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	<title>Medienwandel &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Medienwandel &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Media Policy Lab zur Sicherung von Medienvielfalt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nadine Winter]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jan 2018 10:22:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsgesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Mittwoch war es soweit: das neue Medieninstitut Media Policy Lab wurde in Berlin eröffnet. Das Institut ist ein Projekt [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Media-Policy-Lab.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-153953" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Media-Policy-Lab.png" alt="Media Policy Lab" width="640" height="280" /></a></p>
<p>Am Mittwoch war es soweit: das neue Medieninstitut Media Policy Lab wurde in Berlin eröffnet. Das Institut ist ein Projekt der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) und widmet sich Fragen der Netzpolitik und der digitalen Medienvielfalt. Netzpolitische Debatten werden mit wissenschaftlicher Expertise vernetzt, um so die Sicherung der Medienvielfalt im digitalen Zeitalter zu gewähren.</p>
<h3>Forschung mit netzpolitischen Debatten verbinden und fördern</h3>
<p>Eine demokratische Gesellschaft ist auf eine funktionierende vierte Gewalt, die Presse, angewiesen. Dazu gehört heute ein Journalismus, der auch im Digitalen eine Finanzierung findet, eine diskriminierungsfreie Angebotsvielfalt, die Nutzern qualitative Informationen zugänglich macht und Strukturen, die die Auffindbarkeit von journalistischen Inhalten ermöglichen. Das Media Policy Lab erforscht diese wichtigen Aufgaben zusammen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und weiteren Akteuren der digitalen Gesellschaft. „Wir möchten in Fragen der Sicherung von Medienvielfalt im digitalen Zeitalter eng zusammenarbeiten, Synergien schaffen und die öffentliche Auseinandersetzung mit diesem Thema fördern, da wir einen erhöhten Forschungsbedarf in diesem Bereich sehen“, erklärte die Direktorin der Medienanstalt Berlin-Brandenburg Anja Zimmer in einer <a href="http://mabb.de/uber-die-mabb/presse/pressemitteilungen-details/media-policy-lab-fuer-die-sicherung-von-medienvielfalt.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pressemitteilung</a>. Durch jährlich neue aktuelle Schwerpunkte soll das Lab flexibel auf den Wandel der Informationsgesellschaft reagieren können und so wissenschaftliche Experten schneller mit Netzpolitischen Debatten vernetzen.</p>
<h3>Projekte, Veröffentlichungen und Veranstaltungen</h3>
<p>Eine Aufgabe des Labs ist der Wissenstransfer. Für die Öffentlichkeit werden thematisch relevante <a href="http://mediapolicylab.de/veroeffentlichungen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Veröffentlichungen</a> der wissenschaftlichen Experten, Studien und Berichte aus den Projekten zusammengestellt. Hierzu zählt beispielsweise die Studie „<a href="https://algorithmwatch.org/de/filterblase-geplatzt-kaum-raum-fuer-personalisierung-bei-google-suchen-zur-bundestagswahl-2017/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Datenspende: Google und die Bundestagswahl 2017</a>“ der Initiative AlgorithmWatch. Zusätzlich soll durch Kooperationen mit Experten eigenständige Projekte zu den neuen Herausforderungen der digitalen Medienlandschaft entwickelt und durchgeführt werden. Und natürlich dürfen auch hier thematische Veranstaltungen zur Förderung von Wissenschaftskommunikation und der Bereicherung der öffentlichen Debatte nicht fehlen. Eine erste Veranstaltung ist auch schon bekannt: <a href="http://mediapolicylab.de/veranstaltungen/details/google-und-die-bundestagswahl-2017.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Algorithmen transparent machen</a>. Diese findet am 28. Februar in Berlin statt. Weitere Veranstaltungen werden <a href="http://mediapolicylab.de/veranstaltungen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> bekannt gegeben.</p>
