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	<title>Microtargeting &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Microtargeting &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Politisches Microtargeting in Deutschland: Ich sehe was, was du nicht siehst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Verena Reihs]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Apr 2019 10:03:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[iRights.Lab]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Bei der Brexit-Entscheidung, Trumps Wahlsieg und den Midterms in den USA – Social-Media-Kommunikation spielt eine zentrale Rolle in politischen Kampagnen. Parteien sprechen gezielt eng ausgewählte, einzelne Gruppen an, ohne dass die Öffentlichkeit von den Inhalten erfährt. Sie nutzen dafür Microtargeting. Das iRights.Lab hat eine Studie zum Forschungsstand in Deutschland im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW vorgelegt. Diese Studie soll aufzeigen, welche Bedeutung Microtargeting derzeit hat und was daraus für die politische Kommunikation und Öffentlichkeit folgt.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p>Ein erstes Fazit lautet, dass zwar Onlinekommunikation und gezielte Wählergruppenansprache mittlerweile zum Standardrepertoire der Parteien im Wahlkampf gehören, die Forschung zu politischem Microtargeting in Deutschland und in Europa jedoch noch in den Kinderschuhen steckt. Viele Fragen können noch nicht geklärt werden. Zukünftig werden aber komplexere, automatisierte Auswertungsverfahren möglich sein.</p>
<h3>Was ist Microtargeting?</h3>
<hr />
<p>Jan und Jens sind online sehr aktiv. Während Jan ein leidenschaftlicher Radfahrer ist und sich für mehr Fahrradwege und Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge einsetzt, pendelt Hobby-Rennfahrer Jens mit seinem Diesel-PKW täglich in die Stadt. Mit entsprechenden Daten könnte eine Partei nun Anzeigen bei Jan schalten, in denen sie sich für Fahrverbote und kostenlose Busse und Bahnen einsetzt, sich bei Jens hingegen in den Anzeigen als Partei darstellen, die bei einem Wahlsieg Fahrverbote aussetzen und die Kraftstoff-Steuer senken würde. Jan und Jens wüssten nicht, dass die Partei dem anderen völlig gegenteilige Versprechen macht. Dabei kann die Partei auch indirekt vorgehen: Aus Alter, Wohnort und der Einstellung zur Mobilität lassen sich auch Rückschlüsse ziehen, mit welchen Anzeigen z. B. zum Thema Ernährung die Partei bei Jan und Jens punkten kann.</p>
<hr />
<p>Microtargeting ist ein datengetriebenes Verfahren der politischen Kommunikation, das auf Grundlage möglichst vieler Wählerinnen- und Wählerdaten durch statistische Verfahren ermöglicht festzulegen, wie genau welche Gruppe von Wählern angesprochen werden soll. Soziale Netzwerke und der Zugriff auf die dort generierten Daten bilden die Grundlage für personalisierte politische Kommunikation. Mögliche Wählerinnen und Wähler werden durch die so personalisierte Ansprache gezielt auf sozialen Netzwerken mit einer Botschaft angesprochen, die am ehesten bei ihnen verfängt. Oft werden Microtargeting und personalisierte politische Kommunikation austauschbar verwendet.</p>
<p>Insbesondere in den USA sind <a href="https://politik-digital.de/news/online-wahlkampf-ohne-regeln-153271/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlkämpfe</a> sowohl bei Demokraten wie auch bei Republikanern stark datengestützt. Beide Lager setzen vor allem für ihren intensiven Haustürwahlkampf auf die daraus gewonnen Informationen. Wie meist schwappen die Trends der politischen Kommunikation und neue digitale Entwicklungen früher oder später nach Europa und damit Deutschland über. Grund genug, sich mit diesen Konzepten und deren Folgen auseinander zu setzen.</p>
<p>Im Vergleich zu den USA steht dieses Thema hier allerdings noch am Anfang. Die Auseinandersetzung erfolgt insbesondere mit Blick auf Wahlkämpfe und nicht die allgemeine Parteienkommunikation. Dies hat mehrere Gründe. So sind der Zugang zu den Daten sowie Datenschutzgesetze in Deutschland und Europa weit aus strenger geregelt als in den USA. Des Weiteren erschweren bis verweigern soziale Netzwerke wie beispielsweise Facebook den Zugang zu ihren Daten für Externe (Betriebsgeheimnis). Letztlich fehlt es auch an Transparenz: Auf Seiten der Politik wird die Nutzung solcher Verfahren und die Herkunft der Daten selten preisgegeben. Eine systematische Auseinandersetzung mit den personalisierten Anzeigen ist zudem erschwert dadurch, dass die Anzeigen jeweils nur für eine bestimme Zielgruppe der Nutzerinnen und Nutzer sozialer Netzwerke zugänglich ist.</p>
<h3>Wo ist das Problem?</h3>
<p>Die bisherigen Studien konzentrieren sich auf die Folgen datengestützter und personalisierter politischer Kommunikation für Privatsphäre und Datenschutz sowie für die Einhaltung demokratischer Prinzipien und die Entstehung einer informierten Öffentlichkeit.</p>
<p>Die Grenzen zwischen informativer politischer PR und persuasiver politischer Werbung verschwimmen zunehmend und es kommt zu einer Vermischung mit journalistischen Inhalten.</p>
<p>Während der Wahlkampfzeiten und für politische Werbung gelten in traditionellen Massenmedien klare Regeln. Social Media fehlen hier (noch) die Regeln.<br />
Gleichzeitig bilden sich digitale Teilöffentlichkeiten, die selten ein Bild der Allgemeinheit abgeben. Der Interessenausgleich, wie im demokratischen Prozess vorgesehen, wird durch individuelle Wahlversprechen in sozialen Netzwerken hinterfragt. Durch die Bildung dieser Teilöffentlichkeiten entfällt außerdem die traditionelle Kontroll- und Prüfinstanz. Eine Rolle die die traditionellen Massenmedien als Gatekeeper eingenommen haben.</p>
<p>Inwieweit der Wählerwillen durch diese Art der politischen Kommunikation z.B. durch Externe beeinflussbar und auch manipulierbar ist, gilt es noch zu untersuchen.<br />
Darüber hinaus wird befürchtet, dass durch die Nutzung von Microtargeting die Privatsphäre einzelner Nutzer zumindest teilweise ausgehebelt wird. Denn welcher Nutzer kennt schon all die Daten, die er generiert, wenn er sich im Web bewegt?</p>
<h3>Wie wird Microtargeting genutzt?</h3>
<p>Die Nutzung sozialer Netzwerke zur Wähleransprache und Mobilisierung der eigenen Anhänger ist mittlerweile fast Standard. In Frankreich hatte Präsident Emmanuel Macron in seinem Wahlkampf stark auf <a href="https://politik-digital.de/news/datenabsierter-haustuer-wahlkampf-was-ist-drin-150744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">datenbasierten Wahlkampf</a> gesetzt, u.a. auch die CDU setzt auf datengestützten <a href="https://www.faz.net/aktuell/politik/wahl-in-nrw/cdu-macht-wahlkampf-mit-einer-app-15009334.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tür-zu-Tür-Wahlkampf</a>. Insbesondere seit dem Bundestagswahlkampf 2017 hat die Nutzung datengestützter Verfahren zugenommen, da sie ein kostengünstiges, effektives Mittel ist. Alle Parteien nahmen dafür mehr Geld in die Hand.</p>
<p>Der Erfolg einer solchen datengestützten Kampagne hängt dennoch von mehreren Faktoren außer dem dafür verfügbaren Budget ab, wie beispielsweise dem öffentlichen Zugang zu oder der Hinzukauf von Daten. Die Daten werden letztlich vor allem für die Zielgruppenansprache auf sozialen Netzwerken genutzt. In Deutschland war Facebook das zentrale Medium. Obwohl auch die mediale Berichterstattung zu diesem Phänomen zugenommen hat, gibt es wenig detailliertes Wissen über die Nutzung sowie die Wirkung datengestützter Verfahren auf unsere demokratischen Prozesse.</p>
