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	<title>Medizinrobotik &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Medizinrobotik &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Auf dem Weg nach Robonien – Besserer Mensch oder perfekte Maschine?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Wolff]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Jul 2016 14:10:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Roboter, der metallene Traum der Menschheit: Intelligente Geschöpfe, erschaffen durch unsere Hand. Sie interagieren mit uns, arbeiten für uns, bedienen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bundesarchiv_Bild_102-09312_Berlin_Roboter_mit_seinem_Erfinder.jpg" rel="attachment wp-att-149197"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-149640 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bundesarchiv_Bild_102-09312_Berlin_Roboter_mit_seinem_Erfinder.jpg" alt="" width="640" height="406" /></a>Roboter, der metallene Traum der Menschheit: Intelligente Geschöpfe, erschaffen durch unsere Hand. Sie interagieren mit uns, arbeiten für uns, bedienen und fahren uns. Doch zwischen maschineller Automatisierung und sozialer Roboterarbeit stolpern wir über unsere ethischen Wertvorstellungen. Wo soll die Reise also hinführen, zum besseren Menschen oder zur perfekten Maschine?</p>
<p>Längst sind die Zukunftsphantasien früher Science-Fiction Klassiker technische Realität geworden. Roboter sind fester Bestandteil industrieller Produktionsmechanismen, drehen als automatisierte Staubsauger ihre Bahnen in unseren Wohnzimmern, kümmern sich um den Rasen oder spielen in der FIRA-Roboterfußballweltmeisterschaft um den Sieg. Doch wie geht die Entwicklung weiter und welche Lebensbereiche werden Roboter in Zukunft erobern? Und welche Regeln müssen wir im Umgang mit Robotern etablieren?</p>
<ol>
<li>Ein Roboter darf kein menschliches Wesen (wissentlich) verletzen oder durch Untätigkeit gestatten, dass einem menschlichen Wesen (wissentlich) Schaden zugefügt wird.</li>
<li>Der Roboter muss den ihm von einem Menschen gegebenen Befehlen gehorchen – es sei denn, ein solcher Befehl würde mit Regel eins kollidieren.</li>
<li>Ein Roboter muss seine Existenz beschützen, solange dieser Schutz nicht mit Regel eins oder zwei kollidiert.</li>
</ol>
<p>Mit diesen drei Gesetzen der Robotik, die Isaac Asimov bereits 1942 in seiner Kurzgeschichte Runaround aufzeigte, ging er sogar schon einen Schritt weiter. So zielen die „Grundregeln des Roboterdienstes“ darauf ab, das soziale Miteinander von Mensch und Roboter zu regeln. Doch was basteln wir zwischen den vielen Drähten und der Software eigentlich zusammen, was ist ein solcher Roboter überhaupt?</p>
<h3>Von Halbautomaten und metallenen Hinterteilen</h3>
<p>Der Begriff „Roboter“ leitet sich vom tschechischen Wort „robota“, zu Deutsch, „Frontdienst“ oder „Zwangsarbeit“ ab. Eine passende Bezeichnung will man meinen, schließlich sind die technischen Helferlein dazu auserkoren, dem Menschen Arbeit abzunehmen. Auch die früheren Bezeichnungen als „Automaten“ oder „Halbautomaten“ zielt in diese Richtung und gibt Hinweis auf den Charakter des Roboters. So bestand seine Hauptaufgabe darin, automatisiert mechanische Aufgaben zu übernehmen.</p>
