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	<title>Mitmachen &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Mitmachen &#8211; politik-digital</title>
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		<title>„Online-Partizipation muss reale Prozesse abbilden“ – Kerstin Franzl im Interview</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Wolff]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jun 2016 10:51:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/opin-banner-01-e1466061213737.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-149552 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/opin-banner-01-e1466061213737.png" alt="" width="640" height="366" /></a>OPIN ist eine Toolbox, mit der internetbasierte Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendorganisationen geschaffen werden sollen. Im Interview erläutert EUth-Projektkoordinatorin Kerstin Franzl die Ankerpunkte des Konzepts und beschreibt zentrale Elemente für erfolgreiche Partizipation.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die Europäische Union hat erkannt, dass Jugendliche den europäischen Institutionen immer weniger vertrauen. Im Rahmen des <a href="https://ec.europa.eu/programmes/horizon2020/en/what-horizon-2020">Horizon 2020 Forschungs- und Innovationsprogramms</a> fördert die Europäische Union deshalb neue Zugangskanäle für Jugendliche. Das Innovationsprojekt <a href="http://www.euthproject.eu/">EUth – Tools and Tipps for Mobile and Digital Youth Participation in and across Europe</a> hat hierfür den Partizipationsbaukasten <a href="https://opin.me/de/">OPIN</a> entwickelt.</p>
<p>Kerstin Franzl, Mitarbeiterin des <a href="http://www.nexusinstitut.de/">nexus Instituts für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung</a>, organisiert das EUth-Projekt und koordiniert die Arbeit mit den Pilotprojekten. Wir haben uns mit ihr getroffen und sie zur Grundidee und deren Umsetzung befragt. Unser Weg führt dabei vorbei an den Anfängen des Projekts zu den innovativen Kernpunkten der Online-Partizipationstoolsbox. Eine Erkenntnis unseres Gesprächs war, dass erfolgreicher Partizipation weiterhin zentrale Probleme entgegenstehen. Die Gradwanderung zwischen Idealismus und technischen Herausforderungen wird dabei schnell zum Balanceakt:</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Als Projektkoordinatorin beim nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung betreuen Sie das EUth-Innovationsprojekt. Wie hat sich die Idee des EUth-Projekts und der OPIN Toolbox entwickelt, wie sehen Ihre Erfahrungen aus?</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><img decoding="async" class=" wp-image-140839" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Franzl_Profilbild_v1.jpg" alt="N" width="205" height="230" /> <strong>Kerstin Franzl</strong> ist Mitarbeiterin im <a href="http://www.nexusinstitut.de/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nexus Institut für Koopartionsmanagement und interdisziplinäre Forschung</a>, betreut das EUth-<br />
Partizipationsprojekt und koordiniert die Entwicklung des OPIN-Partizipationstools.</div></div>
<p><strong>Kerstin Franzl:</strong> Der erste Bezug zum Projekt rührt von den zwei Standbeinen des nexus Instituts. Im Bereich der geförderten Forschung nehmen wir an verschiedenen nationalen und internationalen Förderprogrammen teil. Hier sind die Nachfrage und der Forschungsbedarf an Partizipationsprojekten in den letzten Jahren enorm gestiegen. Seit ich 2010 im nexus Institut angefangen habe, beantrage ich deshalb kontinuierlich Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich der Partizipation. Unser zweites Standbein baut auf die Beratung und Durchführung von Partizipationsprojekten sowie dem Erstellen von Gutachten für Städte und Länder. Wir bringen also Partizipation in ganz unterschiedliche Kontexte ein.</p>
<p>2012 sind wir dann erstmals in Kontakt mit <a href="https://liqd.net/de/">Liquid Democracy e.V.</a> gekommen. Mit ihrer Adhocracy-Software waren sie die ersten auf dem Markt, die Online-Partizipation ermöglichten. Durch die Kooperation mit Liquid Democracy e.V. haben wir damals die technischen Umsetzungsmöglichkeiten von Onlinepartizipationsprojekten von vorne bis hinten kennengelernt und konnten im Rahmen des damaligen <a href="https://ypart.eu/static/youthpart">Ypart-Projekts</a> evaluieren, wo aktuelle Barrieren zu finden sind. Die Begleitung des Projekts von der Konzeptions- bis zur Durchführungsphase war sehr, sehr hilfreich im Verständnis aktueller Hindernisse und Grenzen.</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Und mit der Online-Partizipationstoolbox OPIN setzen sie jetzt genau an dieser Stelle an?</p>