<p>Titelbild Screenshot: <a href="http://mediapolicylab.de/home.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Media Policy Lab</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-123958" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Regierungskommunikation 2.0 – Politainment als Wunderwaffe?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/regierungskommunikation-2-0-politainment-als-wunderwaffe-145101/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Mar 2015 09:53:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesregierung]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Steffen Seibert]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
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					<description><![CDATA[Während das Weiße Haus neue Formate politischer Kommunikation im Digitalen erprobt, betritt die Bundesregierung seit einigen Wochen mit Facebook erst [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/forward_-crop.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145105" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/forward_-crop.png" alt="forward_ crop" width="640" height="280" /></a>Während das Weiße Haus neue Formate politischer Kommunikation im Digitalen erprobt, betritt die Bundesregierung seit einigen Wochen mit Facebook erst noch Neuland.</p>
<p class="big">Dan Pfeiffer war bis Anfang März 2015 als Obamas Berater im Weißen Haus für die Kommunikationsstrategie des US-Präsidenten zuständig. Nach seinem Rücktritt hat er sich zum Wandel der Regierungskommunikation in den letzten Jahren geäußert. Seine Überlegungen gehen auf das Problem einer fragmentierten Öffentlichkeit und die Notwendigkeit ein, auch im Netz “Influencer” zu identifizieren und mit ihnen adäquat zu kommunizieren. Wandelt die Bundesregierung nun bei Facebook auf den Spuren Obamas?<span id="more-64173"></span></p>
<p class="big">Der US-Präsident hat sich in letzter Zeit durch diverse Auftritte in Online-Medien hervorgetan: Er führte Interviews mit <a class="liinternal" href="http://www.netzpiloten.de/besuch-im-weissen-haus-youtube-stars-interviewen-obama/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">YouTube-Stars</a> sowie mit <a class="liexternal" href="http://www.vox.com/a/barack-obama-interview-vox-conversation/obama-domestic-policy-transcript" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vox.com</a> und <a class="liexternal" href="http://www.buzzfeed.com/bensmith/buzzfeed-news-interview-us-praesident-obama" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Buzzfeed</a>. Für Buzzfeed posierte er im Tausch gegen einen Link zu Healthcare.gov sogar mit einem <a class="liexternal" href="http://www.buzzfeed.com/andrewgauthier/the-president-uses-a-selfie-stick#.jpEv4nKx8" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Selfie-Stick</a>. Verantwortlich für diese Online-Offensive war sein Berater Dan Pfeiffer, den das Magazin “Backchannel” bei Medium.com als “the man who made obama viral” <a class="liexternal" href="https://medium.com/backchannel/the-man-who-made-obama-viral-1c06bc3c8760" target="_blank" rel="noopener noreferrer">porträtiert</a>. Den Vorwurf, die Obama-Adminstration weiche auf diesem Weg der Auseinandersetzung mit kritischeren Medien aus, dreht er um: Vor der Vervielfältigung der Kanäle hätten die Hauptstadtjournalisten darüber entschieden, mit welchen Themen das Weiße Haus zum Publikum durchdringen kann. Ähnliches gelte auch für die Vorabveröffentlichung der Rede zur Lage der Nation, die in diesem Jahr erstmals bei Medium.com erfolgte. Bislang wurde das Manuskript zuvor nur an Journalisten versendet, die dann das Privileg hatten zu entscheiden, an wen sie den Text weitergeben. Insofern reagiert Obamas Regierungskommunikation auf die Relativierung etablierter Gatekeeper, forciert diese aber auch.</p>
