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	<title>Meinungsführer &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Weblogs im Bundestagswahlkampf 2005</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Sep 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Nach ersten Gehversuchen bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen haben sich Weblogs neuerdings zu einem neuen Wahlkampfinstrument und zu einer neuen politischen Informations- und Diskussionsplattform entwickelt. Wie sehr konnten sich Weblogs aber im Wahlkampf zur
Bundestagswahl 2005 etablieren?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach ersten Gehversuchen bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen haben sich Weblogs neuerdings zu einem neuen Wahlkampfinstrument und zu einer neuen politischen Informations- und Diskussionsplattform entwickelt. Wie sehr konnten sich Weblogs aber im Wahlkampf zur<br />
Bundestagswahl 2005 etablieren?<!--break--></p>
<p>
<b><br />
</b>
</p>
<p>
Die Studie „Internet im Wahlkampf 2005“ des Lehrstuhls für Politikwissenschaft II der Universität Bamberg geht der Frage nach, wie sich Akzeptanz und Nutzung von politischen Weblogs im Laufe des Wahlkampfs verändert haben. An der Online-Befragung, die in Kooperation mit dem Bamberger Centrum für Europäische Studien durchgeführt wurde, haben sich bei den beiden Befragungswellen im Juni und September 2005 insgesamt knapp 1300 Internetnutzer beteiligt.
</p>
<p>
Das charakteristische Merkmal von Weblogs ist, dass sie die Zugangsschranken bei der Veröffentlichung von Texten im Internet abbauen. Sie erlauben jedem Internetnutzer ohne technische Vorkenntnisse, Webseiten zu publizieren, Kommentare zu schreiben und Verweise zu anderen Quellen zu erstellen. In der politischen Kommunikation sind vor diesem Hintergrund insbesondere zwei Gruppen von Nutzern von Interesse: politische Parteien und Kandidaten auf der einen und politisch interessierte Bürger auf der anderen Seite. Erstere wurden dabei bereits quantitativ analysiert und ein Übergewicht von Blogs der SPD und der Grünen festgestellt (siehe dazu die Studie der „<br />
<a href="http://www.ausschnitt.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ausschnitt Medienbeobachtung</a>“). In qualitativer Hinsicht wurde vor allem die<br />
<a href="/text/edemocracy/wahlkampf/bundestagswahl05/wahlkampfinderblogshaere050818.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">geringe persönliche Komponente</a> der parteipolitischen Weblogs beklagt.</p>
<p>Wie aber sieht es auf Seiten der Bürger als Adressaten parteipolitischer Kommunikation aus? Fördern zivilgesellschaftliche Weblogs im Wahlkampf tatsächlich die Information und den Meinungsaustausch über politische Themen, wie dies beispielsweise von<br />
<a href="/edemocracy/wahlkampf/wahlkampf_blogosphere050525.shtml?link=550" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jan Schmidt</a> erwartet wird? Die Ergebnisse der Onlineumfrage zeigen, dass sich in der untersuchten Gruppe der politisch interessierten Internetnutzer knapp ein Drittel regelmäßig durch das Lesen von Weblogs über aktuelle politische Sachthemen informiert.</p>
<p>Der Anteil der Befragten, die überhaupt nichts mit dem Begriff „Weblog“ anzufangen wussten, ist dabei im Laufe des Wahlkampfs deutlich zurückgegangen, die Zahl der Leser jedoch beinahe konstant geblieben. Die Möglichkeit der Artikulation von Meinungen und politischen Aussagen über die Kommentarfunktion bzw. das Schreiben von eigenen Beiträgen in Weblogs wurde im Wahlkampf von einem knappen Viertel der Internetnutzer regelmäßig wahrgenommen. Auch hier haben sich die Anteile von Juni bis September nur geringfügig verändert. Bei den Nutzern stehen vor allem private Weblogs sowie Weblogs von Journalisten hoch im Kurs. Die Nutzung von Parteiblogs hat im Wahlkampfverlauf sogar eher abgenommen, während Weblogs von Kandidaten beliebter wurden.</p>
<p>Wie nicht anders zu erwarten stellen die Nutzer von Weblogs dabei keinesfalls einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung dar. Als Autoren von politischen Weblogs treten vor allem vergleichsweise jüngere Internetnutzer auf. Der Frauenanteil der Umfrage fällt mit etwa 20 Prozent insgesamt wie bei den meisten Online-Umfragen sehr niedrig aus. Daher ist es umso bemerkenswerter, dass unter den Weblog-Nutzern ein gleicher bis geringfügig höherer Anteil Frauen zu beobachten ist. Dies zeigt, dass die Möglichkeiten politischer Weblogs von internetaffinen Frauen mindestens ebenso häufig genutzt werden wie von Männern. Lediglich die Kommentarfunktion von Weblogs wird von weiblichen Nutzern eher unterdurchschnittlich wahrgenommen.</p>
