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	<title>Multimedia &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Multimedia &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Mobilisierung durch Multimedia</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jun 2007 13:18:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[G8-Protest jenseits des Zauns]]></category>
		<category><![CDATA[Multimedia]]></category>
		<category><![CDATA[G8-Gipfel]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkampagnen]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Aktivisten setzen im Vorfeld des G8-Gipfels vom 6. bis 8. Juni in Heiligendamm auf Webvideos und gemeinsame Webseiten. Zum Demonstrieren trifft sich die Linke vor dem Zaun,
zur Vorbereitung im Internet.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Aktivisten setzen im Vorfeld des G8-Gipfels vom 6. bis 8. Juni in Heiligendamm auf Webvideos und gemeinsame Webseiten. Zum Demonstrieren trifft sich die Linke vor dem Zaun,<br />
zur Vorbereitung im Internet.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Der Trend im Online-Aktivismus geht zum Video: Globalisierungs-kritiker<br />
entdecken das Medium Film, um gegen den G8 Gipfel 2007 zu mobilisieren.<br />
Mit der Digitalkamera wollen die Gipfelgegner auch die Ereignisse<br />
im mecklenburgischen Seebad Heiligendamm festhalten, wenn hier vom<br />
6. bis zum 8. Juni die Vertreter der mächtigsten Wirtschaftsnationen<br />
tagen. Bei der Protest-Planung im Internet ist die deutsche Linke<br />
neuerdings weniger zersplittert als in den Jahren zuvor. Zusammenschlüsse<br />
unterschiedlichster linker Gruppen bündeln mit ihren Websites<br />
die Aktionen.
</p>
<p class="fett">
<b>Kleinvieh macht auch Videos</b>
</p>
<p>
Auf verschiedenen Online-Portalen veröffentlichen die Aktivisten<br />
ihre Filme. „G8 – was geht mich das an?“ fragt<br />
das „Netzwerk der Videoaktivisten“ Passanten auf der<br />
Straße, im Clip „Kleinvieh“ geht es einer Ruine<br />
nahe Heilgendamm an den Kragen, mit Farbe und Pinsel. Die Filme<br />
dazu gibt es auf der eigens zum G8-Gipfel eingerichteten Website<br />
<a href="http://www.g8-tv.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">G8-TV.org</a>. Die<br />
Mitglieder des Netzwerks berichten über Veranstaltungen im<br />
Vorfeld der Konferenz, von Demonstrationen wie in Berlin Kreuzberg<br />
nach den polizeilichen Durchsuchungen linker Einrichtungen. Vom<br />
2. bis 8. Juni soll täglich eine halbstündige Nachrichtensendung<br />
das Geschehen in Heiligendamm zusammenfassen. Gedreht wird auf deutsch<br />
und auf englisch, mit Untertiteln in Englisch, Französisch,<br />
Spanisch und Russisch.
</p>
<p>
Anfänger holen sich Tipps und Tricks zum Erstellen eines Protestfilms<br />
auf dem „<a href="http://www.nadir.org/nadir/initiativ/videoactivism/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Webportal<br />
Videoaktivismus</a>“ von Nadir, einer Vereinigung antifaschistischer<br />
und anarchistischer Gruppen. Hier erfahren angehende Protest-Filmer<br />
zudem, wie sie ihre Clips nach dem Dreh erfolgreich im Internet<br />
verbreiten. Auch die bekannte Videoplattform YouTube haben die Gipfelgegner<br />
für sich entdeckt. Das globalisierungskritische Netzwerk Attac<br />
hat <a href="http://www.youtube.com/watch?v=rsKryWZ69bM" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a><br />
zwei Clips online.
</p>
<p class="fett">
<b>Massenblockaden online verabreden</b>
</p>
<p>
Statt auf vereinzelte Aktionen und verstreute Websites setzen die<br />
Protestler auf Massenbewegung und übergreifende Online-Auftritte.<br />
Beim Zusammenschluss „<a href="http://www.block-g8.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Block<br />
G8</a>“ etwa machen Umweltschützer, Kirchenverbände,<br />
Antifaschisten und radikale Linke mit, insgesamt 124 Bewegungen<br />
unterstützen die Kampagne. Ziel von „Block G8“<br />
ist ein „neues, gemeinsames Konzept“ für eine alte<br />
Protestform &#8211; die Blockade der Zufahrtswege nach Heiligendamm. Zur<br />
Blockade vor dem Zaun ruft „Block G8“ online auf: Die<br />
Nutzer können auf der Internetpräsenz einen Appell unterschreiben<br />
und so ihre Unterstützung ausdrücken.
</p>
<p>
Wer nach Heiligendamm will oder zu einer Großdemonstration<br />
am 7. Juni in Rostock, kann über <a href="http://www.heiligendamm2007.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">heiligendamm2007.de</a><br />
Bustickets buchen. Hinter der Demo steht ein ähnlich breites<br />
Bündnis wie hinter Block G8.
</p>
<p>
Ein Zusammenschluss aus 40 Nichtregierungsorganisationen (NGOs)<br />
macht ebenfalls im Netz gegen G8 mobil. Die <a href="http://www.g8-germany.info/deutsch/index.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">NGO<br />
G8 Plattform</a> versteht sich als Planungsbasis für alle Veranstaltungen<br />
zum Gipfel und bietet den Nutzern ausführliche Terminübersichten<br />
und Linklisten.
</p>
<p class="fett">
<b>Feedback Fehlanzeige</b>
</p>
<p>
Die Vorbereitung auf die Proteste geschieht im Netz &#8211; die Möglichkeiten<br />
des Mitmach-Internets Web 2.0 und die Online-Einbindung der Nutzer<br />
reizen die Web-Auftritte der Globalisierungsgegner aber nicht aus.<br />
Sich online zu beteiligen, ist für die alternative Berichterstattung<br />
möglich: Die Videoportale geben jedem die Möglichkeit,<br />
sich als „Graswurzeljournalist“ zu betätigen, als<br />
subjektiver Bürgerreporter direkt aus dem Geschehen. Dagegen<br />
gehen die Rückkanäle der Websites, die Aktionen vorbereiten,<br />
selten über Online-Unterschriftenlisten und Mailinglisten hinaus.<br />
Kai Schulze, verantwortlich für die Attac Kampagnenseite „Keine<br />
Macht für G8“, führt dies auf fehlendes Personal<br />
zurück: „Die Technik ist zwar vorhanden, aber es ist<br />
noch keiner da, der sich dahinter klemmt.“</p>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>eGovernment: Asien schlägt alle</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-studien-060927_simone_gerdesmeier_asien_schlaegt_alle-shtml-3169/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Sep 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Multimedia]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Interaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Barrierefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[E-Government]]></category>
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					<description><![CDATA[(Studie, 28. September 2006) Eine 
                            Studie der Brown University im US-Bundesstaat Rhode Island hat weltweit eGovernment-Dienste untersucht. 1.782 Regierungswebsites aus 198 Staaten wurden für die abschließende Bewertung analysiert. Südkorea verweist dabei Taiwan und Singapur auf die Plätze, die USA folgen auf Rang vier. Deutschland erreicht Platz 8.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">(Studie, 28. September 2006) Eine<br />
                            <a href="http://www.insidepolitics.org/egovt06int.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie</a> der Brown University im US-Bundesstaat Rhode Island hat weltweit eGovernment-Dienste untersucht. 1.782 Regierungswebsites aus 198 Staaten wurden für die abschließende Bewertung analysiert. Südkorea verweist dabei Taiwan und Singapur auf die Plätze, die USA folgen auf Rang vier. Deutschland erreicht Platz 8.</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">Neben einigen sehr guten Ergebnissen einzelner Staaten und erfreulichen Entwicklungen auf dem Gebiet der Integration digitaler Technik für Regierungsdienstleistungen werden im Gesamtüberblick eine Vielzahl noch nicht gelöster Probleme sichtbar. Die Studie bemängelt so das oft uneinheitliche Design der staatlichen Websites und die häufig komplizierte Benutzerführung. Die Verknüpfung der Regierungs-Websites untereinander und zu zentralen Portalen ist ebenfalls oft unzureichend. Angesichts der schlechten Gesamtergebnisse für Datenschutzinformationen, Barrierefreiheit und einer großen Zahl staatlicher Websites, die keine Interaktion zwischen Bürgern und Regierung erlauben, bleibt neben dem Ausbau der Nutzerfreundlichkeit vor allem eine stärkere Einbeziehung der Nutzer in den politischen Prozess wünschenswert.</p>
<p>Bereits zum sechsten Mal wurde die<br />
