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	<title>Nachhaltigkeit &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Bits und Bäume &#8211; Digitalisierung und Nachhaltigkeit gehören zusammen!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sarah Merz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Jan 2020 15:27:41 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Am 15.01.2020 fand in der Stratum Lounge Berlin das Event: „Bits und Bäume &#8211; Wie nachhaltig ist die Digitalisierung?“ statt. Dabei berichteten Anja Höffner und Vivien Frick davon, wie aus einer Idee eine Konferenz wurde, dann ein Buch und schließlich sogar eine neue Bewegung.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die Frage, wie wir Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammen denken können, beschäftigt zurzeit viele Menschen. Der breiten Öffentlichkeit wird immer mehr bewusst, dass ihr Internetkonsum massive Mengen an Energie verbraucht. Doch was nun?</p>
<p>Diese Frage stellten sich die Macher*innen der Konferenz „Bits und Bäume“ bereits 2018. Es sollte eine kleine Konferenz mit Teilnehmer*innen aus unterschiedlichen Branchen werden. Das Ziel war es, die Ökologie-, Entwicklungsarbeits- und Tec-Experten*innen zusammen zu bringen, um dieses interdisziplinäre Thema anzugehen. Das Feedback war riesig und insgesamt 2000 Menschen nahmen daran teil. In unterschiedlichsten Formaten erarbeiteten die Teilnehmer*innen Visionen für eine sozialgerechte und ökologisch sinnvolle Nutzung der Digitalisierung zu Gunsten der Erde und der Menschen. Festgehalten wurden die Ergebnisse in konkreten Forderungen und in einem Buch.</p>
<h3>Von einer Konferenz zur Bewegung ?</h3>
<p>Geeint wurden alle Teilnehmer*innen durch den Wunsch, mit Hilfe der Digitalisierung einen sozial-ökonomischen Wandel herbeizuführen. Dieses Anliegen sollte nicht mit dem Ende der Konferenz verstummen. Deshalb wurde dazu aufgerufen, Artikel einzureichen, die die einzelnen Teilgebiete des Themas behandeln sollten. Die Texte von über 50 Autor*innen wurden gemeinsam mit kreativen Infografiken schließlich in einem Buch gesammelt, das sowohl in einer gedruckten Version verfügbar herausgegeben wurde, als auch in einer digitalen, kostenlosen Form <a href="https://www.oekom.de/buch/was-bits-und-baeume-verbindet-9783962381493?p=1">zum Download</a> bereit steht. Doch auch damit waren Bits und Bäume nicht zu Ende. In einigen Städten begannen sich regionale Zweige herauszubilden, die Stammtische organisierten und Events veranstalteten. Möglich wurde das dadurch, dass der Name und die Inhalte des Buches mit einer Creative Commons 3.0 ausgestattet sind.  Somit kann sie jede*r nutzen (nicht kommerziell und unter Nennung der Quelle) und auch jede*r ist zum Mitmachen aufgerufen.</p>
<p>Die selbstorganisierten Stammtische und Veranstaltungen sammeln sich, hinter den 11 Forderungen der Bits und Bäume-Bewegung, die klare Punkte für eine nachhaltige Digitalisierung vorgeben und dem Ziel, die eigenen Veranstaltungen möglichst umweltschonend stattfinden zu lassen. (Im Detail kann man das auf der Website von <a href="https://bits-und-baeume.org/waechst/de">Bits und Bäume</a> nachlesen). Bits und Bäume als Bewegung befindet sich also noch in der Wachstumsphase, aber angesichts des großen Interesses, auf das das Thema stößt, scheint Zuwachs garantiert. nachlesen). Bits und Bäume als Bewegung  befindet sich also noch in der Wachstumsphase, aber angesichts des großen Interesses, auf das das Thema stößt, scheint Zuwachs garantiert.</p>
<h3>Forderungen an die Politik</h3>
<p>Das Kernziel ist es, Digitalisierung so zu gestalten, dass sie sich weniger nach den Interessen einzelner Wirtschaftsakteure richtet, sondern vor allem am globalen Gemeinwohl orientiert ist. Um das zu verwirklichen, hat Bits und Bäume 11 Forderungen erstellt, welche auf ganz unterschiedlichen Ebenen ansetzten. Viele scheinen direkt auf die Politik abzuzielen, aber auch die Informatik und Wirtschaft ist gefragt, um eine nachhaltige Digitalisierung zu schaffen.</p>
