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		<title>„Gute Schule“: italienische Schulen im digitalen Wandel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sara Daini]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 May 2019 15:33:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Die Digitalisierung der italienischen Schulen hat in den letzten Jahren an Dynamik gewonnen, dennoch läuft der Prozess nicht überall im Land mit der gleichen Geschwindigkeit, gerade im Süden gibt es noch viel zu tun. Verschärft wird das Problem durch die Frage nach der Stabilität der aktuellen Regierung.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p>Im Februar 2019 wurde der Bericht „Digitale Bildung“ über den Stand der digitalen Entwicklung der Schulen in Italien veröffentlicht. Trotz einiger positiver Beispiele auf lokaler Ebene gehört Italien zu den Schlusslichtern bei der digitalen Ausbildung der Lehrkräfte. Einer der Gründe hierfür ist das Durchschnittsalter der Lehrer, das eines der höchsten in Europa ist.</p>
<p>Schaut man auf die gesetzlichen, infrastrukturellen und inhaltlichen Projekte, zeigt sich, dass Italien auf dem Weg ist, die schulische Ausbildung zukunftsorientiert zu gestalten.<br />
Mit der „Buona scuola“ („Gute Schule“, Gesetz 107/2015) hat der damalige italienische Regierungschef Matteo Renzi ein Gesetz auf den Weg gebracht, das Innovationen in der öffentlichen Verwaltung und im Bildungswesen fördert.</p>
<p>Ein weiteres ambitioniertes Projekt war der Nationale Plan Digitale Schule (Piano Nazionale Scuola Digitale, PNSD), ein Dokument des Ministeriums für Bildung, Universität und Forschung zur Digitalisierung der Schule. Der Plan sah Mittel, Ausbildungsprogramme und Partnerschaften mit der Privatwirtschaft vor, um die Lücke zwischen den vom Arbeitsmarkt geforderten digitalen Fähigkeiten und den Lehrplänen der Schulen ab der Grundschule zu schließen. Der PNSD wäre ein ehrgeiziges Projekt gewesen, wenn die neue Regierung ihn nicht stark gekürzt hätte.</p>
<h3>Faktoren, die in der Studie „Digitale Bildung“ berücksichtigt sind</h3>
<p>Einer der Hauptfaktoren, die in der Studie berücksichtigt wurden, ist die Breitband-Internetverbindung. Die Abdeckung bis 2020 von mindestens 100 Mbit/s von Standorten der öffentlichen Verwaltung, einschließlich Schulen, gilt als Priorität; allerdings haben derzeit nur 97% der Schulen überhaupt einen Internetanschluss. Zwar ist der verbleibende Prozentsatz von 3% klein, in diesem Fall aber signifikant und er betrifft insbesondere Grundschulen in Süditalien. Die Grundschulen sind die von der Digitalisierung am stärksten betroffenen Schulen, anders als Sekundarschulen, die immer noch stark traditionelle Unterrichtmethoden verwenden. Dennoch haben die Sekundarschulen schnellere und qualitativ bessere Internet-Verbindungen.</p>
<p>Weitere in der Studie betrachtete Elemente, die in Betracht gezogen werden, sind die Erarbeitung eines effizienten Telematiknetzes und eines Konzepts für Wartungs- und Aktualisierungsmaßnahmen, um die Auswirkungen der technischen Überalterung der Infrastruktur zu steuern. Ein allgemeingültiges Urteil über die digitale Infrastruktur Italiens zu fällen ist unmöglich, da sich die regionalen Unterschiede beträchtlich sind.<br />
Mehr als 70% der italienischen Schulen nutzen immer noch den DSL-Anschluss per Kupfer, während nur 13% über Glasfaser erreicht werden: Nur jede fünfte Schule hat einen schnellen Anschluss. Spitzenreiter ist die Emilia-Romagna: Mehr als 30% der Schulen sind mit mehr als 30 Mbit/s verbunden, verglichen mit einem nationalen Durchschnitt von 11,2%.</p>
<p>Auch die Lehrerausbildung muss sich weiterentwickeln. 47% der Lehrer in italienischen Schulen nutzen häufig digitale Werkzeuge im Unterricht, 51% in Schulen mit einer Ultrabreitband-Verbindung; 5% der Lehrer setzen noch gar keine digitalen Mittel ein.<br />
Ein weiterer Aspekt ist die Digitalisierung von Entscheidungs- und Verwaltungsprozessen: So haben beispielsweise rund 63% der Schulen ihr Wirtschafts-, Finanz- und Vermögensmanagement vollständig digitalisiert, aber nur 21,5% der Schulen haben die Verwaltung der Zahlungen ganz digitalisiert.</p>
<p>In Emilia Romagna, Lombardei und Friaul-Julisch Venetien ist die Digitalisierung der Schulen am weitesten fortgeschritten. Ligurien und die Toskana folgen, behalten aber viele traditionelle Lehrmethoden bei. Weiter südlich gibt es die Fähigkeiten und den Willen zur Innovation, es fehlen aber die Ressourcen (Molise, Kampanien, Umbrien, Sizilien, Sardinien), während in den südlichen Regionen (Basilicata, Kalabrien, Apulien und Abruzzen) beide Aspekte, die Lehrerausbildung und Digitalisierung in der Verwaltung verstärkt werden sollten.</p>
<h3>Gegenwärtige Verwendung und Zuweisung von Mitteln für die Digitalisierung</h3>
<p>Die ministeriellen Investitionen für die Digitalisierung in den Schulen wurden in der letzten Zeit stark reduziert: Die derzeitige Regierung verwendet nur einen kleinen Teil der Mittel der &#8220;Guten Schule&#8221; und stellt, wenn möglich, noch weniger Mittel bereit.<br />
Während beispielsweise die beiden vorherigen Regierungen 223 Millionen Euro für „innovative digitale Lernumgebungen“ bereitgestellt haben, hat die neue Regierung nur 22 Millionen Euro verwendet.</p>
<h3>Ein virtuoses Experiment: „Ambizione Italia per la Scuola“(Italiens Ambition für Schulen)</h3>
<p>Das Projekt „Ambizione Italia per la Scuola“, eine Zusammenarbeit zwischen Microsoft und der „Stiftung digitale Welt“ (Fondazione Mondo Digitale), soll 250.000 Schüler im Alter zwischen 12 und 18 Jahren und 20.000 Lehrer in ganz Italien ansprechen und bietet außerdem Kurse zum Erwerb digitaler Fähigkeiten an. Das kündigte Brad Smith, Präsident und Chief Legal Officer von Microsoft an. Ein Teil des Projekts besteht in der Ausbildung von hundert Datenwissenschaftlern: Microsoft hat für dieses Projekt mit dem Polytechnikum Mailand, der Universität Federico II von Neapel und dem Polytechnikum von Bari zusammengearbeitet.</p>
<p>„Ambizione Italia per la Scuola“ ist Teil des Projekts „Ambizione Italia“, das im September 2018 begann, um die Digitalisierung in ganz Italien zu fördern. Das allgemeine Ziel von Microsoft ist, bis 2020 mehr als 2 Millionen junge Menschen, Studenten, NEETs und Fachleute in ganz Italien einzubeziehen, mehr als 500.000 Menschen auszubilden und 50.000 Fachleute für eine Investition von 100 Millionen Euro in Ausbildungsaktivitäten und den Zugang zu digitalen Fähigkeiten in diesem Schuljahr zu zertifizieren.</p>
<p>Bei der Präsentation der Initiative wurden auch Projekte einiger Gymnasien vorgestellt. „Good Morning“ beispielsweise ist ein Handschuh, der Zeichensprache in gesprochene Sprache übersetzen kann, und zwar durch Sensoren, die die Bewegungen der Hände analysieren und sie an einen Lautsprecher übertragen, der das empfangene elektrische Signal in Schallwellen umwandelt.</p>
<p>Der „Floatalyzer“ ist eine schwimmende Plattform zur Messung und Bekämpfung der Flussverschmutzung. Er analysiert die Wasserqualität in Echtzeit, erkennt Schadstoffe und sammelt Daten aus einer Datenbank. „Ciutech“ ist ein intelligenter Schnuller, der beispielsweise die Körpertemperatur eines Neugeborenen und seinen Gesundheitszustand durch die Analyse des Speichels überwachen kann.</p>
<h3>Künstliche Intelligenz und Blockchain</h3>
<p>Beim Thema Künstliche Intelligenz ist die neue Regierung hingegen aktiv. Eine Expertengruppe hat im Ministerium für Wirtschaftsentwicklung Ende März ein Konzept entwickelt, das bei der Europäischen Kommission eingereicht wurde. Die Expertengruppe wurde auch von Vertretern von Universitäten, Unternehmen, Institutionen, Confindustria, Gewerkschaften und Verbraucherverbänden beraten.</p>
<p>Sechs Aspekte wurden hierbei berücksichtigt: die Nutzung der Forschung, um künstliche Intelligenz aus dem Labor auf den Markt zu bringen; Bildung und lebenslanges Lernen; die Förderung qualifizierter Investitionen; Daten als Produktionsfaktor; Gesetzgebung und ethische Auswirkungen und die Verbesserung der öffentlichen Dienste.</p>
<p>Die Eigenschaften und Entwicklungen der Blockchain sind ein weiterer zentraler Aspekt, der es der italienischen Politik ermöglicht, über die Rolle Italiens in Europa im öffentlichen und privaten Sektor und in der Forschung nachzudenken. Ziel dieser Arbeitsgruppe ist, die 4.0-Industrie-Revolution, Bildung und lebenslanges Lernen sowie die Gesetzgebung zu analysieren. Schließlich betrifft die italienische Strategie für die Digitalisierung die Verbesserung und den Schutz von „Made in Italy“.</p>
<p><strong><img decoding="async" src="http://vg04.met.vgwort.de/na/708ca7d6303f494388227689cae1116b" alt="" width="1" height="1" />Titelbild:</strong> ipad-3765920 by steveriot1_via <a href="https://pixabay.com/photos/ipad-school-child-kahoot-schulbank-3765920/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay,</a> Pixabay Lizenz</p>
<p>
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</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Konferenz: Digitale Bildung für alle – „Das Digitale gehört fest in die Lebenswelt von Kindern“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Dec 2017 10:52:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Microsoft]]></category>
		<category><![CDATA[Programmieren]]></category>
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					<description><![CDATA[Am vergangenen Donnerstag fand die Coding und Bildung-Konferenz „Code{affair} 2017“ in Berlin statt. Veranstaltet wurde die Konferenz von der Initiative [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/2990_thumb.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-153732" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/2990_thumb-630x275.jpg" alt="2990_thumb" width="630" height="275" /></a>Am vergangenen Donnerstag fand die Coding und Bildung-Konferenz „Code{affair} 2017“ in Berlin statt. Veranstaltet wurde die Konferenz von der Initiative „Code your Life“, die als Teil des Programms Microsoft YouthSpark fungiert und vom 21st Century Competence Center im Förderverein für Jugend und Sozialarbeit e.V. umgesetzt wird. Unter dem Motto „Programmieren geht uns alle etwas an“ gewährten Experten aus Bildung, Coding-Initiativen, Werkstätten und Wirtschaft Einblicke in den aktuellen Stand der Digitalisierung an deutschen Schulen und Bildungseinrichtungen.</p>
<h3>Programmieren noch nicht im Klassenzimmer angekommen</h3>
<p>Nach einer <a href="https://news.microsoft.com/de-de/microsoft-lehrplan-digital/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov</a> zufolge sind 93% der befragten deutschen Unternehmensentscheider und Lehrkräfte davon überzeugt, dass der Erwerb digitaler Kompetenzen entscheidend für den Erfolg in der Arbeitswelt von morgen sein wird. Welche Kompetenzen diese aber genau sein sollen, darüber herrscht große Uneinigkeit zwischen Lehrern und Unternehmern. Denn während fast jeder zweite Unternehmensentscheider zum Beispiel das Programmieren an Schulen befürwortet, finden nur 26% der Lehrer, dass es auch in den Lehrplan aufgenommen werden sollte. Während zwölf andere EU-Länder dies bereits planen, würde Deutschland an dieser Stelle noch große Chancen verschenken. Die Gründe sieht Thomas Bachem, Mitbegründer der <a href="https://code.berlin/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Code University</a>, vor allem im föderalistischen Bildungssystem, in der noch immer zu geringeren finanziellen Förderung, sowie in der Verstaatlichung der Schulen. Zusammengenommen würden diese ein strukturelles Hindernis sowie ein Mangel an Innovationen an Deutschlands Schulen bedeuteten. Daher sei es besonders wichtig, dass die Schulen aktiv ihre Bereitschaft zur Aufnahme digitaler Themen zeigen, ergänzte Alexander Rabe vom eco-Verband der Internetwirtschaft e.V.</p>
<p>Viele Lehrer fühlen sich aber überfordert mit der Thematik. Ihnen fehle neben der Fachkompetenz vor allem eine erste Anleitung, so ein Lehrer einer Grundschule in Berlin. Kritisiert wird auch der bereits überfüllte Lehrplan. Abhilfe könnte hier eine fächerübergreifende Integrierung des Programmierwissens leisten: Indem in den bereits bestehenden Schulfächern wie Deutsch und Musik  über Sprache, Grammatik oder das Notenlesen Verbindungen geknüpft werden, könnten so leicht Zusammenhänge zur Sprache des Programmierens aufgebaut werden, schlug Thomas Schmidt von der <a href="http://www.code-your-life.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Initiative Code your Life</a> vor. So würde sich an der Gesamtzahl der Schulstunden nichts ändern. Nichtsdestotrotz bleibt der Bedarf an Weiterbildungen für Lehrer bestehen. Ein weiteres Beispiel zeigt, dass Coding auf spielerische Weise im Informatikunterricht mit Hilfe von Hardware-Erweiterungen für das populäre Videospiel <a href="http://www.hancl.de/cis/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Minecraft</a> erlernt werden kann. Viele der teilgenommenen Experten fordern daher, mit dem Programmieren bereits in der Grundschule oder gar im Kindergarten anzufangen.</p>