<h3>Wie geht es weiter?</h3>
<p>Die Studie des iRights.lab beschränkt sich auf den Forschungsstand und die Ausgangslage in Deutschland. Mit dem anstehenden Europawahlkampf wird Microtargeting und personalisierte politische Kommunikation auch in anderen europäischen Ländern eine wichtige Rolle spielen, sagen doch Beobachter, dass sich alle fünf Jahre mit den Europawahlen eine Spielwiese für neue Entwicklungen ergibt. Derzeit zeigen sich auch einige Parteien bereit, durch eine Offenlegung ihrer personalisierten Posts auf einer für alle Menschen einsehbaren Plattform für mehr Transparenz zu sorgen. Dass sich dem auch die Parteien anschließen, die sehr kontroverse Anzeigen schalten, scheint jedoch wenig wahrscheinlich. Nach Datenskandalen und Vorwürfen der Manipulation durch Dritte reagieren auch <a href="https://blog.twitter.com/en_us/topics/company/2019/transparency-political-ads.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter</a> und <a href="https://de.newsroom.fb.com/news/2019/03/unsere-massnahmen-zum-schutz-der-europawahl/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook</a> und führen erste Wahlwerbe-Archive ein, die dann zu neuen Forschungszwecken genutzt werden können.</p>
<p>Die Studie „Microtargeting in Deutschland und Europa“ steht <a href="https://www.medienanstalt-nrw.de/foerderung/forschung/aktuelle-forschungsprojekte/microtargeting-in-deutschland-und-europa.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> zum Download.</p>
<p>Titelbild: Haustürwahlkampf von Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen via <a href="https://www.flickr.com/photos/gruenenrw/31351787036/in/photolist-PLs71m" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 2.0</a></p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-2"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>US-Wahlen 2016: Kampf um Geld, Daten, Menschen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julie Rothe]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 May 2015 16:01:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
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					<description><![CDATA[Beim ersten Campaigning Summit in Berlin stellten heute Kampagnenmacher aus verschiedensten Bereichen ihre Arbeit vor. Darunter der Marketingleiter von Borussia [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/csb15_bearb.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145841" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/csb15_bearb.jpg" alt="csb15_bearb" width="640" height="280" /></a>Beim ersten Campaigning Summit in Berlin stellten heute Kampagnenmacher aus verschiedensten Bereichen ihre Arbeit vor. Darunter der Marketingleiter von Borussia Dortmund Dennis Thom und, von vielen Teilnehmern mit Spannung erwartet, Nicole Titus, Digital Director der Kampagne „Ready for Hillary“ von Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Titus stellte die Wahlkampf-Trends vor, die uns im kommenden Jahr erwarten.</p>
<p>Gut einen Monat ist es her, seit Hillary Clinton mit einem kurzen <a href="https://www.youtube.com/watch?v=0uY7gLZDmn4" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Video</a> ihren offiziellen Einstieg in das Rennen um die demokratische Nominierung für die US-Präsidentschaftswahlen 2016 verkündete. Die Maschinerie hinter der Kandidatur läuft aber schon weitaus länger. In den USA gehören dazu heute vor allem sogenannte Super-PACs (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Political_Action_Committee" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Political Action Committees</a>), die – anders als die Kandidaten selbst – Spenden von Unternehmen und Verbänden entgegennehmen dürfen und die der Deckelung der Spendensumme von 2.500 US-Dollar pro Kandidat vor dem Wahlkampf beziehungsweise 5.000 US-Dollar pro Kandidat im Präsidentschaftswahlkampf nicht unterliegen. Ein solches Super-PAC ist die Kampagne „<a href="https://www.readyforhillary.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ready for Hillary</a>“, deren Digital Director Nicole Titus heute in Berlin die zentralen Säulen des Präsidentschaftswahlkampfs 2016 vorstellte.</p>
<p>Die erfahrene Kampagnenmacherin hat bereits 2008 an der Nominierungskampagne von Hillary Clinton mitgearbeitet und anschließend unter anderem Fundraising für das Democratic National Committee und den heutigen Fraktionsvorsitzenden der Demokraten im Kongress Senator Harry Reid betrieben. Titus nennt „Geld, Daten und Menschen“ als die drei zentralen Säulen des nächsten Rennens um das Weiße Haus. Und zwar in dieser Reihenfolge. Sie schätzt, dass im Wahlkampf 2016 etwa fünf Milliarden US-Dollar in die Kampagnen gesteckt werden, alleine die Clinton-Kampagne wird zwischen 1,2 und 1,6 Milliarden Dollar verschlingen. Eine gewaltige Industrie von Campaignern, Datenanalysten sowie Werbe- und PR-Beratern ist rund um die eigentliche politische Kampagne entstanden. Jeder Kandidat müsse vom Tag der Bekanntgabe seiner Kandidatur bis zum Wahltag täglich mindestens eine Stunde lang nur Spendenanrufe tätigen, um den Geldfluss aufrechtzuerhalten, so Titus.</p>
<p>Die zweite tragende Säule ist die intensive Analyse von Daten. Barack Obamas Wahlsiege 2008 und 2012 haben gezeigt, welche Macht in der <a title="Microtargeting – Wahlkampf mit Datensätzen" href="http://politik-digital.de/microtargeting-wahlkampf-mit-datensaetzen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wählerdatenanalyse</a> steckt und wie eine breite und tiefgehende Auswertung demografischer Daten für unentschlossene Wahlbezirke den entscheidenden Umschwung bringen kann. Da der Datenschutz in den USA deutlich laxer gehandhabt wird als in Deutschland, sind der Datenerhebung keine Grenzen gesetzt. So lassen sich durch <a title="Passgenaue Wahlwerbung in den USA" href="http://politik-digital.de/passgenaue-wahlwerbung-in-den-usa" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verhaltensmuster</a> der Bürger wie dem Einkauf in bestimmten Läden Rückschlüsse ziehen auf die Themen- und Parteipräferenz, die dann in gezielte Wahlkampfstrategien umgesetzt werden. Ist ein Unterstützer identifiziert und aktiviert, wird der gesamte Freundes- und Bekanntenkreis zum Ziel der Vor-Ort-Kampagne.</p>
<p>Zu guter Letzt spielt natürlich der Mensch als Wähler eine wichtige Rolle. Titus gesteht, dass der Wähler in den vergangenen Jahren zunehmend in den Hintergrund gerückt sei, nun aber vor allem durch den Einfluss sozialer Medien wieder stärker ins Blickfeld rücke. Sie bewertet Facebook als effektivstes Kampagnenmittel, da dort die meisten Daten anfallen und einzelne Gruppen gezielt angesprochen werden können. Twitter hingegen funktioniere besser zur Kommunikation von kurzen Inhalten und dem Austausch mit bereits aktivierten Unterstützern. Doch ebenso wie bei den Fotonetzwerken Instagram und Snapchat fehlt bei Twitter die punktgenaue, datenbasierte Wähleransprache, weshalb es für die Kampagnen weniger nützlich sein werde als Facebook.</p>
<p>Wahlkampf in den USA sieht grundlegend anders aus als in Deutschland. Das politische System mit dem Mehrheitswahlrecht und ohne Erstattung der Wahlkampfkosten trägt erheblich zu dieser Schwerpunktsetzung bei. Titus hat den politischen Kampagnenmachern in Deutschland aber noch einen wichtigen Tipp mit auf den Weg gegeben: Privatsphäre und Datenschutz mögen in hierzulande eine weitaus größere Rollen spielen und große Datensammlungen verhindern, aber es gebe immer Wege, diese Regelungen zu umgehen – und es zahle sich aus. Welche Wege dies sein können, hat Titus jedoch nicht näher beschrieben.</p>
