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	<title>MOOCs &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>MOOCs &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Mit mehr Diversität zu einer Universität der Zukunft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nadine Winter]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Feb 2018 14:23:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[„Für eine Universität der Zukunft würde ich mir wünschen, dass sie den Mut hat anders zu sein“, erklärt Sascha Friesike, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Friesike.jpeg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-154166" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Friesike.jpeg" alt="Universität" width="619" height="280" /></a>„Für eine Universität der Zukunft würde ich mir wünschen, dass sie den Mut hat anders zu sein“, erklärt Sascha Friesike, Professor für digitale Innovation der Vrije Universiteit Amsterdam im Interview.</p>
<p>Das deutsche Bildungssystem ist zunehmender Kritik ausgesetzt. Seit der Bundestagswahl vergangenen September rückte das Thema Digitale Bildung mehr in den Fokus von Medien und Politik. Die Diskussion thematisierte besonders Vermittlung von Medienpädagogik, Medienkritik und die Ausstattung von digitalen Lehrmitteln an Schulen. Doch wie sieht es an Universitäten aus? Wie verändert der Wandel zur Wissensgesellschaft die Lehre an Universitäten? Und was können Studierende, Dozierende und die Politik konkret verbessern? Sascha Friesike plädiert im Interview für mehr Diversität in der Lehre und bei Lehrenden. Studierenden rät er, auch mal wieder persönlich mit neuen Ideen und Verbesserungsvorschlägen auf Dozierenden zu zugehen.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Foto-Sascha.jpg"><img decoding="async" class="  alignleft wp-image-154155" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Foto-Sascha-195x119.jpg" alt="" width="185" height="123" /></a><br />
Sascha Friesike ist Professor für digitale Innovation an der  Vrije Universiteit Amsterdam und assoziierter Wissenschaftler am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft in Berlin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p></div></div>
<h3>politik-digital e.V: Durch die Digitalisierung und den Wandel zur Wissensgesellschaft kommen gerade auf Universitäten viele neue Anforderungen hinzu. Welche Probleme und Chancen begegnen Ihnen dabei in der Lehre an Universitäten?</h3>
<p>Sascha Friesike: Also zu der Frage könnte man mehrere Bücher schreiben, daher fange ich vielleicht mal mit einer einzigen Herausforderung an und zwar wie intensiv sich unser Wissen erweitert, also nicht unser persönliches Wissen, sondern das „Weltwissen“. In jedem Fach, das wir unterrichten, gibt es mehr und mehr Inhalt, der eigentlich auch irgendwie beigebracht werden sollte. Dadurch werden die Lehrpläne immer praller gefüllt, was erhebliche Kosten hat. Studenten haben weniger Zeit sich Inhalte selbst zu erarbeiten und es wird immer wieder festgestellt, dass die Universität dadurch verschulter wird. Es wird zunehmend zu einer Herausforderung für Hochschullehrer, jungen Menschen beizubringen, selbstständig Informationen zu suchen, diese zu interpretieren und anzuwenden. Dabei würde man ja eigentlich denken, dass das genau die Kernfunktion einer Universität ist, nämlich reflektierende Menschen hervorzubringen.</p>
<h3>Wie müsste eine Universität aussehen, die auf die Wissensgesellschaft vorbereitet?</h3>
<p>Es gibt im englischsprachigen Raum das „Four C“-Konzept des Lernens, man kann das mehr oder weniger mit „vier Ks“ übersetzen. Das Konzept sagt, dass man für die Wissensgesellschaft vier Schlüsselfähigkeiten ausbilden muss und praktischer Weise fangen sie im Englischen alle mit einem C an: Kritisches Denken (<b>C</b>ritical Thinking), also die Fähigkeit, sich eine eigene Meinung zu bilden, die darauf beruht, dass man Fakten eingeholt, verstanden und bewertet hat. Zusammenarbeit (<b>C</b>ollaboration), also die Fähigkeit, in einer immer arbeitsteiligeren Welt gut im Team zusammenarbeiten zu können. Kommunikation (<b>C</b>ommunication), also die Fähigkeit in richtiger Form und Format kommunizieren zu können, und Kreativität (<b>C</b>reativity), also die Fähigkeit, selbstständig neue Lösungen zu entwickeln.</p>
