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	<title>Meinungsbildung &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Wie sehr beeinflussen Algorithmen unsere politischen Einstellungen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Johanna Wegner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Aug 2023 09:23:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Themenseite]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">Was sind eigentlich Algorithmen? Ein Algorithmus kann als eine Art Rezept betrachtet werden, das beschreibt, wie eine bestimmte Eingabesequenz (z.B. eine Suchanfrage) in eine Ausgabesequenz (Antwort) umgewandelt werden kann. Dazu brauchen Algorithmen klar definierte Regeln, um ein „Problem“ zu lösen. Das Problem dabei ist: Wer definiert diese Regeln? Sind diese Regeln vielleicht diskriminierend, intransparent, ethisch bedenklich oder manipulierend? </span></span><span class="eop"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif; color: #d13438;"> </span></span></p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">Oft werden deswegen die Algorithmen von sozialen Medien wie Facebook und Instagram kritisiert, weil sie zumindest intransparent sind und vermutet wird, dass sie für eine zunehmende Polarisierung der Gesellschaft mitverantwortlich sind. So wird die Entstehung von sogenannten Filterblasen in sozialen Netzwerken als potenzielle Bedrohung für die Demokratie betrachtet, da Algorithmen dort populistische und ideologisierte Meinungen verstärken können. Nun deuten aktuelle Studien darauf hin, dass die Auswirkungen von Algorithmen möglicherweise weniger gravierend sind, als sie in den vergangenen Jahren dargestellt wurden. Wie valide sind diese Erkenntnisse? In welchem Maße beeinflussen uns Algorithmen tatsächlich?</span></span><span class="eop"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> </span></span></p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p style="text-align: left;">In insgesamt 16 Studien wurde untersucht, welchen Einfluss Facebook und Instagram auf die Verbreitung von Falschinformationen, politische Beteiligung und Polarisierung haben. Die ersten Studien wurden jetzt in den wissenschaftlichen Zeitschriften „Science“ und „Nature“ veröffentlicht. Die Forschungsarbeit ist eine Kooperation zwischen externen Wissenschaftler*innen und Wissenschaftler*innen vom Konzern Meta, dem Mutterkonzern von Facebook und Instagram, der auch die Studien finanzierte. Es ist das erste Mal, dass das Unternehmen mit externen Forscher*innen kooperiert und ihnen Zugang zu Daten von ihren sozialen Plattformen zur Verfügung stellt.</p>
<p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span>Ergebnisse der Studien</span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">An drei der Studien beteiligten sich freiwillig mehrere zehntausend US-amerikanische Facebook- und Instagram- Nutzer*innen. In Umfragen wurden die Studienteilnehmer*innen vor, während und nach den Studien zu ihren politischen Einstellungen befragt. Darüber hinaus wurde das Wissen über politische Standpunkte der Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Joe Biden abgefragt.</span></span><span class="eop"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> </span></span></p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">Die </span></span><a href="https://www.science.org/doi/10.1126/science.abp9364" target="_blank" rel="noopener"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif; color: #0563c1;">erste Studie</span></span></a><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> untersuchte das Verhalten von knapp 23.400 Facebook Nutzer*innen und knapp 21.380 Instagram Nutzer*innen über einen Zeitraum von drei Monaten. Die Teilnehmer*innen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine Hälfte sah die Beiträge auf ihren Startseiten in chronologischer Reihenfolge, während die andere Hälfte Beiträge erhielt, die vom bestehenden Algorithmus der Plattform ausgewählt wurden. </span></span><span class="eop"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> </span></span></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">Die Hypothese war, dass eine Abkehr vom typischen Algorithmus der Plattformen zu einer Abschwächung der Polarisierung führen würde. Diese wurde anhand des Grades der Unterstützung für die Partei, mit der die Teilnehmer*innen sympathisierten, ermittelt. Jedoch konnte diese Hypothese nicht bestätigt werden.</span></span></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">Bei der chronologischen Anzeige des Feeds wurden den Nutzer*innen mehr politische Inhalte angezeigt. Auch der Anteil von politischen Inhalten aus nicht vertrauenswürdigen Quellen stieg im Vergleich zum algorithmischen Feed um mehr als zwei Drittel an. Obwohl das Verhalten der Nutzer*innen durch die chronologische Sortierung beeinflusst wurde – sie interagierten weniger mit den Beiträgen und verbrachten insgesamt weniger Zeit auf den Social-Media-Plattformen – konnte keine Reduzierung der Polarisierung oder ein Einfluss auf politisches Wissen und Überzeugungen festgestellt werden. Die erhebliche Bedeutung des Algorithmus für Meta aus ökonomischer Sicht wird aber deutlich, da dieser dazu beiträgt, Nutzer*innen länger auf der Plattform zu halten.</span></span><span class="eop"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> </span></span></p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p style="text-align: left;">Bei einer <a href="https://www.nature.com/articles/s41586-023-06297-w">zweiten Studie</a> wurde die Auswirkung von den sogenannten Filterblasen (oder auch Echokammern genannt) untersucht. Dafür wurde der Algorithmus für eine Gruppe der Teilnehmer*innen so angepasst, dass Inhalte aus gleichgesinnten Quellen im Feed nicht mehr priorisiert worden sind.  Inhalte, die der Meinung des Nutzers/ der Nutzerin entsprechen, wurden damit um rund ein Drittel reduziert. Infolgedessen wurden vermehrt Inhalte aus Quellen außerhalb der politischen Einstellung angezeigt. Auch hier konnte nicht festgestellt werden, dass die Änderung des Algorithmus Auswirkungen auf die politische Extremität, die Polarisierung und die Meinung zu den Präsidentschaftskandidaten hatte. Die Studienteilnehmer*innen interagierten weniger mit den Inhalten, die nicht ihren politischen Überzeugungen entsprachen, einen Einfluss auf ihre politischen Meinungen hatten diese aber nicht.</p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">In einer </span></span><a href="https://www.science.org/doi/10.1126/science.add8424" target="_blank" rel="noopener"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif; color: #0563c1;">dritten Studie</span></span></a><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> wurden bei einer Gruppe von Teilnehmer*innen alle Reshares (Beiträge, die im Feed auftauchen, weil sie von anderen Seiten geteilt wurden) aus dem Feed entfernt. Die Entfernung von Reshares führte zu einer Verringerung der Anzahl von Medienbeiträgen zu politischen Themen. Auch der Anteil an Posts aus nicht vertrauenswürdigen Quellen verringerte sich. Mit dem veränderten Algorithmus hatte sich das Nachrichtenwissen der Teilnehmer*innen verschlechtert und sie interagierten weniger mit den angezeigten Beiträgen. Auch in diesem Fall konnte aber kein Einfluss auf die Polarisierung oder politische Einstellungen der Proband*innen festgestellt werden. </span></span><span class="eop"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> </span></span></p>
<p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span>Kritik</span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">Alle Studien bestätigen, dass die Algorithmen der Plattformen von Meta die Inhalte beeinflussen, die von Nutzer*innen gesehen werden. Sie beeinflussen auch das Verhalten auf den Plattformen, zum Beispiel die Nutzungszeit oder die Interaktion mit Beiträgen. Es gibt aber wenig Beweise dafür, dass Algorithmen die Nutzer*innen auch außerhalb der Plattform beeinflussen. Denn es konnte nicht nachgewiesen werden, dass die Algorithmen von Meta einen Einfluss auf politische Überzeugung der Nutzer*innen haben oder zur Polarisierung beitragen. Die bisherigen Forschungsergebnisse werfen also ein positives Licht auf Meta.</span></span><span class="eop"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> </span></span></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">Kritiker*innen betonen, dass Meta trotz der Ergebnisse nicht aus der Verantwortung gezogen werden darf. Die Studienergebnisse würden lediglich zeigen, dass die Problematik der zunehmenden gesellschaftlichen Polarisierung weitaus komplexer ist und nicht durch einfache Änderungen des Algorithmus lösbar. Auch Andreas Jungherr, Politikwissenschaftler an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg zweifelt an der Übertragbarkeit der Studienergebnisse auf die gesamte Gesellschaft: „Die Ergebnisse der Studien sind nicht über den Einzelfall hinaus verallgemeinerbar. Sicherlich kann man mit den Autorinnen und Autoren sagen, dass auf Basis dieser Befunde keine Polarisierung in der Breite der an der Studie Teilnehmenden festzustellen ist. Darüber hinaus wird es dünn.“</span></span><span class="eop"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> </span></span></p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">Weitere Kritiker*innen heben die Limitationen der Studien hervor: Zum einen sei der <b>Zeitpunkt</b> <b>und die Dauer der Studiendurchführung</b> (3 Monate) nicht optimal gewesen. Die Ergebnisse könnten anderes ausgefallen sein, wenn die Studien nicht während eines polarisierten Wahlkampfes und in dem spezifischen politischen Kontext der Vereinigten Staaten durchgeführt worden wären. Insbesondere im <b>US-amerikanischen Zweiparteiensystem</b> sei es schwierig, die politischen Überzeugungen der Wähler*innen zu verändern.</span></span><span class="eop"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> </span></span></p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">Nach Andreas Jungherr seien die Studienergebnisse lediglich eine <b>Momentaufnahme</b>, da Newsfeed-Algorithmen sich ständig verändern. Auch Whistleblowerin Frances Haugen, die 2021 Tausende von internen Facebook-Dokumenten an die Börsenaufsichtsbehörde weitergab, betont, dass Meta bereits in den Monaten vor der US-Präsidentschaftswahl den Algorithmus der Plattformen verändert habe, um gegen extreme Beiträge vorzugehen. Eine generelle Aussage über den Einfluss von Instagram und Facebook in Wahlkämpfen könne also nicht getroffen werden.</span></span><span class="eop"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> </span></span></p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">Zum anderen wird kritisiert, dass die Teilnahme an den ersten drei Studien auf <b>Freiwilligkeit </b>basierte. So sind die Studienteilnehmer*innen wahrscheinlich überdurchschnittlich aktive Nutzer*innen mit überdurchschnittlichem politischem Interesse. Daher können die Ergebnisse nicht unmittelbar auf die Gesamtbevölkerung übertragen werden. Frühere Studien zeigen bereits, dass bestimmte Gruppen (zum Beispiel ältere, eher rechte Männer) eher polarisierende Nachrichten in sozialen Medien konsumieren als andere. Eine Untersuchung der Auswirkung des Algorithmus auf solche spezifischen Gruppen könnte also lohnenswert sein. </span></span><span class="eop"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> </span></span></p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p style="text-align: left;">Die Leiter*innen der externen Forscher*innen der Studien Talia Jomini Stroud und Joshua A. Tucker kommentieren die Ergebnisse wie folgt: „Wir wissen jetzt, wie einflussreich der Algorithmus ist, aber wir wissen auch, dass eine Änderung des Algorithmus, und sei es auch nur für ein paar Monate, die politischen Einstellungen der Menschen wahrscheinlich nicht verändern wird. Was wir nicht wissen, ist, warum. Es könnte daran liegen, dass der Zeitraum, in dem die Algorithmen geändert wurden, nicht lang genug war, oder dass es diese Plattformen schon seit Jahrzehnten gibt, oder dass Facebook und Instagram zwar einflussreiche Informationsquellen sind, aber nicht die einzigen Quellen, die Menschen verwenden.&#8221;</p>