<p>Die bei den Internetnutzern generell überdurchschnittliche formale Bildung ist bei den Weblog-Autoren nochmals deutlich höher. Über 85 Prozent derjenigen, die ein eigenes Weblog führen, haben mindestens die Hochschulreife erworben. Auch das politische Interesse ist generell bei den Nutzern politischer Weblogs deutlich höher als bei den übrigen Befragten. Über 90 Prozent der Mitglieder der politischen Blogosphäre geben an, stark bis sehr stark an politischen Themen interessiert zu sein. Analog zur parteipolitischen Verteilung der Parteiblogs, dominieren auch bei den Autoren zivilgesellschaftlicher Weblogs die Anhänger des linken politischen Spektrums. Über den gesamten Wahlkampf hinweg gaben über 60 Prozent der Politblogger an, bei der bevorstehenden Wahl der SPD, den Grünen oder der Linkspartei ihre Stimme zu geben.</p>
<p>Die Rolle und Bedeutung von Weblogs im Bundestagswahlkampf 2005 schätzen die Befragten sehr differenziert ein. Ein besonderer Verdienst dieser Form der Veröffentlichung von Inhalt im Internet ist für über 50 Prozent der Nutzer, dass hier auch Themen zu finden sind, die in den herkömmlichen Massenmedien nicht zu lesen sind. Einen erkennbaren Einfluss auf die öffentliche Meinung leiten daraus allerdings nur gut 15 Prozent der Nutzer ab, wobei dieser Anteil im Verlauf des Wahlkampfs tendenziell eher zurückgegangen ist. Als glaubwürdige Informationsquelle werden politische Blogs von knapp einem Viertel der Nutzer betrachtet, wobei sich die große Mehrheit voll darüber im Klaren ist, in Weblogs keine parteipolitisch neutralen Informationen, sondern politische Meinungen und Standpunkte vorzufinden.</p>
<p>Weit über die Hälfte der Nutzer sehen daher auch eine positive Wirkung von Weblogs auf die Diskussion politischer Themen in der Öffentlichkeit. Bei der Betrachtung dieser Einstellungen zu politischen Weblogs zeigt sich durchgängig und konstant über die Zeit hinweg, dass Autoren wesentlich stärker vom Nutzen und der Bedeutung von Politblogs überzeugt sind, als diejenigen, die sich lediglich als Leser einstufen. Insbesondere im Hinblick auf die Glaubwürdigkeit, die von den Lesern eher negativ, von den Autoren jedoch tendenziell positiv beurteilt wird, ergeben sich deutliche Unterschiede.</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>Insgesamt können zwei Schlussfolgerungen im Hinblick auf die politische Bedeutung von Weblogs abgeleitet werden. Zum einen bleibt trotz des Medienhypes um Weblogs im Wahlkampf 2005 die Nutzung dieser Form des Meinungsaustausches die Angelegenheit einer kleinen Gruppe von hoch gebildeten, politisch stark interessierten Internetnutzern, die politisch eher dem linken Spektrum zuzuordnen ist.</p>
<p>Zum anderen stellen Weblogs für diese Gruppe eine starke Bereicherung des Angebots an politischer Information und eine Plattform für politische Diskussionen dar. Da die Zusammensetzung der politischen Blogosphäre darauf schließen lässt, dass es sich dabei vor allem um so genannte Meinungsführer handelt, ist eine starke indirekte Wirkung von Weblogs auf die „öffentliche Meinung“ jedoch keineswegs ausgeschlossen.</p>
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		<title>Kein Einfluss ohne Internet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Apr 2004 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
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		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine US-Studie untersucht politisch engagierte Internetnutzer und kommt zum Ergebnis, dass diese viel Einfluss auf andere haben. Wer sie erreichen will, muss daher das Internet nutzen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine US-Studie untersucht politisch engagierte Internetnutzer und kommt zum Ergebnis, dass diese viel Einfluss auf andere haben. Wer sie erreichen will, muss daher das Internet nutzen.<!--break--></p>
<p>
                              <strong>Eine US-Studie untersucht politisch engagierte Internetnutzer und kommt zum Ergebnis, dass diese viel Einfluss auf andere haben. Wer sie erreichen will, muss daher das Internet nutzen.</strong>