<h3>Parodie als Mittel der Kommunikation</h3>
<p class="big">Pfeiffer ist sich dieser Problematik bewusst: Einerseits sieht er das Weiße Haus in Zukunft noch stärker als einen Ort, an dem eigene Inhalte auch in Form von Grafiken und Videos produziert werden. Anderseits gibt er zu bedenken, dies dürfe nicht in Propaganda ausarten. Doch statt über den schmalen Grat zwischen “Persuasion” und Propaganda zu reflektieren, erwartet der ehemalige Obama-Campaigner die Bereitschaft, dass audio-visuelle Formate ebenso als normale Formate der Regierungskommunikation akzeptiert werden wie schriftliche Pressemitteilungen. Darüber hinaus könnten gerade humorvolle Inhalte auch ernsthafte Konsequenzen auslösen: Über den Link im Abspann eines Obama-Interviews mit Zach Galifianakis im Rahmen seiner Parodie-Serie “<a class="liexternal" href="https://www.youtube.com/watch?v=UnW3xkHxIEQ" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Between Two Ferns</a>” seien viele Nutzer zu Healthcare.gov gekommen und hätten dort Anmeldeformulare für die neue Krankenversicherung ausgefüllt.</p>
<h3>Regierungssprecher Seibert über Facebook: “Ein schönes Diskussionsklima”</h3>
<p class="big">Es scheint, als wandele die Bundesregierung in Sachen Online-Kommunikation mit dem üblichen transatlantischen Zeitverzug auf den Spuren der Obama-Administration: Sie hatte sich in der ersten Amtsperiode darauf konzentriert, Kanäle wie Facebook adäquat zu bespielen. Wenige Jahre später hat sich die Bundesregierung nun dazu durchgerungen, dort auch Präsenz zu zeigen: Seit dem 20. Februar 2015 wird gepostet, was das Zeug hält. Auch hier haben Kommunikationsberater ganze Arbeit geleistet, denn kein Status-Update kommt ohne Video, Grafik oder Foto aus; häufig als share-pic mit integriertem Zitat. Diese Inhalte werden geliked, geteilt, kommentiert und das Community-Management des Bundespresseamtes reagiert auf Nutzerkommentare.</p>
<p class="big"><a class="liexternal" href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundesregierung-auf-facebook-merkels-clevere-pr-truppe-a-1021919.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spiegel Online</a> resümiert: “Die Pöbler und Hetzer werden im Namen der Bundesregierung mit Humor und Sarkasmus entwaffnet. Das geschieht mit einer Professionalität, von der so manch ein Unternehmen nur träumen kann.” Das ist insofern treffend beobachtet, als die schlagfertige Reaktion insbesondere auf impertinente Kommentare in den sozialen Medien inzwischen als Zeichen sozial-medialer Kommunikationskompetenz verstanden wird. Einmal pro Woche antworten Verantwortliche wie Regierungssprecher Seibert sogar in einem Video-Statement auf einige ausgewählte Nutzerfragen.</p>
<p class="big">Mit Responsivität im Sinne des Eingehens auf Bürgerinteressen, die auch außerhalb etablierter Verfahren politischer Beteiligung artikuliert werden, hat dies jedoch wenig zu tun. So ist in den meisten Fällen, bei denen von politischen Akteuren in Online-Foren und -Formaten um Kommentare gebeten wird, unklar, ob und wie diese zu welchem Zweck zur Kenntnis genommen werden. Ein “schönes Diskussionsklima“, das Steffen Seibert der amtlichen Facebook-Präsenz bescheinigt, ist jedenfalls für eine Regierungskommunikation, die mehr als politisches Marketing intendiert, zu wenig.</p>
<p class="big"><em>Dies ist ein Crosspost von Netzpiloten.de. Der Artikel ist zuerst <a href="http://www.netzpiloten.de/kommunikation-persuasion-politainment/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dort</a> erschienen.</em></p>
