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	<title>Mehr Demokratie e.V. &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Von der Hobbylobby zur Profilobby &#8211; Wie erfolgreiches Fundraising funktioniert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Jul 2014 13:43:15 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Internetkonferenzen wie die re:publica können netzpolitische Anliegen für ein paar Tage ins Rampenlicht der Öffentlichkeit befördern. Doch Politik wird 24/7 [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left" align="JUSTIFY"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/fundraising_kreide_cut.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-140900" alt="fundraising_kreide_cut" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/fundraising_kreide_cut.jpg" width="640" height="280" /></a>Internetkonferenzen wie die re:publica können netzpolitische Anliegen für ein paar Tage ins Rampenlicht der Öffentlichkeit befördern. Doch Politik wird 24/7 und an 365 Tagen im Jahr gemacht. Wie könnten netzpolitische Organisationen sich die finanziellen Ressourcen verschaffen, um das ganze Jahr über Flagge zu zeigen? Wir haben den Netzpolitik-Kiez verlassen und uns bei NGOs aus anderen Politikbereichen umgehört<span style="font-size: xx-small">.</span></p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Je nach Schätzung spenden die Deutschen <a href="http://www.slideshare.net/betterplacelab/spenden-in-deutschland-2013" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="color: #000080"><span style="text-decoration: underline">drei bis sieben</span></span></a><span style="color: #000080"><span style="text-decoration: underline"> Milliarden Euro</span></span> jährlich. Fast 75 Prozent davon flossen 2013 laut Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung (GfK) an Organisationen, die humanitäre Hilfe leisten, weitere 17 Prozent kamen Tierschutz, Umweltschutz, Kulturarbeit und Denkmalschutz zugute. Die übrigen 8 Prozent des Spendenaufkommens in Deutschland verteilten sich auf Organisationen, die in „anderen Sektoren“<span style="font-size: xx-small"> </span>tätig sind, wozu auch die Netzpolitik zu zählen ist. Ein kleiner Krümel des Spendenkuchens geht also an netzpolitische Organisationen, was vielerlei Gründe haben mag, über die schon <span style="color: #000080"><span style="text-decoration: underline"><a href="http://www.wiesaussieht.de/2014/05/07/anmerkungen-zum-vortrag-von-sascha-lobo-auf-der-republica/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">viel geschrieben</a></span></span> wurde. Nachdem wir uns auf politik-digital.de einen <a href="http://politik-digital.de/spenden-im-netz-fuers-netz-ein-ueberblick/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Überblick über die Finanzierung der Netzaktivisten</a> verschafft haben, stellen wir uns – sehr selbstkritisch – die Frage, wie man es anders besser machen kann. Eine Betrachtung der Fundraisingaktivitäten von Organisationen aus anderen Bereichen soll uns dabei Inspiration für neue Ansätze geben. Wie ziehen andere Organisationen ihr Fundraising auf und was könnten netzpolitische Organisationen davon für sich übernehmen? Dazu haben wir eine Liste von Fragen an den World Wild Fund for Nature (WWF), Reporter ohne Grenzen (RoG), Mehr Demokratie e.V. und die Partei Bündnis 90 / Die Grünen geschickt, um mehr über ihre Methoden im Fundraising zu erfahren.</p>
<h3 style="text-align: left" align="JUSTIFY">Anteil von Klein- und Großspendern</h3>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Sowohl die befragten NGOs als auch die Grünen verfügen über eine breite Basis von Kleinspendern, wobei die Spanne von ein paar Tausend bei Mehr Demokratie e.V. bis hin zu 455.000 Spendern bei WWF Deutschland reicht. Welchen Anteil Kleinspender am gesamten Spendeneinkommen ausmachen, ist nicht einheitlich aufzuschlüsseln, weil die Organisationen unterschiedliche Spenderkategorien verwenden. Einen nicht unerheblichen Teil des gesamten Spendenaufkommens machen jedoch bei einigen Organisationen Großspenden (z.B. Mehr Demokratie e.V., WWF, RoG) aus.</p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Die Grünen haben im vergangen Jahr um die 370.000 Euro für ihren Bundesverband eingesammelt, während Mehr Demokratie und Reporter ohne Grenzen (RoG) sich bei jeweils um die 500.000 Euro bewegen. Deutlicher Spitzenreiter ist der WWF mit 64,2 Millionen Euro Spendeneinnahmen im Jahr 2012/2013. Der WWF setzt dabei u.a. auf Kooperationen mit einer Vielzahl von Großkonzernen wie Edeka, dm und Krombacher, aber auch mit kleineren Unternehmen wie Sprint oder VAUDE Sport. Laut Jahresbericht 2012/2013 erhielten die Tierschützer in diesem Zeitraum zudem institutionelle Zuwendungen<span style="font-size: xx-small"> </span>in Höhe von etwas über 16,5 Millionen Euro (26 Prozent der Gesamteinahmen). Die Bemühungen vieler netzpolitischer Organisationen, eine möglichst nachhaltige Kartei von Förderern und Spendern aufzubauen, ist also als überaus zweckmäßig zu bewerten, weil nur ein solch solides Fundament die Entwicklung von Strukturen ermöglicht, die es bedarf, um Vereinsziele umzusetzen.</p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Das Wissen allein, wie viel andere Organisationen an Geldern einsammeln, bringt die netzpolitischen Organisationen aber noch nicht wirklich weiter. Es ist also vor allem interessant zu erfahren, wie die befragten Organisationen ihr Fundraising aufziehen, um Spenden zu erhalten: Eine durchgängige Antwort lautete, dass Spendenaufrufe nach dem Prinzip „Keep it simple and smart“ gestalten werden sollten. Da ist schon mal ein wichtiger Knackpunkt. Der Komplexität vieler netzpolitischer Themen sind sich die meisten Netzaktivisten schon bewusst und tun sich dennoch schwer damit. Um überhaupt einmal die Aufmerksamkeit potenziell Interessierter zu erhalten, bedarf es einer einfachen Botschaft, die das Anliegen innerhalb weniger Sekunden vermittelt. Alle Organisationen versorgen Interessenten, Spender und Förderer jedoch auch mit umfangreichen Informationen in Magazinen oder auf ihren Webseiten darüber, wofür die Spenden verwendet werden.</p>