<p>Die Forderungen zeigen klare Wege, wie wir die Digitalisierung als Tool für das Gemeinwohl nutzen könnten. Sie legen Wert darauf, dass diese Digitalisierung in sich demokratisch gestaltet werden muss, da sich nur so ihr volles emanzipatorisches Potential nutzen lässt. Sie sprechen sich für informelle Selbstbestimmung aus und fordern die Zerschlagung von digitalen Monopolen, wie z. B. Google. Mit Bildung müsse gezielt versucht werden, die digital Kompetenz der Bürger*innen zu steigern, ebenso wie ihre Fähigkeit kritisch drüber nachzudenken. Im Bereich Entwicklungs- und Handelspolitik fordern die Bit und Bäume Teilnehmer*innen: „Alle Gesellschaften sollen gleichen Anteil an Nutzen und Kosten der Digitalisierung haben“, und wolle in Zukunft keine Einschränkungen der emanzipatorischen Digitalisierung mehr in Handelsabkommen oder bilateralen Verträgen.An die Technologie-Brache stellen sie die Forderungen nach einer Pflicht zur Nachhaltigkeit, Softwarehaftung und ein Ende von Software-Locks. Außerdem soll es einfacher werden Hardware zu reparieren oder zu recyceln. Auf der Website sind nicht nur die<a href="https://bits-und-baeume.org/forderungen/info/de"> 11 Forderungen</a> genau aufgelistet, es gibt sogar die Möglichkeit diese als private Person oder als Organisation zu unterzeichnen, um die eigene Unterstützung dieser Werte auszudrücken.</p>
<p>Da sich die Bewegung aber vorerst vor allem auf die Mobilisierung in der Zivilbevölkerung fokussieren will, setzt sie darauf, dass Mitglieder und Individuen ihre Ideen in die Politik tragen. In der Diskussion wurde jedoch deutlich, dass vor allem politische Regulierungen eine zentrale Rolle dabei spielen werden, sowohl technische als auch soziale Ziele zu erreichen und einen echten Wandel auszulösen.</p>
<h3>Tipps für den Alltag</h3>
<p>Auf der Veranstaltung wurde deutlich, dass aktuell eine große Verunsicherung darüber besteht, wie wir die Digitalisierung weniger umweltschädlich nutzen können. Anhand all der nach dem Vortag gestellten Fragen zeigt sich, dass ein großer Wille zum Handeln besteht. Für den ersten Schritt in Richtung bessere Zukunft hier ein paar einfache Tipps:</p>
<p>-Kaputte Geräte reparieren lassen oder es in <a href="https://www.reparatur-initiativen.de">Reparaturcafés</a>  selbst versuchen</p>
<p>-DVD/Blu-ray statt Streams nutzen, wenn möglich</p>
<p>-Linux als Betriebssystem für den Computer verwenden, für die eigene Datensicherheit und den Support von Open Source Technologien</p>
<p>-Alte <a href="https://germanwatch.org/de/it-recycling#abgabe">Elektrogeräte recyceln</a>, anstatt sie Zuhause zu lagern oder unsachgemäß zu entsorgen</p>
<p>-Alternativen zu WhatsApp nutzen, die Open Source sind, wie z. B. <a href="https://play.google.com/store/apps/details?id=org.thoughtcrime.securesms&amp;hl=de">Signal</a> oder <a href="https://play.google.com/store/apps/details?id=eu.siacs.conversations&amp;hl=de">Conversation</a></p>
<p>-Und natürlich selbst aktiv für eine nachhaltige Digitalisierung eintreten und diese sowohl im privaten als auch im Arbeitsumfeld propagieren</p>
<p>Zu guter Letzt wurde von den Sprecher_innen eine Faustregel vorgeschlagen: Wer eine Stunde in der Woche für eine nachhaltige Digitalisierung und digitale Nutzung einsetzen möchte, sollte davon 15 Minuten in das Überlegen über technische Effizienz stecken und 45 Minuten in den Austausch mit anderen. Denn nur durch Sichtbarmachung kann das Bewusstsein dafür in der Gesellschaft wachsen und damit über die Politik eine nachhaltige, digitale Revolution auslösen.</p>
<p><strong>Photo:</strong> from the Book<a href="https://www.oekom.de/buch/was-bits-und-baeume-verbindet-9783962381493?p=1"> „Was Bits und Bäume verbindet &#8211; Digitalisierung nachhaltig gestalten</a> von Anja Höfner (Hrsg.), Vivian Frick (Hrsg.)</p>