<p>Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/circulating/8120520977/in/photolist-5ziWBW-6Kq2Nq-dkErhJ-69ZaFv-5D6VDs-kKaBPv-5UC6ee-dnzMYn-5TZwmd-95qvZs-9BKFcF-9jwjPh-d6mPTN-g4BNxL-9BNE6w-8MmJkq-4WHRrD-5pdeiQ-5BkE4Z-9BNDAU-dr6roW-aCVMVG-68tCj8-g4BEmg-9jqybv-asF3X1-9BKEWg-g62T1R-63ig5r-4yvsMc-pXgRQv-4raxx7-6bTCBN-5jdTff-5huKab-5ztaG8-bU4cwT-d6mPQS-9Af9Fn-9AnaRq-5BPniP-5BTEEf-5BPng4-5hGzsc-5TTQF3-avNHcM-cnwmV7-5TVc6J-9Aich1-9Aicau/">circulating</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Die fünfte Gewalt?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Feb 2014 12:49:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Günter Wallraff]]></category>
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					<description><![CDATA[Zeitungssterben, Flatrate-Infotainment, Debattenjournalismus &#8211; die Schlagworte sind zahlreich, wenn es darum geht, mal nostalgisch-verklärend, mal achselzuckend einen Epochenwandel oder gleich [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/buchrezension.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-136915" alt="buchrezension" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/buchrezension.jpg" width="640" height="480" /></a>Zeitungssterben, Flatrate-Infotainment, Debattenjournalismus &#8211; die Schlagworte sind zahlreich, wenn es darum geht, mal nostalgisch-verklärend, mal achselzuckend einen Epochenwandel oder gleich das Ende des hergebrachten Journalismus zu besingen. Die Diagnose, dass „das Internet“ dem klassischen Journalismus das Wasser abgraben würde, ist so alt wie unpräzise, so dass jüngste Entwicklungen und aktuell erschienene Debattenbeiträge einmal mehr zum Nachdenken anregen.<br />
Auch wenn der jüngste Aufreger, der in Gestalt eines gelben Engels auf die deutsche Presselandschaft niederkam, abermals von klassischen Print-Medien an die Öffentlichkeit gebracht worden ist: Alle netzkulturell Interessierten und Medienbeobachter haben sicherlich in den vergangenen Jahren mit Diskussionen um Enthüllungsprojekte wie Wikileaks oder Whistleblower wie Edward Snowden genügend Gelegenheit gehabt, ihre Position zum Wandel journalistischer Enthüllungskultur zu suchen.<br />
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen hatte die Stiftung Schloss Neuhardenberg bereits im vergangenen Sommer zu einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion geladen.  Einer Podiumsdiskussion, die „vom Verschwinden des investigativen Journalismus“ handeln sollte, sich dann aber &#8211; schenkt man der Abschrift der Diskussion Glauben &#8211; über weite Strecken doch in eine Generaldebatte zur Schreib- (und Lese-)kultur im deutschsprachigen Journalismus entwickelte. Soeben ist das Transkript der Diskussion im Freiburger Herder-Verlag erschienen.<br />
<figure style="width: 173px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/0003971334_0001.jpg"><img decoding="async" class="      " alt="30922-9_BISS_FRIE_LEYE_Die_Vierte_Gewalt_FINAL.indd" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/0003971334_0001.jpg" width="173" height="274" /></a><figcaption class="wp-caption-text">Bissinger, Manfred/Friedrichs, Julia/Leyendecker, Hans/Wallraff, Günter: Die Vierte Gewalt &#8211; Vom Verschwinden des investigativen Journalismus. Freiburg: Verlag Herder, 2014, 88 Seiten, Preis: €10,-</figcaption></figure><br />
Die Panelisten waren denkbar hochkarätig und so ist bei der Lektüre des schmalen Bandes „Die Vierte Gewalt“ eigentlich eher spannend, wer nicht eingeladen gewesen ist bzw. wen man als netzaffiner Leser zu dem Thema gerne gehört hätte. Dazu aber später mehr. Die Diskussion zwischen Manfred Bissinger (Ex-„Stern“), dem nimmermüden Enthüllungs-Aktivisten Günter Walraff, der Journalistin und Dokumentarfilmerin Julia Friedrichs und Hans Leyendecker, dem bereits heute legendären Leiter des Ressorts Investigative Recherche der Süddeutschen Zeitung kreiste zumeist um Stichworte wie ideologische Lagerbildung bzw. die von der Runde konstatierte Auflösung klarer weltanschaulicher Lager im deutschen Journalismus. Doch scheint der Veränderungsdruck durch die neuen Medien als unsichtbarer sechster Gesprächspartner ständig mit im Raum zu sitzen.<br />