<p>Doch Entwicklung bleibt bekanntermaßen nie stehen. So wurde der Sieg des Computers Deep Blue über den damaligen Schachweltmeister Garri Kasparow im Jahr 1996 zum Wendepunkt der modernen Robotik. Eine künstliche Intelligenz bezwang das menschliche Denkvermögen. Roboter wurden zunehmend weiterentwickelt, lernten selbstständig, agierten und reagierten. Zur reinen Mechanik gesellten sich komplexe Denkprozesse. Nun stehen wir vor einer neuen Entwicklungsphase. Nicht nur Arbeitsbereiche, auch unser soziales Lebensumfeld soll nun von Robotern erobert werden. Wahrnehmungsmechanismen sollen das Agieren in sozialen Kontexten ermöglichen.</p>
<p>Die <a href="http://collaboratory.de/w/Hauptseite">Experten- und Interventionsplattform Co:llaboratory (CoLab) &#8211; Internet &amp; Gesellschaft</a> befasste sich deshalb mit dem Thema <a href="http://blog.collaboratory.de/einladung-zum-smart-country-fruehstueck-29-06-robotik-und-mensch-maschine-interaktion/">sozialer Interaktion und Beziehung von Mensch und Maschine</a>. „Der technische Fortschritt weist den Weg hin zu Robotern mit sozialen Kompetenzen. Wir wollen Roboter, die als Gefährten, Familienmitglieder und Lehrer mit uns interagieren. Dazu müssen wir sie in gesellschaftliche Kontexte und Sozialnormen einbetten“, schaut Hans-Dieter Burkhard, emeritierter Professor für künstliche Intelligenz und intelligente autonome Roboter an der HU Berlin, voraus.</p>
<p>„Von allen Freunden die ich je hatte bist du der Erste“, meint Bender, der metallene Roboter-Kumpel des Pizzaboten Fry in der Serie Futurama. So überspitzt wie dieses Beispiel auch sein mag, gibt es dennoch Hinweis darauf, welcher Folgen wir uns durch die technischen Entwicklungen der Robotik, bewusst werden müssen. „The humanity can bite my shiny metal ass“, ist Benders Markenspruch. Vielleicht bekommen wir diesen Spruch bald auch im echten Leben zu hören; dann nämlich, wenn intelligente Roboter Teil unserer Lebenswelten und eigene Mitglieder der Gesellschaft werden. Ob dann die drei Gesetze der Robotik hier noch genügen, um das Miteinander von Mensch und Roboter zu regeln?</p>
<h3>Auch Roboter brauchen Gefühle</h3>
<p>Medizinroboter sind bereits heute <a href="http://politik-digital.de/news/medizinrobotik-die-arzthelfer-von-heute-148750/">fester Bestandteil hochkomplexer Medizin</a>. Transportroboter, virtuelle Assistenzärzte und Chirurgie-Roboter sind zu einer nicht wegzudenkenden Unterstützung in modernen OP-Sälen geworden. Wo Krankenhäuser von der modernen Technik profitieren, fallen aber andere Stellen des Gesundheitssystems zurück. So kann die Pflege, die einen steigenden Anteil älterer PatientInnen versorgen muss, bisher nur wenig von den technischen Neuerungen profitieren. Pflegeroboter sollen hier Abhilfe schaffen.</p>
<p>Auch als soziale Agenten sollen sie handeln und mit dem Menschen interagieren, ihm in Notlagen helfen und bei gesundheitlichen Problemen unterstützen. Um diese Aufgabe zu übernehmen, braucht es zweierlei: Handwerkszeug, um eine ausreichende Unterstützung mechanisch zu realisieren, aber auch Sozialkompetenz, um gegebenenfalls für PatientInnen Entscheidungen zu übernehmen. Ähnlich wie im Film „Der 200 Jahre Mann“ müssen Roboter dann lernen, was ein Mensch ist, was ihn ausmacht. In Japan laufen hierzu bereits erste Feldversuche mit einem Hotel, das nur noch von Robotern betrieben wird. Sollten solche Tests langfristig funktionieren, könnte man ein ähnliches Prinzip auf Krankenhäuser übertragen.</p>
<p>Für Karsten Weber, Professor und Technikphilosoph, und Dr. Martin Meister, Techniksoziologe, liegt hier aber die zentrale technische Herausforderung: die Programmierbarkeit von Sozialität. So erscheint es äußerst schwierig, Robotern das beizubringen, was sich Menschen in Jahrzenten des sozialen Lernens aneignen. Sollten dann einmal die falschen Entscheidungen getroffen werden, ist es äußerst schwierig, einen Verantwortlichen für die Fehlentscheidung zu finden, ergänzt Burkhard.</p>