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</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>KI-Camp des Wissenschaftsjahr 2019 Künstliche Intelligenz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sarah Merz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Dec 2019 10:59:20 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-4"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Mit der interdisziplinären Forschungs-Convention für den wissenschaftlichen Nachwuchs unter 30 Jahren brachten das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) am 5. Dezember 2019 junge Talente aus Hochschulen, Startups, Stiftungen und Forschungseinrichtungen in der Factory am Görlitzer Park in Berlin zusammen. Wir haben uns einzelne Veranstaltungen genauer angeschaut.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>KI &amp; Sci-Fi Gesellschaftsentwürfe</h3>
<p>Für Dr. Isabella Hermann von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ist klar: Die Berichterstattung über Künstliche Intelligenz (KI) skandalisiert. Im Negativen wie im Positiven. Tendenziell aber negativ.</p>
<p>Ein Grund dafür sind gängige Narrative in popkulturellen Sci-Fi-Filmen. Diese vermitteln teilweise das Gefühl, dass Künstliche Intelligenz prinzipiell jede intellektuelle Aufgabe verstehen oder lernen kann. Deswegen haben Roboter in Filmen auch meistens humanoide Züge. Abgesehen davon konstruieren Sci-Fi Filme sehr oft den Konflikt zwischen Mensch und Maschine, in dem meistens die Maschinen so intelligent werden, dass sie die menschliche Existenz als irrational und überflüssig erachten. Fertig ist die Dystopie.</p>
<h3>Übertreibung ja, aber nur im Film</h3>
<p>Sollten Sci-Fi-Filme also den Status quo von KI-Entwicklung thematisieren? „Nein, denn Filme erzählen Geschichten über Menschen, nicht über Technik, und die sollen spannend sein“, hält Frau Hermann fest. KI wird dabei als Metapher oder Trope benutzt. So stellt die Entwicklung von KI menschliche Sehnsüchte wie die Erschaffung von Leben und im Umkehrschluss die Urangst der Fremdbeherrschung und des Kontrollverlusts dar. Auch gesellschaftliche Themen wie Diskriminierung, Emanzipation oder Empathie(verlust) werden mit Hilfe der KI-Metapher thematisiert. Viele Filme portraitieren KI als allmächtige Instanz, die mystisch und magisch verklärt wird. All diese Narrative sind auf der Kinowand unterhaltsam und haben deswegen ihre Daseinsberechtigung. Verlassen diese Ideen allerdings den Kinosaal und werden Bestandteil einer öffentlichen Debatte, in der nicht zwischen Wirklichkeit und Fiktion differenziert wird, ist das allerdings ein Problem.</p>
<h3>Gestaltung von Technik ist eine gesellschaftliche Aufgabe</h3>
<p>„KI-Science-Fiction-Diskurse verzerren den KI-Diskurs“, sagt Isabella Hermann, denn KI steht nie für sich alleine, hinter ihr stehen immer Menschen. Dementsprechend sind die Menschen auch für die Beantwortung der Fragen verantwortlich, die KI basierte Techniken hervorrufen. Diese drehen sich vor allem um ein Thema: Macht. Ob staatliche, wirtschaftliche oder gesellschaftliche. Beschäftigt man sich mit einer Scheindiskussion, anstatt mit dem realen Einfluss von KI auf die Menschheit, lässt man dringende Probleme wie Datenschutz, Data Bias oder Transparenz außer Acht. „Fatal“, meint Hermann.</p>
<h3>KI für den Menschen</h3>
<p>Durchgeführt durch Kassandara Becker und Anna-Katharina Viehstädt vom deutschen roten Kreuz, wurde die Veranstaltung interaktiv gestaltet. Ziel war es, den Teilnehmer*innen ein Gefühl dafür zu geben, wie ein KI-basiertes Belohnungs- und Bestrafungssystem die Beiträge für die gesetzliche Krankenkasse automatisch erhöhen oder senken könnte.</p>
<p>Dafür wurden die Teilnehmer*innen auf einem „Beitragszahlenstrahl“ hin und her gelotst. Ausschlaggebend dafür waren verschiedene Ereignisse, die im echten Leben auftreten könnten, wie beispielweise der Verlust des Partners oder der Partnerin, welcher negative psychische Auswirkungen auf den Versicherten hat.</p>
<h3>Skepsis regiert</h3>
