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	<title>Musikindustrie &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Musikindustrie &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Vergessene Online-Welten &#8211; Teil 6: Was macht eigentlich Napster?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alinka Rother]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Sep 2013 10:55:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Dem kometenhaften Aufstieg folgte ein rasanter und tiefer Fall: Nur zwei Jahre nachdem 80 Millionen Menschen auf der Musiktauschbörse Napster [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="stcpDiv">
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Napster.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-132500" alt="Napster" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Napster.jpg" width="640" height="412" /></a>Dem kometenhaften Aufstieg folgte ein rasanter und tiefer Fall: Nur zwei Jahre nachdem 80 Millionen Menschen auf der Musiktauschbörse Napster aktiv waren, existierte dieser  Meilenstein der Internetgeschichte  in seiner ursprünglichen Form nicht mehr. Im sechsten und letzten Teil unsere Reihe über vergessene Online-Netzwerke schauen wir auf die Entstehungsgeschichte und den (zwischenzeitlichen) Niedergang der Musiktauschbörse.</p>
<h3>Wie es wurde, was es war</h3>
<p>1999 brachte der 19-jährige Informatik-Student Shawn Fanning mit Unterstützung  von Sean Parker, dem späteren „<a href="http://www.theguardian.com/theobserver/2013/jun/09/sean-parker-tech-titan-billionaire-lifestyle">Bad Boy des Silicon Valley“</a>, und seiner Hacker-Gemeinschaft einen Musikdienst auf den Markt. Bis dahin lagen viele MP3-Dateien auf veralteten privaten Websites, die oft nur kurzfristig online waren. Die damals noch <a href="http://www.ipadblog.de/app/die-wahre-geschichte-des-musikdienstes-napster/">langsamen Suchmaschinen</a> befanden sich außerdem oft nicht auf dem aktuellen Stand. Fanning, selbst erst seit zwei Jahren in Besitz eines Computers, wollte diese Situation ändern. Sein Dienst steht noch heute für die Revolution des sogenannten Peer-to-Peer(P2P)-Filesharings:  Er schuf einen zentralen Server, auf dem sowohl Musikangebote als auch Nachfragen eingingen und der es ermöglichte, jeweils zwei Anwender miteinander zu verbinden. So konnten die User freigegebene Musikdateien direkt von den Servern anderer Nutzer herunterladen. Titel der Musikbörse wurde Fannings eigener Spitzname „Napster“, erster Geldgeber der Geschäftsmann <a href="http://www.theregister.co.uk/2003/10/08/napsters_back_what_did_silicon/">Yosi Amram</a>.<br />
„Napster Inc.“ und das schon vorher bekannte Peer-to-Peer-Verfahren entwickelten sich in rasender Geschwindigkeit zu einem Massenphänomen: Schon in den ersten Wochen nach dem Launch der Plattform verzeichnete Napster  rund 15.000 Downloads. Ende 1999 – Fanning hatte sein Studium aufgrund des Erfolges von Napster längst abgebrochen – war der neue Service die am schnellsten wachsende Internetanwendung der Welt. Denn bei Napster war alles zu finden, was der Musikmarkt hergab, und noch mehr: von populärer Chart-Musik über Klassik und alternative Geheimtipps, bis hin zu musikalischen Variationen, die im freien Handel gar nicht erhältlich waren – und zwar kostenlos. Daneben hatte Fanning  eine Reihe von Chatrooms entwickelt, die es Usern ermöglichte, sich über Musik und Privates auszutauschen. Ähnlich wie später in den sozialen Netzwerken konnten die Napster-Konsumenten außerdem persönliche Freundeslisten erstellen. Ein weiterer Grund für das schnelle Anwachsen: Man hatte nicht nur  die Möglichkeit, nach einzelnen Songs zu suchen, sondern konnte auch auf den Musik-Festplatten anderer Nutzer herumstöbern und dort Neues entdecken.<br />
In weniger als zwölf Monaten hatte sich eine riesige “Napster-Community“ gebildet. Napster war zur bekanntesten Marke im Musikbereich und Fanning ein Star geworden, den sogar das Time Magazine auf seinem Titelblatt präsentierte. Der Börsenwert des Musikdienstes betrug im Jahr 2000 über 100 Millionen Dollar.</p>
<h3>Aus der Traum</h3>
<p>Napster gab – gemeinsam mit anderen Online-Diensten wie Gnutella – einen entscheidenden Anstoß  für die bis heute andauernden Umwälzungen innerhalb der Musikbranche. Die Musikindustrie war es auch, die um ihre Gewinne fürchtete und Napster deshalb von Anfang an höchst skeptisch beäugt hatte. Denn Napster bewegte sich (urheber)rechtlich auf dünnem Eis. Mit dem aufkeimenden Konflikt zwischen den beiden Akteuren fand die noch heute aktuelle Urheberrechts-Debatte erstmals Eingang in die etablierten Medien: Erleichtern Service-Provider wie Napster den Diebstahl von geschütztem Material oder ist es das Recht des Nutzers, Musik frei im Netz auszutauschen und Stücke nach eigenem Belieben künstlerisch weiterzuentwickeln? Inwieweit ist der Service-Anbieter für mögliche Urheberrechtsverletzungen seiner User verantwortlich?<br />
Erste Rechtsstreitigkeiten zwischen dem  Verband der US-Musikwirtschaft RIAA und Napster erfolgten schon 1999. Die RIAA warf Napster vor, für <a href="http://www.ipadblog.de/app/die-wahre-geschichte-des-musikdienstes-napster/">Produktpiraterie in großem Ausmaß</a> (mit)verantwortlich zu sein – schließlich liefen die Suchanfragen über den zentralen Server von Napster. Und nicht nur die RIAA ging vor Gericht. Denn Napster hatte neben glühenden Verehrern auch eine große Anzahl erbitterter Gegner innerhalb der Musikerszene selbst. Ganz vorne mit dabei: Metallica. Im Jahr 2000 klagte die Band mit dem Vorwurf, Napster verletzte ihr Urheberrecht, gegen die Musiktauschbörse. Daraufhin erklärte sich Napster schlussendlich bereit, rund 335.000 User auszuschließen, die das Copyright von Metallica verletzt hatten.<br />
Zunächst beflügelten diese Auseinandersetzungen die Popularität von Napster noch weiter. Die Medien stürzten sich auf den Fall und machten Napster durch Schlagzeilen wie „The War over Napster“ noch bekannter. Außerdem meldeten sich die ausgeschlossenen Nutzer unter neuen Usernamen einfach wieder an. Einige Künstler, wie Courtney Love und die Beastie Boys, sprachen Napster ganz explizit ihre Unterstützung aus. Denn so manch unabhängige junge Band konnte erst durch Napster ein größeres Publikum erreichen. Trotzdem: Die Klage von Metallica war Mitauslöser für eine Prozesslawine, die Napster überrollen sollte.<br />
Im Sommer 2000 ging die Musikindustrie endgültig in die Offensive: <a title="A&amp;M Records" href="http://en.wikipedia.org/wiki/A%26M_Records">A&amp;M Records</a>, eine Tochterfirma der UniversalMusicGroup, und eine große Anzahl weiterer Mitglieder der RIAA erstritten vor Gericht eine einstweilige Verfügung gegen Napster – die endgültige Abschaltung des Dienstes aber wurde vorerst durch einen Einspruch Napsters verhindert. Die Tauschbörse ließ nichts unversucht, den eigenen Niedergang aufzuhalten: Noch im Oktober 2000 schloss Napster einen Vertriebs- und Lizenzierungsvertrag mit der Bertelsmann eCommerce Group, mit deren Hilfe Napster ein kostenpflichtiges Abo-System einrichten wollte. Außerdem führte die Plattform Anfang 2001 – nachdem ein weiterer Gerichtsbeschluss Napster die Verhinderung von Urheberrechtsverletzungen zur Auflage gemacht hatte – eine  Filtersoftware ein, die den Austausch von urheberrechtlich geschützten Songs verhindern sollte. Diese Software funktionierte allerdings nur bedingt. Weitere Niederlagen vor Gericht, laufende Klagen wegen Copyright-Verletzungen  und insbesondere das technische Scheitern einer gerichtlich angeordneten hundertprozentigen Filterung von geschütztem Material führten letztendlich dazu, dass Napster im Juli 2001 mehr oder weniger „freiwillig“ vom Netz ging. Damit war das Filesharing-Netzwerk, so wie es die User bis dahin kannten, Geschichte.<br />
Von nun an wollte sich Napster ganz auf kostenpflichtige Musik-Abodienste konzentrieren. Außerdem willigte die Geschäftsführung  ein, hohe Zahlungen an Musiker und Rechteinhaber  für bisherige Copyrightverletzungen und Lizenzzahlungen zu leisten<i>.</i> Anfang 2002 ging ein Prototyp des „neuen“ Napsters als Testversion online. Die ehemalige Tauschbörse, ohnehin nur noch ein Schatten ihrer selbst, steckte von da an jedoch in höchsten finanziellen Schwierigkeiten. 2002 wurde beschlossen, den schwächelnden Musikdienst zu hundert Prozent an Bertelsmann zu verkaufen. Das wiederum führte zu internen Querelen, am Ende trat Napster-Gründer Shawn Fanning gemeinsam mit hochrangigen Mitarbeitern zurück – Mitbegründer Sean Parker hatte Napster schon früher aufgrund von Streitigkeiten verlassen. Hinzu kam, dass ein amerikanischer Konkursrichter die Transaktion zwischen Napster und Bertelsmann untersagte. Damit sahen viele Medien das Schicksal von Napster besiegelt. Im November 2002 wurde das Konkursverfahren eröffnet. Eine weitere Wende vor Gericht aber verhinderte das endgültige <a href="http://www.ipadblog.de/app/die-wahre-geschichte-des-musikdienstes-napster/">Todesurteil</a> von Napster. Schlussendlich wurden die Überreste der in Grund und Boden geklagten Legende Ende 2002 für nur 5,3 Millionen Dollar an die amerikanische Software-Firma Roxio verkauft.</p>
<h3>Geht da noch was?</h3>
<p>Da geht noch was, aber es geht ganz anders. Das Napster von heute hat mit der damaligen Tauschbörse und dem zugehörigen Peer-to-Peer-Verfahren nichts mehr gemeinsam. Roxio hatte lediglich den Markennamen, die Internet-Domain und Teile der Technologie erworben. Im Oktober 2003 wurde ein kommerzielles Online-Musikangebot unter dem Namen Napster –wiederum mit Unterstützung von Fanning – auf den Markt gebracht. Nach einer weiteren Zwischenstation übernahm 2011 das US-Börsenunternehmen Rhapsody International Inc. die Marke. Rhapsody bietet einen Musik-Streaming- und Download-Dienst, der sich auf Musik-Abonnements im Web und für mobile Endgeräte spezialisiert hat. In Europa wird dieser Dienst unter dem Namen Napster bereitgestellt. Mit seinem Angebot steht Napster nun auf dem hart umkämpften Streaming-Markt in direkter Konkurrenz zu anderen Anbietern wie Spotify. Bisher aber läuft es gar nicht schlecht: Vor kurzem erst <a href="http://news.rhapsody.com/2013/06/03/listen-up-europe-napster-is-coming/">gab Rhapsody bekannt</a>, seinen Dienst nun in insgesamt 16 europäischen Staaten zur Verfügung zu stellen – zuvor war Napster innerhalb Europas nur in Großbritannien und Deutschland präsent.<br />
Aber das „alte Napster“ ist nicht vergessen. Erst 2012 veröffentlichte der Rechtsprofessor Michael A. Carrier die Studie „<a href="http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2099876">Copyright and Innovation: The Untold Story</a>“. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die damalige Schließung von Napster kaum dazu beitrug, illegale Kopien zu verhindern. Allerdings habe das unfreiwillige Ende des Peer-to-Peer-Dienstes die Innovationsfähigkeit innerhalb der Musikbranche um Jahre zurückgeworfen. Für alle Interessierten sei außerdem die Dokumentation „<a href="http://www.lamag.com/laculture/culturefilesblog/2013/07/10/remember-napster-somebody-cared-enough-to-make-a-documentary">Downloaded</a>“  (2013) empfohlen, die Fanning, Parker und insbesondere den Aufstieg und Fall der  Tauschbörse Napster beleuchtet.<br />