<h3 style="text-align: left" align="JUSTIFY">Jüngere möchten besser über Verwendung der Mittel informiert sein</h3>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Transparenz über die Verwendung der Mittel ist ein Aspekt, der immer wichtiger wird, da das Informationsbedürfnis insbesondere bei jüngeren Spendern hoch ist. Altersunabhängig sind die meisten Spenden zu erreichen, wenn Spendenaufrufe an spezielle Kampagnen geknüpft werden. Übertragen auf die Netzpolitik hieße das: Die Konsequenzen politischer Entscheidungen sollten möglichst dringlich für die Zielgruppe sein und anschaulich erklärt werden. Dabei sollten die Spendenaufrufe bestenfalls nicht nur online (der für netzpolitische Organisationen naheliegende Weg) verbreitet werden, sondern auch klassisch per Brief mit persönlicher Ansprache.</p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Es stimmt zwar, dass die Spenden über das Internet kontinuierlich zunehmen, aber bis dato werden laut <span style="color: #000080"><span style="text-decoration: underline"><a href="http://www.betterplace-lab.org/projekte/deutscher-spendenmarkt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auswertung</a></span></span> des Better Place Labs, einer Organisation, die sich für digitale Innovationen mit sozialen Zielen stark macht, nur 1,3 Prozent des Spendenaufkommens in Deutschland über das Internet generiert. Die Aufgliederung des Spendenaufkommens der Reporter ohne Grenzen nach Spendenwegen untermauert den Ansatz des klassischen Spendenbriefs als weiterhin wirkungsvollstes Mittel: 90 Prozent der Spenden erfolgten nach dem Versenden von Briefen und nur zehn Prozent nach Online-Aufrufen. Die Grünen machen es mit ihren Plakatspenden in Wahlkämpfen und für Infokampagnen vor, dass bei den Spendenformaten Kreativität gefordert ist, um den Spendern ein unmittelbares „Erlebnis“ bieten zu können, das über das reine Spenden hinausgeht.</p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Bis das Spenden sich verstärkt ins Netz verlagert haben wird, sollten netzpolitische Organisationen also wenn möglich ebenso die klassischen Kanäle bedienen. Denn nicht nur netzaffine Menschen zwischen Mitte 20 und Mitte 30 dürften die Ziele netzpolitischer Organisationen förderungswürdig finden. Auch in der älteren Generation dürften potenzielle Unterstützer zu finden sein, weil ihnen Datenschutz noch ein Begriff ist und sie Wert auf ihre Privatsphäre legen. Hinzu kommt, dass sie im Durchschnitt das größere Portemonnaie besitzen, möglicherweise eine geringere fatalistische Haltung („Wir sind doch ´eh machtlos!“) gegenüber politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen einnehmen und aufgrund ihres Alters und ihrer Lebenserfahrung sogar teilweise empfänglicher für bestimmte netzpolitische Themen wie Datenschutz sein könnten.</p>
<h3 style="text-align: left" align="JUSTIFY">Die „Silver Surfer“ sind eine wichtige Zielgruppe</h3>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Im Fachjargon der Fundraiser werden die gut situierten und älteren Spender als „<i>Silver Surfer</i>“ bezeichnet, auf welche die netzpolitischen Organisationen nicht verzichten sollten. Ihre <span style="color: #000080"><span style="text-decoration: underline"><a href="http://www.betterplace-lab.org/projekte/deutscher-spendenmarkt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spendenquote</a></span></span> liegt mit 53 Prozent (&gt;65 Jahre) bzw. 37 Prozent (50-64) deutlicher höher als die der jüngeren Generationen mit 30 Prozent (30-49) und 19 Prozent (14-29). Zudem sind treue Spender deutlich älter als Neuspender. Dafür müssten die netzpolitischen Organisationen es aber auch schaffen, diese Altersgruppen zielgruppengerecht anzusprechen.</p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Generell spielt das Vertrauen in die Empfängerorganisation eine sehr große Rolle. Um ihre seriöse Arbeit und effiziente Mittelverwendung gegenüber (potenziellen) Spendern zu nachzuweisen, lassen beispielsweise der WWF und RoG ihren Umgang mit Spenden und Mitgliedsbeiträgen extern überprüfen und erhalten nach erfolgreicher Prüfung ein anerkanntes Spendensiegel (z.B. <a href="http://www.dzi.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DZI-Siegel</a>). WWF und RoG haben sich darüber hinaus der Initiative „<a href="http://www.transparency.de/Initiative-Transparente-Zivilg.1612.0.html?&amp;no_cache=1&amp;sword_list[]=Zivilgesellschaft" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Transparente Zivilgesellschaft</a>“ von Transparency International angeschlossen. Gewiss, diese Spendensiegel kosten Geld. Geld, das kleine netzpolitische Organisationen nicht unbedingt haben, doch richtet sich die zu entrichtende Gebühr auch nach dem jährlichen Budget der Organisation, die das Siegel beantragt.</p>