<p>Bild: Chiara Strobel<a class="owner-name truncate" title="Geh zum Fotostream von David Pickett" href="https://www.flickr.com/photos/fallentomato/16883387264/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
</a></p>
<div class="attribution-info"></div>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Rückblick SXSW 2013: Techniktrends und Politik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Mar 2013 10:24:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wilkommen bei der SXSW – der größten und bedeutendsten Technologie-Messe. Wo Startups und neue Spielereien das Licht der Welt erblicken [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Al-Gore-auf-dem-SXSW-Gui-Ambros-cc-by-nc-sa-3.0.jpg"><img decoding="async" alt="&quot;Al" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Al-Gore-auf-dem-SXSW-Gui-Ambros-cc-by-nc-sa-3.0-630x389.jpg" /></a>Wilkommen bei der SXSW – der größten und bedeutendsten Technologie-Messe. Wo Startups und neue Spielereien das Licht der Welt erblicken und alte Haudegen vor einer „hacked democracy“ warnen. Adrian Rosenthal und Lucas Mohr waren auf der South by Southwest (SXSW) und haben sich die aktuellen Trends im Bereich der politischen Kommunikation angeschaut. Ein Bericht aus Tausend und einer App.<br />
Die vielleicht wichtigste Veranstaltung im Bereich digitaler Kommunikation, die South by Southwest (kurz SXSW), findet jedes Jahr Anfang März in Austin, Texas statt. Was ursprünglich als Festival zur Förderung lokaler Bands und Filmemacher begann, ist heute als Geburtsstunde bekannter Startups wie Twitter und Foursquare bekannt und hat dieses Jahr mehr als 25.000 Besucher angezogen. Das Besondere an der <a href="http://sxsw.com">SXSW</a> ist dabei sicherlich der weltweit einzigartige Mix aus klassischer Konferenz, vielen Sessions mit großer Themenbreite und unzähligen Networking-Gelegenheiten mit Leuten aus der ganzen Welt. Für uns ein Grund, um uns auf die Suche nach neuen Trends, Startups und interessanten Diskussionen und Akteuren zu begeben – natürlich auch aus dem Bereich politischer Kommunikation.<br />
Wer war da, was gab es zu sehen? Ex-Vizepräsident Al Gore gab sich die Ehre, Data-Guru Nate Silver hielt eine der Keynotes, und auch Cory Booker, der Bürgermeister von Newark und aktuell einer der größten Hoffnungsträger der US-Demokraten, ließ sich in einer Podiumsdiskussion zu seiner Rolle als <a href="http://schedule.sxsw.com/2013/events/event_IAP16125">„New Media Politician“</a> befragen. Zac Moffatt, der Digitalchef der Romney-Kampagne, sprach auf einem Panel unter anderem mit dem Chef-Datenanalysten der Obama-Kampagne Dan Wagner über die Bedeutung von Big Data mit Blick auf Wähleransprache im letzten US-Wahlkampf. Den Gründer des <a href="http://personaldemocracy.com/">Personal Democracy Forums</a> Andrew Rasiej, trifft man dann abends nach den Workshops entspannt auf ein Bier auf einer der zahlreichen Networking-Partys. Daneben gab es weitere Veranstaltungen, auf denen Vertreter von NGOs, Regierungen oder Agenturen über Themen wie <a href="http://schedule.sxsw.com/2013/events/event_IAP12986">Digital Diplomacy</a> oder <a href="http://schedule.sxsw.com/2013/events/event_IAP3470">Crowdsourcing für kommunale Haushalte</a> sprachen und dabei zumeist auch das Publikum mit einbezogen.<br />
Im Fokus der SXSW standen aber natürlich – zum Teil wiederkehrende – Trends. Von der <a href="http://www.google.com/glass/start/">Google-Brille</a> über <a href="http://www.engadget.com/2013/01/08/samsungs-evernote-ready-t9000-smart-fridge-hands-on/">smarte Kühlschränke</a> bis zu dem Gerücht von einer <a href="http://www.theverge.com/2013/3/4/4062448/apple-watch-will-run-ios-and-arrive-later-this-year-say-sources">Apple-Uhr</a> – neue Technologien zeigen, dass auch der Alltag immer mehr von der digitalen Welt durchdrungen wird – und das zu jeder Zeit und an jedem Ort.<br />
Aber konzentrieren wir uns hier lieber auf Trends und Persönlichkeiten, die auch für die politische Kommunikation im Social Web von Bedeutung sind, denn hier hatte die SXSW einiges zu bieten.</p>
<h3>Alles wird Mobil und lokal – auch für die Politik</h3>
<p>Ein Trend, der vielleicht schon keiner mehr ist, aber insbesondere im Ausstellungsbereich der SXSW sehr präsent war, kann unter dem Stichwort SoLoMo (SocialMobileLocal) zusammengefasst werden. Die große Mehrheit der dort vorgestellten Produkte waren Mobile-Apps oder zumindest auf den mobilen Bereich ausgelegte Websites. Die Palette an Angeboten reichte von interaktiven <a href="http://www.aurasma.com/#/whats-your-aura">Augmented Reality Apps</a> über Kontaktvermittlungen im unmittelbaren Umfeld bis hin zu spielerischen Apps. Der mobile Bereich wird immer mehr zum Hauptspielplatz des Internets und verknüpft die virtuelle Welt mit der realen. Obwohl die gezeigten Apps kaum bis wenig Bezug zu politischer Kommunikation hatten, sind die anwesenden Strategen und Politikberater sicher sehr aufmerksam über die Fachmesse gegangen. Denn bereits im letzten US-Präsidentschaftswahlkampf spielte der mobile Sektor eine wichtige Rolle. Nicht nur für das Fundraising, sondern auch mit Blick auf das <a href="http://politik-digital.de/praesidentschaftswahl-2012-konferenz-zu-us-kampagnentrends/">Targeting</a>. Die Inspiration für neue Wahlkampf-Apps kommt von den taktangebenden Startups, die jedes Jahr auf der SXSW ausstellen.</p>
<h3>Big und Open Data &#8211; Die Amerikaner machen den nächsten Schritt</h3>
<p>Erst jüngst ist in Deutschland mit <a href="https://www.govdata.de/">GovData</a> ein Portal gestartet, das offene Regierungsdatendatensätze frei zugänglich macht. In den USA ist dies mit <a href="http://www.data.gov/">data.gov</a> bereits seit einigen Jahren möglich. Hier beschäftigt man sich aktuell eher mit der Frage, was man tun kann und muss, um die Beteiligung der Bürger weiter zu intensivieren. Zum einem sind <a href="http://challenge.gov/search?cat=155">Wettbewerbe</a> hilfreich, zum anderen gibt es Überlegungen, einen finanziellen Anreiz zu schaffen. Unternehmen und Startups, aber auch NGOs oder Einzelpersonen können sich künftig als Dienstleister bei der amerikanischen Regierung bewerben und werden bei Bedarf mit einzelnen Projekten beauftragt.<br />
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Lucas-Mohr-und-Adrian-Rosenthal-21.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-127882" alt="Lucas Mohr und Adrian Rosenthal 2" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Lucas-Mohr-und-Adrian-Rosenthal-21-195x119.jpg" width="195" height="119" /></a><strong>Lucas Mohr</strong> leitet im Berliner Büro von <a href="http://www.ketchum.com/de/ketchum-pleon-germany">Ketchum Pleo</a>n die Digital-Unit.<br />
<strong>Adrian Rosenthal</strong> ist Head of Digital and Social Media bei<a href="http://www.mslgroup.de/"> MSL Germany</a>.<br />
Zusammen besuchten beide dieses jahr die SXSW in Austin. Zudem bloggen sie auf <a href="http://www.amerikawaehlt.de/">amerikawaehlt.de</a> über digitale Trends und aktuelle Entwicklungen im Online-Campaigning mit einem Fokus auf US-Wahlkämpfe.</div></div><br />
