der Blogger-Bindung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Mar 2007 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[(Artikel) Auf Portalen von klassischen Medien tummeln sich mittlerweile die Blogger. Florian Steglich hat auf der Suche nach dem Warum einen Experten und einen Macher befragt. Mehr Reichweite lässt sich mit Bloggern derzeit nicht erzielen, aber experimentieren wollen die Medienunternehmen trotzdem.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">(Artikel) Auf Portalen von klassischen Medien tummeln sich mittlerweile die Blogger. Florian Steglich hat auf der Suche nach dem Warum einen Experten und einen Macher befragt. Mehr Reichweite lässt sich mit Bloggern derzeit nicht erzielen, aber experimentieren wollen die Medienunternehmen trotzdem.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Weblogs scheinen mittlerweile zur Grundausstattung von Verlagen im Internet zu gehören. Bei jedem Relaunch, den ein Medienhaus derzeit einem seiner Onlineportale gönnt, wird besonders darauf geachtet, wo das Mitmachinternet &#8220;Web 2.0&#8221; seine Spuren hinterlassen hat. So auch bei der Tageszeitung &#8220;Die Welt&#8221;, die Ende Februar in neuem Gewand erschien. Da fielen vor allem die Blogs auf. Bei &#8220;Westeins&#8221;, dem geplanten Onlineportal der WAZ-Gruppe, hat Chefredakteurin Katharina Borchert bereits Stellen für Blogger ausgeschrieben. Bei &#8220;Focus Online&#8221; sind mit dem ebenfalls noch jungen Relaunch die Blogs an prominenter Stelle auf die Startseite gerückt. Die tageszeitung &#8220;taz&#8221;, die sich online eher spartanisch präsentiert, bietet gleich 30 Blogs. Man muss diese immer noch oft so genannten &#8220;Online-Tagebücher&#8221; also offenbar haben &#8211; nur: Warum eigentlich?</p>
<p>Um Traffic, also um möglichst viele Besucher und Seitenaufrufe, kann es nicht gehen. Top-Blogs wie Spreeblick kommen auf 10.000 bis 15.000 Seitenaufrufe am Tag, &#8220;Indiskretion Ehrensache&#8221;, das Blog des Handelsblatt-Redakteurs Thomas Knüwer, schafft an guten Tagen ein Drittel davon. Auch die Vermarktungschancen von Blogs sind begrenzt: Robert Basic, dessen Blog &#8220;Basic Thinking&#8221; eines der meistbesuchten in Deutschland ist, kommt im Monat auf bis zu 800 Euro &#8211; und gehört mit diesem für große Verlage irrelevanten Umsatz hierzulande zu den Top-Verdienern. Bis zu den angeblich fünfstelligen Dollarbeträgen, die US-amerikanische Blogger einnehmen, ist es noch ein weiter Weg.</p>
<p>
                              <strong>Probieren geht über Studieren</strong>
                            </p>
<p>Der Grund für die Einbindung von Blogs ins redaktionelle Angebot ist ein anderer: Es handelt sich um Experimente. &#8220;Format-Know-How aufbauen&#8221;, nennt das Robin Meyer-Lucht. Der Leiter des<br />
                            <a href="http://www.berlin-institute.eu" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Berlin Institute&#8221;</a> berät mehrere Verlage bei ihrer Onlinestrategie. &#8220;Die Verlage sehen da ein Wachstumsfeld, das Bloggen, und wollen es nutzen und testen.&#8221;</p>
<p>Dafür spricht auch, dass kein Erfolgsmodell zu existieren scheint, an dem sich alle orientieren. Mal werden die Blogs etwas verschämt am Rande des eigentlichen Angebots präsentiert, erst nach mehreren Klicks von der Startseite aus erreichbar; mal werden einzelne Einträge direkt neben regulären Artikeln präsentiert. Mal schreiben Redakteure selbst, mal externe Autoren, die im besten Fall einen Status wie freie Mitarbeiter haben.</p>
<p>Bei &#8220;Welt Online&#8221; probiert man beides. Je fünf der aktuell<br />
                            <a href="http://weblogs.welt.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zehn Blogs</a> werden im Haus und von externen Bloggern geschrieben. Auch hier geht es ums Experimentieren: &#8220;Wir wollen schauen, wie Journalismus im Netz noch aussehen könnte&#8221;, sagt Peter Schink, der den Relaunch der Webseiten verantwortete. Für die Welt bloggen unter anderem Don Dahlmann und Daniel Fiene, die sich schon vorher ihren Ruf in der Blogosphäre erarbeitet haben. Diese &#8220;Prominenz&#8221; sei allerdings nicht der Hauptgrund gewesen, sie ins Boot zu holen, so Schink. &#8220;Wir haben überlegt, welche Themen gut &#8216;bloggbar&#8217; sind, und für welches wir jemanden im Haus haben und für welches nicht.&#8221;</p>
<p>
                              <strong>Den Königsweg gibt es nicht</strong>
                            </p>
<p>Um zu beurteilen, wie die Blogs angenommen werden, sei es bei &#8220;Welt Online&#8221; noch zu früh, sagt Schink. &#8220;Die Zahlen sehe ich mir erst nach zwei Monaten an&#8221;. Den idealen Weg der Einbindung von Blogs haben auch die Berliner nach Ansicht von Robin Meyer-Lucht noch nicht gefunden. &#8220;Ich kenne hierzulande keinen Fall, wo eine Struktur geschaffen wurde, in der Blogs das redaktionelle Onlineangebot aus Lesersicht wirklich sinnvoll ergänzen.&#8221;</p>
<p>Möglicherweise funktionieren solche Blogs auf regionaler Ebene besser &#8211; &#8220;Westeins&#8221; könnte es zeigen. Möglich aber auch, dass Spiegel Online den besten Weg gefunden hat. Der Leitwolf unter den deutschen Nachrichtenportalen verzichtet bislang vollständig auf Blogs.<br />
                            </p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Linkliste &#034;Blogger und klassische Medien</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/presseschau/netzkulturchartmann_linkliste_070315-shtml-2813/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Mar 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[(Linkliste) Blogger werden zu Journalisten und Journalisten zu Bloggern. Medienunternehmen bieten der Netzprominenz an, für sie zu bloggen. Wer wie und für wen tätig ist und wer was macht, kann man in der folgenden Linkliste nachlesen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">(Linkliste) Blogger werden zu Journalisten und Journalisten zu Bloggern. Medienunternehmen bieten der Netzprominenz an, für sie zu bloggen. Wer wie und für wen tätig ist und wer was macht, kann man in der folgenden Linkliste nachlesen.</p>