<h3 style="text-align: left" align="JUSTIFY">Wo sich Fundraisingexpertise finden lässt</h3>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Eine Entwicklung von der „Hobbylobby“ zur „Profilobby“ wurde auf der re:publica14 und danach nachdrücklich gefordert. Ein Schritt in diese Richtung könnte für netzpolitische Organisationen darin bestehen, sich bestehende Strukturen wie den <span style="color: #000080"><span style="text-decoration: underline"><a href="http://fundraisingverband-berlin.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fundraising-Verband</a></span></span> zunutze zu machen. Dort tauschen sich seit Jahren professionelle Fundraiser über die besten Strategien aus. Was für die eine Organisation perfekt funktioniert, muss aber für eine andere nicht gleichermaßen zum Selbstläufer werden. Doch steht es außer Frage, dass die netzpolitischen Organisationen von der an den Fundraising-Stammtischen anzutreffenden Expertise viel lernen könnten.</p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Letztendlich dürfte es das Ziel einer jeden – auch netzpolitischen – Organisation sein, die eigenen Themen in die Öffentlichkeit zu bringen, politischen Druck aufzubauen und Mehrheiten zu organisieren. Diesem übergeordneten Ziel hat sich das Fundraising unterzuordnen. Wer Unternehmenskooperationen eingeht, sollte dies gezielt tun, um die eigene Glaubwürdigkeit nicht zu untergraben. Wer öffentliche Gelder bezieht, sollte auf Ausgewogenheit achten und sich nicht einer einzigen Institution verschreiben und damit die eigene Unabhängigkeit einbüßen. Mit ihrer in den vergangenen Jahren erarbeiteten Glaubwürdigkeit brauchen sich die meisten netzpolitischen Organisationen nicht scheuen, offen nach Geld zu fragen, sofern sie klar kommunizieren, wozu sie das Geld brauchen und wieso ihre Anliegen gesellschaftlich relevant sind. Aber sind sie das? Auch diese Frage müssen sie sich – angesichts von Bürgerkriegen und drohenden Hungersnöten in den Krisenzonen dieser Welt – selbstkritisch stellen. Dies dürfte also die schwierigste Aufgabe sein. Nachdem die Netzaktivisten ihre Kompetenz hier (ACTA) und dort (EU-Netzneutralität) bewiesen<span style="font-size: xx-small"> </span>haben, ist es an der Zeit, dass sie ihren realpolitischen Einfluss ausbauen. Professionelles Fundraising ist dafür unumgänglich.</p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY"><em><strong>Danksagung:</strong> Bedanken möchte ich bei den Mitarbeitern von Bündnis 90 / Die Grünen, WWF, RoG und Mehr Demokratie e.V., die einen Teil ihrer knappen Zeit zum Beantworten meiner Fragen aufgewendet haben.</em></p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/howardlake/9694324435" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HowardLake/flickr</a>; bearbeitet und zugeschnitten <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-SA 2.0)</a></p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Von der Hobbylobby zur Profilobby &#8211; Wie erfolgreiches Fundraising funktioniert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Felix Idelberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Jul 2014 13:43:15 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Internetkonferenzen wie die re:publica können netzpolitische Anliegen für ein paar Tage ins Rampenlicht der Öffentlichkeit befördern. Doch Politik wird 24/7 [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left" align="JUSTIFY"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/fundraising_kreide_cut.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-140900" alt="fundraising_kreide_cut" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/fundraising_kreide_cut.jpg" width="640" height="280" /></a>Internetkonferenzen wie die re:publica können netzpolitische Anliegen für ein paar Tage ins Rampenlicht der Öffentlichkeit befördern. Doch Politik wird 24/7 und an 365 Tagen im Jahr gemacht. Wie könnten netzpolitische Organisationen sich die finanziellen Ressourcen verschaffen, um das ganze Jahr über Flagge zu zeigen? Wir haben den Netzpolitik-Kiez verlassen und uns bei NGOs aus anderen Politikbereichen umgehört<span style="font-size: xx-small">.</span></p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Je nach Schätzung spenden die Deutschen <a href="http://www.slideshare.net/betterplacelab/spenden-in-deutschland-2013" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="color: #000080"><span style="text-decoration: underline">drei bis sieben</span></span></a><span style="color: #000080"><span style="text-decoration: underline"> Milliarden Euro</span></span> jährlich. Fast 75 Prozent davon flossen 2013 laut Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung (GfK) an Organisationen, die humanitäre Hilfe leisten, weitere 17 Prozent kamen Tierschutz, Umweltschutz, Kulturarbeit und Denkmalschutz zugute. Die übrigen 8 Prozent des Spendenaufkommens in Deutschland verteilten sich auf Organisationen, die in „anderen Sektoren“<span style="font-size: xx-small"> </span>tätig sind, wozu auch die Netzpolitik zu zählen ist. Ein kleiner Krümel des Spendenkuchens geht also an netzpolitische Organisationen, was vielerlei Gründe haben mag, über die schon <span style="color: #000080"><span style="text-decoration: underline"><a href="http://www.wiesaussieht.de/2014/05/07/anmerkungen-zum-vortrag-von-sascha-lobo-auf-der-republica/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">viel geschrieben</a></span></span> wurde. Nachdem wir uns auf politik-digital.de einen <a href="http://politik-digital.de/spenden-im-netz-fuers-netz-ein-ueberblick/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Überblick über die Finanzierung der Netzaktivisten</a> verschafft haben, stellen wir uns – sehr selbstkritisch – die Frage, wie man es anders besser machen kann. Eine Betrachtung der Fundraisingaktivitäten von Organisationen aus anderen Bereichen soll uns dabei Inspiration für neue Ansätze geben. Wie ziehen andere Organisationen ihr Fundraising auf und was könnten netzpolitische Organisationen davon für sich übernehmen? Dazu haben wir eine Liste von Fragen an den World Wild Fund for Nature (WWF), Reporter ohne Grenzen (RoG), Mehr Demokratie e.V. und die Partei Bündnis 90 / Die Grünen geschickt, um mehr über ihre Methoden im Fundraising zu erfahren.</p>