                            <a href="http://www.insidepolitics.org/egovt06int.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie „Global eGovernment“</a> vom Taubmann Center for Public Policy durchgeführt. Untersucht wurden neben zentralen Online-Portalen der Staaten auch die Websites von Ministerien. Die Netz-Auftritte wurden dabei nach insgesamt 24 Kriterien beurteilt. Dazu gehörten unter anderem die Veröffentlichung von allgemeinen und regierungsbezogenen Informationen, die öffentliche Zugänglichkeit der Websites und die Anzahl von Verwaltungsdienstleistungen, die online bewältigt werden können. Auch Aspekte der Nutzerfreundlichkeit wie Design, die Übersetzung der Inhalte auf Englisch und in anderen Fremdsprachen und die Barrierefreiheit flossen in die Bewertung mit ein. Ebenfalls berücksichtigt wurden das Vorhandensein von Kontaktinformationen, eMail-Adressen, Kommentarfunktion und Erklärungen zur Datenschutzpolitik. Ein weiterer Untersuchungsaspekt war die Einbindung von Audio- und Videoclips.</p>
<p class="fett">Interaktive und nutzerfreundliche Angebote aus Südkorea</p>
<p class="normal">Im Vergleich zum Vorjahr konnte sich Südkorea von Platz 86 auf die Top-Position vorarbeiten. Die Studie hebt vor allem das ausführliche Angebot an Informationen, die auch über Newsletter bezogen werden können, und die Nutzerfreundlichkeit der südkoreanischen Seiten hervor. Zudem seien allein über das zentrale Regierungsportal über 500 Verwaltungsdienstleitungen im Netz zu erreichen. Vorbildlich seien auch die Interaktionsmöglichkeiten: Fast jede Website biete ein Gästebuch, ein Forum und die Möglichkeit, online Petitionen einzureichen. Taiwan punktet mit einfacher Benutzerführung und personalisierbaren Websites, was Nutzern die Zusammenstellung speziell für sie interessanter Informationen und Angeboten erleichtert. Singapur stellt wie Südkorea – und auch Deutschland – ein zentrales Portal für alle Verwaltungs-Services zur Verfügung und ermöglicht es den Nutzern auf fast allen Seiten, ihre Meinung via Kommentarfunktion, Online-Umfragen oder in Foren zu äußern.</p>
<p class="fett">Barrierefreiheit lässt zu wünschen übrig</p>
<p class="normal">Der öffentliche Zugang zu Informationen liefert in der Gesamtbetrachtung das beste Ergebnis. 94% aller Regierungsseiten bieten online Informationsangebote. Verwaltungsdienstleistungen, die Transaktionen ermöglichen, können dagegen in 29% aller untersuchten Staaten von den Bürgern im Netz erledigt werden. In diesem Bereich führen die nordamerikanischen Staaten die Bewertung an, gefolgt von den Pazifischen Inseln, Asien, Westeuropa und dem Nahen Osten. In Westeuropa sind insgesamt 34% aller Verwaltungsdienstleistungen online erreichbar. Eine Aufschlüsselung nach Ländern bietet die Studie an dieser Stelle nicht. In Deutschland sind innerhalb der Regierungsinitiative<br />
                            <a href="http://www.kbst.bund.de/Content/Egov/Initiativen/Bol/bol.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BundOnline 2005</a> bis zum Ende des letzten Jahres insgesamt 440 Dienstleitungen der Bundesbehörden ins Netz gestellt worden und zentral über das Portal<br />
                            <a href="http://www.bund.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.bund.de</a> zu erreichen.</p>
<p class="fett">Datenschutz ist kein Thema</p>
<p class="normal">Auffallende Defizite gibt es bei den Angaben zum Schutz personenbezogener Daten. Nur 26% aller staatlichen Websites veröffentlichen Erklärungen zur Datenschutzpolitik – in Deutschland sind es immerhin 50% der untersuchten Seiten. Spitzenreiter ist hier Kanada mit 100%. Ähnlich schlecht fällt das Gesamtergebnis für die Barrierefreiheit aus: Nur 23% aller Online-Auftritte erreichen die Vorgaben des<br />
                            <a href="http://www.w3.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">World Wide Web Consortiums</a> (W3C). Deutschland schneidet hier mit 75% barrierefreier Websites relativ gut ab. Vorbildlich sind die Web-Angebote Islands – alle von der Studie erfassten Websites sind nach W3C-Kriterien als barrierefrei zu bezeichnen. In Irland sind es immerhin noch 94%.</p>
<p>Zumindest einen Teil ihrer Inhalte bieten 78% aller Websites auch auf Englisch an. Übersetzungen in andere Fremdsprachen sind rarer gesät &#8211; 52% aller untersuchten Seiten veröffentlichen Informationen in weiteren Sprachen.</p>
<p class="fett">Interaktionsmöglichkeiten und Multimedia</p>
<p class="normal">Die Erreichbarkeit der politischen Akteure für ihre Bürger per eMail ist auf 91% aller Websites gegeben. Eine Kommentarfunktion bieten insgesamt nur 33% aller Seiten an, eMail-Updates und Newsletter mit aktuellen Informationen sogar nur 19%. In Deutschland können Nutzer bei 63% der Regierungswebsites Kommentare hinterlassen. Ob es sich hier um auf der Website veröffentlichte Kommentare, Foren oder um das Angebot von Kontaktformularen handelt, wird von der Studie allerdings nicht weiter spezifiziert. In etwa 37% der Staaten – vor allem in Osteuropa, Afrika und dem Nahen und Mittleren Osten &#8211; haben laut der Studie die Bürger keine Möglichkeit, Kommentare an ihre Regierung zu senden. Eine Personalisierung der Seiten ist nur in 6% der untersuchten Fälle möglich.</p>
<p>Audio- und Videoclips – Podcasts und Videopocasts – sind innerhalb der Netzauftritte von Regierungen noch relativ wenig verbreitet. 13% aller staatlichen Websites bieten Audioclips, 14% Videos. Der Gesamtsieger Südkorea, der auf fast allen Seiten Multimediaangebote einbindet, schneidet auch in dieser Kategorie gut ab. In Deutschland ist mit dem ja bereits viel diskutierten<br />
                            <a href="http://www.bundeskanzlerin.de/Webs/BK/DE/Aktuelles/VideoPodcast/video-podcast.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vodcast Angela Merkels</a> ein Anfang gemacht.</p>
<p class="fett">Wichtige Fragen bleiben offen</p>
<p class="normal">Leider lässt die Studie einige wichtige Fragen offen. Unerwähnt bleiben in der Einzelübersicht so zum Beispiel, welche konkreten Möglichkeiten der Interaktion in den Staaten angeboten werden, aufgeführt wird lediglich ein Ergebnis für „Comments“. Was darunter verstanden wird, wird nicht erklärt. In wie fern diese „Comments“ der Nutzer von den staatlichen Institutionen in der politische Arbeit berücksichtigt werden, ist nicht erfasst worden. Die Gesamtanzahl der Regierungs-Websites pro Staat wird ebenfalls nirgendwo erwähnt. Das wäre aber besonders für die Bewertung des überraschend guten Abschneidens einiger kleineren Staaten hinsichtlich Interaktion oder Datenschutz von Vorteil. Eine einzige Websites mit einem Kontaktformular reicht hier zu dem Ergebnis „Comments = 100%“.<br />
                            </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Neue Technologien von gestern</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/econsumer-verbraucherschutz-hypes-shtml-2873/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[fsteglich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Jan 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Commerce]]></category>
		<category><![CDATA[Multimedia]]></category>
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		<category><![CDATA[New Economy]]></category>
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					<description><![CDATA[Großes Geld, dreidimensionales Web, virtuelle Fernsehansagerinnen und alle Küchengeräte über die Maus zu bedienen. Das Internet werde unser aller Leben umkrempeln, heißt es seit langem. Heute surfen zwar die meisten und versenden E-Mails, aber der große technologische Umbruch scheint das nicht zu sein.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Großes Geld, dreidimensionales Web, virtuelle Fernsehansagerinnen und alle Küchengeräte über die Maus zu bedienen. Das Internet werde unser aller Leben umkrempeln, heißt es seit langem. Heute surfen zwar die meisten und versenden E-Mails, aber der große technologische Umbruch scheint das nicht zu sein.<!--break--><br />
                    <strong>War dies schon die digitale Revolution oder steht uns dieser erst noch bevor? Was ist aus den Hypes geworden, die in den letzten Jahren aufkamen?</strong></p>
<p>Gegen Ende der 1990er Jahre stürzten sich viele Menschen ins Internet-Business in der Manier des amerikanischen Goldrausch. Domainnamen wurden wie Claims abgesteckt und für Millionen Dollar weiterverkauft, wenn sie eingängig genug waren. Wer nicht in einer Internet-Agentur arbeitete, war out. Jede Woche tauchte in den Wirtschafts- und Nachrichtenmagazinen eine neue Gründer-Boygroup auf, alle mit riesigen Maskottchen, in Fabrik- oder Altbauetagen und mit ihrem Logo auf dem Shirt. Der Trend ging zum Zweit-Start-up. Das Internet, das in seinen Anfangszeiten für grenzenlose Information, Kommunikation und Freiheit stand, war ein Synonym für das schnelle Geld geworden.<br />
                    <br />Das Ende des Hypes ist bekannt:<br />