Und zu guter Letzt: Was wurde eigentlich aus den Napster-Gründern Shawn Fanning und Sean Parker? Fanning investierte in eine Reihe Technologie-Startups und gründete 2010 ein neues Unternehmen namens Path.com, ein soziales Netzwerk für mobile Geräte. Sean Parker ist mittlerweile Milliardär. Nach  einem Treffen mit Mark Zuckerberg wurde er Gründungspräsident von Facebook. Weitere Projekte folgten, und mittlerweile arbeitet Parker sogar wieder mit Fanning <a href="http://www.billboard.com/biz/articles/news/digital-and-mobile/1552508/qa-sean-parker-and-shawn-fanning-on-downloaded-the">zusammen</a>. Gemeinsam haben die beiden 2012 das Life-Video-Netzwerk <a href="https://www.airtime.com/">airtime.com</a> als Facebook-Web-App gelauncht.<br />
Befragt man die beiden heute zu Napster, scheinen sie selbst kaum glauben zu können, was damals passiert ist. Parker fasste die damalige Situation vor kurzem in einem <a href="http://www.downloadedthemovie.com/">Interview</a> wie folgt zusammen: „Wir waren eigentlich Highschool-Kids, die innerhalb von zwölf Monaten eine der großen US-Industrien in die Knie zwangen und im größten Rechtsstreit der Welt bekämpften.“ In diesem Streit haben Parker und Fanning damals den Kürzeren gezogen. Die Debatte um Urheberrechte und Filesharing aber begleitet uns bis heute.<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/vergessene-online-welten-teil-1-die-vz-netzwerke/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier finden Sie Teil 1 der Reihe: Was machen eigentlich die VZ-Netzwerke?</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/vergessene-online-welten-teil-2-myspace/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier finden Sie Teil 2 der Reihe: Was macht eigentlich MySpace?</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/vergessen-in-den-online-welten-was-mach-eigentlich-second-life/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier finden Sie Teil 3 der Reihe: Was macht eigentlich Second Life?</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/vergessene-online-welten-teil-4-lokalisten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier finden Sie Teil 4 der Reihe: Was macht eigentlich Lokalisten?</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/vergessene-online-welten-teil-5-mikroblogging-dienste/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hier finden Sie Teil 5 der Reihe: Mikroblogging-Dienste</a><br />
&nbsp;
</div>
<p>Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/lifesagamble/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jane</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-SA 2.0)</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Mix, Burn &#038; R.I.P.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:45:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Janko Röttgers]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Tauschbörse]]></category>
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		<category><![CDATA[Musikindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[<p><strong>"Die Musikindustrie muss erkennen, dass sie das Netz        nicht überleben wird". Nichts geringeres als das Ende        einer ganzen Industrie verkündet Janko Röttgers in seinem        Buch "Mix, Burn &#038; R.I.P."]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8220;Die Musikindustrie muss erkennen, dass sie das Netz nicht überleben wird&#8221;. Nichts geringeres als das Ende einer ganzen Industrie verkündet Janko Röttgers in seinem Buch &#8220;Mix, Burn &amp; R.I.P.&#8221;<!--break--></strong><br />
Der Titel des Werks, eine Abwandlung des Werbeslogans für Apple-Computer aus dem Jahr 2001, deren hervorstechendstes Merkmal der eingebaute CD-Brenner war, deutet bereits an, worum es geht: Musik im Internet, und besonders das Tauschen von Musik durch Peer-to-Peer-Tauschbörsen. <a href="http://www.lowpass.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Röttgers</a> mischt die Worte dieses Werbeslogans durcheinander, um daraus einen neuen Namen für sein <a href="http://www.mixburnrip.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Buch</a> zu erzeugen. „Rip, Mix, Burn“:<br />
Die Käufer des Apple-Computers sollten Musikdateien aus dem Internet laden und zu neuen, selbstgebrannten CDs kombinieren.<br />
Aus Sicht vieler Nutzer war das kostenlose Tauschen und Kopieren von Musikdateien übers Netz schon damals nicht ungewöhnlich. Dass aber ein großer Computerhersteller diese rechtlich fragwürdige Praxis so offen unterstützte, hatte es bis dahin nicht gegeben. Die Vertreter der Musikindustrie konnten es nicht fassen. Für sie handelte es sich um einen direkten Aufruf zur Musikpiraterie.<br />
Momentan läuft in Deutschland eine hitzige Debatte über digitales Kopieren und Tauschbörsen. Ende 2003 wurde das <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzrecht/urh10.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Urheberrecht</a> verändert. Vertreter der Plattenfirmen forderten umgehend weitere Verschärfungen des rechtlichen Rahmens, um den Musiktausch im Netz unter harte Strafen zu stellen. Netzaktivisten dagegen warnen, dass hier mit Kanonen auf Spatzen geschossen werde und fordern die Industrie auf, lieber ihre Angebote kundenfreundlicher zu gestalten.<br />
<strong>Napster &amp; Nudelsuppen<br />
</strong>Die Geschichte der Musik im Internet hat gerade erst angefangen. Und trotzdem steckt sie schon jetzt voller Konflikte und schillernder Persönlichkeiten, Anekdoten und Legenden.<br />
Um die heutige Diskussion um Piraterie, Peer-to-Peer und Musikdownloads zu verstehen, ist es nützlich, mit dieser Geschichte und ihren Akteuren ein wenig vertraut zu sein. Röttgers führt den Leser auf sehr legere und amüsante Art mitten hinein in diese Welt voller Ungereimtheiten und Skurrilitäten. Anstatt einfach die letzten zehn Jahre nachzuerzählen, stellt der Musikliebhaber führende Köpfe vor, die ihre Spuren im Netz hinterlassen haben. Von stillen Softwareentwicklern und einem Nudelsuppennetzwerk erzählt dieses Buch, von gefloppten Marketingstrategien<br />
und dem Entstehen der Tauschsoftware Napster: Wie keine andere Entwicklung der letzten Jahre ist Tauschnetzwerk mit dem Katzenlogo zum Symbol für den Umbruch der Musiklandschaft geworden.<br />
Angriffslustig und mit einem fundierten Hintergrundwissen greift der freie Journalist die Anschuldigungen der großen Plattenfirmen und Interessenverbände auf und zerpflückt ihre Argumente. Ziemlich subjektiv und immer wertend, könnte man Röttgers Einseitigkeit unterstellen. Die Belege für seine bewusst provozierende These bleibt er aber selten schuldig. Röttgers Argumentation ist schlüssig, gerade weil er nicht versucht, die Peer-to-Peer-Nutzer von ihrer Mitschuld an der Misere der Musikwirtschaft gänzlich freizusprechen.<br />
Vielmehr fragt er ohne Gehässigkeit, ob es nicht auch anders hätte kommen können. Und viel wichtiger: Wie kann es weitergehen?<br />
<strong>Von der Piraterie zur Wissensgesellschaft<br />
</strong>Der zweite Teil von \&#8217;Mix, Burn &amp; R.I.P\&#8217; ist eine Sammlung von Interviews. Zehn führende Köpfe aus verschiedensten Bereich zeichnen hier ihr Bild von der Zukunft der Musik im Netz. Vom Buchverleger O\&#8217;Reilly über Gerb Gebhardt, den Vorsitzenden des Phonoverbands IFPI bis hin zu Fanta-4-Frontmann Smudo stehen sich hier Positionen gegenüber, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.<br />
Ganz im Gegensatz zur allgemeinen Stimmung in der Musikbranche ist die Grundstimmung in Röttgers Werk die ganze Zeit über sehr positiv. Nicht der Untergang eines Wirtschaftszweigs steht hier im Vordergrund, sondern die Chancen, die in diesem einmaligen Umbruch stecken.<br />
Um den Wandel vom traditionellen Plattenhersteller hin zum modernen Musikvertrieb zu vollziehen und weiterhin erfolgreich Musik produzieren zu können, sind noch nicht einmal allzu große Anstrengungen nötig, wenn wir Röttgers Interviewpartner Marc Cuban glauben dürfen. Der Internetmillionär rät: „Lehn dich zurück und lass es passieren.“<br />
&nbsp;</p>
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			</item>
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		<title>Mit voller Wucht auf analogem Fuß voran</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Dec 2004 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Internetradio - ein neuer Stern am Medienhimmel?]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 1. Januar 2005 wird der neue Radiosender Motor FM auf der Berliner Frequenz 106,8 auf Sendung gehen. Der Kopf dahinter: Tim Renner, ehemaliger Chef des Musikgiganten Universal Deutschland. Das Businessmodell dahinter: Die Hörer sollen die Musik, die gerade im Radio läuft, kostenpflichtig aus dem Internet downloaden können. Derzeit hat die Internetplattform motor.de nach Angaben der Betreiber bis zu 15.000 Visits am Tag, den 14-tägigen Newsletter erhalten 35.000 Nutzer. politik-digital.de sprach mit Renner über die Zukunft des Online-Radios, über sein Businessmodell und über die Verzahnung des hauseigenen Labels „Motor“ mit dem geplanten Radiosender]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Am 1. Januar 2005 wird der neue Radiosender Motor FM auf der Berliner Frequenz 106,8 auf Sendung gehen. Der Kopf dahinter: Tim Renner, ehemaliger Chef des Musikgiganten Universal Deutschland. Das Businessmodell dahinter: Die Hörer sollen die Musik, die gerade im Radio läuft, kostenpflichtig aus dem Internet downloaden können. Derzeit hat die Internetplattform motor.de nach Angaben der Betreiber bis zu 15.000 Visits am Tag, den 14-tägigen Newsletter erhalten 35.000 Nutzer. politik-digital.de sprach mit Renner über die Zukunft des Online-Radios, über sein Businessmodell und über die Verzahnung des hauseigenen Labels „Motor“ mit dem geplanten Radiosender</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">
                            <strong><br />
                              <strong>politik-digital.de:</strong><br />
                            </strong> Herr Renner, was würden Sie sagen, wenn das Label „Universal“ eine der seltenen Radiofrequenzen beantragt und dann auch bekommt? Wäre die Gefahr gegeben, dass Universal den Radiosender nutzt, um eigene Produkte zu verkaufen?</p>
<p>
                            <strong>Tim Renner:</strong> Nicht wirklich, weil ich annehmen würde, dass Universal sich vorher eingehend genug mit Radio beschäftigen würde um zu wissen, dass das Medium nicht funktioniert, wenn man es zum Promotionkanal der eigenen Musik degradiert. Auch bei Viva hat das die Musikwirtschaft schnell begreifen müssen: Es war da mitnichten so, dass die Gesellschafter, also die Labels, dort anrufen konnten um zu sagen „nimm dieses und jenes auf die Rotation.“</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> „Motor“ hat gerade eine Frequenz bekommen, die 106,8, auf der ab 1.1.2005 der Sender „Motor FM“ senden wird. Ist das nicht das gleiche? Schließlich ist auch „Motor“ ein Label.</p>
<p>
                            <strong>Tim Renner:</strong> Motor starten wir wieder komplett neu. Wir haben uns den<br />
                            <img decoding="async" height="104" src="../../images/renner_10.jpg" width="69" align="right" alt="" /> Namen „Motor“ gesichert, aber leider nicht die Künstler die früher dort veröffentlicht haben. Das neue Motor hat gerade mal drei Gruppen unter Vertrag. Später werden es vielleicht sieben sein. Davon kann man kein Radio-programm machen, das ist viel zu wenig. Motor wird also Motor FM nicht nutzen, um die eigene Musik zu spielen. Unser Ziel ist, das zu spielen, was wirklich interessant ist.</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> Laut Selbstbeschreibung sieht sich Motor Music als &#8220;Die Guten&#8221;. Worauf gründet sich so ein Selbstbild? Motor = Underground?</p>