<p><strong>Kerstin Franzl:</strong> Zum Teil, die Erfahrungen früherer Projekte fließen natürlich ganz klar mit in das EUth-Projekt ein, der Ansatz ist aber unabhängig von früheren Projekten zu sehen. Als wir die Idee für das EUth-Projekt entwickelt haben, war ein Ansatzpunkt, sich die Technikentwicklung fördern zu lassen, da es daran momentan am meisten mangelt. Leider ist es hier ja noch nicht so, dass sich die Technik für die Bedürfnisse entwickelt. Im Gegenteil, die Partizipationsprojekte müssen sich davon abhängig machen, was technisch umsetzbar ist. Neben der technischen Komponente ist uns aber auch klar geworden, dass erfolgreiche Partizipation ganz stark Beratung braucht. Die ist aber wiederum sehr teuer. Das ist natürlich im Bereich der Jugendarbeit extrem schwierig, weil hier einfach wenig Geld für Projekte zur Verfügung gestellt wird. Unsere Lösung ist daher, möglichst automatisiert Hilfe bereitzustellen. Das ist eigentlich auch der Hauptankerpunkt des Projekts: automatisiert Prozesse für Jugendarbeit bereitstellen, die es auch Laien ermöglichen, Partizipationsprojekte zu konzipieren und aufzusetzen.</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Um dieses Ziel zu erreichen, entwickeln Sie das Projekt innerhalb verschiedener Test- und Entwicklungsphasen und arbeiten mit mehreren Pilotprojekten aus dem Bereich der Jugendarbeit und der Verwaltung zusammen. Praxisnähe und konkrete Fall- und Anwendungsbezüge scheinen also besonders im Fokus ihres Projekts zu stehen. Wie wichtig ist dieser Ansatz bei der Umsetzung des Projekts?</p>
<p><strong>Kerstin Franzl: </strong>Die Zusammenarbeit und Rückmeldung der Pilotprojekte, im Rahmen von Workshops und Usability-Checks, ist ganz wichtig für uns, um Feedback zu bekommen. Wir wollen ja schließlich wissen, ob das funktioniert, was wir machen. Darüber hinaus wird an uns natürlich die Anforderung gestellt, das umzusetzen, was die Pilotprojekte für die Durchführung von Partizipationsprojekten brauchen. Hier sind die Wünsche ganz unterschiedlich. Wir müssen dann schauen, wie wir verschiedene Methoden entwickeln und gleichzeitig Benutzerfreundlichkeit gewährleisten können. Schlussendlich wollen wir die Partizipationsprozesse aber so entwickeln, dass sie auch für ganz andere Projekte in anderen Kontexten genauso anwendbar sind. Hier liegt die Herausforderung bei uns, eine Übertragbarkeit herzustellen.</p>
<p>Trotzdem ist im Rahmen eines begrenzten Budgets auch nur ein begrenzter Testraum da, der an die lokalen Begebenheiten gebunden ist. Hier ist es auch ein wenig schade, dass die Europäische Union das Thema Online-Partizipation im Moment so stark auf Entwicklung ausrichtet und nicht so stark auf die Forschung. Eine tiefgreifende Analyse ist da äußerst schwierig. Weitere Forschung wäre aber natürlich wichtig, um zu sehen, wie es genau in den einzelnen europäischen Ländern mit Partizipationsprojekten aussieht.</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Also vermuten Sie auch unterschiedliche nationale Hemmnisse und Herausforderungen für Partizipation allgemein?</p>
<p><strong>Kerstin Franzl: </strong>Nein, das eigentlich nicht. In unseren Workshops haben wir uns mit verschiedenen nationalen VertreterInnen zusammengesetzt und aktuelle Barrieren diskutiert. Umsetzungsschwierigkeiten bestehen da vor allem aufgrund des unterschiedlichen Entwicklungsstands und der Akzeptanz von Online-Partizipation, auch innerhalb Deutschlands fällt das auf. Einige Kommunen haben schon vor 10 Jahren mit Partizipationsprojekten angefangen, da ist die Anerkennung von Online-Partizipation natürlich deutlich höher. Trotzdem treten dann aber doch häufig bereits Probleme beim Finden des passenden Partizipationskonzepts auf. Die Motivation der TeilnehmerInnen und die Realisierung einer Kooperation mit der Entscheidungsträgerebene erschwert die Umsetzung von Projekten ebenfalls. An dieser Stelle müsste man zum Beispiel weitere Forschung betreiben.</p>
<p>Insgesamt bewegt sich Online-Partizipation aber auch einfach in einem schwierigen Feld. Jeder erwartet, dass die Beteiligungszahlen hoch sein müssen, da jeder einen Internetzugang zuhause hat. Das Resultat ist aber häufig nicht viel besser als bei Offline-Partizipation. Trotzdem muss man unterstreichen, dass sich Online-Partizipation aber vor allem deswegen Legitimität verschafft, weil sie jedem zugängig gemacht werden kann. Die Beschränkungen sind hier deutlich niedriger als bei Offline-Partizipation, die immer nur beschränkt existieren kann.</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Und mit OPIN wollen Sie nun diesen Problemen begegnen? Wie sieht da Ihre genaue Umsetzung aus?</p>