<p>Wir könnten jetzt über jeden dieser vier Aspekte lange sprechen, weil jeder einen Rattenschwanz an Folgen hat. Aber im Grunde müsste eine Universität der Zukunft diese Fähigkeiten stärker in den Fokus ihrer Ausbildung rücken. Dabei ist mir aber wichtig zu erwähnen, dass es dafür keine Musterlösung gibt. Wir sollten nicht jeden Hochschullehrer in ein 4C-Korsett packen, sondern viel eher für Diversität in der Lehre werben und Studenten diese Fähigkeiten in ganz unterschiedlichen Formaten beibringen, ohne Professoren dabei auf die Füße zu treten mit endloser Bürokratie und gut gemeinter Gleichmacherei, was leider oft die Konsequenz von „strategischen Änderungsprozessen“ in der Lehre ist.</p>
<blockquote>
<h4>&#8220;Wir suchen immerzu nach Musterlösungen, den idealen Kandidaten, die ideale Lehrumgebung, die ideale Uni und dabei fällt der Wert von Diversität schnell unter den Tisch.&#8221;</h4>
</blockquote>
<h3>Wie verändert sich dabei ihre Rolle als Dozent?</h3>
<p>Das kommt drauf an. Das kann man immer sagen und ist in aller Regel richtig. Hier, weil Lehre sehr unterschiedlich ist; wenn man im Bachelor Grundlagen der Statistik unterrichtet, dann hat man eine andere Aufgabe als wenn man im Master einen sehr spezialisierten Kurs hat. Aber um noch einmal auf die Zunahme an Wissen zurückzukommen, so kann man schon feststellen, dass es für Hochschullehrer immer schwieriger wird, selbst die eigenen Gebiete vollumfänglich zu kennen. Es passiert also immer öfter, dass Studenten sich Inhalte erarbeiten, die man als Dozent nicht kennt. Auch hier, wer Grundlagen der Statistik unterrichtet, wird hoffentlich selten in die Situation kommen, wie der Ochs vorm Berge zu stehen.</p>
<p>Aber ich unterrichte beispielsweise gerade einen Kurs zu neuen Technologien und deren Anwendungen. Und in diesem Kurs kommen Studenten immer wieder mit Konzepten oder Quellen, die teilweise tagesaktuell sind, so dass ich die unmöglich alle kennen kann. Für mich hat das den Vorteil, dass ich selber jedes Mal, wenn ich den Kurs unterrichte, wieder etwas lerne. Aber als Dozent ist das auch wirklich eine Herausforderung, weil man zugeben muss nicht alles zu wissen, geschweige denn alles wissen zu können.</p>
<h3>Änderungen im Bildungssystem brauchen Zeit, sehr viel Zeit. Was können Universitäten und Dozierende trotzdem jetzt schon ändern (z.B. Aufbau der Vorlesungen, Prüfungen, Struktur der Seminare etc.)?</h3>
<p>Durch die Lehrfreiheit hat man ja doch eine ganze Menge Spielraum in der Art und Weise, wie man unterrichtet. Daher glaube ich, dass man gar nicht auf systemische Änderungen warten muss, um etwas zu erreichen. In jedem Fach kann man sich fragen, was genau eigentlich das ist, was man vermitteln will, und wie man am besten dorthin kommt. Ich stelle beispielsweise inzwischen keine Klausuren mehr. Weil ich in meinen Fächern einfach festgestellt habe, dass die Anwendung von Wissen in einem Kontext einen ganz anderen Lernerfolg bringt als das Auswendiglernen für eine Klausur. Auch hier wieder der Disclaimer, dass das natürlich für andere Fälle anders sein kann. Und vielleicht ist eine Klausur in anderen Fächern eine gute Methode, um abzufragen, wie gut Studenten verstehen.</p>
<p>Ich habe allerdings oft das Gefühl, dass Klausuren deshalb geschrieben werden, da auf Grund der hohen Anzahl von Studenten andere Prüfungsformen schon an den Ressourcen scheitern. Wenn Klausuren also keine bewusste Entscheidung sind, sondern die einzige Option, dann ist tatsächlich ein systemisches Problem, dass ma nur schwer selber lösen kann.</p>
<h3>Und den Studierenden: Was raten Sie diesen?</h3>
<p>Die Sache auch mal selbst in die Hand zu nehmen und mit Dozenten direkt darüber zu sprechen, was besser laufen könnte. Es ist ja nicht so, dass wir die Weisheit mit Löffeln gefressen hätten und es dann nur vortanzen. Wir haben, wenn wir Kurse entwickeln, bestimmte Annahmen und es kann immer sein, dass wir falsch liegen. Viele Verbesserungen meiner Kurse kamen von Studenten selber, die auf mich zugekommen sind und gesagt haben, dass sie Ideen haben, was man anders oder besser machen könnte.</p>