<p>
                            <strong>Tim Renner:</strong> Das Selbstbewusstsein, erwächst aus der Schwäche des Marktes: Es gibt jede Menge Stagnation, allgemeines Verharren, allgemeine Angst, sich überhaupt zu bewegen. Und Motor ist hoffentlich frech genug, alles zu riskieren. Zudem haben wir alle Erfahrung in diesem Bereich, Erfahrung als Major und als Indie. Was wir wollen ist: Etwas in Bewegung bringen. Deshalb sind wir „die Guten“.</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> Wer bei Motor Musik kaufen und downloaden will, wird seit dem 1. Dezember zum Musikportal musicload von T-Online weitergeleitet. Nich gerade ein kleiner Player, mit dem Sie da gerade kooperieren. Wie verträgt sich das mit dem propagierten Motor-Image, dass man die kleinen und deutschen und Newcomer-Bands fördern will?</p>
<p>
                            <strong>Tim Renner:</strong> Da wir grosse Systeme kennen, haben wir vor ihnen auch in der Kooperation keine Angst. In der Off-Air-Phase testen wir Musicload, ob das dann auch der dauerhafte Partner für Motor FM sein wird, muss sich zeigen. Fest steht, einer muss die Aufgabe des Download-Providers erfüllen. Möglichst ist das jemand, der die Musik von den Majors bereits lizensiert hat. Ich denke, auf Dauer wird Motor, um seinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, immer eine Mischung von Partnern haben müssen: Einen großen Player, der die Lizenzen der vier Majors mitbringt, und kleine Player, mit denen die Indies selbständig agieren können. Motor kann nicht ignorieren, wenn eine wichtige Independent-Platte bei einem Major rauskommt. Das ist einer der Knackpunkte, die wir organisiert bekommen müssen.</p>
<p>                            <strong>politik-digital.de:</strong> Mit welchem Major werden Sie denn in Zukunft zusammenarbeiten?</p>
<p>
                            <strong>Tim Renner:</strong> Wir werden mit dem Major Player im Downloadmarkt zusammenarbeiten, der sich am ehesten bereit zahlt &#8230; äh!&#8230; zeigt &#8230; (das war jetzt ein echter freudscher Versprecher) auch Grundkosten zu übernehmen, die man ja einfach hat.</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> Sie haben gesagt man braucht im Moment noch die analoge Welt, um die digitale zu forcieren. Worauf fokussieren Sie sich den nun tatsächlich?</p>
<p>
                            <strong>Tim Renner:</strong> Wir planen zweigleisig, aber wir marschieren mit voller Wucht mit dem analogen Fuß voran. Wir glauben zwar daran, dass man sich über absehbare Zeit mit Downloads finanzieren kann und sind auf dem Weg dahin. Bis es so weit ist, braucht man aber einen analogen Transmissionsriemen, um es digital zu schaffen. Derzeit haben wir in Deutschland noch nicht genug bezahlte Downloads, die ein nur auf diesen Bereich bezogenes Business erlauben. Um da Schwung reinzubringen, muss man eben analog sehr stark sein – von dort aus muss man dann den digitalen Markt erschließen. Wir wären auch mit unseren Kräften überfordert, rein auf die digitale Schiene zu setzen. Gerade in der Anfangsphase werden wir noch nicht alles liefern können.</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> Heißt das, der Internetbereich bleibt zunächst nur eine Option? Im Moment soll der terrestrische Sender aufgebaut werden?</p>
<p>
                            <strong>Tim Renner:</strong> Der terrestische Sender definiert den Inhalt und ohne den machen die Funktionen des Netz wenig Sinn. Ja, insofern ist das der richtige Eindruck. Erst muß man Energie haben, dass der Sender überhaupt sendet und ein spannendes Programm macht. Dann kannst du an die Optimierung der Möglichkeiten gehen, die du im Internet hast. Es ist eben nicht so, das du dich von heute auf morgen über das Internet finanzieren können wirst. Erstmal muß ich deine Aufmerksamkeit als Verbraucher bekommen. Das geht nur, indem ich ein Programm hinlege, das richtig gut ist und das die Hörer mitlaufen lassen, während sie am PC sitzen. Zuerst muss der Inhalt stimmen, dann kommt die technische Komponente. Da werden sicher noch sehr viele Kämpfe ausgetragen werden müssen. Denn auf Dauer ist nur eine Lösung befriedigend, bei der wir die Musik, die für uns interessant ist, auf einer Plattform vereinigen können. Die Preisgestaltung muss stimmen, die technischen Standards müssen stimmen und die Relevanz muss stimmen.</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> Was meinen sie mit Relevanz?</p>
<p>
                            <strong>Tim Renner:</strong> Also, politik-digital.de zum Beispiel ist ja fast schon ein konservativer Ansatz: Ihr interessiert Euch erst mal für die Inhalte, dann erst für die Verbreitung in der Fläche. Das ist, glaube ich, der richtige Ansatz, weil er für Relevanz und Glaubwürdigkeit sorgt. So geht Motor FM auch vor. Am besten wäre, wenn Motor FM eine Stärke entwickelt, dass auch die Majors nicht darum herum kommen, zu sagen, dass ihre Independent-Musik bei uns gespielt werden muss, um relevant zu sein. Dadurch würde man ja eine gewisse Unantastbarkeit bekommen.</p>
<p>
                            <strong>politik-digital.de:</strong> Es gibt ja grob gesagt drei Formen des Internet-Radio: Die, die ihr Programm einfach live im Netz mitlaufen lassen; die, die ein zeitversetztes Hören einzelner Sendezeiten erlauben. Und dann gibt es noch Sender, die ein interaktives Eingreifen in den Programmverlauf &#8211; also auch das Anspielen einzelner Lieder &#8211; erlauben. Welchen Weg wird Motor FM im Internet wählen?</p>
<p>
                            <strong>Tim Renner:</strong> Erstmal werden wir im Internet das Programm live streamen. Fragen, wie der Konsument selbst das Programm verengen oder interaktiv darauf reagieren kann, sind nicht vertagt, aber sie sind auf der Tagesordnung nicht auf den ersten beiden Plätzen.</p>
<p>
                              <strong>Weiter zum<br />
                              <a href="webradio_renner2.shtml">zweiten Teil</a> des Interviews mit Tim Renner</strong>
                            </p>
<p>
                              
                            </p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Streamripping, Gefahr für die Musikindustrie?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/internetradio-ein-neuer-stern-am-medienhimmel/netzkulturwebradio_copyleft-shtml-2981/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[criepe]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Dec 2004 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Internetradio - ein neuer Stern am Medienhimmel?]]></category>
		<category><![CDATA[Kopierschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Musikindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[Internetradio]]></category>
		<category><![CDATA[GEMA]]></category>
		<category><![CDATA[Streamripper]]></category>
		<category><![CDATA[E-Commerce]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
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					<description><![CDATA[Das wachsende Angebot an kommerziellen und privaten Internetradios eröffnet dem Hörer eine neue Programmvielfalt. Brauchte man noch vor einigen Jahren einen Weltempfänger, um internationale Radiostationen zu empfangen, so stehen einem heute mit einem Klick ins World Wide Web eine unüberblickbare Anzahl von Internet-Radio-Sendern zur Verfügung. Viele Sender strahlen ihr Musikprogramm rund um die Uhr und dazu in bester Klangqualität aus]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Das wachsende Angebot an kommerziellen und privaten Internetradios eröffnet dem Hörer eine neue Programmvielfalt. Brauchte man noch vor einigen Jahren einen Weltempfänger, um internationale Radiostationen zu empfangen, so stehen einem heute mit einem Klick ins World Wide Web eine unüberblickbare Anzahl von Internet-Radio-Sendern zur Verfügung. Viele Sender strahlen ihr Musikprogramm rund um die Uhr und dazu in bester Klangqualität aus</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">Die Musikindustrie steht dieser Entwicklung allerdings skeptisch gegenüber. Sorgen bereitet ihr weniger die Zunahme von Internetradio-Stationen als vielmehr die zunehmende Verbreitung von sogenannten Streamripper-Programmen.</p>
<p>
                              <strong>Ersetzt das Internet-Radio die illegalen Tauschbörsen?</strong>
                            </p>
<p>Streamripper-Programme könnten in Kombination mit dem Internetradio die illegalen Tauschbörsen ablösen. Die meisten Internet-Radio-Stationen übertragen jeweils auch Informationen über den Interpreten und den Titel an den geneigten Hörer. Dies machen sich auch die Streamripper-Programme zu Nutze, die mittlerweile in verschiedenen Ausführungen kostenlos im Netz verfügbar sind. Früher musste man noch gebannt vor dem Radio sitzen und schnell die REC-Taste seines Kassetten-Recorders bedienen, wenn der Lieblingssong gespielt wurde. Heute übernimmt diese Arbeit ein Streamripper-Programm. Es durchsucht gezielt das WWW nach einem Radio-Stream, der den gewünschten Titel spielt und speichert diesen im MP3-Format auf der heimischen Festplatte ab.</p>
<p>Die Nachfrage nach Streamripper-Programmen scheint groß zu sein. Mit der Eingabe des Begriffs Streamripper bei<br />
                            <a href="http://www.download.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">download.com</a>, erfährt man, dass allein die meistgefragteste Ripperversion rund 370.000 mal pro Woche downgeloaded wurde. Das Internet-Radio und die Streamripper-Programme könnten somit den illegalen Musiktauschbörsen Konkurrenz machen. Schließlich ist die Aufzeichnung von Internet-Radio-Programmen mit Hilfe der Streamripper &#8211; bis jetzt &#8211; vollkommen legal.</p>
<p>Doch dies könnte sich bald ändern. Denn die ohnehin angeschlagene Musikindustrie sieht nach den illegalen Musiktauschbörsen nun in der Kombination aus Internetradio und Streamripper die nächsten Umsatzeinbußen auf sich zukommen. So fordert der amerikanische Musik-Branchenverband Recording Industry Association of America (<br />
                            <a href="http://www.riaa.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">RIAA</a>), einen Kopierschutz für US-Internetradios. Zwar soll dann immer noch die Aufnahme von Internetradio-Programmen möglich sein, ein Herausschneiden einzelner Lieder aber dadurch unterbunden werden. Ebenso soll dieser Kopierschutz den Tausch von aufgenommenen Internet-Radio-Material unmöglich machen.</p>
<p>Hierzulande teilen die deutschen Phonoverbände (<br />
                            <a href="http://www.ifpi.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ifpi</a>) die Befürchtung ihrer amerikanischen Branchenkollegen. Bedrohliche Züge nehme das Kopieren von Rundfunksendungen und Internetradioprogrammen mit Hilfe &#8216;intelligenter&#8217; Aufnahmesoftware an, warnt Gerd Gebhardt, Bundesvorsitzender der deutschen Phonoverbände. Aber anders als die RIAA fordert die ifpi keinen Kopierschutz für die Internetradios, sondern ein generelles Verbot intelligenter Aufnahmesoftware für Internet-Radio-Programme.</p>
