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	<title>Monopol &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Monopol &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Chinas Sonderweg und Deutschlands Feigenblatt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lukas Böhm]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Aug 2014 13:20:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Im September könnte mit dem chinesischen Internetkonzern Alibaba der größte Börsengang aller Zeiten anstehen. Das befeuert auch im Westen die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Feigenblatt-Brücke-Format-1.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-141681" alt="Feigenblatt Brücke Format 1" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Feigenblatt-Brücke-Format-1-630x275.jpg" width="630" height="275" /></a>Im September könnte mit dem chinesischen Internetkonzern Alibaba der größte Börsengang aller Zeiten anstehen. Das befeuert auch im Westen die Suche nach Alternativen zu den dauergescholtenen US-Internetkonzernen. Allerdings taugt das Beispiel des größten E-Commerce Marktes der Welt für Europa nicht als Vorbild.<br />
Google, Apple, Facebook, Amazon. Sie wissen, was jetzt kommt. Das mit den Datenkraken, NSA-Kooperationen, windigen Änderungen der AGBs, der „Dienst gegen Daten“-Philosophie, Big Data. Und am Ende erklären wir Ihnen, warum das Silicon Valley demnächst auch in Ihrem Wohnzimmer die Möbel umstellt. Metaphorisch zumindest. Und an den Geschäftspraktiken dieser vier Konzerne gibt es ja weiß Gott auch eine Menge zu kritisieren. Da diese Artikel mittlerweile Auoren wie Leser eher ermüden, heute mal eine andere Perspektive.<br />
Die Marktmacht der vier US-Unternehmen erscheint vielen KonsumentInnen im Westen quasi als gottgegeben. Dasselbe gilt für die damit verbundene Abhängigkeit von den USA. Auch wenn diese offensichtlich ist, vergessen wir zu oft: Sie gilt nicht überall.</p>
<h3>Googles Marktanteil in China unter zwei Prozent</h3>
<p>Es gibt nämlich durchaus digitale Märkte, in denen keines dieser Unternehmen richtig Fuß gefasst hat und das bis auf Weiteres wohl auch nicht tun wird. Besser gesagt, es gibt <i>den</i> digitalen Markt, den <a href="http://ystats.com/uploads/report_abstracts/1097.pdf">größten der Welt</a>: Asien, und hier vor allem China. Das Reich der Mitte, mit der größten Bevölkerung weltweit, betreibt eine äußerst restriktive Politik gegen ausländische IT-Unternehmen. Das hängt damit zusammen, dass die Zentralregierung Chinas die IT-Wirtschaft als einen der <a href="http://german.china.org.cn/china/2012-07/22/content_25977892.htm">strategisch wichtigen Wirtschaftszweige</a> erkannt hat – und mit Verweis auf chinesische Sicherheitsinteressen den Zugang erschwert.<br />
Und das zeigt Wirkung. Fast zu allen uns bekannten Anwendungen und Anbietern gibt es in China ein einheimisches Pendant. Statt bei Amazon kaufen ChinesInnen bei taobao, das angeschlossene Zahlsystem heißt nicht PayPal, sondern Alipay. Twitter heißt hier Weibo. In China wird zudem nicht gegoogelt, sonder ge-baidut. Google brachte es dagegen in China im ersten Quartal 2014 nur auf einen Marktanteil von <a href="http://www.komdat.com/blog/suchmaschinen-marktanteile-q1-2014">1,65 Prozent</a>. WhatsApp heißt in der chinesischen Variante WeChat, beziehungsweise Wēixìn (was so viel wie „kleine Nachricht“ bedeutet) und arbeitet zudem mit offenen Programmierschnittstellen (APIs). Das bedeutet, dass eine Großzahl weiterer Services und Funktionen anderer Anbieter an WeChat andocken kann.<br />
Warum es für China kaum Nachteile hat, ausländischer Technik und ausländischen Anwendungen den Zutritt zu erschweren, zeigt sich bei einem Vergleich der Nutzerstatistiken. WeChat kratzt aktuell an der Marke von <a href="http://www.techinasia.com/wechat-438-million-active-users-q2-2014/">440 Millionen</a> aktiven Nutzern. Zum Vergleich: WhatsApp hat weltweit etwa <a href="http://blog.whatsapp.com/613/500000000">500 Mio. Nutzer</a>. Die chinesische Amazon-Alternative taobao rangiert laut dem Webanalysetool Alexa weltweit sogar auf <a href="http://www.alexa.com/siteinfo/taobao.com">Platz neun</a> – und damit sogar einen Platz vor <a href="http://www.alexa.com/siteinfo/amazon.com">Amazon</a>.</p>
<h3>China ist in der Digitalisierung voraus</h3>
<p>China ist der größte E-Commerce Markt der Welt. Und das gigantische Land, das ohne Zweifel Defizite bei Demokratie, Meinungsfreiheit und Minderheitenrechten aufweist, ist auf einem relevanten Gebiet den westlichen Demokratien voraus: Die Digitalisierung ist hier schon <a href="http://www.merics.org/fileadmin/templates/download/china-monitor/China_Monitor_No_15.pdf">weiter vorangeschritten</a> als in den meisten europäischen Ländern. Der mobile Internetzugriff in China lag 2013 bei 83 Prozent der Gesamtzugriffe (zum Vergleich Deutschland: 45 Prozent). Aus der schieren Macht eines solchen Marktes erklären sich auch die ernstzunehmenden (weil nutzerstarken) Alternativen zu den ewigen „Magic Four“ des Silicon Valley.<br />