                            </p>
<p>Nach Aussagen des Anfang Februar 2004 veröffentlichten<br />
                            <a href="http://www.ipdi.org/UploadedFiles/political%20influentials.pdf">Berichts</a> (.pdf) „Political Influentials Online in the 2004 Presidential Campaign” bestimme eine neue Online-Gemeinschaft die Präsidentschaftswahlen in den USA, die schon vor den ersten Vorwahlen eine entscheidende Rolle gespielt habe und langfristig einen Wechsel der amerikanischen Politik verursachen könnte. Herausgegeben vom<br />
                            <a href="http://www.ipdi.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Institute</a> for Politics, Democracy &amp; The Internet in Washington (USA), ging die Studie der Frage nach, wie die Gruppe der politisch-motivierten Internetnutzer beschrieben werden kann.</p>
<p>
                            <strong>OPCs<br />
                            <br /></strong>Die Autoren der Studie, die in Zusammenarbeit mit<br />
                            <a href="http://www.nielsen-netratings.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nielson//NetRatings</a> und<br />
                            <a href="http://www.roperasw.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">RoperASW</a> durchgeführt wurde, bezeichnen diesen Teil der Internetnutzer als „Online Political Citizens (OPCs)“, die sich durch ein starkes politisches Engagement auszeichnen und sich als Meinungsführer qualifizieren würden. Die Wahrscheinlichkeit, dass OPCs als Meinungsführer in ihren Familien, unter Freunden und Kollegen fungieren, sei sieben mal höher als in der allgemeinen Bevölkerung. Des Weiteren würden OPCs mit größter Wahrscheinlichkeit dazu tendieren, Kandidaten finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen. So hätten 46 Prozent der in der Studie befragten OPCs bereits einen Kandidaten im US-Präsidentenwahlkampf finanziell unterstützt, im Gegensatz zu 10 Prozent der allgemeinen Bevölkerung.</p>
<p>
                            <strong>Einfluss-Reich-Sein<br />
                            <br /></strong>Laut Studie sind 69 Prozent der befragten OPCs als „Influentials“ nach dem<br />
                            <a href="http://www.roperasw.com/products/inf_who.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Konzept von Keller und Berry</a> von RoperASW zu bezeichnen. In Weiterführung der Meinungsführer-Forschung habe RoperASW durch 30-jährige Forschung nachweisen können, dass einer von zehn Amerikanern den anderen neun sagt, wen sie wählen, was sie kaufen und was sie essen sollen. Zur Identifizierung dieser „Influentials“ wird ein Fragenkomplex aus 11 Fragen genutzt, aus welchem je nach Erhebungsmethode 3 oder 4 positiv bewertet werden müssen. „Influentials“ werden somit über den Grad ihrer Involviertheit definiert.</p>
<p>So konnte unter anderem festgestellt werden, dass 68 Prozent der OPCs (im Gegensatz zu 14 Prozent in der allgemeinen Bevölkerung) einen politischen Kandidaten auf lokaler, regionaler oder nationaler Ebene angeschrieben oder angerufen haben und sich 48 Prozent an einer politischen Demonstration beteiligt, eine Rede gehört oder einen Protest organisiert haben (6 Prozent Allgemein). OPCs würden sich nach diesen Indikatoren durch eine starke Bindung in ihre Gemeinschaft auszeichnen, in lokalen Institutionen aktiv sein und feste Meinungen haben.</p>
<p>
                            <strong>Fehlende Emanzipation im Netz</strong><br />
                            <br />In Bezug auf demographische Eigenschaften wurde festgestellt, dass OPCs überproportional oft männlich, jünger, höher gebildet und wohlhabender als die allgemeine Bevölkerung seien. Des Weiteren qualifizierten sich mehr Anhänger der Demokratischen Partei (49 Prozent) als Online Political Citizens als Anhänger der Republikanischen Partei (29 Prozent). Die Autoren vermuten hier jedoch einen stärkeren Zusammenhang mit den Präsidentschaftsvorwahlen, in denen ein Demokratischer Kandidat gesucht wurde, wogegen US-Präsident Georg W. Bush als Republikanischer Kandidat bereits feststehe.</p>
<p>In Anbetracht der Ergebnisse der Studie steht für die Autoren fest, „dass politische Parteien, Kandidaten und politisch engagierte Gruppen, die die Menschen erreichen wollen, die alle anderen beeinflussen können, sich dem Internet zuwenden müssen.“</p></p>
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