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	<title>Medienzensur &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Medienzensur &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Proteste in Armenien: Von der Straße ins Netz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Irena Sargsyan]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Jan 2015 09:48:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[Online-Bewegung]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Seit den letzten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in den Jahren 2008, 2012 und 2013 wollen die Demonstrationen in der armenischen Hauptstadt Jerewan nicht enden. Ende 2014 übertrafen sie jedoch alle vorangegangenen. Grund für die erneuten Proteste ist neben der allgemeinen Unzufriedenheit mit dem aktuellen Regime die schlechte soziale und wirtschaftliche Lage der Bevölkerung. Armenien steht womöglich vor politischen Umwälzungen – und das Internet spielt dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Laut Angaben der <a href="http://www.itu.int/en/ITU-D/Statistics/Documents/publications/mis2014/MIS2014_without_Annex_4.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vereinigung für Internationale Telekommunikation</a> (ITU) ist die Internetnutzung in Armenien seit dem Jahr 2008 um 700 Prozent, von ca. sechs auf knapp 50 Prozent angestiegen. Das Internet stellt heute eine wichtige Plattform für den politischen und sozialen Diskurs in Armenien dar. Sein Potential wurde jedoch erst nach den dramatischen Entwicklungen vor sieben Jahren erkannt. Was damals geschah:</p>
<p><b>Die Protestbewegung 2007-2008  </b></p>
<p>Jeder Armenier erinnert sich an die Ereignisse vom 1. März 2008. An diesem Tag wurden die seit Monaten andauernden friedlichen Demonstrationen gewaltsam aufgelöst. Acht Menschen kamen laut offiziellen Angaben ums Leben, ca. 150 Menschen wurden festgenommen. Der scheidende Präsident, Robert Kotcharian, verhängte daraufhin den Ausnahmezustand. „Eine solche Wendung der Ereignisse kam für viele unerwartet, wirkte einschüchternd und entmutigend“, berichtet die Politikwissenschaftlerin Hripsime Grigoryan, die selbst an der Protestbewegung beteiligt war. Wie viele andere junge Armenier war auch sie mit der herrschenden Regierung unzufrieden und suchte nach Wegen, sich für mehr Demokratie, Gerechtigkeit und Menschenrechte einzubringen.</p>
<p>Im September 2007 hatte der erste Präsident der Republik Armenien, Lewon Ter-Petrosjan, im Vorfeld der Präsidentenwahl eine beeindruckende Rede gehalten. Darin kritisierte er das Regime als kriminell, korrupt und oligarchisch und setzte den Anfang für die landesweite Protestbewegung. Insbesondere junge Armenier fühlten sich von ihm und seiner Rede inspiriert und sahen in ihm ihr zukünftiges Staatsoberhaupt. „Damals war das Internet in Armenien nicht besonders verbreitet, also organisierten wir uns über private Kontakte“, erzählt die Politikwissenschaftlerin Grigoryan. Die Bewegung bekam den Namen „Volksbewegung“, sie sollte die verfassungsmäßige Ordnung im Lande wiederherstellen und das „räuberische“ Regime abschütteln. „Die Anhängerschaft des ehemaligen Präsidenten Lewon Ter-Petrosjan wuchs rapide. Binnen weniger Monate erreichte ihre Anzahl mehrere Hunderttausend“, erinnert sie sich.</p>
<p>Trotz registrierter Wahlfälschungen und Angriffen auf Oppositionsführer und Journalisten erklärte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) die am 19. Februar 2008 abgehaltenen Wahlen für rechtmäßig. Der Nachfolger des amtierenden Präsidenten wurde Sersch Sargsjan mit ca. 53 Prozent der Stimmen. Lewon Ter-Petrosjan, den offiziell lediglich 21,5 Prozent der Armenier gewählt hatten, rief die Opposition auf, die Wahlen zu torpedieren und appellierte an das Verfassungsgericht. Die friedlichen Kundgebungen und Proteste wurden auf dem Platz der Freiheit fortgesetzt, um am 1. März 2008 ihr gewaltsames Ende zu finden. „Die Polizei griff an diesem Tag die Protestierenden auf dem Platz der Freiheit an, als sie ahnungslos in den aufgeschlagenen Zelten schliefen. Hunderte von Zivilisten wurden brutal zusammengeschlagen und verletzt“, berichtet Hripsime Grigoryan.</p>
<p><b>Medienzensur und das Aufleben des Internets</b></p>