Aus Sicht des chinesischen Staates ergibt es gleich mehrfach Sinn, das Netz nicht aus der Hand zu geben: Einerseits erwachsen in dem gut geschützten und gleichzeitig gigantischen Markt Produkte, die mit einer großen heimischen Nutzerbasis ins Ausland exportiert werden können – so beginnt <a href="http://meedia.de/2014/08/28/vor-dem-boersengang-unglaublicher-gewinnsprung-fuer-internet-gigant-alibaba/?utm_campaign=NEWSLETTER_MITTAG&amp;utm_source=newsletter&amp;utm_medium=email">Alibaba (der Konzern hinter taobao)</a>, Marktanteile in Südafrika, Indonesien und Indien zu erobern, und er <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Chinesische-Online-Handelsplattform-Alibaba-expandiert-nach-Europa-173895.html">schielt auch nach Europa</a> und in die <a href="http://www.it-times.de/news/alibaba-expandiert-im-us-amerikanischen-e-commerce-markt-99292/">USA</a>. Andererseits stellt das Internet die chinesischen Zensoren vor eine wahre Mammutaufgabe. Um dieser zu begegnen, wird das Internet in manchen Regionen von Zeit zu Zeit auch mal <a href="http://winfuture.de/news,48294.html">ganz abgeschaltet</a>.</p>
<h3>Mikroblogs genießen mehr Vertrauen als die Medien</h3>
<p>Denn im chinesischen Internet erwächst eine Parallelgesellschaft, die im Analogen nicht existieren kann. Zu groß sind die Redekontrollen und sozialen Zwänge, in die die staatlich verordnete Parteitreue ihre BürgerInnen treibt. Widerstand ist in China digital. Das <a href="http://www.merics.org/fileadmin/templates/download/china-monitor/China_Monitor_No_5_gesamt.pdf">Vertrauen der ChinesInnen</a> in Online-Aktivisten und ihre Mikroblogs ist um ein Vielfaches höher als das in die staatlichen Medien. Oder, wie es der chinesische Medienwissenschaftler Hu Yong ausdrückt: „Wer im Netz nicht über die Regierung lästert, ist politisch inkorrekt“.<br />
Das ist dann auch die chinesische Interpretation des Begriffes „Cyber Security“. Während wir im Westen dabei über die Verhinderung von Straftaten und Datenschutz nachdenken, ist in China vor allem die Sicherheit des Staates vor seinen eigenen BürgerInnen damit gemeint. Mit diesem Argument und dem Verweis auf die Besonderheit der Volksrepublik in eigentlich allen Bereichen – Bevölkerung, Regierungsform, Wirtschaftssystem – werden Restriktionen vom Rest des Weltmarktes auch als irgendwie dazugehörig angesehen.</p>
<h3>Die Digitale Agenda glaubt noch an die DeMail</h3>
<p>Das chinesische Beispiel kann aber auch ein Lehrstück sein für die Bemühungen in Europa und Deutschland, ernsthafte Alternativen zu den in Misskredit geratenen amerikanischen Platzhirschen zu etablieren. Die <a href="http://politik-digital.de/digitale-agenda-das-hausaufgabenheft/">Digitale Agenda</a> der Bundesregierung nennt noch immer die <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/digitale-agenda-wuenschen-und-wollen-in-neuland-1.2096496">DeMail</a> als sichere Zukunftstechnologie „made in Germany“. Das hat ihr nicht nur den Spott der Netzgemeinde eingebracht, sondern kann auch mit Blick auf China nicht optimistisch stimmen: Das einzige Land der Welt, in dem sich (staatlich geförderte) Alternativen etablieren konnten, hat fast 1,4 Milliarden Einwohner. Es ist zudem nicht Teil eines größeren Binnenmarktes und kann ausländischen Mitbewerbern die Regeln für den Markteintritt gewissermaßen diktieren.<br />
Abgesehen davon, dass all diese vermeintlichen Erfolgsfaktoren auf Deutschland nicht zutreffen, werden in China Andersdenkende und Oppositionelle in bestenfalls noch als unfair zu bezeichnenden Gerichtsprozessen verurteilt und ganze Volksgruppen – zuletzt wieder wie beim traurigen <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/china-unruhen-100.html">Beispiel</a> der Uiguren – unterdrückt und diskriminiert. Dass sich Deutschland hiervon unterscheidet, wird kaum ein demokratisch gesinnter Mensch ändern wollen.<br />
Die Antwort auf den NSA-Skandal und Googles Monopol kann deswegen auch nicht in nationalen Alternativprogrammen liegen. Ideen wie Schlandnet und die bereits zitierte DeMail werden sich in Deutschland nicht als Alternativen etablieren. Was die bisherigen Kommentare zu diesen zwei Technologien angeht, ist das vielleicht auch gar nicht so schlecht: Man ist sich relativ einig, dass beispielsweise die <a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-03/de-mail-sicher-bundesregierung">DeMail ein Einfallstor für Datendiebe</a> ist.</p>
<h3>Schluss mit den Egotrips</h3>
<p>Der deutsche Markt ist schlicht zu klein, um in ihm Alternativen zu global operierenden und optimierten Diensten reifen zu lassen. Selbstverständlich kann auch mal ein Start-Up aus Berlin den nächsten großen Wurf landen, aber es wird sich in der Marktwirtschaft (und damit ist diesmal nicht die chinesische gemeint) von Anfang an mit den Monopolen zu messen haben. Technologische Antworten auf die NSA-Affäre und echte Alternativen können, wenn überhaupt, auf europäischer Ebene entwickelt werden. Dafür braucht es umfassende und konzertierte Förderung sowie einen sicheren europäischen Rechtsrahmen – und keine feigenblatthaften Egotrips in der europäischen Kleinstaaterei.</p>