<h3>Programmieren oder digitale Kompetenzen?</h3>
<p>Ob aber auf diese Weise das Ziel, nämlich die Befähigung der Heranwachsenden an der kompetenten Teilhabe an einer digitalisierten Gesellschaft, erreicht werden kann, bleibt offen. Denn: Digitale Kompetenzen und das Programmieren bzw. „Coden“ sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Während beim ersten die digitale Mündigkeit vorangetrieben werden soll, also die Fähigkeit, Medien und ihre Inhalte den eigenen Zielen und Bedürfnissen entsprechend sachkundig nutzen zu können, geht es beim Programmieren um die Vermittlung rein technischer Kompetenzen. Die beiden Bereiche bedeutungsgleich zusammenzuführen erweckt daher den Eindruck, der Ruf nach digitalen Kompetenzen fungiere hier eher als Deckmantel für den Auf- und Ausbau der technischen Fertigkeiten der Schüler.</p>
<p>Dass aber digitale Grundkompetenzen in nahezu allen Berufen der Zukunft von Bedeutung sein werden, darin waren sich die verschiedenen Teilnehmer in ihren Vorträgen einig. Viele gingen sogar so weit zu behaupten, dass das Programmieren die Sprache der Zukunft sei. Keine Kommunikation mehr ohne Coding-Fertigkeiten also? Julia Eckelhoff, Leiterin der Digitalwerkstatt in Berlin, in der Kinder an das Programmieren herangeführt werden, Roboter bauen und experimentieren, ist jedenfalls der Meinung, dass zumindest „das Digitale“ auch fest in die Lebenswelt von Kindern gehört. Eine Anmerkung der Leiterin blieb aber besonders in Erinnerung: Die meisten der Anmeldungen in ihrer Digitalwerkstatt würden  nur aus bestimmten gesellschaftlichen Schichten stattfinden. Auf die Frage, ob im Coden Potenzial für Integration und Inklusion gesehen werde, lenkte Thomas Schmidt die Aufmerksamkeit auf bereits laufende Coding-Projekte für Flüchtlinge. Inwieweit aber hierbei von Inklusion gesprochen werden kann, wenn Flüchtlinge unter sich das Coden lernen, bleibt fragwürdig.</p>
<p>Insgesamt gestaltete sich die <a href="http://www.code-your-life.org/Mitmachen/1343_CODE_affair_2017.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Veranstaltung</a> vor allem als innovationsfreudig. Verschiedene Verantwortliche aus den Bereichen Bildung und Digitalisierung kamen zu Wort und man konnte sich regelrecht vom Enthusiasmus der Vortragenden anstecken lassen. Dagegen blieben kritische Meinungen und Debatten seitens der Experten gänzlich aus. Eine kritische Betrachtung über den frühen Einsatz digitaler Medien in Kindergärten fand genauso wenig statt wie die Frage nach dem Nutzen von Programmierfähigkeiten für zum Beispiel künstlerisch-affine Schüler und Schülerinnen.</p>
<p>Titelbild: <a href="http://www.code-your-life.org/Mitmachen/1343_CODE_affair_2017.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Code your Life</a></p>
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		<title>Hacking Democracy &#8211; Microsoft initiiert internationalen Nichtangriffspakt für das Internet</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/hacking-democracy-microsoft-152672/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Valerie Rödder]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Jul 2017 13:15:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Microsoft]]></category>
		<category><![CDATA[Fake News]]></category>
		<category><![CDATA[Cyber-Attacken]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Genfer Konvention]]></category>
		<category><![CDATA[Cyberwar]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheitspolitik]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-3"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Es häufen sich die zielgerichteten, komplexen und effektiven Cyber-Angriffe auf Regierungsinstitutionen, Parteien, Stiftungen und Mandatsträger und sie zielen damit auf unsere freiheitliche Gesellschaft und unsere Demokratie. Diese neue Dimension an Bedrohungen braucht zur Abwehr mehr als eine nationale Cyber-Armee: ein internationales Abkommen von Staaten und Technologieunternehmen, welches Angriffe auf Privatunternehmen, den Technik-Sektor und kritische Infrastrukturen ächtet.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Denn die Bedrohung im Internet ist riesig: 380.000 neue Schadprogrammvarianten werden täglich gesichtet, und mittlerweile sind mehr als 560 Millionen verschiedene Arten von ihnen bekannt. Davon ist die Mehrheit nicht zielgerichtet und dient der Verfolgung finanzieller Interessen. Aber ein wachsender Anteil der Angriffe wird immer zielgenauer und spezifischer, denn sie zielen nicht nur auf Unternehmen oder Endnutzer ab, sondern auch auf staatliche Institutionen. Der Cyberraum wird zum neuen globalen Schlachtfeld, in der Software als Waffe angewendet wird.</p>
<p>60 % der Deutschen befürchten eine Beeinflussung des Wahlkampfes mit digitalen Mitteln: Fake-News, Manipulationen in der Stimmenauszählung, technische Beeinflussung sowie Datenklau und Geheimnisverrat. Dies <a href="https://news.microsoft.com/de-de/microsoft-umfrage-mehrheit-der-deutschen-erwartet-cyber-angriffe-zur-bundestagswahl/#sm.000g6srqa13c8fk7yu71itp5538ik">ergab eine YouGov-Umfrage</a> im Auftrag von Microsoft. Und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bestätigt diese Sorgen: Ende 2016 <a href="https://www.bsi.bund.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Presse2016/Vorsorge_Wahlmanipulation_30122016.html">warnte die Behörde </a>vor Wahlmanipulationen und Fake-News im Bundestagswahlkampf<i>.</i></p>
<p>Cyber-Angriffe auf Regierungsnetzwerke finden täglich statt: ca. 44.000 ungezielte, mit Schadware infizierte E-Mails Angriffe werden pro Monat abgefangen und ca. 20 gezielte Angriffskampagnen täglich durch manuelle Analysen erkannt, ermittelte das BSI. Und die Angriffe werden professioneller. Sogenannte Watering-Hole-Angriffe häufen sich:  Hierzu wird auf Webseiten, die für Mitarbeitende relevant sind und die sie oft besuchen, ein Schadcode platziert. Diese Codes dienen zur Spionage. Distributed Denial-of-Service (DDoS)-Attacken auf die Webseiten von Bundesbehörden haben sich von 2010 bis 2016 vervierfacht. Mit diesen Methoden rufen tausende Computer, die zumeist vorher durch Schadsoftware infiziert und zu einem Netzwerk zusammengeschlossen wurden (zu einem sogenannten Botnet), die Webseite auf und führen dadurch zu einer Überlastung des Datennetzes und so zu einer Nicht-Erreichbarkeit der Webseite. Diese sind zwar die am häufigsten stattfindenden Vorfälle, allerdings sind diese auch verhältnismäßig einfach abzuwehren, heißt es im <a href="https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/Publikationen/Lageberichte/Lagebericht2016.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=5">Lagebericht 2016</a> des BSI.</p>
<p>Neben diesen ungezielten Massenangriffen häufen sich die (medial bekannt gewordenen) zielgerichteten Attacken. Die Angreifer, oft staatsnahe Gruppen, agieren professionell mit sogenannten Advanced Persistent Threats (APT)-Attacken: Äußerst präzise dringen sie in das Netzwerk ein, verursachen keinen Schaden, halten sich dort länger auf und sammeln Informationen.</p>
<p>Waren es vorher eher finanziell motivierte Angriffe und gab es politisch motivierte Hackerangriffe schon früher, haben diese mit den <a href="https://www.heise.de/newsticker/meldung/Sony-Hack-NSA-hat-angeblich-Beweise-fuer-Nordkoreas-Schuld-2519669.html">Angriffen von Nordkorea 2014 auf Sony</a> eine neue Dimension angenommen. Diese sind jetzt auf politische Institutionen gerichtet, zu Teilen auch kombiniert mit Angriffen auf die Zivilbevölkerung.</p>
<p>Und auch in Deutschland häufen sich die Attacken auf staatliche Institutionen: Im März 2017 versuchten Hacker zum wiederholten Mal in das Netz des Bundestags einzudringen. Der Angriff konnte erfolgreich abgewehrt werden, da man nach dem Hackerangriff 2015, bei dem 16 GB an Daten entwendet wurden, neue Sicherheitsstandards integriert hatte.</p>
<p>Ein <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/friedrich-ebert-stiftung-bestaetigt-hacker-angriffs-versuch-14989804.html">Hackerangriff auf die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung</a> ereignete sich im März und April 2017. Ein Angriff auf die CDU-nahe Konrad-Adenauer Stiftung wurde im gleichen Zeitraum vorbereitet, aber nicht durchgeführt.</p>
<p>Diese Angriffe haben Methode und seien kein einmaliges Unterfangen, treten in Wellen auf und dienen politischen Zielen, <a href="http://www.die-stiftung.de/news/hackerangriffe-was-stiftungen-jetzt-wissen-muessen-62992">erklärt Matthias Schulze</a> von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), der zu Hacking und Cybersecurity forscht, dem Portal die-stiftungen.de. „<i>Der erste Angriff geht zunächst immer in die Breite, zielt also auf viele Akteure wie Parteien, Stiftungen, Verwaltung und so weiter</i>. (&#8230;) W<i>er in der ersten Welle ‚anbeißt‘, der wird später tiefer kompromittiert und ausgeforscht</i>. (&#8230;) <i>Wenn Rechner einer Stiftung kompromittiert sind, können diese im Nachgang dazu verwendet werden, politischen Entscheidungsträgern Schadsoftware unterzujubeln, etwa durch manipulierte Dokumente</i>.”</p>
<p>Die Hacker haben dabei Kenntnisse der politischen Infrastruktur Deutschlands. Sie wissen, welche Institutionen Vertrauen bei Regierungsvertreter und -Mitarbeiter besitzen. Ziel solcher Angriffe ist es, Informationen zu sammeln, um diese gezielt zu einem späteren Zeitpunkt zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung einzusetzen.</p>
<p>Ende Juli 2017 erfolgte eine Angriffskampagne auf private Yahoo- und Gmail-Postfächer von Funktionsträgern aus Wirtschaft und Verwaltung, <a href="https://www.bsi.bund.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Presse2017/Spearphishing_Mails_23062017.html">berichtet das BSI</a>. Während Arbeitsemailpostfächer meist durch ein gutes Sicherheitssystem überwacht werden, werden private Postfächer oftmals nicht extra geschützt. Die Herangehensweise der Täter macht deutlich, dass hier gezielt Informationen von politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträger abgegriffen werden sollen.</p>
<p>Die Struktur dieser Attacken hätte damit Ähnlichkeit mit den Angriffen und darauffolgenden Leaks gegen die Demokratische Partei in den USA und die französische En Marche-Bewegung. Verantwortlich dafür soll der Cyberspionage-Zusammenschluss Pawn Storm sein, der seit 2004 besteht und damit die bislang am längsten tätigende Cybercrime-Organisation ist. Mit ihren weltweiten Angriffen verfolgt sie <a href="http://www.trendmicro.de/newsroom/pr/trend-micro-weist-gezielte-cyber-angriffe-auf-deutsche-und-franzoesische-politik-nach">russische Interessen</a>.</p>
<h3>Eine Fake-News-Kampagne gibt es für 400.000 Euro im Darknet zu kaufen</h3>
<p>Und auch die befürchtete Beeinflussung von Wahlen durch Fake-News ist durchaus realistisch. Davon zeugen Komplettangebote, die man im Darknet kaufen kann: Trend Micro, der weltweit führende Cybersicherheitsanbieter, zeigt <a href="https://documents.trendmicro.com/assets/white_papers/wp-fake-news-machine-how-propagandists-abuse-the-internet.pdf">in seinem Bericht</a><i> </i>einige Beispiele, wie man mit diesen die öffentliche Meinungen beeinflussen kann:<i> </i>Für 200.000 Dollar gibt es eine Kampagne, welche öffentliche Proteste auslösen soll. Diskreditierungen von Medienvertretern kostet 55.000 Dollar. Eine als “bekannt” dargestellte Fake-Person mit 300.000 Followern kostet nur 2.600 Dollar. Dienstleistungen beinhalten z.B. das<i> ,,Anlegen gefälschter Profile und Gruppen in sozialen Netzwerken, Entwicklung der gefälschten </i><i>Inhalte („Fake-News“) und die Erzeugung von Likes und Retweets für eine rasante Verbreitung. Sogar die Errichtung täuschend echter Nachrichtenseiten gehört zum Repertoire der Kriminellen”. </i>Diese Pakete können auch von IT-Laien eingesetzt werden.</p>
<p>69 % Bürger sehen, laut einer YouGov Umfrage im Auftrag von Microsoft, Technologieunternehmen in der Pflicht, Sicherheit im Internet zu gewährleisten. 61% sehen die Pflicht bei sich selbst. Von der Regierung erwarten nur 49 % Schutz und nur 29 % der Befragten sehen multinationale Bündnisse als mögliche Organisationen an, die sie und Andere vor Gefahren im Internet schützen.</p>
<h3>Technologieunternehmen sollen das Rote Kreuz im Cyberwar werden</h3>