<p>In derselben Nacht verhängte der scheidende Präsident Robert Kocharyan den Ausnahmezustand für 20 Tage und verabschiedete ein Dekret, demzufolge die Medien nur aus offiziellen Quellen berichten durften. Die Zensur erstreckte sich auf alle traditionellen Massenmedien.</p>
<p>„Die Menschen erhielten keine Informationen darüber, wie viele Tote, Verletzte und Verhaftete es gab, was genau in der Nacht zum 1. März vorgefallen war, welche Institutionen involviert waren, welche Rolle dabei die Polizei und die bewaffneten Streitkräfte spielten”, so Grigoryan. „Es war dieses Informationsvakuum und das absolute Fehlen einer alternativen Informationsquelle, die die Menschen dazu brachten, ins Internet zu gehen. Obwohl es damals nur von einigen wenigen Armeniern genutzt wurde und trotz langsamer Dial-Up-Verbindung, war es damals die einzige Quelle, aus der zuverlässige Inform<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Powi.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-144116 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Powi-305x307.jpg" alt="Powi" width="206" height="208" /></a>ationen bezogen werden und dann über Mailinglisten, Telefongespräche sowie persönliche Treffen verbreitet werden konnten“, berichtet die Politikwissenschaftlerin.</p>
<p>Die „Volksbewegung“ bekam damit eine Internetpräsenz. Besonders aktiv war damals die Webseite payqar.net (zu Deutsch: Kampf.net, heute nicht mehr online). Neu entstanden waren auch das Online-Journal „<a href="http://independentarmenia.blogspot.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Independent Armenia</a>“, <a href="http://tzitzernak2.blogspot.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tzitzernak2</a> (Die Schwalbe2), khosk.com (zu Deutsch: das Wort.com, ebenfalls nicht mehr existent), die politischen Blogs <a href="http://unzipped.blogspot.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UNZIPPED</a>, <a href="http://aramazd.livejournal.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aramazd</a> etc.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc">Hripsime Grigoryan stammt aus Armenien und studierte Politikwissenschaft an der Central European University in Budapest.  Sie ist Analystin für zivilgesellschaftliche Partizipation und Prozesse. Als ehemalige Aktivistin der Jugendbewegung „Hima“ („Jetzt“) war sie an den Protesten im Jahr 2008 beteiligt.</div></div>
<p>Infolge der politischen Entwicklungen wurde 2008, unter Leitung des Oppositionsführers Levon Ter-Petrosjan der <a href="http://www.anc.am" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Armenische Nationalkongress</a> gegründet – eine Koalition aus 13 Oppositionsparteien, die ebenfalls über eine eigene Webseite verfügt. Herausragende Mitglieder des Armenischen Nationalkongresses wie Nikol Pashinyan sind heute aktive vielfach gelesene <a href="http://www.nikolpashinyan.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogger</a>.</p>
<p>Auch zahlreiche Printmedien zog es damals ins Internet, unter anderem die Zeitung <a href="http://www.azatutyun.am" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Azatutjun.am</a> (zu Deutsch: Freiheit), die Nachrichtenagentur <a href="http://www.a1plus.am" target="_blank" rel="noopener noreferrer">A1Plus.am </a>, die Zeitungen <a href="http://www.armtimes.com/hy/">ArmTimes.com </a> und <a href="http://www.aravot.am">Aravot.am</a> (zu Deutsch: Der Morgen).</p>
<p>Die Berichterstattung in den Internet-basierten Medien unterschied sich grundlegend von den Themen der offiziell zugelassenen. Während die Opposition und ihre Anhänger das Internet nutzten, um auf die Menschenrechtsverletzungen und die fehlende Meinungsfreiheit hinzuweisen, behandelten die herkömmlichen offiziellen Massenmedien in erster Linie die Themen „Sicherheit und Stabilität“, so beschreibt die Menschenrechtlerin und Medienspezialistin Tsovinar Nazaryan die Situation von damals. Die Aktivistin ist die Gründerin der Initiative „Army in Reality civic initiative“ und lebt heute im Ausland.</p>
<p><b>Die zivilgesellschaftlichen Bewegungen seit 2010 </b></p>