<p><!--break--></p>
<p>
                              <strong>Webzweinuller zurück in den alten Medien</strong>
                            </p>
<p>
                            <a href="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/kborchert_070220.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Die Blog-Chefredakteurin</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Katharina Borchert, bekannt geworden als Bloggerin<br />
                            <a href="http://www.lyssas-lounge.de/peepshow" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lyssa</a>, ist Online-Chefredakteurin der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Das WAZ-Projektblog zum neuen Web-2.0-Portal „WestEins“ gibt es<br />
                            <a href="http://www.westeins.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</p>
<p>
                            <a href="http://www.spreeblick.com/trackback/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Trackback aufs Radio</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Der Spreeblick-Blogger Johnny Haeusler moderiert die Radio- und Podcastshow „Trackback“ &#8211; eine Kooperation des Berlin-Brandenburger Senders Radio Fritz und Spreeblick. Die Sendung widmet sich ausschließlich der Blogosphäre. Haeusler ist der kreative Kopf hinter<br />
                            <a href="http://www.spreeblick.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spreeblick</a>, einem der erfolgreichsten Weblogs Deutschlands, war Sänger und Gitarrist der Rockband Plan B und schon zuvor Moderator bei Radio 4U (später Radio Fritz).</p>
<p>
                            <a href="http://www.geenstijl.nl/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Kein Stil</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Das bekannteste Weblog aus dem Land der Tulpen heißt „GeenStijl“ (also „Kein Stil“) und bekommt vielleicht eine eigene Fernsehsendung. Ganz sicher ist das noch nicht, aber zumindest laufen die Verhandlungen. Wer Niederländisch spricht oder wenigstens versteht &#8211; für den kann dieser Linktipp eine Hilfe sein.</p>
<p>
                            <a href="http://www.schlaflosinmuenchen.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Schlaflos ins Radio</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Annik Rubens zählt mit ihrem „Schlaflos in München“ zu den bekanntesten Podcastern Deutschlands. Schnell wurden auch Radiosender und Firmen auf sie aufmerksam. Heute kann sie vom Podcasting leben. Ein paar Arbeitsproben gefällig?<br />
                            <a href="http://www.br-online.de/bayern3/pc_co/netradio/podparade/artikel/index/index.xml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier</a> geht es zu ihren Beiträgen für den Bayerischen Rundfunk,<br />
                            <a href="http://www.swr.de/swr2/programm/-/id=661104/nid=661104/did=1872286/1gv909d/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> zum Südwestrundfunk,<br />
                            <a href="http://www.deinemoeglichkeiten.de/podcast.php?site=5" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> zu einem schwedischen Einrichtungshaus und<br />
                            <a href="http://trackcast.podspot.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> zu einer großen Plattenfirma.</p>
<p>
                            <a href="http://www.blogspiel.de/index.php?id=startseite&amp;rm=list" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Blogspiel – Blogs mit Radioanschluss</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Das „Blogspiel“ ist ein Podcast- und Weblog-Portal von<br />
                            <a href="http://www.dradio.de/dkultur/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutschlandradio Kultur</a>. Das Besondere: Es gibt das Format auch als Radiosendung. Jeden Samstag um 16.30 Uhr widmet sich das Blogspiel-Magazin einem aktuellen Thema aus der Podcasting-Welt. Dazu gibt es ein Studiogespräch mit Gästen oder Experten.</p>
<p>
                              <br />
                              <strong>Journalisten stürzen sich in die Blogosphäre</strong>
                            </p>
<p>
                            <a href="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/msixtus_070213.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Journalist, Blogger und Podcaster</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Mario Sixtus fing an zu<br />
                            <a href="http://www.sixtus.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bloggen</a>, um als freier Journalist ein „permanentes Lebenszeichen“ zu senden. Sein Plan ging auf: Seit September 2006 ist er als Video-Podcaster unterwegs. Als<br />
                            <a href="http://www.elektrischer-reporter.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Elektrischer Reporter</a> für das Handelsblatt interviewt er namhafte Größen des Internets.</p>
<p>
                            <a href="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/uvetter_070227.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Der bloggende Rechtsanwalt</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Auch Udo Vetter, Rechtsanwalt und<br />
                            <a href="http://www.lawblog.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">law blogger</a>, bekannte sich im Blogsprechstunden-Chat von politik-digital.de zu seiner journalistischen Vergangenheit: „Ich wollte immer Journalist oder Autor werden. Erst am Ende meiner juristischen Ausbildung merkte ich, dass mir Anwalt mehr Spaß macht.“</p>