<p>Das Verbot soll, wenn es nach dem Willen der Phonoverbände ginge, in den Regierungsentwurf zur Novelle des Urheberrechtsgesetzes aufgenommen werden. „Hier muss der Gesetzgeber konsequent tätig werden, wenn er der technischen Entwicklung nicht dauernd hinterherhinken will“, resümiert Gebhardt.</p>
<p>
                              <strong>Die GEMA und das Internetradio</strong>
                            </p>
<p>Im Gegensatz zur Musikindustrie dürfte die<br />
                            <a href="http://www.gema.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">GEMA</a> von dem wachsendem Angebot der Radios im Internet profitieren. Denn deren Betreiber müssen, ähnlich wie herkömmliche Rundfunkstationen, Gebühren an die GEMA entrichten. Je nach technisch möglichen Hörerzahlen, Programmgestaltung und Sendezeit beläuft sich diese Gebühr auf 25 bis 3.000 Euro pro Monat. Zwar ist der Anteil der Webradios an den gesamten Einnahmen der GEMA mit 0,15 Promille noch relativ gering, doch die Anzahl der von der GEMA lizensierten Webradios steigt stetig. Waren 2001 lediglich 80 Web-Radios bei der GEMA in Deutschland gemeldet, so sind es 2004 bereits 450.</p>
<p>„Kleine” und nicht kommerzielle Internetradio-Sender, denen die GEMA Gebühren zu teuer sind oder die einfach nicht bereit sind, diese zu entrichten, umgehen die Gebühren indem sie ausschließlich GEMA-freie Musikstücke spielen. Dadurch erhalten Musiker jenseits des Mainstreams eine Plattform, um sich einem breiterem Publikum vorzustellen. Die Vielfalt der Programme wächst also durch die Internet-Radios – ob mehr Masse auch mehr Klasse bedeutet, entscheiden die Hörer.</p></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Zweite Runde im Urheberrechtsstreit</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzkampagnen-urheberrecht-shtml-3156/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[lhollenbach]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Jan 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[geistiges Eigentum]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Lobbyismus]]></category>
		<category><![CDATA[Filmindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[Musikindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Kopie]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetzgebung]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Disput geht weiter: Wer darf digitale Kopien anfertigen? Berliner Studenten befragen die Verbraucher, damit nicht nur die starke Lobby der Unterhaltungsindustrie zu Wort kommt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Disput geht weiter: Wer darf digitale Kopien anfertigen? Berliner Studenten befragen die Verbraucher, damit nicht nur die starke Lobby der Unterhaltungsindustrie zu Wort kommt.<!--break--></p>
<p>Im September 2003 sah die Bundesregierung den digitalen Tatsachen ins Auge und verabschiedete das &#8220;Urheberrecht in der Informationsgesellschaft&#8221;. Das neue Gesetzeswerk erkannte im Gegensatz zu seinem Vorgänger von 1965, dass es zum einen das Internet gibt und zum anderen dort das geistige Eigentum anders geschützt werden muss als am Kopierer der Stadtbibliothek.</p>
<p>Was geschützt werden muss, vor wem und für wie viel ist dagegen immer noch nicht ganz klar. Die derzeitige Kampagne der Filmindustrie brandmarkt den<br />
                    <br />Raubkopierer als Verbrecher, die Initiative &#8220;Rettet die Privatkopie&#8221; hält ihr Logo vom Karnickel dagegen, das sich wie bekannt gerne unentgeltlich und zuhauf vermehrt.</p>
<p>Auch Bundesjustizministerin Brigitte Zypries möchte dem Verbraucher das Recht auf die Zweit-CD fürs Auto zugestehen, Sicherungscodes dürfen dabei aber nicht geknackt werden. Ein Widerspruch? Da es derer noch mehrere gibt, tagt derzeit die &#8220;AG Urheberrecht Zweiter<br />
                    <br />Korb&#8221;.</p>
<p>Die Lobbyisten aus Musik- und Filmindustrie sind in den Arbeitsgruppen, die das Bundesjustizministerium im Herbst einberufen hat, bereits vertreten. Der Bürger im Netz, der bislang fröhlich dem Filesharing frönte, scheint bislang eher unterrepräsentiert &#8211; ist doch diese Klientel weitaus weniger organisiert.</p>
<p>Eine studentische Projektgruppe an der Universität der Künste Berlin im Studiengang Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation hat jetzt im Rahmen ihrer Diplomarbeit einen Fragebogen entwickelt, der Wissen und Einstellungen zum neuen Urheberrecht testen soll. Der<br />
                    <a href="http://www.infrarot-berlin.com/urheber.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fragebogen</a> kann online ausgefüllt werden. Ende Mai werden die Ergebnisse auf<br />
                    <a href="http://www.infrarot-berlin.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.infrarot-berlin.com</a> veröffentlicht und dem Bundesjustizministerium als repräsentatives Meinungsbild vorgelegt.</p>
<p>Lisa Hollenbach ist Studentin an der UdK Berlin und Mitglied der Projektgruppe &#8220;Infrarot&#8221;.<br />
                    </p>
<p>
                      
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 07.01.2004</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p></p>
<table cellspacing="0" cellpadding="2" width="390" border="0">
<tbody>
<tr>
<td align="middle">
                            <em><br />
                              <a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:">Kommentieren Sie diesen Artikel!</a><br />
                            </em></p>
<p>                            <em><br />
                              <a href="/salon/diskussion/">Diskutieren Sie mit anderen in unserem Forum!</a><br />
                            </em><br />
                            
                          </td>
</tr>
</tbody>
</table>
<hr class="tidy-3" width="390" noshade="noshade" size="1" />
                    </p>
<p>
                      <strong>Weiterführende Artikel:</strong>
                    </p>
<ul>
<li>
                        <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzrecht/index.shtml#urh3">Urheberrechtsnovelle &#8211; Teil 3</a>
                      </li>
<li>
                        <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzrecht/index.shtml#urh2">Urheberrechtsnovelle &#8211; Teil 2</a>
                      </li>
<li>
                        <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzrecht/index.shtml#urh">Urheberrechtsnovelle &#8211; Teil 1</a>
                      </li>
</ul>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Erst die Peitsche, dann das Zuckerbrot</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzrecht-urh12-shtml-2635/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[pbihr]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Aug 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Kopierschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Raubkopie]]></category>
		<category><![CDATA[Tauschbörse]]></category>
		<category><![CDATA[Musikindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[E-Commerce]]></category>
		<category><![CDATA[File Sharing]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
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					<description><![CDATA[Schaden Musiktauschbörsen der Musikindustrie? Wie sieht die Zukunft der legalen Musikverbreitung im Internet aus? Ein Bericht über MP 3, Napster und die Folgen des neuen Urheberrechts.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Schaden Musiktauschbörsen der Musikindustrie? Wie sieht die Zukunft der legalen Musikverbreitung im Internet aus? Ein Bericht über MP 3, Napster und die Folgen des neuen Urheberrechts.<!--break-->
                    </p>
<p>Seit Jahren geht es hin und her: Die Musikindustrie unterstellt den Tauschbörsen, Künstler in den Ruin zu treiben. Musik-Downloader werfen den Musikverbänden Abzocke vor. Bei diesem Streit fließt viel böses Blut, denn die Beteiligten sind nicht gerade zimperlich.</p>
<p>Statt einer sachlichen Diskussion bekommen Musikliebhaber Propaganda von beiden Seiten zu hören. Aber der Reihe nach. Um was geht es hier überhaupt? Werfen wir einen kurzen Blick zurück.</p>
<p>Ende der neunziger Jahre trat ein bis dahin relativ unbekanntes Musikformat seinen Siegeszug an: MP3 war plötzlich in aller Munde, denn erstmals konnte Musik fast in CD-Qualität schnell per Internet verbreitet werden, weil MP3-Dateien so klein waren. Es dauerte nicht lange, bis inoffizielle Webseiten MP3s in rauhen Mengen zum Download anboten. Um an die Musikstücke zu kommen, brauchte es allerdings einige Nerven und Geduld. Meist waren diese Datenbanken mit Porno-Pop-Up-Fenstern und allerlei anderem Ungemach geschmückt. Doch damit war Schluss, als Napster 1999 ans Netz ging. Über eine komfortable Suchmaske ließen sich Lieder finden, die ein riesiges Kollektiv von Usern auf ihren Festplatten bereitstellten. Und jeder konnte mitmachen &#8211; die erste große Web-Tauschbörse war geboren. Musik, Videos oder Programme, per Napster konnte einfach alles getauscht werden. So begann der Streit, über den sich seitdem die Gemüter von Musiklabels, Künstlern und Lobbyisten ebenso erhitzen wie die von Netzaktivisten, Politikern und Konsumenten.</p>
<p>
                    <strong><br />
                    <br />Zwei Seiten<br />
                    <strong>derselben</strong> Medaille<br />
                    <br /></strong>An jedem Musikstück haben mehrere Personen oder Firmen verschiedene Rechte. Vertreter dieser Rechteinhaber, allen voran der internationale Phonoverband IFPI (<br />
                    <a href="http://www.ifpi.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">International Federation of the Phonographic Industry</a>,<br />
                    <a href="http://www.ifpi.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">IFPI Deutschland</a>) werfen den Tauschbörsen vor, die Musik gratis zu verbreiten &#8211; vorbei an den Händlern und Rechteinhabern. Die Auftraggeber der IFPI, besonders Musik, erhielten durch die Tausch-Netzwerke weniger Geld. Folgerichtig beklagt die IFPI seit einigen Jahren lauthals ihre<br />
                    <a href="http://www.ifpi.org/site-content/antipiracy/piracy2003-the-key-facts.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Umsatzrückgänge</a>, für die sie hauptsächlich Tauschbörsen und Raubkopien auf dem Schulhof verantwortlich sieht. Die Lösung des Problems sucht die Musikindustrie vor allem im Verhindern des Tauschaktes an sich: Durch Kopierschutzmaßnahmen soll das Kopieren der Lieblingsalben so umständlich werden, dass niemand sich mehr die Mühe macht. Bisher stellten sich die verwendeten Techniken allerdings als nicht sehr sicher heraus. Zumeist war der Kopierschutz schon nach wenigen Wochen geknackt, das Kopieren ging weiter.</p>
<p>Deshalb gingen die Großen der Branche jetzt einen Schritt weiter. Durch massive Lobbyarbeit erreichten sie, dass im neuen Urhebergesetz das<br />
                    <a href="http://www.heise.de/tp/deutsch/html/result.xhtml?url=/tp/deutsch/special/copy/14624/1.html&amp;words=Urheberrecht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Umgehen des Kopierschutzes</a> illegal wurde. Seitdem dürfen selbst Computerzeitschriften keine Anleitungen mehr zum Umgehen der Sicherheitsmaßnahmen veröffentlichen. IFPI-Boss Gerd Gephardt sieht darin einen &#8221;<br />