<p>Genauso ein multinationales Bündnis aus Technologieunternehmen und nationalen Regierungen hat Microsoft vorgeschlagen, um gegen die wachsende Anzahl von nationalstaatlich gesteuerten Cyberangriffen vorzugehen und um sich zu verpflichten, sich nicht gegenseitig anzugreifen. Microsoft, als weltweit größter Hersteller von Computerprogrammen hat ein ureigenes Interesse daran, dass so ein Bündnis entsteht, denn durch Cybercrime-Organisationen ausgenutzte Schwachstellen untergraben das Vertrauen in die Produkte des Konzerns.</p>
<p>Microsoft-Präsident und Chefjustiziar Brad Smith <a href="https://www.rsaconference.com/events/us17/agenda/sessions/7577-keynote-speaker-brad-smith-president-and-chief">rief auf der größten Cybersecurity Messe &#8211; der RSA Conference &#8211; internationale Unternehmen und Regierungen dazu auf, die bereits kürzlich entwickelten Normen zur Cybersicherheit zu konkretisieren</a>. Dazu schlug er ein multilaterales Abkommen vor. Die entwickelten Normen sollten als globale Regeln ratifiziert und diese dann in der ,,Digitale(n) Genfer Konvention zum Schutz der Zivilbevölkerung im Internet” verankert werden. Dieses Abkommen ist angelehnt an die <a href="http://www.drk-eu.de/ihr-rotes-kreuz/grundlagen-unserer-arbeit/die-genfer-konventionen.html?schriftzoom=m">vierte Genfer Konvention von 1949</a>, welche den Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten mit Hilfe des Roten Kreuzes regelt. Analog zum Roten Kreuz könnten die Technologieunternehmen als Ersthelfer bei nationalstaatlichen Cyberangriffe agieren.</p>
<p>Verzichten sollen die Staaten auf Cyberangriffe auf den Privatsektor und auf kritische Infrastruktur anderer Staaten sowie auf Hacking zum Diebstahl geistigen Eigentums. Private Initiativen sollen unterstützt werden, die Cyberangriffe erkennen, eindämmen, abwehren und unschädlich machen. Staaten, Unternehmen und IT-Dienstleister sollen gemeinsam kooperieren. Außerdem wird gefordert, dass Erkenntnisse zu Schwachstellen den Herstellern vorgelegt werden, damit diese die Sicherheitslücken schließen könnten. Eine Organisationseinheit soll geschaffen werden, die ähnlich wie die <a href="http://www.bmub.bund.de/themen/atomenergie-strahlenschutz/nukleare-sicherheit/internationales/internationale-atomenergie-organisation-iaeo/">Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO)</a> aufgebaut ist, welche internationale Zusammenarbeit rund um Atomenergie fördert, aber die Entwicklung von Kernwaffen verhindern will.</p>
<h3>Unternehmen sollen zu einer ,,Digitalen Schweiz” werden</h3>
<p>Brad Smith fordert moralisches Handeln von Technologieunternehmen: Die IT-Industrie solle neutral bleiben, zu einer ”Digitalen Schweiz” werden und weder gegen Kunden noch Staaten vorgehen, auch wenn Regierungen sie beauftragten gegensätzlich zu handeln.</p>
<p>Diese neue Institution müsse den ,,<i>Interessen des öffentlichen wie auch des privaten Sektors gerecht</i>” werden und sollte, <a href="https://www.microsoft-politik.de/de-de/politik/blog/article.aspx?id=2447">so erklärt Brad Smith</a>, ,,a<i>us technischen Experten aus den Regierungen, der Privatwirtschaft, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft bestehen. (&#8230;) Konkret brauchen wir eine Institution, die in der Lage ist, nationalstaatliche Angriffe zu untersuchen, Beweise zu sammeln und deren Zuordnung zu bestimmten Ländern öffentlich bekanntzugeben</i>. (&#8230;) <i>Sie sollte in der Lage sein, konkrete Angriffe zu untersuchen und Beweise für die mögliche Beteiligung einzelner Länder zu veröffentlichen”.</i></p>
<p>Um in Deutschland die Diskussion voranzutreiben hat Microsoft Berlin Vertreter aus Politik, IT-Wirtschaft und Wissenschaft zu der Veranstaltung ,,Hacking Democracy” eingeladen. Deutschland könne das Problem nicht alleine lösen, denn die Angriffe gingen über das nationale und auch europäische Recht hinaus.</p>
<figure id="attachment_162349" aria-describedby="caption-attachment-162349" style="width: 300px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-162349 size-medium" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2017/07/Microsoft-Hacking-Democray-Konstantin-von-Notz-630x420-1-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2017/07/Microsoft-Hacking-Democray-Konstantin-von-Notz-630x420-1-300x200.jpg 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2017/07/Microsoft-Hacking-Democray-Konstantin-von-Notz-630x420-1.jpg 630w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-162349" class="wp-caption-text">Konstantin von Notz, Bild: Microsoft</figcaption></figure>
<p>Die Gefahr für die Demokratie sei offensichtlich. Um sich gegen Angriffe zu wappnen und gegen die Unterhöhlungen durch Fake-News auf die öffentliche Meinungsbildung vorzugehen, fordert Konstantin von Notz (Netzpolitischer Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion) mehr Personal und finanzielle Mittel im Bundestag. Weder die vom Verteidigungsministerium gegründete Abteilung &#8220;Cyber- und Informationsraum” (auch als Cyber-Armee bekannt), noch die neu gegründete IT-Sicherheitsbehörde Zitis (&#8220;Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich&#8221;) stellen ihm zufolge genügend technische Expertise bereit, um gegen Cyber-Bedrohung vorgehen zu können. Die Cyber-Armee findet kaum geeignetes Personal (Ziel: 13.500 Soldaten) und bei Zitis wären zwar schon zehn von hundert Stellen besetzt, allerdings seien dies fast nur Hausmeister und Pförtner, erklärt Konstantin von Notz, und kurioserweise würden sich die Behörden noch gegenseitig die Hacker abwerben. Die Internet- und Technikkonzerne hätten dagegen ein Vielfaches an qualifiziertem IT-Sicherheitspersonal. Microsoft beschäftigt allein 3.500 Sicherheitsingenieure. Außerdem sei es einfach nicht möglich, jede Sicherheitslücke zu schließen. Genau deshalb ist eine Konvention mit möglichst vielen beteiligten Staaten wichtig, die versichern, sich nicht gegenseitig anzugreifen, kooperieren und bei Angriffen untereinander Hilfe leisten.</p>
<p>Einig sind sich alle, dass Hard- und Softwareherstellern eine besondere Rolle zufällt. Bei staatlichen Angriffe müssen sie ihrer Verantwortung gerecht werden, denn schließlich sind sie verantwortlich für die Entwicklung der nationalen IT-Infrastruktur.</p>
<h3>Viele offene Fragen sind zu klären</h3>
<p>Auch Fragen nach Sanktionen für die angreifenden Parteien wurden diskutiert. Wie könnten diese aussehen? Und wer könnte das Hoheitsrecht erhalten, um diese durchzusetzen? Hersteller, Unternehmen oder Staaten? Wer könnte dieses zwischenstaatliche Gebilde leiten?</p>
<p>Genau diese Fragen und Ansätze müssen in naher Zukunft geklärt werden. Die von Microsoft initiierte Digitale Genfer Konvention ist eine globale Initiative. Diskussionen, wie sie bei Microsoft Berlin stattgefunden haben, erfolgen gerade weltweit.</p>
<p>politik-digital wird weiterhin über diesen Prozess berichten.</p>
<p>Bilder: by Microsoft Berlin</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-5"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Microsoft Explained: Bots, Business, Bildung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sam van Wijk]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Mar 2017 14:41:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Microsoft]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Transformation]]></category>
		<category><![CDATA[Empowerment]]></category>
		<category><![CDATA[Holoportation]]></category>
		<category><![CDATA[Microsoft Explained]]></category>
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					<description><![CDATA[Uns erwartet eine spannende Zeit, lautete der Tenor der dritten Microsoft Explained Konferenz am 23.03.2017 in Berlin. In interessanten Vorträgen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/microsofteypl.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-151818" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/microsofteypl.jpg" alt="Titelbild: Microsoft Explained von Lina Carnap / politik-digital.de, licensed CC BY SA 3.0" width="3264" height="1664" /></a>Uns erwartet eine spannende Zeit, lautete der Tenor der dritten Microsoft Explained Konferenz am 23.03.2017 in Berlin. In interessanten Vorträgen erläuterten internationale Experten aktuelle Trends aus den Bereichen Digital Leadership, Cybersecurity, Future of Digital Marketing und Digital Transformation.</p>
<p>Kürzlich ist der Network Readyness Index 2016 erschienen, der die Wettbewerbsfähigkeit durch Informations- und Kommunikationstechnik der Staaten bewertet. Mit einem ernüchternden Ergebnis, denn Deutschland als Heimatland der IngenieurInnen liegt nur auf Platz 15. Besonders im Bereich des Business- und Innovationsklimas fällt die Bundesrepublik deutlich ab. Nur durchschnittlich 10.000 € investieren hiesige mittelständische Unternehmen in die digitale Transformation und die Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse.</p>
<p>Weitere Herausforderungen stellen der Datenschutz und die Gefahr von Datenmissbrauch dar. Auch die Umstrukturierung und das Wegfallen von Arbeitsplätzen durch künstliche Intelligenz (KI, bzw. AI, Artificial Intelligence) müssen gemeistert werden.</p>
<p>Dennoch ist sich Peter Jaeger, Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft, sicher, dass die „dunkle Seite“ der Digitalisierung durch das kluge Gestalten von Rahmenbedingungen in Schach gehalten werden kann. Dabei stellte er einen Kanon von sechs ethischen Grundsätzen vor</p>
<ol>
<li>AI muss zur Unterstützung der Menschheit designt werden.</li>
<li>AI muss transparent sein.</li>
<li>AI muss Effizienz maximieren ohne Würde des Menschen zu verletzen.</li>
<li>AI muss zum intelligentem Datenschutz konzipiert werden.</li>
<li>AI muss algorithmisch Verantwortbarkeit besitzen, so dass unbeabsichtigter Schaden korrigiert wird.</li>
<li>AI muss Unvoreingenommenheit und repräsentative Forschung sicherstellen, so dass falsche Heuristiken nicht zu Diskriminierung genutzt werden kann.</li>
</ol>
<p>Im zweiten Teil der Veranstaltung griff der Mathematik-Professor Sebastian Stiller von der TU Braunschweig noch einmal das Thema „Künstliche Intelligenz“ auf. In einem pointierten Vortrag führte er aus, wie Algorithmen funktionieren. Man merkte, dass selbst dieses eher technikaffine Publikum nicht einfach erklären konnte, wie das alles funktioniert. Und genau diese Wissenslücke muss nach Stiller geschlossen werden, um eine konstruktive Diskussion führen zu können. Denn nur, wenn wir Wissen darüber haben, nach welchen Prozessen und Kriterien die Algorithmen funktionieren, können wir sie auch hinterfragen.</p>
<p>In einem waren sich alle Speaker jedoch einig: Die Digitalisierung ist nicht die erste Innovation, die kritisch beäugt und milde belächelt wird. Doch die Veranstaltung zeigte einen Ausblick darauf, wie eine vernetzte und digitale Zukunft aussehen könnte. Das Ziel ist, ein perfektes Team aus Mensch und Maschine zu schaffen, in dem eine vom Mensch angeleitete Zusammenarbeit effektiv von der Maschine unterstützt wird. Dabei geht es vor allem um das „Empowerment“, also die Selbstbefähigung der einzelnen Menschen und Unternehmen. Das Motto lautet: „empowering every person of every organization to achieve more”.</p>
<p>Auch aus ökonomischer Sicht ist eine Zusammenarbeit wichtig, um das Ziel der digitalen Transformation zu erreichen. Ein Beispiel ist die Kooperation zwischen Startups und Unternehmen. Da es vielen Unternehmen an Flexibilität und Innovation fehlt, können sie von der Schnelligkeit und Kreativität von Startups profitieren. Andererseits können Startups vom festen KundInnenstamm und von der Erfahrung der Unternehmen profitieren und sich dadurch etablieren. So bieten zum Beispiel die Deutsche Bank Labs umfassende Kooperationen an. Dafür müssen laut Kai Jäger, Technology Lead der Deutschen Bank Labs, verschiedene Voraussetzungen vorhanden sein. So ist eine zentrale Anlaufstelle, aber auch eine klare Verantwortlichkeit und ein Zusammenarbeitsmodell unabdingbar.</p>
<p>Trotzdem müsse sich auch das Unternehmen wandeln, so Markus Köhler, ebenfalls Mitglied der Geschäftsleitung bei Microsoft Deutschland. Auch bei Microsoft gäbe es immer mehr Forderungen von MitarbeiterInnen nach mehr Autonomie und weniger Hierarchie am Arbeitsplatz. Die Rede ist von einem kulturellen Wandel, hin zur Vertrauens- und auch Fehlerkultur. Die heutigen und zukünftigen Leader müssen sich vor allem als Coaches verstehen. Diese neue Ausrichtung wird unter dem Schlagwort „growth mindset“ gehandelt. Die Digitalisierung kann diesen Wandel unterstützen.</p>
<p>Es wurden aber nicht nur Tipps für Unternehmen gegeben, sondern auch neuste Trends und Visionen vorgestellt. Live und in Echtzeit wurde vor unseren Augen ein Bot gebaut. Mit Microsoft Azure kann jedes Unternehmen kinderleicht ein Bot selber bauen. Die großen Programmierungen übernimmt der Computer selbst. Und am Ende ist ein „intelligenter“ Textbot entstanden, der Fragen von KundInnen direkt und ohne die Hilfe von MitarbeiterInnen beantworten kann.</p>