<p>
                              <strong>Bloggen für Medienunternehmen</strong>
                            </p>
<p>
                            <a href="http://weblogs.welt.de/blog.php/politik_mit_links" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>Politik mit Links</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Der politik-digital.de-Geschäftsführer Christoph Dowe bloggt auf dem Internetauftritt der Zeitung „Die Welt“ über „Licht und Schatten in der digitalen Politik-Kommunikation“.</p>
<p>
                            <a href="http://blog.brigitte.de/kalifornien/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <strong>California Dreaming</strong><br />
                            </a><br />
                            <br />Die Journalistin Kristina Wahl schreibt in ihr Weblog auf dem Onlineportal der Frauenzeitschrift Brigitte über ihr Leben in Los Angeles.</p></p>
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		<title>Why DMCA? Global village, people!</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Jan 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Privatkopie]]></category>
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					<description><![CDATA[Interview 22-1-2003 mit John Perry Barlow]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Interview 22-1-2003 mit John Perry Barlow<!--break-->
                  </p>
<p>
                  <br />
                  <strong>John Perry Barlow ist Mitbegründer der<br />
                  <a href="http://www.eff.org/%7Ebarlow/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Electronic Frontier Foundation</a> (EFF) und Fellow am Berkman Center for Internet and Society der Harvard Law School. Außerdem war er Texter der Gruppe<br />
                  <a href="http://www.dead.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Grateful Dead</a>.</strong></p>
<p>
                  <strong><br />
                    <img decoding="async" height="113" alt="John Perry Barlow" src="/salon/photos/jbarlow.jpg" width="87" align="left" /><br />
                  </strong><br />
                  <strong>politik-digital:</strong> 1998 unterschrieb Bill Clinton den Digital Millennium Copyright Act (DMCA), gemäß den WIPO (World Intellectual Property Organization) -Verträgen. Wo liegen Ihrer Meinung nach die größten Fehler des DMCA, die größten Verletzungen von Freiheiten der Bürger?</p>
<p>
                  <br />
                  <strong>John Perry Barlow:</strong> Der größte Fehler des DMCA ist, dass die Verknüpfung von Gesetzgebung und technischem Fortschritt dort zu einer Monopolbildung führt, wo man gerade kein Monopol haben will – im demokratischen Prozess. Für den demokratischen Prozess ist es unverzichtbar, dass verschiedene Sichtweisen dargestellt werden können und eine einfache und offene Kommunikation möglich ist. Doch ein Gesetz wie DMCA bringt die großen Medienunternehmen in den Besitz alles Gedachten und Gesagten – und das betrifft auch jene Ideen, die schon längst frei zugänglich und nicht urheberrechtlich geschützt sind.<br />
                  <br />So wird eine faire Nutzung von Ideen und Informationen drastisch eingeschränkt, vor allem weil das Copyright auf Bereiche angewandt wird, für die es nicht vorgesehen war. IBM benutzt z.B. das Gesetz, um den Gebrauch und den Absatz ihrer Druckerpatronen zu schützen. Wenn jemand die Druckerpatronen von IBM nachbaut, macht er sich strafbar [Es dürfen also nur IBM-Patronen in die IBM-Drucker, Anm. d. Ü.]. Und das ist nur eines von vielen Beispielen. Das andere Problem des Gesetzes ist der Versuch, die Infrastruktur von Computern und Internet neu zu definieren.</p>
<p>
                  <br />
                  <strong>politik-digital:</strong> Es gab schon vor DMCA Copyright-Gesetze. Worin unterscheidet sich der DMCA von seinen Vorgängern?</p>
<p>
                  <strong>John Perry Barlow:</strong> Durch den DMCA werden Behälter ermöglicht, die man nicht legal öffnen kann. Gleichzeitig kann man Inhalte in diese Behälter bringen, die eigentlich schon im öffentlichen Raum stehen – eine Art plötzliche Privatisierung, die einen beträchtlichen Flankenschutz vom Gesetzgeber erhält. Erscheint beispielsweise Alice im Wunderland als elektronisches Buch – der Urheberschutz von Alice im Wunderland ist ja schon lange abgelaufen – und jemand will sich das Buch, dann muss er den Kopierschutz brechen. Hat man ein Tool, um den Kopierschutz zu brechen, dann landet man im Gefängnis wie der russische Programmierer, der in den Vereinigten Staaten inhaftiert wurde.</p>
<p>
                  <br />
                  <strong>politik-digital:</strong> Das Ganze erinnert ein bisschen an die Debatte über Verschlüsselung vor einigen Jahren. Da versuchte der Staat auch, Einschränkungen von Kryptographie vorzunehmen, in dem technische Schranken gegen die Verbreitung starker Verschlüsselungsverfahren eingeführt werden sollten. Im Endeffekt konnten die staatlichen Akteure ihre Position aber nur sehr begrenzt durchsetzen, oder?</p>
<p>
                  <strong>John Perry Barlow:</strong> Das erinnert mich ganz stark an die Debatte über Verschlüsselung, an der ich ja aktiv beteiligt war. Aber was die Copyright-Gesetze angeht, bin ich nicht halb so optimistisch. Denn in der Auseinandersetzung um die Verschlüsselung waren wir in der Lage zu zeigen, dass die Beschränkung der Verschlüsselung-Algorithmen ein direkter Eingriff in das Recht auf Redefreiheit war. Die Einschränkungen waren verfassungswidrig. Was den DMCA betrifft, scheinen sich die Richter entschieden zu haben, die Verfassung zu ignorieren. Bei allem, was wir vor Gericht gegen den DMCA vorgebracht haben, hat das Gericht die verfassungsrechtlichen Bedenken nicht einmal in Betracht gezogen.<br />