<p>Danach wurden die Teilnehmer*innen gefragt, ob sie dieses System als gerecht empfinden bzw. sogar gerechter, als das momentane. Die Antworten waren mehrheitlich negativ. Die meisten Diskutant*innen halten KIs noch nicht ausgereift genug, um solch gravierende Entscheidungen zu treffen. Vielen waren der Meinung, dass diese Aufgaben nie von Maschinen übernommen werden dürfen, egal wie intelligent sie sind. Maschinen sollten niemals über menschliche Schicksale entscheiden. Darüber hinaus wurde festgehalten, dass dieses System wahrscheinlich solche Menschen bevorteilen würde, die sowieso schon privilegiert sind, denn ein gesunder Lebensstil korreliert mit Bildung und finanziellen Mitteln. Nur wenige Teilnehmer*innen sahen die Regelung mit KI-basierten Techniken als fair an. Wer risikoreicher lebt, sollte auch mehr bezahlen müssen, so die Aussage eines Diskutanten.</p>
<h3>KIs nachhaltig Nutzen</h3>
<p>In Raum 2 ging es unter dem Titel “10 Tactics for 2030“ um Nachhaltigkeit. Die vielen jungen anwesenden Wissenschaftler*innen wurden von den Leiterinnen Helene von Schwichow und Katrin Fritsch aufgefordert, sich eine Idee auszudenken, die KI für eine nachhaltige Zukunft nutzt. Die Wissenschaftler*innen lieferten acht konkrete Taktiken für eine bessere Welt im Jahre 2030. Dabei schien vor allem der enorme Energieverbrauch, der beim Trainieren aber auch bei der Nutzung von KIs oder dem Internet anfällt, die Teilnehmer*innen zu beschäftigen, wie sich in ihren Ideen zeigte. Diese reichten von einer App, die Lebensmittelverschwendung durch klug gewählte Rezepte vermeiden soll, bis hin zu der Einrichtung einer Beratungsstelle für Nachhaltigkeit, an welche sich KI-Entwickler*innen wenden können sollen.</p>
<figure id="attachment_161930" aria-describedby="caption-attachment-161930" style="width: 800px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-161930 size-full" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/12/Nachhaltige_Idee_für_KI.jpg" alt="Ideen der Workshopteilnehmer_innen" width="800" height="575" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/12/Nachhaltige_Idee_für_KI.jpg 800w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/12/Nachhaltige_Idee_für_KI-300x216.jpg 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/12/Nachhaltige_Idee_für_KI-768x552.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-161930" class="wp-caption-text">Ideen der Workshopteilnehmer*innen</figcaption></figure>
<p>Es taucht aber auch offen Fragen für die Zukunft auf: Wie können wir Nachhaltigkeit messen? Wie lassen sich KIs am energieeffizientesten programmieren? Können, wir Künstliche Intelligenzen vielleicht sogar nutzen, um KIs umweltfreundlicher zu machen? Fragen auf die die Workshopteilnehmer*innen noch keine Antwort haben, aber voller Begeisterung und Wissensdrang auf der Suche sind.</p>
<h3>Digitalisierung der Sexualität</h3>
<p>Der Vortrag der Wissenschaftlerin Yuefang Zhou zum Thema „Intimate relationships with humanoid robots: are we both ready?“ zeigte, dass auch die menschliche Sexualität nicht unberührt von den Entwicklungen der Digitalisierung und KIs bleiben wird. Im Gegenteil. Es gibt immer mehr Möglichkeiten, die eigene Sexualität über, durch oder sogar mit moderner Technik auszuleben. Zhou schildert, wie in den letzten und kommenden Jahren aus leblosen Sexpuppen mit Hilfe von AI sprechende und sich bewegende Sexroboter wurden und werden sollen. Einen dieser Prototypen namens „Harmony“ durfte die Wissenschaftlerin persönlich kennen lernen und berichtete, wie authentisch die Stimme der AI klang und schockierend echt sich die Silikonhaut des Roboters anfühlte. Steuern lässt sich diese Roboter-Lady durch eine App, sie regiert auf Berührungen und kann sogar ihren Hals und Mund bewegen. Der Roboter, der die Ungestümheit und „messyness“ von Sex zwischen zwei Menschen vollständig imitieren kann, ist aber noch in weiter Ferne.</p>