Der größere Anteil der Sessions und Keynotes auf der SXSW beschäftigte sich aber mit dem Thema Big Data. Natürlich versuchen Unternehmen, mit den von ihnen gesammelten Daten weitreichende Erkenntnisse über ihre Zielgruppen und Konsumenten zu bekommen, um so zum Beispiel ihren Social Media-Content zu optimieren. Für die Politik sind die Daten und die Analyse dieser aber mindestens ebenso wichtig. Während Romneys Big Data Project Orca floppte, hatte Obamas Programm mit dem Namen <a href="http://www.slate.com/articles/news_and_politics/victory_lab/2012/02/project_narwhal_how_a_top_secret_obama_campaign_program_could_change_the_2012_race_.html">Narwhal</a> eine wichtige Bedeutung. Daher wurde die <a href="http://schedule.sxsw.com/2013/events/event_IAP15588">„Big Data Democracy: The Rise of Analytics“</a> vielfach auf der SXSW diskutiert und immer wieder wurde die bedeutende Rolle von Big Data vor allem für zukünftige Wahlkämpfe hervorgehoben. Das hat auch der allseits geschätzte Ober-Data-Nerd Nate Silver in seiner <a href="http://schedule.sxsw.com/2013/events/event_IAP15875">Keynote</a> noch einmal betont, wobei er vor allem darauf einging, wie man Umfragen richtig deutet bzw. akkumuliert und damit das Verhalten der Wählerschaft einigermaßen verlässlich voraussagen kann. Hier müssen die Republikaner deutlich aufholen in kommenden Wahlkämpfen, und es wird spannend zu beobachten sein, wie sie das anstellen wollen.</p>
<h3>Crowdfunding als Chance für öffentliche Einrichtungen</h3>
<p>Crowdfunding ist derzeit in aller Munde und bislang vor allem aus dem <a href="http://www.kickstarter.com/projects/597507018/pebble-e-paper-watch-for-iphone-and-android">Kreativ- und Produktbereich</a> bekannt. Einen interessanten Ansatz, wie auch staatliche Einrichtungen Crowdfunding für sich nutzen können, zeigte die Veranstaltung &#8220;<a href="http://schedule.sxsw.com/2013/events/event_IAP984">Can Crowdfunding Save Local Government Budgets?</a>&#8220;. Die Idee ist relativ simpel: Staatliche Einrichtungen oder die Bürger stellen auf einer Plattform wie <a href="http://citizinvestor.com/">Citizinvestor</a> oder <a href="http://spacehive.com/">Spacehive</a> ein Projekt ein und rufen zur Spendenbeteiligung auf. Bei den Projekten handelt es sich meist um kleine lokale Initiativen wie den <a href="http://www.publicservice.co.uk/news_story.asp?id=19279">Bau eines Gemeindezentrums</a> oder das Pflanzen von Bäumen. Eine Chance, nicht nur Geld einzusammeln, sondern auch für Aufmerksamkeit und Transparenz beim Verbleib von Geldern zu sorgen. Einige offene Fragen bleiben allerdings, zum Beispiel die der Legitimation. Denn warum sollten Bürger noch zusätzliches Geld zur Verfügung stellen, wenn sie doch bereits Steuern zahlen? Weiterführende Informationen zum Thema gibt es auf der Webseite von <a href="http://www.ethanzuckerman.com/blog/2012/08/10/how-do-we-make-civic-crowdfunding-awesome/">Ethan Zuckerman</a>.</p>
<h3>Cory Booker &#8211; Der New Media-Politiker</h3>
<p>Obwohl die Keynote-Unterhaltung zwischen Al Gore und <a href="http://allthingsd.com/author/walt/">Walter Mossberg</a> über Gores neues Buch „The Future: Six Drivers of Global Change“ interessant war, hat Newarks Bürgermeister Cory Booker ihm doch die Schau gestohlen. Während Gore vor einer „hacked democracy“ warnte, in der zu viel Macht in den Händen einiger Mächtiger konzentriert sei, sprach der demokratische Hoffnungsträger Cory Booker sehr persönlich und anschaulich über seine Nutzung sozialer Medien. Booker, der übrigens auch als <a href="http://techland.time.com/2013/03/12/cory-booker-sxsw/">SXSW Speaker of the Year</a> ausgezeichnet wurde, nutzt vor allem Twitter (auf das ihn tatsächlich erst Ashton Kutcher brachte), um mit seinen Wählern in direktem Kontakt zu bleiben. Für ihn ist Twitter in erster Linie keine nationale Diskussionsplattform, um mit anderen Politikern zu streiten, sondern dezidiert ein lokales Beteiligungstool, bei dem vor allem Transparenz und Authentizität zählen würden.</p>
<h3>Startups und Politik</h3>
<p>Dass sich auch Tech-Firmen und Startups immer stärker in Wahlkämpfe einbringen, konnte man bereits im jüngsten US-Wahlkampf gesehen, bei dem sowohl Google als auch Facebook sowie ihre Mitarbeiter wichtige Wahlspender waren. Zudem haben diese Unternehmen unter dem Damoklesschwert von SOPA, PIPA und Co. ihr Lobbying extrem professionalisiert, da sie mehr und mehr von politischen Entscheidungen mit Hinblick auf Themen wie Datenschutz betroffen sind. Auf der SXSW bot der republikanische Senator Jerry Moran auf seinem Panel „Why Public Policy Should Matter to Your Startup“ eine Plattform, um mit Vertretern von Startups über deren Herausforderungen für die Politik zu diskutieren. Dabei sprachen Moran und seine Gesprächspartner über ein breites Themenspektrum von Datenschutz bis hin zur Reform des Einwanderungsrechts speziell für Fachkräfte, die dringend von Startups benötigt werden. Moran ist zudem einer der Sponsoren des <a href="http://www.techdirt.com/blog/innovation/articles/20130213/01150321959/third-times-charm-startup-act-30-introduced-this-time-with-infographic.shtml">Startup Act 3.0</a>, einem Gesetzesentwurf, der Startups unter anderem bei der Anwerbung von Fachkräften helfen soll.<br />
Politische Kommunikation im Social Web ist mittlerweile auf jeden Fall ein fester Bestandteil der SXSW geworden und zieht daher auch immer <a href="http://pandodaily.com/2013/03/11/republicans-and-keg-stands-at-this-years-sxsw-tech-and-politics-collide/">mehr Politiker an.</a> Wir sind gespannt auf das kommende Jahr – und überlegen mittlerweile, wie wir die Reise zum <a href="http://personaldemocracy.com/">Personal Democracy Forum</a> Anfang Juni in New York organisieren können.<br />
Bild: Gui Ambros (cc by-nc-sa 3.0)</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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		<title>Wir wählen das netzpolitische Wort des Jahres 2012!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Dec 2012 15:42:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Microtargeting]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsschutzrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Netiquette]]></category>
		<category><![CDATA[2012]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat es getan. Wir tun es auch. Nur ein wenig anders, deutlich digitaler und viel [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Originalbild-von-limbte-via-FlickR.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-125410" alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Originalbild-von-limbte-via-FlickR-630x419.jpg" width="630" height="419" /></a><br />
Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat es getan. Wir tun es auch. Nur ein wenig anders, deutlich digitaler und viel partizipativer: politik-digital.de wählt das netzpolitische Wort des Jahres 2012. Auf der Suche nach geeigneten Worten haben wir in den vergangenen Tagen in der Redaktion gegrübelt, uns die Haare gerauft, heiß diskutiert und uns schließlich die Meinung einiger Kollegen eingeholt. Am Ende konnten wir fünf Begriffe identifizieren, die wir prägend für das Jahr 2012 halten. Fünf Paten stellen ihren Wort-Kandidaten in kurzen Plädoyers vor. Und nachdem Sie, liebe Leserinnen und Leser, abgestimmt haben, werden wir das Gewinnerwort Anfang 2013 offiziell küren.</p>
<p>Welcher Begriff wird das netzpolitische Wort des Jahres 2012? Wählen Sie ihren Liebling und stimmen Sie bis <span style="text-decoration: underline">7. Januar 2013</span> ab!</p>