<p>Je mehr Roboter zu Begleitern in unseren Lebenswelten werden, je intelligenter und selbstständiger sie handeln, desto häufiger werden wir auf Konflikte mit unseren normativen Werten von Selbstbestimmung und Selbstbestimmtheit treffen. Wenn die Anknüpfungspunkte zwischen Mensch und Maschine zunehmend diverser und Teil unseres sozialen Umfelds werden, müssen wir letztlich entscheiden, in welcher Beziehung wir zu Robotern stehen. Sollen sie unsere Mittel, unsere Werkzeuge, Partner, Freunde oder sogar mehr sein? Auf dem Weg zu einer Antwort darauf müssen wir darüber diskutieren, wie Roboter aussehen sollen und wie nicht; wir müssen uns darüber klar werden, was Roboter eigentlich sind, und festlegen, welche Rolle sie in unserer Gesellschaft einnehmen sollen.</p>
<h3>More human than human?</h3>
<p>Betrachtet man das Einsatzgebiet der Pflege, scheint die Frage nach dem Erscheinungsbild sozialer Roboter bereits geklärt. Der Mensch überholt sich selbst. Vielleicht leitet sich der Roboter also doch eher vom englischen Namen „Rob“ ab: denn „der Erhabene“ humanoide Roboter rückt zunehmend ins Zentrum der Entwicklung und eröffnet den Raum für weitere Gedankenspiele.</p>
<p>Längst weisen Roboter typisierte ästhetische Formen auf, längst bauen wir Roboter nach unserem Ebenbild. Denn der Mensch anthropomorphisiert, er neigt zur Vermenschlichung von Robotern. So gehören unförmige Maschinen, die strikt Befehlen befolgen und einzelne Aufgaben erledigen, der Vergangenheit an.</p>
<p>Die Wahl zwischen der „perfekten Maschine“ und dem „besseren Menschen“ scheint also bereits entschieden. Die moderne Robotik baut am „Mensch 2.0“: Intelligent, lernfähig, sozial und allzeit bereit, ein Allroundtalent eben. „More human than human is our motto“, heißt es da vom Hersteller menschlicher Replikaten im Film Blade Runner über die Natur humanoider Roboter.</p>
<h3>Zwischen Dienern und Gynoide</h3>
<p>In vielerlei Hinsicht haben uns Science-Fiction Klassiker bereits die zentralen Probleme auf dem Weg zum Bau des „besseren Menschen“ gezeigt. So begegnet Batty, einer der humanoiden Replikanten in Blade Runner, dem Protagonisten mit den Worten: „That&#8217;s what it is to be a slave.” Aber auch der Gynoid (weiblicher Androide) Cho in Gwyneth Ann Jones Roman „Divine Endurance“ leidet unter ihrer Unterdrückung. Als „perfekte Frau“ ist sie dazu auserkoren, jeden Wunsch des Menschen zu erfüllen, doch ihre Schönheit und stereotypischen Geschlechtsattribute verstärken Unterdrückung und Diskriminierung.</p>
<p>Schon heute bevölkern Chatbots die Singlebörsen des Netzes und täuschen soziale Kontakte vor. Auf diese Weise sind Roboter nicht mehr nur noch Werkzeuge oder Helfer, die für uns Aufgaben erledigen. Sie erfüllen menschliche Wünsche nach Liebe, Anerkennung und Partnerschaft. In Japan beispielsweise wird Singles durch Roboter Aufmerksamkeit geschenkt, indem sie mit ihnen reden, Geborgenheit vortäuschen, ihnen das Gefühl von Liebe und Nähe vermitteln. Dabei fördert diese Verfügbarkeit aber auch eine zunehmende Beliebigkeit, fördern sogar Sexualisierung und Diskriminierung.</p>
<p>Vielleicht brauchen wir gerade deshalb geschlechtsneutrale Roboter, wie es die Ethik der Robotik vorschlägt. Vielleicht sollten wir weniger den „besseren Menschen“ bauen wollen, als uns auf die Entwicklung der „perfekten Maschine“ zurückzubesinnen. Wenn aber Sexualisierung und Unterdrückung von künstlicher Intelligenz und Robotern dazu führen, dass Geschlechtsdiskriminierung und „Master-Slave“ Konstellationen unsere Umgangsweise mit Robotern bestimmt, dann steht es nämlich vielleicht auch schlecht um unsere ethischen Wertevorstellungen.</p>