                    <a href="http://www.google.de/search?q=cache:Db8G2KUMak8C:www.boo.com/%2B&amp;hl=de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Boo.com</a>, der spektakulär gestartete und kaum bedienbar gestaltete Online-Fashionhändler, machte im Mai 2000 den Anfang. Gigabell folgte, hunderte weitere Firmen der Neuen Wirtschaft beantragten Insolvenz. Mit den handelnden Personen starb auch die Hofberichterstattung &#8211; Net-Business, econy und andere Magazine wurden eingestellt oder verkauft. &#8220;New Economy&#8221; ist für Unternehmen der Neuen Medien beinahe rufschädigend geworden. Sie sitzen noch immer in Fabrik- oder Altbauetagen, sind aber stolz darauf, keinen Risikokapitalgeber im Aufsichtsrat sitzen zu haben. Sogar<br />
                    <a href="http://www.amazon.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">amazon.com</a>, einer der Start-up-Pioniere, wird jetzt zu einem ganz normalen Unternehmen: Vor wenigen Tagen meldete Jeff Bezos die ersten schwarzen Zahlen.<br />
                    <br />Und in den Webrubriken und Netzwelten der Medienlandschaft rücken andere Themen in den Blickpunkt. Pornographie und Propaganda, die Schattenseiten des Internet, lösen den Hype des schnellen Geldes ab.</p>
<p>
                      <strong>Mythos Multimedia</strong>
                    </p>
<p>Glanz sollte auch durch Multimedia ins Web gebracht werden. Audio- und Videostreaming, also das direkte Abspielen von Musik- oder Filmdaten aus dem Internet, ohne dass diese erst heruntergeladen werden müssen, versprach, den vernetzten Rechner zum allumfassenden Medium werden zu lassen. Fernseher, Radio und (Bild-)Telefon zusätzlich zum unüberschaubaren Informationsangebot. Die nötige Technik und Bandbreite für reibungslose, sprich ruckelfreie Video-Konferenzen ist nicht leicht zu haben. In den meisten Fällen muss darum das kleine Fenster des<br />
                    <a href="http://www.real.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Real Player</a> genügen, um beispielsweise bei ins Web übertragenen Nachrichtensendungen und Pressekonferenzen zuzusehen. Ein weiterer Grund dafür, dass das Streamen in Deutschland nicht so recht ankommt, könnten die vergleichsweise hohen Internetgebühren sein. Der durchschnittliche US-Amerikaner widmet eine Stunde seines Tages gestreamten Filmen oder Musik &#8211; der Deutsche bringt es nur auf durchschnittlich 11 Minuten. Die Flatrates, die hierzulande Abhilfe hätten schaffen können, haben weitgehend das Zeitliche gesegnet, eine bundesweit verfügbare Flatrate bietet nicht ein einziges Telekommunikationsunternehmen mehr an. Die letzten, wenigstens in Großstädten angebotenen Flatrates haben die<br />
                    <a href="http://www.telekom.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Telekom</a> und<br />
                    <a href="http://www.arcor.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arcor</a> im Angebot.</p>
<p>Wenn die Anbieter der Streams auf die Idee kommen, sich ihre Leistung bezahlen zu lassen, könnte aber auch eine Flatrate zu spät kommen: Fernsehen im Internet, ob<br />
                    <a href="http://www.heute.t-online.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Heute-Journal</a> oder<br />
                    <a href="http://www.ftv.com/fashionTV.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mode-Kanal</a> kostet ja bisher noch nichts. Keine Rundfunkgebühren und Decoder-Pakete fallen an. Die nötige Software ist bei<br />
                    <a href="http://www.microsoft.com/windows/mediaplayer/en/default.asp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Microsoft</a> und Real Media kostenlos erhältlich. Tatsächlich kann vom Musikvideo, über den Westernklassiker bis hin zum Online-Radioprogramm bis heute ein großes Angebot an Digital-Waren kostenlos genutzt werden. Die Gratis-Musik-Quelle Napster, die noch bis zum letzten Sommer als der Inbegriff von neuer Preisfreiheit im Datennetz herhielt, ist jedoch vorerst versiegt. Musikanbieter wie<br />
                    <a href="http://www.musicnet.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Music Net</a> , dahinter stecken die Musikriesen BMG, Warner, EMI und Zomba, oder<br />
                    <a href="http://www.pressplay.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pressplay</a>, der Konkurrent aus den Häusern Sony, Universal und Vivendi, erheben nicht nur Gebühren dafür, dass Musik heruntergeladen und auf CD gebrannt wird. Schon das bloße Streaming kostet Geld. So kostet ein Monatspaket von MusicNet, dass 100 Downloads und 100 Streams beinhaltet, US $9,95 in den Vereinigten Staaten &#8211; in Deutschland sogar ganze US $29,99. Auch beim Konkurrenten Pressplay müssen für das selbe Angebot satte 25 Dollar auf den Tische gelegt werden. Musik-Börsen wie Gnutella oder KaZaa, bei denen bis heute kostenfrei getauscht wird, versuchen dem Schicksal des Vorläufers Napster zu entrinnen. Ohne zentralen Server entgehen sie nationalen Gerichtsurteilen, die sie zum Abschalten verpflichten könnten. Napster, der inzwischen von Bertelsmann aufgekaufte Vorreiter im Plattentausch will in Kürze neu ins Netz starten &#8211; diesmal allerdings ohne die großen Namen der Musikszene im Angebot zu haben und außerdem gebührenpflichtig. Mit fünf bis zehn Dollar pro Monat wäre zumindest der bestehende Marktpreis unterboten. Ein Streaming-Programm, das richtig anmachen soll, verspricht der<br />
                    <a href="http://www.playboy.com/zmega.html">Playboy</a> auf seine Seite zu bringen. 20 Millionen US-Dollar stellte der Konzern im letzten Jahr bereit, um Technik und Inhalt für das sexy Streaming zu entwickeln. Bisher ist von Streaming jedoch beim Playboy noch nichts zu sehen. Ob man sich am Ende doch mit dem bewährten eigenem TV-Sender und Online-Video-Bestellung zufrieden geben wird? Streaming-Angebote fast jeder Art, die keinen müden Pfennig kosten, zeigt der<br />
                    <a href="http://www.webtimer.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Webtimer</a>. Bei der großen Auswahl liegt die Vermutung, die Streaming-Welle sei vorüber, einigermaßen fern. Wenn Breitbandzugänge sich weiter verbreiten, dürfte die Nachfrage steigen. Das könnte dann allerdings bald einen Preisanstieg zur Folge haben.</p>
<p>
                      <strong>Avatare</strong>
                    </p>
<p>Avatare sind animierte Figuren im Cyberspace. Mit ihrer Hilfe sollte sich das Web noch weiter von der Zweidimensionalität des Bildschirms lösen, gemütlicher, herzlicher &#8211; eben dreidimensionaler werden. Könnte sich der User im anonymen Datenraum vielleicht nach persönlicher Ansprache sehnen? Könnten virtuelle Berater den Verkauf im Netz begleiten, wenn die direkte Kundenbetreuung im Geschäft unter den Tisch fällt? Solche oder ähnliche Gedanken hatten wohl die Werbestrategen als sie sich Figuren wie Robert-T-Online, Cor@Deutsche Bank oder Liam Loewe ausdachten. Was bei Joe Camel, dem berühmten Werbekamel des gleichnamigen US-Zigarettenkonzerns, funktioniert hat, hätte ja auch zur Erfolgsnummer von T-Online oder der Deutschen Bank werden können.<br />
                    <br />Stattdessen wurde Robert-T-Online ungewollt zum<br />
                    <a href="http://www.golem.de/0102/12406.html%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Absender</a> des unangenehmen &#8220;Kournikova&#8221;-Wurms. Die Betreffzeile &#8220;Neues von Ihrem Internetdienstleister &#8211; Robert T. Online informiert&#8221; mit dem Absender &#8220;support@t-online.de&#8221; täuschte den Telekom-Kunden eine seriöse Herkunft der E-Mail vor. Heute ist der gescholtene Robert auf der Homepage des Konzerns nur nach langer Suche in alten Archiven zu finden. Burschikos und Blond strahlt zwar<br />
                    <a href="http://www.db-cora.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cor@</a> von der Deutschen Bank dem Besucher entgegen, leider führen aber sämtliche Navigationspunkte auf der Seite bei Anklicken ins Nichts. Ebenfalls blauäugig und mit einem charmantem Lächeln bietet sich Liam Loewe auf der Seite des Fernsehherstellers zur virtuellen Produktberatung an: &#8220;Ich bin Loewe Spezialist, Navigationshilfe und technisches Lexikon in Personalunion. Nutzen Sie diese Chance!&#8221;. Der nette Mattscheibenverkäufer im silbernen Zwirn gibt auch Auskunft über sein &#8220;Privatleben&#8221;. Er sei 27 Menschenjahre alt, jedoch erst am 13. August 2000 geboren und wohne im Cyberspace, auf der Festplatte des Hauses Loewe. Zur Information: Er hat keine Partnerin!<br />
                    <br />Immerhin weiß Liam, der auch mit den Augen zwinkern kann, dass er kein Mensch ist.<br />