<h3>Dr. Leonard Novy: <span style="text-decoration: underline">Microtargeting</span> wird auch 2013 eine Rolle spielen</h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/wir-waehlen-das-netzpolitische-wort-des-jahres-2012/leonard_novy_300x300/" rel="attachment wp-att-125380"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-125380" alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/leonard_novy_300x300.jpg" width="300" height="300" /></a>Das netzpolitische Wort des Jahres ist scheinbar keines. Die diesjährige US-Wahl, in Folge derer &#8220;Microtargeting&#8221; plötzlich zum Lieblingsthema von Politikjunkies auf beiden Seiten des Atlantiks avancierte, jedenfalls war weniger von spektakulären Innovationen im Netz geprägt. Entscheidend war, was hinter den Kulissen lief: eine perfekt geplante Wählermobilisierung durch die Obama-Kampagne, die ihre beispiellose Effizienz letztlich auch der Nutzung des Netzes verdankte. Bildung, Beruf, Einkommen, Hobbies, Konsumverhalten – Unmengen von Daten wurden gesammelt und ausgewertet, um potentielle Wähler insbesondere in den Swing States direkt und mit personalisierten Botschaften anzusprechen – online wie offline. Obwohl die Rahmenbedingungen ganz andere sind, wird Microtargeting auch beim Bundestagswahlkampf  2013 eine größere Rolle spielen, geht es doch angesichts zunehmender Volatilität des Wählerverhaltens auch für deutsche Parteien zusehends darum, Unentschiedene für sich zu gewinnen und die eigenen Anhänger zu mobilisieren. Von den dafür erforderlichen Informationen sind auf dem Markt mehr verfügbar, als dem ein oder anderen lieb sein dürfte – Datenschutz hin oder her.</p>
<p><em>Dr. Leonard Novy (Jhrg. 1977) ist Direktor am <a title="Homepage Institut für Medien- und Kommunikationspolitik" href="http://medienpolitik.eu/cms/index.php?idcat=54" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Institut für Medien- und Kommunikationspolitik</a>, Berlin, und Herausgeber des Mehrautorenblogs<a title="Blog &quot;carta.info&quot;" href="http://www.carta.info" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> carta.info</a>.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Prof. Dr. Christoph Bieber: <span style="text-decoration: underline">Liquid</span> gleich mehrfach relevant</h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/wir-waehlen-das-netzpolitische-wort-des-jahres-2012/bieber_christoph_300/" rel="attachment wp-att-125421"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-125421" alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/bieber_christoph_300.jpg" width="300" height="291" /></a>&#8220;Liquid&#8221; ist für mich das netzpolitische Wort des Jahres, weil es gleich in drei Perspektiven relevant ist. Als abstraktes Konzept der &#8220;Liquid Democracy&#8221; beschreibt es die Verflüssigung unterschiedlicher demokratietheoretischer Ansätze durch Online-Kommunikation, bei der Elemente aus repräsentativer, direkter und deliberativer Demokratie zusammengeführt werden. In der Software-Lösung &#8220;Liquid Feedback&#8221; steht es für die flexible Rückkopplung innerhalb begrenzter Nutzergruppen, die damit neue Wege zur Entscheidungsvorbereitung und –findung im Praxisversuch testen. Und schließlich beschreibt die Politikwissenschaft damit eine zentrale Eigenschaft des deutschen Parteiensystems. So ist spätestens seit der Wahl 2009 die Rede vom &#8220;liquiden Fünfparteiensystem&#8221;, in dem die Rangfolge der Parteien variabel geworden ist und sich die Parteien ihrer Position nicht mehr sicher sein können. Das Aufkommen der Piratenpartei betont dieses Charaktermerkmal zusätzlich – inzwischen scheinen Sechs-Fraktionen-Parlamente ebenso in Reichweite wie unterschiedliche Konstellationen mit fünf Fraktionen. Dadurch wächst die Unsicherheit der Parteien über ihren parlamentarischen Status und insofern erhält der Begriff der &#8220;Liquidität&#8221; des Parteiensystems eine neue Qualität.</p>
<p><em>Prof. Dr. Christoph Bieber ist Politikwissenschaftler am <a href="http://www.uni-due.de/politik/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Institut für Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen</a>. Seit Mai 2011 hat er dort die Welker-Stiftungsprofessur für Ethik in Politikmanagement und Gesellschaft an der <a href="http://www.nrwschool.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">NRW School of Governance </a>übernommen. Er ist seit der Gründung Mitglied im Vorstand von <a href="http://verein.politik-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pol-di.net e.V.</a></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Wolf-Christian Ulrich: Früher kamen die Beleidigungen per Post – heute kommt der Tweet. Fröhlich nominiere ich die <span style="text-decoration: underline">Netiquette</span>!</h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/fernsehmoderator-wolf-christian-ulrich-alles-aus/am-dienstag-09-08-11-in-berlin-wolf-christian-ulrich/" rel="attachment wp-att-119231"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-119231" alt="Foto Wolf-Christian Ulrich" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Portrait-Wolf-Christian-Ulrich.jpg" width="300" height="300" /></a>Neulich war eine junge Piratin in meiner Sendung zu Gast – die sich für ein wirklich gutes Thema engagiert: Menschen mit Behinderung bessere Möglichkeiten zu geben, an unserer Gesellschaft teilzuhaben. Sie ist gehörlos. Für ihren Auftritt gab es Tweets, in denen sich die Verfasser über ihre Behinderung lustig gemacht hatten. Das war wirklich extrem beknackt.</p>
<p>Wer sich öffentlich äußert, muss mit Beleidigungen leben. Früher kamen die per Post – heute kommt der Tweet. Oder die Kommentare auf YouTube (das sind die schlimmsten). Es tippt sich halt leicht dahin. Das ist schade, weil das Netz eigentlich die Chance bietet für einen besseren Diskurs als auf der Straße, wo man sich gemeinhin wegen der Vorfahrt anschnauzt.</p>
<p>Ich habe das Glück, in diesem Jahr 98% tolle oder freundliche oder witzige Nachrichten in digitaler Form erhalten zuhaben; darunter auch konstruktive Kritik, für die ich dankbar bin. Ich glaube, dass uns das weiterbringt. Deshalb nominiere ich fröhlich und <em>in good spirits</em> die Netiquette zum Onlinewort des Jahres!</p>
<p><em><a title="Homepage Wolf-Christian Ulrich" href="http://wolfchristianulrich.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wolf-Christian Ulrich</a> moderiert den crossmedialen Polit-Talk <a title="Website ZDF Log-In" href="http://blog.zdf.de/zdflogin/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ZDF log in</a>. Auf ZDFinfo präsentiert er darüber hinaus weitere gesellschaftspolitische Formate wie die Reportage-Reihe <a title="Sendung Ulrich protestiert" href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1439956/Ulrich-protestiert#/beitrag/video/1439956/Ulrich-protestiert" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ulrich protestiert</a> oder den pop-politischen Talk <a title="Sendung ZDF Verstärker!" href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1515246/Verst%C3%A4rker!#/beitrag/video/1515246/Verstaerker!" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verstärker!</a> Er lebt in Berlin.