<h3>Mein metallener Freund und Helfer?</h3>
<p>In erster Linie bleibt der Roboter eine Maschine: Intelligent, sozial, aber eben ohne Gefühle. Auch die Entwicklung humanoider Roboter steckt noch in den Kinderschuhen. Dennoch dürfen wir die ethischen und gesellschaftlichen Fragen nicht ignorieren, die uns beim Bau von Robotern begegnen. Denn die Schöpfung einer menschenähnlichen Dienerschaft, die uns gehorsam folgt und unsere Arbeit verrichtet, wird nicht ohne Folgen an uns vorbeigehen. Wozu brauchen wir Roboter? Welche Eigenschaften wollen wir ihnen zuschreiben? Sollen sie aussehen wie Bender, geschaffen nach unserem Abbild, als Freund oder lediglich ein Industrieroboter zur reinen Arbeitshilfe sein?</p>
<p>Die Mechanisierung und der technische Fortschritt werden weitergehen. Roboter werden den Alltag immer mehr mitbestimmen und begleiten. Die Frage bleibt, in welche Richtung dies gehen soll. „Da waren lauter Nullen und Einsen und ich dachte, ich hätte sogar eine zwei gesehen“, schildert der Roboter Bender seine Erfahrungen. Es bleibt also noch viel zu entwickeln, zu entdecken und zu hinterfragen auf dem Weg zum Roboter der Zukunft.</p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_102-09312,_Berlin,_Roboter_mit_seinem_Erfinder.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berlin, Roboter mit seinem Erfinder; Bild 102-09312</a> by </span><a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Commons:Bundesarchiv" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span class="licensetpl_attr">Bundesarchiv</span></a><span class="licensetpl_attr"> via <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Main_Page" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wikimedicommons</a> licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a><br />
</span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Medizinrobotik – neue Assistenten im Krankenhaus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Judith Alms]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Mar 2016 08:27:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung der Medizin]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Automatisierung greift in allen Lebensbereichen weiter um sich. Längst hat sie auch die Medizinbranche erobert. Roboter sind in vielen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Medizinroboter-flickr-army-medizine-CC-BY-SA-2.01.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-148752 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Medizinroboter-flickr-army-medizine-CC-BY-SA-2.01.jpg" alt="" width="640" height="280" /></a>Die Automatisierung greift in allen Lebensbereichen weiter um sich. Längst hat sie auch die Medizinbranche erobert. Roboter sind in vielen Krankenhäusern schon lange nicht mehr wegzudenken. Hier werden drei Mitarbeiter der Klinik von heute vorgestellt.</p>
<h3>Rollwagen schieben war gestern – Der Transportroboter</h3>