                  <br />Das ist ziemlich offensichtlich: Wir hatten z.B. einen Fall, wo der Beklagte auf seiner Website Links zu DeCSS gesetzt hatte, den Entschlüsselungscode für DVDs. Es waren nur Links! Er wurde verurteilt, gegen den DMCA verstoßen zu haben, für etwas, dass ich klar und deutlich Ausübung der Redefreiheit nennen würde.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Bei der Frage um Verschlüsselung spielte die American Civil Liberties Union (ACLU) einen wichtige Rolle. Gibt es eine Zusammenarbeit mit der ACLU gegen den DMCA?</p>
<p>
                  <strong>John Perry Barlow:</strong> Die ACLU beschäftigt sich nur äußerst widerwillig und langsam mit diesem Thema. Denn sie wissen, dass sie damit ihre traditionelle Basis gegen sich aufbringen, die Unterhaltungsindustrie. Ich habe einmal einen Preis von ACLU bekommen und es gab ein großes, festliches Hollywood-Dinner. Als ich den Preis entgegen nahm, wurde ich fast von der Bühne gebuht. Ich habe ihnen nämlich gesagt, dass sie – wenn ihnen wirklich etwas an der Redefreiheit liegen würde – sich noch einmal über das Copyright Gedanken machen müssten. Die Unterhaltungsindustrie ist immer so lange für die Redefreiheit, wie es ihren Geschäften nützt.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> In den USA ist der Teil der DMCA, der am meisten in der Kritik steht, in Überarbeitung, der Abschnitt 1201. Glauben Sie, dass die Fehler, die Sie gerade angesprochen haben, behoben werden können?</p>
<p>
                  <strong>John Perry Barlow:</strong> Ich weiß es nicht. Der Kongressabgeordnete Rick Boucher hat gerade eine Gesetzesvorlage eingebracht, die den Verbraucherschutz in Bezug auf den DMCA wieder herstellen will. Allerdings weiß ich nicht, ob der Entwurf verabschiedet wird oder nicht.</p>
<p>In der Zwischenzeit greift die Unterhaltungsindustrie hart durch und schafft neue technische Beschränkungen gegen die Redefreiheit und die Verbreitung von Informationen. Besonders beängstigend ist, dass Intel, Microsoft und einige Chiphersteller jetzt mit dem Model des „trusted computing“ aus der Deckung kommen, was soviel heißen soll, dass du deinem Computer trauen kannst. Es bedeutet aber nichts anderes, als dass Microsoft deinem Computer trauen kann und Hollywood deinem Computer trauen kann. Da findet Digital Rights Management (DRM) direkt in der Hardware und dem Betriebssystem statt!</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Wie sollten denn Digital Rights gesichert werden? Songwriter, Autoren und Sänger haben doch schließlich auch ein berechtigtes Interesse an Kopierschutz.</p>
<p>
                  <strong>John Perry Barlow:</strong> Ich bin ja selbst Songwriter. Das derzeitige System hat doch riesige Tücken und Fehler. Heute werden einem professionellen Durchschnittsmusiker für Urheberrechte weniger als sechshundert Dollar pro Jahr gezahlt. Den Rest behalten die Musikkonzerne. Es ist also ein Trugschluss, dass dieses Gesetz die Rechte der Texter und Musiker schützt.<br />
                  <br />Meiner Meinung nach ist es in unserem Interesse, dass unsere Arbeit verbreitet wird. Für Musik und andere immaterielle Produkte im Allgemeinen gelten meiner Meinung nach auch andere Regeln als für materielle Produkte. Bei materiellen Produkten gibt es einen Zusammenhang zwischen Verfügbarkeit (Knappheit) und Wert: ein knappes Gut ist teurer. Bei Musik und Gedanken gibt es aber einen Zusammenhang zwischen Vertrautheit und Wert.<br />
                  <br />Das zeigt meine persönliche Erfahrung mit den Grateful Dead ganz deutlich. Wir haben unsere Arbeit auch kostenlos zugänglich gemacht, als wir anfingen, erfolgreich zu sein. Und interessanterweise verkauften sich alle unsere CDs äußerst gut, gerade weil wir Mitschnitte von unseren Konzerten erlaubten und frei zugänglich machten.<br />
                  <br />Was wir vor allem im Auge behalten müssen, sind die Rechte der Songwriter und Autoren, und nicht die der großen Institutionen. Denn die sind nur daran interessiert, die digitale Verbreitung abzuwürgen.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Aber ist das nicht eher ein moralisches Problem?</p>
<p>
                  <strong>John Perry Barlow:</strong> Es ist auch ein wirtschaftliches Problem. Philosophisch müssen wir den Begriff „geistiges Eigentum“ komplett neu überdenken, obwohl es ein noch junger Begriff ist. Vor vierzig Jahren gab es so etwas noch nicht. Bei der Einführung des Rechts auf und den Schutz des „geistigen Eigentums“ handelte es sich zunächst um einen Schutz der Idee für eine bestimmte, und zwar relativ begrenzte Zeit. Aber auch schon damals hat man geistiges Eigentum nicht wirklich besessen und ich halte es für irreführend zu glauben, dass man es jetzt besitzt. Das wäre, als würde man Freundschaften besitzen.<br />
                  <br />Es sind Dienstleistungen, und keine Produkte. Also müssen wir sie auch wie Dienstleistungen behandeln, denn man kann – wie schon gesagt – immaterielle Güter nicht als Produkte definieren. Tut man das aber, so führt das dazu, dass die Leute Tauschbörsen im Netz als ebenso kriminell ansehen wie den Ladendiebstahl. Da gibt es aber einen großen Unterschied. Wenn du in einen Laden gehst und ein Kleidungsstück klaust, ist es weg. Die Ware und ihr wirtschaftlicher Wert ist für das Geschäft verloren. Wenn du im Netz einen meiner Songs runterlädst, habe ich ihn immer noch. Er wird sogar wertvoller, wenn ihn mehr Leute haben.<br />