<p>Ganz typisch ist, dass sich Kurse mit anderen überschneiden. Für Dozenten ist das schrecklich schwer genau dies zu wissen, weil wir ja nicht regelmäßig alle anderen Kurse in einem Studiengang besuchen können. Da ist der Input von Studenten Gold wert. Es gibt in vielen Fächern Evaluierungen, wo Studenten angeben können, wie zufrieden sie mit dem Kurs waren. Die kann man ausfüllen, klar. Aber nach meiner Erfahrung bringt es viel mehr, mit einem Dozenten direkt zu sprechen. Einfach mal drei bis fünf Ideen mitbringen, was man tun könnte, um einen Kurs besser zu machen. Ich für meinen Teil bin immer dankbar, wenn Studenten sich diese Mühe machen. Und ich glaube Studenten ist gar nicht klar, wie viel sie schon alleine dadurch verbessern können, dass sie die Idee für einen besseren Unterricht überhaupt mal vorschlagen. Also ich meine damit wirklich Verbesserungen eines Kurses, nicht einfach die Aussage, dass einem der Stoff zu umfangreich ist.</p>
<h3>Welche Strukturen müssen von bildungsökonomischer und politischer Seite etabliert werden?</h3>
<p>Wir haben eine Zunahme an Studenten, die aber nicht im gleichen Maße einer Zunahme der Lehrkörper entspricht. Gleichzeitig ist das ganze Bildungssystem durchzogen von prekären Arbeitsbedingungen (beispielsweise Dozenten, die pro Unterrichtsstunde aber nicht für die Vorbereitung bezahlt werden) und Zeitverträgen. Und das hat ziemlich üble Folgen: Ich kenne so viele talentierte Leute, die dem System den Rücken gekehrt haben und jetzt irgendwo in der Industrie arbeiten. Diese Leute hätte man wirklich gebraucht. Stattdessen werden Positionen sehr eindimensional vergeben, so dass sich die Professoren, die feste Stellen haben in ihrem Profil zu oft ähneln.</p>
<p>Dabei will man als Bildungssystem ja eigentlich genau das Gegenteil, man will Diversität in der Lehre. Man möchte, dass Studenten unterschiedliche Blickwinkel bekommen und lernen, dass es nicht „die eine reine Lehre“ gibt. Hier müssen wir deutlich flexibler werden. Die zunehmende Quantifizierung von Forschungsleistungen, die oft das einzige Einstellungskriterium sind, tut aber im Grunde genau das Gegenteil und schafft statt Vielfalt eine Art Monokultur, um es mal überspitzt darzustellen.</p>
<blockquote>
<h4>&#8220;Viele Verbesserungen meiner Kurse kamen von Studenten selber, die auf mich zugekommen sind und gesagt haben, dass sie Ideen haben, was man anders oder besser machen könnte.&#8221;</h4>
</blockquote>
<h3>Und was ist mit den MOOCs und vielen e-Learning Plattformen – werden diese die klassische Präsenz-Universität ersetzen?</h3>
<p>Erstmal gehe ich davon aus, dass wir in Zukunft mehr und nicht weniger Bildung brauchen werden. Die Welt wird zunehmend komplexer, eigentlich jedes einzelne Wissensgebiet nimmt rasant zu. Dazu hatten wir ja eingangs gesprochen. Es gibt Studien, die sagen, dass es weniger als zehn Jahre dauert, bis die Menschen das Weltwissen verdoppelt haben. Und um von dieser Zunahme an Wissen zu profitieren, müssen wir es in die Köpfe der Menschen bekommen, zumindest Teilweise. Daher brauchen wir viel Bildung und ich gehe nicht davon aus, dass es dafür in Zukunft einen einzigen goldenen Weg gibt. Die Frage ist also eigentlich nicht: Schaffen MOOCs die Präsenz-Universität ab, sondern eher: Wofür nutzen wir was? Ich sehe bei meinen Studenten einen unglaublichen Bedarf nach einem sozialen Lernumfeld. Der größte Wert einer Universität für Studenten sind in aller Regel die Kommilitonen. Das ist natürlich schwer zu schlucken als Professor, ist aber trotzdem so.</p>
<p>Bei MOOCs habe ich erstmal kein soziales System, in dem ich lernen kann. Daher sind die Abbruchraten bei MOOCs auch so hoch. Aber sie können ein wunderbares Werkzeug sein, wenn ich sie mit einem bestehenden sozialen System kopple. Sagen wir mal eine Abteilung in einer Firma möchte sich zu einem bestimmten Thema besser informieren, dann wäre ein MOOC über den man innerhalb der Firma spricht, eine gute Option. Gerade wenn wir das Zauberwort des lebenslangen Lernens in den Ring werfen, werden wir sehen, dass unsere Universitäten das kapazitiv gar nicht könnten. MOOCs und andere Formate sind daher ungemein wichtig.</p>
<h3>Zum Schluss: Die Universität der Zukunft &#8211; wie sollte sie Ihrer Meinung nach aussehen? (Stichwort: Ort, Lehrinhalte, Lehrstruktur, Ausbildung von Dozierenden)</h3>