                    <br />Aber auch an anderer Stelle im Netz tauchen die kleinen Figuren auf. Bei<br />
                    <a href="http://www.electronic-arts.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Electronic Arts</a> kann man sich einen Platz im Simulations-Spiel Sims kaufen. Mit $ 25,99 für die Spiel-CD-Rom darf bei dem virtuellen Single-Treff jeder &#8220;mal Kuppler sein&#8221; wird dort geworben. Avatare für alle! Bei<br />
                    <a href="http://gexserve.genie.de/global_root/init.php?data=babyfred.inc.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">genie.de</a> findet sich die Fantasiefigur &#8220;Baby Fred&#8221;. Grußpostkarten, schenkelklopfende &#8220;Cheffe&#8221;-Witze und Baby-Fred´s Begegnungen mit Stars wie Nadja ab del Farrag gehören zur Spaßpalette. Auch das Baby-Sprachlexikon oder die von Baby-Fred gelesenen Nachrichten scheinen mal ein Highlight der Seite gewesen zu sein. Der letzte Eintrag auf der News-Seite stammt allerdings vom Juli 2001. Hat die Sommerpause der Witzfigur den Garaus gemacht?</p>
<p>Digitale Geschöpfe, die das Kindchen-Schema gelangweilter Büroinsassen ansprechen sollen, haben es schwer zu überleben. Das Massensterben der Tamagotchis nach dem Abklingen des großen Hypes von 1997, sollte da als Mahnmal der Vergänglichkeit im Gedächtnis der computerisierten Welt erscheinen.<br />
                    <br />Mit anderem Ehrgeiz als die Spaßmacher und Kundenbetreuer, die Avatare erschaffen haben, nähert sich seit dem 1.Januar 2001 das<br />
                    <a href="http://www.fraunhofer.de/german/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frauenhofer-Institut</a> den Cyber-Figuren. Im Projekt &#8221;<br />
                    <a href="http://212.205.85.111:8087/Avatar_Conference/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Avatar-Conference</a>&#8221; des Stuttgarter Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation haben sich die Forscher das Ziel gesetzt, die weltweit verstreute Wissenschafts-Gemeinde im virtuellen Raum zusammenzuführen. Experten sollen auf Avatar-Konferenzen über ihre Arbeit berichten. In Direktzeit könnten die Kollegen sich auf der Suche nach der Wahrheit letztem Schluss in die Debatten einschalten. Räumliche Distanz als Ursache ungleich verteilter Information und von Missverständnissen könnte so überwunden werden. Zukunftsmusik? Wie das Frauenhofer-Institut Anfang 2001 mitteilte, ist das Projekt auf 24 Monate angelegt. Am 28. Februar dieses Jahres sollen die Ergebnisse<br />
                    <a href="http://www.iao.fraunhofer.de/d/kontakt/news.hbs?pageid=243&amp;catid=36#243" target="_blank" rel="noopener noreferrer">publik gemacht</a> werden.</p>
<p>
                      <strong>Mobile Web</strong>
                    </p>
<p>Der erste große Hype, der einen drahtlosen Internetzugang überall versprach, war WAP. Das erinnert allerdings bis heute eher an die Anfangstage des btx als an die Zukunft des World Wide Web. Auf kleinen Handydisplays, auf denen niemals die ganze Seite zu sehen ist, mit einer über die Telefontastatur nur mühsam zu bedienenden Navigation, das alles zu horrenden Preisen &#8211; es ist nicht weit her mit dem S-Bahn-Surfen.<br />
                    <br />Eine etwas ausgereiftere Technik des wireless web kommt &#8211; wenn auch nur mit sehr begrenzter Reichweite &#8211; aus Skandinavien. Mit dem Laptop auf dem Balkon sitzen und den Drucker im Arbeitszimmer aktivieren, die Heizung per Palm aufdrehen, über das Headset telefonieren, obwohl das Handy im Koffer auf dem Rücksitz liegt, und nie mehr Kabelstränge mit Tesafilm an Tischunterseiten befestigen müssen. Die Erfüllung all dieser Träume verspricht seit 1998 ein Chip, der kaum größer ist als ein Zwei-Euro-Stück und den Namen eines Vikingerkönigs aus dem 10. Jahrhundert trägt:<br />
                    <a href="http://www.bluetooth.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bluetooth</a> (vom skandinavischen Blatand, also Blauzahn).<br />
                    <br />Über Bluetooth können Daten per Funk von einem sogenannten Master-Gerät an bis zu sieben Peripheriegeräte übertragen werden. Das können zum Beispiel Organizer, Freisprecheinrichtungen, mp3-Player, Lautsprecher oder Haushaltsgeräte sein. Auch die Infrarot-Technik von Fernbedienungen und kabellosen Kopfhörern könnte von Bluetooth abgelöst werden. Das Netz von acht Geräten kann durch den Einsatz weiterer Master ausgebaut werden. Die Reichweite von 10 Metern ist für die meisten Anwendungen ausreichend und kann mit einem Verstärker auf 100 Meter erweitert werden. Bluetooth sendet im für jeden zugänglichen 2,4 GHz ISM-Band (Industrial Scientific Medical-Frequenz) und erreicht je nach Nutzung der Kanäle Übertragungsgeschwindigkeiten zwischen 64 kBit/s, was ISDN-Geschwindigkeit entspricht, und 721 kBit/s.<br />
                    <br />Fast 2.000 Unternehmen sind inzwischen in der 1998 gegründeten Special Interest Group versammelt und entwickeln Lösungen für die drahtlose Kommunikation mittels Bluetooth. Erste mit der Technik ausgestattete Geräte sind bereits auf dem Markt: Handys, Notebooks und Headsets.<br />
                    <br />Experten sagen Bluetooth eine große Zukunft voraus. Auch wenn das medieninteresse nachgelassen hat und gerüchteweise schon mal das Ende der Technologie verkündet wurde &#8211; da der Preis des Chips bei Serienfertigung auf unter 5 Euro sinken dürfte, könnte es tatsächlich zum überall verwendeten Modul werden.<br />
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 24.01.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p class="tidy-3">
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/econsumer-verbraucherschutz-hypes-shtml-2873/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Duales Ausbildungssystem in der New Economy &#8211; Expertenchat zum Thema in Kooperation mit NADIV</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/duales_ausbildungssystem_in_der_new_economy_expertenchat_zum_thema_in_kooperation_mit_nadiv-402/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Mar 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Medienbranche]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Multimedia]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerkschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Karl-Heinz Kaschel-Arnold]]></category>
		<category><![CDATA[ver.di]]></category>
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					<description><![CDATA[<table cellspacing="12" width="350">
	<tbody>
		<tr>
			<td width="120"> <a href="http://www.nadiv.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"><img src="http://www.politik-digital.de/images/nadiv/nadiv_weblogo.jpg" border="0" /></a></td>
		</tr>
	</tbody>
</table>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<table cellspacing="12" width="350">
<tbody>
<tr>
<td width="120"> <a href="http://www.nadiv.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/images/nadiv/nadiv_weblogo.jpg" border="0" /></a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><!--break--><br />
<span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span></p>
<table border="0" width="99%">
<tbody>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td> Herzlich willkommen beim Expertenchat von politik-digital und dem<br />
			&quot;Netzwerk Arbeit durch Innovation&quot; (nadiv) aus Schleswig-Holstein. Dies<br />
			ist der erste von insgesamt vier Experten-Chats des Forschungsverbundes<br />
			nadiv, in denen der Frage nachgegangen wird, welches<br />
			Arbeitsmarktpotenzial in den Neuen Medien steckt. Der Titel des<br />
			heutigen Expertenchats: &quot;Ist das duale Ausbildungssystem für die New<br />
			Economy noch sinnvoll?&quot; Unser Gast ist Karl-Heinz Kaschel-Arnold, als<br />
			Abteilungsleiter bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi/IG Medien<br />
			zuständig für berufliche Bildung und Technologie. Guten Tag Herr<br />
			Kaschel-Arnold!<br />
			Erste Frage: Herr Kaschel-Arnold hat als Arbeitnehmervertreter in<br />
			verschiedenen Expertengruppen an der Schaffung neuer<br />
			Arbeitsbezeichnungen mitgewirkt. Dank Ihnen gibt es nun also zum<br />
			Beispiel die Berufsbezeichnung &quot;Mediengestalter/in für Digital- und<br />
			Printmedien&quot;. Lassen Sie uns doch hier gleich einsteigen: Warum<br />
			brauchen wir solche neuen Berufsbezeichnungen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Hallo! Berufsbezeichnungen kennzeichnen einen wesentlichen Punkt:<br />
			Die Kernkompetenzen, die die Absolventen nach ihrer Ausbildung<br />
			vorweisen sollen. Hier: Diese Menschen decken das gesamte Feld der<br />
			Medien ab.