                    <a href="http://www.ifpi.de/news/news-298.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wichtigen Schritt für alle Künstler und Tonträgerhersteller</a>&#8220;, fordert aber &#8220;zügig&#8221; weitere Gesetzesänderungen. Diese gibt es voraussichtlich schon im Herbst, im sogenannten &#8220;zweiten Korb&#8221; der Gesetzesänderung.</p>
<p>In der Netzgemeinde war der Aufschrei groß. Von den verschiedensten Seiten kamen Einwände gegen die Aktionen der Musikindustrie: User der Tauschbörsen wollen die liebgewonnene Gratismusik nicht missen. Wissenschaftler<br />
                    <a href="http://www.privatkopie.net/files/argumentensammlung.htm#_1_12" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fürchten Einschränkungen</a> durch die neuen Verbote. Stichworte wie &#8221;<br />
                    <a href="http://www.privatkopie.net/files/argumentensammlung.htm#_1_14" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kriminalisierung der Kinderzimmer</a>&#8221; machen die Runde. Musikliebhaber wollen auch weiterhin digitale Kopien ihrer gekauften CDs anfertigen. Der anklagende Tenor lautet: &#8220;Ihr schießt mit Kanonen auf Spatzen!&#8221; Und dabei kann viel mehr kaputt gehen, als die Musikindustrie bisher glaubt: Das Vertrauen in die Labels steht auf dem Spiel. Und es ist schon jetzt sehr angekratzt.</p>
<p>
                    <br />
                    <strong>Wer ist schuld?<br />
                    <br /></strong>Es stimmt, der Umsatz der Plattenbranche ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Gleichzeitig stieg das Tauschvolumen im Netz massiv an. Wie stark diese beiden Tatsachen aber zusammenhängen, kann niemand schlüssig belegen, denn schließlich mussten auch die meisten anderen Branchen in den letzten Jahren Einbrüche verkraften.</p>
<p>Beide Seiten haben starke Argumente. Dass im heutigen System Künstler und Labels Geld einnehmen müssen, um Musik zu produzieren, bezweifelt kaum jemand. Durch ein Lied aus der Tauschbörse kommt kein Cent in deren Geldsäckel. Doch würde sich ein Fünfzehnjähriger längst nicht jedes Musikstück kaufen, das er aus dem Internet herunterlädt. Jeden Download direkt als wirtschaftlichen Schaden zu kalkulieren, ist eine<br />
                    <a href="http://www.ifpi.de/jb/2002/22-25.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Milchmädchenrechnung</a>. Und durch unseriös wirkende Warnkampagnen, dem Stören von Tauschbörsen und Drohgebärden stehen die Phonoverbände als Spielverderber da. Den entscheidenden Punkt aber sollte man nicht vergessen: Bisher starteten die großen Labels eher halbherzige Versuche, Musik online zu vertreiben.<br />
                    <a href="http://www.pressplay.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pressplay</a> floppte mangels Akzeptanz der User, da die heruntergeladene Musik zu großen Einschränkungen unterlag. Auch Bertelsmann konnte das aufgekaufte Napster nicht zum legalen Erfolg führen. Lediglich Apple schaffte das Unerwartete &#8211; der Download-Service<br />
                    <a href="http://www.apple.com/itunes/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">iTunes</a> übertraf alle Erwartungen bei weitem und machte vom ersten Tag an riesige Umsätze. Für PC-Benutzer wird mit<br />
                    <a href="http://www.ftd.de/tm/me/1060416744500.html?nv=hpm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">phonoline</a> erst diesen Herbst eine legale Musikplattform an den Markt gehen, an der sich alle Labels beteiligen können.</p>
<p>
                    <br />
                    <strong>Fortsetzung folgt&#8230;<br />
                    <br /></strong>Fassen wir das Bisherige zusammen. Millionen Nutzer laden sich gratis Musik aus dem Netz und schädigen damit Künstler und Musikhändler. Die Musikbranche verklagt diese User und damit ihre eigenen Kunden. Komfortable Downloads aus offizieller Quelle wird es erst in ein paar Monaten mit der nötigen Auswahl geben.</p>
<p>Im Moment sind die User verunsichert, denn bisher war das Erstellen weniger Kopien für den Privatgebrauch nicht strafbar. „Eine Aufklärungskampagne ist im Interesse der Industrie, aber auch im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher sinnvoll&#8221;, fordert Gretje Bettin, medienpolitische Sprecherin der Grünen. Auch die Union unterstützt eine solche Kampagne. Dr. Günter Krings, CDU-Bundestagsabgeordneter, kritisiert aber, dass andere Länder da schon viel weiter seien. Hätte man sich durch eine ordentliche Aufklärungskampagne zu einem früheren Zeitpunkt viel Ärger sparen können?</p>
<p>Ende des Jahres steht die nächste Runde des Kampfes an, diesmal allerdings an drei Fronten: Der stark kritisierte zweite Korb des Urheberrechtsgesetzes wird diskutiert werden. Die Jagd der Phonoverbände auf Tauschbörsen-Nutzer wird sich verschärfen. Am spannendsten aber dürfte ein dritter Punkt werden: Können die Plattenfirmen mit Phonoline und dem kostenpflichtigen Napster 2.0 ihre Online-Angebote so interessant gestalten, dass sich die Kunden ihnen wieder zuwenden?<br />
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 28.08.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      
                    </p>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Urheberrecht in der Informationsgesellschaft&#8221; – Die Novelle des Urheberrechtsgesetzes aus Sicht der Musikwirtschaft</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzrecht-urh6-shtml-3191/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[tbraun]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jan 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Raubkopie]]></category>
		<category><![CDATA[Musikindustrie]]></category>
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					<description><![CDATA[Dr. Thorsten Braun, Syndicus beim Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft, erläutert die Schwachstellen des Gesetzes. Besonders die Missbräuche bei der „Privatkopie“ müssten beseitigt werden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Thorsten Braun, Syndicus beim Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft, erläutert die Schwachstellen des Gesetzes. Besonders die Missbräuche bei der „Privatkopie“ müssten beseitigt werden.<!--break-->
                  </p>
<p>Die Funktionsfähigkeit des Musikmarkts ist derzeit durch massenhaftes (legales wie illegales) „Brennen“ von CDs und durch Internet-Piraterie nachhaltig gestört. Hier ist der Gesetzgeber gefragt: Das Urheberrecht als traditionelles Marktordnungsrecht muss an die neuen technologischen Entwicklungen angepasst werden. Die Musikwirtschaft erwartet von der Novelle des Urheberrechtsgesetzes wichtige Impulse: Tonträgerhersteller müssen in ihren Bemühungen unterstützt werden, ihre Produkte gegen unkontrolliertes Klonen zu schützen. Missbräuche bei der so genannten „Privatkopie“ müssen beseitigt werden. Außerdem gilt es, den Rechtsrahmen für funktionierende Geschäftsmodelle im Internet zu schaffen. Dazu zählen auch wirksame und effektive Rechtsbehelfe, um unautorisierte Musikangebote im Internet unterbinden zu können. Der Regierungsentwurf für ein „Gesetz zum Urheberrecht in der Informationsgesellschaft“ wird den Erwartungen der Musikwirtschaft in vielen Punkten gerecht, auch wenn zu einzelnen Aspekten des Entwurfs noch wichtige Nachbesserungen notwendig sind.</p>
<p>
                  <strong>Die positiven Aspekte des Regierungsentwurfs</strong><br />
                  <br />Zur Privatkopie folgt der Regierungsentwurf dem Prinzip „das Schützbare schützen, das Nicht-Schützbare vergüten“. Dieses Prinzip hatten die Phonoverbände zusammen mit dreizehn weiteren Urheberrechtsorganisationen in einem „Forum der Rechteinhaber“ formuliert. Entgegen aller Forderungen vorgeblicher Verbraucherschützer wird in dem Gesetzentwurf kein „Anspruch auf Privatkopie“ verankert. Einen solchen Anspruch gibt es heute nicht, und ihn darf es auch zukünftig nicht geben. Dort, wo keine technischen Schutzmaßnahmen eingesetzt werden, bleibt die Privatkopie zulässig und – das ist ebenfalls wichtig – vergütungspflichtig (über Geräte- und Leermedienabgaben). Wo jedoch technische Maßnahmen zum Schutz eines Produkts angewandt werden, müssen diese respektiert und dürfen nicht umgangen werden.</p>
<p>Doch nicht nur das Umgehen von Kopierschutzmaßnahmen wird zukünftig verboten sein. Viel bedeutsamer ist, dass jede Form der Verbreitung von Umgehungstechnologien oder der Anleitung zum Umgehen von Kopierschutz ebenfalls verboten wird. Die Zeiten, in denen sich Computer-Magazine darin überbieten, das Knacken von Kopierschutz zu erläutern und sogar Umgehungssoftware hierfür anbieten, werden dann endlich vorbei sein.</p>
<p>Hinsichtlich des Musikvertriebs im Internet soll in das Urheberrechtsgesetz ein neues Recht eingeführt werden: das Recht der Zugänglichmachung. Dieses garantiert Autoren, ausübenden Künstlern und Tonträgerherstellern, die Auswertung von Musikaufnahmen in „Music on Demand“-Diensten zu erlauben oder zu verbieten. Damit werden die Rechte, die Kreative und Produzenten hinsichtlich traditioneller physischer Tonträger besitzen, auf neue Angebotsformen, insbesondere im Online-Bereich, übertragen. Der Regierungsentwurf hält sich insoweit eng an die internationalen Vorgaben der EU-Informationsgesellschaften-Richtlinie.</p>
<p>Doch nicht in allen Punkten wird der Regierungsentwurf den Anforderungen der Musikwirtschaft gerecht.</p>
<p>
                  <strong>Es besteht noch Änderungsbedarf</strong><br />
                  <br />Der Regierungsentwurf versäumt es leider, die Missbräuche bei der so genannten Privatkopie zu beseitigen. So fehlt eine Klarstellung, dass Kopien zum eigenen privaten Gebrauch nur von legalen Quellen angefertigt werden dürfen. Was einmal illegal ist, muss auch nach der Vervielfältigung illegal bleiben und darf nicht „reingewaschen“ werden. Eine illegal im Internet angebotene Musikaufnahme darf also auch nicht zum privaten Gebrauch legal heruntergeladen werden. Darüber hinaus besteht überhaupt kein Grund, auch die Herstellung von Kopien durch Dritte zuzulassen. Dadurch wird nur der private Charakter der Vervielfältigung in Frage gestellt und unnötig eine rechtliche Grauzone aufgebaut, die Piraterie Vorschub leisten kann.</p>
<p>Äußerst problematisch sind die Vorschriften zur Einschränkung technischer Schutzmaßnahmen zugunsten einzelner Nutzergruppen (sog. „Durchsetzung von Schranken“). Was verbirgt sich dahinter? Das Gesetz sieht für bestimmte Nutzungen Ausnahmen (Schranken) vom Urheberrecht vor, z.B. aus sozialen Gründen. Da offenbar befürchtet wird, diese Ausnahmen könnten durch technische Schutzmaßnahmen völlig ausgehöhlt werden, sollen sie sich gegen die technischen Maßnahmen durchsetzen. Für die Lösung dieses bislang völlig theoretischen Problems sieht der Regierungsentwurf verschiedene Klagemöglichkeiten und ein Ordnungswidrigkeitenverfahren vor. Dies führt insgesamt zu einer unberechtigten „Übersicherung“ der angeblichen Rechte einzelner Nutzergruppen und wird der Vorgabe der EU-Richtlinie nach einer Förderung freiwilliger Maßnahmen nicht gerecht. Der Entwurf verursacht Rechtsunsicherheit, indem er die Gefahr einander widersprechender Entscheidungen provoziert, und er behindert dadurch die sinnvolle Entwicklung technischer Schutzmaßnahmen, von der gerade auch die Nutzer profitieren können. Gerade in Anbetracht des nicht absehbaren praktischen Bedürfnisses ein Eingreifen des Gesetzgebers, sollte dieser vorerst von dieser umstrittenen Regelung absehen.</p>