<h3 style="text-align: left" align="JUSTIFY">Anteil von Klein- und Großspendern</h3>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Sowohl die befragten NGOs als auch die Grünen verfügen über eine breite Basis von Kleinspendern, wobei die Spanne von ein paar Tausend bei Mehr Demokratie e.V. bis hin zu 455.000 Spendern bei WWF Deutschland reicht. Welchen Anteil Kleinspender am gesamten Spendeneinkommen ausmachen, ist nicht einheitlich aufzuschlüsseln, weil die Organisationen unterschiedliche Spenderkategorien verwenden. Einen nicht unerheblichen Teil des gesamten Spendenaufkommens machen jedoch bei einigen Organisationen Großspenden (z.B. Mehr Demokratie e.V., WWF, RoG) aus.</p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Die Grünen haben im vergangen Jahr um die 370.000 Euro für ihren Bundesverband eingesammelt, während Mehr Demokratie und Reporter ohne Grenzen (RoG) sich bei jeweils um die 500.000 Euro bewegen. Deutlicher Spitzenreiter ist der WWF mit 64,2 Millionen Euro Spendeneinnahmen im Jahr 2012/2013. Der WWF setzt dabei u.a. auf Kooperationen mit einer Vielzahl von Großkonzernen wie Edeka, dm und Krombacher, aber auch mit kleineren Unternehmen wie Sprint oder VAUDE Sport. Laut Jahresbericht 2012/2013 erhielten die Tierschützer in diesem Zeitraum zudem institutionelle Zuwendungen<span style="font-size: xx-small"> </span>in Höhe von etwas über 16,5 Millionen Euro (26 Prozent der Gesamteinahmen). Die Bemühungen vieler netzpolitischer Organisationen, eine möglichst nachhaltige Kartei von Förderern und Spendern aufzubauen, ist also als überaus zweckmäßig zu bewerten, weil nur ein solch solides Fundament die Entwicklung von Strukturen ermöglicht, die es bedarf, um Vereinsziele umzusetzen.</p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Das Wissen allein, wie viel andere Organisationen an Geldern einsammeln, bringt die netzpolitischen Organisationen aber noch nicht wirklich weiter. Es ist also vor allem interessant zu erfahren, wie die befragten Organisationen ihr Fundraising aufziehen, um Spenden zu erhalten: Eine durchgängige Antwort lautete, dass Spendenaufrufe nach dem Prinzip „Keep it simple and smart“ gestalten werden sollten. Da ist schon mal ein wichtiger Knackpunkt. Der Komplexität vieler netzpolitischer Themen sind sich die meisten Netzaktivisten schon bewusst und tun sich dennoch schwer damit. Um überhaupt einmal die Aufmerksamkeit potenziell Interessierter zu erhalten, bedarf es einer einfachen Botschaft, die das Anliegen innerhalb weniger Sekunden vermittelt. Alle Organisationen versorgen Interessenten, Spender und Förderer jedoch auch mit umfangreichen Informationen in Magazinen oder auf ihren Webseiten darüber, wofür die Spenden verwendet werden.</p>
<h3 style="text-align: left" align="JUSTIFY">Jüngere möchten besser über Verwendung der Mittel informiert sein</h3>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Transparenz über die Verwendung der Mittel ist ein Aspekt, der immer wichtiger wird, da das Informationsbedürfnis insbesondere bei jüngeren Spendern hoch ist. Altersunabhängig sind die meisten Spenden zu erreichen, wenn Spendenaufrufe an spezielle Kampagnen geknüpft werden. Übertragen auf die Netzpolitik hieße das: Die Konsequenzen politischer Entscheidungen sollten möglichst dringlich für die Zielgruppe sein und anschaulich erklärt werden. Dabei sollten die Spendenaufrufe bestenfalls nicht nur online (der für netzpolitische Organisationen naheliegende Weg) verbreitet werden, sondern auch klassisch per Brief mit persönlicher Ansprache.</p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Es stimmt zwar, dass die Spenden über das Internet kontinuierlich zunehmen, aber bis dato werden laut <span style="color: #000080"><span style="text-decoration: underline"><a href="http://www.betterplace-lab.org/projekte/deutscher-spendenmarkt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auswertung</a></span></span> des Better Place Labs, einer Organisation, die sich für digitale Innovationen mit sozialen Zielen stark macht, nur 1,3 Prozent des Spendenaufkommens in Deutschland über das Internet generiert. Die Aufgliederung des Spendenaufkommens der Reporter ohne Grenzen nach Spendenwegen untermauert den Ansatz des klassischen Spendenbriefs als weiterhin wirkungsvollstes Mittel: 90 Prozent der Spenden erfolgten nach dem Versenden von Briefen und nur zehn Prozent nach Online-Aufrufen. Die Grünen machen es mit ihren Plakatspenden in Wahlkämpfen und für Infokampagnen vor, dass bei den Spendenformaten Kreativität gefordert ist, um den Spendern ein unmittelbares „Erlebnis“ bieten zu können, das über das reine Spenden hinausgeht.</p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Bis das Spenden sich verstärkt ins Netz verlagert haben wird, sollten netzpolitische Organisationen also wenn möglich ebenso die klassischen Kanäle bedienen. Denn nicht nur netzaffine Menschen zwischen Mitte 20 und Mitte 30 dürften die Ziele netzpolitischer Organisationen förderungswürdig finden. Auch in der älteren Generation dürften potenzielle Unterstützer zu finden sein, weil ihnen Datenschutz noch ein Begriff ist und sie Wert auf ihre Privatsphäre legen. Hinzu kommt, dass sie im Durchschnitt das größere Portemonnaie besitzen, möglicherweise eine geringere fatalistische Haltung („Wir sind doch ´eh machtlos!“) gegenüber politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen einnehmen und aufgrund ihres Alters und ihrer Lebenserfahrung sogar teilweise empfänglicher für bestimmte netzpolitische Themen wie Datenschutz sein könnten.</p>