<p>Auch hier bin ich für Vielfalt. Die Universität der Zukunft sollte eben anders aussehen als die nächste Universität. Wir suchen immerzu nach Musterlösungen, den idealen Kandidaten, die ideale Lehrumgebung, die ideale Uni und dabei fällt der Wert von Diversität schnell unter den Tisch. Für die Universität der Zukunft würde ich mir daher wünschen, dass sie den Mut hat, anders zu sein.</p>
<h3>Vielen Dank für das Gespräch!</h3>
<p>Titelbild: jarmoluk via <a href="https://pixabay.com/de/projektor-spiegel-zimmer-hörsaal-2775438/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet.</p>
<p>Beitragsbild: Sascha Friesike, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-123698" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png" alt="Creative Commons Lizenz" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Per Mausklick zum Master of Science</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Elena Klaas]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Dec 2016 15:07:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Studieren ist teuer und die Tendenz in vielen Ländern steigend. Gleichzeitig wird der Bedarf an Berufstätigen mit einem abgeschlossenen Studium [&#8230;]]]></description>
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<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/2016-12-01-oeb-2229-2.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-150715" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/2016-12-01-oeb-2229-2-630x278.jpg" alt="2016-12-01-oeb-2229-2" width="630" height="278" /></a><br />
Studieren ist teuer und die Tendenz in vielen Ländern steigend. Gleichzeitig wird der Bedarf an Berufstätigen mit einem abgeschlossenen Studium immer höher. Bildungsforscher kritisieren jedoch die konventionellen Wege der Wissensvermittlung. Die Lösung ist für viele: mehr Einbindung der Digitalisierung im Bildungssektor. Wie das im Hochschulsystem funktionieren kann, zeigen drei konkrete Beispiele.</p>
<p>Die 22. OEB, eine globale Konferenz zu digital unterstütztem Lernen, griff auch dieses Jahr die zentralen Probleme der Bildung auf (einen allgemeinen Bericht über die Konferenz finden Sie <a title="Digitale und andere Kompetenzen: die Zukunft der Bildung" href="http://politik-digital.de/news/bericht-von-der-oeb-2016-150703/">hier</a>). Gerade die Verbesserung der Hochschulsysteme stand im Fokus vieler Diskussionen. In den Academic Sessions wurden unterschiedliche Beispiele von der Einbindung digitaler Aspekte in das Studium vorgestellt.</p>
<h3>Ein Maßstab für Online-Kurse</h3>
<p>In den letzten Jahren hat sich das Angebot von Online-Kursen stark erhöht. Immer mehr Menschen wollen an den sogenannten <a title="Massive Open Online Courses – Uni für alle?" href="http://politik-digital.de/news/massive-open-online-courses-uni-fuer-alle-145218/">MOOCS</a> (Massive Open Online Courses) teilnehmen. Je mehr Menschen sich jedoch auf die Online-Angebote verlassen, desto wichtiger ist es, dass die Qualität der Bildung auch im Netz gewährleistet ist.  Aus diesem Grund hat die European Foundation for Management Development das System EOCCS (Electronic Online Course Certification System) entwickelt, mit dem Online-Kurse zertifiziert werden. Im Jahr 2016 wurden 16 Business- und Management-Kurse von acht verschiedenen Universitäten, unter anderem von der HEC Paris, der Henley Business School und der Open University, zertifiziert.</p>
<p>Vier Aspekte bilden das Framework des Systems: der institutionelle Kontext, der Aufbau der Kurse, wie die Informationen konkret vermittelt werden, und die Qualität der Informationsvermittlung. Der Prozess, um EOCCS-zertifiziert zu werden, findet ebenfalls in vier Schritten statt. Die Universität kann den Antrag auf Zertifizierung jederzeit stellen und muss daraufhin Unterlagen und eine Selbsteinschätzung einreichen. Die Bewerbung wird dann in fünf bis zehn Wochen von einem Online-Ausschuss geprüft, und schließlich wird darüber abgestimmt ob das Zertifikat ausgestellt werden soll. Ist dies der Fall, bekommt der Online-Kurs spätestens zwölf Wochen nach der Bewerbung das Zertifikat, das drei Jahre lang gültig ist. Ähnlich wie bei herkömmlichen Universitäten gibt es somit also einen internationalen Maßstab, an dem sich Studenten orientieren können.</p>