<p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span>Wie unabhängig sind die Ergebnisse?</span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p style="text-align: left;">Die Forschung zu den Auswirkungen von digitalen Plattformen ist schwierig, da der Zugang zu Daten von Social-Media-Plattformen begrenzt ist. Die Zusammenarbeit zwischen Meta und externen Wissenschaftler*innen verspricht erste Einblicke auf den Einfluss von Algorithmen. Wie bei jeder Industrie-Wissenschaftskooperation muss aber die Unabhängigkeit der Ergebnisse kritisch hinterfragt werden. Die Studien sind von Meta finanziert worden und der Konzern habe Einfluss auf das Forschungsteam und die Forschungsfragen gehabt.</p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">Die Ergebnisse der Studien stellen Meta positiv dar. Zudem haben die Studien nach Jungherr eine „große rhetorische Kraft“, durch ihren renommierten Publikationsort, die große Menge an Daten und die Beteiligung von renommierten Wissenschaftler*innen. Das sei besonders bedenklich, da die Studienergebnisse jetzt mit großer Wahrscheinlichkeit in der Öffentlichkeit und gegenüber der Politik benutzt werden, um Facebook und Instagram als ungefährlich darzustellen. Es sei zu erwarten, dass „die Grenzen der Generalisierbarkeit der Arbeiten dabei keine allzu große Beachtung finden“.</span></span><span class="eop"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> </span></span></p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p class="paragraph" style="margin: 0cm; vertical-align: baseline; text-align: left;"><span class="normaltextrun"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;">Er betont die Notwendigkeit zur Entwicklung von Leitlinien für die Zusammenarbeit mit der Tech-Industrie. Nur so können Potenziale genutzt werden, aber gleichzeitig sichergestellt werden, dass Unternehmen keine Forschungsagenda prägen und Forschungsergebnisse nicht für PR-Zwecke manipuliert werden können.</span></span><span class="eop"><span style="font-family: 'Calibri',sans-serif;"> </span></span></p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-1"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Foto von <a href="https://unsplash.com/de/@wflwong?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Warren</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/fotos/4l-e7U6c5ek?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a>.</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-1" data-row="script-row-unique-1" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-1"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-3"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div>
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		<title>Politisches Interesse: die Rolle der Schule</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/politisches-interesse-die-rolle-der-schule-154099/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Noomi Lucia Blumenberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Feb 2018 12:37:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-4"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Unsere Autorin schildert aus eigener Erfahrung, wie man in der Schule Interesse an Politik fördern kann. Und plädiert dafür, auch das Desinteresse zu akzeptieren.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Im Geschichtsunterricht haben wir zu dieser Zeit eine sogenannte „Politik-Edition“ gemacht, denn normalerweise gibt es an meiner Schule keinen regulären Politik-Unterricht. Ich finde das sehr schade, aber was soll man tun: die LehrerInnen müssen dank des neuen Curriculums ohnehin schon durch den Stoff hetzen. Da kann man nicht von ihnen erwarten, auch noch Politik-Unterricht zu geben.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Aber wie auch immer, die Politik-Edition des Geschichtsunterrichts hat mir sehr großen Spaß gemacht. Einfach deshalb, weil ich mich sehr für Politik interessiere. Und das schon, seit wir zum ersten Mal das Thema Wahlen in der Grundschule hatten. Ich glaube, das liegt daran, dass meine Eltern mich schon immer mitnahmen, wenn sie wählen gingen. Seit ich ganz klein war. Natürlich habe ich lange nicht verstanden, worum es da ging und was das überhaupt war. Aber ich denke, das ist einfach hängengeblieben. Als ich in der Grundschule das erste Mal Politik-Unterricht hatte, war ich begeistert. Bis ich mich einigermaßen damit auskannte verging Zeit, jedoch freute ich mich riesig als ich erfuhr, dass wir passend zur Bundestagswahl 2018 an unserer Schule die Juniorwahlen durchführen werden.</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span>Die Juniorwahlen und mangelndes Interesse der SchülerInnen</span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Aber was sind die Juniorwahlen überhaupt? Die Juniorwahlen sind eigentlich wie „echte“ Wahlen: mit Wahlkabinen und richtigen Stimmzetteln. Nur eben an einer Schule. Praktisch eine Simulation einer Wahl. Im Politik-Unterricht wurde mir dann klar, dass es nicht allzu viele Leute gab, die wirklich daran interessiert waren, wählen zu gehen und sich mit den verschiedenen Parteien auseinanderzusetzen. Das erschrak mich. Ich konnte nicht begreifen, wie man sich gerade als junger Mensch nicht von Politik angesprochen fühlen kann.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Doch je mehr ich mich damit beschäftigte, desto mehr verstand ich es. „Warum sollte ich mich als junger Mensch für etwas interessieren, was mich doch gar nichts angeht? Ich darf doch eh noch gar nicht wählen gehen. Was kann ich schon bewirken?“ Das sind Dinge, die ich in dieser Zeit öfter gehört und gelesen habe. Und wenn ich ehrlich bin, kann ich auch erstmal nachvollziehen, warum jemand eine Aussage wie diese tätigt. Denn so ein Kreuz auf irgendeinem Papier – das kann doch gar keinen Unterschied machen, oder? Doch, den macht es. Nur ist das vielen Jugendlichen (und Erwachsenen) nicht bewusst. Ich denke, dass es wichtig ist, von seinen Rechten Gebrauch zu machen; selbst wenn das nur heißt, zwei große Kreuze auf den Wahlzettel zu malen.</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span>Meinungsbildung fördern – Debattenkultur stärken</span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Aber ich möchte zurück zum Punkt kommen. „Wenn Jugendliche nicht an Politik interessiert sind, dann ist das halt so.“ Nein, denn ich habe im Laufe der Vorbereitungen und Durchführung der Juniorwahlen gemerkt, wie sich plötzlich bei der/m einen oder anderen doch ein Funken regte. Ein Hauch von Interesse war bei manchen auf einmal vorhanden. Und das nur, weil wir innerhalb des Unterrichts diskutierten und Meinungen austauschten. Dadurch entstand eine Offenheit und Transparenz. Unsere Lehrerin machte nämlich etwas sehr Schlaues: sie bezog alle mit in die Diskussion ein. Auch diejenigen, die etwas zu sagen hatten, sich aber nicht meldeten, z.B weil sie sich nicht trauten, nahm sie einfach dran. Ich halte die Methode, gerade SchülerInnen dranzunehmen, welche sich nicht melden, eigentlich nicht für sinnvoll. Doch in dieser Situation hat das sehr gut funktioniert.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Ich denke, das Allerwichtigste ist, die Meinungsbildung von SchülerInnen zu unterstützen und zu fördern. Denn SchülerInnen zu sagen, dass die eigene Meinung zählt und wichtig ist, wird natürlich nicht bei jeder/m dazu führen, dass sie oder er sich traut, sie vor der ganzen Klasse zu diskutieren und einen Standpunkt zu vertreten. Aber es kann SchülerInnen ermutigen und das ist schon mal etwas. Ebenfalls von Bedeutung ist es, die Debatten- bzw. Diskussionskultur zu stärken und SchülerInnen richtiges Diskutieren beizubringen. Denn wie man Argumente findet und sie vorträgt, will gelernt sein. Nicht nur des politischen Interesses wegen, auch um die SchülerInnen auf das spätere Leben vorzubereiten.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Das andere, was ich für sehr wichtig halte, ist zu respektieren, wenn jemand sich nicht für Politik interessiert und/oder nicht wählen gehen möchte. Natürlich gibt es viele gute Gründe wählen zu gehen, aber jemand, die/der das nicht will, sollte sich nicht unter Druck gesetzt fühlen und denken, dass das ein Tabu ist.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Es ist wichtig, dass wir das politische Interesse Jugendlicher stärken und eine Debattenkultur fördern, denn der Satz „Die Jugend ist unsere Zukunft“ klingt abgedroschen, stimmt aber. Und ich meine, wir brauchen – gerade, wenn man sich die aktuelle politische Lage ansieht – in Zukunft meinungsstarke Menschen, die sich für Demokratie starkmachen und keine Diskussionen scheuen.</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-4" data-row="script-row-unique-4" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-4"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-5"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Titelbild: The future is female by Nicole Adams via <a class="cursor-init" href="https://unsplash.com/photos/mKw4eamvjKA" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Unsplash</a>.</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-5" data-row="script-row-unique-5" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-5"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-7"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-7" data-row="script-row-unique-7" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-7"));</script></div></div></div>
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		<title>Facebook: Selektive politische Meinungsbildung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[René Neumann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jul 2015 11:34:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Schweigespirale]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Diskussion]]></category>
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					<description><![CDATA[Soziale Netzwerke sind Horte der politischen Auseinandersetzung, ob es uns gefällt oder nicht. Facebook ist mit 28 Millionen Nutzern das [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/18161731052_0a93dbd02c_z.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-146508" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/18161731052_0a93dbd02c_z.jpg" alt="18161731052_0a93dbd02c_z" width="640" height="280" /></a>Soziale Netzwerke sind Horte der politischen Auseinandersetzung, ob es uns gefällt oder nicht. Facebook ist mit 28 Millionen Nutzern das größte Netzwerk hierzulande und somit als Teilöffentlichkeit mittlerweile eine Sphäre für gesellschaftliche Meinungs- und Willensbildung. Experten kritisierten immer wieder das Unternehmen für seinen suggestiven Einfluss. Doch sind die Nutzer selbst tatsächlich nur Opfer?   <em> </em></p>