                  <br />Wir müssen also die wirtschaftlichen Regeln überdenken. Der bestehende Kopierschutz ist völlig ausreichend, so lange es das geistige Eigentum schützt, in dem es nur die Container, die Behälter des geistigen Eigentums, reguliert. Wenn es aber das reguliert, was die Wirtschaft Content nennt, ist das ein falsches Model. Denn Content hat keinen Container. Also müssen wir uns etwas anderes einfallen lassen.</p>
<p>
                  <br />
                  <strong>politik-digital:</strong> Nehmen wir einen Verleger, der ein Buch druckt – das Buch ist hierbei der regulierte Container – und es später elektronisch zugänglich macht, sagen wir als pdf oder ebook. Welches Interesse hätte ein Verleger einen Autor zu veröffentlichen. Oder brauchen wir bald keine Verleger mehr?</p>
<p>
                  <strong>John Perry Barlow:</strong> Vielleicht werden die Verleger überflüssig. Ich glaube aber sie werden es nicht, denn momentan werden mehr Bücher verkauft als je zuvor. Und noch einmal, ich glaube, es gibt eine Symbiose zwischen dem Verkauf von diesen Containern und der Online-Verfügbarkeit ihres Inhalts. Nehmen wir die Filmindustrie. Ich kann jeden Film bekommen bevor er angelaufen ist und dennoch: Die Filmindustrie macht mehr Umsatz als je zuvor. Ich kann jede DVD umsonst bekommen, aber der DVD-Verkauf steigt weiter. Wieso? Ich denke, es gibt Interesse der Verleger, weiterhin Bücher in physischer Form zu veröffentlichen und sie dann online zugänglich zu machen. Denn ich glaube, niemand will ein Buch auf dem Computer lesen. Ich zumindest nicht!</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Und wenn sich elektronisches Papier durchsetzt…</p>
<p>John Perry Barlow: Lassen Sie uns über elektronisches Papier sprechen, wenn es wirklich auf dem Markt ist. Lassen Sie uns über Probleme sprechen, wenn sie sich abzeichnen, denn wir wissen nicht, ob alle Vorhersagen eintreffen. Viele Einschätzungen über den Einfluss des Internets haben sich als falsch herausgestellt.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Sie sagen also, der DMCA oder das deutsche Gesetz, sind auf eine völlig digitalisierte Welt zugeschnitten, eine Welt in der die Computer Bücher und Theater ersetzen?</p>
<p>
                  <strong>John Perry Barlow:</strong> Genau, aber so eine Welt existiert noch nicht und wird vielleicht niemals existieren. Und wenn man die gesamte Architektur des Informationssystems auf eine Situation zuschneidet, die vielleicht nie eintreten wird, ist das unmoralisch. Wir müssen als Gesellschaft für Experimente offen sein und so das effizienteste Geschäftsmodell finden. Die European Union Copyright Directive (EUCD) macht genau das Gegenteil. Sie verbaut die Möglichkeit für Experimente und spielt damit wenigen großen Medienunternehmen in die Hände. Diese Unternehmen haben die Direktive in der EU durchgedrückt und drücken jetzt sie in Deutschland, Frankreich und den anderen Mitgliedstaaten durch.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Sie engagieren sich vor allem global. Die DMCA und das deutsche Gesetz setzen die internationalen WIPO-Verträge um…</p>
<p>
                  <strong>John Perry Barlow:</strong> Aber die WIPO-Verträge wurden von der Unterhaltungsindustrie in Hollywood diktiert…</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Sind die Nationalstaaten dann nicht der falsche Ansprechpartner? Die nationalen Gesetzgeber behaupten, die WIPO-Verträge und die EUCD ließen keinen Spielraum: „Es gibt diese Verträge und wir müssen sie in nationales Recht umsetzen…“</p>
<p>
                  <strong>John Perry Barlow:</strong> Dass die Entscheidungen in den großen Institutionen wie WIPO und EUCD gefällt werden, ist ein Problem. Bisher habe ich noch niemand kennen gelernt, der für WIPO arbeitet und vorher nicht in der Medienindustrie oder dem Lizenzierungsgeschäft tätig war. WIPO und Medienindustrie sind ein und das selbe. Die Öffentlichkeit hat keine vernünftige Möglichkeit, diesen Prozess zu beeinflussen.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Sehen Sie hier einen Wandel? Die Diskussionen um eDemokratie fand in den neunziger Jahren immer auch auf globaler Ebene statt. Auch die Electronic Frontier Foundation (EFF) operiert global und erreicht mit relativ wenig Leuten ziemlich viel. Ist es unmöglich mit Bertelsmann und AOL Time-Warner zu konkurrieren?</p>
<p>
                  <strong>John Perry Barlow:</strong> Für eine so kleine Organisation wie die EFF, die sich mit der gesamten Industrie angelegt hat, schlagen wir uns sehr erfolgreich. Wir gewinnen öfter als wir verlieren.<br />
                  <br />Aber auf dem Level der EU ist es sehr schwierig, Einfluss auszuüben. Die einzige Möglichkeit für die Öffentlichkeit wieder in diesen Prozess einzutreten, ist die nationalstaatliche Ebene. Ich kann mir nicht vorstellen, die nötigen Ressourcen aus europäischer Ebene zu sammeln, die die EUCD in Brüssel hätten verhindern können. Aber ich kann mir so eine Koalition in Deutschland vorstellen oder in Frankreich. Und genau das versuchen wir.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Nehmen wir an, es gäbe keinen DMCA. Microsoft könnte immer noch technische Beschränkungen in die Software bauen wie etwa die Registrierung von Windows oder die Benachteiligung von Programmen von Drittanbietern. Können Marktkräfte dieses Problem lösen?</p>
<p>
                  <strong>John Perry Barlow:</strong> Es gab eine Zeit, da war jede Software kopiergeschützt, und es gab Firmen, die ganz legal Codes produziert haben, mit denen man den Kopierschutz knacken konnte. Die Firmen haben alle Codes geknackt und letztlich hat die Software-Industrie verstanden, dass die Leute keinen Kopierschutz wollen. Die Industrie hat das akzeptiert, denn trotz der Software-Piraterie verkauften sich die Programme sehr gut. Würde heute so etwas passieren, würde der Verkäufer von solchen Codes angeklagt. Das ist aber schlecht für den Wettbewerb und die technische Entwicklung.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Was ist ihr Ratschlag an die deutschen Gesetzgeber?</p>