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Matthias Spielkamp: Das <span style="text-decoration: underline">Leistungsschutzrecht</span> ist die Steinkohlesubvention des 21. Jahrhunderts</h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/wir-waehlen-das-netzpolitische-wort-des-jahres-2012/spielkamp_300/" rel="attachment wp-att-125395"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-125395" alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/spielkamp_300.jpg" width="300" height="245" /></a>Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger: Springer will es, Burda will es, der Bundesverband deutscher Zeitungsverleger und der Verband deutscher Zeitschriftenverleger wollen es auch. Das ist offenbar genug, damit es auch das Kanzleramt will. Nicht einführen wollen es: jeder unabhängige Urheberrechtsjurist dieser Republik, vertreten (wenn man so will) durch 16 der bekanntesten Akademiker unter Führung des Max-Planck-Instituts für Immaterialgüterrecht und die deutsche Vereinigung für gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht, der Bundesverband Deutscher Industrie, der Bundesverband Digitale Wirtschaft, der Verband der deutschen Internetwirtschaft (eco), der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) und (mindestens) 20 weitere Verbände, Freischreiber – der Zusammenschluss freier Journalisten und die Gesamtheit dessen, was man hierzulande die Netzgemeinde oder Internet-Community nennt. Ach ja: Das Bundesjustizministerium will es auch nicht. Das darf dort nur niemand offen sagen. Denn es ist ein verkorkster Gesetzesvorschlag, der einer noch verkorksteren Idee entsprungen ist. An ihm wird kein Generationenkonflikt deutlich, wie es mancher behauptet. Sondern es wird daran deutlich, wie fest die Presseverlage die CDU im Griff haben und wie wenig der Union an einer Politik gelegen ist, die in die Zukunft schaut, statt die Gegenwart zu betonieren. Das Leistungsschutzrecht (das besser Leistungsschutzgeld heißen sollte) ist die Steinkohlesubvention des 21. Jahrhunderts. Das allein sollte genug sein, es zum netzpolitischen (Un)Wort des Jahres 2012 zu küren.</p>
<p><em>Matthias Spielkamp arbeitet als Journalist, Referent und Berater in Berlin. Er ist Partner beim <a title="Homepage iRightsLab" href="http://irights-lab.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">iRightsLab</a> sowie Gründungsmitglied und Projektleiter von <a title="Homepage iRights.info" href="http://iRights.info" target="_blank" rel="noopener noreferrer">iRights.info</a>. Als Dozent für Urheberrecht und Journalismus Online sowie Redaktions- und Management-Coach arbeitet er u.a. für die ARD-ZDF-Medienakademie und die DW-Akademie. Er ist Autor mehrerer Bücher und Vorstandsmitglied bei Reporter ohne Grenzen.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Dirk von Gehlen: Im Gemeinsamen steckt der Wert der <span style="text-decoration: underline">#Crowd</span>, nicht in der Masse</h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/wir-waehlen-das-netzpolitische-wort-des-jahres-2012/dirkvongehlen_300/" rel="attachment wp-att-125567"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-125567" alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/dirkvongehlen_300.jpg" width="300" height="246" /></a>Der Begriff der Crowd ist eigentlich irreführend. Er beschreibt eine gesichtslose Masse, die in der Verwendung als Verb im Englischen sogar einen bedrängenden Aspekt in sich trägt. Die Form der Finanzierung der Vielen, die mit dem Begriff des Crowdfunding beschrieben wird, zeichnet sich aber eben dadurch aus, dass es keine gesichtslose Masse ist, sondern eine Verbindung vieler Einzelner, die etwas verbindet: das Interesse an einem Produkt, die Begeisterung für einen Künstler oder ganz einfach der Wille, jetzt gemeinsam etwas zu schaffen. Denn im Gemeinsamen steckt der Wert der Crowd, nicht in der Masse. Die erfolgreichen Ansätze des im späten 2012 etwas überhypten Crowdfundings, gründen genau darauf: gemeinsam etwas zu schaffen, was alleine nicht gelingen würde. Dieser Ansatz verdient Anerkennung &#8211; über das Jahr 2012 hinaus.</p>
<p><em><a title="Homepage Dirk von Gehlen" href="http://www.dirkvongehlen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dirk von Gehlen</a> leitet bei der Süddeutschen Zeitung die Abteilung &#8220;Social Media/Innovation&#8221;, zu der auch das junge Magazin <a title="Homepage jetzt.de" href="http://www.jetzt.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">jetzt.de</a> zählt. Der Diplom-Journalist finanzierte im Winter 2012 sein Buchexperiment &#8220;Eine neue Version ist verfügbar&#8221; mit Hilfe seiner Leser auf der Plattform startnext. Rund 14.000 Euro kamen für das Buch zusammen, das als Nachfolger seines Suhrkamp-Titel &#8220;Mashup &#8211; Lob der Kopie&#8221; die These aufstellt: Die Digitalisierung macht Kultur zu Software.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="text-decoration: underline">-Die Abstimmung ist beendet-<em><br />
</em></span></p>
<p><a name="Voting"></a><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-125450" alt="Logo &quot;Abstimmung&quot;" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Abstimmung_Wort_2012.png" width="149" height="52" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>[poll id=&#8221;32&#8243;]</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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]]></content:encoded>
					
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		<title>Microtargeting &#8211; Wahlkampf mit Datensätzen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/microtargeting-wahlkampf-mit-datensaetzen-122117/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Oct 2012 14:49:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[#US2012]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
		<category><![CDATA[US-Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Microtargeting]]></category>
		<category><![CDATA[Obama]]></category>
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					<description><![CDATA[Kaum ein Thema der letzten beiden US-Präsidentschaftswahlkämpfe hat die Beobachter hierzulande so sehr begeistert wie die Internetaktivitäten der Kandidaten. Es [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/microtargeting-wahlkampf-mit-datensaetzen/target_6/" rel="attachment wp-att-122126"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-122126" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Target_6.jpg" alt="" width="600" height="396" /></a>Kaum ein Thema der letzten beiden US-Präsidentschaftswahlkämpfe hat die Beobachter hierzulande so sehr begeistert wie die Internetaktivitäten der Kandidaten. Es geht um Apps, Social Media und Mobilisierungsnetzwerke. Nur selten rücken dabei jedoch die Datenbanken als Fundament solcher Netzaktivitäten in den Vordergrund. Dabei spielen die Datenbanken der Parteien bereits seit Jahrzehnten eine nicht zu unterschätzende Rolle in amerikanischen Wahlkämpfen.</p>
<p>Sowohl Republikaner als auch Demokraten pflegen umfangreiche Datenbanken mit Informationen über die wahlberechtigte Bevölkerung. Die Parteien versprechen sich davon, potentielle Wähler zu erkennen und mit den passenden Botschaften und Themen anzusprechen. Durch den Siegeszug des Computers und des Internet haben die Datenbanken in den Parteizentralen einen regelrechten Aufschwung erlebt und wurden spätestens im US-Präsidentschaftswahlkampf 2008 auch für eine größere Öffentlichkeit sichtbar.</p>
<h3>Intelligente Algorithmen</h3>