<p>Wissenschaftler und Journalisten streiten sich seit geraumer Zeit über die Auswirkungen, die ein soziales Netzwerk wie Facebook auf unsere Meinungsbildung entfaltet. Vor einigen Monaten bezeichnete der Literaturkritiker Ijoma Mangold in <a href="http://www.zeit.de/2015/17/facebook-printmedien-veraenderung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">seinem Beitrag</a> in „der Zeit“ das soziale Netzwerk Facebook als „Spielwiese des Denkens“ und verwies auf die Bereicherung durch die Kommentarfunktion für journalistische Beiträge. Das sah Adrian Lobe in einem <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/ueber-die-repressive-zensur-von-facebook-13683475.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2">FAZ-Artikel</a> anders und konterte mit Kritik an der Zensurpolitik des Unternehmens. Auf der einen Seite sperrt der Sittenwächter Facebook Bilder aufgrund nackter Körperteilen, auf der anderen Seite werden Hasskommentare toleriert.</p>
<p><strong>Zensur, Algorithmus und Filterblase</strong></p>
<p>Facebook arrangiert länderspezifische Zensurpolitiken und biedere sich folglich autoritären Regimen an, meinen Beobachter. Allerdings gilt das nicht nur für die Türkei oder China. Denn auch in Deutschland werden etwa auf Grundlage des Verbots der Holocaustleugnung Inhalte zensiert. Inwieweit Facebook sich „anbiedert“ oder leidglich seine Existenz in derartigen Ländern absichert, bleibt diskussionswürdig. Umstritten ist außerdem, welcher Algorithmus unseren Newsfeed gestaltet. Werden wir in einer <a title="Filter Bubble, Algorithmen und kein Ausweg?" href="http://politik-digital.de/news/filter-bubble-algorithmen-und-kein-ausweg-142731/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Filterblase</a> intellektuell isoliert, wie einige behaupten? Wird uns eine Art Wohlfühluniversum vorgesetzt, in dem wir unsere Meinung nur bestätigt bekommen? Hier herrscht ein Meinungsstreit unter den Experten. Erst vor einigen Monaten fanden – Facebooks hauseigene – Sozialwissenschaftler in einer <a href="http://www.sciencemag.org/content/348/6239/1130.abstract" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie</a> heraus, dass tatsächlich eine politische Filterblase bestehe. Diese sei aber lediglich marginal. Demnach ist eine selektive Wahrnehmung von Nutzern größer, als die berechnete Wahrscheinlichkeit einen Artikel deshalb nicht sehen zu können, weil er nicht der eigenen politischen Position entspricht.</p>
<p><strong>Facebook-Nutzer wenig motiviert zu Online-Diskussion </strong></p>
<p>In demokratischen Gesellschaften können verschiedene Differenzen zwischen (aber auch innerhalb von) politischen Spektren und Parteien öffentlich bestehen. Wie gehen wir selbst damit um, wenn wir uns in virtuellen Sozialräumen befinden? Es scheint zumindest nicht so, dass Nutzer von sozialen Netzwerken wie Facebook selbst ein großes Interesse an politischen Kontroversen haben. Einer <a href="http://www.pewinternet.org/2014/08/26/social-media-and-the-spiral-of-silence/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">US-Studie</a> zufolge gibt es hier sogar eine geringe Diskussionsbereitschaft. Während 86% der US-Amerikaner angaben, offen für eine persönliche Diskussion über das NSA-Überwachungsprogramm der Regierung zu sein, sank diese Zahl in sozialen Netzwerken auf gerade einmal 41%. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich in sozialen Netzwerken die sogenannte „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schweigespirale" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schweigespirale</a>“ besonders zeige. Diese <a title="Schweigespirale: Bleib mir bloß weg!" href="http://politik-digital.de/news/schweigespirale-bleib-mir-bloss-weg-141700/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">umstrittene</a> Theorie beschreibt, dass Menschen ihre Bereitschaft zur öffentlichen Meinungsäußerung von der Mehrheitsmeinung abhängig machen. In diesem konkreten Beispiel mag es aber auch daran gelegen haben, dass das Thema der digitalen Überwachung ungern online, also unter den Augen der Kritisierten, diskutiert wird.</p>
<p>Eine weitere <a href="http://www.journalism.org/2014/10/21/political-polarization-media-habits/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie</a> aus dem Jahre 2014 untersuchte das Kommunikationsverhalten von US-Bürgern nach ihrer politischen Orientierung. Das interessante Ergebnis: Je deutlicher man sich zu einer politischen Orientierung (liberal/konservativ) bekannte, je höher war die Bereitschaft, auf Facebook Freundschaften zu kündigen oder zu blockieren, wenn deren politische Meinung von der eigenen Position abweicht. Während in der politischen Mitte etwa 24% äußerten schon einmal zu diesen Methoden gegriffen zu haben, neigten 31% der Konservativen und sogar 44% der Liberalen zu dieser Praxis. Eine ganz private Filterkultur, die bei den politisch aktivsten Befragten am stärksten ausgeprägt ist.</p>
<p>Ob der Nutzer tatsächlich als ein Opfer im System Facebook gesehen werden kann, das den Algorithmen ausgeliefert ist und durch diesen in seinem politischen Horizont beschränkt wird, ist fraglich. Die Politik des Unternehmens, dem Nutzer in erster Linie für ihn interessante Inhalte anzuzeigen, scheint nachvollziehbar. Dass durch diese Praxis unsere politische Einstellung tatsächlich nachhaltig verändert wird, lässt sich durch eine allgemeine Erkenntnis der Medienforschung anzweifeln: Medien verstärken die eigene Meinung, aber eine wirkliche Veränderung des Meinungsbildes findet selten statt. Der Nutzer betreibt von sich aus selektive Mediennutzung und möchte seine Meinung bestätigt sehen.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/132604339@N03/18161731052" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Joe The Goat Farmer </a><a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY 2.0)</a></p>
<div class="attribution-info"></div>
<div class="attribution-info">
<div class="attribution-info"> <img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-130752" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></div>
</div>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>#okfest14: Sind Open Data-Aktivisten nur Datenbeschaffer für Google?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Felix Idelberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Jul 2014 10:23:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Schulz]]></category>
		<category><![CDATA[FAZ]]></category>
		<category><![CDATA[Open Knowledge]]></category>
		<category><![CDATA[Bewegungen]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Open Knowledge Festival 2014 wurde unter anderem von Google gesponsert. Ein FAZ-Autor hält die Open Data-Aktivisten deshalb für nichts [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/i-love-skull-640x280.png"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-141119" alt="i love skull 640x280" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/i-love-skull-640x280.png" width="640" height="280" /></a>Das Open Knowledge Festival 2014 wurde unter anderem von Google gesponsert. Ein FAZ-Autor hält die Open Data-Aktivisten deshalb für nichts weiter als Datenbeschaffer von Google. Welche Agenda verfolgen die Open Data-Aktivisten und werden sie ihren ideellen Ansprüchen gerecht? Meine gesammelten Eindrücke vom diesjährigen OKFestival.<br />
Stefan Schulz lästert in seinem FAZ-Artikel <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/auf-dem-open-knowledge-festival-ihr-seid-unsere-gold-kutsche-13050820.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Ihr seid unsere Goldkutsche“</a> kräftig über die Open Data-Aktivisten aus aller Welt, die sich in der vergangenen Woche auf dem Open Knowledge Festival 2014 in Berlin getroffen haben. Er glaubt nicht, dass es ihnen mit dem Bestreben nach Öffnung von Daten um die Steigerung von Transparenz in der Öffentlichkeit und einen verbesserten Meinungsbildungsprozess für die Bürger geht. Vielmehr wirft Schulz den Teilnehmern des Festivals vor, diese ideellen Ziele vorzuschieben und dahinter finanzielle Interessen zu verbergen. Als Beweis führt er die Aussagen einiger Hauptredner der Veranstaltung an. So fasst er den Vortrag von Neelie Kroes, EU-Kommissarin für die digitale Agenda, mit den Sätzen zusammen:</p>
<blockquote><p>„Entsprechend der Veranstaltung sprach auch sie allein über Wünsche unter Ausblendung jeder Erfahrung mit der Wirklichkeit. Das wurde besonders deutlich, als sie unter Applaus auf das Urheberrecht zu sprechen kam. Es müsse einen fundamentalen Wandel geben, sagte sie. Erst einmal sei alles als verfügbar anzusehen, bis Einsprüche dagegen erhoben würden, die dann einzeln zu prüfen seien.“</p></blockquote>
<p>Die Ausführungen von Eric Hysen, Leiter der Google-Abteilung Wahlen und zivilgesellschaftliche Verantwortung in den USA, kommentiert Schulz so:</p>
<blockquote><p>„Google stellt die Infrastruktur zur Verfügung, die Open-Data-Bewegung soll das Unternehmen füttern. Hysen verwendete ein historisches Bild: 1780 habe es zwei Tage gedauert, die 60 Meilen von Cambridge nach London zu reisen. Dabei hätten die Pferdekutschen schon damals viel schneller fahren können. Es gab nur keine Straßen.<br />
<strong><br />
</strong>‘Eure Bemühungen sind wie die Kutschen damals‘, sagte Hysen dann ins Publikum. Nun brauche es jemanden, der sich um die Infrastruktur für alle kümmert. Google nehme die Sache gerne in die Hand, die ‘Unterstützung der Community‘ sei dem Unternehmen wichtig.“</p></blockquote>
<p>Es ist keine Neuigkeit, dass Google viele Initiativen, Projekte und Konferenzen sowohl finanziell als auch strukturell unterstützt. Aus selbstlosen Gründen macht Google das nicht, daran zweifelt kaum jemand. Obwohl inzwischen ein milliardenschweres Unternehmen, sucht Google seit jeher die Nähe zu Community und profitiert davon, beispielsweise durch ein gutes Gespür für Trends im Internet oder eben auch durch verfügbare Daten. Jeder sollte daher generell genau überlegen, mit wem er welche Kooperationen eingeht und von wem er sich finanzieren lässt. Aber offene Daten können von Googles Konkurrenz gleichermaßen für ihre Dienste genutzt werden und verschaffen somit Google kein Alleinstellungsmerkmal gegenüber seinen Konkurrenten.<br />
In seiner Kritik  zitiert Schulz zudem aus dem Podiumsgespräch zwischen Ory Okolloh, Finanzdirektorin der Initiative für Transparenz in Afrika von Omyidar Network, und Rufus Pollock, dem Präsidenten der Open Knowledge Foundation. Schulz schreibt über dieses:</p>
<blockquote><p>„Ory Okolloh [&#8230;] stellte fest, dass es dem Aktivismus an Führung und Struktur fehle.<br />
Sie habe selbst erfahren, dass sie erst dann Zugang zu afrikanischen Regierungen erhielt, als sie in früheren Jahren als Mitarbeiterin von Google an die Tore der Macht klopfte. Nun solle man die aufwendige Technologie den Unternehmen überlassen, die sie verstünden. Letztlich rief sie sogar dazu auf, weniger Texte zu schreiben und sich mehr auf Visualisierungen und Videos zu besinnen, weil die im Internet ‘anders als zwanzigseitige Texte gut viral gehen können‘. So soll der Lebensmut der Aktivisten bei Laune gehalten werden.“</p></blockquote>