<h3 style="text-align: left" align="JUSTIFY">Die „Silver Surfer“ sind eine wichtige Zielgruppe</h3>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Im Fachjargon der Fundraiser werden die gut situierten und älteren Spender als „<i>Silver Surfer</i>“ bezeichnet, auf welche die netzpolitischen Organisationen nicht verzichten sollten. Ihre <span style="color: #000080"><span style="text-decoration: underline"><a href="http://www.betterplace-lab.org/projekte/deutscher-spendenmarkt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Spendenquote</a></span></span> liegt mit 53 Prozent (&gt;65 Jahre) bzw. 37 Prozent (50-64) deutlicher höher als die der jüngeren Generationen mit 30 Prozent (30-49) und 19 Prozent (14-29). Zudem sind treue Spender deutlich älter als Neuspender. Dafür müssten die netzpolitischen Organisationen es aber auch schaffen, diese Altersgruppen zielgruppengerecht anzusprechen.</p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Generell spielt das Vertrauen in die Empfängerorganisation eine sehr große Rolle. Um ihre seriöse Arbeit und effiziente Mittelverwendung gegenüber (potenziellen) Spendern zu nachzuweisen, lassen beispielsweise der WWF und RoG ihren Umgang mit Spenden und Mitgliedsbeiträgen extern überprüfen und erhalten nach erfolgreicher Prüfung ein anerkanntes Spendensiegel (z.B. <a href="http://www.dzi.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DZI-Siegel</a>). WWF und RoG haben sich darüber hinaus der Initiative „<a href="http://www.transparency.de/Initiative-Transparente-Zivilg.1612.0.html?&amp;no_cache=1&amp;sword_list[]=Zivilgesellschaft" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Transparente Zivilgesellschaft</a>“ von Transparency International angeschlossen. Gewiss, diese Spendensiegel kosten Geld. Geld, das kleine netzpolitische Organisationen nicht unbedingt haben, doch richtet sich die zu entrichtende Gebühr auch nach dem jährlichen Budget der Organisation, die das Siegel beantragt.</p>
<h3 style="text-align: left" align="JUSTIFY">Wo sich Fundraisingexpertise finden lässt</h3>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Eine Entwicklung von der „Hobbylobby“ zur „Profilobby“ wurde auf der re:publica14 und danach nachdrücklich gefordert. Ein Schritt in diese Richtung könnte für netzpolitische Organisationen darin bestehen, sich bestehende Strukturen wie den <span style="color: #000080"><span style="text-decoration: underline"><a href="http://fundraisingverband-berlin.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fundraising-Verband</a></span></span> zunutze zu machen. Dort tauschen sich seit Jahren professionelle Fundraiser über die besten Strategien aus. Was für die eine Organisation perfekt funktioniert, muss aber für eine andere nicht gleichermaßen zum Selbstläufer werden. Doch steht es außer Frage, dass die netzpolitischen Organisationen von der an den Fundraising-Stammtischen anzutreffenden Expertise viel lernen könnten.</p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Letztendlich dürfte es das Ziel einer jeden – auch netzpolitischen – Organisation sein, die eigenen Themen in die Öffentlichkeit zu bringen, politischen Druck aufzubauen und Mehrheiten zu organisieren. Diesem übergeordneten Ziel hat sich das Fundraising unterzuordnen. Wer Unternehmenskooperationen eingeht, sollte dies gezielt tun, um die eigene Glaubwürdigkeit nicht zu untergraben. Wer öffentliche Gelder bezieht, sollte auf Ausgewogenheit achten und sich nicht einer einzigen Institution verschreiben und damit die eigene Unabhängigkeit einbüßen. Mit ihrer in den vergangenen Jahren erarbeiteten Glaubwürdigkeit brauchen sich die meisten netzpolitischen Organisationen nicht scheuen, offen nach Geld zu fragen, sofern sie klar kommunizieren, wozu sie das Geld brauchen und wieso ihre Anliegen gesellschaftlich relevant sind. Aber sind sie das? Auch diese Frage müssen sie sich – angesichts von Bürgerkriegen und drohenden Hungersnöten in den Krisenzonen dieser Welt – selbstkritisch stellen. Dies dürfte also die schwierigste Aufgabe sein. Nachdem die Netzaktivisten ihre Kompetenz hier (ACTA) und dort (EU-Netzneutralität) bewiesen<span style="font-size: xx-small"> </span>haben, ist es an der Zeit, dass sie ihren realpolitischen Einfluss ausbauen. Professionelles Fundraising ist dafür unumgänglich.</p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY"><em><strong>Danksagung:</strong> Bedanken möchte ich bei den Mitarbeitern von Bündnis 90 / Die Grünen, WWF, RoG und Mehr Demokratie e.V., die einen Teil ihrer knappen Zeit zum Beantworten meiner Fragen aufgewendet haben.</em></p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/howardlake/9694324435" target="_blank" rel="noopener noreferrer">HowardLake/flickr</a>; bearbeitet und zugeschnitten <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-SA 2.0)</a></p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
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		<item>