			</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Kernel:</b></td>
<td>Warum sollen Azubis aus neuen Medienberufen noch in die Schule gehen? Auf dem Job lernen sie vielleicht viel mehr?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Es gibt auch bestimmte theoretische Grundlagen und Ergänzungen, die<br />
			der einzelne Betrieb oder die Agentur allein nicht abbilden können. Zum<br />
			Beispiel Medienethik oder Medienrecht, das in der Schule kompakt<br />
			vermittelt werden kann., oder Grundlagen der Farblehre für das Design.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Hartwig:</b></td>
<td>Als Berufsschüler sehe ich nicht ein, warum ich noch in die Schule<br />
			gehen soll. Meine Lehrer haben weniger Praxiserfahrung als ich!</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Solche Lehrer kenne ich auch, das ist in der Tat ein Problem.<br />
			Spricht aber nicht grundsätzlich gegen Lehrer und Berufschulen. Weil es<br />
			Mängel gibt, haben wir in der Branche ein Projekt &quot;Mediengestalter<br />
			2000plus&quot; gestartet, bei dem auch die Ausbilder ausgebildet oder<br />
			weitergebildet werden sollen. Das ist in der Tat nötig.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Berta:</b></td>
<td>Gibt es für den Multimedia-Bereich eigentlich Alternativen zu einem dualen Ausbildungssystem?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Die Branche hat ja angefangen mit den Menschen, die sich alles<br />
			selbst beigebracht haben oder aus den Unis und FHs kamen. Es hat sich<br />
			aber gezeigt, das das allein nicht ausreicht! Akademiker werden auch<br />
			gebraucht, aber ein Großteil der Stellen wird mit gut ausgebildeten<br />
			Leuten aus dem dualen System besetzt werden können.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Berta:</b></td>
<td>Meistens sind die Schüler doch ohnehin schon auf einem besseren Wissenstand als die Ausbilder, was meinen Sie?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Stimmt nur zum Teil. Ausbilder sind beispielsweise auch die Leute,<br />
			die bei Pixelpark oder anderen Agenturen arbeiten. Leute aus der<br />
			Praxis. Das es Mängel gibt, gebe ich zu. Das ist aber auch kein Wunder<br />
			in einem völlig neuen Bereich. Heute kann man in der Financial Times<br />
			über die Pixelpark-Bilanzpressekonferenz lesen, das dort bestimmte<br />
			Kompetenzen wie Projektmanagement oder IT-Kompetenzen fehlen. Merke:<br />
			Nicht jeder Praktiker ist automatisch perfekt!</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Hartwig:</b></td>
<td>Geben Sie nicht damit zu, dass die Lehrer nicht mehr zeitgemäß ausbilden können? Zumindest in diesen Berufen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Das stimt so pauschal nicht. Sowohl in den Schulen als auch in den<br />
			Firmen und Agenturen muss in die Ausbildung der Ausbilder investiert<br />
			werden. Ich kenne eine ganze Reihe junger Berufsschullehrer, die mit<br />
			Praxiserfahrungen in ihren Beruf gekommen sind und sehr fit sind in<br />
			ihrem Feld. </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Pooh:</b></td>
<td>Was wollen Sie eigentlich tun, um das duale System im IT-Bereich attraktiver zu machen und die Leute von den Unis zu holen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td> Es geht nicht darum, die Leute von den Unis zu holen. Die werden<br />
			auch dringend gebraucht. Aber um alle Plätze besetzen zu können,<br />
			braucht es drei bis vier Mal so viel Azubis, wie es jetzt schon gibt,<br />
			trotz des enormen Wachstums der letzten drei Jahre. Attraktiv sind die<br />
			Berufe, das zeigt die gigantische Nachfrage. Auf einen Ausbildungsplatz<br />
			komen bis zu dreihundert BewerberInnen.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Hartwig:</b></td>
<td>Was sind denn die Qualitäten, die ich nur im dualen System lerne?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Die Verbidung von praktischer Arbeit im Betrieb mit grundlegenden<br />
			Kenntnissen, die für die ganze Branche gelten, plus dem<br />
			Hintergrundwissen aus der Berufsschule. Außerdem sind die Berufe des<br />
			dualen Systems auch Grundlage für Bezahlung und tarifliche Regelung.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Becero:</b></td>
<td>Ist eine Gewerkschaft im Multimedia Bereich, besonders bei<br />
			Startup-Unternehmen überhaupt noch gefragt &#8211; kann sie diese<br />
			Berufsgruppen überhaupt erreichen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Ganz eindeutig! Gerade während der Krise des letzten Jahres hat<br />
			sich gezeigt, dass es eine ungeheure Nachfrage gibt. Dazu gehört auch,<br />
			dass wir als Gewerkschaften hier anders arbeiten als in klassischen<br />
			Betrieben.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Kasc:</b></td>
<td>Sind die Gewerkschaften nicht etwas langsam in ihrer Reaktion auf<br />
			die neue Arbeitswelt? Hätte man nicht schneller reagieren können?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Überholen können wir die Entwicklung nicht, aber wir sind am Ball.<br />
			Seit 1997 gibt es ein Kooperationsbüroo Medien und Arbeitswelt von vier<br />
			Gewerkschaften. Wir bieten dort z.B. ein Callcenter mit Beratung zu<br />
			allen Fragen der Telearbeit (on-forte) oder ein Callcenter Mediafon,<br />
			bei dem alle Fragen von Freelancern aus der Branche beantwortet werden.
			</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Poldine:</b></td>
<td>Was halten Sie von dem oft gewerkschaftsfeindlichen Klima in der New Economy?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Das Klima in der New Economy wird zunehmend freundlicher. So<br />
			funktioniert z.B. eine Kündigung in der N.E. genauso wie in der Old<br />
			Economy und trifft die einzelnen genauso hart. Und auf Dauer 60 und<br />
			mehr Stunden /Woche zu arbeiten ist auch nicht so attraktiv. Hier<br />
			können Gewerkschaften Schutz und Regelungen organisieren, ohne dass man<br />
			deshalb zum zementierten 7 Stunden Tag mit Stechuhr zurück muss.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Hugo:</b></td>
<td>Wie schätzen Sie die Zukunft der New Economy ein? Was sagen Sie zum Beispiel zu der Pixelpark-Pleite?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Pleite ist Pixelpark ja nicht, aber in der Realität angekommen wie<br />
			viele anderen new-economy Firmen auch. Jetzt muß man erkennen, das<br />
			manche Regeln und Gesetzmässigkeiten sich nicht geändert haben.<br />
			Berufsausbildung kann ein Beitrag dazu sein, etwas zu verbessern.<br />
			Pixelpark musste zB zugeben, das man Projektmanagement nicht richtig<br />
			beherrscht. Das lernt man im dualen System (zumindest die Grundlagen).<br />
			Also: Es geht weiter, aber realistischer als vor einem Jahr.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Becero:</b></td>
<td>Inwiefern sind Sie der Ansicht, dass viele Regelungen des<br />
			BetriebsverfassungsG auf junge und kleine Unternehmen gar nicht<br />
			anwendbar sind und sich die traditionellen Gewerkschaften dahingehend<br />
			nicht weit genug geöffnet haben? Diese Diskussion kam ja u.a. auch in<br />
			den Landtagswahlen in Nordrhein-W. und Baden-W. auf.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Wir haben immer gesagt, das ers bestimmte grundlegende Änderungen<br />
			geben muss. Die ver.di-Medien (IG Medien) hat 23.000 Freelancer als<br />
			Mitglieder. In unserem Rechtssystem werden die genauso behandelt wie<br />
			der Bertelsmann-Konzern. Das stimmt juristisch, aber nicht in der<br />
			Realität. So brauchen wir zum Beispiel eine völlig neue Definition von<br />
			solchen arbeitenden Menschen und ihren Rechten. Dafür setzen wir uns<br />
			ein.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Gync:</b></td>
<td>Ganz konkret: Wie viele Mitarbeiter dürfen sich bei verdi darum kümmern, dass mehr<br />
			Gewerkschaftsmitglieder aus dieser Branche gewonnen werden?