<p>Auch die Optimierung von intelligenten AssistentInnen und Unternehmens-Software schreitet stetig voran: Die Methoden, wie ein Smartphone Termine erkennt und uns rechtzeitig daran erinnert oder wie Systeme in Geschäften vorausschauend Nachschub bestellen, werden immer ausgefeilter.</p>
<p>Die visionärste Vorstellung ist jedoch die <a href="https://www.microsoft.com/en-us/research/project/holoportation-3/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Holoportation</a>. Microsoft arbeitet zurzeit an der Verbesserung dieser Art des Apparierens von Muggeln, um es magisch auszudrücken. Mit Hilfe der HoloLenses soll ein virtuelles menschliches Beamen über eine Echtzeit-3D-Übertragung möglich werden. So ließe sich <a href="https://www.conrad.de/de/ratgeber/news-stories/technik-trends-news/virtual-reality/holoportation-mit-microsoft-hololens-willkommen-in-der-zukunft.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bildung</a> auf neue Weise vermitteln. Beispielweise können StudentInnen so viel einfacher und realgetreuer die Anatomie des Menschen begreifen und lernen. Selbst Operationen können so geübt werden.</p>
<p>Eine kritische Nachfrage kam aus dem Publikum: „Wie kann Microsoft sein Versprechen halten, jeden Menschen empowern zu wollen?“ Kurzzeitig wirkten die Redner etwas ratlos. Und beteuerten dann, dass sie dieses Problem sehr ernst nähmen und durch Investitionen in die Bildung lösen wollten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: Microsoft Explained von Lina Carnap / politik-digital.de, licensed CC BY SA 3.0</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>München: von LiMux zu Microsoft</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/muenchen-von-limux-zu-microsoft-151665/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sam van Wijk]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Mar 2017 15:42:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Microsoft]]></category>
		<category><![CDATA[Linux]]></category>
		<category><![CDATA[Schwäbisch Hall]]></category>
		<category><![CDATA[LiMux]]></category>
		<category><![CDATA[LiMux-Aus]]></category>
		<category><![CDATA[SPD/CSU]]></category>
		<category><![CDATA[Umstieg]]></category>
		<category><![CDATA[Verwaltung München]]></category>
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					<description><![CDATA[Nachdem CSU und SPD dem Münchner Stadtrat ihre Pläne zur Abkehr von der eigens individualisierten LiMux-Software vorgelegt haben, steht eines [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/penguin-keiner.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-151669" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/penguin-keiner.png" alt="Titelbild: penguin by OpenClipart-Vectors via pixabay, CC0 Public Domain" width="626" height="305" /></a>Nachdem CSU und SPD dem Münchner Stadtrat ihre Pläne zur Abkehr von der eigens individualisierten LiMux-Software vorgelegt haben, steht eines der Vorzeigeprojekte für die Benutzung von freier Software in Verwaltungen vor dem Aus. Kritiker bezweifeln, ob das tatsächlich an LiMux liegt.</p>
<p>Das Projekt LiMux startete vielversprechend und mit pfiffigem Namen. Als individualisierte Anpassung des Betriebssystems Linux, ging LiMux nach Millioneninvestitionen 2013 für die Münchner Verwaltung in den Betrieb. Vier Jahre später hat sich die rot-schwarze Regierungskoalition der bayrischen Landeshauptstadt für ein Aus der freien Software in ihrer Verwaltung ausgesprochen. Im Februar legten SPD und CDU dem Stadtrat den Antrag vor, der Open-Source-Alternative den Rücken zu kehren und wieder auf Microsoft zu setzen.</p>
<h3>Rückkehr zu Microsoft</h3>
<p>Nach einer dreijährigen Benutzungsphase steht das Projekt, welches als eines der Vorzeigeprojekte der freien Software in Verwaltungen galt, vor dem Ende. Bis 2020 soll eine komplette Rückkehr zum Großkonzern Microsoft folgen. Knapp 20.000 Rechner der Verwaltung würden bis dahin wieder mit Windows zu bedienen sein. Man wolle „marktübliche Standardprodukte“ einführen, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und sprach von einer Kehrtwende. Begründet wird der Ausstieg mit einem zu hohen Kostenaufwand und der steigenden Unzufriedenheit der Mitarbeiter mit dem Office-Programm von Linux. Auch werden die mangelnde Einheitlichkeit und der erhöhte Aufwand bemängelt, sodass es zu Verzögerungen und Komplikationen kam. Ein Dokumentenaustausch mit dem Bund und anderen Verwaltungen wurde zuletzt durch verschiedene Dokumentenformate erschwert.</p>
<p>Was nach einer Provinzposse und einem Fachthema für Informatiker-Kongresse klingt, ist tatsächlich ein Millionenthema. Es geht um das Geld der Steuerzahler in München. Obwohl die Stadt durch Einsparungen bei den Microsoft Lizenzen in Millionenhöhe sparte, war LiMux nicht nur ein Prestigeobjekt, sondern auch <a href="http://www.sueddeutsche.de/news/politik/kommunen-muenchen-schickt-linux-pinguin-in-die-wueste-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-170215-99-294326" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ein kostspieliges Unterfangen</a>. Dem Beschluss im Jahr 2003, auf eine freie Software umzusteigen, war eine zehnjährige Entwicklungs- und Individualisierungsphase mit dem anschließenden Entstehen von LiMux gefolgt. Der damalige Umstieg von Microsoft auf Linux und die Entwicklung von LiMux kosteten finanzielle und personelle Ressourcen, rund 70 Programmierer und Softwareentwickler wurden extra dafür eingestellt. Diese kreierten sogenannte Workarounds, also Behelfslösungen, und bauten Brücken zwischen Linux und Windows, um eine optimale Nutzung der Open-Source-Software zu gewährleisten.</p>
<h3>LiMux nicht alleiniger Faktor</h3>
<p>Mittlerweile häufen sich die kritischen Stimmen aus der Politik und der IT-Szene zum nahenden LiMux-Ende. Die Opposition in München spricht von einem Schildbürgerstreich und beruft sich auf einen Prüfbericht, welcher eine komplette Umstellung für zu teuer und unnötig erachtet. Auch IT-Experten zweifeln, ob die Komplikationen durch die Einführung von LiMux ausgelöst wurden. &#8220;Zwingende technische Gründe für einen Wechsel zu Windows und Microsoft Office sehen wir nicht“, sagte Karl-Heinz Schneider, der Chef des kommunalen Dienstleisters IT@M der Nachrichtenseite Heise online.</p>
<p>Andere Kritiker sehen die Probleme ebenfalls nicht bei LiMux, sondern in einer selbstverschuldeten Zersplitterung in der Münchner IT-Landschaft. Mit der Einführung von LiMux fand eine digitale Umstrukturierung der Verwaltung statt, die <a href="https://detektor.fm/digital/limux-muenchen-ohne-freie-software-linux" target="_blank" rel="noopener noreferrer">laut Experten nicht ideal umgesetzt wurde</a>. So sollen die Benutzersoftware und die dazugehörigen Programme nicht zeitnah und koordiniert installiert worden sein. Die installierten Programme seien zudem häufig veraltet gewesen. Experten kritisieren auch, dass themenspezifische Schulungen nicht ausreichend angeboten wurden. Kritiker der Rückmigration zu Microsoft stellen sich deshalb öffentlich die Frage, ob auch andere Faktoren für das Scheitern des LiMux-Projektes verantwortlich sein könnten. So berichtete „Heise online“ jüngst über die jahrelange Lobby-Arbeit des US-Konzerns Microsoft, der schon unter Münchens ehemaligen Oberbürgermeister Christian Ude versuchte, die Stadt von einer Rückkehr zu Windows zu überzeugen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Mehrere kommunale Verwaltungen und Einrichtungen arbeiten derzeit noch mit Linux und sind damit zufrieden. Als eine der ersten Kommunen setzte Schwäbisch Hall konsequent auf Linux und dessen freies Betriebssystem. Bis heute arbeitet die Verwaltung zufrieden mit der Open-Source-Software. Horst Bräuner, IT-Abteilungsleiter der Verwaltung Schwäbisch Hall erläutert, welche Vor- und Nachteile es bei der Arbeit mit Linux gibt.</p>
<p><strong>1. Seit wann nutzen Sie Linux für die Verwaltung und wie kam es dazu?</strong></p>
<p>2001 wurde der Support für die bis dahin eingesetzten, proprietären, also herstellerspezifischen und geschlossenen Standard-Progamme („Windows Betriebssystem und „Office“-Paket) vom Hersteller abgekündigt. Ein Wechsel auf die nachfolgenden Versionen dieser Software hätte weitreichende Konsequenzen gehabt. Die damals verwendete Hardware hätte getauscht werden müssen und bei der Stadt wären erheblichen Lizenzkosten für das Upgrade angefallen. Zusätzlich brachen zu diesem Zeitpunkt die Einnahmen aus der Gewerbesteuer ein. Deshalb lag es für die Verantwortlichen nahe, Alternativen auszuloten. Die positiven Erfahrungen mit OpenSource-Software in der Vergangenheit ermutigte die Verwaltung, diese Technik auch bei der Ausstattung der zukünftigen Arbeitsplätze einzusetzen.</p>
<p><strong>2. München hat nun entschieden, Ihrem LiMux Projekt den Rücken zu zukehren. Können Sie diese Entscheidung nachvollziehen?</strong></p>
<p>Für uns, als Außenstehende, stellt sich die Entscheidung auf den ersten Blick als politisches Statement dar. Ob und wie das konkret umgesetzt wird, können wir nicht beurteilen.</p>
<p><strong>3.</strong> <strong>Welche Vorteil sehen Sie bei der Nutzung von Open-Source-Programmen?</strong></p>
<p>Einer der größten Vorteile ist, dass wir jederzeit nachvollziehen können welches Programm was mit welchen Daten macht. Offene Desktops sind flexibel einsetzbar und lassen sich an eigene Bedürfnisse anpassen. Wir denken, dass offene Formate und Standards die einzige Chance sind, wie Informationen für die Zukunft erhalten werden.</p>
<p><strong>4. Bemerken Sie auch Nachteile?                                                                                       </strong></p>
<p>Als Nachteil haben wir bisher eher „psychologische“ erkannt. Wir, d.h. die Beschäftigten der Stadtverwaltung, werden von Externen als „Außenseiter“ und „Exoten“ gesehen. Das stößt manchen Personen auf.</p>
<p><strong>5. Welches Einsparpotential ergibt sich bei den Lizenzen, wo fallen welche zusätzlichen Kosten an?</strong></p>
<p>Letztendlich fallen keine Lizenzgebühren für Betriebssystem und Office-Paket an. Wegen der Vielzahl unterschiedlicher Lizenzmodelle des Herstellers ist es schwierig konkrete Zahlen zu nennen. Es gibt unseres Wissens keine Übersicht des Herstellers, die konkrete Aussagen dazu unterstützt. Lizenzgebühren, die auf den Einsatz von offener Software zurückzuführen sind, gibt es nicht.</p>
<p><strong>6. Gibt es Anwendungen, die nur microsoftbasiert funktionieren und wie lösen Sie das?</strong></p>
<p>Ja, einige Fachanwendungen sind so „unglücklich“ programmiert, dass sie nur auf proprietärer Software laufen. Wir lassen einen großen Teil der Fachsoftware in kommunalen Rechenzentren betreiben. Diese stellen uns die Software dann (remote) so zur Verfügung, dass wir sie von unseren offenen Desktops nutzen können.</p>
<p><strong>7. LiMux wurde dafür entwickelt, der Verwaltung München eine optimale Software-Nutzung zu ermöglichen. Arbeitet Schwäbisch Hall auch mit einer solchen „Individualisierung“ von Linux?<br />
</strong><br />
Eher nicht; wir setzten und setzen nur minimal modifizierte Distributionen ein. Wir modifizieren die Desktops nur deshalb ein wenig, damit unsere Anwenderinnen und Anwender eine einigermaßen gewohnte Umgebung mir ihren jeweiligen Fachanwendungen und Ablagen vorfinden.</p>
<p><strong>8. Wie aufwändig war der Umstieg auf Linux und wie aufwändig wäre jetzt ein Umstieg auf Microsoft?<br />
</strong></p>
<p>Der Umstieg müsste „by the way“, also im Rahmen des laufenden Betriebes erfolgen. Es durfte weder zusätzliches Budget noch Personal eingesetzt werden. Ich gehe davon aus, dass für den Rückschritt zu proprietärer Software Ähnliches gilt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Im Gegensatz zu Schwäbisch Hall scheint das Linux Projekt in München schon vor dem offiziellen Vorschlag des Ausstiegs gescheitert. Ob und inwiefern LiMux alleiniger Grund dafür ist, bleibt fraglich. Bis 2020 wird der Umstieg auf Microsoft vollzogen sein, wie genau er aussehen wird, werden CSU und SPD zeitnah dem Stadtrat vorlegen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/de/pinguin-linux-schlafen-tier-159784/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">penguin by OpenClipart-Vectors</a> via pixabay, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Apple und Microsoft: Die Speerspitzen des Datenschutzes?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 May 2016 13:33:38 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Tech Unternehmen]]></category>