<h3>tl;dr</h3>
<ol start="1">
<li>Google, Amazon, Apple, Facebook sind nicht überall Marktführer: Die größte Ausnahme bildet China, wo es eine Vielzahl eigener Konzerne und Dienste gibt, die über große Userzahlen verfügen.</li>
<li>Chinas Erfolgsfaktoren hierfür sind vor allem ein erschwerter Marktzugang für ausländische Bewerber und staatliche Kontrolle im Internet.</li>
<li>Dass die chinesischen „Erfolgsfaktoren“ in Deutschland nicht gelten, ist ein weiterer Grund, Programmen wie DeMail oder Schlandnet eine Absage zu erteilen. Wenn überhaupt, können alternative Dienste nur auf europäischer Ebene entstehen.</li>
</ol>
<p>Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/schneiderstefan/">Stefan Schneider</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a><br />
&nbsp;</p>
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		<title>Feste IP x Suchanfragen = Gedanken lesen – Digitale Presseschau KW 29</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/feste-ip-x-suchanfragen-gedanken-lesen-digitale-presseschau-kw-29-140998/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Felix Idelberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Jul 2014 14:55:22 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Mit dem NSA-Ausschuss möchte Edward Snowden vorerst nicht reden, aber zumindest der Guardian konnte ihn diese Woche noch einmal interviewen. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit dem NSA-Ausschuss möchte Edward Snowden vorerst nicht reden, aber zumindest der Guardian konnte ihn diese Woche noch einmal interviewen. Monopoly ist ein Spiel an dessen Ende einer alles besitzt: Für Astra Taylor herrscht Multipoly im Internet. Wer entscheidet jetzt, welche Links Google entfernen muss? Etwa Google selbst? Feste IP-Adresse und Suchanfragen können verraten was Ministerien, Behörden und Unternehmen denken. Woran denken Sie gerade? Wir an unserer Feierabendeis!</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="http://www.youtube.com/watch?v=rego8Wwkdf8" title="NSA whistleblower Edward Snowden says UK surveillance law &quot;defies belief&quot; | Guardian Interview" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/rego8Wwkdf8?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Nun, über einem Jahr nach den ersten Überwachungsenthüllungen von Edward Snowden, hat der Guardian ein zweites Interview (<a href="http://www.theguardian.com/world/video/2014/jul/17/edward-snowden-video-interview" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Video in voller Länge</a>) mit ihm geführt. Für Snowden liefert die US-Regierung selbst den größten Beweis, wieso er kein russischer Spion ist. Er geht darauf ein, wie seine Enthüllungen die Arbeit von Journalisten verändert hat, und wieso er sich vor einem Aufenthalt in Guantanamo nicht fürchtet. Das Interview dauert insgesamt 14 Minuten – die sollte jeder haben!</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2014-07/astra-taylor-internet-regulierung/seite-2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Freier Markt ist nicht gleich freies Internet</a></h3>
<p>Die digitale Revolution frisst ihre Kinder, und Astra Taylor ist eines davon. Und darum wendet sich die Regisseurin und Occupy-Aktivistin in ihrem Buch „The People’s Platform“ mit harten Wahrheiten an ihr Publikum: Das Internet gehört einigen wenigen Monopolisten, die nicht nur mit unseren Daten Handel treiben, sondern auch unsere Realität formen und nach Belieben verändern können. Im Interview fordert sie eine „politische Ökonomie“ des Internet – einen staatlichen Ordnungsrahmen.<br />
<a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2014-07/astra-taylor-internet-regulierung/seite-2" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Zum Artikel auf Zeit.de</em></a></p>
<h3><a href="http://www.taz.de/Digitale-Imagepflege-mit-Google/!142391/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schöne neue Google-Welt</a></h3>
<p>Seit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs hat Google begonnen, auf Antrag Links zu löschen, deren Inhalte für bestimmte User unangenehm sind. Doch wo liegt eigentlich die Trennlinie zwischen Pressefreiheit und Schutz der Privatsphäre? Über diese durchaus heikle Frage entscheidet Google selber. Ein Privatkonzern, wie die taz treffend bemerkt.<br />
<a href="http://www.taz.de/Digitale-Imagepflege-mit-Google/!142391/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Zum Artikel auf taz.de</em></a></p>
<h3><a href="http://www.handelsblatt.com/technologie/it-tk/mobile-welt/apps-dealen-sie-mit-daten/10196706.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Willst du meine Daten kaufen?</a></h3>
<p>Man kann den Entwicklern der App „Citizen.Me“ nicht vorwerfen, sie würden die Zeichen der Zeit verkennen. Die Anwendung verspricht, dem Nutzer die Hoheit über seine eigenen Daten zurück zu geben. Nicht um sie zu schützen, sondern um sie interessierten Abnehmern zum Verkauf anzubieten. Dabei hat die App noch eine interessante Nebenfunktion: Oder haben sie jemals wirklich die AGBs von Twitter, Facebook oder Google gelesen?<br />