		<title>Neues Online-Portal &#8220;Frag Den Staat&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christina Nick]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Aug 2011 16:08:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsfreiheitsgesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerbeteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Mehr Demokratie e.V.]]></category>
		<category><![CDATA[Transparency International Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Open Knowledge Foundation]]></category>
		<category><![CDATA[FragDenStaat.de]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltinformationsgesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherinformationsgesetz]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/Unbenannt1_0.jpg" align="middle" height="45" width="304" /><br />
Das neue Bürgerportal &#34;FragDenStaat.de&#34; soll es Bürgern erleichtern, direkte Anfragen an Ministerien und staatliche Behörden zu stellen. Diese sind nach dem Informationsfreiheitsgesetzes verpflichtet, zu antworten.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/Unbenannt1_0.jpg" align="middle" height="45" width="304" /><br />
Das neue Bürgerportal &quot;FragDenStaat.de&quot; soll es Bürgern erleichtern, direkte Anfragen an Ministerien und staatliche Behörden zu stellen. Diese sind nach dem Informationsfreiheitsgesetzes verpflichtet, zu antworten.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Heute wurde in Berlin das Portal <a href="https://fragdenstaat.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FragDenStaat.de</a> vorgestellt. Das Projekt wird unter anderem von der <a href="http://okfn.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Open Knowledge Foundation Deutschland e.V.</a>, <a href="http://www.transparency.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Transparency International Deutschland e.V.</a> und <a href="http://www.mehr-demokratie.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mehr Demokratie e.V.</a> unterstützt. Inhaltlich nimmt die Plattform sich die britische Seite <a href="http://www.whatdotheyknow.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">whatdotheyknow.com</a> zum Vorbild. Bürger sollen die Möglichkeit haben,im Sinne des <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/ifg/gesamt.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Informationsfreiheitsgesetz</a> (IFG) des Bundes sowie der <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/uig_2005/gesamt.pdf">Umwelt</a>&#8211; und <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/vig/gesamt.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verbraucherinformationsgesetze</a> mit Hilfe einer zentralen Anlaufstelle Auskünfte von Behörden und Ministerien auf Bundesebene zu erhalten.
</p>
<p>
Mit dem Portal soll es einfacher für Bürger werden, selbst Fragen an staatliche Institutionen zu richten, indem die notwendigen rechtlichen Verweise für die Bürger bereits vorgegeben sind. So kann es beispielsweise vermieden werden, dass der Antrag aus formalen Gründen abgelehnt wird und es kann auf die Hilfe von Rechtsexperten verzichtet werden. Das Portal generiert weiterhin die gesetzliche Frist, bis zu der die Behörde antworten müssen. Sollten Fragen nicht fristgerecht beantwortet werden, wird der Fragesteller informiert und das Versäumnis auf FragDenStaat.de kenntlich gemacht. Über eine Kommentarfunktion können Nutzer gemeinschaftlich an Fragen und Lösungen arbeiten und so den Druck auf die staatlichen Institutionen erhöhen. Damit sollen den Bürgern die Hürden genommen werden, sich aktiv und vor allem erfolgreich mit ihren Anfragen an Regierung und Verwaltung zu wenden.
</p>
<p>
Lynn Gogolin von Mehr Demokratie e.V. sieht neben den verbesserten Bedingungen für die Bürger auch einen Vorteil für die Verwaltungen. Menschen würden nicht mehr zweimal dieselbe Anfrage stellen, da sämtliche Fragen und Antworten auf dem Portal öffentlich gemacht werden. Dies sei für die Behörden eine enorme Arbeitsersparnis.
</p>
<p>
Momentan gebe es noch drei große Probleme des Informationsfreiheitsgesetzes und seiner Umsetzung, so Dr. Christian Humborg, Geschäftsführer von Transparency International Deutschland. Zunächst sei das Gesetz weder Bürgern noch Behörden hinlänglich bekannt. Außerdem mauerten letztere viel zu häufig gegen die Herausgabe von Informationen und versteckten sich hinter Ausreden. Das letzte Problem für die effektive Umsetzung des Informationsfreiheitsgesetzes sei der Föderalismus. Insgesamt gibt es auf Bundes- und Landesebenen zwölf verschiedene Gesetzesversionen, während die Freiheit auf Information in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Sachsen und Niedersachsen gar nicht erst gesetzlich festgeschrieben ist. Mit dem neuen Portal wolle man einen Beitrag dazu leisten, eine größere Transparenz für die Wähler zu schaffen. Neben diesem Ziel verspreche man sich aber auch, dass das Portal sich in einigen Jahren selbst überflüssig machen werde.
</p>
<p>
Der Vorsitzende der Open Knowledge Foundation Deutschland, Daniel Dietrich, gab der Hoffnung Ausdruck, dass die staatlichen Institutionen mit Hilfe des Portals die Notwendigkeit für ein proaktives Veröffentlichen von Informationen erkennen würden. Informationsfreiheit und Open Government Data würden sich damit treffen und so gesonderte Nachfragen von Bürgern von vornherein unnötig machen. Stefan Wehrmeyer, Projektleiter von FragDenStaat.de, ergänzte, dass man Aufklärungsarbeit leisten müsse, damit sich die Mentalität der deutschen Behörden hinsichtlich der Öffnung staatlicher Informationen für die Bürger so schnell wie möglich ändere.