<p><strong>Kerstin Franzl:</strong> Alle diese Probleme im Rahmen eines einzelnen Projektes lösen zu wollen ist natürlich nicht möglich. Aktuell sind wir ja auch noch in der ersten Testphase der OPIN-Toolbox, da befinden wir uns wirklich noch im Abstimmungsprozess. Im Moment schauen wir konkret, was wir realisieren wollen und was sich im Rahmen des Projekts wirklich umsetzen lässt. Die großen technischen Herausforderungen wie das automatische Abbilden von Partizipationsprozessen in verschiedenen Sprachen und eine automatische Strukturierung von Diskussionsinhalten sind weiterhin ungelöste Probleme. Besonders letzteres kann schnell zum Schocker werden, wenn man sich beteiligen möchte und dann auf seitenweise Diskussionsinhalte trifft, ohne sich übersichtlich über Sachverhalte informieren zu können. Welche dieser Themen wir aber speziell herausgreifen ist weiterhin offen.</p>
<p>Momentan fokussieren wird uns auf die Modularisierung und die Verschränkung von Online- und Offlineprozessen. Bisher gibt es kein Tool, das Partizipationsprozesse wirklich als Prozesse abbildet. Wir verstehen Partizipation aber als das, was sie ist: als Mehrebenenprozess, in dem online und offline nicht gesondert betrachten werden sollten. Deshalb wollen wir mit OPIN den Partizipationsprozess von Anfang bis Ende in einer Timeline darstellen, online und offline. Mit unserem halbmodularen Baukasten wollen wir denjenigen die Möglichkeit geben Partizipationsprojekte durchzuführen, die Laien auf dem Gebiet sind und auch keine finanziellen Mittel haben, um sich teure Unterstützung einzukaufen. Unser Ansatz zielt deshalb darauf ab, die Partizipationswege vorzuschlagen, deren Methoden auch eine Lösung herbeiführen. Wir zeigen also Proven-Solutions für Partizipationsprojekte auf. In Zusammenarbeit mit den einzelnen Pilotprojekten schauen wir jetzt individuell, welche Hauptwege sich zeichnen lassen und welche dann in die finale Version integriert werden können.</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Im Vergleich zu bestehenden Online-Partizipationsmöglichkeiten ist das ein spannender und innovativer Ansatz. Trotzdem scheint Online-Partizipation aber immer noch vor hohen Hürden zu stehen. Wie soll es da langfristig mit dem Projekt weitergehen und bleibt der eigene Idealismus vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen nicht auch manchmal auf der Strecke?</p>
<p><strong>Kerstin Franzl:</strong> Alle, die sich in diesem Feld engagieren und arbeiten, sind irgendwo Idealisten und Visionäre. Da ist man immer damit konfrontiert, dass der Status quo ein anderer ist als der, den man sich gerade wünscht. Es wird aber mehr und mehr deutlich, dass der Kulturwandel auf jeden Fall initiiert wurde. Es gibt eine große Bereitschaft. Das sieht man allein an den Geldern, die in die Entwicklung von Online-Partizipationsprojekten, Prozessen und Tools gesteckt werden. Auch auf lokaler und europäischer Ebene nimmt man Partizipationsprojekte zunehmend wahr. Immer mehr Länder und Städte institutionalisieren Bürgerbeteiligung. Diese Ansätze sind aber immer noch punktuell. Der Kulturwandel ist also noch nicht abgeschlossen.</p>
<p>Bei unserem Projekt wünsche ich mir natürlich besonders, dass OPIN letztlich auch genutzt wird – wir stellen das Tool schließlich im Auftrag der EU zusammen. Leider ist noch offen, inwieweit Online-Partizipationsprojekte auf europäischer Ebene institutionell installiert werden. Mit OPIN versuchen wir diesem Ziel näher zu rücken. Ob das dann auch zu 100 Prozent erreicht wird, kann ich natürlich nicht sagen. Trotzdem ist es aber auch schön, an der Entwicklung eines neuen Trends beteiligt zu sein. Das Interesse ist auf jeden Fall da, und auch die EU-Kommission befindet sich mitten drin im Prozess des Kulturwandels. Aus diesem Grund setzen wir hier mit unserem Projekt an, geben der Partizipation ein digitales Zuhause und schaffen ein Bewusstsein. Dabei denjenigen zu helfen, die eine offene Partizipation ermöglichen wollen, hat etwas sehr Befriedigendes.</p>
<p>Titelbild: <a href="http://www.euthproject.eu/app/download/12920997132/opin+banner-01.png?t=1458136850" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OPIN-Banner</a> via <a href="http://www.euthproject.eu/project/downloads/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">euthproject</a>, bearbeitet<br />
Porträt: Bereitgestellt von <a href="http://www.nexusinstitut.de/de/institut/mitarbeiterinnen-mitarbeiter/7-mitarbeiterinnen-a-mitarbeiter/450-kerstin-franzl" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kerstin Franzl</a>, bearbeitet</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
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		<title>E-Partizipation: 6 Erfolgsfaktoren für Mitmachangebote in Politik und Wirtschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nina Galla]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Jul 2014 08:30:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Mitmachen]]></category>