<h3>Aktivisten blenden die Folgen ihres Handelns nicht aus</h3>
<p>Hat Schulz mit seinen Vorwürfen gegenüber den Open Data-Aktivisten Recht? Sind sie blinde Befürworter einer radikalen Änderung des Urheberrechts und nur Vasallen von Google? Ich denke nicht. In der Vergangenheit wurden sicher Fehler bei der Öffnung von Daten gemacht, und es werden sehr wahrscheinlich weitere gemacht werden – aber die Open-Bewegung ignoriert nicht die Frage nach den politischen, soziokulturellen und wirtschaftlichen Auswirkungen ihres Tuns, wie Schulz es ihr vorwirft.<br />
<figure id="attachment_141124" aria-describedby="caption-attachment-141124" style="width: 305px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/14722112984_7fe8a03a49_b.jpg"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-141124" alt="14722112984_7fe8a03a49_b" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/14722112984_7fe8a03a49_b-305x201.jpg" width="305" height="201" /></a><figcaption id="caption-attachment-141124" class="wp-caption-text">Grafik zu Prozessen in Open Data-Projekten</figcaption></figure><br />
Gerade das Open Knowledge Festival 2014 ist ein Beleg dafür, dass die Community sich mit der Frage „Wem nutzen offene Daten eigentlich?“ auseinandersetzt, und dass viele der Aktivisten bemüht sind, ihre ursprünglichen Ziele – mehr Transparenz und einen verbesserten Meinungsbildungsprozess – zu erreichen. Das haben alle Festivalteilnehmer feststellen können, die nicht nur den Hauptrednern zugehört haben, sondern Einzelworkshops besucht haben, in denen tatsächlich viele inhaltliche Fragen rund um offene Daten thematisiert wurden. Allein beim Blick in das umfangreiche Programm kann man mindestens fünf Sessions finden, – konservativ gezählt – in denen negative Aspekte von Open Data-Projekten besprochen wurden. Zweien davon habe ich beigewohnt: „Politics, power, inclusion and voice“ und „Can Open Data go wrong?“.</p>
<h3>Die Erkenntnisse aus ergebnislosen Open Data-Projekten</h3>
<p>In der ersten Veranstaltung ging es um Quellen von Macht und darum, wer offene Daten als Quelle für Macht nutzen kann. Es wurde in diesem Zusammenhang auf die Erkenntnis verwiesen, dass offene Daten bislang größtenteils von einer privilegierten Minderheit genutzt werden. Daher wurde es als eine zukünftige Aufgabe formuliert, möglichst viele Menschen zu befähigen, offene Daten zu nutzen. Weiterhin wurde die Frage diskutiert, welche Rolle der Initiator einer Open Data-Initiative spielt. Laut einer Teilnehmerin wird dessen Einfluss allzu oft unterschätzt. Das ist ein generelles Problem von Partizipationsprojekten. Mit dem Bewusstsein, dass Daten immer auch eine politische Dimension haben, trieb die Teilnehmer am Ende des Workshops die Frage um, wie sie in ihrer Arbeit ihren ursprünglichen Ideen treu bleiben können, ohne von der Politik für deren eigene Ziele vereinnahmt zu werden.<br />
Open Data-Aktivisten glauben sicherlich grundsätzlich an die positive Wirkung offener Daten, jedoch sind auch gut geplante Open Data-Projekte nicht davor gefeit, unerwünschte Nebeneffekte auszulösen. In der Veranstaltung „Can Open Data go wrong?“ waren die Teilnehmer aufgefordert, ihre Erfahrungen mit fehlgeschlagenen oder missbräuchlichen Open Data-Projekten zu teilen. Um die Hemmung zu nehmen, über das eigene Scheitern zu sprechen, hatten einige Teilnehmer sich vorab bereit erklärt, von ihren Erfahrungen zu berichten.<br />
Janet Gunter, Gründerin von <a href="http://therestartproject.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">therestartproject</a> und früher in der Entwicklungsarbeit tätig, sprach über die Erfassung und Offenlegung von Landrechten in den am wenigsten entwickelten Ländern. <a href="http://newint.org/features/2013/05/01/smallholders-last-land-keynote/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ungeklärte Landrechte</a> sind ein großes Problem dieser Länder, und der Gedanke liegt nahe, dass die Digitalisierung des Grundbuchs Konflikten über Landesgrenzen und -rechte entgegenwirken könnte. Wenn jeder nachsehen kann, wem das Land gehört, kann es dem Eigentümer nicht mehr weggenommen werden. So der Gedanke. Leider zeigt eine Studie zum <a href="http://casumm.files.wordpress.com/2008/09/bhoomi-e-governance.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bhoomi-Programm</a> in Bangalore, das dort die Digitalisierung des Grundbuchs zu mehr Korruption, höheren Bestechungsgeldern und verlängerten Zeiträumen für Landtransaktionen geführt hat. Des Weiteren erleichterte sie lokalen Eliten, – zumeist illegal – große Landflächen an Großinvestoren zu verkaufen.<br />
Ein weiteres Beispiel beschrieb Mushon Zer-Aviv vom Public Knowledge Workshop, einer NGO aus Tel-Aviv. Mit dem Projekt „Offener Haushalt Israels“ (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=RPo9z47mPCM" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Videobericht</a>) mussten die Initiatoren feststellen, dass mit der Öffnung der israelischen Haushaltsdaten allein keine ausreichende Transparenz über die Verwendung staatlicher Mitteln herstellbar ist.<br />
So war das israelische Finanzministerium zwar von Beginn an kooperativ und lieferte die Daten über Haushaltszuweisungen, doch nach einiger Zeit fragten Zer-Aviv und seine Mitstreiter sich selbstkritisch, ob ihr Verständnis von offenen Daten tatsächlich erfüllt wurde. Sie zweifelten daran, dass die Mehrheit der Bürger mit den blanken Zahlen etwas anfangen konnten, und taten sich deshalb mit der Wirtschaftszeitung <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Calcalist" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Calcalist</a> zusammen, um an einer besseren Verständlichkeit der Daten zu arbeiten. Heraus kam eine an der Visualisierung der New York Times für Obamas Haushalt orientierte <a href="http://compare.open-budget.org.il/?00/0027" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Version</a>, welche die Änderungen des Finanzhaushalts über Jahre hinweg visuell darstellen kann.<br />
Diese Version wurde von den Medien wie auch den Mitgliedern der Knesset begeistert aufgenommen. Nach kurzer Zeit fanden die Initiatoren jedoch heraus, dass die ihnen gelieferten Haushaltsdaten, die das israelische Parlament vorher beschlossen hatte, nicht der wahren Aufteilung des Finanzhaushalts entsprachen. Denn noch nach der Abstimmung in der Knesset waren etwa zehn Prozent des Haushalts nachträglich wieder umverteilt worden, wobei es sich laut Zer-Aviv um die interessanten zehn Prozent handelte. In seinen Augen waren die Visualisierungen der „falschen Daten“ daher nicht mehr als ein cooles Spielzeug, das die Öffentlichkeit letztlich von den wichtigen Informationen ablenkte. Mit der Unterstützung eines Mitgliedes der Knesset zogen die Initiatoren vor den obersten Gerichtshofs Israels, um zu erreichen, dass das Finanzministerium Änderungen des Finanzhaushalts nach dessen Beschluss öffentlich bekannt geben muss.<br />
Am Ende lenkte das Finanzministerium ein, und seitdem können Israelis sich über Haushaltstransaktionen per E-Mail informieren lassen. Derzeit arbeiten die Projektmitarbeiter an einer Überarbeitung der Webseite, mit dem Ziel, Beteiligungskanäle für die Bürger einzuführen und ausführlicher über die Umstände einzelner Transaktionen zu informieren.<br />
Aus seinen Erfahrungen mit dem Projekt Offener Haushalt Israel schlussfolgert Mushon Zer-Aviv, dass: 1. die bloße Öffnung von Daten keinen öffentlichen Nutzen bewirkt; 2. Visualisierungen <a href="https://visualisingadvocacy.org/blog/disinformation-visualization-how-lie-datavis" target="_blank" rel="noopener noreferrer">desinformieren und manipulieren</a> können, da sie per se kein „hübscher Beweis“ für irgendetwas seien, sondern lediglich einen Auszug und damit eine Meinung darstellen; und 3. wir eine Vorliebe für Dinge haben, die wir quantifizieren können, aber dass nicht quantifizierbare Dinge ebenfalls wichtig sein können. Initiatoren von Open Data-Projekten sollten daher immer Fachinstanzen mit ins Boot holen, die ihr Wissen in diesem Bereich erweitern können und die Relevanz der Daten besser einschätzen können.</p>
<h3>Nur Kinderkrankheiten oder inhärentes Problem?</h3>
<p><figure id="attachment_141126" aria-describedby="caption-attachment-141126" style="width: 305px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/14722091804_b7805c7a21_b.jpg"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-141126 " alt="14722091804_b7805c7a21_b" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/14722091804_b7805c7a21_b-305x201.jpg" width="305" height="201" /></a><figcaption id="caption-attachment-141126" class="wp-caption-text">Teilnehmer des OKFestivals</figcaption></figure><br />
Als Besucher des OKFestivals konnte man den Eindruck bekommen, dass die Open Knowledge-Bewegung nur mit den üblichen Kinderkrankheiten einer neuen Bewegung zu kämpfen hat. Immerhin gibt es die im Zentrum der Bewegung zu verordnende Open Knowledge Foundation erst seit zehn Jahren. Doch reicht es aus, wenn die Aktivisten aus ihren Fehlern lernen, oder ist der Bewegung ein inhärentes Problem im Weg?<br />
Der kanadische Forscher Mike Gurstein merkte einmal an, dass offene Daten nicht notwendigerweise zum <a href="http://gurstein.wordpress.com/2010/09/02/open-data-empowering-the-empowered-or-effective-data-use-for-everyone/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Empowerment benachteiligter Gruppen</a> führen müssen, sondern die Macht der dominierenden Gesellschaftsgruppen ausbauen können, denn zur wirksamen Anwendung der Daten seien oft nur diese Gruppen in der Lage. Ein freier Zugang zu Daten sorgt demnach nicht automatisch dafür, dass diese von allen Bürgern verwendet werden können. Offene Daten können sogar die Kluft zwischen unterschiedlichen sozialen Milieus vertiefen, statt sie zu verkleinern. Wenn die Fürsprecher von Open Knowledge ihrem egalitären Anspruch gerecht werden möchten, dann müssen sie sich anstrengen. Vor diesem Hintergrund kann es als Stärke angesehen werden, dass Open Data-Anhänger aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammenkommen und sich austauschen. Dadurch verschafft sich die Bewegung die Chance, breitere Teile der Gesellschaft zu erreichen, und die Fähigkeit, ihre Projekte aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.<br />
Worum es Stefan Schulz in seiner Kritik an der Open-Bewegung tatsächlich ging, offenbart sich im letzten Absatz seines Artikeln, in dem er schreibt: „Beim Urheberrecht geht es nicht um die Frage, unter welchen Bedingungen künstlerische, journalistische und wissenschaftliche Werke genutzt werden sollten, sondern unter welchen Bedingungen sie entstehen können.“ Leider verzichtet Schulz darauf, diesen wichtigen Punkt weiter auszuführen, so bleibt es dem Leser überlassen, zu spekulieren, wie die Öffnung von (öffentlichen) Daten mit den Voraussetzungen für solche Werke verbunden sein könnten. Ist es nicht utopisch zu glauben, dass sich diese zwei Fragen trennen lassen? Und können nicht gerade aus offenen Daten künstlerische, journalistische und wissenschaftliche Werke entstehen, die sonst nicht möglich wären? Vielleicht ist Schulz einfach nicht bewusst, worum es bei Open Data geht und worum es eben nicht geht. Eins ist sicher: Es geht <em>nicht</em> darum Künstlern, Journalisten und Wissenschaftlern die Bedingungen für ihr Schaffen zu entziehen.<br />