			</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Auf den Kopf genau kann ich das nicht sagen, aber es gibt<br />
			bundeswsweit das Projekt TIM (Telekom-Medien-IT) in dem rund 15 Leute<br />
			arbeiten, 8 betreuen nur den Privatfunk (Viva, RTL, pro7), es gibt 16<br />
			regionale Projekte mit jeweils mindestens zwei MitarbeiterInnen, wir<br />
			haben 12 Leute im onforte-Projekt für Telearbeit, ein Kreis von über 20<br />
			Experten, die bei mediafon Freiberufler beraten , dazu backoffice in<br />
			der &quot;klassischen&quot; Verwaltung: also eine ganze Menge (Nicht<br />
			vollständig).Und: es ist und wird ein Schwerpunkt für ver.di-Medien.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>DrSpokk;</b></td>
<td>Ist ver.di nicht ein struktureller Schritt in die falsche Richtung?<br />
			Eine neue Großorganisation, die der schnellen und flexiblen New Economy<br />
			gar nicht gewachsen ist?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Stimmt so nicht! Ver.di ist eine Matrixorganisation, d.h. neben dem<br />
			Hauptvorstand in Berlin gibt es 13 teilautonome Fachbereiche, z.B.<br />
			ver.di-Medien oder ver.di-IT und Telekommunikation, die sich um<br />
			einzelne Branchen kümmern. Außerdem arbeiten wir mit vielen Teams und<br />
			Projekten für spezielle Zielgruppen, z.B. Multimediaagenturen.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Anastasia:</b></td>
<td>Wie stark ist die IG-Medien eigentlich allgemein im Internet engagiert?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Wie meinst Du das?  Wir haben eine WWW-Page und betreuen die Branche.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Hugo:</b></td>
<td>Meinen Sie, dass ein Unterrrichtsfach &quot;Medien&quot; oder &quot;Internet&quot;<br />
			bereits an den normalen Schulen eingeführt werden sollte, damit die<br />
			Schüler den Anschluss nicht verpassen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Klar doch! Aber dazu reicht ein Program &quot;Computer an die Schulen&quot;<br />
			nicht aus. Der ganze Unterricht muß dann auch neu gestaltet werden. </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Basecap:</b></td>
<td>Brauche ich überhaupt eine Ausbildung um in den Neuen Medien zu arbeiten? Die nehmen doch jeden, der Ahnung von Computern hat.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Das ist teilweise auch so, aber so sehen leider auch viele Produkte<br />
			aus! Die Kunden verlangen zunehmend Qualität und das setzt Menschen<br />
			voraus, die vernünftig ausgebildet sind und ein bischen mehr können als<br />
			nur in den Computer &quot;hacken&quot;.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Supergrass:</b></td>
<td>In welchen Bereichen der New Economy ist dann überhaupt noch eine universitäre Ausbildung sinnvoll?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>In allen, was aber kein Wiederspruch dazu ist, daß es auch viele<br />
			Menschen geben muß, die auch im dualen System ausgebildet sind. Beides<br />
			gehört zusammen.</td>
</tr>
<tr valign="top">
<td align="right" valign="top"><b>Anastasia:</b></td>
<td>Was kann von Seiten der Regierung getan werden, um die Ausbildungsmöglichkeiten im IT-Bereich zu verbessern?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Die Regierung kann und soll bestimmte Rahmen setzen, etwa für einen<br />
			Anspruch auf Weiterbildung im Beruf oder Regeln, wie Qualitätsstandards<br />
			erarbeitet werden können. Die Hauptarbeit sollte aber in der Branche<br />
			selbst laufen zwischen den Firmen und den Beschäftigten und ihren<br />
			Organisationen. Das läuft seit langer Zeit ganz gut. Gefragt sind auch<br />
			Rahmenregeleungen etwa um das Urheberrecht der Produzenten<br />
			(=Beschäftigten) zu regeln oder den Datenschutz. Sowas regelt der Markt<br />
			nicht allein. Ansonsten soll es dabei bleiben, das es bundesweit<br />
			einheitliche Ausbildungen gibt, damit man unter dem Begriff<br />
			Mediendesigner in Hamburg das gleiche versteht wie in München.</td>
</tr>
<tr valign="top">
<td align="right" valign="top"><b>Pooh:</b></td>
<td>Was halten Sie denn dann von den Vorwürfen an die IT-Branche: Die<br />
			Leute werden ausgenutzt, schlecht bezahlt und machen die meisten<br />
			Überstunden?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Das ist eine Seite und das gibt es auch . Die andere Seite: die<br />
			meisten Leute arbeiten gerne und mit Lust in ihren Aufgaben, und das<br />
			soll auch so bleiben. Unser Punkt als Gewerkschaft ist: Daraus darf<br />
			nicht soziale Verantwortungslosigkeit werden. Wir brauchen neue<br />
			Spielregeln des Umgangs miteinander. Daran arbeiten wir. Also: Nicht<br />
			altbackene starre Zwangsregeln, aber auch nicht Wildwest.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Servus:</b></td>
<td>Verdient man in der Medienbranche tatsächlich besser, wenn man ausgebildet wurde? Gibt es eine Untersuchung dazu?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Im Prinzip ja. Leider gibt es sehr wenige Untersuchungen wie die<br />
			vom High Text Verlag / DMMV und Umfragen und Aufstellungen, die wir als<br />
			Gewerkschaften machen. Eines zeigt sich darin aber deutlich: Je besser<br />
			die Ausbildung desto höher das Einkommen oder die Honorare.;</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Kasc:</b></td>
<td>Wie halten es eigentlich unsern europ. Nachbarn mit der Ausbildung? Gibt es da auch duale Systeme?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Duale Systeme gibt es in Skandinavien, den Niederlanden, Österreich<br />
			und der Schweiz. Andere Länder wie Italien oder Frankreich bilden nur<br />
			an Schulen aus. Danach kommt der &quot;Praxisschock&quot;. Interessant sind die<br />
			USA: dort baut die Regierung ein Ausbildungssystem auf, besonders für<br />
			den IT- und Medienbereich, das unserem System ziemlich ähnich ist. Die<br />
			machen das mit der Begründung, daß sie die Nummer eins weltweit bleiben<br />
			wollen und das nur mit einer systematischen Ausbildung schaffen können.<br />
			Das sollten sich unsere deutschen Systemkritiker mal näher anschauen!</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Liebe Chat Teilnehmer, unsere Zeit ist fast um. Wir bitten nochmal<br />
			um Verständnis für die Verschiebung des Chats. Grund war der Lufthansa<br />
			Streik und die daraus resultierende Verspätung von Herrn<br />
			Kaschel-Arnold. Jetzt kommen wir zur letzten Frage:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Kasc:</b></td>
<td>Wie sind sie zur Gewerkschaftsarbeit gekommen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>KHKaschelArnold:</b></td>
<td>Als ich anfing, als Journalist zu arbeiten, war es in der Redaktion<br />
			selbstverständlich, Gewerkschaftsmitglied zu sein. Für mich persönlich<br />
			war das auch klar. Das ist sicher auch ein Grund warum fest angestelle<br />
			Journalisten nicht schlecht verdienen. (In einem Tarifvertrag<br />
			abgesichert). </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>So, die Stunde ist um. Im Namen von politik-digital und dem<br />
			Foschungsverbund &quot;Netzwerk Arbeit durch Innovation&quot; (www.nadiv.de)<br />
			möchten wir uns bei den Chatteilnehmern und bei Karl-Heinz<br />
			Kaschel-Arnold für die sehr aufschlussreiche Stunde bedanken. Der<br />
			zweite Termin unserer Reihe &quot;Experten-Chat mit nadiv&quot; ist der 18. April<br />
			zwischen 19 und 20 Uhr. Thema wird die Verknüpfung von Architektur,<br />
			Kommunikation und Multimedia sein: Machen eigens errichtete Stadtteile<br />
			mit luxuriöser Technikausstattung Sinn? Wo gibt es solche Projekte?<br />
			Fragen Sie unsere Chatgäste in drei Wochen. Bis dahin: Auf Wiederchat!</td>
</tr>
</tbody>
</table>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Bonner Kompetenzgerangel um Multimedia-Politik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[pstradtmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Nov 1998 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Multimediapolitk]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesregierung]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Multimedia]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Im neuen Bundestag
sind die Zuständigkeiten für die Neuen Medien neu verteilt.
CDU/CSU-Opposition befürchtet eine
Zerstückelung der Multimediapolitik</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Im neuen Bundestag<br />
sind die Zuständigkeiten für die Neuen Medien neu verteilt.<br />
CDU/CSU-Opposition befürchtet eine<br />
Zerstückelung der Multimediapolitik</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Nach den Amtsantritt von Gerhard Schröder und seinem Kabinett sind die Kompetenzen für die Neue Medien<br />
auf Ministeriums- und Bundestagsebene verteilt und die wichtigsten Posten neu besetzt worden. Wichtigste<br />
Wende unter der Rot-Grün-Regierung: Multimedia ist jetzt vorrangig Wirtschaftsthema. So ist die<br />
Zuständigkeit für das Feld der Informations- und Kommunikationstechnologie (IuK-Technik)<br />
vom <a href="http://www.bmbf.de/">Bildungs-<br />
und Forschungsministerium (BMBF)</a>  in das <a href="http://www.bmwi.de/">&quot;Bundeswirtschaftsministerium&quot;</a><br />
(BMWI) gewechselt. Als neuer parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium wird damit der<br />
SPD-Medienpolitiker Siegmar Mosdorf zum zentralen Gestalter der Bonner Multimedia-Politik. Helfen werden<br />
ihm dabei seine guten Kontakte zur Medienwirtschaft und das Know-how, das er sich als Vorsitzender der<br />
Enquete-Kommission &quot;Zukunft der Medien in Wirtschaft und Gesellschaft. Deutschlands Weg in die<br />
Informationsgesellschaft&quot; erworben hat. &quot;Nachdem Stollmann als Kandidat für das Wirtschaftsministerium<br />