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					<description><![CDATA[Tech-Unternehmen wehren sich gegen die Ermittlungspraxis von FBI und Co. Diese ziehen hierfür nämlich uralte Gesetze aus dem Hut, die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/vorhängeschlösser-abgeschlossen-337569-by-meinerestrrampe-via-Pixabay-licensed-CC0-e1462781178279.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-149220" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/vorhängeschlösser-abgeschlossen-337569-by-meinerestrrampe-via-Pixabay-licensed-CC0-e1462781178279-630x276.jpg" alt="vorhängeschlösser abgeschlossen 337569 by meinerestrrampe via Pixabay licensed CC0" width="630" height="276" /></a>Tech-Unternehmen wehren sich gegen die Ermittlungspraxis von FBI und Co. Diese ziehen hierfür nämlich uralte Gesetze aus dem Hut, die der digitalen Neuzeit nicht gewachsen sind. Dabei begleitet uns offenbar eine traurige Erkenntnis: Nicht der Staat ist Vorreiter im Datenschutz, sondern Apple und Microsoft.</p>
<p>Apple und Microsoft kämpfen für den Datenschutz und gegen den US-amerikanischen Staat. Sie wehren sich gegen die zunehmende Vereinnahmung durch die Ermittlungsbehörden, die sich teilweise uralter Gesetze bedienen, um die Konzerne zur Aufhebung der Verschlüsselung oder Geheimhaltung zu zwingen. Doch auch wenn es den Unternehmen vorgeworfen wird: das ist keine reine PR-Maßnahme. Längst hat das Silicon Valley erkannt, dass Datenschutz ein wichtiger Grundpfeiler digitaler Geschäftsmodelle ist, während das FBI immer öfter den einfachsten Weg zu möglichst effizienten Ermittlungswerkzeugen sucht.</p>
<h3>Eine Hintertür zu sämtlichen iPhones</h3>
<p>Einen vorläufigen Höhepunkt erreichte das Kräftemessen des Silicon Valley mit dem amerikanischen Staat im Februar. Um das Attentat in San Bernadino, bei dem 14 Menschen starben und 22 verletzt wurden, vollständig aufzuklären, wollte das FBI Zugriff auf das iPhone des Attentäters Syed Rizwan Farook. Das Knacken des Geräte-Passworts wäre mit einem leistungsstarken Rechner zwar kein Problem, doch das Smartphone des Attentäters lief mit dem Betriebssystem iOS 9. Dieses bietet eine Einstellung, die den Zugriff auf die Daten des Geräts nach zehn gescheiterten Versuchten unwiderruflich unterbindet. Deshalb wollte das FBI, dass Apple diese Funktion mittels einer Software ausschaltet, sodass die Ermittler das Passwort so oft wie nötig gefahrlos raten können.</p>
<p>Doch Apple wehrte sich gegen diese Maßnahme, weil ein solches Programm nichts anderes als eine universelle Hintertür zu allen Kundengeräten wäre. Das FBI widerspricht dieser Darstellung natürlich vehement und argumentiert, dass man die Software zum Umgehen der automatischen Löschfunktion nur für diesen einen Fall brauche. Doch der Tech-Riese fürchtet vor allem einen „gefährlichen Präzedenzfall“, da sich die zu entwickelnde Technologie eben nicht auf ein einzelnes Gerät beschränken ließe. Eine solche Software sei das elektronische Äquivalent zu einem Generalschlüssel.</p>
<h3>FBI könnte die Sperre selbst knacken</h3>
<p>Hinter diesem öffentlich ausgetragenen Streit verbirgt sich jedoch viel mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Das FBI behauptet, dass nur Apple die technischen Voraussetzungen hätte, um Zugriff auf die Daten des iPhone zu bekommen. „Bullshit“, <a href="https://twitter.com/Snowden/status/707299113449230336">konterte der NSA-Whistleblower Edward Snowden</a>. Denn Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass die Behörde die Passwort-Sperre problemlos selbst knacken könnte – <a href="https://www.aclu.org/blog/free-future/one-fbis-major-claims-iphone-case-fraudulent">und das mit recht einfachen Mitteln</a>. Den Software-Riesen zur Programmierung einer entsprechenden Software zu zwingen, ist jedoch die deutlich einfachere Option – und sie würde der Behörde endlich den Weg für weitere ähnliche Situationen freimachen. Der Guardian berichtete, dass sich das FBI offenbar <a href="https://www.theguardian.com/technology/2016/feb/17/inside-the-fbis-encryption-battle-with-apple">monatelang auf einen solchen Fall vorbereitet habe</a>. Es geht den Ermittlern offenbar nicht nur um diesen schlimmen Einzelfall; sie wollen universellen Zugriff auf die Geräte von Apple. In einer anderen Ermittlung verlangte die Behörde ebenfalls die Programmierung einer Software zur Umgehung der Verschlüsselung – mithilfe derselben gesetzlichen Regelung wie im San Bernadino-Fall. Das Ziel war jedoch deutlich harmloser als der Attentäter: es ging um einen Drogendealer.</p>
<p>Dass das FBI zwischenzeitlich einen anderen Weg fand, um an die Daten des iPhones des Attentäters Farook zu kommen, ist letztlich keine Überraschung. <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/apple-versus-fbi-iphone-hack-kostete-mehr-als-1-3-millionen-dollar-a-1088616.html">Angeblich sehr kostspielig</a>, mithilfe <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/cellebrite-diese-firma-soll-apples-iphone-fuer-das-fbi-knacken-1.2920172">einer israelischen Firma</a>, die zum sogenannten militärisch-digitalen Komplex gehört. Dieser Fall zeigt vor allem, dass die US-Ermittlungsbehörde nur zu gerne einen einfachen und universellen Zugang zu Smartphones von Tätern und Tatverdächtigen hätte.</p>
<h3>Ermittler zwingen Microsoft zur Geheimhaltung</h3>
<p>Die Tech-Unternehmen haben spätestens seit den NSA-Enthüllungen von Edward Snowden verstanden, dass Datenschutz ein wichtiges Verkaufsargument und sogar ein eigenes Geschäftsmodell ist. So wehrte sich zuletzt auch Microsoft gegen den US-Staat und klagte gegen das Justizministerium der Vereinigten Staaten. Im Fokus der Debatte: die Cloud-Dienste des Unternehmens. Laut Angaben des Konzerns musste Microsoft in den vergangenen eineinhalb Jahren in über 5.000 Fällen die Daten der eigenen Nutzer auf gerichtliche Anordnung – entsprechend des Wunsches von Ermittlern – herausgeben.</p>
<p>Doch nicht die schiere Zahl der Erlasse ist das Problem, sondern dass Microsoft die Nutzer seiner Cloud-Dienste in knapp der Hälfte der Fälle nicht über die Durchsuchung informieren durfte. Der Grund: eine Geheimhaltungsanordnung. Wiederum in zwei Drittel dieser Fälle gilt diese Geheimhaltung sogar auf unbegrenzte Zeit. Die Begründung der Ermittler: die Kenntnisnahme der Tatverdächtigen würden die Untersuchungen behindern – eine Annahme, die lediglich auf dem Urteil der Behörden beruht, die laut Klageschrift viel zu oft jene „reason to believe“ anwenden. Diese Praxis, <a href="http://online.wsj.com/public/resources/documents/microsoftcomplaint.pdf">so Microsoft</a>, verstoße gegen die Verfassung und dürfe keinesfalls zur Routine werden. Transparenz und Datenschutz sind auch in diesem Fall zwei gewichtige Verkaufsargumente. Der Branche ist mittlerweile bewusst, dass die Käufer – beziehungsweise Nutzer – schnell das Weite suchen, wenn sie dem Produkt nicht vertrauen. Auf der anderen Seite sind es die Unternehmen Leid, dass sie von den Ermittlungsbehörden als Mittel zum Zweck gesehen werden.</p>
<h3>Hervorragende PR für Apple und Microsoft</h3>
<p>Man möchte den Konzernen an dieser Stelle nicht nur rein opportunistisches Gewinnstreben vorwerfen, schließlich sind die Klagen bürgerrechtlich gut begründet. Doch eine gewisse Marketing-Absicht, die Apple und Microsoft hier bewusst hervorrufen, lässt sich nicht abstreiten. Solche öffentlichkeitswirksamen Fälle, in denen die Unternehmen zum Beispiel ausführliche „Briefe an die Kunden“ veröffentlichen, sind gute PR-Maßnahmen. Genau das werfen die Ermittler beispielsweise Apple vor, da sich der Konzern laut FBI jahrelang an das Gesetz gehalten hätte, um sich nun dagegen zu wehren. <a href="http://www.apple.com/customer-letter/">Das gibt der Konzern auch offen zu</a> – mit einem kleinen „aber“. Denn nicht der sogenannte „All Writs Act“, auf den sich die Ermittler berufen, sei das Problem, sondern die großzügige Auslegung seitens des FBI und der Gerichte. „Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir alles getan, was in unserer Macht stand und dem Recht entsprach, um ihnen [dem FBI] zu helfen.“ Doch die neuerliche Forderung einer Backdoor ging dem Unternehmen zu weit.</p>
<h3>Ein Gesetz aus dem Jahre 1789</h3>
<p>Denn würde Apple dieser Forderung nachkommen, so hätte dies in der Zukunft möglicherweise massive Auswirkungen. Der „All Writs Act“, mit dem das FBI versucht, den Konzern zur Programmierung einer Software zur Umgehung des Auto-Lösch-Funktion zu zwingen, stammt aus dem Jahre 1789. Er erlaubt es Bundesrichtern, gerichtliche Anordnungen gegen Personen oder Unternehmen zu erlassen. Die Implikationen, die sich im konkreten Fall ergeben, seien „abschreckend“ – so formuliert es Apple-CEO Tim Cook. Wenn das FBI Unternehmen mithilfe einer gerichtlichen Verfügung zwingen könnte, eine solche Software zu programmieren, warum sollten Tech-Konzerne dann nicht mithilfe des „All Writs Act“ auch dazu aufgefordert werden, Überwachungsprogramme für die Behörden zu programmieren?</p>
<p>Es zeigt sich auch in diesem Fall mal wieder, dass die Gesetze nicht mit der Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung mithalten können. Das Recht hängt auf der rechten Spur bergauf hinter einem LKW fest, während die Technologie auf der linken Spur mit 300 Sachen überholt.</p>
<p>Ähnlich verhält es sich auch im Streit Microsofts mit dem Staat. Das Gesetz, mit dem der Software-Riese zur Herausgabe der Kundendaten gezwungen wird, ist der „Electronic Communications Private Act“ (ECPA) aus dem Jahre 1986 – lange bevor man wusste, dass die digitale Revolution das Leben der Menschheit umkrempeln würde. Das Gesetz wird folgendermaßen interpretiert: die Cloud ist eine Art Lagerhalle, für die ein Durchsuchungsbefehl vorliegt. Der gilt aber nur für den Lageristen, jedoch nicht für den Besitzer der Daten. Dieser muss aus diesem Grund nicht informiert werden, obwohl diese Auslegung nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat. Schließlich ist eine Cloud heutzutage vielmehr ein persönlicher Aktenschrank. Doch dann müsste der Besitzer laut Verfassung über die Durchsuchung informiert werden.</p>
<p>Selbst das Weiße Haus hat bereits vor einiger Zeit Zweifel am ECPA geäußert und empfahl dem Kongress, das Gesetz an die digitale Neuzeit anzupassen. Doch die Mühlen des Legislative mahlen langsam, die Lager sind zerstritten. Bisher wurde noch kein akzeptabler Vorschlag eingereicht.</p>
<p>Und nicht nur das nationale Recht stößt dabei an seine Grenzen. Bereits 2013 befand sich Microsoft mit den US-Behörden im Clinch. Damals wollte die Regierung die Daten eines Nutzers, die von Microsoft in Irland gespeichert werden. Der Konzern lehnte das Gesuch ab – mit der Begründung, dass die Daten nicht im Rechtsgebiet der USA lägen. Der Staat konterte: Microsoft sei ein amerikanisches Unternehmen und fiele somit auch unter das entsprechende Recht. Man sieht: nicht nur die Geschwindigkeit des technologischen Fortschritts wird zunehmend zu einem juristischen Problem, sondern auch die Globalisierung.</p>
<h3>Tech-Unternehmen: Die Speerspitzen des Datenschutzes</h3>
<p>Erneut stehen wir vor der Erkenntnis, dass die Gesetzeslage dem technologischen Fortschritt weiterhin hinterherläuft. Gleichzeitig nehmen die Unternehmen diese Klagen natürlich zum Anlass, wichtige PR-Botschaften unter die Leute zu bringen: „Wir kämpfen für den Datenschutz!“ Verlieren die Kunden das Vertrauen in die Produkte, mündet das in realen Verlusten für Apple und Co. Währenddessen versuchen die Ermittlungsbehörden, möglichst umfassenden Zugang zu elektronischen Geräten und Daten zu bekommen – eine erschreckende Vorstellung. So wurden Apple und Microsoft zu Speerspitzen der digitalen Bürgerrechte – wenn auch nicht aus reinem Idealismus. Doch dass ausgerechnet Tech-Unternehmen den Datenschutz verteidigen, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Oder <a href="https://twitter.com/Snowden/status/699984388067557376">wie Edward Snowden es ausdrückte</a>: „Das FBI erschafft eine Welt, in der die Bürger auf Apple angewiesen sind, um ihre Rechte zu verteidigen – anstatt umgekehrt.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bild: <a href="https://pixabay.com/de/users/meineresterampe-26089/">Meineresterampe </a>via <a href="https://pixabay.com/">Pixabay </a>licensed under <a href="http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/">CCO</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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		<title>Ehrenamt 4.0: Das Internet ist kein Allheilmittel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2015 16:52:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Jeder dritte Deutsche engagiert sich ehrenamtlich. Doch die Aktiven werden immer älter, denn junge Menschen wollen sich immer seltener langfristig [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/1702_Ehrenamt3.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-144771" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/1702_Ehrenamt3.jpg" alt="1702_Ehrenamt3" width="640" height="280" /></a>Jeder dritte Deutsche engagiert sich ehrenamtlich. Doch die Aktiven werden immer älter, denn junge Menschen wollen sich immer seltener langfristig an so ein Amt binden. Wie lässt sich die Digitalisierung im Bereich Ehrenamt nutzen? Eine Tagung in Berlin stellte  Beispiele für die gelungene Verbindung zwischen digitalen Neuerungen und ehrenamtlicher Tätigkeit vor.</p>