<a href="http://www.handelsblatt.com/technologie/it-tk/mobile-welt/apps-dealen-sie-mit-daten/10196706.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Zum Artikel auf handelsblatt.com</em></a></p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ip-adressen-der-mensch-hinter-den-suchanfragen-13047373.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Haben manche Ministerien, Behörden und Unternehmen einen Bias?</a></h3>
<p>Hinter einer Suchanfrage steckt immer ein Mensch. Eine singuläre Suchanfrage sagt nicht viel aus, aber wenn sich eine Großanzahl an Suchanfragen einer Person zuordnen lassen, können wir viel über diese Person herausfinden. Auch in Ministerien, Behörden und Unternehmen arbeiten Menschen. Dort existieren zudem feste IP-Adressen, die es ermöglichen, Suchanfragen z.B. in das Außenministerium zurückzuverfolgen. Eine Suchmaschine kann demzufolge rekonstruieren, was das Ministerium plant, und kann die dort angezeigten Suchergebnisse manipulieren.<br />
<a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ip-adressen-der-mensch-hinter-den-suchanfragen-13047373.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Zum Artikel auf faz.net</em></a></p>
<h3><a href="http://www.netzpiloten.de/haucap-ueber-monopole-facebook-ist-gefaehrlicher-als-google/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Streit ob Google ein Monopol hat</a></h3>
<p>Allen voran die FAZ und der Springerverlag haben sich seit geraumer Zeit auf Google eingeschossen. Sie beklagen, dass Google seine Marktmacht ausnutze. Doch stimmt das? Katharina Brunner hat für die Netzpiloten Justus Haucap, Mitglied der Kartellkommission, zum Streit über Googles Macht interviewt. Sie sprachen über die Folgen einer Zerschlagung von Google, woher die Anti-Google Stimmung kommt und wie Google effizient reguliert werden könnte.<br />
<a href="http://www.netzpiloten.de/haucap-ueber-monopole-facebook-ist-gefaehrlicher-als-google/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>Zum Artikel auf netzpiloten.de</em></a></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Und übrigens:</strong> In den letzten Jahren ist es im Profisport Standard geworden, mit dem üblichen Laktattest, strengen Essensplänen und Videoanalysten möglichst wenig dem Zufall zu überlassen. Die deutsche Fußballnationalmannschaft, als frisch gekürter Weltmeister, hat bei der Fußball-WM neue Maßstäbe gesetzt mit <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Fussball-WM-Smarte-Textilien-und-iPads-unterstuetzten-deutsche-Mannschaft-2261217.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">intelligenter Kleidung</a>. Solche Kleidung gibt es nicht nur für Profisportler, das zeigt der <a title="Internet der Dinge – Teil 1: Smart Wearables" href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-1-smart-wearables/">1. Teil Smart Wearables </a>unserer Sommerreihe „Internet der Dinge“.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Koautor:</em> Lukas Böhm</p>
<p style="text-align: left;"><em>Foto:</em> Screenshot vom Video</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Leben und Sterben des Internets &#8211; Digitale Presseschau 14/2014</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Schmitt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Apr 2014 15:01:43 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Drohnen als Herrscher über Leben und Tod: Mit diesem Horrorszenario befeuert Sascha Lobo die Debatte über Big Data und Überwachung. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Drohnen als Herrscher über Leben und Tod: Mit diesem Horrorszenario befeuert Sascha Lobo die Debatte über Big Data und Überwachung. Patrick Breitenbach hingegen meint, dass zwischen verschiedenen Formen des Datensammelns unterschieden werden müsse. Immerhin scheint Lobo die Kränkung überwunden zu haben und fordert nun wieder einen neuen Internetoptimismus. Wir hatten da schon was geahnt. Das Internet und die Ansichten darüber pendeln zwischen Skeptizismus und Optimismus – also gewissermaßen zwischen Leben, Sterben und Auferstehung.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=n_qFlNrN2uo" title="NSA-Ausschuss: Statements der Mitglieder am 03.04.2014" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/n_qFlNrN2uo?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Der NSA-Untersuchungsausschuss hat sich diese Woche im Deutschen Bundestag konstituiert. Ob Edward Snowden als Zeuge geladen wird und was sich die Politiker von dem Ausschuss erwarten, sehen Sie in den Statements des Videos der Woche.</p>
<h3><a href="http://gutjahr.biz/2014/03/nsa-binney/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kein Ende der Verstrickungen von und mit der NSA</a></h3>
<p>Der langjährige Mitarbeiter der NSA William Binney liefert im Interview mit Richard Gutjahr interessante Einsichten in Ziele und Motive des Geheimdienstes. Er hält eine echte Kontrolle der Geheimdienste durch die Politik für realisierbar – dazu müsse es aber einen politischen Willen geben.</p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/sascha-lobo-digitale-daten-gefaehrden-leben-und-freiheit-12874992.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Überwachung &#8211; Datenökonomie: Gefahr für die Freiheit?</a></h3>