<p>So sorgte Barack Obama 2008 für einige Aufmerksamkeit, als er Microtargeting einsetzte &#8211; also die zielgenaue, themenspezifische Wähleransprache-, indem er seine freiwilligen Helfer Millionen von Daten sammeln ließ. Während Microtargeting bei Google zu passenden Suchergebnissen und passender Werbung führt, sind es im politischen Bereich die auf die Einzelperson zugeschnittenen Spendenaufrufe und Themenansprachen. Intelligente Algorithmen helfen außerdem dabei, Voraussagen über das Spendenverhalten, die Wahlbeteiligung und das Engagement zu treffen und damit die Ansprache zu optimieren.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc">     <a href="http://politik-digital.de/barack-bo-und-big-bird-pet-content-im-us-wahlkampf/untitled-1-3/" rel="attachment wp-att-121799"><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Untitled-1-305x305.png" alt="" width="166" height="166" /></a><br />
In den USA finden am 6. November 2012 Wahlen statt. Lesen Sie weitere Beiträge zum US-Wahlkampf in unserer Reihe <a title="Reihe &quot;Wahlkampf im Fokus" href="http://politik-digital.de/category/themen/us2012-themen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">#US2012</a> </div></div> Nach 2008 werden auch in diesem Jahr wieder freiwillige Helfer von Obama rekrutiert, um Daten zu sammeln. Auf der Internetplattform <a href="http://call.barackobama.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">call.barackobama.com</a> kann sich quasi jeder im Auftrag von Obama als Telefonunterstützer betätigen. Dazu wird den Unterstützern vom System vollkommen automatisch die Telefonnummer eines potentiellen Wählers zugewiesen. Dieses Telefonat kann direkt auf der Internetseite dokumentiert werden. Auf diese Weise ist bereits im vergangenen Wahlkampf ein umfangreicher Datenberg entstanden, der Obama in diesem Wahljahr einen nicht zu unterschätzenden Vorsprung gegenüber seinem Konkurrenten Mitt Romney verschafft hat.</p>
<h3>Der gläserne Wähler</h3>
<p>Doch nicht nur auf die selbsterhobenen Daten wird zurückgegriffen, sondern auch sogenannte Data-Mining-Dienstleister kommen zum Einsatz. Dadurch gelangen die Kampagnenstrategen an für ihre Zwecke sehr wertvolles Wissen darüber, was potentielle Wähler einkaufen, wo sie wohnen, welche Autos sie fahren, was sie lesen und womit sie sich in ihrer Freizeit beschäftigen. Das Verknüpfen solcher kommerziellen Daten mit den eigenen Daten ist zwar auch in den USA nicht gern gesehen, aber scheinbar inzwischen gängige Praxis.</p>
<p>Die Wähleransprache hat sich also grundlegend verändert. Vorbei sind die Zeiten, in denen TV-Werbung und Postwurf-Aktionen alleine ausreichten. Vielmehr wird in immer stärkerem Maße versucht, die Wähler persönlich und möglichst individuell anzusprechen. Der gläserne Wähler ist in den USA also Realität geworden.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Passgenaue Wahlwerbung in den USA</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/passgenaue-wahlwerbung-in-den-usa-3349/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[jfranke]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Sep 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[US-Präsidentschaftswahlen 2008]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Microtargeting]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Während der Vorbereitungen zum Präsidentschaftswahlkampf 2008 bedienen sich die US-amerikanischen Parteien gigantischer Datensammlungen, um interessante Wählergruppen zu identifizieren und anzusprechen. Auch in Deutschland gibt es erste zaghafte Versuche.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
Während der Vorbereitungen zum Präsidentschaftswahlkampf 2008 bedienen sich die US-amerikanischen Parteien gigantischer Datensammlungen, um interessante Wählergruppen zu identifizieren und anzusprechen. Auch in Deutschland gibt es erste zaghafte Versuche.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
So berief der nationale Dachverband der Demokraten im August einen<br />
einwöchigen Workshop an der Universität Cleveland ein,<br />
um ehrenamtliche und hauptberufliche Wahlkämpfer mit der neuen<br />
Wunderwaffe der Partei vertraut zu machen: dem <a href="http://votebuilder.com/Login.aspx" target="_blank" rel="noopener noreferrer">VoteBuilder</a>.
</p>
<p>
Das System des VoteBuilders besteht aus einer Community-ähnlichen<br />
Internetplattform, auf der sich Unterstützer des demokratischen<br />
Präsidentschaftskandidaten austauschen können, Wählerdaten<br />
miteinander teilen und Wählerprofile erstellen.
</p>
<p>
Die Republikaner, schon einige Jahre länger auf gleiche Weise<br />
aktiv, bieten ihrerseits ein sehr ähnliches datenbankgestütztes<br />
System auf. Die <a href="https://votervault.com/vv/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Voter<br />
Vault</a> wurde überregional erstmals bei der Wiederwahl von<br />
George W. Bush 2004 eingesetzt und als entscheidend für den<br />
Sieg gegen John Kerry gefeiert.
</p>
<p>
<b>Daten sammeln an der Haustür</b>
</p>
<p>
Eines haben VoteBuilder und Voter Vault gemeinsam: Sie beinhalten<br />
beide Daten von mehr als 165 Millionen Amerikanern. Tausende Helfer<br />
sammeln diese in den einzelnen Wahlbezirken an der Haustür<br />
– oder Marketing-Agenturen kaufen die Daten im großen<br />
Stil an. Religiöse Ausrichtung, Zeitungs- und Zeitschriftenabonnements<br />
oder die bevorzugten TV-Sendungen, den aktuellen Wert des Eigenheims,<br />
eine mögliche kriminelle Vergangenheit oder Informationen über<br />
eine Vorliebe für Schneemobile sind nur einige Beispiele für<br />
die gewaltige Datenfülle, die zusammengetragen wird.
</p>
<p>
Dabei ist Marketing-Experten der Begriff “Microtargeting”<br />
abseits der Politik schon seit über 40 Jahren bekannt. Die<br />
Vorgehensweise blieb die gleiche, egal ob für Waschmittel oder<br />
Parteiprogramme geworben wird. Man erstellt eine qualitative statistische<br />
Stichprobe mittels Umfrage, die die Interessen und Charakteristika<br />
der umworbenen Zielgruppe identifiziert. Das so erstellte Zielgruppenprofil<br />
identifiziert etwa den typischen Abtreibungsgegner in Columbus,Ohio<br />
als 42-jährigen Weißen, der ein überdurchschnittlich<br />
teures Haus besitzt, gerne Golf spielt, regelmäßig die<br />
Kirche besucht und dessen Kinder auf eine Privatschule gehen.
</p>
<p>
<b>Kaum Datenschutzbedenken in den USA</b>
</p>
<p>
Nach diesem Profil wird nun in der Wählerdatenbank gefiltert,<br />
ähnliche Personen werden über E-Mail, Telefon oder an<br />
der Haustür kontaktiert und für die eigene Partei geworben.<br />
Für 2008 kündigten US-Parteien bereits individuelle Wahlwerbung<br />
auf dem Mobiltelefon und über digitales Fernsehen an. Dabei<br />
werden spezifische Themen besonders betont, von denen man sich ein<br />
starkes Interesse des angesprochenen Bürgers erhofft. Befürworter<br />
der Methode feiern Microtargeting in der Politik als den Königsweg,<br />
um endlich gezielt auf Wählerinteressen eingehen zu können<br />
und das politische Interesse der US-Bürger zu erhöhen.<br />
Kritiker warnen vor mangelnder statistischer Verlässlichkeit<br />
und zu hohen Kosten.
</p>
<p>
Datenschutzbedenken kommen in den USA kaum auf, obwohl bereits<br />
aus 2001 ein Hackerangriff auf einen IT-Dienstleister der republikanischen<br />
Partei bekannt ist. Einträge aus Voter Vault wurden angeblich<br />
nicht entwendet, exakte Details über den Vorfall halten das<br />
betroffene Unternehmen und die Partei jedoch zurück.