<p>Unter den 60- bis 70-jährigen Deutschen sind fast 40 Prozent ehrenamtlich aktiv. Doch es folgen ihnen immer weniger Junge nach. Zwar sind in allen Altersschichten Menschen engagiert, doch hat sich ihr Verhalten verändert. Waren die Menschen früher ihr Leben lang für dieselbe Einrichtung oder denselben Verein tätig, sind junge Menschen heute flexibler und bleiben nur vergleichsweise kurz einer Initiative oder einem Projekt treu. Staatssekretär Ralf Kleindiek vom Bundessozialministerium (BMFSFJ) forderte beim „Technologie- und Trendtag für Non-Profit-Organisationen (NPOs)“, zu dem Microsoft Deutschland gemeinsam mit Stifter helfen e.V. am vergangenen Freitag in Berlin eingeladen hatte, dass sich auch das Ehrenamt an diesen Lebenswandel anpassen müsse. Sein Ministerium wolle dafür entsprechend gute und nachhaltige Rahmenbedingungen schaffen.</p>
<h3>Chancen für das neu eingeführte „FSJ Digital“</h3>
<p>Bereits jetzt sei das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend von Ministerin Manuela Schwesig (SPD) als „Engagement-Ministerium“ verantwortlich für jährlich circa eine Million FSJlerInnen und FSJler. Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) solle ausgebaut werden, und erfahrene „Digital Natives“ sollen ältere Menschen im Umgang mit dem Internet und neuer Technik unterstützen. Mit dem im vergangen Jahr im Rahmen der Digitalen Agenda eingeführten <a href="http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2014/09/2014-09-18-fsj-digital.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„FSJ Digital“</a> wolle man den generationenübergreifenden Dialog befördern und insbesondere älteren Menschen den Zugang zur digitalen Welt erleichtern. Weiterhin hat das Ministerium es sich zur Aufgabe gemacht, Strukturen und Netzwerke aufzubauen, um sozialen Projekten eine helfende Infrastruktur zu bieten. Man habe die Erfahrung gemacht, so Kleindiek, dass bei zeitlich begrenzter, modellhafter Unterstützung einzelner Projekte nach Ablauf der Förderzeit häufig sogenannte Projektruinen stehen geblieben seien. Dies wolle man künftig verhindern, weshalb nur noch Projekte mit einer Laufzeit von fünf Jahren gefördert würden.</p>
<p>NPOs sehen sich im täglichen Betrieb mit den gleichen Problemen und Anforderungen wie profitorientiere Unternehmen konfrontiert, seien es Buchhaltung, Koordinierung oder Bewerbung der eigenen Aktionen. Für das nötige Software-Know-How gibt es bereits Vermittler wie die Stiftung <a href="http://stifter-helfen.de/ueber_uns/ueber_stifter_helfen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stifter-Helfen.de</a>. Die nicht-kommerzielle Vereinigung vermittelt den Kontakt zu großen IT-Unternehmen, die Softwarespenden für NPOs zur Verfügung stellen. Unter den IT-Spendern befinden sich Branchengrößen wie Adobe, Cisco, Microsoft und SAP. Microsoft Deutschland spendete beispielsweise im Jahr 2014 Technologie im Wert von rund 53 Millionen Euro an knapp 8.000 gemeinnützige Organisationen, wie das Unternehmen am Freitag verkündete.</p>
<h3>Auch das Internet ist nicht der Heilige Gral</h3>
<p>Dank des digitalen Fortschritts, beispielsweise durch die Cloudtechnologie, werden die gemeinsame Arbeit an einem Dokument und die Führung eines gemeinsamen Adressbuches möglich. Darin sieht auch <a href="http://politik-digital.de/raul-krauthausen-von-beruf-sozialheld" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Raul Krauthausen</a> einen großen Vorteil der Digitalisierung. Der Mitbegründer des Vereins <a href="http://www.sozialhelden.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sozialhelden</a> führte in der Diskussion auf dem Technologie- und Trendtag für Non-Profit-Organisationen aus, dass die Cloudtechnologie ein grundlegender Bestandteil bei der Gründung seiner Initiative war. Der Einsatz habe die Aufgabenverteilung und -koordination bedeutend erleichtert. Auch den Bereich Social Media könnten soziale Organisationen selbstständig abdecken. Ähnlich der „<a href="http://politik-digital.de/bring-your-own-device-bildungsgerechtigkeit-2-0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bring Your Own Device- Bewegung</a><span style="text-decoration: underline;">“</span> setze man dort auf „Bring Your Own Talents“. So hätten die Sozialhelden ihre Social Media-Strategien beispielsweise selbst erarbeitet. Grundsätzlich gelte aber: Technologie alleine reiche nicht aus. Auch das Internet sei nicht der Heilige Gral, betont Krauthausen, es bedürfe immer noch der richtigen Nutzung.</p>
<p>Zwar gibt es viele Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, und auf der anderen Seite Organisationen, die HelferInnen suchen – zur Kontaktvermittlung über das Internet kommt es dabei vergleichsweise selten. Entscheidend sind letztlich die „Soft Facts“, die beim Ehrenamt und in der Arbeit mit Menschen besonders wichtig sind. Eine allgemeine Lösung kann es deshalb für die Mitgliederwerbung nicht geben.</p>
<p>Neben dem Einsatz moderner Technologien für die erfolgreiche Arbeitsverteilung und -koordination sowie den Möglichkeiten zur Mitgliederwerbung und Vermittlung durch das Internet ist die Digitalisierung aber auch im analogen Alltag des Ehrenamtes angekommen. Nicht nur Software und technisches Know-How können bereitgestellt werden, sondern auch Hardware. Microsoft beispielsweise entwickelt zurzeit ein „Ehrenamts-Tablet“, das wasser- und bruchfest ist und eine kratzfeste Oberfläche hat. Es ist auf den Außeneinsatz angelegt, zum Beispiel bei der Freiwilligen Feuerwehr oder dem Roten Kreuz, mit zehn vorinstallierten fachspezifischen Anwendungen.</p>
<p>Es ist wünschenswert, dass das geplante FSJ Digital ebenso gut angenommen wird wie neue Hard- und Software für den Einsatz im sozialen Engagement. Denn die Digitalisierung mag zwar kein Allheilmittel sein, bietet aber vielseitige Entwicklungschancen für das Ehrenamt 4.0.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/haagsuitburo/5602264481" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Maurice</a></p>
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<div id="yui_3_16_0_1_1423492669907_703" class="view follow-view clear-float"> <img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></div>
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		<title>Open Source Software in Stadtverwaltungen &#8211; zum Scheitern verdammt?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/open-source-software-in-stadtverwaltungen-zum-scheitern-verdammt-141837/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Sep 2014 13:24:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[Rüdiger Czieschla]]></category>
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					<description><![CDATA[Kostengünstig, unabhängig und politisch korrekt – Mitte der 2000er Jahre galt Open Source Software als ausgezeichnete Möglichkeit für den öffentlichen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Open-Source.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-141844" alt="Open Source" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Open-Source.jpg" width="640" height="280" /></a>Kostengünstig, unabhängig und politisch korrekt – Mitte der 2000er Jahre galt Open Source Software als ausgezeichnete Möglichkeit für den öffentlichen Sektor, sich unabhängig von amerikanischen Großkonzernen zu machen. Die erste Euphorie ist längst verflogen. Aktuell geht das Gerücht um, München wolle wieder zurück zu Microsoft wechseln. Das einstige Vorzeigeprojekt und die einzige deutsche Großstadt, die Linux als Betriebssystem für ihre gesamte Verwaltung nutzte. Grund genug, mal einen genaueren Blick in die Mühlen der deutschen Bürokratie zu werfen.<br />
Es hätte alles so schön sein können. Nach mehrfachen Verzögerungen, unzähligen kritischen Stimmen und einer zehnjährigen Migrationsphase erklärte Münchens Zweite Bürgermeisterin Christine Strobl Ende 2013 die Umstellung von 15.000 PC-Arbeitsplätzen in der Münchner Verwaltung auf Linux für <a href="http://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Direktorium/LiMux.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erfolgreich abgeschlossen</a> und verkündete, das Arbeiten mit Open Source Software (OSS) sei „für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung längst zur täglichen Routine geworden“. Ein Erfolg mit Signalwirkung, könnte man meinen, schließlich hatte der Fakt, dass die drittgrößte Stadt Deutschlands auf Open Source Software setzt, bis in die <a href="http://www.govtech.com/pcio/5-Factors-for-Open-Source-Success-021111.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">USA Schlagzeilen</a> gemacht. Doch die Freude währte nur kurz, denn schon acht Monate später gibt es nun erneut Streit um das Vorzeigeprojekt. Während der Stadtrat das „LiMux“-Projekt &#8211; ein Kunstwort aus Linux mit M für München – im Juli noch <a href="http://www.heise.de/open/meldung/Linux-in-Muenchen-Stadtrat-verteidigt-LiMux-gegen-Buergermeister-2262506.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gegen „sachfremde Einzelmeinungen“ verteidigt </a>hatte, bestätigte der neue Zweite Bürgermeister der Stadt Josef Schmidt der <a href="http://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchner-stadtverwaltung-von-microsoft-zu-linux-und-zurueck-1.2090611" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Süddeutschen Zeitung</a> nun die Einsetzung einer Expertengruppe, die die Rückkehr zu Microsoft prüfen solle. Es scheint also wieder alles offen zu sein, und das ausgerechnet in München, das für sein Nein zu proprietärer Software weltweit als Vorbild gelobt und als Vorreiter gepriesen worden war.</p>
<h3>Die Liste der Vorteile ist lang</h3>
<p>Doch warum setzt sich Open Source Software in Stadtverwaltungen nicht durch? Es scheinen doch so viele gute Gründe dafür zu sprechen. Da ist zunächst die Kostenfrage: Während die Lizenzgebühren für kommerzielle Software in städtischen Verwaltungen schnell mehrere Millionen erreichen, ist OSS kostenlos verfügbar. Viel schwerer als der Kostenaspekt wiegen für Verwaltungen aber häufig die strategischen Vorteile. Die Nutzung von OSS reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Unternehmen und ermöglicht langfristige Planungssicherheit. Im Normalfall sind Stadtverwaltungen gezwungen, jedes Mal neue Software anzuschaffen, wenn die Hersteller alle paar Jahre neue Versionen einführen und den Support für die bisher genutzten einstellen.<br />
Open Source Software und freie Betriebssysteme wie Linux haben hingegen deutlich längere Laufzeiten. Sobald die Mitarbeiter einmal mit den neuen Programmen umzugehen wissen, entfällt der immer wiederkehrende Schulungsbedarf, den die Installation neuer Betriebssysteme verursacht. Unabhängigkeit von Großkonzernen bedeutet auch, dass ein Wettbewerb zwischen verschiedenen Softwarelösungen möglich wird. In der aktuellen Praxis wird die Auswahl der Software-Werkzeuge, die Verwaltungen nutzen, meist von Microsoft vorbestimmt, denn Microsoft ist das Unternehmen, dessen Produkte die meisten deutschen Städte verwenden. Außerdem erlauben offene Standards es den IT-Abteilungen von Behörden, die Software eigens an die Bedürfnisse der jeweiligen Stadt anzupassen, bei Bedarf Erweiterungen vorzunehmen und Fehler selbst zu finden und zu beheben.<br />
Und nicht zu vergessen: die Datensicherheit. Schon seit Langem wurde vermutet, dass große amerikanische Softwarekonzerne Hintertüren in ihre Betriebssysteme einbauen, die den Geheimdiensten das Spionieren erleichtern. Seit den Enthüllungen von Edward Snowden ist nun bekannt, dass Microsoft und andere Großkonzerne eng mit der NSA kooperieren und Informationen aus Cloud und Webmail weitergegeben haben. Das wirft die Frage auf, ob sensible Persönlichkeitsdaten von Bürgern sowie interne Verwaltungskommunikation tatsächlich auf Windows-betriebenen Computern und Servern am besten aufgehoben sind.</p>
<h3>In der Praxis hakt es oft</h3>