<p>Ein System, was in vielen deutschen Krankenhäusern schon seit einigen Jahren installiert ist, ist das der Transportroboter. Diese erleichtern vielfältig den Klinikalltag. Besonders in großen Kliniken, wo lange Wege zu beschreiten sind, sind sie wertvolle „Arbeitskräfte“. Die Roboter wirken auf den ersten Blick unscheinbar. Sie sind kniehoch und etwa 1,5 m lang. Doch für ihre Aufgabe sind sie perfekt. Sie können Container mit steriler Wäsche transportieren ohne dass die Gefahr besteht, dass diese dabei mit Keimen in Kontakt kommt. Genauso können sie infektiöse Abfälle ohne Ansteckungsrisiko entsorgen. Vor allem werden diese automatisierten Mitarbeiter jedoch in der Essenversorgung eingesetzt. Tausende Mahlzeiten werden täglich von ihnen auf die Stationen gebracht. Oft wird das Essen dort von den Pflegekräften entgegengenommen und an die Patienten verteilt. Es gibt sogar schon Systeme, in denen die Roboter auch diese Aufgabe übernehmen. Diese speziellen automatisierten Helfer fahren nah an die Betten und die Patienten können sich ihre Mahlzeit selbst entnehmen. Damit hier die individuellen Speisepläne nicht durcheinander geraten, sind die Geräte so programmiert, dass sie an jedes Bett genau das Gericht liefern, was für diesen Patienten vorgesehen ist.</p>
<p>Die Transportroboter werden entweder von zentraler Stelle aus gesteuert und von einem Mitarbeiter überwacht, oder sie bewegen sich komplett automatisch. In letzterem Fall haben die Stationen die Möglichkeit, die Roboter per Knopfdruck zu rufen, und diese suchen sich dann selbstständig den besten Weg um an ihr Ziel zu gelangen. Sie können über Funk eigenständig den Fahrstuhl rufen und durch Sensoren erkennen, ob sich vor ihnen eine Person oder ein Gegenstand befindet. Mit Ansagen wie „Vorsicht automatischer Transport“ und „Bitte machen Sie den Weg frei“ machen die Roboter auf sich aufmerksam, wenn sie durch die Gänge rollen.</p>
<h3>Unterstützung durch das Internet – Der virtuelle Assistenzarzt</h3>
<p>Im Marburger Klinikum geht man einen Schritt weiter. Hier wird derzeit am Zentrum für seltene Krankheiten ein Assistent getestet, der nur aus einer Software besteht. Diese versteht die menschliche Sprache und ist sogar lernfähig. Der Arzt beschreibt dem Programm das Krankheitsbild und gibt die gemessenen medizinischen Daten ein. Die Software gleicht den Fall blitzschnell mit dem weltweiten medizinischen Wissen ab, welches ihm online zur Verfügung steht. Auf dieser Basis erstellt der virtuelle Assistenzarzt eine Diagnose und macht Therapievorschläge. Noch ist dieses vom IT- und Beratungsunternehmen IBM entwickelte System in der Testphase. Bewährt es sich, könnte es besonders bei schwierigen Diagnosen eine große Unterstützung für den behandelnden Arzt sein. Vorerst bleibt es aber bei Unterstützung, denn die finale Entscheidung, wie der Patient behandelt wird, liegt weiterhin beim Menschen.</p>
<h3>Vier Arme für den Chirurgen – Der OP-Roboter</h3>
<p>In Deutschland gibt es über sechzig Kliniken, in denen Roboter auch bei Operationen assistieren. Die Technik wird dabei immer weiter ausgearbeitet und verfeinert. Das neueste System ist der „<a href="http://www.intuitivesurgical.com/products/da-vinci-xi/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">da Vinci Xi</a>“ der Amerikanischen Firma Intuitive Surgical. Das Gerät wird derzeit erst in fünf deutschen Krankenhäusern eingesetzt.</p>
<p>Dabei sollte man nicht denken, dass ein menschenähnlicher Roboter den Operateur ersetzt. Denn tatsächlich ist der operierende Arzt direkt vor Ort und steuert die vier Roboterarme an einer Konsole. Der Chirurg ist es auch, der entscheidet, was gemacht wird. Der Roboter führt nur aus. Der Einsatz dieser Technik stellt einen weiteren Schritt in der minimalinvasiven Chirurgie dar. Minimalinvasiv bedeutet, dass nur vier kleine Einschnitte nötig sind, durch die die Roboterarme in den Bauchraum gelangen, und so keine großen Wunden entstehen. Die Roboter der da-Vinci-Reihe kommen vor allem bei Bauchoperationen, wie