<p>John Perry Barlow: Der deutsche Gesetzgeber sollte sich fragen, ob der wirtschaftliche Schaden so groß ist, dass es sich lohnt, solche riskanten Langzeit-Effekte in Kauf zu nehmen. Ich glaube nicht, dass eine Demokratie funktioniert, wenn eine kleine Interessengruppe alle Informationen besitzt. Wie Mussolini sagte: „Faschismus sollte Korporatismus heißen, weil es die effektive Vermischung von Kapitalgesellschaft und Staat ist.“</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> In Deutschland konzentriert sich die Diskussion auf das Thema „Privatkopie“. Trifft es die privaten Nutzer am Stärksten?</p>
<p>
                  <strong>John Perry Barlow:</strong> Wir wollen digitale Informationen effektiv nutzen und wir müssen in der Lage sein, uns zwischen verschiedenen Umgebungen zu bewegen. Wie viele Computer haben Sie gehabt? Nach 18 Monaten ist ein Computer veraltet. Wenn nur eine Kopie erlaubt ist, muss man sich beim nächsten Computer alles neu kaufen. Das ist eine sehr große wirtschaftliche Belastung für alle Computernutzer zugunsten einer kleinen Anzahl Herstellern.<br />
                  <br />Außerdem ist das Teilen und Tauschen für Menschen die natürlichste Sache der Welt. Das ist fundamental für menschliches Verhalten, den wir bereichern den Geist, indem wir kreative Arbeit teilen. Nur so blüht Kreativität. Ich meine, es gibt viele Gründe dafür, dieses Gesetz zu verhindern.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Gab es Fälle in den USA, in denen User, die eine Privatkopie gemacht haben, vor Gericht gestellt wurden?</p>
<p>
                  <strong>John Perry Barlow:</strong> Bis jetzt noch nicht. Bisher wurde der DMCA auf CDs und Software mit Kopierschutz angewandt. Die Musik und Bücher waren lange nicht kopiergeschützt. Das hat erst jetzt angefangen und so langsam bekommen die Menschen den wahren Druck des DMCA zu spüren. Anfangs konnte der Kopierschutz konnte mit einem einfachen Filzstift umgangen werden.</p>
<p>
                  <br />
                  <strong>politik-digital:</strong> Aber ist das nicht die Lösung: Kopierschutz kann größtenteils technisch umgangen werden, indem man den Kopierschutz mir Software oder einem Extra-Chip umgeht? Man kann doch schon jetzt Mikrochips kaufen und damit seine Playstation modifizieren und kopierte Spiele und DVDs abspielen. Wäre das die richtige Antwort auf ein falsches Gesetz?</p>
<p>
                  <strong>John Perry Barlow:</strong> Ich halte es für eine sehr schlechte Idee, Gesetze zu verabschieden, die dann von der Gesellschaft ignoriert werden. Daraus ergibt sich nur eine generelle Ablehnung des Rechtssystems. Und meiner Meinung nach hat die Gesellschaft schon gezeigt was sie von Kopierschutz hält.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Und die technische Lösung, die wir gerade angesprochen haben, bevorzugt diejenigen, die wissen, wo man solche Chips und Cracks bekommt.</p>
<p>
                  <strong>John Perry Barlow:</strong> Das Gesetz benachteiligt die Alten und technisch Ahnungslosen und begünstigt die Jungen und technisch Bewanderten. Das sieht nicht aus wie eine gerechte Sache.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Es kommt zu einer neuen digitalen Spaltung…</p>
<p>
                  <strong>John Perry Barlow:</strong> Ja, eine neue digitale Spaltung, die bisher größte Spaltung zwischen jung und alt, die ich kenne. Ich würde es sogar noch drastischer ausdrücken. Wir sollten uns nicht in der Hoffnung zurücklehnen, dass Anarchie wird das Problem schon lösen wird. Ich glaube nicht, dass Anarchie eine gute Lösung für irgend etwas ist.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Muss die Antwort auf technische Beschränkung nicht eine technische Antwort sein?</p>
<p>
                  <strong>John Perry Barlow:</strong> Das wäre der Idealfall. Doch hier liegt das Problem von DMCA und EUCD. Gesetz und Technologie entfalten gemeinsam eine ungeheure Macht.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Denken Sie an Lawrence Lessig’s „Code-is-law“, wo das Medium „Recht“ neben Infrastruktur und Marktkräften nur eines Regulierungsmitteln ist. Spielt „Recht“ wirklich noch eine so wichtige Rolle?</p>
<p>
                  <strong>John Perry Barlow:</strong> Als Larry diese Zeile geschrieben hat, war ich anderer Meinung, weil ich viel misstrauischer gegenüber Regierungen und Gesetzen bin als er. Aber ich war bereit zu glauben, dass wir das Medium „Recht“ brauchen, um das übereifrige Verhalten der Protektionisten zu korrigieren. Allerdings wurde „Recht“ dann zum Verbündeten der Protektionisten. Larrys Vorschlag wollte den technischen Zwang auflösen, hat ihn am Ende aber vergrößert. Es tut mir Leid, dass die Dinge mit Unterstützung des Rechts schlimmer geworden sind.<br />
                  <br />Auch in Deutschland wird sich die Lage mit diesem Gesetz verschlechtern. Aber es ist furchtbar schwierig, öffentliche Aufmerksamkeit für dieses Thema zu bekommen. Wenn du in einem Gespräch, das sich bis dato mit Fußball beschäftigt hat, anfängst über digitale Reche zu sprechen, wirst du kein beliebter Kerl.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> War die EFF in der Global Internet Liberty Campaign (GILC)?</p>
<p>
                  <strong>John Perry Barlow:</strong> Ja und sie ist es immer noch. Aber auch für eine Organisation wie die UN, die viel Geld von den Nationalstaaten bekommt, ist es schwierig eine globale Kampagne zu führen. Die einzigen globalen Kampagnen, die funktionieren, sind die von McDonalds und Nike.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Setzen Sie Hoffnungen in die World Summit of Information Society (WSIS)?</p>
<p>