<h3>Die erste Online-Universität der Welt</h3>
<p>Die Open University of Catalonia ist eine Online-Universität, die 1994 als erste Internet-Hochschule der Welt gegründet wurde und seitdem 58.000 Absolventen hervorgebracht hat. Sie bietet vollständige Master- und PhD-Programme auf Katalanisch, Spanisch und Englisch in verschiedenen Studienrichtungen wie Psychologie, Wirtschaft und Informatik. Das neueste Projekt der OUC ist die “Funiversity”, ein Studienformat, das ein Gleichgewicht zwischen Bildung und Entertainment garantieren will. Zwei Säulen des Projektes sind zum einen professionell produzierte Videos und zum anderen Spiele mit Lerneffekt.</p>
<p>Die Videos, die dem Dokumentationsstil von Vice ähneln, werden durch interaktive Inhalte ergänzt. So sieht man zum Beispiel beim Pausieren des Videos Extra-Infos darüber, welche zentralen Konzepte das Video beinhaltet, und weiterführende Links zur Vertiefung in das Thema. Außerdem können Studenten nachdem sie das Video beendet haben, ihr Wissen über die Inhalte in verschiedenen Fragen testen.</p>
<p>Quadrivia, das neueste Lernspiel der Universität, ist ein Quiz im Stil von Quizduell, wo Studenten gegeneinander antreten können. Die 30.000 Fragen wurden von den Professoren entwickelt und decken so die Inhalte der verschiedenen Kurse ab. Außerdem bekommen die Studenten nach jeder Runde Feedback zu ihrem Fortschritt. Besonders interessant beim Konzept der “Funiversity” ist, dass sich die OUC weniger an anderen, konventionellen Universitäten orientiert, sondern zunehmend an Entertainment Angeboten wie Netflix, wo Internetnutzer ihre meiste Zeit verbringen.</p>
<h3>Das 75/25-Konzept</h3>
<p>Ein weiteres Beispiel, wie das Internet für bessere Bildung genutzt werden kann, hat Klaas Wassens von der Erasmus University in Rotterdam vorgestellt. Nachdem die niederländische Universität festgestellt hatte, dass sich immer weniger Studenten für den Teilzeit-Master Business Administrations bewerben, entwraf die Universität das 75/25-Konzept. Anstatt den ganzen Master in den Räumen der Universität in Rotterdam stattfinden zu lassen, wurden 25% des Unterrichts auf Online-Elemente übertragen. Hierbei war es der Fakultät überlassen sich zu entscheiden, wie sie den Online-Unterricht gestalten. Beispiele reichen von Online-Vorlesungen über Simulationen von Tutorien und Tests, um den Fortschritt der Studenten zu überprüfen. Der erste Master in diesem Format, der im Januar 2015 startete, wird nun schon zum dritten Mal angeboten. Inzwischen hat das Programm wieder einen Zuwachs von 26% Studenten. Vor allem, so erklärt Klaas Wassens, seien mehr Studenten aus anderen Regionen der Niederlande dazugekommen. Das liegt vor allem daran, dass die Studenten nur noch zwei Mal in der Woche nach Rotterdam pendeln müssen, und somit Fahrtkosten und Zeit sparen. Das Konzept, das laut dem Professor auch auf andere Studienfächer übertragbar wäre, ist also vor allem für Städte interessant, in denen die Lebenskosten sehr hoch sind und viele Studenten daher weit außerhalb wohnen.</p>
<p>Alle drei Beispiele, die die Digitalisierung in einem unterschiedlichen Ausmaß in die Bildungsangebote einbinden, haben dasselbe Ziel: die Hochschulbildung für Menschen zugänglich machen, die durch finanzielle Beschränkungen sonst nicht dazu in der Lage wären. Außerdem lassen die neuen Formate hoffen, dass sich der Trend der digitalen Bildung weg von MOOCs mit einer hohen Dropoutrate und hin zu einem ernst genommenen Medium zur Wissensvermittlung entwickelt.</p>
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<p>Titelbild: <a href="http://www.online-educa.com/media/picture-gallery?page=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OEB</a> via online-educa.com, Copyright OEB16/ICWE GmbH</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Massive Open Online Courses &#8211; Uni für alle?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Franziska Türk]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2015 09:32:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Spaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungsarmut]]></category>
		<category><![CDATA[MOOCs]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Kurse]]></category>