		<category><![CDATA[Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-1"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Mitmachen lassen anstatt über die Köpfe von Kunden und Beteiligten hinweg zu entscheiden – das Prinzip der Partizipation an Entscheidungsprozessen setzt sich in Politik und auch in der Wirtschaft immer mehr durch. Und das hat ganz handfeste Gründe: Entscheidungen, die gemeinsam mit den Mitwirkenden getroffen werden, werden eher akzeptiert, und das spart der Organisation Zeit und damit Geld. Nina Galla hat sechs Faktoren für erfolgreiche Mitmach-Projekte im Internet zusammengestellt.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die Einbeziehung aller Stakeholder bringt den Initiatoren von Online-Partizipationsangeboten im Idealfall nicht nur Zeit und Geld. Darüber hinaus gewinnt ein Unternehmen oder eine Behörde wertvolle Erkenntnisse über die Menschen, mit denen oder für die es aktiv wird: Auch wenn es manchmal Ablehnung und Kritik gibt – das direkte Feedback der Beteiligten ist unschätzbar wertvoll, denn es zeigt Schwachstellen im Konzept auf, die noch nicht ausreichend bedacht wurden. Vor allem online lassen sich Abstimmungen, Vorschläge und Meinungen besonders gut einholen, da die internetbasierten Befragungen eine hohe Reichweite und daher eine hohe Teilnahmequote erreichen können. Zudem ist es für den Stakeholder selbst sehr einfach: Bürger und Mitarbeiter können mit wenig Aufwand innerhalb weniger Minuten von der Couch aus oder in der Mittagspause Prozesse mitgestalten und Entscheidungen beeinflussen. Ganz moderne Plattformen erlauben sogar die Partizipation vom Smartphone aus. Einfache Beteiligung und hohe Reichweite öffnen zwar auch die Türen für Gegner-Kampagnen, so wie es jetzt  der EU-Handelskommissar <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/TTIP-Konsultation-EU-Kommissar-beschwert-sich-ueber-Attacke-2263798.html?wt_mc=nl.ho">De Gucht</a> während der Konsultation zum Handelsabkommen TTIP erleben konnte, dennoch überwiegen die Vorteile. Insbesondere öffentliche Institutionen werden auch zukünftig stärker auf Partizipation setzen müssen. Daher haben einige Städte und Kommunen auch schon eigene Handbücher mit Leitfäden für eine gelungene Bürgerbeteiligung aufgelegt. Das Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft hat in einer aktuellen <a href="http://www.hiig.de/wp-content/uploads/2014/06/20140609_Studie_DIGITAL.pdf">Studie</a> untersucht, wer denn überhaupt Online-Partizipationsangebote nutzt und welche Formate am meisten Zuspruch finden: Die <a href="http://politik-digital.de/partizipation-im-netz-je-juenger-desto-aktiver/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ergebnisse </a>sind leider noch nicht überraschend, geben aber Aufschluss darüber, wie Mitmach-Projekte im Internet zu gestalten sind, um attraktiv zu sein.</p>
<h3>Je jünger, je doller</h3>
<p>So erstaunt nicht, dass die Zielgruppe der 18- bis 34-Jährigen am aktivsten ist, wenn es um die Wahrnehmung von Online-Partizipation geht. Die jüngere Generation ist einfach größtenteils online-affiner. Ältere Semester können vor allem bei der politischen Partizipation noch aufholen: Da Senioren oft mehr Zeit haben, sehr erfahren sind und nicht selten erst als Rentner anfangen, sich politisch zu betätigen, kann das Internet ihnen hier eine bequeme Spielwiese für das Engagement bieten.</p>
<h3>Bildungsgrad entscheidet über Beteiligung – nicht das Einkommen</h3>
<p>Je gebildeter, desto aktiver: Online bildet sich ab, was auch schon offline zu beobachten ist. Wer besser gebildet (und besser informiert) ist, macht auch mehr mit. Das kann damit zu tun haben, dass der bessere politische Überblick dafür sorgt, gesellschaftliche Problemstellungen eher zu erkennen, aber auch damit, dass es sich einfach besser und leichter entscheiden lässt, wenn man gut informiert ist. Diese Spaltung zeigt jedoch gleichfalls, dass Beteiligungsangebote so gestaltet werden müssen, dass auch niedrigere Bildungslevel einbezogen werden. Denn gerade politische Entscheidungen betreffen meist alle Anwohner oder Bürger, unabhängig vom Schulabschluss. Das Einkommen hingegen hat keinen Einfluss auf den Beteiligungsgrad.</p>
<h3>Online-Petition ist am beliebtesten &#8230;<b> </b></h3>
<p>… und am bekanntesten – kein Wunder: Diverse Anbieter jagen fast täglich immer neue E-Petitionen durch die sozialen Netzwerke und E-Mail-Postfächer. Das Anliegen ist immer dringend, fast immer wird eine Mehrheit emotional angesprochen und mit nur einem Klick ist man meist dabei. Betroffenheit und niedrigschwellige Teilhabe sind hier die Erfolgsfaktoren, zumindest was das Mitmachen angeht. Lediglich das E-Petitionsportal des Bundestags ist ein wenig komplizierter.</p>
<h3>E-Mail für Sie, Herr Minister</h3>