beispielsweise in der Urologie zum Einsatz. An einem der Arme befindet sich eine 3D-Kamera mit hoher Auflösung, durch die der operierende Arzt sehen kann, was vor sich geht. Die Handbewegungen, die er an der Steuerung der Konsole macht, werden zitterfrei von den Roboterarmen im Patienten nachvollzogen. Durch die kleineren Wunden heilen die Patienten schneller und können so zeitnah nach der Operation aus dem Krankenhaus entlassen werden. Natürlich bildet sich dadurch auch viel weniger Narbengewebe an den Schnitten und die Lebensqualität der Patienten steigt.</p>
<p>Bisher ist es so, dass der operierende Arzt direkt neben dem Roboter sitzt, sodass er im Notfall sofort da ist und eingreifen kann. Es wäre aber bei einer ausreichenden Datenübertragungsgeschwindigkeit auch denkbar, dass der Spezialist in großer räumlicher Distanz vom Patienten den Roboter lenkt und vor Ort ein allgemeinerer Chirurg den Ablauf beaufsichtigt. So könnten gefragte Spezialisten komplizierte Operationen aus der Ferne ausführen. Theoretisch ist das alles schon möglich, die Technik wäre dazu in der Lage.</p>
<h3>Ist es alles Gold was glänzt?</h3>
<p>Natürlich hat diese Entwicklung nicht nur positive Seiten. Denn es darf nicht vergessen werden, dass jeder vernetzte Roboter potenziell hackbar ist. Dass dabei besonders bei kritischen Infrastrukturen wie der Krankenversorgung auf <a href="http://politik-digital.de/news/hackerangriffe-im-krankenhaus-wo-sicherheitsluecken-lebensbedrohlich-werden-148767/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Datensicherheit</a> geachtet werden muss, sei hier nur erwähnt. Die Vorstellung, von Robotern, die von Hackern zweckentfremdet werden, ist erschreckend. Ein gehackter OP-Roboter könnte leicht den Patienten töten, genau wie eine absichtlich falsche Diagnose durch einen virtuellen Assistenzarzt. Die Transportroboter bergen noch größeres Gefährdungspotential, da sie nicht nur einzelne Menschen erreichen.</p>
<p>Aber auch Störungen, die nicht von außen verursacht werden, können tödlich enden. Dies zeigten einige Probleme des da-Vinci-Systems in der Vergangenheit: Durch kleine unentdeckte innere Verletzungen oder Fehlströme kam es zu Todesfällen. So hatte das Unternehmen eine Reihe von Gerichtsprozessen in den USA zu bestreiten. In den neueren Geräten wurden die Abdichtungen verbessert, um derartige Fehlströme zukünftig zu vermeiden.</p>
<p>Ein anderer Gedanke ist der wirtschaftliche und dabei die Frage nach der Marktdominanz. In der Medizinrobotik sind die USA derzeit unangefochtener Marktführer. Es gibt keine vergleichbaren OP-Roboter zu der da-Vinci-Reihe von einem deutschen Hersteller. Das verschafft der Firma eine Monopolstellung, die sich in hohen Preisen niederschlägt. Neben Anschaffungskosten in Höhe von 2 Millionen Euro fallen beachtliche laufende Kosten an, da die Instrumente häufig ausgetauscht werden müssen. Der Kampf zwischen den Wirtschaftsstandorten ist somit auf dem Feld der Medizinrobotik vorerst entschieden. Die Chancen, die die Robotik für die Medizin der Zukunft bietet, bleiben aber davon unberührt.  Neben technischen Möglichkeiten werden zukünftig auch besonders rechtliche Rahmenbedingungen und Sicherheitsstandards auszuloten sein.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/armymedicine/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Army Medicine</a><span class="licensetpl_attr">,</span> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY SA 2.0</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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