<p>Mit der „Ökonomie der Überwachung“ setzt sich Sascha Lobo auseinander. Am Beispiel von Drohnen, die in naher Zukunft autonom entscheiden könnten, welche menschlichen Ziele zu erfassen und zu töten sind, setzt er zu einer fundamentalen Kritik der Datenakkumulation im Internet der „digitalen Supermächte“ an.<br />
Eine erste <a href="http://www.horizont.net/aktuell/digital/pages/protected/Digitale-Totalueberwachung-Sascha-Lobos-zornige-Abrechnung-mit-der-Werbeindustrie_119949.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Entgegnung stammt von Volker Schütz</a>. Er wirft Lobo Undifferenziertheit vor, weil dieser mit dem Schlagwort „Big Data“ Datenerhebungen der NSA mit denen von Werbeagenturen über einen Kamm schere.<br />
Auch <a href="http://blog.karlshochschule.de/2014/04/02/was-ist-der-sinn-und-zweck-von-uberwachung-big-data-etc/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Patrick Breitenbach plädiert für eine genauere Unterscheidung</a>, welche Daten aus welchem Grund von wem gesammelt werden. Doch in einem zentralen Punkt ist er sich mit Lobo einig: Wir dürfen unsere Entscheidungen nicht Algorithmen überlassen.</p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/weltmacht-google-ist-gefahr-fuer-die-gesellschaft-12877120.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Macht von Quasi-Monopolen im Internet &#8211; Gefahr für die Gesellschaft?</a></h3>
<p>Robert M. Maier, Gründer der mittlerweile zum Springer-Konzern gehörenden Visual Meta GmbH, kritisiert in einem Artikel die Macht von Google und das Streben nach Marktführerschaft in immer weiteren ökonomischen Sparten – sei es bei Google als Suchmaschine, mobilen Betriebssystemen wie Android, Browsern wie Chrome, Online-Videodiensten wie YouTube oder Mailprogrammen wie Gmail. Er fordert eine diesbezügliche Kontrolle durch Politik, Kartellbehörden sowie gesellschaftliche Akteure.<br />
Bild: Screenshot Video<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a><br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Links, zwo, drei, vier (Kalenderwoche 40)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Friederike Günther]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Oct 2008 16:06:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Monopol]]></category>
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					<description><![CDATA[Kleine norddeutsche Gemeinde will Google Street View verbieten, Skypen in China ist gefährlich, Pannen beim E-Voting in Brandenburg und Sarkozy will französische Medien monopolisieren: die Nachrichten der vergangenen Woche zusammengefasst in der Linksammlung. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kleine norddeutsche Gemeinde will Google Street View verbieten, Skypen in China ist gefährlich, Pannen beim E-Voting in Brandenburg und Sarkozy will französische Medien monopolisieren: die Nachrichten der vergangenen Woche zusammengefasst in der Linksammlung. <!--break--> </p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<a href="http://www.heise.de/newsticker/E-Voting-in-Brandenburg-Ueberforderte-Waehler-und-Wahlvorstaende--/meldung/116730">Pannen bei Computerwahl in Brandenburg </a>
</p>
<p>
Zur diesjährigen Kommunalwahl in Brandenburg wurden in zehn Städten und Gemeinden Nedap-Wahlcomputer eingesetzt. Nach Einschätzung des <a href="http://wahlcomputer.ccc.de/">Chaos Computer Clubs (CCC)</a> waren nicht nur die Wähler, sondern auch die Wahlvorstände sichtlich überfordert. So kam es zu erheblichen Verzögerungen bei der Stimmabgabe, da sowohl die Wähler als auch die Wahlhelfer nicht mit dem Wahlcomputer umgehen konnten. <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0930/brandenburg/0024/index.html">Pannen</a> gab es auch bei der Auszählung der Stimmen.
</p>
<p>
<a href="http://www.ln-online.de/artikel/2470341/Nord-Gemeinden_rebellieren_gegen_Google.htm"> Protest gegen Google Street View</a>
</p>
<p>
Mehrere norddeutsche Gemeinden und Städte protestieren gegen Google Street View. Der Suchmaschinen-Konzern fotografierte Ende September Straßenzüge, Häuser aber auch Menschen im Norden Deutschlands. Bürger sehen darin eine Verletzung ihrer Privatsphäre und fürchten, dass die Daten von Kriminellen missbraucht werden. Nun will die Gemeinde Molfsee Google die Fotoaufnahmen verbieten.
</p>
<p>
<a href="http://www.netzeitung.de/medien/1171457.html">Sarkozy will weniger Medienvielfalt</a>
</p>
<p>
&quot;Die französischen Medien stehen am Rande des Abgrunds&quot;, analysiert Präsident Nicolas Sarkozy. Da das Internet Zeitungen und Fernsehen verdränge, solle nun für eine höhere Konzentration innerhalb des Medienmarktes gesorgt werden. Nach Ansicht des französischen Präsidenten sind es nur &quot;starke Multimedia-Konzerne&quot;, die für eine Neuordnung der Medienlandschaft sorgen können. Kritiker werfen Sarkozy vor, Vetternwirtschaft zu betreiben und die Presse stärker kontrollieren zu wollen.