                  <strong>John Perry Barlow:</strong> Nein, nicht wirklich. Ich kann mich irren, aber es sieht eher so aus, als ob das Ganze von den üblichen Verdächtigen auf die Beine gestellt worden ist. Das ist eine Veranstaltung der Medienunternehmen.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Und der Gipfel findet in der International Telecommunications Union (ITU) statt und das ist Big Business&#8230;</p>
<p>
                  <strong>John Perry Barlow:</strong> Ja, die PTTs (Post, Telegrafen- und Telekomunikationsunternehmen, Anm. d. R.) sind dabei, und die sind einer Meinung mit den Medienunternehmen. Es gibt natürlich Ausnahmen, aber für gewöhnlich sind ihre Interessen die selben.<br />
                  <br />Das aggressive Verhalten der Medienriesen stimmt mich aber auch optimistisch. Es erinnert mich an die letzten Tage des Kommunismus. Ich glaube, sie wissen, dass mehr und mehr Druck und Zwang nicht mehr funktionieren wird. Der Wind hat sich gedreht.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Der Plattenindustrie schwimmen also die Felle weg und deshalb klammern sie sich an den DMCA?</p>
<p>
                  <strong>John Perry Barlow:</strong> Ihr Wirtschaftsmodell passt nicht mehr in die Umgebung, in der sie operieren. Die Vorstellung, eine Wirtschaft mit immateriellen Produkten, immateriellen Dienstleistungen könnte nicht gedeihen, ist lächerlich. Sie wird gedeihen! Mit welchem Wirtschaftssystem, das muss sich noch zeigen. Aber deswegen einfach am alten System festzuhalten ist dumm.</p>
<p>
                  <strong>politik-digital:</strong> Ihre Einschätzung lässt ein bisschen Hoffnung: Auch wenn Gesetze wie der DMCA verabschiedet werden, ist noch nicht alles platt gewalzt, denn in ein paar Jahren kann alles wieder ganz anders aussehen.</p>
<p>
                  <strong>John Perry Barlow:</strong> Dennoch sollten wir nicht die Zeit damit verschwenden, Fehler zu machen, die wir später korrigieren müssen, denn so kann dauerhafter Schaden entstehen.<br />
                  <br />Wenn erst einmal die Architektur des Internet im Sinne von DRM grundlegend geändert ist, ergibt das einen ausgezeichneten Überwachungs- und Kontrollmechanismus für Redefreiheit. Das bleibt für immer. Die Platten- und Filmindustrie kann ihr Geschäftsmodell vollständig ändern, aber wenn wir das Internet einmal in diesem Sinne umstrukturiert haben, dann kann man das nicht mehr rückgängig machen. Das ist die eine Sache.<br />
                  <br />Die andere Sache ist, dass die Medienkonzerne einen großen Teil unserer Geschichte löschen werden. Werke der letzten hundertfünfzig Jahre, die nicht mehr unter Copyright stehen, werden niemals digitalisiert werden. Wir werden einen großen Teil des menschlichen Wissens verlieren.</p>
<p>Mr. Barlow, vielen Dank für dieses Interview.</p>
<p>Das Interview führte: Dr. Harald Neymanns<br />
                  <br />Übersetzt von: Jens Mau<br />
                  <br />Der Titel wurde – als Content ohne Container – gestiftet von: Jan Engelmann, Journalistenbüro Acker 10, Berlin<br />
                  </p>
<p>
                    
                  </p>
</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 30.01.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                    
                  </p>
<p>                  <!-- Content Ende --></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Nachhaltiger Widerstand</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzrecht-urh5-shtml-2858/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[dkammerer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jan 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der Entwurf der Bundesregierung für ein neues Urhebergesetz ist ein fauler Kompromiss zwischen Nutzerrechten und Industrie. Aber das reicht der Lobby der Medienproduzenten noch lange nicht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Entwurf der Bundesregierung für ein neues Urhebergesetz ist ein fauler Kompromiss zwischen Nutzerrechten und Industrie. Aber das reicht der Lobby der Medienproduzenten noch lange nicht.<!--break--></p>
<p>&#8220;Die Privatkopie darf auch im Reich der Bits und Bytes nicht sterben!&#8221;, fordert eine Initiative, die unter<br />
                  <a href="http://www.privatkopie.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">privatkopie.net</a> Materialien und Links zum Thema zusammengestellt und eine digitale Petition gestartet hat. Die ersten 30.000 Unterschriften werden heute Bundesjustizministerin Brigitte Zypries übergeben werden.<br />
                  <br />Nicht nur sie muss nachsitzen. Eine ganze Reihe von Neuregelungen hat das internationale Urheberrecht in den letzten Jahren der digitalen Welt angepasst. 1996 formulierte die World Intellectual Property Organization (WIPO) neue Verträge für digitale Daten aller Art, 1998 erließen die USA ihren &#8220;Digital Millennium Copyright Act&#8221; (DMCA), Europa zog im Mai 2001 mit der &#8220;EU-Richtlinie zur Harmonisierung bestimmter Aspekte des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte in der Informationsgesellschaft&#8221; nach, die bis Ende dieses Jahres von den Mitgliedsländern in nationales Recht umgesetzt werden sollte.<br />
                  <br />Deutschland hat diese Frist versäumt. Zwar fand im Bundestag die erste Lesung eines entsprechenden Gesetzentwurfes bereits am 14. November statt. Doch die Lobby der Medienindustrie hat erfolgreich verhindert, dass er Gesetz wird: In der heute vorliegenden Fassung schreibt der Paragraf 53 vor, dass einzelne Vervielfältigungen eines Werkes durch eine natürliche Person zum privaten Gebrauch auch auf digitalen Trägern zulässig sind, sofern sie keinem Erwerbszweck dienen.<br />