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					<description><![CDATA[Sie könnten der Auslöser für eine globale Revolution des Bildungssystems sein: Massive Open Online Courses (MOOCs) versprechen einen kostenlosen Zugang [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/MOOC_crop.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145219" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/MOOC_crop.jpg" alt="MOOC_crop" width="639" height="280" /></a>Sie könnten der Auslöser für eine globale Revolution des Bildungssystems sein: Massive Open Online Courses (MOOCs) versprechen einen kostenlosen Zugang zu höherer Bildung &#8211; für jeden, weltweit. Tatsächlich profitieren von den Bildungsangeboten aber vor allem jene, die gar nicht auf sie angewiesen sind.</p>
<p>Die alleinerziehende Afroamerikanerin aus der sozial benachteiligten Nachbarschaft beschäftigt sich mit Quantenphysik, der vielbeschäftige Manager frönt seiner geheimen Leidenschaft für Kunstgeschichte und der jugendliche Schulabbrecher oder der rüstige Rentner tauchen in die Welt der englischen Literatur ein. Massive Open Online Courses (MOOCs) sollen das Bildungswesen umkrempeln und auch die Personengruppen erreichen, die statistisch gesehen bislang häufig von höherer Bildung ausgeschlossen sind. Bei MOOCs handelt es sich um kostenlose, frei zugängliche Online-Kurse, die maximale Flexibilität erlauben und doch ähnlich aufgebaut sind wie Seminare an einer Universität: Sie haben einen fixen Anfangs- und Endtermin und einen festen Vorlesungsplan mit wöchentlichem Input in Form von Videovorlesungen und Übungsaufgaben &#8211; und am Ende steht teilweise eine Prüfungsleistung. Foren und soziale Netzwerke ermöglichen den Austausch der Studierenden untereinander.</p>
<p>Der Unterschied zur klassischen Vorlesung ist, dass die Teilnehmer selbst entscheiden können, wann, wo und wie sie das Material im Selbststudium bearbeiten, und dass es für die Teilnahme keinerlei Zugangsvoraussetzungen zu erfüllen gibt &#8211; abgesehen von einem Zugang zum Internet, versteht sich. Das ist möglich, weil Websites wie <a href="https://www.coursera.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Coursera</a>, <a href="https://www.edx.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">edX</a> oder <a href="https://www.udacity.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Udacity</a> Kooperationen mit weltweit führenden Universitäten eingehen. Selbst amerikanische Elite-Unis wie Harvard oder das Massachusetts Institute for Technology (MIT) bieten Massive Open Online Courses an. Allein für die von <a href="https://blog.llz.uni-halle.de/2014/03/mooc-statistik/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Harvard</a> angebotenen Kurse hatten sich bis Februar 2014 über eine Million Lernwillige aus 193 Ländern angemeldet,  Yale hat sogar ein komplettes Masterprogramm angekündigt, das ausschließlich online stattfinden soll. Man könnte MOOCs also als die Fernunis des digitalen Zeitalters bezeichnen &#8211; mit dem Unterschied, dass sie kostenlos und frei zugänglich sind und einen besseren Ruf genießen.</p>
<p>Lernen kann man mit MOOCs mittlerweile <a href="https://www.mooc-list.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">so gut wie alles</a>: Interesse an Religion und Hip-Hop-Kultur, an Algorithmen, Chansons der Troubadoure oder Finanzanalysen? Gibt es alles! Es ist jedoch anzunehmen, dass sich nicht alle Themen gleichermaßen für die digitale Massenvermittlung eignen. Während sich Computer- und Naturwissenschaften relativ standardisiert vermitteln und per Multiple-Choice-Test auch wieder abfragen lassen, könnte es beim kreativen Schreiben englischer Poesie schon schwieriger werden, neben dem Teenager, der sich den ersten Liebeskummer von der Seele schreibt,  auch den alternden Schriftsteller anzusprechen, der seine Technik verfeinern möchte. Bei der Masse an Teilnehmern können die Dozenten nicht auf individuelle Bedürfnisse eingehen, Essays werden deshalb von den Teilnehmern untereinander bewertet &#8211; sofern überhaupt eine Leistungsüberprüfung stattfindet.</p>
<h3>Von Rockgeschichte bis Regressionsanalyse</h3>