<p>Es gibt also einige gute Argumente, die für die Nutzung offener Software in Stadtverwaltungen sprechen. Und dennoch finden sich in Deutschland nur wenige Kommunen, die sich nachhaltig von dem Microsoft-Monopol gelöst haben. Versuche, zu offener Software zu wechseln, gab es einige, doch häufig wurden nach wenigen Jahren wieder kommerzielle Lösungen angeschafft, wie etwa vor anderthalb Jahren in Freiburg. Die Stadt im Breisgau hatte 2007 eine Strategie offener Standards beschlossen und ODF als Standardformat für Dokumente innerhalb der Verwaltung festgelegt. Im Zuge dieses Strategiebeschlusses wurde OpenOffice als Nachfolger für das bislang verwendete MS-Office 2000 eingeführt. Die offene Software konnte sich in der Praxis jedoch nie nachhaltig durchsetzen. Denn aufgrund von Kompatibilitätsproblemen mit Fachanwendungen und Problemen beim Dokumentenaustausch mit externen Stellen wurden Open Office und MS-Office vielfach parallel betrieben. In einem Gutachten zur Situation in Freiburg wurde schließlich eine Abkehr von Open Office sowie die Anschaffung von Office 2010 empfohlen und im November 2012 mit knapper Mehrheit <a href="http://www.heise.de/open/meldung/Freiburg-wechselt-zurueck-zu-MS-Office-1753751.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">im Stadtrat beschlossen</a>. Damit war die Open Source-Strategie der Stadt gescheitert.<br />
Rüdiger Czieschla, der IT-Leiter der Stadt Freiburg, beschreibt in einem<a href="http://www.opensourcepublicsector.de/?p=46" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Beitrag zum Buch „Open Source im öffentlichen Sektor“</a> ausführlich die Gründe für dieses Scheitern. Man habe sich zu sehr auf die technische Umsetzung der Migration konzentriert und den Schulungsaufwand zunächst unterschätzt. Die unterschätzten Probleme hätten wiederum zu Verärgerung bei den Mitarbeitern und Produktivitätseinbußen geführt. „Technische Schwierigkeiten und Kompatibilitätsprobleme mit Fachanwendungen waren Wasser auf den Mühlen von Skeptikern und Verweigerern“, stellt Czieschla enttäuscht fest. Zudem kritisiert er das „behördliche Beharrungsvermögen“, also den Unwillen im Mitarbeiterstab, sich auf Neues einzustellen sowie eine „kritikfixierte Haltung“ in der Führungsebene.<br />
Auch der Freiburger Stadtrat <a href="http://timothy.simms.de/2012/11/30/leider-freiburg-erst-mal-ohne-libreoffice/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Timothy Simms</a> konstatierte einen mangelnden Rückhalt seitens strategischer Akteure. Open Office sei zu einem Sündenbock für alles geworden, was zwischen Verwaltung und IT falsch lief. Für Simms ist nicht die Open Source Software gescheitert, sondern der Weg der Einführung, den Freiburg gewählt hat.<br />
Von <a href="http://www.freiburg.de/pb/,Lde/417600.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">offizieller Seite</a> wird die Rolle rückwärts mit technischen Problemen, einer geringen Akzeptanz bei den Mitarbeitern und Leistungsschwächen im Vergleich zu Microsoft-Pendants begründet.<br />
Mit diesen Argumenten steht Freiburg nicht alleine, in München gibt es <a href="http://www.heise.de/open/meldung/LiMux-Linux-in-Muenchen-unter-politischem-Beschuss-2260806.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ähnliche Kritikpunkte</a>. Mitarbeiter seien unzufrieden, den OSS-Programmen fehlten gängige Funktionen und die Einrichtung der Smartphones der beiden Bürgermeister der Stadt habe fast vier Wochen gedauert, heißt es aus der Rathausspitze.</p>
<h3>Es gibt Hoffnung</h3>
<p>Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel Treuchtlingen. Die 12.500-Einwohner-Gemeinde in Mittelfranken ist eines der wenigen Positivbeispiele für die umfassende Anwendung von Open Source Software auf Verwaltungsebene. Der Wechsel zu OSS wurde hier jedoch nicht aus ideologischen oder finanziellen Motiven in Angriff genommen, am Anfang standen handfeste IT-Probleme: Bevor Treuchtlingen im Jahr 2002 beschloss, die gesamte Verwaltung auf OSS umzustellen, hatten die Mitarbeiter mit schwerwiegenden Kompatibilitätsproblemen zu kämpfen, die dazu führten, dass sie ihre PCs herunter- und mit einer anderen Windows-Version wieder hochfahren mussten, um zwischen verschiedenen Anwendungen zu wechseln. Zur Beseitigung dieser Missstände wurde die Hardwarestruktur der Verwaltung neu aufgestellt, für OSS entschied man sich aufgrund der langen Laufzeiten.<br />
Doch obwohl die Zufriedenheit der Mitarbeiter mit der Open Source-Lösung durch eine Umfrage belegt ist, wird die Nutzung von OSS intern und extern immer wieder in Frage gestellt, erzählt der Treuchtlinger Systemadministrator Heinz-M. Graesing. Ein immer wiederkehrender Vorwurf in der Öffentlichkeit laute, es würden durch die interne Weiterentwicklung und Anpassung der Open Source-Programme Steuergelder verschwendet und man nehme der freien Wirtschaft Aufträge weg, berichtet Graesing. In kommunalen Führungsebenen tendiere man häufig dazu, lieber fertige Produkte zu kaufen, statt selbst Lösungen zu entwickeln. Die zu erwartenden Kosten für eine Rückmigration zu kommerzieller Software hätten derartige Pläne in Treuchtlingen bisher jedoch immer gestoppt. Und so tüftelt das Treuchtlinger IT-Team weiter daran, den Einsatz von OSS zu verfeinern. Mit Erfolg. Die Gemeinde betreibt einen Großteil ihrer Anwendungen autark und entwickelt mit internem Know-How Fachanwendungen für den Eigenbedarf.<br />
So begeistert Graesing von den Möglichkeiten von OSS ist, so ist er sich aber auch im Klaren darüber, dass Treuchtlingens Erfolgsgeschichte ein Sonderfall ist, der sich heute, mehr als zehn Jahre nach der Einführung, nicht einfach auf andere Städte übertragen lasse. In Treuchtlingen habe der Umstieg auf OSS eine so massive Verbesserung der bisherigen Arbeitsqualität bedeutet, dass die Mitarbeiter die Veränderung bereitwillig angenommen hätten, erzählt Graesing. Inzwischen hätten aber auch kommerzielle Anbieter ihre Produkte verbessert und ein Systemwechsel sei heute viel schwieriger durchzusetzen.</p>
<h3>Dogmatik hilft nicht weiter</h3>
<p>Die Beispiele aus der Praxis zeigen: Während in privaten Haushalten oder kleineren Unternehmensstrukturen der Gebrauch von einzelnen Open Source-Anwendungen keine Seltenheit mehr ist, stellt ein Programmwechsel oder gar der Umstieg auf ein anderes Betriebssystem im öffentlichen Sektor eine große Herausforderung dar. Die Mitarbeiter müssen das neue System akzeptieren und sich umgewöhnen. Durch Schulungen und vorzunehmende Anpassungen der Software an die jeweiligen Bedürfnisse entsteht in den IT-Abteilungen zunächst ein höheres Arbeitsaufkommen.<br />
Zudem gilt es, politischen Rückhalt zu sichern, denn in städtischen Führungsriegen bestehen häufig Zweifel über die technische Ausgereiftheit alternativer Betriebssysteme. Außerdem müssen für Probleme mit Fachanwendungen, die nur für proprietäre Software ausgelegt sind, kreative Lösungen gefunden werden. Nicht zuletzt betreiben große Technologiekonzerne massive Lobbyarbeit gegen den Einsatz von Open Source Software in Verwaltungen. Im Fall von München verbreitete Microsoft beispielsweise eine Studie, die unter Verwendung strittiger Annahmen immense Mehrkosten der Linux-Migration im Vergleich zu einer Umstellung auf Windows XP <a href="http://www.heise.de/open/meldung/Microsoft-veroeffentlicht-Studie-zur-Linux-Migration-in-Muenchen-teilweise-1792252.html">errechnete</a>.Und wie es der Zufall will, hat der jetzige Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter in seiner vorherigen Position als Wirtschaftsreferent entscheidend daran mitgewirkt, dass <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-11/reiter-muenchen-spd/komplettansicht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Microsoft seinen Deutschlandsitz in die Münchner Innenstadt verlagert.</a><br />
Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass hehre Ideale allein im bürokratischen Arbeitsalltag keine Veränderung bewirken. Auch wenn die Nutzung von Linux und Open Source Software in politischen Debatten gern als Akt der Befreiung aus dem festen Griff eines Monopolisten verkauft wird, muss OSS sich der Realität der Märkte stellen und sich im Hinblick auf Funktion und Kosten bewähren. Systemwechsel aus rein ideologischen Motiven können sonst früher oder später nur allzu leicht am „behördlichen Beharrungsvermögen“ scheitern.<br />
Auch der Treuchtlinger Systemadministrator Graesing hält nichts von ideologischen Grabenkämpfen zwischen proprietärer und offener Software und setzt, ganz IT-Fachmann, auf Pragmatik. Sein Rat: „Man darf nicht den Fehler machen, das gesamte System auf einmal umzustellen, vor allem wenn es davor gut funktioniert hat. Dann wird die Umstellung nicht angenommen. Stattdessen muss man schauen, in welchen Bereichen sich welche Lösungen anbieten, wo OSS konkret etwas verbessern kann, und dann muss man sicherstellen, dass das neue System tatsächlich besser funktioniert als das alte.“<br />
&nbsp;<br />
Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/opensourceway/6554314981" target="_blank" rel="noopener noreferrer">opensource.com</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a><br />
&nbsp;</p>
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		<title>Staaten, Daten, Demokratie. – Digitale Presseschau KW32</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lukas Böhm]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Aug 2014 13:04:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[Heribert Prantl]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Welt ist in Staaten organisiert. Mit einer vernetzten Welt verträgt sich dieses System aber nicht immer, wie unsere Presseschau [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Welt ist in Staaten organisiert. Mit einer vernetzten Welt verträgt sich dieses System aber nicht immer, wie unsere Presseschau in dieser Woche zeigt. Daten haben keine Nationalität und sie kennen keine Grenzen, besitzen kann man sie aber trotzdem. Oder? Irgendwer muss den Internetanschluss aber erst mal gewährleisten. Hier kommt er wieder ins Spiel, der Staat. Aber was, wenn er gegen seine eigene Regeln verstößt: Kann Whistleblowing Sünde sein? Fragen, Fragen, Fragen.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p>https://www.youtube.com/watch?v=BoyytuDprvQ<br />
Das Informationsfreiheitsgesetz gibt jedem Menschen in Deutschland die Möglichkeit, bei Behörden und sonstigen öffentlichen Einrichtungen Informationen anzufordern: Datensätze, Briefwechsel, Baupläne und vieles mehr. Wie das funktioniert? Unser Video der Woche von FragDenStaat zeigt es!</p>
<h3></h3>
<h3><a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Kommentar-Wie-die-USA-ihre-IT-Wirtschaft-zerstoeren-2283109.html">No Border, No Nation</a></h3>
<p>Damit der hübsche Big Data-Schatz der NSA bekannt werden konnte, brauchte es erst einen Whistleblower. Ein Gerichtsurteil aus den USA zeigt nun, dass es auch ganz öffentlich geht: Es verlangt von Microsoft offiziell den Zugriff auf Daten, die bei der irischen Tochter des Unternehmens liegen. Das ist schlecht für Microsoft und die amerikanische IT-Wirtschaft &#8211; und für uns Nutzer sowieso. Und es macht den Standpunkt der USA deutlich, dass Staatsgrenzen und nationales Recht beim Zugriff auf Daten keine Rolle spielen.<br />
<a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Kommentar-Wie-die-USA-ihre-IT-Wirtschaft-zerstoeren-2283109.html"><em>heise.de</em></a></p>
<h3></h3>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/debatte-um-whistleblower-nothilfe-fuer-das-recht-1.2074634-2">Gibt es im Abseits noch Foul?</a></h3>
<p>Edward Snowden wird verfolgt, lebt im Asyl und wird wohl nicht so bald in seine Heimat zurückkehren können. Warum eigentlich noch mal? Die bekannte Antwort darauf lautet: Er hat Staatsgeheimnisse verraten. Aber darf ein Staat überhaupt Geheimnisse haben, wenn diese Geheimnisse mit seinem Recht und seiner Verfassung nicht mehr viel zu tun haben? Heribert Prantl geht dieser Frage auf sueddeutsche.de nach und stellt Edward Snowden zudem in eine interessante Genealogie ausgerechnet deutscher Whistleblower (auch wenn die damals noch nicht so hießen).<br />
<a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/debatte-um-whistleblower-nothilfe-fuer-das-recht-1.2074634-2"><em>sueddeutsche.de</em></a></p>
<h3></h3>
<h3><a href="https://medium.com/i-data/a54969aeb23e">Social Media und der Krieg</a></h3>
<p>Schon seit den frühen Tagen der Medienforschung ist bekannt, dass Menschen vor allem das lesen, was ihre eigene Meinung widerspiegelt. Im Klischee heißt das: Der Alt-68er liest die taz, der Wirtschaftsprüfer die FAZ. Die Algorithmen von Social Media scheinen diesen Effekt aber zu pervertieren: Im Dienste der „usability“ werden dem Nutzer die Informationen erspart, die nicht in sein Bild passen. Am traurigen Beispiel des aktuellen Gaza-Konflikts lässt sich das sogar visualisieren, wie es Gilad Lotan auf medium.com tut. Die Hashtags #gazaunderattack und #prayforisrael sprechen nicht nur klar getrennte Gruppen an – sie nehmen auch kaum noch Bezug aufeinander.<br />