ausgestiegen ist, heißt der Multimedia-Mann in der neuen Bundesregierung eindeutig Mosdorf&quot;, stellte<br />
der Bildungspolitiker <a href="http://www.berninger.com/">Matthias Berninger </a> von Bündnis ‚90/ Die<br />
Grünen Anfang November auf dem Multimedia-Kongreß &quot;Hamburger Dialog&quot; fest. Der Multimedia-Wirtschaft ist<br />
diese Neuakzentuierung nur Recht. Alexander Felsenberg, Geschäftsführer des Deutschen Multimedia-Verbandes<br />
(DMMV): &quot;Unsere wichtigsten An-sprechpartner sitzen ohnehin im Wirtschafts- und Finanzministerium&quot;.<br />
Bedauert wird diese Entwicklung jedoch in den eigenen Reihen. So wähnte sich der SPD-Bildungspolitiker<br />
und bundespolitische Internet-Experte <a href="http://www.tauss.de/">Jörg Tauss</a>.  schon arbeitslos.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> &quot;Ich würde es sehr<br />
bedauern, wenn wir künftig Multimedia nur noch als Wirtschaftsfaktor diskutieren und andere Perspektiven<br />
in der Gesellschaftspolitik vernachlässigen&quot;, erklärt er im politik-digital-Interview. Deshalb planen<br />
Bildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) und ihr parlamentarischer Staatssekretär Wolf-Michael Catenhusen<br />
(SPD) bereits die Gegenoffensive, um das Feld Multimedia nicht allein den Wirtschaftspolitikern in der<br />
Schröder-Regierung zu überlassen. Im Auge haben Sie dabei insbesondere die von CDU-Amtsvorgänger Jürgen<br />
Rüttgers mit Hilfe der Telekom gestartete und vielkritisierte Initiative <a href="http://www.san-ev.de/">&quot;Schulen ans Netz&quot;</a>.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Neben der Wirtschafts- und Bildungspolitik wird Multimedia in der neuen Regierung aber auch eine Angelegenheit<br />
der Kulturpolitik. Michael Naumann, neuer Staatsminister für Kultur und Medien im Kanzleramt will sich neben<br />
Buchpreisbindung, Holocaust-Denkmal und deut-schem Film künftig auch mit den Neuen Medien befassen. So<br />
scheint das Kompetenzgerangel um die Multimediapolitik bereits vorprogrammiert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Auch im Bundestag haben die Kulturpolitiker das Thema Neue Medien entdeckt. So wurde in letzter Minute<br />
der Ausschuß für Kultur um den Bereich Medien erweitert. Zur Vorsitzenden dieses neuen <a href="http://www.bundestag.de/gremien/gremien/a23.htm"><br />
Ausschusses für<br />
Kultur und Medien</a> wurde die SPD-Abgeordnete und Publizistin  <a href="http://www.dr-elke-leonhard.de/">Dr. Elke Leonhard </a> gewählt, zu ihrer CDU-Stellvertreterin<br />
die ostdeutsche Diplombildhauerin Dr. Margarete Späte<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die übrige Besetzung des Ausschusses ist äußerst bunt und multimediale Kompetenz auf den ersten Blick rar.<br />
So sitzt als Mitglied die ehemalige niedersächsische Umweltministerin Monika Griefhahn genauso im<br />
Ausschuß wie Bundeskanzler a. D. Helmut Kohl als stellvertretendes CDU-Mitglied. Internet-Experte Tauss<br />
erhielt zunächst keinen Platz in der parlamenta-rischen Entscheiderrunde, wird jetzt aber als<br />
stellvertretendes Mitglied für eine SPD-Kollegin nachrücken.<br />
Bei der ersten Ausschuß-Sitzung in der vorigen Woche hatte er aber schon Gelegenheit, die Arbeit<br />
der Enquete-Kommission Neue Medien vorzustellen. Naumann hörte aufmerksam zu und würdigte die geleistete<br />
Arbeit der Kommission, &quot;muß aber was das Internet betrifft erst noch zum Jagen getragen werden&quot;, wie eine<br />
Teilnehmerin der Runde gegenüber politik-digital berichtet.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Angesichts der geteilten Zuständigkeiten von Wirtschafts-, Kultur- und Bildungspolitik fürchtet die<br />
CDU/CSU-Opposition eine <a href="http://www.cducsu.bundestag.de/texte/csu/mayer21.htm"> &quot;Zerstückelung in der<br />
Medienpolitik&quot;</a>, wie der CSU-Medienpolitiker Mayer formuliert. Aber auch in den Reihen der Regierungspartei<br />
herrscht Unzufriedenheit über die mehrfache Kompetenzüberschneidung bei den Neuen Medien. Tauss:<br />
&quot;Sicher, ich hätte mir auch gewünscht, daß das an einer Stelle und in einer Person gebündelt ist.<br />
So wie in den USA Al Gore als Vizepräsi-dent den Weg des Staates auf den information highway<br />
politisch federführend gestaltet hat. Ein deutscher Al Gore ist aber noch nicht in Sicht.&quot;<br />
In den Reihen von CDU/CSU und FDP-Fraktion wird deshalb bereits über die Einberufung einer<br />
zweiten Enquete-Kommission für Neue Medien nachgedacht. &quot;Das ist nur sinnvoll, um das,<br />
was für im Abschlußbericht der letzten Enquetekommission angeregt haben, jetzt in der Phase<br />
der Umsetzung parlamentarisch zu begleiten&quot;, erklärt der CDU-Medienpolitiker <a href="http://www.meister-schafft.de/"><br />
Michael Meister </a>. </span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das Engagement von CDU und FDP ist verständlich: &quot;Eine Enquete-Kommision ist das klassische<br />
Instrument der Opposition, um der Regierung Contra zu geben&quot;, merkt ein Regierungsparlamentarier an.<br />
Da nach den parlamentarischen Spielregeln der nächste Kommissions-Vorsitzende ein CDU-Mann wäre,<br />
bietet sich hier ein prestigeträchtiges Amt zur Profilierung. Ambitionen auf den Vorsitz einer<br />
neuen Enquete weist CDU-Medienexperte Meister öffentlich von sich. Fraktionsintern soll aber<br />
auch der <a href="http://www.bundestag.de/mdbhome/mayerma0/"> CSU-Medienexperte Mayer</a> Ansprüche auf den<br />
Vorsitz angemeldet haben. Strittig ist jedoch noch, mit welchen Themen sich die neue Multimedia-Runde<br />
im Bundestag befassen soll. Während Meister die Themenbreite der ersten Enquete-Kommission beibehalten<br />
will, würde Mayer diesmal den Fokus stärker auf Fragen zur Datensicherheit legen. Gebremst wird<br />
das Bestreben der beiden vom Fraktionsvize und ehemaligen Bildungsminister<br />
Jürgen Rüttgers<br />
Im Gegensatz zu Meister und Mayer ist Rüttgers als Stellvertreter Mitglied im Ausschuß  für Kultur und Medien. So mahnt der<br />
Ex-Zukunftsminister zur Besonnenheit: &quot;Wir müssen uns erst einmal anschauen, was die neue<br />
Regierung uns in den nächsten Wochen zum Thema Neue Medien präsentiert. Wenn da Lücken bestehen,<br />
werden wir entsprechend reagieren.&quot;</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Ich werde nicht arbeitslos</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/multimediapolitk/ich-werde-nicht-arbeitslos-713/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[pstradtmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Nov 1998 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Multimediapolitk]]></category>
		<category><![CDATA[Multimedia]]></category>
		<category><![CDATA[Jörg Tauss]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
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					<description><![CDATA[<br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Der Internet-Experte Jörg Tauss (SPD) im
politik-digital-Interview über das Fehlen eines
deutschen Al Gores und die neue Machtverteilung
in der Multimedia-Politik der neuen Regierung</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Der Internet-Experte Jörg Tauss (SPD) im<br />
politik-digital-Interview über das Fehlen eines<br />
deutschen Al Gores und die neue Machtverteilung<br />
in der Multimedia-Politik der neuen Regierung</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Die Regierung hat gewechselt. Welche Konsequenzen hat das für das Thema Multimedia?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Wir sind jetzt in der Regierungsverantwortung und<br />
könnten nun endlich alle Empfehlungen, die wir die letzten vier Jahre als Oppositionspartei,<br />
vor allem in der entsprechenden Enquetekommission &quot;Zukunft der Medien in<br />
Wirtschaft und Gesellschaft. Deutschlands Weg in die Informationsgesellschaft&quot; gemacht haben,umsetzen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Nun ist der Kandidat für das Wirtschaftsministerium, der Computer-Unternehmer<br />
Jost Stollmann in letzter Minute ausgestiegen.<br />
Fehlt Gerhard Schröder jetzt der Multimedia-Mann in der<br />
Regierungsmannschaft?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Über die Nominierung von Stollmann für den Posten des<br />
Wirtschaftsministers habe ich mich anfangs sehr gefreut und hatte die<br />
Hoffnung, daß mit ihm als ehemaligem Computer-Unternehmer eine große<br />
Portion praktisches Know-how unsere politische Diskussion beflügelt. So<br />
habe ich in ihm einen Verbündeten gesehen. Ich bin dann aber sehr<br />
schnell ernüchtert worden, weil ich von ihm trotz mehrerer<br />
Kontaktversuche immer nur die Standard-Mail  nach dem Motto &#8216;Besten Dank<br />
für Ihre Anregungen&#8217; bekommen habe. Ich hatte erwartet, daß er sich zur<br />
Internet-Politik konkret äußert. Das hat er nie getan. Deshalb war ich<br />
über seinen Ausstieg nicht mehr sonderlich enttäuscht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Die Zuständigkeit für die Informations-<br />
Kommunikationstechnologie ist vom Bildungs- und Forschungsministerium in das Wirtschaftsministerium<br />
von Herrn Müller verlegt worden. Werden Sie als Bildungs- und Forschungspolitiker jetzt arbeitslos?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Nein, sicherlich werde ich nicht arbeitslos. Natürlich liegt der<br />
Akzent bei Multimedia jetzt stark auf  der Wirtschaftsfrage. Mit Müller<br />
verbinde ich noch gar nichts, aber ich bin mir sicher, daß mein Kollege<br />
Siegmar Mosdorf als Staatssekretär im Wirtschaftsministerium sich dem<br />
Thema Multimedia annehmen wird. Aber als Forschungspolitiker werde ich mich<br />
dafür einsetzten, daß auch die Perspektive von Forschungs- und<br />