</p>
<p><b><br />
</b></p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Auktion zum Projekt &#8220;Geh nicht hin&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tknobloch]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Sep 2009 12:34:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Geh nicht hin]]></category>
		<category><![CDATA[Philipp Barben der Erde]]></category>
		<category><![CDATA[Auktion]]></category>
		<category><![CDATA[eBay]]></category>
		<category><![CDATA[Mehr Demokratie e.V.]]></category>
		<category><![CDATA[Sandra Maischberger]]></category>
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					<description><![CDATA[<a href="http://cgi.ebay.de/Fotoausstellung-Geh-nicht-hin-mit-Jan-Hofer-anderen_W0QQitemZ120466196352QQcmdZViewItemQQptZFotografien_Fotokunst?hash=item1c0c584780&#38;_trksid=p3286.c0.m14" target="_blank" title="Ebay-Auktion zu &#34;Geh nicht hin&#34;" rel="noopener noreferrer">Wir versteigern die Ausstellung zum Wahlvideo</a>: Ungewöhnliche Porträts der Protagonisten, geschossen während der Dreharbeiten von unserem Kameramann Philipp Baben der Erde. Der gesamte Erlös geht dabei an eine wohltätige Organisation.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://cgi.ebay.de/Fotoausstellung-Geh-nicht-hin-mit-Jan-Hofer-anderen_W0QQitemZ120466196352QQcmdZViewItemQQptZFotografien_Fotokunst?hash=item1c0c584780&amp;_trksid=p3286.c0.m14" target="_blank" title="Ebay-Auktion zu &quot;Geh nicht hin&quot;" rel="noopener noreferrer">Wir versteigern die Ausstellung zum Wahlvideo</a>: Ungewöhnliche Porträts der Protagonisten, geschossen während der Dreharbeiten von unserem Kameramann Philipp Baben der Erde. Der gesamte Erlös geht dabei an eine wohltätige Organisation.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Porträtiert wurden prominente Darsteller des Videos wie Jan Hofer, Sandra Maischberger und Sarah Kuttner. Die Auktion umfasst 15 großformatige (80&#215;120) Portraits im Aluminiumlook. Die  Einnahmen der Auktion kommen dem gemeinnützigen Verein „Mehr Demokratie e.V.“ zu Gute.
</p>
<p>
<a href="http://cgi.ebay.de/Fotoausstellung-Geh-nicht-hin-mit-Jan-Hofer-anderen_W0QQitemZ120466196352QQcmdZViewItemQQptZFotografien_Fotokunst?hash=item1c0c584780&amp;_trksid=p3286.c0.m14" target="_blank" title="Ebay-Auktion zu &quot;Geh nicht hin&quot;" rel="noopener noreferrer">Hier geht es zur Auktion! </a>
</p>
<p>
Die Ausstellung ist derzeit in Berlin am Potsdamer-/Leipziger Platz im Rahmen der <a href="http://www.daliberlin.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dalí-Ausstellung</a> zu sehen.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Hamburgs virtuelles Wählergedächtnis</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzkampagnen-abgeordnetenwatch-shtml-2692/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[bhekele]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Jan 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Dialog]]></category>
		<category><![CDATA[Abgeordnete]]></category>
		<category><![CDATA[abgeordnetenwatch.de]]></category>
		<category><![CDATA[Landesparlament]]></category>
		<category><![CDATA[Mehr Demokratie e.V.]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Bürger]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Internetprojekt abgeordnetenwatch.de ist ein völlig neuartiger Bürgerservice aus Hamburg. Unter der Adresse 
                            www.abgeordnetenwatch.de können sich Bürgerinnen und Bürger über ihre Abgeordneten im Hamburger Landes-parlament detailliert informieren. Sie erfahren, wer bei welchen wichtigen Beschlüssen wie abgestimmt hat, welche Themenschwerpunkte die einzelnen Parlamentarier bearbeiten und in welchen Ausschüssen sie ihre Partei vertreten. Das besondere an diesem Projekt von 
                            Mehr Demokratie e.V.- Hamburg ist die Möglichkeit, mit jedem und jeder Abgeordneten direkt in Kontakt zu treten. Die Bürgerinnen und Bürger können ihren Parlamentsvertretern online Fragen stellen, die dann auch online beantwortet werden.