</p>
<p>
<b>In Deutschland findet Microtargeting wenig Freunde</b>
</p>
<p>
Eine ähnliche Entwicklung in Deutschland beobachten Experten<br />
kritisch. “Viele Bürger wollen nicht mit ihren persönlichen<br />
Vorlieben in Datenbanken gespeichert werden. Es muss immer eine<br />
Einwilligung vorliegen, dass personenbezogene Daten und vor allem<br />
Vorlieben gespeichert und verarbeitet werden dürfen,”<br />
sagt etwa der Betreiber von <a href="http://www.netzpolitik.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">netzpolitik.org</a><br />
und Datenschützer Markus Beckedahl.
</p>
<p>
<a href="http://userpage.fu-berlin.de/%7Ebendrath/arbeit.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ralf<br />
Bendrath</a>, Politikwissenschaftler an der Universität Bremen,<br />
meint: ”Der Wähler wird nicht ehrlich und als ganzer<br />
Mensch behandelt, sondern nur anhand seines Profils. Wahlkampf wird<br />
so dem Gebrauchtwagenhandel immer ähnlicher.”
</p>
<p>
Grundsätzlich scheinen die Voraussetzungen für Microtargeting<br />
in Deutschland wesentlich schlechter zu sein. In den USA ist der<br />
Datenschutz im privaten Sektor, zu dem auch Parteien gehören,<br />
kaum geregelt. “Deutschland hat eine andere Datenschutztradition<br />
als die USA. Hier haben wir noch mit die strengsten Richtlinien,<br />
was den Schutz personen-bezogener Daten betrifft”, so Beckedahl.
</p>
<p>
<b>Wahlwerbung mit gekauften E-Mail-Adressen</b>
</p>
<p>
Zudem verfügen die deutschen Parteien über wesentlich<br />
weniger Finanzkraft als Republikaner oder Demokraten und könnten<br />
nur schwerlich solch kostenintensive Systeme aufziehen. Bendrath<br />
fügt an: &quot;Generell gilt in der EU, dass etwa eine direkte<br />
Ansprache per Telefon nicht erfolgen darf, wenn nicht bereits eine<br />
Geschäftsbeziehung besteht. Das gilt auch für politisches<br />
Marketing.&quot;
</p>
<p>
Jedoch stimmen deutsche Internetuser und Kunden häufig einem<br />
Weiterverkauf ihrer Daten zu, etwa bei der Teilnahme an Gewinnspielen.<br />
Und vereinzelt verwendeten auch deutsche Parteien bereits technologiegestützte<br />
Direktmarketinginstrumente. Ronald Schill rief während der<br />
Hamburger Senatswahl 600.000 Bürger per Telefoncomputer an.<br />
Die Union kaufte 2005 vier Millionen E-Mail-Adressen an, um Wahlwerbung<br />
zu verschicken.
</p>
<p>
Die Aktionen riefen große Proteste hervor. Generell seien<br />
deutsche Bürger Direktmarketing gegenüber kritischer eingestellt<br />
als US-Bürger: ”Viele Bürger empfinden diese unerwünscht<br />
zugesendeten Werbeinformationen zurecht als Spam. Die so erworbenen<br />
Datensätze und ihre Verwendung gelten oftmals als unseriös”,<br />
gibt Markus Beckedahl zu bedenken.<br />
<script language="JavaScript" type="text/JavaScript">
<!--
function kommapunkt(form) {
if (form.input6 != null) { form.input6.value = form.input6.value.replace(/,/,'.'); }
form.input1.value = form.input1.value.replace(/,/,'.');
form.input2.value = form.input2.value.replace(/,/,'.');
form.input3.value = form.input3.value.replace(/,/,'.');
form.input4.value = form.input4.value.replace(/,/,'.');
form.input5.value = form.input5.value.replace(/,/,'.');
}
function DDD100pro(form) {
if (form.input6 == null) { form.input6.value = " ";
restprozent = 100 - form.input1.value - form.input2.value - form.input3.value - form.input4.value - form.input5.value
}
else { restprozent = 100 - form.input1.value - form.input2.value - form.input3.value - form.input4.value - form.input5.value - form.input6.value }
form.prozent.value = restprozent;
if (isNaN(form.prozent.value))
{
form.prozent.value= " ";
}
}
function DDDguessv(formv) {
part1 = eval(formv.part1.value);
part2 = eval(formv.part2.value);
part3 = eval(formv.part3.value);
part4 = eval(formv.part4.value);
part5 = eval(formv.part5.value);
part6 = eval(formv.part6.value);
input1 = eval(formv.input1.value);
input2 = eval(formv.input2.value);
input3 = eval(formv.input3.value);
input4 = eval(formv.input4.value);
input5 = eval(formv.input5.value);
input6 = eval(formv.input6.value);
abweichung = Math.abs(part1-input1) + Math.abs(part2-input2) + Math.abs(part3-input3) + Math.abs(part4-input4) + Math.abs(part5-input5) + Math.abs(part6-input6)
intro = " "
bewertung = " Prozentpunkte daneben!"
if (abweichung < 40) bewertung = " Prozentpunkte daneben! Aller Anfang ist schwer."
if (abweichung < 30) bewertung = " Prozentpunkte daneben! Übung macht den Meister"
if (abweichung < 15) bewertung = " Prozentpunkte daneben! Sie sind gut!"
if (abweichung < 5) bewertung = " Prozentpunkte daneben! Wow, Sie sind ein Profi!"
text = intro.concat(Math.round(abweichung * 10) / 10)
if (isNaN(abweichung))
{
formv.text.value= " ";
}
else
{
formv.text.value= text.concat(bewertung)
}
formv.lsg1.value = part1
formv.lsg2.value = part2
formv.lsg3.value = part3
formv.lsg4.value = part4
formv.lsg5.value = part5
formv.lsg6.value = part6
}
function DDDguess(form) {
//if (form.input6 == null) {
//form.input6.value = null;
//form.part6.value = null;
//}
//else {
//form.input6.value = form.input6.value.replace(/,/,'.');
//part6 = form.part6.value;
//input6 = form.input6.value;
//}
part1 = eval(form.part1.value);
part2 = eval(form.part2.value);
part3 = eval(form.part3.value);
part4 = eval(form.part4.value);
part5 = eval(form.part5.value);
input1 = eval(form.input1.value);
input2 = eval(form.input2.value);
input3 = eval(form.input3.value);
input4 = eval(form.input4.value);
input5 = eval(form.input5.value);
//if(!! form.part6) { abweichung = Math.abs(part1-input1) + Math.abs(part2-input2) + Math.abs(part3-input3) + Math.abs(part4-input4) + Math.abs(part5-input5) + Math.abs(part6-input6) }
//else {
abweichung = Math.abs(part1-input1) + Math.abs(part2-input2) + Math.abs(part3-input3) + Math.abs(part4-input4) + Math.abs(part5-input5)
//}
intro = " "
bewertung = " Prozentpunkte daneben!"
if (abweichung < 40) bewertung = " Prozentpunkte daneben! Aller Anfang ist schwer."
if (abweichung < 30) bewertung = " Prozentpunkte daneben! Übung macht den Meister"
if (abweichung < 15) bewertung = " Prozentpunkte daneben! Sie sind gut!"
if (abweichung < 5) bewertung = " Prozentpunkte daneben! Wow, Sie sind ein Profi!"
text = intro.concat(Math.round(abweichung * 10) / 10)
if (isNaN(abweichung))
{
form.text.value= " ";
}
else
{
form.text.value= text.concat(bewertung)
}
form.lsg1.value = part1
form.lsg2.value = part2
form.lsg3.value = part3
form.lsg4.value = part4
form.lsg5.value = part5
//if(!! form.lsg6) { form.lsg6.value = part6 }
//if(! form.part6) { form.lsg6.value = "" }
}
//
-->
</script></p>
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