<p>Besonders effektiv agieren heute die zivilgesellschaftlichen Initiativen, die sich über soziale Netzwerke wie Facebook, YouTube oder Blogs organisieren. Die ersten erfolgreichen Bürgerinitiativen wurden 2007 und 2010 gegründet, den Anfang machte die Umweltbewegung „<a href="https://www.facebook.com/groups/207369279360129/?fref=ts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rettet Teghut</a>”. Teghut ist ein Dorf in der Provinz Lori im Norden Armeniens und hat großes Kupfer-und Molybdänvorkommen. Die Inititative machte auf die umweltschädliche Gewinnung dieser Metalle aufmerksam, wollte die Bevölkerung für Umweltfragen sensibilisieren und umliegende Dörfer vor Grundwasservergiftung und Gesundheitsschäden retten. Eine zweite Bürgerinitiative hatte sich die Aufrechterhaltung der Stadtparks unter dem Slogan: “<a href="https://www.facebook.com/groups/119537174725392/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Stadt gehört uns</a>”zum Ziel gesetzt.</p>
<p>Andere soziale Online-Bewegungen richten sich gegen konkrete Gesetzentwürfe und Verordnungen der Regierung. So konnten, dank der Initiativen “<a href="https://www.facebook.com/groups/543225539077027/?fref=ts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">We pay 100 dreams</a>” und “<a href="https://www.facebook.com/DEMAMKutakayinKensatoshakin?fref=ts" target="_blank" rel="noopener noreferrer">I am against!”</a>, die Preissteigerungen für öffentliche Verkehrsmittel sowie die Besteuerung von Renten abgewendet werden.</p>
<p>„In den ersten Jahren hatte sich der Ort des Protests von den Straßen ins Internet verlagert, weg von politischen Fragestellungen in Richtung soziale Gerechtigkeit“, bestätigt Hripsime Grigoryan. Die Bevölkerung scheint sich jedoch allmählich von den entmutigenden Ereignissen vom 1. März 2008 zu erholen. Der in Armenien bekannte Politikanalytiker und Aktivist Arthur Avtandilyan meint eine interessante Tendenz zu erkennen: Die sozialen Bewegungen werden wieder politischer.</p>
<p>Das Internet wird in Armenien heute – sehr viel später als anderswo – von politischen Parteien, Menschenrechtlern, Bürgern und Medien aktiv genutzt. Die Zahl der neuen Internet-Zeitungen, Radio- und Fernsehstationen wächst stetig weiter. Die oppositionelle Bewegung unter Leitung des ehemaligen Präsidenten Levon Ter-Petrosjan scheint neuen Schwung zu bekommen. Noch ist nicht abzusehen, ob die Proteste auch diesmal eine längerfristige Wirkung zeigen werden.</p>
<p>Bilder: <a href="https://www.facebook.com/arman.veziryan.7" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arman Vaziryan</a> (Artikelbild), Nane Khachatryan (Porträt)</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
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			</item>
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		<title>Nepal: Frieden bringt Themenvielfalt in Blogs</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Bhumika Ghimire]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 12:57:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Zwischen Euphorie und Zensur]]></category>
		<category><![CDATA[E-Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Medienzensur]]></category>
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		<category><![CDATA[Nepal]]></category>
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					<description><![CDATA[Medienzensur und eine fehlende Internetstruktur erschweren die digitale Kommunikation in Nepal. Die Autorin Bhumika Ghimire beschreibt, wie die nepalesische Blogosphäre trotzdem den Kampf gegen die Bedeutungslosigkeit annimmt.<br />
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Medienzensur und eine fehlende Internetstruktur erschweren die digitale Kommunikation in Nepal. Die Autorin Bhumika Ghimire beschreibt, wie die nepalesische Blogosphäre trotzdem den Kampf gegen die Bedeutungslosigkeit annimmt.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
2006 war ein ereignisreiches Jahr für Nepal. Nach zehn Jahren blutigen Aufruhrs durch die Maoisten konnte endlich eine politische Lösung gefunden werden. Die Maoisten und der Staat unterschrieben einen Friedensvertrag, in dem beide Seiten sich darauf einigten, Nepal gemeinsam und friedlich wieder aufzubauen. Auf den Friedensvertrag folgten 2008 Wahlen für eine verfassungsgebende Versammlung in Nepal. Die Maoisten gewannen dabei die Mehrheit der Sitze, was viele Menschen in Nepal sowie die Internationale Staatengemeinschaft gleichermaßen überraschte.