                  <br />Die heute übliche Praxis wäre dadurch gesetzlich anerkannt. Ebendas jedoch stößt auf den erbitterten Widerstand der Medienindustrie. Sie vermisst ein eindeutiges Verbot all dessen, was sie seit langem als &#8220;Piraterie&#8221; beklagt, in erster Linie des Zugriffs von Internetusern auf digitale Privatkopien über Peer-to Peer-Netze. Mit immer neuen Systemen des &#8220;Digital Rights Management&#8221; (DRM) versucht sie, selbst legale Privatkopien technisch zu verhindern.<br />
                  <br />Am 14. Januar kommenden Jahres soll der Entwurf doch noch verabschiedet werden (die Lesung ist in den Februar verschorben, Anm. d. R.). Die Regierung hofft, die Industrie mit einer Klausel zufrieden stellen zu können, die ebenjene &#8220;technischen Maßnahmen&#8221; für zulässig erklärt, die das zunächst Erlaubte in der Praxis unmöglich machen. Was als Interessenausgleich dargestellt wird, schiebt aber das Problem nur auf die lange Bank. In der Begründung zum vorliegenden Entwurf heißt es lapidar, eine Klarstellung der Regelung zur Durchsetzung der Privatkopieschranke werde &#8220;Gegenstand eines weiteren Gesetzentwurfs&#8221;.<br />
                  <br />Kein Wunder also, dass die Medienindustie ihren Kampf noch lange nicht verloren gibt. Der Deutsche Multimedia Verband (DMMV) blies schon vor der ersten Lesung zur Frontalattacke: Eine &#8220;faktische Legalisierung der Vervielfältigung von Raubkopien&#8221; findet der DMMV im Gesetzentwurf, die notwendig zu einer &#8220;Schwächung des Medienwirtschaftsstandortes&#8221; Deutschland führe. &#8220;Arbeitsplatzverlust&#8221; und &#8220;erhebliche wirtschaftliche Schäden&#8221; seien die unausweichlichen Folgen.</p>
<p>                  <strong>Kampf um jeden Cent</strong><br />
                  <br />Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (Bitkom) schlägt moderatere Töne an. Seine Hauptsorge sieht der Verband der Gerätehersteller in der Vermeidung einer Doppelvergütung. Das System der Pauschalabgaben auf Geräte wie Kassettenspieler, Videorecorder oder Kopierer, das im analogen Bereich für eine gerechte Vergütung für die Urheber sorgt, solle keinesfalls auf den digitalen Bereich übertragen werden. Das mache die Hardware teurer und schwäche die Umsätze, fürchtet der Verband, der schon die Pauschalvergütung für analoge Kopien als &#8220;unvermeidbare Ungerechtigkeit&#8221; nur zähneknirschend hinnimmt. Für die Welt des digitalen Copy &amp; Paste jedoch eröffne sich &#8211; dank digitaler Rechtekontrolle &#8211; eine Alternative: statt pauschaler Abgaben auf die Geräte individuelle Abrechnung der tatsächlichen Nutzung der Inhalte. Schon seit längerem liegt Bitkom darüber im Streit mit den Verwertungsgesellschaften, die für die Umverteilung der Pauschalabgaben an die Autoren zuständig sind. Ein Schlichtungsversuch des Bundesjustizministeriums schlug Anfang dieses Jahres fehl.<br />
                  <br />Tief ins wohlmeinende Herz des Verbrauchers geblickt hat dagegen der<br />
                  <a href="/edemocracy/netzrecht/urh6.shtml">Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft</a>. &#8220;Kopiergeschützte CDs sind vom Verbraucher längst akzeptiert&#8221;, heißt es vertrauensvoll aus dem Hause. Ob das daran liegt, dass kaum noch Musik-CDs ohne Kopierschutz zu haben sind, oder an der zu klein gedruckten Kennzeichnung, konnte diese Spezialuntersuchung des Kundenverhaltens nicht näher ergründen. Hinlänglich bekannt aber sind die Probleme, die der Kopierschutz schon heute verursacht: Viele Player akzeptieren die Scheiben nicht mehr, verärgerte Kunden und Händler sind zu Umtauschaktionen gezwungen. &#8220;Ein Anspruch auf eine Kopie besteht nach deutschem Urheberrechtsgesetz zweifellos nicht&#8221;, haben sich die Tonträgerhersteller juristisch kundig gemacht.<br />
                  <br />Ein Anspruch auf funktionierende Produkte besteht allerdings schon. Daran zu erinnern, das ist das Anliegen des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (VZBV). Die Verabschiedung des vorliegenden Entwurfs komme &#8220;de facto einem Verbot der digitalen Privatkopie gleich&#8221;, kontern die Verbraucherschützer. Das Recht auf Privatkopie werde ad absurdum geführt, wenn den Anbietern zugleich das Recht eingeräumt werde, digitale Kopien durch &#8220;wirksame technische Maßnahmen&#8221; zu verhindern. Schelte für den Gesetzgeber gibts daher auch von dieser Seite. Eine &#8220;unangemessene Benachteiligung des Verbrauchers&#8221; und einen &#8220;schlechten Kompromiss&#8221; nennt der Bundesverband das Reformvorhaben</p>
<p>                  <strong>Tatort Stadtbücherei</strong><br />
                  <br />Tatsächlich wären von den Regelungen nicht nur Musikfans betroffen. Etwa für die Benutzung öffentlicher Büchereien ergäbe sich die absurde Situation, dass elektronische Zeitschriften nur an speziellen Terminals angeboten werden dürften. Inhalte, die eigentlich überall und jederzeit zugänglich sein könnten, würden künstlich eingesperrt. Die deutschen Bibliotheksverbände wünschen sich deshalb eine Klarstellung, und verlangen, &#8220;die Zugänglichmachung von elektronischen Werken in öffentlichen Bibliotheken zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch der Benutzer als verbindliche Ausnahmetatbestände zu regeln.&#8221;</p>
<p>Zuerst erschienen in der<br />
                  <a href="http://www.taz.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">taz</a> Nr. 6928 vom 12.12.2002, Seite 14, 211 TAZ-Bericht. Mit freundlicher Genehmigung des Autors DIETMAR KAMMERER.</p>
</p>
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<div class="tidy-2">Erschienen am 23.01.2003</div>
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                  </p>
<p>                  <!-- Content Ende --></p>
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