</p>
<p>
<a href="http://www.sueddeutsche.de/computer/818/312731/text/">Speicherung von Skype-Nachrichten in China </a>
</p>
<p>
Die Internetfirma TOM hat Skype-Chats in China systematisch ausgewertet und archiviert. Nachrichten, in denen Schlüsselwörter wie &quot;Tibet&quot;, &quot;SARS&quot; oder &quot;Milchpulver&quot; vorkamen, wurden aufgezeichnet, heißt es in einem <a href="http://deibert.citizenlab.org/breachingtrust.pdf">Bericht</a> der Forschungsgruppe Citizen Lap. Die gespeicherten Nachrichten sowie darin enthaltene persönliche Informationen sind auf &quot;unsicheren, öffentlich zugänglichen Internetservern&quot; einsehbar, kritisierte Citizen Lab.
</p>
<p>
<a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0930/wirtschaft/0009/index.html">EU-Kommissarin fordert flächendeckendes Breitbandnetz</a>
</p>
<p>
Die EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, Viviane Reding, fordert einen flächendeckenden Breitbandzugang in Deutschland. In Ostdeutschland seien beispielsweise 40% der Bevölkerung nicht an das schnelle Internet angeschlossen. &quot;Die weißen Flecken auf der Internet-Landkarte&quot; müssen unbedingt beseitigt werden, meint Reding.</p>
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		<title>Auf dem Linux-Weg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[rfuchs]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Aug 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[
                    Bundesinnenministerium und IBM bereiten deutsche Behörden auf die Linux-Welt vor. Deutschland solle zur führenden Linux-Nation werden. München macht es vor, wer zieht nach? Freie Software in der Verwaltung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bundesinnenministerium und IBM bereiten deutsche Behörden auf die Linux-Welt vor. Deutschland solle zur führenden Linux-Nation werden. München macht es vor, wer zieht nach? Freie Software in der Verwaltung.<!--break-->
                  </p>
<p>Auf dem LinuxTag, dem größten Branchen-Treffen in Europa, haben das Bundesministerium des Innern und IBM Deutschland nach einjähriger Partnerschaft einen Migrationsleitfaden herausgebracht, der die öffentlichen Verwaltungen des Bundes, der Länder und Gemeinden ins Linux-Zeitalter bringen soll. Das 440 Seiten starke Werk will jene Behörden unterstützen, die ihre Betriebssysteme von der „Monokultur“ Microsoft auf das quelloffene Betriebssystem Linux umstellen wollen.</p>
<p>
                  <strong>Linux-Nation Deutschland</strong><br />
                  <br />Das Vorhaben &#8220;Open-Source-Software für die Verwaltung&#8221; sei sehr gut angelaufen. Ein Jahr nach Abschluss des Kooperationsabkommens zwischen dem Bundesinnenministerium (BMI) und IBM zur Förderung von Open-Source-Software in der Verwaltung hätten bereits über 500 Behörden aus Bund, Ländern und Gemeinden einen Antrag gestellt, dem Rahmenvertrag beizutreten. Diese positive Bilanz zogen Bundesinnenminister Otto Schily anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin Ende Juni 2003 mit dem IBM-Aufsichtsratsvorsitzenden Erwin Staudt.</p>
<p>„Wir sind drauf und dran, Deutschland zur führenden Linux-Nation zu machen“, sagte Erwin Staudt. Und geht es nach dem Willen von Staudt und Innenminister Schily, den Schirmherren des Kooperationsabkommens, sollen die öffentlichen Verwaltungen bei diesem Prozess eine Schlüsselrolle einnehmen. Beide teilen dabei die Überzeugung, dass die „IT Großmacht“ Deutschland weder in der Erstellung von Hardware, noch in der Programmierung von Software eine Chance gegen die internationale Konkurrenz habe. Nur auf dem Gebiet der Anwendung gäbe es großes Potential für Entwicklungen „Made in Germany“. In einem breiten Anwendungsbereich wie den Verwaltungsstrukturen der öffentlichen Hand sollen deshalb wichtige Lernerfolge erzielt werden, um Linux auch für andere Nutzerkreise im Privatbereich attraktiver zu machen.</p>
<p>
                  <strong>Linux-Vorteile</strong><br />
                  <br />Dabei sind die Vorteile, die für eine Migration von Microsoft auf LINUX sprechen, für Schily und Staudt bestechend. Linux habe sich innerhalb weniger Jahre zu einer der vertrauenswürdigsten Open-Source Softwareprodukte entwickelt. Wenn heute sogar die New Yorker Börse auf das nicht patentierte Betriebssystem umsteige, so zeige das nach Schily eindeutig die wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Bedeutung des Projekts. Das Linux die mit Abstand größten Zuwachsraten unter Betriebssystemen weltweit verzeichne, könne diese Aussage noch bekräftigen, meinte Staudt. Darüber hinaus stehen die finanziellen Anreize im Vordergrund: Schily erhofft sich nach einer Umstellung großer Teile der deutschen Verwaltungen ungeahnte Einsparungspotentiale, weil teure Lizenz-Abkommen mit dem bisherigen Monopolisten Microsoft der Vergangenheit angehören würden. Ein übergeordnetes Ziel der Politik sei es dabei, „Monopolstrukturen aufzubrechen“ und Wettbewerb in die Betriebssystem-Landschaft zu bringen. Auf die Frage, ob Microsoft aus den Amtsstuben gänzlich verdrängt werden solle, antwortete Schily aber diplomatisch: „Es geht um die Freiheit des Wählen könnens“.</p>