Teasergrafik: Mushon Zer-Aviv (CC-BY-SA); Fotos: <a href="https://www.flickr.com/photos/97499119@N08/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Open Research Network</a>/<a href="https://twitter.com/odrnetwork" target="_blank" rel="noopener noreferrer">@odrnetwork</a> (Diverse Fotografen)<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Verführt durch das Internet, klug zu werden E-Demokratie und China &#8211; Teil 2</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/netzpolitik-im-reich-der-mitte/wissensgesellschaftex_wfang002-shtml-3025/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Nov 2012 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Netzpolitik im Reich der Mitte]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Kluft]]></category>
		<category><![CDATA[Autoritäres Regime]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsbildung]]></category>
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					<description><![CDATA[Im zweiten Teil beschreibt Weigui Fang die Krise der chinesischen Parteipropaganda und wie sich das Internet trotz Zensur und Abschottung zu einem offenen Medium mit Meinungsvielfalt wandelt. (
                              Teil 1)]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im zweiten Teil beschreibt Weigui Fang die Krise der chinesischen Parteipropaganda und wie sich das Internet trotz Zensur und Abschottung zu einem offenen Medium mit Meinungsvielfalt wandelt. (<br />
                              <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wissensgesellschaft/ex_wfang001.shtml">Teil 1</a>)<!--break-->
                            </p>
<p>Der Autor dieses Textes beabsichtigt nicht, die Internetzensur in China zu rechtfertigen, denn sie ist durch nichts zu rechtfertigen. Andererseits ist es jedoch eine Selbstverständlichkeit in einer Demokratie, dass man sich vielseitig informiert oder informieren kann. Die rasante Internetentwicklung in China bringt schon seit langem fast nur Artikel wie „<br />
                            <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/44065" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Amnesty kritisiert hartes Vorgehen Chinas gegen Internet-Nutzer</a>“ mit unzähligen Links mit sich. Damit man das „<br />
                            <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,276167,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">weltweit größte Gefängnis für Internet-Nutzer</a>“, wie die Organisation Reporter ohne Grenzen festgestellt haben will, kennenlernen kann? Oder aktuell plädierte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries für Meinungsfreiheit in China, berichtete<br />
                            <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/47496" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Heise Online</a>. Sonst nichts Neues im Osten? Mit anderen Worten: Kritik ist berechtigt und nötig. Aber genau so nötig ist auch, allseitig zu informieren – zur Meinungsbildung. Gerade in diesem Sinne – nicht mehr, nicht weniger – will dieser Text zeigen: Wie der Baum der Erkenntnis im Eden genannten Paradies der Bibel, verführt das Internet gerade jetzt die chinesischen Nutzer, „klug“ zu werden oder vielseitiger sich zu informieren.</p>
<p>
                            <strong>Krise der Parteipropaganda</strong><br />
                            <br />Lange Zeit, d.h. zwischen der Machtübernahme durch die KP Chinas 1949 und der Öffnung des Landes nach der Kulturrevolution 1976, waren die staatlich kontrollierten Medien die einzige Nachrichten- und Informationsquelle in China. Die Selektion und Verbreitung der Nachrichten haben starke politische Tendenz und sind von &#8216;Selbstschutz&#8217; geprägt. Nach der Öffnungspolitik hat die im Transformationsprozess befindliche Medienlandschaft mehr oder weniger die Stellung der alten monopolistischen Kulturhegemonie erschüttert. Insbesondere in den 90er Jahren sind die Veränderungen verschiedener Medien einschließlich der prominenten Organe unverkennbar. Und die Parteipropaganda ist längst schon in eine schwere Krise geraten.</p>
<p>Die Medien bestimmten (oder genauer: die Partei bestimmte), was in der Wahrnehmung der Massen auf die Tagesordnung kam; was man gerade als Bedrohung, als Hoffnung, als sozial oder politisch bedeutsam empfinden sollte. So gab es dann auch bis vor einigen Jahren noch ein merkwürdiges Phänomen in China: Verschiedene Medien hatten nur eine Stimme; Milliarden Menschen hatten in der Öffentlichkeit nur eine Meinung.</p>
<p>„Heutzutage erlangen immer mehr Chinesen über populäre, internationale, nicht dominante, lokale, kommerzialisierte, individualisierte alte und neue Medien ihre Informationen“, sagt Li Xiguang, Direktor des Zentrums für Internationale Kommunikation der Tsinghua Universität. „Immer weniger holen sie Informationen über zentrale, staatliche, traditionelle, vorherrschende und autoritäre Medien ein. Die Globalisierung und Diversifizierung der Informationen haben in puncto Informationsgewinnung der Chinesen Selektivität, Souveränität und Interaktivität ermöglicht.“ Es ist das Internet, das in hohem Grad die Art und Weise, wie man Informationen gewinnt, verändert hat: immer mehr Menschen scheinen in der Lage zu sein, vom passiven Nachrichten-Empfang zur aktiven Informationsgewinnung überzugehen. Die Zeit der Strategien von oben wird langsam vorbei sein, in der man bei Nachrichtensendungen Unterschiede zwischen fürs Inland und für Ausland bestimmte news machte, Nachrichten mit Verspätung oder gar nicht sendete.</p>
<p>
                            <strong>Heikle Fragen für China</strong><br />
                            <br />Chatroom, BBS, Cyber-Community – diese Neologismen sind schon längst nicht mehr neu in China. Vom Nichts zu einem imposanten Anblick, von einer Neuigkeit zu einer Selbstverständlichkeit – das ist die kurze und auf den ersten Blick triumphale, letztlich jedoch durchaus tiefgehende und bewusstseins- wie praxismäßig nicht ohne Konsequenzen bleibende Entwicklung einer Cyber-Öffentlichkeit in China. Die technischen und kommerziellen Pioniere, aber auch die normalen Nutzer sind insofern Träger des Ruhmes und Traums eines chinesischen Internet – und dies schon seit einigen Jahren. Gedanken und Gefühle, die man im realen Leben oder in den traditionellen Massenmedien schwer zum Ausdruck bringen konnte, sind nun im Netz keine Seltsamkeit mehr. Interessante Debatten werden dort ausgetragen – Debatten, die, gespeist aus ganz diversen Informationen, des öfteren selbst Informationen erschaffen. Gerade hier und in diesem Moment können wir Esther Dyson besser verstehen, wenn sie behauptet (Handelsblatt 30.10.2000): „Das eigentliche Internet interessiert mich überhaupt nicht.“ Viel wichtiger sei, was die Nutzer mit diesem technischen Mittel machen, meint die prominente Web-Pionierin und frühere Chefin der Internet-Verwaltungsorganisation Icann.</p>
<p>Es ist noch gar nicht lange her, als der Einsatz von BBS in China das erste Anzeichen einer verstärkten Internetnutzung erkennen ließ. Worüber man seinerzeit am meisten diskutierte, war per se das „Forum“ im Cyberspace – ein Thema, das auch etliche Kontrollbehörden mit großer Aufmerksamkeit verfolgten. Zugleich mit diesem Thema kam eine Frage nach der anderen auf die Tagesordnung: Soll das Internet nun gleichfalls wie die traditionellen Medien streng kontrolliert werden? Wie groß darf denn eigentlich die Redefreiheit der Diskussionsteilnehmer sein? Ist der aktuelle Nutzer oder der ISP-Inhaber dafür verantwortlich, wenn sogenannte „ungesunde“ oder auch „falsche“ Informationen oder sogar „staatsgefährdende Komponenten“ im jeweiligen Forum auftauchen? Inwieweit kann die „freie Meinungsäußerung“ als verletzt erachtet werden, wenn der Forum-Administrator manche Informationen aus dem Netz nimmt?</p>
<p>
                            <strong>Der Wandel hin zu &#8216;einem Medium viele Stimmen&#8217;</strong><br />
                            <br />Anders als die traditionellen Medien, die leichter zu kontrollieren sind, ist die Kontrolle des Informationsflusses im Internet ein kompliziertes und delikates Unterfangen. Man muss sagen, dass der in China erreichbare Grad der ‚Information Accessibility’ durch das Internet eine neue Qualität angenommen haben, wie es übrigens auch die neueren Umfragen von<br />
                            <a href="http://www.cnnic.com.cn/en/index/index.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CNNIC</a> oder die Berichterstattung während des<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/e-demokratie/netzkampagnen/irak2.shtml%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Irakkriegs</a> belegen. Dass ein enger Zusammenhang zwischen politischem Urteilsvermögen und jeweiligem Grad der Informiertheit der Bürger besteht, ist allgemein bekannt. Zweifelsohne haben Fernsehen, Rundfunk und Presse in China bei den News längst nicht mehr jene einheitliche Stimme, wie man sie früher kannte; unübersehbar ist, dass die „Meinungsfreiheit“ auch schon längst weit größer ist als es das Gesetz vorsieht. Verschiedene Meinungen sind alltäglich. Insbesondere das Internet ist in China zu einer wichtigen Nachrichtenquelle geworden. Der Wandel von &#8216;mehreren Medien eine Stimme’ zu &#8216;einem Medium viele Stimmen’ ist ein Phänomen unseres Internetzeitalters.</p>
<p>Das Internet verändert nicht nur die Form der Nachrichtensendungen und deren Wechselwirkungsprozesse, es beeinflusst auch die Meinungsbildung im politischen Leben Chinas. Denn es handelt sich bei dem neuen Medium zweifelsohne um ein Moment der Gewinnung eines Mitspracherechts. Dass in China die Foren und Chaträume besonders beliebt sind, ist sicherlich auf ein wahrgenommenes oder gefühltes Defizit zurückzuführen, welches die neuen Möglichkeiten kompensieren oder zu kompensieren scheinen. Die Interaktivität und enorme Kapazität des Internet sind letzten Endes nur technische Voraussetzung für Foren und Chaträume. Es steckt hinter ihrer zunehmenden Nutzung vor allem das dringliche Bedürfnis nach Meinungsaustausch und das Streben nach einem Mitspracherecht, und es ist dieses Begehren, es sind derartige Wünsche, welche die Antriebskraft und Basis für das Florieren der cyber communities darstellen. Selbst Jiang Yaping, Chef von<br />
                            <a href="www.peopledaily.com.cn" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.peopledaily.com.cn</a>, sagt: „Ein Online-Medium ohne Foren wäre wie ein Mensch, dem ein Bein fehlt.“</p>
</p>
<p>
                              <strong>Weiterführende Artikel:</strong>
                            </p>
<ul>
<li>
                                <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wissensgesellschaft/ex_wfangbio.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zur Biographie</a>
                              </li>
<li>
                                <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wissensgesellschaft/index.shtml#china">China-Dossier</a><br />
                                