<p>Die Möglichkeit, den Abgeordneten direkt zu kontaktieren, ist zwar bekannt, wird aber eher wenig genutzt. Das ist schade, denn hier liegt ein verborgenes Potenzial der direkten Einflussnahme auf die Meinungsbildung eines Politikers. So ist der eigene Wahlkreis für den in Berlin arbeitenden MdB von sehr hoher Bedeutung. Dem Abgeordneten ist daran gelegen, insbesondere die Nachbarn von Zuhause hinter sich zu wissen.</p>
<h3>Politisches Networking</h3>
<p>Hier ist eine Diskrepanz erkennbar zwischen Interesse und tatsächlicher Beteiligung. Das Interesse ist zwar durchaus vorhanden, aber es führt nicht zwangsläufig zum Mitmachen. Das kann daran liegen, dass es bei den meisten Parteien erforderlich ist, sich zu registrieren, um online zu kommentieren oder sich gar in Netzwerken digital auszutauschen. Hier die Zugangshürden zu senken, kann die Beteiligung am Austausch erhöhen.</p>
<h3>Mitmachen bei Unternehmen: Crowdfunding und Crowdsourcing</h3>
<p>Auch die private Wirtschaft setzt zunehmend auf Mitmachen: Die Bandbreite reicht vom IKEA-Prinzip des Möbel-Selber-Zusammenbauens bis hin zu Unternehmen, die ihre Kunden sich gegenseitig helfen lassen, um dabei den Kundendienst einzusparen. Die Grenzen zwischen moderner Kommunikation mit der und über die Crowd auf der einen Seite und Ausbeutung auf der anderen Seite sind fließend. Jedoch haben viele der Befragten großes Interesse an Crowdfunding, bei dem der Kunde ein Unternehmen vorfinanziert, um dann erst später in den Genuss einer Dienstleistung oder eines Produkts zu kommen, wenn denn genügend Geld für das Unternehmen zusammengekommen ist. Das Risiko liegt hier bei nahezu Null, denn kommt die erforderliche Summe nicht zusammen, wird das vorgestreckte Geld zurückgezahlt. Nur wenn am Ende nicht das herauskommt, was der Geldgeber sich erhofft hat, kann es zu Enttäuschungen kommen. Das Konzept ist noch recht neu und boomt gerade: Hoffen wir, dass es sich nicht selbst überstrapaziert. Dem Interesse entgegen steht derzeit noch die widersprüchliche Aktivität: Denn trotz des Interesses und der Neugier auf das Innovative können sich nur wenige Menschen durchringen, tatsächlich auch zu zahlen. Wer auf diese Art Geld eintreiben will, benötigt also ein schlüssiges Konzept, Überzeugungskraft und idealerweise schon eine starke Basis-Community, die das Anliegen möglichst weit in die Welt hinaus trägt und für die ersten Euro auf dem Konto sorgt. Das schafft Vertrauen. Crowdsourcing, bei dem Unternehmen kein Geld, aber Ideen und damit Arbeitskraft der Community einsammeln, sind ebenso beliebt: Je kreativer die Community dabei werden muss, desto besser. Ausgeschriebene Preise erhöhen die Motivation zum Mitmachen zusätzlich. Hier teile ich die Bemerkung des Humboldt Instituts, dass die Politik in Sachen Motivation von der Wirtschaft lernen kann: Wenn Behörden und Kommunen ihre Beteiligungs-Formate kreativ und mit Belohnungen hinterlegen, können auch sie noch höhere Quoten erreichen. Insgesamt kennt die Hälfte der Befragten mindestens ein Partizipationsangebot, davon haben zwei Drittel auch schon bis zu zwei Formate einmal ausprobiert. Nur knapp ein Viertel hat schon der bis vier Angebote genutzt. Hier ist also noch Luft nach oben. Vor allem Frauen sind mal wieder unterrepräsentiert: Für das Klischee des jungen, gebildeten Mannes, der in der Politik aktiver ist, gibt es im geschützten Online-Bereich kein Argument mehr.</p>
<h3>Entscheidend für den Erfolg von Partizipationsformaten sind außerdem diese 6 Faktoren:</h3>
<p><b><i>Zielgruppenanalyse:</i></b> Wer ist beteiligt und wie nutzen diese Menschen Medien? Gegebenenfalls ist das Online-Angebot auf Offline-Kanäle auszuweiten, denn Menschen nutzen Medien je nach Thema und Anlass unterschiedlich. Ein breites Angebot an Zugang zur Partizipation sichert eine umfassende Teilnahme und schließt niemanden aus. <b><i>Erwartung:</i></b> Darf der Beteiligte nur Hinweise und Meinung abgeben oder hat er echten Einfluss auf den Verlauf des Projekts? Um Enttäuschungen und Wut zu vermeiden, muss eindeutig klargemacht werden, wie weit die Beteiligung geht und wo ihre Grenzen sind. Außerdem muss der Rahmen des Einflusses klar sein: Liegen die Pläne eigentlich schon ziemlich fest vor und kann der Beteiligte nur noch minimal optimieren oder ist das Verfahren tatsächlich ergebnisoffen? Organisationen, die hier Mut beweisen, gehören zu den Gewinnern. Mechaniken, die maximalen Einfluss zulassen, ohne die Entscheidung ganz aus der Hand zu geben, können auch eingesetzt werden. <b><i>Informationen bereitstellen:</i></b> Nur gut informierte Beteiligte beteiligen sich auch gut – werden wichtige Hintergründe verschwiegen oder Pläne zurückgehalten, kann der Beteiligte nicht aufgeklärt entscheiden. Das kann später zu Ärger führen. Information ist ebenfalls