<p>In jedem Falle aber verbessert Linux die Verhandlungsposition von Bund, Länder und Gemeinden und verleiht mehr Spielraum um den Software-Giganten Microsoft zu finanziellen Zugeständnissen zu bewegen. Erstes Anzeichen der Nervosität von Microsoft war deshalb der Besuch von Microsoft-Chef Steve Ballmer, der kurz vor der Entscheidung in München, mit welchem Betriebssystem die 14 000 kommunalen Computer künftig laufen sollen, versuchte, das Stadtoberhaupt Christian Ude zum Umdenken zu bewegen. Vergeblich, denn medienwirksam wurde die Entscheidung Münchens für Linux zu einer weltweit beachteten Niederlage für Microsoft. Ein weiterer Erfolg für die Linux Befürworter war die Entscheidung der Stadtverwaltung Schwäbisch Hall, sich gänzlich auf Linux im Bereich der Verwaltung zu verlassen. „Die Entscheidung von Schwäbisch Hall, als erste Stadt Europas und im Rahmen dieser Vereinbarung (dem Kooperationsabkommen zwischen BMI und IBM, Anm. der Redaktion) auf eine vollständig Linux-basierte IT-Infrastrukur zu setzen, sowie das ‚Ja’ von München zur freien Software setzen Zeichen, die den Erfolg der Vereinbarung weiter beflügeln“, sagte Staudt.</p>
<p>Doch ist sich „Linux-Land“ Deutschland in keinem Fall einig. Frankfurt am Main verlängerte demonstrativ seinen Rahmenvertrag mit Microsoft, um auch für die nächsten Jahre garantierte Preise und Vergünstigungen vom Software-Giganten zu erhalten. Für Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) stand bei dieser Entscheidung vor allem der Gedanke der Planungssicherheit Pate. Microsoft garantiere Fixpreise pro PC sowie feste Jahresraten und würde so die Verwaltung von Preisschwankungen unabhängiger machen. Ebenso argumentiert auch Microsoft Deutschland, die vor den versteckten Mehrkosten einer Linux gestützten EDV warnen. &#8220;Die Anbieter werden sich das zusätzliche Geschäft nicht entgehen lassen, das sie mit dem Verkauf von Systemen und Services erzielen, die es ihren Kunden ermöglichen, ihr Linux-System in die bestehenden Anwendungen zu integrieren&#8221;, warnt<br />
                  <a href="http://www.microsoft.com/germany/ms/business/retail/linux.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mary Hubley</a>, Analystin bei Gartner.</p>
<p>
                  <strong>Linux Geburtshelfer</strong><br />
                  <br />Gegen diese Bedenken soll der vorgestellte Migrationsleitfaden Geburtshelfer für mehr Open-Source-Software in den Verwaltungen sein, gibt er doch einen detaillierten Überblick, welche verschiedenen Migrationspfade Behörden wählen können, um Windows NT-gestützte Netzwerke reibungslos auf Linux umzustellen. 500 Behörden aus Bund, Länder und Gemeinden haben diesen Schritt bereits angedacht oder verwirklicht und haben einen Antrag auf Beitritt zum Kooperations-Rahmenvertrag gestellt, berichtet das Innenministerium. Das BMI und IBM Deutschland bieten den willigen Behörden dabei besonders gute Umstiegskonditionen beim Bezug von PCs und Servern und gezielte Schulungen des Verwaltungs-Personals durch IBM an. Viel diskutiert wird seit der Münchener Pro-Linux-Entscheidung von Experten eine mögliche Signalwirkung. Denn bereits kurz nach dem Fall München scheint auch Stuttgart als zweite deutsche Großstadt den Linux-Schritt zu wagen. Weitere Nachahmungstäter dürften in Kürze folgen. Das Rennen um die Erneuerung der IT-Infrastruktur der Verwaltungen und für die Einführung von E-Government hat begonnen.</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 21.08.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                    <!-- Content Ende --></p>
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		<title>Pinguine im Amt &#8211; Sparen mit Linux</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-weitere-messe-shtml-2916/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[agebhard]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 May 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Freie Software]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Einführung des alternativen Betriebssytemes GNU/Linux in der Öffentlichen Verwaltung nimmt immer konkretere Formen an. Viele Städte und Gemeinden, aber auch der Deutsche Bundestag stellen ihre Computerinfrastruktur auf Freie Software um. Ein Überblick:]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Einführung des alternativen Betriebssytemes GNU/Linux in der Öffentlichen Verwaltung nimmt immer konkretere Formen an. Viele Städte und Gemeinden, aber auch der Deutsche Bundestag stellen ihre Computerinfrastruktur auf Freie Software um. Ein Überblick:<!--break-->
                    </p>
<p>Der Begriff Freie Software bezeichnet (Computer-)Programme, deren Lizenzen besondere Freiheiten bieten. Zu den Anforderungen zählen u.a. die Offenlegung des Quellcodes durch den Autor (daher auch der häufig benutzte Name &#8220;open-source Software&#8221;), sowie die freie Verbreitbarkeit und die freie Veränderbarkeit der Software durch den Benutzer.</p>
<p>Für die Praxis bedeutet dieses Modell, daß an der Entwicklung von Freier Software weltweit viele tausend Programmierer beteiligt sind, die über das Internet miteinander kommunizieren. Die Ergebnisse dieser Arbeit sind für jedermann über das Internet frei erhältlich. GNU/Linux ist der Name des bekanntesten Projekts der Freien-Software-Gemeinde, nämlich der des Betriebssystems.</p>