                              </li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Weblogs &#8211; die neuen Meinungsmacher</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:48:08 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p class="fett"><font size="2"> Die Kommunikationswissenschaftler        Ansgar Zerfaß und Dietrich Boelter haben in ihrem beinahe        quadratischen Buch &#8222;Die neuen Meinungsmacher&#8220; das Format        Weblog auf die Anwendung für Kampagnen, Marketing, PR und Medien        auf 191 Seiten untersucht. Volker Agüeras Gäng hat es        für politik-digital.de gelesen.</font>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett"><span style="font-size: x-small;"> Die Kommunikationswissenschaftler Ansgar Zerfaß und Dietrich Boelter haben in ihrem beinahe quadratischen Buch „Die neuen Meinungsmacher“ das Format Weblog auf die Anwendung für Kampagnen, Marketing, PR und Medien auf 191 Seiten untersucht. Volker Agüeras Gäng hat es für politik-digital.de gelesen.</span><!--break--></p>
<p>In ihrem neuen Buch „Weblogs als Herausforderung für Kampagnen, Marketing, PR und Medien“ gelingt den Kommunikationswissenschaft-ler Ansgar Zerfaß und Dietrich Boelter ein kompakter Einstieg in das Thema \&#8217;Weblogs im Unternehmensbereich’, in dem sie die entscheidenden Merkmale von Weblogs herausarbeiten. Hierbei unterstützen zahlreiche praktische Beispiele das Verständnis der Materie. Auf das Wesentliche beschränkt beschreiben die Autoren die technischen Hintergründe. Mit der Lektüre des ersten Teils ist der Leser gerüstet, um die Autoren bei ihrem Einblick in die Blogosphäre zu begleiten.<br />
<strong>Blogger, Journalisten und Rezipienten</strong><br />
Im zweiten Teil des Buches betrachten die Autoren die sozialen Aspekte hinter der Technik. In Bezugnahme auf jüngste Umfrageergebnisse wird die Soziodemografie und Motivation von Weblogbetreibern beschrieben. Die Auswirkungen des Webloggens auf den professionellen Journalismus befindet sich ebenfalls im zweiten Teil.<br />
<strong>Meinungsbildung in der Kommunikationstheorie</strong><br />
Im dritten Teil betrachtet Ansgar Zerfaß Weblogs aus kommunikationstheoretischer Sicht und erklärt, wie sich in der Blogosphäre Meinungen bilden und wie der Austausch zwischen Blogospähre und etablierten Massenmedien funktioniert. Die spezielle Art von Kommunikation, die in Weblogs stattfindet, wird ebenfalls beschrieben.<br />
<strong>Von der &#8220;Gutenberg-Galaxis&#8221; zur &#8220;Google-Welt“</strong><br />
Um die Dynamik der Blogosphäre und die Gefahren und die Chancen, die darin liegen, geht es im vierten und fünften Teil. Besonders interessant ist hierbei die prognostizierte Medienentwicklung von der „Gutenberg-Galaxis“ zur „Google-Welt“. Zerfaß rät der Wirtschaft und der Politik zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Weblog-Format: „Das Management der digitalen Reputation ist das Leitprinzip der Google-Welt – dies ist der tiefere Grund, warum sich die für das Reputationsmanagement in Politik und Wirtschaft zuständigen Funktionen Public Relations und Marketing intensiv mit dem Bedeutungszuwachs von Weblogs und Social Software auseinandersetzen sollten.“ Beispiele von in der Blogosphäre verbreiteten Gerüchten über mangelhafte Produkte mit massiven Auswirkungen auf unternehmerische Schicksale verdeutlichen die Bedeutung einer solchen Auseinandersetzung ebenso wie Positivbeispiele bei der Nutzung von Weblogs im Marketingbereich.<br />
<strong>Ein Kapitel online und gratis<br />
</strong><br />
Das Kapitel „Neue Kommunikationspartner: Blogger als Gatekeeper und Meinungsmacher“ stellen die Autoren gratis online als PDF-Datei zur Verfügung. Hier geht es um Formen der Zusammenarbeit zwischen Bloggern auf der einen Seite und Unternehmen und Politikern auf der anderen Seite.<br />
<strong>Nutzen für Unternehmen, Organistation und Parteien/Politiker</strong><br />
Auf den letzten 90 Seiten geht es um Einsatzmöglichkeiten von Weblogs im Unternehmens- und Politikbereich mit einem deutlichen Fokus auf unternehmensbezogenen Analysen. Diese Seiten kann der nicht an ökonomischen Zusammenhängen interessierte Leser getrost überblättern und sich direkt dem letzten Teil des Buches zuwenden. Für Unternehmen/Organisationen ist dies sicherlich der interessanteste Teil des Buches. Hier werden aus organisationstheoretischer Sicht Nutzen, Funktion, Typologie und mögliche Zielgruppen von Weblogs im Organisationsbereich analysiert und Schritte zur Entwicklung einer Weblog-Strategie aufgezählt.<br />
<strong>Bloggen und bloggen lassen</strong><br />
Zum Schluss gibt es dann noch eine Dienstleistung der Autoren oben drauf. Sie erklären, wie man ein Weblog erstellt und es betreibt. Sie geben Tipps, wie Weblogs abonniert und gelesen werden können, wie sich aktuelle Inhalte von Weblogs beobachten lassen und wo sich Online-Informationen rund um Weblogs in Wirtschaft und Politik befinden.<br />
<strong>Ein Name schwirrt durch die Blogospäre</strong><br />
Wenig bleibt bei diesem kompakten Buch zu wünschen übrig. Einzig den Namensgeber des Begriffs „Weblog“ haben auch Zerfaß und Boelter nicht richtig recherchiert. Nicht Jon Barger, sondern <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jorn_Barger" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jorn Barger</a> lautet der Name des Programmierers, der als erster im Dezember 1997 seine Website „Robot Wisdom“ mit dem Begriff „Weblog“ bezeichnete. Mit dem Recherchefehler stehen die beiden Kommunikationswissenschaftler allerdings nicht alleine da. In der „Bloggospähre taucht der Namensgeber in den verschiedenen Möglichkeiten einer Kombination der Namen John, Jorn, bzw. Jon und Barger, bzw. Borger auf.</p>
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			</item>
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		<title>Was eine Bundestagswahl entscheidet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:46:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p class="fett">Betrachtungen einzelner Ereignisse, die eine Wahl        beeinflussen, gibt es zuhauf. Doch eine umfassende Darstellung einer        Bundestagwahl ist selten. Das Buch &#8222;Bundestagswahl 2002. Eine        Untersuchung im Zeichen hoher politischer Dynamik&#8220; vereint        die Beiträge namhafter Autoren der Sozialforschung und gibt        den Lesern einen Gesamteindruck über den Verlauf der Bundestagswahl        2002. Sonja Domeyer hat das Buch für politik-digital.de gelesen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Betrachtungen einzelner Ereignisse, die eine Wahl beeinflussen, gibt es zuhauf. Doch eine umfassende Darstellung einer Bundestagwahl ist selten. Das Buch „Bundestagswahl 2002. Eine Untersuchung im Zeichen hoher politischer Dynamik“ vereint die Beiträge namhafter Autoren der Sozialforschung und gibt den Lesern einen Gesamteindruck über den Verlauf der Bundestagswahl 2002. Sonja Domeyer hat das Buch für politik-digital.de gelesen.<!--break--></p>
<p><span class="fett"><br />
</span>Während des Bundestagswahlkampfs 2002 sah alles nach einem Regierungswechsel aus, die regierende rot-grüne Koalition schien chancenlos. Doch innerhalb weniger Wochen konnte die Koalition das Blatt aus einer scheinbar aussichtlosen Situation heraus wenden und ab dem 22. September 2002 eine weitere Legislaturperiode regieren. Wie war das möglich? Welche Gründe haben den Wähler dazu bewegt seine Meinung zu ändern? Die Antwort ist kompliziert, da Menschen ihre Entscheidungen treffen nachdem sie vorhandene Vor- und Nachteile abgewogen haben. Sie bilden sich ihre Meinung indem sie sich einen Überblick über das Ganze verschaffen. Das Buch „Bundestagswahl 2002. Eine Untersuchung im Zeichen hoher politischer Dynamik“ bietet eine umfassende Gesamtdarstellung und Analyse konkreter Einzelereignisse, die die Wähler in ihrer Entscheidungsfindung für die Bundestagswahl 2002 beeinflusst haben. Es hilft, das Verhalten der Wähler retrospektiv zu verstehen.<br />
<strong>14 Teile eines Ganzen </strong><br />
In den einzelnen Aufsätzen werden sowohl die langfristigen Entwicklungstrends der Gesellschaft und das daraus resultierende Wahlverhalten erörtert, als auch die Wirkungen der TV-Duelle, der Irak-Krise und der Elbe-Hochwasser-Katastrophe. In insgesamt 14 Kapiteln wird dem Leser ein empirisch fundierter Überblick über die Einzelereignisse und Faktoren geboten, die auf den Wähler ein Wirkungspotential ausstrahlen. Dabei betrachten die Autoren diese zeitlich nicht punktuell, sondern kontinuierlich, um der Dynamik des Wahlkampfes gerecht zu werden. Den Einstieg finden die Autoren mit der Entstrukturierung des Wählermarktes. Darauf folgt eine Bestandsaufnahme der Bundestagswahl 1998 und eine Bewertung des politischen Willenbildungsprozesses zwischen 1998 und 2002. Das fünfte Kapitel handelt von der Umsetzung der Resultate für die Bundestagswahl 2002, die sich aus der Analyse des Wahlkampfs 1998 ergeben haben. Die Kapitel sechs bis acht beschäftigen sich mit Wahrnehmung und Bewertung der Wahlprogramme, die Problemlösungskompetenzen von Parteien und Politikern und die Images von Spitzenkandidaten. Der Einsatz von konkreten Werbemitteln wird im neunten Kapitel thematisiert. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse und Argumente der Analyse erfolgt im zwölften Kapitel, die empirischen Befunde werden im dreizehnten Kapitel zusammengefasst, bevor es im letzten Kapitel um einen Ausblick in die Wählermobilisierung geht.<br />
<strong>Wie viel Wirkung darf sein?</strong><br />
Die Personalisierung in der Mediendemokratie findet in den TV-Duellen ihren Höhepunkt. Die Autoren widmen sich diesem Thema ausführlich in dem Kapitel „Die TV-Duelle: Events ohne Effekt?“. Durch eine telefonische Befragung der forsa.ominet-Datenbasis konnten Rückschlüsse auf das Wirkungspotential der beiden Spitzenkandidaten Gerhard Schröder und Edmund Stoiber gezogen werden. Vorraussetzung dafür ist selbstverständlich, dass diese Duelle überhaupt von den Wählern wahrgenommen wurden; mehr als 25 Prozent der ca. 60 Millionen Wahlberechtigten hatten mindestens eines der beiden TV-Duelle gesehen. Aufgrund dieser Basis ließ sich mit Hilfe einer Regressionsanalyse ein Einfluss auf die Wahlentscheidung der Zuschauer durch die Eindrücke des Schlagabtausches feststellen. Ausschlaggebende Faktoren waren hier das allgemeine Auftreten, rhetorische Fähigkeiten und die Selbstpräsentation der Kandidaten. Berücksichtigt wurden in der Analyse auch die ursprüngliche Kandidatenpräferenz und die Parteiidentifikation. Grundsätzlich wurde das zweite TV-Duell von den Zuschauern als lockerer und flüssiger wahrgenommen, da die Moderatoren während des ersten Duells auf RTL und SAT1 zu sehr auf die Vorgaben zur Durchführung der jeweiligen Parteien geachtet hatten. Der empirische Nachweis der Beeinflussung der Wähler durch TV-Duelle sollte durchaus kritisch betrachtet werden. Denn anders als im Ursprungsland der TV-Duelle wird in der Bundesrepublik nicht in einem präsidentiellen System, welches eine Personalisierung der Politik erfordert, regiert.<br />
<strong>Der Nutzen von Katastrophen im Wahlkampf</strong><br />