eine Art von Beteiligung: Auch wenn der Informierte nicht aktiv mitmacht, kann er mit Anderen über das Projekt reden und sie dadurch gegebenenfalls zum Mitmachen motivieren. Zu einer guten Informationsstrategie gehört auch die rechtzeitige Ankündigung, dass überhaupt etwas abgestimmt werden kann. Rechtzeitige und gute Öffentlichkeitsarbeit ist das A und O. <b><i>Einfach gestalten:</i></b> Gerade komplexe Sachverhalte müssen sprachlich so einfach dargestellt werden, dass der bisher Uninformierte sich schnell einen umfassenden Überblick über die Thematik verschaffen kann. Dazu gehören der Verzicht auf Fachsprache, stattdessen kurze Sätze und idealerweise Visualisierungen. Die leichte Auffindbarkeit und angemessene Informationsmengen, die nicht überfordern, sollten dabei genauso selbstverständlich sein wie technisch niedrigschwellige Plattformen. <b><i>Nachbereitung:</i></b> Was passiert mit all den Beiträgen, die idealerweise online und offline gesammelt werden? Wer andere beteiligt, muss sich rechtzeitig vorher Gedanken machen, wie Gespräche moderiert werden, Hinweise verarbeitet und Ergebnisse kommuniziert werden, damit derjenige, der Zeit in die Beteiligung investiert, sich nicht allein gelassen fühlt. <b><i>Emotionen:</i></b> Fakten allein überzeugen nicht jeden – vor allem bei Infrastrukturprojekten wie dem Stromnetzausbau müssen sich Unternehmen und Politik auf starke Emotionen der Bürger einstellen. Vor allem Ängste vor gesundheitlichen Risiken sowie Sorgen um Wertverlust bei Häusern und Grundstücken sind sensibel zu begegnen und erfordern andere Kommunikationskompetenzen als die Beruhigung einer wütenden Bürgerinitiative.</p>
<h3>Beteiligung ist eine Geisteshaltung</h3>
<p>Ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Beteiligung ist zeit- und kostenintensiv. Sie sollte jedoch als Investition gesehen und nicht von Quoten abhängig gemacht werden. Auch wenn die Zahlen zunächst unbefriedigend sind, ist zu bedenken, dass auch Partizipationsangebote gegen starken Wettbewerb aus Information und Unterhaltung ankämpfen. Sich der Beteiligung zu öffnen, ist eine Geisteshaltung, von der sowohl die Images von Politik als auch Wirtschaft nur profitieren können. Ist die Partizipation gut gestaltet, ist sie ein Gewinn für beide Seiten.</p>
<p>Teaserfoto: <a href="https://www.flickr.com/photos/dominicspics/">Dominic Alves</a> <a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-1" data-row="script-row-unique-1" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-1"));</script></div></div></div>
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		<title>Partizipation im Netz: &#034;Je jünger, desto aktiver&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jakob Werlitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Jul 2014 12:20:58 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Mitreden, mitmachen, mitfinanzieren – „Dabei sein“ wird im Internet immer populärer. Plattformen wie Startnext.de oder Change.org bieten  zahlreiche Möglichkeiten, sich [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/partizipation3.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-140840" alt="partizipation3" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/partizipation3.png" width="619" height="371" /></a>Mitreden, mitmachen, mitfinanzieren – „Dabei sein“ wird im Internet immer populärer. Plattformen wie Startnext.de oder Change.org bieten  zahlreiche Möglichkeiten, sich wirtschaftlich oder politisch einzubringen. Eine jüngst erschienene Studie untersuchte die vielfältigen Möglichkeiten der Partizipation im Internet nun aufs Neue und fördert interessante Analogie zutage. Über die Ergebnisse des Forschungsprojektes berichtet Projektleiter Hendrik Send im Interview.<br />
Schon seit den frühesten Anfängen des Web 2.0 sind die Potenziale der Beteiligung an Politik, aber auch an wirtschaftlichen oder zivilgesellschaftlichen Projekten immer wieder in der Diskussion. Oft stehen dabei ähnliche Fragen im Raum: Kann das Internet die Demokratie beflügeln? Wer nutzt die Möglichkeiten und warum? Wo und wie können Formen der Mitgestaltung gewinnbringend und nutzerfreundlich eingesetzt werden?<br />
Eine <a href="http://www.hiig.de/wp-content/uploads/2014/06/20140609_Studie_DIGITAL.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">neue Studie</a> des Berliner Alexander von Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft mit dem Titel „<b>Online Mitmachen und Entscheiden – die Partizipationsstudie 2014“ </b>nahm sich nun erneut des Themas an. Das Forscherteam untersuchte das Phänomen in Kooperation mit TNS Infratest anhand einer repräsentativen Befragung von etwa 500 Teilnehmern. Dabei interessierten sich die Wissenschaftler für die Bekanntheit entsprechender Angebote, das Nutzungsverhalten, aber auch für die zugrunde liegende Motivation der Nutzer. Bemerkenswert ist, dass in der Studie politische und wirtschaftliche Partizipationsformen gleichermaßen betrachtet wurden.</p>