<p>Auch von Deutschland aus wird Wissen in die Welt gestreut,  MOOCs werden unter anderem von der <a href="http://www.tum.de/studium/weiterbildung/oeffentlichkeit/moocs/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">TU München</a> angeboten. 250.000 Euro hat sich das Hochschulpräsidium die Produktion und Durchführung von fünf MOOCs kosten lassen, aktuell werden “Quality Engineering und Management” sowie “Einführung in Computer Vision” angeboten. Gegen Gebühr gibt es hinterher auch ein Zertifikat für die Teilnehmer. Die Anonymität im Netz kann aber zum Betrug in der Prüfungssituation verleiten: Warum nicht den Onkel mit dem Physikdiplom um Hilfe bitten oder sich die Allwissenheit Googles zunutze machen? Um das von vornherein zu verhindern, bemüht man sich, zumindest für die kostenpflichtigen zertifizierten Prüfungen wasserdichte <a href="http://www.zeit.de/2013/12/MOOC-Onlinekurse-Universitaeten-FAQs" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lösungen</a> zu finden. Beispielsweise wird eine Prüfung in einem Testcenter in der Nähe abgenommen oder kann mit Coursera sogar betrugssicher von zu Hause aus abgeleistet werden &#8211; der Prüfling identifiziert sich vor der Computerkamera mit Ausweis und Foto. Und mittlerweile kann eine Software sogar sichtbar machen, ob auf dem Bildschirm nebenbei Wikipedia oder Google zur Unterstützung geöffnet sind.</p>
<p>Die Wissensabfrage funktioniert also. Nur: Wie viel <a href="http://www.zeit.de/2013/12/MOOC-Onlinekurse-Universitaeten-FAQs/seite-2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nutzt </a>so ein Schein im Ernstfall, also zum Beispiel in der Bewerbungssituation? Generell ist ein beglaubigtes Zertifikat mit Identitätsnachweis natürlich mehr wert als eine bloße Bestätigung über die Online-Registrierung. In manch einer US-amerikanischen Universität werden Online-Kurse bereits als Anfänger-Credits gewürdigt und ersparen dem angehenden Studenten so die teuren Studiengebühren für das erste Semester. Und in dynamischen, schnelllebigen Branchen wie der IT kann ein Zertifikat über die Teilnahme an einem MOOC bei einer Bewerbung durchaus ausschlaggebend sein &#8211; zum Beispiel, wenn eine neue Programmiersprache noch gar nicht in die analogen Vorlesungspläne von Universitäten aufgenommen wurde.</p>
<h3>Wissenszuwachs ja &#8211; aber nicht bei jedem</h3>
<p>Zertifikate sind die eine Sache &#8211; aber wieviel bleibt tatsächlich hängen, wenn ich ein Themengebiet ganz gemütlich vom heimischen Rechner aus bearbeite? Auch dazu gibt es bereits Studien: Wissenschaftler des MIT, der Harvard University und der Tsinghua University kommen in einer <a href="http://www.irrodl.org/index.php/irrodl/article/view/1902/3009" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Untersuchung</a> zu dem Ergebnis, dass das MOOC-Format genauso effektiv sein kann wie Präsenzunterricht in der Uni, und dass bei den MOOC-Kursteilnehmern unabhängig von ihrem anfänglichen Kenntnisstand ein Wissenszuwachs zu beobachten ist. Ausschlaggebend ist demnach der didaktische Ansatz und nicht die Tatsache, ob ein Kurs online oder offline stattfindet. Mit der richtigen Aufbereitung von Inhalten bieten MOOCs also große Potentiale &#8211; gäbe es da nicht einen Haken. In der Studie wurden nur die Teilnehmer eines Physik-Kurses analysiert, die mindestens 50 Prozent der Kursaufgaben gelöst haben &#8211; von 17.000 Teilnehmern war dies bei gerade einmal knapp über tausend der Fall. Der Wissenzuwachs der verbleibenden 16.000 dürfte also äußerst gering sein. Denkbar also, dass die Teilnehmer der Studie, die ja durchaus etwas gelernt haben, positiv hinsichtlich Motivation und Ehrgeiz selektiert waren.</p>