Welche Wirkungen der Irak-Krieg bzw. das Elbe-Hochwasser auf die Wahlentscheidung der Bürger für die Bundestagswahl 2002 gehabt haben, wurde in der Öffentlichkeit ausgiebig diskutiert. Auch Markus Quandt fragt sich in seinem Aufsatz, ob die Impulse, die diese beiden Ereignisse mit sich brachten, für den Wahlausgang entscheidend waren. Immerhin lagen die beiden großen Volksparteien in den Umfragewerten wenige Tage vor dem 22. September 2002 noch Kopf an Kopf. Zu berücksichtigen ist hierbei, wie im Kapitel 2 des Buches beschrieben, das Wählerverhalten im allgemeinen von kurzfristigen Faktoren bestimmt wird. Wird nun eine Thematik besonders durch die Medien aufgegriffen und von der Öffentlichkeit wahrgenommen, können politische Einschätzungen und Einstellungen von Wählern dadurch beeinflusst werden. Die Wirkung liegt nach Quandt nicht in der Thematik selbst, sondern in der Präsenz der Akteure, die die Brisanz einer Thematik mit sich bringt.<br />
Die dargestellten Informationen, die oft mittels Tabellen, Grafiken und Bildern gut veranschaulicht werden, sind für ein fachkundiges Publikum bestimmt. Zwar sind die Texte in einfacher, lebendiger Sprache verfasst, doch werden sie durchgehend ausführlich durch sozialwissenschaftliche Methoden bestätigt. Für Nicht-Akademiker sind zumindest die methodologischen Aspekte ohne Vorkenntnisse nur schwer zu erschließen. Für interessierte Leser bietet die Bibliographie einen ersten Überblick zur Orientierung über die Thematik der Bundestagswahl 2002. Dagegen scheint sie für wissenschaftliches Arbeiten inhaltlich jedoch nicht ausreichend zu sein.</p>
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		<item>
		<title>Handbuch Wahlforschung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:44:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="fett"><font size="2"> <span class="fett"><font size="2">Sie        hören dem Wähler sehr genau zu: die Wahlforscher. Dabei        ergründen sie das Wahlverhalten der Bürger und betreiben        gleichsam praktische Demokratieforschung. Mit dem Handbuch Wahlforschung        liegt nun ein Studienband vor, der seine Leser behutsam in das weite        Feld der empirischen Wahlforschung einführt. Stefan Frindt        hat die Autoren <span class="fett"><font size="2">für politik-digital.de</font></span>        dabei begleitet.</font></span> </font>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett"><span style="font-size: x-small;"> <span class="fett"><span style="font-size: x-small;">Sie hören dem Wähler sehr genau zu: die Wahlforscher. Dabei ergründen sie das Wahlverhalten der Bürger und betreiben gleichsam praktische Demokratieforschung. Mit dem Handbuch Wahlforschung liegt nun ein Studienband vor, der seine Leser behutsam in das weite Feld der empirischen Wahlforschung einführt. Stefan Frindt hat die Autoren <span class="fett"><span style="font-size: x-small;">für politik-digital.de</span></span> dabei begleitet.</span></span> </span><!--break--></p>
<p>Stellen wir uns vor, es sei Wahlabend. Mit Hochdruck bauen sich die Balken der ersten Hochrechnung auf. Es folgen punktgenau die ersten Analysen. Wir erleben Demokratie in einem ihrer höchst spannenden Momente. Gleichwohl – mit der klassischen Sonntagsfrage und der Demoskopie als Fernsehdisziplin hat die empirische Wahlforschung nur am Rande zu tun. Als Forschungsfeld ist ihr vor allem an der Deutbarkeit des Wahlverhaltens gelegen, und das heißt an dessen Tiefenstrukturen. Gesellschaftlicher Wertewandel und Wahlkampfforschung gehören ebenso zu ihrem Metier wie die Erforschung der Wahlbeteiligung und der Wechselwahl. Als Leitfragen und Forschungszweige sind diesen Themen gesonderte Kapitel im Handbuch Wahlforschung gewidmet, das in gut lesbarer Form einen Überblick über Methoden, Theorien und Tendenzen der empirischen Wahlforschung vermittelt. Im Verlag für Sozialwissenschaften erschienen, richtet sich der von Jürgen W. Falter und Harald Schoen herausgegebene Band an ein akademisches Lesepublikum. Das gilt es zu bedenken: Abseits der Universitäten und Fachpublika ist das Buch nur bedingt zu empfehlen.<br />
Theoretische Ansätze der empirischen Wahlforschung<br />
Drei klassische Forschungsansätze prägen das Wissen der empirischen Wahlforschung. Soziologische Modelle führen individuelles Wahlverhalten auf die Position eines Menschen in der Gesellschaftsstruktur und seine soziale Umwelt zurück. Der sozialpsychologische Ansatz geht von den politischen Einstellungen des Individuums aus, und das rationalistische Erklärungsmodell begreift die Wahlentscheidung der Bürger als eine Abwägung von Kosten und Nutzen.<br />
Erklärungskraft gewinnen die theoretischen Ansätze der empirischen Wahlforschung jedoch erst im Zusammenspiel. Die Autoren des Handbuchs Wahlforschung zeigen auf, dass monokausale Erklärungsmuster relevante Phänomene wie Wechselwahl und Nichtwahl nur unzureichend beschreiben. Dabei räumen sie mit tradierten Mythen der empirischen Wahlforschung ebenso auf wie mit der gängigen Vorstellung, dass sich das Elektorat akkurat in Stammwähler, Nicht- und Wechselwähler scheiden lässt. Die Übergänge zwischen den Wählergruppen sind fließend, so die Erkenntnis der Autoren.<br />
Schleichender Verlust der Wahlnorm? Die Nichtwähler<br />
Auch wenn sie medial allgegenwärtig ist: Entpolitisierung ist nicht die Erklärung für sinkende Wahlbeteiligung. Zu diesem Schluss kommt Claudio Caballero in seiner Darstellung der Nichtwahl. Nach Caballero belegt eine Umfrage von 2002, dass neben dem politischen Interesse vor allem die Akzeptanz der Wahlnorm, die Parteiidentifikation und die zur Wahl stehenden Kandidaten Einfluss auf die Wahlbeteiligung haben. Zudem sei als Trend zu beobachten, dass insbesondere der Anteil der politisch Interessierten an den Nichtwählern stetig wächst. Diese Entwicklung verortet Caballero im Kontext eines allgemeinen Wertewandels. Der Funktionsverlust von Pflichtwerten betreffe demnach auch die Wahlnorm, also das Wahlpflichtbewusstsein. Ihre Akzeptanz bewege sich aktuell bei etwa 80% in West- und 70% in Ostdeutschland.<br />
Nach Darstellung von Caballero treten Nichtwähler vor allem dort überproportional häufig auf, wo keine Orientierung an Parteien, politische Sachthemen oder Kandidaten gegeben ist. Aber auch wo diese Orientierungen in Konflikt geraten, sei der Nichtwähleranteil beträchtlich. So genannte cross-pressures verbinden die Nicht- mit den Wechselwählern.<br />
Wahlboten der sozialen Mobilität? Die Wechselwähler<br />
Nach Harald Schoen kann der Anstieg der Wechselwahl seit den 1990er Jahren als eine „indirekte Wirkung sozialer und regionaler Mobilität“ gedeutet werden. Sie führt dazu, dass politisch homogene und sozial stabile Netzwerke zunehmend erodieren. Neben dem heterogenen sozialen Umgebungen sind nach Schoen aber auch das politische Angebot und die nachlassende Parteibindung als Ursachen der Wechselwahl hinzuziehen.<br />
In seiner Darstellung der Wechselwahl hebt sich Schoen von der klassischen floating-vote These ab, die Wechselwählern ein nur geringes politisches Interesse zuerkennt. Doch auch die gegenläufige Vorstellung einer wechselfreudigen Wählerelite, die rein sachbezogen und themenorientiert entscheidet, ist nach seiner Auffassung empirisch nicht vertretbar. Schoen bezieht eine Position, die vielleicht weniger schillernd, aber doch weitaus plausibler klingt: Die Gruppe der Wechselwähler ist im Hinblick auf ihre politische Versiertheit repräsentativ für die Wählerschaft im Gesamten. Auch das verbindet sie mit den Nichtwählern.<br />
<strong>Von keiner Relevanz? Das Internet<br />
</strong><br />
Schoen beschließt seine Betrachtungen zur Wechselwahl mit dem kritischen Ausblick, dass die empirische Wahlforschung in Zukunft vor allem Kommunikationsgewohnheiten ins Blickfeld nehmen müsse. Auch Oscar Gabriel und Silke Keil formulieren als Kritik an die empirische Wahlforschung, dass Massenmedien zu wenig Aufmerksamkeit erfahren. Damit ist der Schwachpunkt des Handbuchs Wahlforschung fast schon benannt. Die wachsende Bedeutung des Internets für Politikvermittlung und Partizipation wird von den Autoren nicht reflektiert. Leider genügt der Blick in das Sachregister des Buches. Der Begriff „Internet“ fällt auf 826 Seiten Handbuch Wahlforschung genau einmal.</p>
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		<title>Politiker in den Fesseln der Medien?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:41:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Politische Akteure in der Mediendemokratie - Politiker in den Fesseln der Medien?</strong> <strong>Ein Buch von Heribert Schatz, Patrick Rössler und Jörg-Uwe Nieland</strong></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Politische Akteure in der Mediendemokratie &#8211; Politiker in den Fesseln der Medien?<strong>Ein Buch von Heribert Schatz, Patrick Rössler und Jörg-Uwe Nieland</strong><br />
Politische Millieus lösen sich zunehmend auf. Weder das Arbeiterstrandbad, noch der Kirchenchor oder Jugendparteiorganisationen sind mehr so stark, dass Politiker eine große Zahl an Wählern über sie erreichen können. Klassische Opinion Leader wie der Dorfpfarrer oder der Arzt haben ihren Einfluss eingebüßt, spätestens seitdem sich das Massenmedium Fernsehen als politische Hauptinformationsquelle etabliert hat. Politikvermittlung findet zunehmend in und über die Medien statt. Dieser grundlegende Wandel wird als Transformation hin zur Mediendemokratie diskutiert, die die Logik der Politik verändert und an ihre Akteure neue Anforderungen stellt. In Wahljahren wird die gegenseitige Abhängigkeit von Politik und Medien besonders augenscheinlich und ein großer Teil der Hintergrundberichterstattung im Wahlkampf widmet sich der Reflexion über dieses Thema. Die Medien werden nicht mehr als neutrale Informationsvermittler betrachtet, sondern als intervenierende Variable auf dem Kommunikationsweg vom Politiker zum Bürger. Wie weit ist die Entwicklung zur mediatisierten Demokratie schon vorangeschritten? Welche Auswirkungen sind zu erwarten? Die Hauptakteure sind Politikern und Journalisten: wer hat wen am Gängelband?<br />
Pünktlich zum Wahlkampf 02 erscheint ein Sammelband, der sich damit wissenschaftlich auseinandersetzt.<br />
<strong>Politische Akteure in der Mediendemokratie</strong><br />
Die Herausgeber Heribert Schatz, Partick Rössler und Jörg Uwe Nieland, ihres Zeichens Politologen mit Schwerpunkt Politikvermittlung, dokumentieren eine Tagung zum Thema Politik und Kommunikation im Frühjahr 2001. Ziel der Tagung war, den aktuellen Stand der Forschung zur Mediendemokratie zu erheben.<br />
Obwohl der Begriff noch nicht klar definiert werden kann, so das Fazit der Herausgeber, herrscht doch ein Konsens über dessen Phänomene. Es läßt sich eine Liste von Merkmalen aufstellen, die eine Mediendemokrate zwingend erfüllen muss:<br />
&#8211; politisches Handeln muss vermehrt medial kommuniziert werden, um als legitim zu gelten,<br />
&#8211; das Fernsehen entwickelt sich zum einflussreichsten Medium<br />
&#8211; dadurch passt sich Politik immer mehr der medialen Logik an, vor allem der des Fernsehens,<br />
&#8211; hohes Maß an Medienkompetenz wird für Politiker zur conditio sine qua non.Der Band versucht, das Phänomen Mediendemokratie sehr umfassend zu ergründen. Dabei wird sowohl Augenmerk auf den abstrakten institutionellen Wandel des politischen Systems gelegt, also auf gesellschaftliche, politische, ökonomische und vor allem mediale Entwicklungen, als auch ganz konkret auf die Auswirkungen auf die politischen Akteure aller Art und die neuen Anforderungen an sie.<br />