Bildungspolitik berücksichtigt bleibt. Wir sind in dieser Frage zwar<br />
nicht mehr federführend,. bleiben aber als mitberatender  Ausschuß involviert.<br />
Ich würde es allerdings sehr bedauern, wenn wir Multimedia nur noch als<br />
Wirtschaftsfaktor diskutieren und andere Perspektiven in der Gesellschaftspolitik<br />
vernachlässigen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Wer außer Herrn Müller als Wirtschaftsminister und Frau<br />
Buhlmann als Bildungsministerin wird sich in der neuen Regierung denn noch mit den<br />
Neuen Medien befassen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Ich habe mir immer eine zentrale Koordination der Multimedia-Politik gewünscht,<br />
die direkt im Kanzleramt angesiedelt ist.Mit Michael Naumann, dem künftigen Staatsminister<br />
für Kultur und Medien haben wir jetzt so jemanden. Deshalb bin ich letzte Woche<br />
auch stellvertretendes Mitglied im entsprechenden Ausschuß für Kultur<br />
und Medien geworden und werde dort die Verantwortung im Bereich Neue Medien übernehmen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Ist denn eine konzentrierte politische Arbeit in der<br />
Multimedia-Politik noch möglich, wenn an drei verschiedenen Stellen<br />
gleichzeitig das Thema bearbeitet wird.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Sicher, ich hätte mir auch gewünscht, daß das an einer Stelle und<br />
in einer Person gebündelt ist. So wie in den USA Al Gore als<br />
Vizepräsident den Weg des Staates auf den information highway politisch<br />
federführend gestaltet hat. Ein deutscher Al Gore ist aber noch nicht<br />
in Sicht. Aber zwischen den Zuständigen in den unterschiedlichen Gremien<br />
und Institutionen bestehen jetzt schon gute Kontakte und es ist auch<br />
einfach notwendig, das Thema Neue Medien möglichst breit anzugehen, also<br />
sowohl aus wirtschaftspolitischer, wie auch aus forschungs- medien- und<br />
kulturpolitischer Sicht.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Wird es eine Neuauflage der Enquetekommission zum Thema<br />
Multimedia und Deutschlands Weg in die Informationsgesellschaft  geben?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Aus der CDU hört man das immer wieder. Als Oppositionspartei hat<br />
sie natürlich ein großes Interesse daran, sich über ein solches Gremium<br />
mit Gegenvorschlägen zur Regierungspolitik zu profilieren. Die erste<br />
Enquete-Kommission hat sehr umfassend und gründlich gearbeitet. Wir<br />
haben Anhörungen zu einer Fülle von Themen durchgeführt, von der<br />
Kryptografie-Frage bis zum wirksameren Kinder- und Jugendschutz im<br />
Internet. Wenn es eine wieder eine neue Enquete-Kommission geben wird,<br />
muß der Themenkatalog präzise sein. Es muß eine Fokussierung auf<br />
Kernfragen geben. Davon hängt auch meine Beteiligung einer neuen<br />
Enquete-Kommission ab.<br />
<b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Welche Schwerpunkte sollten das sein?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Im Grünbuch der EU ist die Frage der Konvergenz der Medien ein<br />
zentrales Thema. Dazu werden wir einen deutschen Standpunkt finden<br />
müssen. Auch nach der Umsetzung der EU-Novelle zum Datenschutz gibt es in<br />
meinen Augen noch erheblich Diskussionsbedarf,desgleichen zur Datensicherheit.<br />
Insgesamt brauchen wir aber eine deutsche und natürlich auch europäische<br />
Internet-Politik.Es kann doch nicht sein, daß die<br />
Standards in den USA gesetzt werden und wir nur zuschauen und bei den<br />
entsprechenden internationalen Konferenzen nur fünftklassig vertreten<br />
sind.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das Interview mit Jörg Tauss führte Philipp Stradtmann</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Zahlen, Projekte und Akteure</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/zahlen_projekte_und_akteure-751/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Baden-Württemberg]]></category>
		<category><![CDATA[Multimedia]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Multimedia in Baden Württemberg in Zahlen:</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Multimedia in Baden Württemberg in Zahlen:</b></span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></p>
<li>Ausgaben im Gesamthaushalt (1999) <b>62,492 Millionen DM</b>, (2000) <b>59,351 Millionen. DM</b>
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li>Bruttoinlandsprodukt (1999) <b>537,4 Milliarden</b>
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li>Der IT-Umsatz 1999 betrug <b>90 Milliarden DM</b>, das entspricht ungefähr 8,5% des Bruttoinlandsproduktes.
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li>Anteil der Bildungsförderung am <a href="http://www.baden-wuerttemberg.de/sixcms/detail.php?id=1482&amp;template=fm_zoom_bild">Haushalt</a> 1,2%, Anteil der Ausgaben für Schulen 16,5%.
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li>In Baden Württemberg standen in der endenden Legislaturperiode <b>500 Millionen Mark</b> für die Multimediaförderung zur Verfügung. Ein Teil des Geldes stammt aus Privatisierungen im Wirtschaftssektor.
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li>Davon gingen <b>200 Millionen</b> in digitale Bildungsprojekte, wie die <a href="http://www.virtuelle-hochschule.de/">Virtuelle Hochschule</a>.
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li>Insgesamt werden von dem Geld 150 Initiativen im Bereich Mulitmedia gefördert.
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li>Seit 1996 wurden <b>170 Millionen Mark</b> für Unternehmensgründungen allgemein ausgegeben. Zusätzlich konnten in den letzten zwei Jahren <b>100 Millionen Mark</b> Venture Capital mobilisiert werden.
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li>Bei der Zahl der Neugründungen in der Branche Multimedia/IT liegt Baden Württemberg bundesweit an zweiter Stelle.
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li>Im Land gibt es 30.000 Medienunternehmen, davon ca. 1500<br />
im Bereich Mulitmedia u. 3000 Software mit im Schnitt 9,34 Mitarbeitern<br />
(Zahl `98)</p>
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li>Internetnutzung 40,1 % der Bevölkerung (nach Hessen auf Platz 2 in Deutschland laut Infratest Burke 2000/6)
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li>Jede Schule im Land ist am Netz, 96.000 Computer sind im Einsatz
<p>
&nbsp;
</p>
</li>
<li><b>700.000 DM</b> werden für Projekte zur Überwindung der<br />
digitalen Spaltung ausgegeben:<br />
Dazu gehören mobile Internetcafes, zwei mobile Internetschulen und<br />
Seniorenförderung im Rahmen des Projektes &quot;Internet für alle&quot;. Eine<br />
spezielle Förderung gibt es auch für jugendliche Aussiedler. </p>
<p></p>
<p>
<a name="projekte"></a><br />
<b>Ausgewählte Förderprojekte und Akteure:</b>
</p>
<p>
<a href="http://www.bwcon.de/">Bwconnect</a><br />
Baden-Württemberg Connect e.V.: ein Zusammenschluss von über 300<br />
Unternehmen, der sich vor allem dem Sponsoring, der Gründerberatung und<br />
dem Networking in der Branche widmet. Verwaltet wird die<br />
Wirtschaftinitiative von der
</p>
<p>
<a href="http://www.mfg.de/">MFG  Medienentwicklung</a>, der<br />
Kompetenzstelle für Medienentwicklung in Baden Württemberg. Die Film-<br />
und Mediengesellschaft ist eine aus der Landesregierung ausgegliederte<br />
GmbH, an der sowohl das Land wie auch der SWR große Anteile halten. Die<br />
MFG koordiniert die Multimedia- und die Filmförderung im Land.<br />
Die MFG wacht über zahlreiche Initiativen, beispielsweise <a href="http://www.mfg.de/virtuell/">werden hier Unternehmen beraten</a>, die ihre interne Organisation virtuell umgestalten wollen oder <a href="http://www.mfg.de/forumregiomedia/">regionale Entwicklungen</a> und kommunale Initiativen vernetzt.
</p>
<p>
<a href="http://www.baden-wuerttemberg.de/land/suche/index.php3?id=7015">Internet für Alle</a><br />
Programm aufgelegt von der Landesregierung, um die Bürger ans Netz zu<br />
holen und die nötige Medienkompetenz zu vermitteln. Den Kern bilden<br />
verschiedene Wettbewerbe, mit denen für Kommunen und Bürger Anreize<br />
geschaffen werden sollen, Angebote im Netz zu entwerfen. Ausgestattet<br />
mit <b>1,25 Millionen DM</b>.
</p>
<p>
 <a href="http://www.kabel21.lfk.de/">Kabel 21</a><br />
Hier arbeiten Landesregierung, Telekom, der Verband privater<br />
Kabelnetzbetreiber und die MFG an der Entwicklung einer<br />
Kommunikations-Infrastruktur für<br />
Baden-Württemberg. Im Zentrum steht die Breitbandanwendung und die<br />
Privatisierung des Kabelnetzes.
</p>
<p>
 <a href="http://www.ifex.de/">IFEX</a><br />
Informationszentrum für Existenzgründungen im Landesgewerbeamt.<br />
Hier werden nicht einzelne Gründer/innen gefördert, sondern dieAngebote<br />
verschiedener Wirtschaftsorganisationen in Baden-Württemberg<br />
vermittelt. Neben der kostenlosen Erstberatung bei Industrie- und<br />
Handelskammern sowie Handwerkskammern kann auf Beratungsdienste<br />
einzelner Verbände zugegriffen werden.
</p>
<p>
<a href="http://www.bw-invest.com/germann/default.htm">Investors Link</a><br />
Serviceangebot<br />
des Landes für Innvestoren. Hier wird der Standort Baden-Württemberg<br />
&quot;home of Bosch, Boss and IBM&quot; schmackhaft gemacht.
</p>
<p>
<a href="http://www.cyberone.de/">Cyber One</a><br />
Business-Plan Wettbewerb der Landesregierung unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Erwin Teufel.
</p>
<p>
<a href="http://www.gruenderland.net/html/default.htm">Gründerland.net</a><br />
Vom Land gefördertes Netzwerk für Gründer und Gründungswillige. Im<br />
Aufbau, geplant sind Gründungsberatung, Auftragsbörse und<br />
Gründungsmesse für alle Branchen.
</p>
</li>
<p></span></span></p>
]]></content:encoded>
					
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