                            ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Internetprojekt abgeordnetenwatch.de ist ein völlig neuartiger Bürgerservice aus Hamburg. Unter der Adresse<br />
                            <a href="http://www.abgeordnetenwatch.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.abgeordnetenwatch.de</a> können sich Bürgerinnen und Bürger über ihre Abgeordneten im Hamburger Landes-parlament detailliert informieren. Sie erfahren, wer bei welchen wichtigen Beschlüssen wie abgestimmt hat, welche Themenschwerpunkte die einzelnen Parlamentarier bearbeiten und in welchen Ausschüssen sie ihre Partei vertreten. Das besondere an diesem Projekt von<br />
                            <a href="http://www.mehr-demokratie-hamburg.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mehr Demokratie e.V.- Hamburg</a> ist die Möglichkeit, mit jedem und jeder Abgeordneten direkt in Kontakt zu treten. Die Bürgerinnen und Bürger können ihren Parlamentsvertretern online Fragen stellen, die dann auch online beantwortet werden.<br />
                            <br /><!--break--><br />
                            <br />Die Idee für das Projekt entstand direkt nach der Europawahl am 13. Juni 2004. An diesem Tag nämlich haben sich die Menschen in Hamburg per Volksentscheid mit großer Mehrheit für ein<br />
                            <a href="http://www.faires-wahlrecht.de/?page=kernelemente" target="_blank" rel="noopener noreferrer">neues Wahlrecht</a> entschieden. Durch die Einführung von Mehrmandat-swahlkreisen sowie der Möglichkeit seine Stimmen gezielt auf Kandidaten der Parteien zu häufeln oder zu verteilen, entscheiden die Hamburgerinnen und Hamburger zukünftig neben der Sitzverteilung auch über die personelle Besetzung der Bürgerschaft. Damit steigt der Einfluss der Wählerinnen und Wähler entscheidend. Denn Hamburgs Abgeordnete wissen, dass ihre Arbeit im Parlament über ihre Wiederwahl entscheiden wird. Doch zu einem fairen Wahlrecht gehören auch faire Informationen und die will abgeordnetenwatch.de sicherstellen.</p>
<p>
                              <strong>Großes Interesse schon 3 Jahre vor der nächsten Wahl</strong>
                            </p>
<p>Obwohl die nächsten Hamburger Wahlen erst 2008 stattfinden werden, ist das Interesse an abgeordnetenwatch.de bereits immens. Allein in den ersten vier Wochen seit Start des Projektes am 08. Dezember 2004 zählte die Seite über 5000 Besucher und mehr als 45.000 Seitenabrufe. Auch Hamburgs Parlamentarier nehmen das Angebot zum Dialog mit ihren Wählern an. Von<br />
                            <a href="http://www.abgeordnetenwatch.de/index.php?cmd=3&amp;id=0&amp;sort_abg=antworten#abg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">105 Fragen</a>, die in den ersten vier Wochen gestellt wurden, sind bereits 75 beantwortet. Erwartungsgemäß sind die Fraktionschefs von CDU und SPD, Bernd Reinert und Michael Neumann, besonders gefordert. Die beiden haben bislang die meisten Fragen bekommen und auch jedes Mal geantwortet.</p>
<p>
                              <strong>Vielfältige Fragen</strong>
                            </p>
<p>Die Fragen sind inhaltlich so vielfältig wie das politische Leben der Stadt. Da wird der Fachsprecher der SPD für Sport über den behindertengerechten Transport durch öffentliche Verkehrsmittel zum HSV-Stadion befragt oder diverse CDU Abgeordnete, warum sie einen Volksentscheid gegen den Verkauf von Hamburgs<br />
                            <br />Krankenhäusern einfach ignorieren.</p>
<p>
                              <strong>Wählergedächtnis 2008</strong>
                            </p>
<p>Die Redaktion von abgeordnetenwatch.de greift gezielt Abstimmungen von hohem öffentlichem Interesse auf und fasst sie thematisch zusammen. Die Antworten der Politiker zu diesen Themen werden gebündelt dargestellt und lassen sich dadurch direkt miteinander vergleichen. Da die Fragen und Antworten auf abgeordnetenwatch.de nicht gelöscht werden und für jedermann einsehbar bleiben, wird sich diese über Jahre gewachsene Dokumentation bei der nächsten Bürgerschaftswahl als äußerst effektives überparteiliches Wählergedächtnis erweisen.</p>
<p>
                              <strong>Skepsis im Rathaus ausgeräumt</strong>
                            </p>
<p>Um Vorbehalten im Rathaus gegenüber dem „neuen“ Medium Internet zu begegnen, hat der Verein „Mehr Demokratie e.V.“ vor dem Start von abgeordnetenwatch.de gezielt bei den Bürgerschafts-fraktionen um Mitwirkung geworben. Jeder und jede Abgeordnete bekam Infopost, mit der das Projekt erklärt wurde. Das Angebot, abgeordnetenwatch.de auch auf Fraktionssitzungen vorzustellen, nahmen bisher allerdings nur die SPD und die Grünen an.</p>
<p>
                              <strong>Echter Dialog zwischen Volk und Volksvertretern</strong>
                            </p>
<p>Die hohen Besucherzahlen auf der Seite und die Bereitschaft einer überwiegenden Mehrheit der Abgeordneten, die Fragen ernst zu nehmen und zügig und teilweise sehr detailliert zu beantworten zeigt, dass abgeordnetenwatch.de den angestrebten Dialog zwischen Volk und Volksvertretern fördert. Der Demokratie in Hamburg kann dies nur förderlich sein.</p>
<p>
                              <strong>Viele Pläne für die Zukunft</strong>
                            </p>
<p>Das Projekt ist komplett auf ehrenamtlicher Basis entstanden und wird von dem Enthusiasmus für mehr Transparenz und Bürgernähe in der Politik getragen. Damit das Projekt allerdings auch langfristig bestehen kann, ist es auf Spenden und Förderer angewiesen. Nur zusammen mit einem breiten Unterstützerkreis wird es möglich sein, die vielen weiteren Ideen für dieses Projekt umzusetzen. So ist pünktlich zur nächsten Wahl eine Erweiterung um die Kandidaten geplant. Auch wäre es denkbar, das Projekt in anderen Ländern oder gar auf Bundesebene einzuführen.</p>
<p>                            <strong>Der Autor ist Mitwirkender des Projekts Abgeordnetenwatch der Initiative Mehr-Demokratie e.V.-Landesverband Hamburg.<br />
                            <br /></strong></p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 13.01.2005</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table cellspacing="0" cellpadding="2" width="390" border="0">
<tbody>
<tr>
<td align="middle">
                                    <em><br />
                                      <a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:">Kommentieren Sie diesen Artikel!</a><br />
                                    </em></p>
<p>                                    <em><br />
                                      <a href="/salon/diskussion/">Diskutieren Sie mit anderen in unserem Forum!</a><br />
                                    </em><br />
                                    
                                  </td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                              <strong>Weiterführender Link</strong>
                            </p>
<ul>
<li>
                                <a href="http://www.mehr-demokratie.de/">MehrDemokratie e.V.</a>
                              </li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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