<p>Ein Querschnitt durch die Bevölkerung sind auch diejenigen nicht, die auf die Idee kommen, sich für einen MOOC anzumelden. An der britischen Bath University zum Beispiel ist ein <a href="http://www.theguardian.com/education/2013/oct/22/study-mooc-top-universities" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Großteil der Teilnehmer</a> zwischen 18 und 40 Jahre alt, 70 Prozent haben bereits Erfahrung mit höherer Bildung. Studien von Bildungswissenschaftlern zufolge brechen teilweise mehr als 96 Prozent der angemeldeten Teilnehmer ihren Online-Kurs wieder ab. Der kläglich verbleibende Rest ist größtenteils männlich, weiß und bereits im Besitz eines Hochschulabschlusses. Die junge alleinerziehende Mutter aus dem Problemviertel, die die Bildung so dringend nötig hätte, wird vermutlich kaum unter den erfolgreichen vier Prozent sein &#8211; und so helfen die MOOCs vor allem denjenigen, die die Hilfe gar nicht unbedingt benötigen. Die Schere zwischen hoch und gering Gebildeten könnte sich durch die MOOCs möglicherweise also sogar vergrößern. Versteht man die Online-Kurse als ein demokratisches Instrument, das vor allem benachteiligten Gesellschaftsmitgliedern einen Zugang zu höherer Bildung verschaffen soll, so stellt sich angesichts der Studienergebnisse die Frage, ob das Geld an anderer Stelle nicht besser investiert wäre &#8211; zum Beispiel in Initiativen wie <a href="http://arbeiterkind.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">arbeiterkind.de</a>, die junge Menschen aus bildungsfernen Familien gezielt auf dem Weg durch ein reguläres Studium den Rücken stärken. Global betrachtet besteht zudem das Problem, dass nur an den Kursen teilnehmen kann, wer Zugang zu einer stabilen Internetverbindung hat &#8211; auch hier  wird die Tür zur Bildung für diejenigen, die sie am dringendsten benötigen, verschlossen bleiben. Sieht so eine Revolution aus?</p>
<p>Letztendlich müssen die MOOCs ja auch nicht gleich als Allheilmittel gegen Bildungsarmut die Welt retten &#8211; werden sie als Weg verstanden, bestimmten Gesellschaftsgruppen Weiterbildung und lebenslanges Lernen zu ermöglichen, dann erfüllen die Kurse durchaus ihren Zweck. Die Publitzistin Nora Stampfl ist der <a href="http://www.zeit.de/studium/2014-12/mooc-online-studium" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ansicht</a>, dass die Online-Kurse ihren größten Nutzen entfalten, wenn sie die Präsenzlehre von Universitäten ergänzen. Studierende könnten sich Studieninhalte dann über MOOCs in Eigenregie aneignen, Professoren könnten die dadurch entstandenen Freiräume in den Präsenzveranstaltungen nutzen, um Fragen zu klären, Inhalte zu vertiefen und weiterführende Themen zu diskutieren. Schon in naher Zukunft könnten die MOOCs als vollwertige Kurse samt dazugehöriger Credits anerkannt werden, so die Prognose der Publizistin. Vor allem in den USA, wo <a href="http://www.economist.com/news/united-states/21646219-college-america-ruinously-expensive-some-digital-cures-are-emerging-log?fsrc=scn%2Ftw%2Fte%2Fpe%2Fed%2Fthelogondegree" target="_blank" rel="noopener noreferrer">horrende Gebühren</a> den Traum vom Studium vieler junger Menschen platzen lassen, könnte sich die Lage dadurch entspannen.</p>
<p>Ganz so optimistisch ist Prof. Christoph Bieber vom Institut für Politikwissenschaft der Universität Duisburg-Essen nicht: &#8220;Es könnte sein, dass das durchaus vorhandene Potenzial der MOOCs in anderen &#8220;Modernisierungsprozessen&#8221; des Hochschulalltags regelrecht zerrieben wird. Wenn wie z.B. in Nordrhein-Westfalen auch für normale Seminarveranstaltungen keine Präsenzpflicht mehr besteht, dann treiben MOOCs die schleichende Aushöhlung der &#8216;Campus-Universität&#8217; voran. Als Alternative zu den klassischen Vorlesungen tragen sie dazu bei, die Studierenden vom gemeinsamen Lernort fernzuhalten und verhindern das Gespräch in der Peer-Group ebenso wie das zufällige Stolpern über interessante Bücher, spannende Diskussionen oder einfach nur neue Bekanntschaften.&#8221; Dennoch: Wenn es gelänge, eine zuverlässige Kombination aus Lehrangebot, Online-Diskussion und -Feedback und passendem Prüfungsformat zu konstruieren, könnten MOOCs eine gute Ergänzung im Studienalltag sein, hofft Prof. Bieber.</p>
<p>Foto: <a href="http://https://www.flickr.com/photos/nosha/3905131101/in/photolist-6X5Pqz-dUotUM-fzzLXX-p54o1z-8s2xzR-8TXTHJ-ef1KVr-oMypAX-3wmAbz-Cccs9-9XbZWE-5v3aQn-51ptgM-4XtMXe-5hYLhr-2RLyE-bDsMDP-8hTkXT-dUotKe-dUotNM-5zj7jx-dKFydv-8qVc8S-7LHdsH-5oxbY-3H2qoL-kfNdUT-DpCa-7Ubu8q-52waQx-eHMv3o-5G9G1D-4XtMPi-nZq1oh-oeeEW-6Y9jm-9nzRG5-9nwDNx-gaKiSE-51tEHs-736epS-NC6Lr-dLGVM3-68cYyu-4E1jFP-5ba9kr-oMz6Mg-eKvthD-bTaioP-diMK5F" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nosha</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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