Die einzelnen Beiträge sind um 4 Fragestellungen groupiert, die das Phänomen erhellen sollen:<br />
<strong>Die institutionelle Wandlung</strong><br />
Der erste Teil des Bandes fragt nach dem Wandel von politischem Handeln angesichts der vermehrt medialen Ausrichtung von Politik. Karl-Rudolf Korte diskutiert neue Handlungsmuster von Politkern und Christian Schicha und Carsten Brosda die Interaktion von Politik, Public Relations und Journalismus. Illustriert wird das Thema von Marion Müller durch einen Vergleich der Trends der Inszenierung von Parteitagen in Deutschland und den USA, sowie durch einen Bericht von Marco Althaus über die Rolle Politischer Berater im US- Präsidentschaftswahlkampf 2000.<br />
<strong>Das Internet – neue Spielregeln für die Politik?</strong><br />
Der zweite Teil widmet sich der Frage, welche Anforderungen das neue System an politische Akteure stellt. Herauszugreifen ist hier der Beitrag über das Internet von Christoph Bieber, der sich mit der Alternativen Position von politischen Akteueren in der Netzöffentlichkeit beschäftigt. Bieber stellt sein Konzept der Netzöffentlichkeit vor und beschreibt die internetspezifischen Mechanismen nach denen Politikvermittlung funktioniert. Netzöffentlichkeit, so die These, verhält sich nicht kongruent zur massenmedialen Öffentlichkeit. Mit Hilfe eines Zentrum-Peripherie-Modells wird gezeigt, dass Akteure, die sich an der Peripherie des politischen Systems befinden und massenmedial weniger präsent sind, in der Netzöffentlichkeit näher zum Zentrum rücken und dadurch kommunikative Vorteile generieren können.<br />
Andere Beiträge sind unter anderem Stefan Marschalls Diskussion der Stellung des Parlamentes in einer durch Medien bestimmten Demokratie und Jörg Uwe Nielands Beschreibung der Entwicklung von der verfahrens- und institutionszentrierten Bonner zur medienzentrierten Berliner Demokratie.<br />
<strong>Die Logik des Streits – Konflikte in der Mediendemokratie</strong><br />
Die dritte Fragestellung ist dem dynamischsten Element jeder Demokratie gewidmet: dem Konflikt. Dieser Teil behandelt die Frage, wie Konflikte in den Medien präsentiert (Hartmut Weßler) und nach welchen Kriterien sie ausgewählt werden (Peter Hocke). Jürgen Maier widmet sich der Frage, welchen Einfluss die ständige mediale Präsenz von politischen Konflikten in den Medien auf die Einstellungen der Wähler zur Politik haben. Medien fokussieren ihre Berichterstattung immer stärker auf Konflikte und spitzen diese zu. Die Parteizentralen hingegen produzieren immer konfliktgeladenere Nachrichten, um sich im Konkurrenzkampf um Aufmerksamkeit zu behaupten.<br />
Aber nicht nur die Quantität von konflikthafter Berichterstattung steigt, auch die Qualität nimmt zu, indem Konflikte immer zugespitzter dargestellt werden. Ist diese zunehmend auf Konflikt ausgerichtete Politikberichterstattung die Quelle der Politikverdrossenheit? Maier kommt zu einem eher zurückhaltenden Ergebnis. Während das Vertrauen in Politiker tendenziell sinkt, bleibt die Zufriedenheit mit der Demokratie stabil. Der mediale Fokus auf politische Skandale stärkt unter Umständen die Zufriedenheit sogar, da das Aufdecken von Skandalen durch die Medien eben als Selbstregulierung des demokratischen Systems gedeutet wird.<br />
<strong>Praxis ist unersetzlich!</strong><br />
Der vierte Teil hält sich an die Praktiker: Jens Tenscher präsentiert eine Studie über das Selbstverständnis der Regierungssprecher im Wandel der Zeit und Miriam Meckel, Regierungssprecherin der nordrhein-westfälischen Landesregierung erklärt die Regeln der Mediendemokratie, nach denen Politiker und Journalisten spielen. Uwe-Karsten Heye, Sprecher der Rot-Grünen Regierung, erklärt, dass nach dem umzug von Bonn nach Berlin sich zwar einige Rahmenbedingungen im Umgang der Regierung mit den Medien verändert haben, dass das aber die Grundsätze des politischen Systems unverändert läßt.<br />
Der Band zeichnet sich durch seine Aktualität aus. Er schafft es sehr umfassend, den Stand der Forschung zu präsentieren. Viel Wert wurde darauf gelegt, Praktiker aus allen besprochenen Bereichen zu Wort kommen zu lassen anstatt sie, wie öfters in wissenschaftlichen Abhandlungen zu diesem Thema, zum stimmlosen Forschungsgegenstand zu degradieren. Leider haben die praxisorientierten Beiträge meist nur dekorativen Charakter und illustrieren essayistisch die Erkenntnisse aus den wissenschaftlichen Beiträgen.<br />
Das Buch ist dennoch nicht als Einführung zu empfehlen, da die einzelnen Beiträge oft sehr spezifische Problemstellungen der Mediendemokratiedebatte behandeln.<br />
Für eine generelle Einführung in das Thema sei hier auf den von Ullrich von Allemann und Stefan Marschall ebenfalls 2002 herausgegebenen Band Parteien in der Mediendemokratie verwiesen, in dem die grundlegenden Fragen der Debatte von teilweise denselben Autoren aktuell besprochen werden.</p>
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		<title>Do campaigns matter?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:41:46 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Politische Kommunikation und Wählerverhalten - ein Buch von PD Dr. Rüdiger Schmitt-Beck, Wissenschaftlicher Assistent am Lehrsstuhl für Politische Wissenschaft und International Vergleichende Sozialforschung der Universität Mannheim.</strong></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Politische Kommunikation und Wählerverhalten &#8211; ein Buch von PD Dr. Rüdiger Schmitt-Beck, Wissenschaftlicher Assistent am Lehrsstuhl für Politische Wissenschaft und International Vergleichende Sozialforschung der Universität Mannheim.<br />
Gerade hat eine Bundestagswahl die Weichen für die politische Zukunft Deutschlands gestellt. Um die Wahl zu ihren Gunsten zu entscheiden haben die Parteien wieder tief in die Kampagnentrickkiste gegriffen und political consultants angeheuert, spin doctoren an die Wahlkampffront geschickt und durch modern inszenierte Wahlkampfzentralen (Version 02) versucht, den Mythos der unbesiegbaren campaign warriers (Wahlkampfstrategen) zu beleben. Dieser Aufwand hat allein die beiden deutschen Parteien geschätzte <a href="/edemocracy/wahlkampf/bundestagswahl2002/jun.shtml">100 Millionen Euro gekostet</a>.<br />
Da stellt sich die Frage, was denn die immer kostspieliger werdenden Kampagnen in den Medien eigentlich bringen. Klar: durch die Allgegenwart der Medien nehmen wir die Welt, auch die Politik, heute fast zur Gänze über sie war. Aber beeinflussen diese Informationen wirklich unser Handeln an der Wahlurne? Haben Events wie die beiden TV-Duelle der letzten Wahl tatsächlich Auswirkungen auf die Wahlentscheidung? Oder ist das persönliche Gespräch für die Meinungsbildung doch wichtiger, als im Zeitalter der Teledemocracy oft angenommen?<br />
<strong>Mehr Betonung des Faktors Kommunikation in der Wahlforschung<br />
</strong> Rüdiger Schmitt-Beck diskutiert diese Frage in seiner veröffentlichten Habilitationsschrift Politische Kommunikation und Wählerverhalten. Er fragt danach,wie gesellschaftliche Informationsflüsse die individuelle Wahlentscheidung beeinflussen und welche Auswirkungen sie dann tatsächlich auf den Wahlausgang haben können.<br />
Methodisch ist ihm daran gelegen, das psychologische Paradigma, das die letzten 4 Jahrzehnte in der Wahlforschung dominiert hat, zu überwinden und das Augenmerk wieder auf den Einfluss der Kommunikation zu richten. Die beiden vorherrschenden Modelle, der Michigan– und der Rational- Choice Ansatz sehen die unmittelbaren Einflüsse auf die Wahlentscheidung in der Psyche des Wählers verankert: nach Ansicht des Michigan- Modells fällt die Wahlentscheidung nach der Parteiidentifikation, der Orientierung an Sachfragen und Kandidaten und beim Rational- Choice Modell durch die Bewertung einer Partei nach den zu erwartenden persönlichen Vorteilen, die deren Politik erwarten läßt.<br />
Diese Modelle können die Wirklichkeit heute nur mehr begrenzt erklären, denn in allen westlichen Demokratien gewinnen politische Informationskampagnen enorm an Bedeutung. Nicht nur steigt die Quantität der Information in Wahlkämpfen ständig an, man denke nur an die steigende Zahl der Wahlwerbespots im Fernsehen, auch die Qualität der Kampagnenorganisation wächst durch die Professionalisierung.<br />
Immer weniger Menschen identifizieren sich dauerhaft mit einer Partei, die sie auch ein Leben lang wählen, immer mehr machen ihr Kreuz bei jeder Wahl woanders.<br />
Vor allem diese wachsende Zahl von ungebundenen Wählern, die auf dem Wählermarkt „zu haben“ sind, versuchen politische Informationskampagnen zu erreichen.<br />
Schmitt-Beck fragt nun, wie Informationen beschaffen sein müssen, um Wahlentscheidungen zu beeinflussen. Wie erreichen bestimmte Informationen die Wahler und durch welche Kommunkationskanäle?<br />
Die Studie ist als Vergleich zwischen Spanien, Großbritannien, USA, West- und Ostdeutschland ausgelegt, um die Ergebnisse auf breites Datenmaterial aus verschiedenen politischen Kulturen stützen zu können.<br />
<strong>Der Einfluss von Interpersoneller Kommunikation und Massenkommunikation auf die Wahlentscheidung<br />
</strong> Die Fragestellung richtet sich auf zwei verschiedene Formen der Kommunikation, die interpersonelle Kommunikation &#8211; Gespräche mit Mitmenschen – und Massenkommunikation, also vermittelte Einwegkommunikation.<br />
Gerade die Bedeutung von interpersoneller Kommunikation bei der politischen Meinungsbildung wird im Zeitalter des Diskurses über Teledemocracy und der damit einhergehenden Vorstellungen von der Allmacht der Medien oft in den Hintergrund gedrängt und stark unterbewertet. Dabei ist es durchaus Schmitt-Beck als Verdienst anzurechnen, deren Wirkung zu betonen und der vermittelten Kommunikation gegenüber aufzuwerten.<br />
Dafür lassen sich auch Beispiele finden: nach den TV- Duellen der letzten Wahl wurde von den Meinungsforschern immer wieder darauf hingewiesen, dass die Bewertung der Wähler erst nach der Medienberichterstattung, inklusive der Bewertung der Meinungsmacher und der Diskussion im Alltag abgeschlossen sein wird.<br />
Die Umfragen nach den Duellen müssen den Einfluss dieser Diskussionen auf die Meinungsbildung unberücksichtigt lassen, da sich dieser Einfluss für Umfragen praktisch nicht operationalisieren läßt. Hier muss man sich an Grundlagenstudien wie diese halten, um Einsichten in die Dynamiken der Meinungsbildung zu bekommen.<br />
Schmitt-Beck kommt zu dem Schluss, dass das persönliche Gespräch zwar quantitativ hinter der massenmedial verbreiteten Information zurücksteht, aber dass es oft die wirkungsvollere Informationsquelle ist.<br />
Politische Kommunikation und Wählerverhalten bietet interessante Einblicke in politische Meinungsbildungsprozesse aufgrund eines ausgefeilten Modells der Wahlentscheidung, welches alle Informationsquellen berücksichtigt und den Stellenwert interpersoneller Kommunikation betont. Darüber hinaus ist das interkulturell vergleichende Design hervoruzuheben, das auf einer breiten Datenbasis verallgemeinerbare Schlußfolgerungen erlaubt.<br />
Das Buch ist allerdings nicht als Einführung in das Thema geeignet, sondern wendet sich an Personen, die mit den Methoden der Sozialwissenschaften bereits gut vertraut sind.</p>
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