Sei es der durch das Netz beschleunigte Anzeigenschwund in den Print-Medien, in dem beispielsweise Walraff eine der größten Herausforderungen für klassisch arbeitende Journalisten sieht. Oder aber die Feststellung, dass für unabhängig  arbeitende Journalisten zur Recherche komplexer politischer, ökonomischer oder gesellschaftlicher Sachverhalte heute in nur noch wenigen etablierten Blättern wie der SZ oder dem Spiegel Raum, Zeit und Geld (!) vorhanden ist. Mit Blick auf das „Verschwinden“ von Zeitungen diskutierte die Runde zwar ausführlich über Gegenmaßnahmen in Form von staatlich-subventionierten Blättern oder in Stiftungsform organisierten Unterstützungsmaßnahmen. Letztendlich ist es aber Hans Leyendecker, der bei der Frage nach dem kompletten Verschwinden von Tageszeitungen beruhigen kann („Ich halte das alles für Quatsch“).<br />
Eines wird in der Diskussion zudem klar: Wer zukünftig über Online-Journalismus debattiert, kann dies nicht mehr allein aus der Perspektive der (Online-) Redaktionen oder Herausgeber tun. Das Zeitalter des Leserbriefschreibens scheint unwiederbringlich vorbei und eine stets aufmerksame, kritische Schar von „Kommentatoren“ hat sich in den Foren breit gemacht und bestimmt &#8211; häufig bis an die Grenze von Straftatbeständen &#8211; wohl oder übel die Agenda der Zeitungsmacher, online wie offline.<br />
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><strong>Protest- und Skandalisierungskultur in den Neuen Medien:</strong> Eine Entwicklung, die der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen nicht nur in einem überaus <a href="http://politik-digital.de/von-alten-gatekeepern-und-neuen-skandalierern/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">lesenswerten Buch bereits vor einigen Jahren</a> analysiert hat, sondern auch im Zuge der jüngsten Debatte um den Fernsehansager Markus Lanz in der Hamburger Wochenzeitung <a href="http://www.zeit.de/gesellschaft/2014-01/markus-lanz-zdf-petition" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Zeit</a> kommentiert hat.</div></div><br />
Die Erkenntnisse der Debatte, die von Wallraffs frühesten Protestaktionen in einem Streifzug durch die journalistische Landschaft der (alten) Bundesrepublik führt, mögen zwar nicht neu sein, zum Nach- und Weiterdenken regen sie und die verdienstvollen Panelisten allemal an. Einzig die Frage bleibt, warum zum Thema keiner der hierzulande inzwischen zahlreichen und vielfach etablierten Online-Journalisten oder Blogger in der Runde Platz fand. So bleibt auch bei dieser Debatte zum Thema „Medienwandel“ einmal mehr der fade Beigeschmack, dass Vertreter einer neuen journalistischen Kultur weiterhin wie ungeliebte entfernte Verwandte behandelt werden.<br />
Zu den bislang etablierten Arbeitsweisen (Walraffs Undercover-Aktionen vs. Leyendeckers klassische Recherchearbeit) sind längst neue Formen journalistischer (Enthüllungs-) Arbeit hinzugetreten. Zwar mögen kooperative bzw. kollaborative Enthüllungsformate wie Wiki- oder Offshoreleaks neu und häufig noch ungeübt sein. Will er weiter bestehen, sollte es jedoch im eigenen Interesse des hergebrachten Journalismus liegen, sich kritisch-hinterfragend mit dieser neuen, möglicherweise fünften oder sogar sechsten Gewalt auseinandersetzen, und somit die von Friedrichs, Bissinger, Walraff und Leyendecker einmütig beschworene Vielfalt im deutschen Journalismus weiterhin aufrechtzuerhalten.<br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/bnlog/317056699/sizes/z/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bnlog</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-NC-SA 2.0</a>)<br />
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