<p>Im Regierungsentwurf ist eine ausdrückliche Regelung zur Kennzeichnung von Produkten aufgenommen worden, bei denen technische Maßnahmen wie z.B. ein Kopierschutz eingesetzt werden. Sachlich ist die Kennzeichnung sinnvoll: Die IFPI hat von Anfang an empfohlen, kopiergeschützte CDs entsprechend zu kennzeichnen und inzwischen auch ein einheitliches Kopierschutzlogo vorgestellt. Doch die Verankerung der Kennzeichnungspflicht im Urheberrechtsgesetz ist überflüssig und inhaltlich unklar. Eine Kennzeichnung muss dort erfolgen, wo es berechtigte Verbrauchererwartungen gibt. Wo diese nicht bestehen, ist auch eine Kennzeichnung nicht erforderlich. Die Vorschrift könnte dazu führen, dass CDs zukünftig ein „Beipackzettel“ beigefügt werden muss, dessen Umfang kaum übersehbar und dessen Inhalt angesichts neuer Gerätekonfigurationen schnell überholt wäre.</p>
<p>Schließlich fehlen im Regierungsentwurf Vorschriften für ein effektives Vorgehen gegen Internet-Piraterie. Der durch die EU-Richtlinie zwingend vorgeschriebene Unterlassungsanspruch gegen Internet Service Provider ist ebenso wenig im Gesetzentwurf enthalten wie ein ausdrücklicher Auskunftsanspruch, der den Rechteinhabern eine Identifizierung von Rechtsverletzern ermöglichen würde, ohne gleich Strafverfahren einleiten zu müssen. Diese Punkte sollten im Regierungsentwurf nachgebessert werden, damit das neue Urheberrechtsgesetz tatsächlich den internationalen Vorgaben gerecht wird.</p>
<p>
                  <strong>Die Novelle ist nur ein erster Schritt</strong><br />
                  <br />Der Regierungsentwurf enthält eine Fülle von weiteren Vorschriften, die dazu dienen, das Urheberrecht den Anforderungen der Informationsgesellschaft anzupassen. Sie können hier nicht alle dargestellt werden, sind teilweise für die Musikwirtschaft auch von geringer praktischer Bedeutung. Allerdings spart der Gesetzentwurf auch bewusst einige (auch für die Musikwirtschaft) wichtige Fragen aus, so insbesondere die Regelung der Vergütungssätze für Leermedien und Vervielfältigungsgeräte. Dies geschah, um das Gesetzesprojekt nicht mit einer Vielzahl besonders strittiger Punkte zu belasten und zeitlich zu verzögern. Diese Strategie ist nicht ganz aufgegangen, konnte das Gesetz doch in der abgelaufenen Legislaturperiode nicht mehr verabschiedet werden. Weitere Verzögerungen sollten aber vermieden werden. Mit den genannten notwendigen Detailänderungen sollte das Gesetz nunmehr zügig verabschiedet werden. Wenn die zwingenden EU-Vorgaben umgesetzt sind, kann in einem zweiten Schritt über weitere Änderungen diskutiert werden.</p>
<p>Dr. Thorsten Braun ist Syndicus beim<br />
                  <a href="http://www.ifpi.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft</a><br />
                  </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 23.01.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p class="tidy-3">
                    
                  </p>
<table cellspacing="0" cellpadding="2" width="390" border="0">
<tbody>
<tr>
<td align="middle">
                          <em><br />
                            <a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:">Kommentieren Sie diesen Artikel!</a><br />
                          </em></p>
<p>                          <em><br />
                            <a href="/salon/diskussion/">Diskutieren Sie mit anderen in unserem Forum!</a><br />
                          </em><br />
                          
                        </td>
</tr>
</tbody>
</table>
<hr class="tidy-4" width="390" noshade="noshade" size="1" />
                  <!-- Content Ende --></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wind of Change</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Aug 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf der Popkomm in Köln wird deutlich: das Internet gilt nicht mehr als Hauptfeind der Musikindustrie. Vielmehr versuchen die Vertriebe jetzt, die Potenziale des Netzes gewinnbringend für sich zu nutzen und setzen auf eigene Musiktauschbörsen und neue Abgabemodelle.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der Popkomm in Köln wird deutlich: das Internet gilt nicht mehr als Hauptfeind der Musikindustrie. Vielmehr versuchen die Vertriebe jetzt, die Potenziale des Netzes gewinnbringend für sich zu nutzen und setzen auf eigene Musiktauschbörsen und neue Abgabemodelle.<!--break-->
                    </p>
<p>Die Umsatzeinbrüche der Musikindustrie durch MP3s und Musiktauschbörsen im Internet beherrschen seit Jahren die jährliche Musikmesse<br />
                    <a href="http://www.popkomm.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Popkomm</a> in Köln. Doch während auf dem die Messe begleitenden Kongress vor einigen Jahren noch die Anhebung von CD Preisen auf bis zu 50 Mark und das vehemente Vorgehen gegen Tauschbörsen als Lösungsmöglichkeiten diskutiert wurden, kann bei der diesjährigen Popkomm, die von 15. bis 17. August in Köln stattfand, ein langsames Umdenken beobachtet werden. Dies macht sich besonders an zwei Punkten fest: an der Erkenntnis, dass die Krise der Musikindustrie wenigstens zum Teil hausgemacht ist und dass die juristische Verfolgung von illegalem Kopieren von Musik langfristig nicht zu einer Umsatzsteigerung der Musikindustrie führen wird.</p>
<p>
                    <strong>Legale Musik aus dem Internet</strong><br />
                    <br />Mit der Gründung von kostenpflichtigen Downloadbörsen versucht die Musikindustrie die Eigeninitiative zu ergreifen und illegalen Tauschbörsen legale Alternativen entgegenzusetzen. Während bei<br />
                    <a href="http://www.popfile.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">popfile.de</a> jeder Song pauschal 0,99 € kostet, bietet das Vertriebssystem<br />
                    <a href="http://www.od2.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OD2</a> zwei unterschiedliche Preiskategorien an. Durch eine neu entwickelte Technologie können die Dateien entweder nur auf dem Computer angehört werden, oder, entsprechend teurer, auch einmalig auf CD gebrannt werden. Laut dem Leiter von OD2, Charles Grinsdale, wird das Angebot von den Nutzern sehr positiv angenommen. Er vermutet, dass mit der weiteren Verbreitung von Breitband-Downloadmöglichkeiten wie DSL die Nachfrage nach solchen hochwertigen Angeboten noch weiter steigt. Nicht nur weil dann der Download einer Datei sehr viel schneller geht, sondern auch weil mit dem weiteren Ausbau der Breitbandnetze die klassische Flatrate ohne Zeit- und ohne Downloadbegrenzungen aus Gründen der Rentabilität abgeschafft werden wird. Zukünftig hätte der Nutzer also nur ein begrenztes Downloadkontingent pro Monat zur Verfügung, das er eher für qualitativ hochwertige Dateien als für möglicherweise defekte Mp3s aus Musiktauschbörsen einsetzen wird.<br />
                    <br />Steffen Müller von X-cell Records dagegen findet die Diskussion um bezahlte Downloads als von vorne herein zum Scheitern verurteilt. Da die Dateien nun mal kostenlos zur Verfügung stehen, kann kein Preis niedrig genug sein, um die Nutzer zu überzeugen, ihn keinem Preis vorzuziehen. Die Preisfrage ist nicht der Ausweg aus dem Dilemma der Musikindustrie, &#8220;das Rad kann nunmal nicht zurückgedreht werden&#8221;. Müller sieht die einzige Möglichkeit, den kriselnden Markt zu halten, in einer Steigerung der Qualität. Darin stimmt ihm Wolfgang Orthmayr, der Direktor von<br />
                    <a href="http://www.wom.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WOM</a> Deutschland, zu. &#8220;Die CD muss preis-wert werden.&#8221; Die Tonträgerhersteller und die Verlage müssen über neue Kaufanreize für Kunden nachdenken, sei es durch neuartige Formen, Verpackungen oder deluxe-Features, die den hohen Preis einer bespielten CD im Vergleich zu einem Rohling rechtfertigen.</p>
<p>
                    <strong>Neue Abgabenmodelle</strong><br />
                    <br />Ein anderer Trend wird durch die Erkenntnis ausgelöst, dass es quasi unmöglich ist, das illegale Tauschen im Internet zu unterbinden. Jede Schließung einer illegalen Tauschbörse lässt zehn weitere aus dem Boden schießen und jahrelang entwickelte Technologien, die CDs kopiersicher machen sollen, werden innerhalb kürzester Zeit von Hackern geknackt. Viele Branchenexperten sind inzwischen der Meinung, dass es gar nicht das Herunterladen der Musik ist, dass die Umsatzverluste der Musikindustrie bedingt, sondern das Brennen auf Datenträger. Diese These wird von einer aktuellen Studie von<br />
                    <a href="http://www.forrester.com/ER/Research/Report/Summary/0,1338,14854,FF.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Forrester</a> unterstützt, die einen Zusammenhang zwischen der Verbreitung von Filesharing-Angeboten und den Umsatzeinbrüchen der Musikindustrie nicht bestätigt.<br />
                    <br />Als Konsequenz werden nun GEMA-Abgaben auf CD-Brenner und Rohlinge als Möglichkeit angesehen, die illegale Verbreitung von Musik zu verhindern. Ungeklärt ist dabei allerdings, wie die Einnahmen durch Brenner oder CD-Rohlinge von der GEMA an die Künstler und Labels verteilt werden, da es ja keine gesicherten Daten darüber gibt, welche Künstler und welche Songs heruntergeladen und gebrannt werden. Bis jetzt konnten sich die verschiedenen Vertriebe trotz zahlreicher Diskussionsrunden noch nicht auf einen Standard zur Erfassung von heruntergeladenen Dateien einigen. Eine Implementierung dieses Standards in MP3-Dateien könnte übermitteln, welcher Song wie oft heruntergeladen wird und damit die gerechte Aufteilung der Tantiemen gewährleisten.</p>
<p>
                    <strong>Bewusstsein für Urheberrechtsverletzungen</strong><br />
                    <br />Ein dritter Punkt, der in allen Diskussionsrunden thematisiert wurde, ist die Frage nach Wert und Wertschätzung von Musik. Die Teilnehmer der verschiedenen Diskussionsrunden waren sich größtenteils einig, dass das Bewusstsein für den Wert für Musik gesteigert werden muss. Aber gerade die Entwicklung hin zu Musik als Wegwerfprodukt ist größtenteils von der Musikindustrie hausgemacht. Gerade die Überschwemmung des Marktes mit immer mehr Produkten und die zunehmende Konzentration auf Musik, die ohne den langfristigen Aufbau von Künstlern auf den Markt kommt, weicht eine intensive Bindung der Fans an ihre Idole immer mehr auf. Durch die zunehmende Austauschbarkeit von Bands und deren Musik könne sich beim User kein wirkliches Gefühl für Urheberrecht entwickeln, da er sich einem Massenprodukt gegenübersieht, das jedenfalls seinem Gefühl nach, nicht viel wert ist. Diesem Missverhältnis begegnet die Musikindustrie von zwei verschiedenen Seiten. Die einen fordern eine Anhebung der Preise für CDs, um durch höhere Preise einen höheren Wert von Musik zu symbolisieren. Die anderen setzen eher auf eine aufklärerische Variante und hoffen durch Kampagnen, das Unrechtsbewusstsein für Urheberrechtsverletzungen gerade auch bei industriellen Nutzern von Musik für Werbung oder Filme zu erhöhen.<br />