<p>Die Öffentliche Verwaltung ist durch die besondere gesellschaftliche Verantwortung gegenüber seinen Geldgeben, sprich den Steuerzahlern, zu besonders wirtschaftlichem Handeln gezwungen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass in den letzten Wochen und Monaten mehr und mehr über Alternativen zu gängigen Software Lizenzmodellen nachgedacht wird.</p>
<p>
                    <strong>Verwaltung und Linux<br />
                    <br /></strong>Im Sommer 2001 war der Deutsche Bundestag, wie fast alle Institutionen und Betriebe in Deutschland, dazu gezwungen, über ein neues Betriebssystem für die Verwaltung und die Abgeordnetenbüro nachzudenken. Die Firma Microsoft hatte angekündigt, im Jahr 2002 den Support und die Weiterentwicklung des gängigen Betriebssystems NT einzustellen. Die Entscheidung darüber, welches System in der Zukunft nun eingesetzt werden würde, sollte im Ältestenrat des Bundestages fallen, dass Gremium, welches über infrastrukurelle Fragen des Parlaments entscheidet. Durch die öffentliche Debatte um das neue Betriebssytem im Parlament entfachte sich ein Schlagabtausch in den Medien, den die deutsche Öffentlichkeit bis dato noch nicht gekannt hatte, wenn es um Fragen der Software von Computern geht. Es wurden fleißig offene Briefe verfasst und veröffentlicht, die den Bundestag aufforderten, doch in Zukunft Freie Software einzusetzten. Auch Mitarbeiter der Firma Microsoft beteiligten sich an der Debatte.</p>
<p>Den Höhepunkt erreichte die Diskussion Anfang 2002. Zu diesem Zeitpunkt startete eine überparteiliche Initiative von verschiedenen Abgeordneten des Bundestages zusammen mit Spezialisten aus der Softwareszene für GNU/Linux und Freie Software im Bundestag. Die Initiative<br />
                    <a href="http://www.bundestux.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.bundestux.de</a> rief die Öffentlichkeit auf, im Internet Unterschriften abzugeben, die der Forderung nach Open Source im Bundestag Nachdruck verleien sollten. Die Medien griffen das Thema erneut dankbar auf, wie beispielsweise der Artikel im Nachichtenmagazin<br />
                    <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,180242,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DER SPIEGEL</a>. Diese Initiative war ein voller Erfolg, denn über 25.000 Menschen unterschrieben den Aufruf.<br />
                    <br />Beeindruckt von der Zahl der Unterstützer und des öffentlichen Interesses fällte der Bundestag eine weitreichende Entscheidung. Alle Server im Bundestag und die Verzeichnissysteme werden auf Freie Software umgestellt. Als Betriebssystem wurde Microsoft XP beschlossen, mit einem Office-Programm des gleichen Herstellers. Jeder Abgeordnete hat jedoch die Möglichkeit, eine freie Alternative zu wählen, nämlich das Open Source Office System &#8220;Open Office&#8221;.</p>
<p>Diesem Beispiel folgen zunehmend andere Institutionen der Deutschen Verwaltungslandschaft. Dutzende Städte und Gemeinden, beispielsweise München, prüfen nun die Einführung freier Systeme, denn die Vorteile sind nicht nur in finanzieller Hinsicht enorm. Auch die größere Modularität, Verfügbarkeit und die Möglichkeit das System genau auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen, sind weitere wichtige Vorteile. Eine Studie das Bayrischen Obersten Rechnungshofes für das Jahr 2001 hat ergeben, dass sie, aus Kostengründen eindeutig die Einführung von GNU/Linux empfehlen. In Deutschland laufen alleine in der Öffentlichen Verwaltung über eine Millionen Computer, so dass ein ausreichend attraktiver Markt vorhanden ist.</p>
<p>Aber nicht nur in der BRD stehen die Zeichen für Open Source sehr gut. Weltweit wollen sich Staaten von der Monokultur, die sich aus der Verbreitung von Microsoft Windows und der Geschäftspolitik von Microsoft ergibt, lösen. Ob in Ländern wie China, die direkt ihre ganze Infrastruktur auf Open Source umstellen oder in europäischen Industrieländern, der &#8220;Weg nach Vorn&#8221; (Titel einer Autobiographie von Bill Gates, dem Microsoftgründer) für Freie Software ist eingeschlagen.</p>
<p>Das haben auch die Bundesministerien des Inneren und für Wirtschaft erkannt. Zusammen mit dem<br />
                    <a href="http://www.linuxtag.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">LinuxTag</a>, der größten Messe für Freie Software und GNU/Linux in Europa, veranstalten sie eine Vortragsreihe auf dem LinuxTag 2002 zum Thema Linux in Behörden.Der LinuxTag findet vom 6. -9. Juni im Messezentrum Karlsruhe statt. Ein Aspekt des Themas ist jedoch noch nicht ausreichend beachtet worden. Bei Linux handelt es sich nicht um eine einzelne Firma, sondern um eine Technologie. Deshalb ist öffentliche Förderung für Freie Software nicht Wirtschaftsförderung, sondern zukunftsweisende Technologieförderung.</p>
<p>Der Autor, Andreas Gebhard, ist Projektleiter der Initative www.bundestux und arbeitet für die Kommunikationsagentur<br />
                    <a href="http://www.werk21.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">werk21</a>. Er ist Geschäftsführer des Netzwerk Neue Medien und freier Journalist.</p>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
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