</p>
<p>
<center><br />
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/800px-Thamel_Kathmandu_Nepal.jpg" alt="Foto: Adrian Sulc cc-by-2.0" title="Foto: Adrian Sulc cc-by-2.0" width="254" align="middle" height="169" /> </center><br />
</p>
<p>
Der Vorsitzende der Maoisten, Pushpa Kamal Dahal, wurde als Premierminister vereidigt und bildete eine Regierungskoalition mit Parteien aus dem zentristischen und linksliberalen Lager. Unter Dahal wurde Nepal zu einer säkularen Republik erklärt, wodurch gleichzeitig die seit fast 300 Jahren existierende Monarchie endete.
</p>
<p>
<b>Revolution im Netz</b>
</p>
<p>
In dieser turbulenten Zeit entwickelte sich in nepalesischen Blogs, Webseiten und Foren eine bis dahin nie dagewesene Aktivität. Dabei muss man wissen, dass die schlechte Infrastruktur, eine geringe Alphabetisierungsquote und eingeschränkte Technik- und Englischkenntnisse die Benutzung des Internets für einen Großteil der nepalesischen Bevölkerung unmöglich macht. Während aber ländliche Gemeinden immer noch von der digitalen Kommunikationstechnologie unberührt sind, können Städte wie Kathmandu, Pokhara und Dharan einen explosionsartigen Anstieg an Internetnutzern verzeichnen.
</p>
<p>
<b>Unruhen stärken Blogosphäre</b>
</p>
<p>
Die politischen und sozialen Unruhen zwischen 2006 und 2008 brachten einige Nepalesen dazu, ihre Meinungen und Botschaften im Internet zu veröffentlichen. Dies waren vor allem Blogger, Aktivisten, Organisatoren und Studenten, die das informierende und mobilisierende Potential des Internets erkannt hatten. Die nepalesische Diaspora spielte dabei eine ausschlaggebende Rolle. Als König Gyanendra die Medienzensur einführte, half die Diaspora den Bloggern im Lande, die Internetsperren zu umgehen. Außerdem gaben die Blogs den Exil-Nepalesen die Möglichkeit, die Ereignisse im Land kritisch zu kommentieren.
</p>
<p>
<a href="http://www.mysansar.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mysansar.com</a>, ein nepali-sprachiger Blog, war einer der Ersten, der die politischen und sozialen Diskussionen ins Netz brachte. Während der nationalen Debatte über den Friedensprozess, die Rolle der Maoisten und der Monarchie, wandten sich immer mehr Leute der Plattform zu, um ihre Gedanken zu verbreiten und Gleichgesinnte zu finden. Angespornt von Myansars Erfolg folgten bald Blogs wie <a href="http://blog.com.np/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">United we blog! for a democratic Nepal</a>, <a href="http://nepalnow.blogspot.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogdai</a> und <a href="http://nepalinetbook.blogspot.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Maila Baje</a>.
</p>
<p>
<b>Frieden bringt Themenvielfalt</b>
</p>
<p>
Als die politische Situation im Land sich stabilisierte, kühlten sich die hitzigen „Revolutions-Blogs“ merklich ab und die politischen Kommentare wurden mehr und mehr durch gesellschaftliche und soziale Themen ersetzt. Auf Myansar gab es nach den Wahlen von 2008 einen klaren Wechsel zu einem thematisch breiter gestreuten Publikationsrahmen. Vermehrt schrieben Bloggger über ihre gescheiterten Träume von einem extravaganten Leben im Westen, über Ansätze zur wirtschaftlichen Wiederbelebung Nepals oder einfach nur über Geschichten aus dem Volke.
</p>
<p>
Blogs, die sich auf Tourismus, Wirtschaft, Frauenrechte und das private Leben konzentrierten, fingen an, in der nepalesischen Blogosphäre zu florieren. <a href="http://sapkotac.blogspot.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chandan Sapkota</a> zum Beispiel, Junior Fellow an der Carnegie Stiftung für Internationalen Frieden, betreibt einen informativen Blog, der sich auf die nepalesische Wirtschaft konzentriert. Eine Gruppe von Anwälten will Mitstreiter gegen die Folter von Frauen, die der Hexerei beschuldigt werden, mobilisieren. Und auch viele Politiker haben das Bloggen begonnen, um mit ihren Wählern in Verbindung zu bleiben.