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 29.08.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Wir hätten sicher nichts gegen einen Nobelpreis, den gibt es nur nicht für Technik.&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotwir_haetten_sicher_nichts_gegen_einen_nobelpreis_den_gibt_es_nur_nicht_fuer_technikquot-340/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Jun 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[MP3]]></category>
		<category><![CDATA[Musikindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[Fraunhofer-Institut]]></category>
		<category><![CDATA[Karlheinz Brandenburg]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Der 
MP3-Experte des Fraunhofer-Instituts Karlheinz Brandenburg am 13. 06.2002 
im Chat.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Der<br />
MP3-Experte des Fraunhofer-Instituts Karlheinz Brandenburg am 13. 06.2002<br />
im Chat.</b></span><!--break--><span style="font-size: medium; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #ff9900"><b><br />
</b></span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/brandenburg.jpg" alt="Franz Müntefering" align="left" height="90" width="80" /></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Herzlich willkommen Herr Prof. Brandenburg, sind Sie bereit?</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Ja.</p>
<p><b>Moderator:</b> Guten Tag. Haben Sie je bereut, MP3 erfunden zu haben?</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Nein, ich habe die Arbeit an MP3 nie bereut</p>
<p><b>Moderator:</b> Die Plattenindustrie fordert Kopierschutz für alle CDs. Was halten Sie davon, will gnom3 wissen.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Den Kopierschutz für CDs finde ich<br />
ziemlichen Unsinn. Ich verstehe die Plattenindustrie zwar, aber der<br />
sogenannte Kopierschutz lässt CDs nicht mehr richtig funktionieren. Das<br />
finde ich ziemlichen Unsinn !</p>
<p><b>Moderator:</b> Damit machen Sie sich aber nicht nur Freunde, oder?</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Ich kenne einige Leute in der<br />
Musikindustrie, die das genauso sehen. Ich bin ja für Bezahlen von<br />
Musik und auch (in Grenzen) für Kopierschutz bei elektronischem<br />
Vertrieb von Musik. Ich meine nur, dass es dazu gute Angebote braucht<br />
und dass man CDs nicht mehr dem Standard kompatibel machen muss (sonst<br />
müssten sie ja auch auf Computern abspielbar sein). Das finde ich nicht<br />
gut.</p>
<p><b>Moderator:</b> Die Musiklobby will nur ihre Profite weiter sichern, sagt reda. Liegt der User damit richtig?</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Das ist doch eigentlich ihr gutes Recht.<br />
Das sind Firmen, die Gehälter bezahlen wollen. Wenn man die großen<br />
Plattenfirmen nicht so mag, dann muss man mehr von Künstlern direkt<br />
oder von kleinen Labels kaufen. Ich habe jedenfalls prinzipiell nichts<br />
gegen die Plattenfirmen und verstehe viele ihrer Sorgen gut.</p>
<p><b>Moderator:</b> Sind Sie von der Politik mit Ihrer Forschung unterstützt worden und  erhalten Sie Fördermittel, fragt berick.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Fraunhofer erhält Grundfinanzierung. Das<br />
ist aber nur ein kleiner Teil der Einnahmen. Forschung am Anfang<br />
geschah auch an der Universität, da sind natürlich auch öffentliche<br />
Mittel geflossen. Insgesamt gab es immer wieder Förderprojekte zu den<br />
Dingen, an denen ich gearbeitet habe, von Bayern, vom Bund, von der EU,<br />
jetzt vom Freistaat Thüringen. Die weiteren Arbeiten an MP3 tragen sich<br />
schon seit ziemlich langer Zeit selber. Wir haben in Erlangen jetzt aus<br />
MP3-Einnahmen die Möglichkeit, manche Vorlaufforschung ohne öffentliche<br />
Förderung angehen zu können.</p>
<p><b>Moderator:</b> Wir kommen jetzt zur ersten Verlosung Herr Brandenburg, liebe Nutzer: <br />
Wir kommen nun zur Verlosung des ersten MP3-Players. Das Gerät hat<br />
einen Wert von 300 €. Im Verlauf des Chats werden noch zwei weitere<br />
MP3-Player verlost. Zusätzlich zu der Frage, die wir Ihnen jetzt<br />
stellen, benötigen wir Ihren Namen und Ihre Telefonnummer, damit wir<br />
Sie am Ende des Chats informieren können, falls Sie gewonnen haben.<br />
Bitte geben Sie die Daten in das Fragefenster ein und schicken Sie die<br />
Antwort und die Kontaktdaten dann an den Moderator. Diese Daten werden<br />
nicht veröffentlicht. Nur vollständige Antworten können berücksichtigt<br />
werden. Die Person, die als erste die richtige Antwort<br />
Wie lautet der Name des Fraunhofer-Instituts, an dem MP3 im<br />
Wesentlichen entwickelt wurde? Bitte rufen Sie jetzt unter 030/24083682<br />
und beantworten Sie die Frage. Der nächste MP3-Player wird in ca. 15<br />
Minuten verlost.</p>
<p><b>Moderator:</b> Und hier die nächste Frage von Chatter grino44: Sind Sie privat Fan elektronischer Musik?</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Nicht von aller, ich bin ja nicht mehr<br />
der Jüngste. In meiner Jugendzeit war gerade Kraftwerk aktuell, die<br />
Musik hat mir damals gut gefallen.</p>
<p><b>Moderator:</b> Weitere Fragen zur Musikindustrie sind hier<br />
eingelaufen: Denkt die Industrie in Schemata von gestern, weil sie die<br />
neue Zeit nicht erkennt, fragt hegg.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Das ist natürlich sehr deutlich<br />
ausgedrückt. Ich habe allerdings auch den Eindruck, dass manche<br />
Entscheider die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt haben. Andererseits<br />
gibt es viele gute Leute, die auch gerne modernere Vertriebsformen<br />
anbieten möchten.</p>
<p><b>Moderator:</b> Wer scheint Ihnen hier am ernsthaftesten an einer Lösung interessiert zu arbeiten?</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Ich kenne Leute bei Bertelsmann und BMG, bei Universal (mittlerweile Vivendi Universal), &#8230;</p>
<p><b>Moderator:</b> Wir haben den ersten Gewinner bitte nicht mehr anrufen !!</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> &#8230;bei Sony Music, wenn ich&#8217;s mir genau<br />
überlege bei allen großen Firmen, die ernsthaft daran arbeiten.<br />
Trotzdem hat sich zu wenig getan.</p>
<p><b>Moderator:</b> Haben Sie eine Idee, wie sich der Konflikt zwischen Usern und der Musikindiustrie lösen lässt, fragt gast 288.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Nun, vielleicht nicht mit allen Usern.<br />
Wer prinzipiell nichts zahlen will (oder kann), der wird weiterhin auf<br />
Mechanismen setzen, die (zu Recht) der Musikindustrie nicht gefallen<br />
und die auch juristisch verfolgt werden. Es gibt aber schon ganz gute<br />
Dinge. Ich privat mag zum Beispiel die Idee des MusicMatch Radio, die<br />
haben schon ziemlich viele Abonnenten. Ähnliche Angebote sollte es mehr<br />
geben. <br />
Auf Dauer denke ich, dass gute Angebote (z.B. mit garantierter Qualität<br />
und Herkunft) vielen auch Geld wert sind, und damit haben ja alle, was<br />
sie wollen.</p>
<p><b>Moderator:</b> Wir kommen nun zur Verlosung des zweiten MP3-Players.<br />
Es gelten die gleichen Regeln wie bei der Verlosung des ersten Geräts.<br />
Kurz vor Ende des Chats wird noch ein weiterer MP3-Player verlost.<br />
Mitarbeiter der Fraunhofer Gesellschaft sind von dem Spiel leider<br />
ausgeschlossen. Hier kommt die Frage: Viel Glück!<br />
Was bedeutet die Abkürzung MP3? Bitte rufen Sie jetzt unter<br />
030/24083682 und beantworten Sie die Frage. Der nächste MP3-Player wird<br />
in ca. 15 Minuten verlost.<br />
Die nächste Frage: Zurück zum technischen: Gibt es einen Unterschied in<br />
der Qualität zwischen MP3-Musik und richtigen CDs, will powerrrgrrl<br />
wissen.<br />
Hier laufen übrigens die Telefone extrem heiß&#8230;</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Hmmm, um ehrlich zu sein ja, insbesondere<br />
bei der häufig verwendeten Bitrate von 128 kbit/s gibt es einige Musik,<br />
die MP3-codiert nicht mehr so gut klingt. Wenn man auf 192 geht, ist es<br />
schon viel besser. Kleine Unterschiede bleiben noch, aber da muss man<br />
gut trainiert im Hören sein und eine gute Stereoanlage haben, damit die<br />
Unterschiede wirklich wahrnehmbar sind.</p>
<p><b>Moderator:</b> Können Sie das Prinzip MP3 mal kurz umreißen, für einen Laien, bittet jaas.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Ich versuche es: MP3 ist ein<br />
gehörangepasstes Codierverfahren. Das heißt, dass die Musik so<br />
übertragen wird, dass sie nachher gleich klingt, auch wenn das Signal<br />
geändert ist. Das geschieht durch Betrachtung einzelner Frequenzen. Je<br />
nach Hörbarkeit werden Anteile weggeschnitten bzw. weniger genau<br />
übertragen (sozusagen unscharf).</p>
<p><b>Moderator:</b> Nachfrage dazu: Hören Sie den Unterschied zu einer CD, fragt ggklo.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Ich bin nicht mehr ganz so viel im<br />
Training. Ich erinnere mich an einen Hörtest vor ein paar Jahren<br />
während der Entwicklung von AAC: Bei schwierigen Stücken (nicht<br />
Durchschnittsmusik) konnte ich bei 192 kbit/s ziemlich zuverlässig<br />
hören, was Original und was Fälschung ist.</p>
<p><b>Moderator:</b> Wem gehört eigentlich der MP3-Code, fragt Michael.<br />
<b><br />
</b></span><b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Karlheinz Brandenburg:</span></b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
Es gibt Patente, die gehören im wesentlichen Fraunhofer und Thomson<br />
Multimedia und werden über Thomson Multimedia lizenziert. Einen Code<br />
kann jede/r schreiben, allerdings muss dann für Produkte Patentlizenz<br />
gezahlt werden. Wenn jemand MP3-Player (Software für PC) schreibt und<br />
kostenlos verteilt, dann ist keine Patentlizenz fällig (wenn es<br />
Privatleute sind). Der Code für MP3-Encoder ist von verschiedenen<br />
Personen und Firmen geschrieben worden. Ich denke (soweit ich Tests<br />
kenne), dass der beste Code immer noch von Fraunhofer stammt (z.B. in<br />
MusicMatch enthalten).</p>
<p><b>Moderator:</b> Ist es theoretisch möglich, die Komprimierungsrate von MP3 noch weiter zu optimieren, will heda wissen.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Theoretisch ja, allerdings ist in den<br />
letzten Jahren viel versucht worden, wahrscheinlich geht jetzt nicht<br />
mehr viel. Im Prinzip ist nur das Datenformat festgelegt. Man kann also<br />
bessere Encoder schreiben, wenn es zum Beispiel neue Erkenntnisse in<br />
der Psychoakustik gibt.</p>
<p><b>Moderator:</b> Kann MP3 nur Musik komprimieren, fragt fregatte.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Ja, ganz eindeutig, wobei Sprache ein<br />
Sonderfall von Audio (also Tönen) ist. Video kann man mit MP3 nicht<br />
komprimieren, da gibt es andere Verfahren.</p>
<p><b>Moderator:</b> Seit kurzem gibt es das neue Format Ogg Vorbis, das hat einen Open Source Code. Konkurrenz für MP3, will heckmeck wissen.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Nicht wirklich. Soweit wir uns das<br />
angeschaut haben, ist es nicht ganz so gut und nicht so verbreitet. Was<br />
nicht ist, kann ja noch werden. Ich bin eigentlich für das<br />
Nebeneinander von open source (GNU und ähnliche Lizenzen) und<br />
kommerziellen Produkten ohne open source.<br />
Allerdings:  Software neu zu schreiben, bedeutet noch nicht, dass etwas frei von Patenten auf die Grundideen ist.<br />
Dazu wird ja viel und teure Forschung betrieben, Patente sollten auch<br />
geachtet werden. Bei OggVorbis wird das wohl irgendwann noch angeschaut<br />
werden.</p>