<h3>Jung, gebildet, männlich</h3>
<p>Die <a href="http://www.hiig.de/online-mitmachen-und-entscheiden-die-partizipationsstudie-2014/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ergebnisse der Studie</a> deuten zunächst daraufhin, dass die Angebote von einem Großteil der Bevölkerung genutzt werden. Ebenso bestätitgt sie die hinreichend bekannte Erkenntnis (<a href="http://www.sinus-institut.de/uploads/tx_mppress/DIVSI-Studie-Beteiligung-im-Internet.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">siehe hierzu DIVSI-Studie S. 24ff</a>), dass vor allem junge Männer mit höherem Bildungsniveau eine hohe Affinität zur Online-Partizipation haben. Als „erstaunlich“ bezeichneten die Verfasser die Intensität der Nutzung, die mit durchschnittlich 1,5 Stunden relativ hoch ausfällt. Weniger überraschend mag sein, dass sich vor allem Online-Petitionen großer Beliebtheit unter den Befragten erfreuen, während aufwendigere Möglichkeiten oft nur von wenigen Menschen genutzt werden. Wirtschaftliche Angebote seien zwar vergleichsweise weniger Menschen bekannt, Crowdfunding und Online-Produktkonfigurationen würden dennoch zunehmendes Interesse hervorrufen.<br />
Die Federführung hatte unter anderem Projektleiter Prof. Dr. Hendrik Send vom Alexander von Humboldt Institut. Der Kommunikationswissenschaftler beantwortete  uns einige weiterführende Fragen zu den Ergebnissen:<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Zum Ziel der Studie: Sie haben in Ihrer Studie politische und wirtschaftliche Partizipation im Internet verglichen und einander gegenübergestellt. Was haben Sie sich von einer solchen Gegenüberstellung erhofft? Worin besteht die Vergleichbarkeit und was ist der Ihrer Überzeugung nach der größte Unterschied?<br />
<figure id="attachment_140839" aria-describedby="caption-attachment-140839" style="width: 205px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class=" wp-image-140839         " alt="Send" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Send.png" width="205" height="230" /><figcaption id="caption-attachment-140839" class="wp-caption-text">Prof. Dr. Hendrik Send forscht am <a href="http://www.hiig.de/staff/dr-hendrik-send/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft</a> im Bereich internetbasierte Innovation und ist Projektleiter der Partizipationsstudie. Darüber hinaus ist er an der Hochschule Anhalt als Professor für den Masterstudiengang &#8220;Digitale Kommunikation&#8221; zuständig.</figcaption></figure><br />
<strong>Hendrik Send:</strong> Politische Organisationen und Wirtschaftsunternehmen setzen Partizipationsplattformen im Internet ein, die auf teilweise sehr ähnlichen Mechanismen basieren. Nutzer können auf solchen Plattformen Ideen (oder im Falle von Petitionen „Gegen-Ideen“) eintragen, andere Ideen bewerten und diskutieren. Gemeinsam ist politischen und wirtschaftlichen Organisationen das Interesse, möglichst viele gute Ideen und Bewertungen zu bekommen. Die Literatur zu beiden Feldern ist bislang zu gering verbunden und baut wenig auf Ergebnissen des jeweils anderen Bereichs auf. Es war für uns spannend, zusammen mit Politik- und Wirtschaftswissenschaftlern jeweils die Perspektive des anderen Bereichs einzunehmen und zu verstehen. Der größte Unterschied im Einsatz liegt darin, dass eine politische Organisation aber solche Plattformen meistens einsetzen wird, um Entscheidungen demokratisch zu legitimieren, und daher eine möglichst breite Teilnahme anstrebt. Wenn ein Unternehmen Kunden oder potentielle Kunden einlädt, Produkte oder Dienstleistungen gemeinsam zu entwickeln, so ist eine Idee, die alle schnell verstehen, nicht unbedingt die beste. Unternehmen rekrutieren zum Beispiel teilweise gezielt Personen, die viel höhere Ansprüche an Produkte haben als die breite Masse, so genannte Lead User.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Sie schreiben in der Studie: „Gerade die häufig hohe Bedeutung von Preisen regt dazu an, über Belohnungsanreize in der politischen Beteiligung nachzudenken“ (S. 42). Stößt hier die Übertragbarkeit von wirtschaftlichen und politischen Zielen nicht an ihre Grenzen? Birgt ein „Belohnungssystem“ im politischen Bereich nicht auch Gefahren?<br />
<strong>Hendrik Send:</strong> Genau so ist es. Daher regen wir auch nur vorsichtig an, sich einmal darüber Gedanken zu machen. Belohnungssysteme bergen auch im wirtschaftlichen Kontext immer Gefahren und laden Menschen ein, ihr Verhalten auf die Erreichung von Belohnungen zu optimieren, anstatt das eigentlich gewünschte Verhalten wie z.B. das Eintragen und Diskutieren guter Ideen zu erwirken.<br />