<em><a href="https://medium.com/i-data/a54969aeb23e">medium.com</a></em></p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/mobil/2014-08/mesh-netzwerke-peer-to-peer-alternatives-internet">Das Internet nach dem Internet</a></h3>
<p>Als das Internet vor 20 Jahren begann, massentauglich zu werden, hatte es noch eine dezentrale und relativ unstrukturierte Technologie. Dass sich seit den Debatten um Netzneutralität, „Netz-Monopolen“ und nicht zuletzt die Überwachungsbemühungen diverser Drei-Buchstaben-Dienste einiges geändert hat, ist hinlänglich bekannt. Doch ausgerechnet Apples neueste iOS Version zeigt, wie es auch anders gehen kann: Wenn einzelne Geräte miteinander lokale Netzwerke bilden, wird nicht nur der flächendeckende Internetanschluss überflüssig, die Kommunikation wird zudem kaum auffindbar, berichtet Johannes Wendt auf zeit.de<br />
<a href="http://www.zeit.de/digital/mobil/2014-08/mesh-netzwerke-peer-to-peer-alternatives-internet"><em>zeit.de</em></a></p>
<h3></h3>
<h3><a href="http://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/kurz-und-schmerzhaft/der-transformer-schnelles-internet-oder-autobahnschild-am-feldweg-seite-all/10292662-all.html">Breitbandausbau: &#8220;Wie ein Autobahnschild am Feldweg&#8221;</a></h3>
<p>Es geht auch deutlich. Nico Lumma macht auf handelsblatt.de seinem Ärger über den Breitbandausbau in Deutschland Luft – beziehungsweise dessen Nichtexistenz. Wenn es nichts bringt, „die Provider nochmal alle ganz lieb zu bitten“, so beschreibt er die Bemühungen von Infrastrukturminister Dobrindt, dann helfe eben nur noch eins: die Verstaatlichung der Netze.<br />
<a href="http://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/kurz-und-schmerzhaft/der-transformer-schnelles-internet-oder-autobahnschild-am-feldweg-seite-all/10292662-all.html"><em>handelsblatt.de</em></a><br />
Foto: Screenshot<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Fragen über Fragen &#8211; Digitale Presseschau KW 20</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/fragen-ueber-fragen-digitale-presseschau-kw-20-128884/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Ludwig Lagershausen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 May 2013 15:27:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Constanze Kurz]]></category>
		<category><![CDATA[Nico Lumma]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Telekom]]></category>
		<category><![CDATA[Kasachstan]]></category>
		<category><![CDATA[Gunter Dueck]]></category>
		<category><![CDATA[Eurasisches Medienforum]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Skype]]></category>
		<category><![CDATA[Chaos Computer Club]]></category>
		<category><![CDATA[Yoani Sanchez]]></category>
		<category><![CDATA[Microsoft]]></category>
		<category><![CDATA[Kuba]]></category>
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					<description><![CDATA[Was erwartet uns in der Zukunft? Werden wir völlig digitalisiert und gläsern sein, oder dürfen wir auch noch ein paar [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was erwartet uns in der Zukunft? Werden wir völlig digitalisiert und gläsern sein, oder dürfen wir auch noch ein paar Geheimnisse behalten? Trifft man sich zukünftig auch noch physisch, oder nur noch digital? Gibt es in ferner Zukunft noch Parteien oder wird die Demokratie abgeschafft? Hmm&#8230; gibt’s die Antwort darauf vielleicht bei Facebook? Oder doch eher bei Twitter? Hoffentlich lassen sich die Antworten leichter als manche Parteienseiten im Internet finden.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p>https://www.youtube.com/watch?v=PRxfL03WIH4<br />
Die Realität in Kuba ist leider viel trauriger, als man bei den Gedanken an feine Havanna-Zigarren und edlen Rum denken möchte. Das Castro-Erbe des gelebten Sozialismus formte ein Land, wo Menschen stundenlang für ein paar Scheiben Brot anstehen müssen; auch freier Internetzugang ist ein Privileg, von dem vor allem Regierungskritiker meilenweit entfernt sind. Yoani Sanchez hat es dennoch geschafft. Sie betreibt einen Blog, auf dem sie sich kritisch über die Zustände in ihrem Heimatland Kuba und die Regierung äußert. Welchen Kampf es dafür auszufechten gilt und welche Möglichkeiten ihr das Internet in ihrem Ringen um Freiheit und Gerechtigkeit bietet, erzählt sie in diesem Video von der re:publica.</p>
<h3><a href="http://www.heise.de/security/meldung/Vorsicht-beim-Skypen-Microsoft-liest-mit-1857620.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kein Respekt vor dem Briefgeheimnis?</a></h3>
<p>Skype macht das Leben leichter: egal wo man sich befindet, mit dem Dienst für Chat- und Telefonie im Internet ist weltweite Kommunikation kein Problem. Geschäftspartner und Privatmenschen machen weltweit davon Gebrauch, ohne auch nur einen Cent für Gespräche und Chats zu bezahlen. Was viele nicht wissen: mit der Anmeldung gibt man sein Einverständnis, dass Anbieter Microsoft in den Chats mitlesen darf. So wurden nun Vorfälle aus den USA bekannt, wo Microsoft verschlüsselte https-URLs – die gut und gerne mal vertrauliche Informationen enthalten können – mitlas. Skype rechtfertigt diese Praxis mit einem Verweis auf die Datenschutzbestimmungen; so werde nur mitgelesen, um Spam, Betrug und Phishing aufzuspüren. Bemerkenswert dabei ist nur, dass bisher ausschließlich die mit Eigentümerinformationen gefütterten verschlüsselten https-URLs mitgelesen wurden, nicht jedoch freie http-URLs.</p>
<h3><a href="http://wissen.dradio.de/netzpolitik-politisch-mitbestimmen-im-netz.36.de.html?dram:article_id=246408" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Was wird aus der Online-Partizipation?</a></h3>
<p>Die Piraten erregten großes Aufsehen mit den Entscheidungen auf ihrem Bundesparteitag. Die Vorreiter in Sachen E-Democracy und Online-Partizipation bekamen keine Zweidrittelmehrheit für eine Ständige Online-Mitgliederversammlungen und verbindliche Abstimmungen via Internet zustande, die Projekte sind damit vorerst gescheitert. Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos-Computer-Clubs, erklärt im Audio-Interview mit dem DRadio, welche Bedenken derartige Tools zwecks Datenschutz und Anonymität bereiten, und welche Chancen sie den technisierten Verfahren trotz dieser Niederlage bei den Piraten einräumt.</p>
<h3><a href="http://blog.zeit.de/zweitstimme/2013/05/16/die-webseiten-der-parteien-fur-die-bundestagswahl-weiterhin-fast-unsichtbar-in-google-ergebnislisten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hat jemand die Parteien im Wahlkampf gesehen?</a></h3>
<p>Auch wenn sich die Parteien bisher wenig kämpferisch zeigen: bald ist Bundestagswahl, es ist Wahlkampf! Will man sich im Internet über relevante Suchwörter wie &#8216;Wahlkampf&#8217;, &#8216;Bundestagswahl&#8217; oder auch &#8216;Energiewende&#8217; erkundigen, dann, so sollte man meinen, blinken sofort die Parteienhomepages auf dem Bildschirm und preisen sich und ihre Programme für die Wahl an. Ein Irrglaube! Wikipedia sowie verschiedene Seiten von Medien und Behörden besiedeln hier die vorderen Plätze. Möchte man Parteien in den Suchergebnissen sehen, müssen die Namen der Parteien oder der Spitzenkandidaten schon in die Suche eingefügt werden. Wie ist so etwas möglich? Schließlich sollten gerade die Parteien als Träger der politischen Machtwillens daran interessiert sein, sich im Internet öffentlichkeitswirksam zu platzieren. In Design, Struktur und Programmierung ihrer Webseiten haben die Bundesparteien also noch erheblichen Nachholbedarf, wollen sie nicht weiterhin in den Google-Ergebnislisten unsichtbar bleiben.</p>
<h3><a href="http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/medien/social-media-werden-auch-fuer-die-politik-wichtiger-1.18080721" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wanna follow me, my Friend?</a></h3>
<p>Von den Politikern lange als neumodischer Randnotiz verschrien, sind die Sozialen Netzwerke heute aus der Politik beinahe nicht mehr wegzudenken. Nicht nur Spitzenpolitiker nutzen Facebook und Twitter regelmäßig, um über ihre Ansichten zu informieren. Laut einer Studie der Universität St. Gallen sind gut zwei Drittel aller deutschen Bundestagsabgeordneter online aktiv, obwohl man sich lange nicht in diese &#8216;jugendlichen&#8217; Sphären hineintraute. Obwohl die Studie auch besagt, dass auf den sozialen Netzwerken eher junge Abgeordnete aus urbanen Wahlkreisen aktiv seien als ältere Parlamentarier und jene aus ländlichen Gegenden. Auch die Parteien sind mit Profilen unter anderem auf dem Videoportal Youtube vertreten, um dort junge Wählern zu erreichen; gerade in Wahlkampfzeiten stellen diese Medien ein viel beachtetes Werbemittel dar. Online-Kommunikationsexperte Nico Lumma: „Ohne Social Media werden die die Politiker junge Wähler immer schwerer erreichen können. Für die Politik ist das die Neuauflage von etwas, was früher als Mundfunk bezeichnet wurde.“</p>
<h3><a href="http://www.kircher-burkhardt.com/#!/blog/godfather-gunter-dueck-big-data-kann-die-gesellschaft-verandern" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wie soll das bloß werden?</a></h3>
<p>Wie sieht die Zukunft aus? Wird die Welt bald nur noch von Robotern und Maschinen regiert, wie sieht der volldigitalisierte Alltag aus? Und ist er womöglich näher als gedacht? Gunter Dueck, in vieltätiger Funktion mit Technik, Internet und Zukunft verbandelt, gibt in diesem lesenswerten Interview einen waghalsigen Ausblick auf die zukünftigen Lebens- und Arbeitsbedingungen in einer Big-Data-Welt. Der ehemalige IBM-Manager, dessen Vorträge bei der re:publica regelmäßig große Begeisterung auslösen, prognostiziert darin eine surreal anmutende Welt mit computergesteuertem Straßenverkehr und telefonierenden Waschmaschinen. Für das noch aktuelle Hier und Jetzt rät er der Netzgemeinde, das ethnozentristische Geweih abzuwerfen, um ihrer kulturell verengten Sicht endlich einen größeren Horizont zu geben. Im Klartext: Augen auf, sonst verschlaft ihr die Zukunft!</p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/datenverkehr-die-telekom-benachteiligt-andere-anbieter-im-internet-12182561.html?utm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Amigo-Affäre?</a></h3>
<p>Mit ihren Plänen zur Geschwindigkeitsdrosselung hat die Telekom in den letzten Wochen viel Unmut auf sich gezogen. Und obwohl sie von fehlenden Gesetzen und Regelungen zur Netzneutralität profitiert, könnte es nun kartellrechtliche Probleme geben. Die Telekom plant, eigene Angebote sowie Formate von Partnerunternehmen von der Datendrosselung auszunehmen. Trotz aller rechtfertigenden Argumente (Kapazitätsmangel, Kosten des Netzausbaus, etc.) muss sich die Telekom in ihrer marktbeherrschenden Position so den Vorwurf gefallen lassen, Online-Dienste mit datenlastigem Service zu Kooperationsverträgen mit ihr drängen zu wollen. Denn Google, YouTube und viele weitere Plattformen werden auch in Zukunft als freundlicher Gratis-Anbieter wahrgenommen werden; eine Kooperation mit der Telekom scheint da eine naheliegende Lösung für sie zu sein. Christoph Wagner in der FAZ: „Sachliche Gründe für die unterschiedliche Behandlung von Anbieterdaten lassen sich […] schwerlich finden.“</p>
<h3><a href="http://blog.zdf.de/hyperland/2013/05/das-internet-ist-ein-tsunami/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Freies Internet? Viel zu gefährlich!</a></h3>
<p>Das Internet als Kommunikationsmittel bietet bekanntlich viele Möglichkeiten der Freiheit. Für so manches autoritäre Regime viel zu viel Freiheit; so gibt es reichlich Beispiele autokratisch regierter Staaten, wo man bestrebt ist, seine Bürger per Zensur vor allzu demokratielastigen Inhalten zu schützen. Kasachstan ist so ein Land, das mit dem seit 1991 an der Macht klebenden Autokraten Nursultan Nasarbajew in der Rangliste der Pressefreiheit der Reporter ohne Grenzen Jahr um Jahr auf den hintersten Plätzen zu finden ist. Seine Tochter nutzte indes das von ihr ins Leben gerufene Eurasische Medienforum, um politische Meinungsführer aus aller Welt ausgiebig vor den Gefahren des Internets als „Katalysator von Unwahrheiten“ und „Tsunami, den es zu managen gilt“ zu warnen. Welchen Zweck ein Medienforum dann erfüllt ist zumindest unklar.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-04/harper-reed-datenschutz" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> </a></h3>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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