<p><b>Moderator:</b> Haben Sie sich selbst schon einmal illegale Musik runtergeladen (zu Forschungszwecken?), 😉 fragt Garbu.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Nein, ich habe immer darauf geachtet, nur<br />
legale Musik herunterzuladen. Ich habe mir Musik von MP3.com und eMusic<br />
geholt, aber nicht über Napster.</p>
<p><b>Moderator:</b> Hat Sie die Musikindustrie eigentlich schon mal angefeindet oder unter Druck gesetzt, fragt sich 77eh.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Nein, obwohl die Geschichten immer wieder<br />
erzählt wurden. Dazu hat sicher beigetragen, dass ich schon 1997 die<br />
RIAA (Recording Industry Association of America) in Washington besucht<br />
habe und mit deren Spezialisten über die Problematik der Raubkopien<br />
geredet habe. Wir haben bei Fraunhofer immer gesagt, dass geistiges<br />
Eigentum, schöpferische Tätigkeit von Künstlern etc. honoriert werden<br />
sollte.</p>
<p><b>Moderator:</b> Gleich stellen wir die letzte Frage für den Gewinn eines MP3-Players. Wenige Sekunden Geduld. Hier erst einmal noch eine Frage.<br />
Werden CDs irgendwann wie Platten von der Bildfläche verschwinden, will frego wissen.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Das kann schon passieren. Wie schnell das<br />
gehen wird, ist allerdings gar nicht klar. Die Plattenindustrie<br />
versucht ja mit SACD (Super Audio CD) und insbesondere DVD-Audio neue<br />
Formate einzuführen. Mal schauen wie schnell das geht. Ich denke, dass<br />
über die nächsten 5 Jahre CDs noch der Normalfall sein werden.</p>
<p><b>Moderator:</b> Noch eine Frage vor der nächsten Verlosung (ganz<br />
ruhig bleiben). Digitale Kinoprojektion ist auf dem Vormarsch, gibt das<br />
MP3 noch mal einen weiteren Schub, will Daniel wissen.</p>
<p></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Karlheinz Brandenburg:</b><br />
MP3 selber nicht, allerdings arbeiten wir in Ilmenau und Erlangen auch<br />
an Verfahren, um Kinoton um möglichst viele Klassen gegenüber dem<br />
jetzigen Stand zu verbessern. Das finde ich eine tolle Sache: mit<br />
sogenannter Schallfeldsynthese und MPEG-4 zur Übertragung kann richtig<br />
eine akustische Umgebung simuliert werden. <br />
Das gibt viel besseren Klang (in 10 Jahren auch für zuhause) als jetzige 5-Kanal-Anlagen.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> So jetzt zur letzten Verlosung des MP3 Players!<br />
Es gelten die gleichen Regeln wie bei der Verlosung der ersten zwei<br />
Geräte. Mitarbeiter der Fraunhofer Gesellschaft sind von dem Spiel<br />
leider ausgeschlossen. Hier kommt die Frage, zum letzten Mal: Viel<br />
Glück!<br />
Mit welchem bedeutenden Preis wurden drei Mitarbeiter stellvertretend<br />
für das Entwicklerteam im Jahr 2000 von Bundespräsident Johannes Rau<br />
ausgezeichnet? Bitte rufen Sie jetzt unter 030/24083682 und beantworten<br />
Sie die Frage.<br />
Hier klingeln die Telefone schon, bevor die Frage gestellt ist &#8230;<br />
Was wollen Sie als nächstes erfinden, will Doro wissen.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Hmmm, wenn ich das wüsste, wäre es ja<br />
schon erfunden, allerdings haben wir hier große Pläne: den Kinoton der<br />
Zukunft (wie oben gesagt), die intelligente Stereoanlage, die ich durch<br />
vorpfeifen dazu bringen kann, mir Musik zu suchen und noch andere Dinge.</p>
<p><b>Moderator:</b> Aber wenn sie pfeifen, brauchen sie doch keine Anlage<br />
mehr ;_) Halten andere Forscher Ihre Erfindung für seriös oder werden<br />
sie belächelt, weil es ein wenig verspielt erscheint, will Hägar wissen.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Na ja, so gut kann ich aber nicht pfeifen<br />
🙂 Dann könnte ich als Musiker mein Geld verdienen ! Nein, ich habe<br />
den Eindruck, dass die Ideen aus Ilmenau und Erlangen sehr<br />
ernstgenommen werden. Manchmal staune ich über zu viel Zutrauen in<br />
unsere Fähigkeiten, aber das ist natürlich eine angenehme Position.<br />
<b><br />
</b></span><b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Moderator:</span></b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
Hatten Sie eigentlich nach der Erfindung des Formats viel<br />
Medienaufmerksamkeit oder diffundierte die Erfindung nur langsam, will<br />
grag wissen.<br />
Wir haben den letzten Gewinner! Alle MP3-Player sind vergeben. Bitte nicht mehr anrufen!</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Es hat lange Zeit gedauert. Am Anfang<br />
waren wir Leute aus Erlangen tatsächlich eher belächelt. Dann hat sich<br />
MP3 langsam durchgesetzt. Richtig viel Aufmerksamkeit gibt es erst seit<br />
ca. 1998 / 99, obwohl die Lawine klar sichtbar ab so 1995 losging.</p>
<p><b>Moderator:</b> Was für einen Preis würden Sie gerne einmal gewinnen, fragt cord.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Hmm, eigentlich sollte ich ja sehr<br />
zufrieden sein, mit den bisherigen Preisen für mich und alle im Team,<br />
allerdings hätten wir sicher nichts gegen einen Nobelpreis, den gibt es<br />
nur nicht für Technik 🙁</p>
<p><b>Moderator:</b> Zur letzten Frage: Wo sehen Sie die Musikindustrie und Internetindustrie in fünf Jahren, erfragt Lara.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Schwierig zu sagen: Entweder es geht<br />
manches weiter wie jetzt, und der Musikindustrie geht es schlechter,<br />
oder es gibt neue Ideen, neue Arten der Vermarktung, viele gute neue<br />
Musik und beiden geht es gut.</p>
<p><b>Moderator:</b> Liebe Chatter und Chatterinnen, sehr geehrter Herr<br />
Professor Brandenburg! Unsere Chat-Zeit ist um! Wir bedanken uns im<br />
Namen der Fraunhofer Gesellschaft und der Initiative Wissenschaft im<br />
Dialog für Ihre Teilnahme. Die Gewinner der MP3-Player sind von uns<br />
bereits informiert. Ich hoffe es hat Ihnen ein wenig Spaß gemacht.</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Tschüss und ja, mir hat es auch viel Spaß gemacht !</p>
<p><b>Moderator:</b> Wir wünschen allen Gästen einen schönen Abend!<br />
Viele Grüße nach Ilmenau!</p>
<p><b>Karlheinz Brandenburg:</b> Viele Grüße nach Berlin und zu allen !</p>
<p></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Weitere Infos unter www.fhg.de<br />
oder unter <a href="http://www.wissenschaft-im-dialog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.wissenschaft-im-dialog.de/</a></span></p>
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		<title>MP3 durch die politische Brille</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Mar 2002 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Stärkere politische Regulation oder mehr Selbstkontrolle: Die politische Seite von MP3 ist die politische Seite des Internets.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Stärkere politische Regulation oder mehr Selbstkontrolle: Die politische Seite von MP3 ist die politische Seite des Internets.<!--break-->
                    </p>
<p>&#8220;Wir haben MP3 ja nicht einfach so ins Netz gestellt&#8221;, sagt Karlheinz Brandenburg vom Entwicklerteam des Frauenhofer Instituts für Integrierte Schaltungen Erlangen. &#8220;Es gab nur sehr bald auch nicht-lizensierte Versionen. Zum Teil waren diese auch aus unserer Sicht illegal&#8221;, erklärte Brandenburg in einem Interview gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.</p>
<p>Dem Siegeszug des digitalen Musikformats hat die Illigalität jedoch nichts anhaben können. Mit der Entwicklung des bahnbrechenden Kompressionsalgorhythmus Anfang der 90er Jahre und dem gleichzeitigen Entstehen von Musiktauschbörsen a la Napster war der Erfolg vorprogrammiert. Fortan rippte &#8211; wie das umwandeln von CD-Daten in MP3 genannt wird &#8211; die Jugend was das Zeug hielt und legte die Daten zum Tausch online. Seither läuft die Musikindustrie Sturm, fordert von der Politik neue Gesetze und Maßnahmen zur Eindämmung der verbotenen Raubkopien.</p>
<p>So verlangte Peter Zombik, Vorsitzender der Geschäftsführung des<br />
                    <a href="http://www.ifpi.de">Bundesverbands der Phonographischen Wirtschaft</a>, unter anderem eine Regelung, um die Provider und Serverbetreiber in die Verantwortung nehmen zu können. Im Gespräch war eine Filtersoftware, die Adressen von MP3-Seiten blockieren und damit indirekt das Copyright der Musikindustrie schützen sollte. Die vom europäischen Parlament im Mai 2000 verabschiedete E-Commerce-Richtlinie, die beinhaltet, dass Provider bei &#8220;Caching&#8221; und &#8220;Hosting&#8221; keine Verantwortung für Online-Inhalte mehr tragen, setzte jedoch einen Schlußpunkt unter die Diskussion.</p>
<p>Auch deutsche Intellektuelle wie Michael Krüger, Leiter des Münchner Carl Hanser Verlages und selbst Autor, legen sich beim Thema MP3 und Urheberrecht ins Zeug. So forderte Krüger im letzten Jahr von Bundeskulturminister Julian Nida-Rümlin eine Diskussion am Runden Tisch, um der weltweiten Verletzung des Copyrights Herr zu werden.</p>
<p>Von Seiten des Gesetzgeber ist die Lage von MP3-Dateien jedoch klar. Rechtlich ist der MP3-Austausch von MP3-Files, die von urheberrechtlich geschützten CDs kopiert worden sind, absolut illegal. Das umwandeln ist zwar noch legal, da es erlaubt, ist sich für den privaten Gebrauch eine Kopie zu machen. Auch ist es erlaubt eine Kopie einer CD oder auch nur einzelner Tracks an Freunde weiterzugeben, der Download aus dem Internet jedoch nicht.</p>
<p>Nicht strafbar dagegen sind freigegebene MP3-Files, die zum Beispiel auch zur politischen Kommunikation eingesetzt werden könnten. In der Praxis sieht es jedoch anders aus. Radio, Fernsehanstalten oder der<br />
                    <a href="http://www.bundestag.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutsche Bundestag</a> setzen auf Streaming-Formate (z.B. Realplayer), mit denen eine Übertragung von Audio- und Bildsignalen in Echtzeit möglich ist.</p>
<p>Großer Beliebtheit erfreut sich das MP3-Format jedoch auf einer anderen Ebene der politischen Kommunikation. So finden sich in den Musiktauschbörsen zahllose Dateien mit rechtsextremistischen Inhalten. Neben Mitschnitten von Reden Adolf Hitlers stehen auch Musiktitel von einschlägigen bekannten Bands aus der Neo-Nazi-Szene, wie Skrewdriver, Reichssturm oder Endsieg, zum Download bereit.</p>
<p>Spätestens hier ist die politische Seite des MP3-Formats die politische Seite des Internets. Muß das Internet stärker poltisch reguliert, seine Nutzer überwacht und beobachtet werden? Oder setzt man auf Selbstregulation im Sinne liberaler Meinungsfreiheit und Bürgerrechte? Die Internet-Community ist gespalten: Zum einen herrscht ein allgemeiner Konsens, sich gegen rechtsextremistische oder andere illegale Inhalte auszusprechen. Diverse Onlineangebote wie das<br />
                    <a href="http://www.netzgegenrechts.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netz gegen Rechts</a> kämpfen für die Abschaltung und Verbannung solcher Inhalte aus dem Netz. Zum anderen gibt es jedoch Initiativen, wie die des Chaos-Compuer-Clubs oder von Freedom of Speech, die sich für uneingeschränkte Informationsfreiheit und damit gegen Zensur im Internet wehren.<br />
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
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<tr>
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<div class="tidy-2">Erschienen am 26.03.2002</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
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