</p>
<p>
<b>Infrastrukturelle Defizite</b>
</p>
<p>
Obwohl etablierte Blogs an Glaubwürdigkeit in der Mainstream-Kultur in Nepal gewonnen haben, spielen sie in den Mainstream-Medien immer noch die zweite Geige. Anders als in den USA oder den westlichen Nationen, in denen über den Rückgang der Zeitungen und die steigende Bedeutung von Blogs gesprochen wird, sind in Nepal immer noch die gedruckten Zeitungen König. Blogger werden als Amateure angesehen. Ein Umstand, der es ihnen erschwert, mit ihrer Arbeit Geld zu verdienen. In der Vergangenheit konnten einige Blogger zwar mit exklusiven Nachrichten und Bildmaterial aufwarten, doch diese Leistungen wurden in der Öffentlichkeit weder wahrgenommen noch richtig anerkannt.
</p>
<p>
<b>Arroganz der Mainstream-Medien </b>
</p>
<p>
Die Arroganz der Mainstream-Medien ist aber ein vergleichsweise kleines Problem verglichen mit den infrastrukturellen Hürden in Nepal. Das beeindruckende Wachstum der Blogosphäre ist bedeutungslos, wenn mehr als die Hälfte des Landes so arm ist, dass Computer und sogar Elektrizität Luxusgüter sind. Erst vor kurzem beschloss Nepals Energieministerium, täglich für neun Stunden den Strom in der Hauptstadt Kathmandu abzustellen, ein klares Zeichen für die zusammenbrechende Infrastruktur des Landes.
</p>
<p>
<i>Übersetzt aus dem Englischen von politik-digital.de. </i></p>
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		<title>Blogger gefährdet die Staatssicherheit</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/blogger-gefaehrdet-die-staatssicherheit-4165/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[esnakker]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Nov 2008 13:20:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Blogger]]></category>
		<category><![CDATA[Pressefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Medienzensur]]></category>
		<category><![CDATA[The BOBs]]></category>
		<category><![CDATA[Zola]]></category>
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					<description><![CDATA[Der chinesische Blogger Zhou Shuguang a.k.a. &#34;Zola&#34;, sollte auf den diesjährigen
Internationalen Weblog Awards der Deutschen Welle -The BOBs- an der Jurysitzung in Berlin teilnehmen. Zhou wurde jedoch am Freitag, 21. November 2008 von den chinesichen Behörden an der Ausreise gehindert. Die Begründung: Er stelle eine &#34;mögliche Gefährdung der Staatssicherheit&#34; dar.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der chinesische Blogger Zhou Shuguang a.k.a. &quot;Zola&quot;, sollte auf den diesjährigen<br />
Internationalen Weblog Awards der Deutschen Welle -The BOBs- an der Jurysitzung in Berlin teilnehmen. Zhou wurde jedoch am Freitag, 21. November 2008 von den chinesichen Behörden an der Ausreise gehindert. Die Begründung: Er stelle eine &quot;mögliche Gefährdung der Staatssicherheit&quot; dar.<br />
<!--break--></p>
<p>
In der Titelleiste seines Blogs steht der Satz: &quot;You never know<br />
what you can do till you try.&quot;<br />
Getreu diesem Motto reizte der 27-jährige Blogger und<br />
Bürgerjournalist des öfteren den engen Spielraum der<br />
Informationsfreiheit in der Volksrepublik aus. In <a href="http://www.zuola.com/weblog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">seinem<br />
Blog</a> befasst er sich bereits seit 2004 mit kritischen Themen wie<br />
unter anderem der Redefreiheit, Tibet oder der staatlichen<br />
Medienzensur in China. Bereits während<br />
der Olympischen Spiele 2008 wurde er unter Arrest gestellt und durfte<br />
sein Heimatdorf Meitanba nicht verlassen.
</p>
<p>
Obwohl, wie die Deutsche Welle (DW) <a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3820911,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">berichtete</a>,<br />
sowohl das Auswärtige Amt, als auch DW mit der chinesischen<br />
Regierung wegen Zhou in Kontakt getreten sind, konnte bis zuletzt<br />
keine Ausreisegenehmigung erreicht werden. Aus diesem Grund will Zhou<br />
jetzt über das Internet an der Sitzung teilnehmen, sofern es hierbei<br />
nicht zu Behinderungen durch chinesische Internetzensoren kommt.</p>
]]></content:encoded>
					
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