Dennoch konnten wir zeigen, dass für einen nennenswerten Teil der Online-Nutzer Preise ein wichtiger – teilweise der wichtigste – Anreiz sind. Natürlich wünschen wir uns zunächst, dass Bürger von sich aus ein Interesse daran haben, sich politisch zu beteiligen. Aber was ist mit denen, bei denen dieses Interesse, wenn überhaupt, nur gering ausgeprägt ist? Breite demokratische Legitimierung bedeutet auch, Bürger mit einer solchen Motivationslage zu berücksichtigen. Eine breitere Partizipation wäre durch den Einsatz von Preisen erreichbar. Dass man sich durch den Einsatz von Preisen neue Herausforderungen einhandelt, muss einem dabei bewusst sein. Angesichts der verbreiteten Ratlosigkeit im Umgang mit politisch inaktiven Gruppen könnten sich Versuche dennoch lohnen.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Die politische Partizipation im Netz via Online-Petitionen wird häufig als Couch-Aktivismus abgetan – wenig Aufwand, wenig Anteilnahme. Außerdem steht sie unter dem Verdacht, mit anderen – aufwendigeren – Formen politischen Engagements in Konkurrenz zu stehen. Können Sie über den geringen Aufwand hinaus etwas zum Erfolg dieser Partizipationsformen sagen? Welche Rollen spielen Thema, Erfolgsaussicht/ -versprechen und Vermarktung der Anliegen?</p>
<h3>Junge Menschen nutzen andere Formen politischen Engagements</h3>
<p><strong>Hendrik Send:</strong> Unsere Daten können hierzu keine Aussagen rechtfertigen. Aus Gesprächen mit Betreibern von Partizipationsplattformen wissen wir, dass es natürlich Themen und Situationen gibt, die Nutzer eher zur Beteiligung animieren als andere, so z.B. wenn ein klarer, „böser“ Gegner des Volkswillen ausgemacht werden kann. Je jünger Wähler sind, desto schlechter sind bei klassischen Wahlen Jahr für Jahr ihre Beteiligungszahlen. Bei den von uns untersuchten Beteiligungsformen verhält es sich genau umgekehrt: Je jünger die Befragten sind, desto aktiver zeigten sie sich in den neuen Formen. Politisches Engagement findet also auch bei jungen Zielgruppen statt, nur in anderen Formen. Diese Verschiebung von Partizipationskanälen kann man als Konkurrenz oder als komplementäre Formen interpretieren.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Sie schreiben, es sei zu erwarten, dass breite Beteiligung in Zukunft eher abnehmen werde, anstatt zuzunehmen. Haben Sie auch untersucht, ob nicht auch zielgruppenspezifischer partizipiert werden wird? Zum Beispiel regional oder bei Nischenthemen?<br />
<strong>Hendrik Send:</strong> Es ist zu erwarten, dass die Aktivität der Angebote der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/The_Long_Tail" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Long-Tail-Verteilung</a> folgen wird. Gerade im Internet können regionale und Nischenthemen sehr effektiv von den Betroffenen diskutiert und bewertet werden. Gleichzeitig führen einige Mechanismen der Internetökonomie dazu, dass nur Platz für wenige sogenannte Superstars ist. Es dominieren sehr erfolgreiche Angebote den Markt. Für eine Untersuchung von Nischenthemen bräuchten wir einen wesentlich größeren Datensatz, da Nischenthemen eben nur sehr wenige Personen betreffen.<br />
<strong>politik-digital.de:</strong> Die Politik wird durch die zunehmenden Möglichkeiten der Partizipation auch herausgefordert.  Die Studie zeigt, dass gerade sehr konkrete Wege, politisch mitzugestalten, eher weniger Menschen bekannt sind. Müssen für Möglichkeiten der politischen Mitgestaltung und Partizipation bei Online-Aktivismus nicht sehr unterschiedliche Voraussetzungen definiert werden?<br />
<strong>Hendrik Send:</strong> Wir waren eher darüber erstaunt, wie vielen Personen die Angebote bekannt sind und wie viele Personen diese überhaupt schon nutzen, angesichts der eher jungen Geschichte dieser Ausdrucksform. Gerade politische Mitgestaltung und Partizipation sind Felder, die eine Gesellschaft ausprobieren und verstehen muss. In den 1970er Jahren waren Demonstrationen und bunte Formen von politischer Partizipation für große Bevölkerungsteile in Deutschland völlig unakzeptabel. Es hat lange gedauert, bis eine friedliche Demonstration als begrüßenswerter Ausdruck von öffentlicher Meinung akzeptiert wurde, an dem heute auch sehr konservative Personen teilnehmen.<br />
Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/afagen/5133070639" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr/Adam Fagen</a> (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-NC-SA 2.0</a>) / Porträt: <a href="http://www.hiig.de/staff/dr-hendrik-send/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Humboldt Institut</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 3.0</a>)<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
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