<p>Dabei betont Zhou aber, dass es nicht das Ziel sei, menschliche Interaktion abzulösen. Ihr ginge es vielmehr darum, Menschen, die Probleme mit echten sozialen Interaktionen haben, eine Möglichkeit zu geben, ihre Sexualität auszuleben und mit den Robotern Sex zu üben. Ein KI betriebener Sex-Roboter soll 15.000 $ kosten und nächstes Jahr auf den Markt kommen. Ihre Forschungsergebnisse zur Intimität zwischen Mensch und Roboter hat Yuefang Zhou gemeinsam mit Martin H. Fischer in dem Buch „AI I Love you„ festgehalten.</p>
<figure id="attachment_161931" aria-describedby="caption-attachment-161931" style="width: 784px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-161931 size-full" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/12/Plakat_by_Susane_Asheuer.jpg" alt="Illustrationen zu Themen der Podiumsdiskussion" width="784" height="1004" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/12/Plakat_by_Susane_Asheuer.jpg 784w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/12/Plakat_by_Susane_Asheuer-234x300.jpg 234w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/12/Plakat_by_Susane_Asheuer-768x984.jpg 768w" sizes="(max-width: 784px) 100vw, 784px" /><figcaption id="caption-attachment-161931" class="wp-caption-text">Illustrationen zu Themen der Podiumsdiskussion</figcaption></figure>
<h3>Gesellschaftliche Zukunft mit KI</h3>
<p>Wo liegt die Zukunft der KI-Forschung und was sind die gesellschaftlichen Implikationen die wir mitdenken müssen? Dieser Frage widmeten sich Lena-Sophie Müller, Sophie-Charlotte Fischer, Christine Regitz, Frithjof Nagel und Marina Weisband in einer Podiumsdiskussion. Einigkeit bestand darin, dass das in den Massenmedien von KI gezeichnete Bild von einem Schwarz-Weißdenken geprägt ist. Großen Einfluss darauf habe die Unwissenheit vieler Autor*innen, über diese nicht mehr allzu neue Technik. Das was wir heute KI nennen war früher schlicht Statistik, die wir heute zu einer allmächtigen Gottheit verklären, so Weisband.</p>
<p>Gleichzeitig herrscht neben der Unsicherheit gegenüber KI auch ein großes Vertrauen in die Technik, vor allem unter jungen Menschen oder in Notsituationen. Das kann ein gesellschaftlicher Fortschritt sein, solange wir uns der Notwendigkeit bewusst bleiben, dass wir weiterhin angehalten sind unseren „gesunden Menschenverstand“ zu nutzen. Eine vollständige Verantwortungsübertragung auf KI kann und darf nicht möglichsein.</p>
<p>Durch die Automatisierung von bestimmten Aufgaben, wird es dem Menschen möglich sein, sich wieder mehr auf seine kreativen und kritischen Kompetenzen zu besinnen. Der Mensch der Zukunft wird KI als Werkzeug nutzen, dafür bedarf es jedoch einer umfassenden technischen Bildung, die am besten bereits heute Teil der Schule sein sollte. Deutschland hat auf diese Gebiet massive Nacharbeit zu leisten, bisher haben nur drei Bundesländer Informatik zu einem verpflichtenden Schulfach gemacht und Lehrer*innen dafür sind nach wie vor Mangelware. Sollte sich daran nichts ändern, wird Deutschland in den kommenden Jahren technisch und wirtschaftlich abgehängt werden.</p>
<p>Zuletzt sprachen die Teilnehmer*innen noch über die Diversität bzw. die mangelnde Diversität in der Informatik-Branche und wie im Bereich der KI immer mehr Frauen und nicht-weiß-cis-hetero Menschen einen Platz für sich finden. Gleichzeitig keimt damit auch die Hoffnung, dass mehr Diversität in der Entwicklung sich positiv auf die problematischen Bias von KI auswirken könnte, welche oft vor allem Minderheiten oder Frauen ausschießen.</p>
<p>KIs sind die Zukunft und es ist letztlich eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, kommende Generationen die bestmögliche Nutzung dieser Technik im Einklang mit unseren Werten zu ermöglichen.</p>
<p>Titelbild: Cai Schultz</p>
<p>Bild der Ideen aus dem Workshop: Sarah Merz</p>
<p><strong>Illustrationen:</strong> <a href="https://twitter.com/SusanneAsheuer">Susanne Asheuer</a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-4" data-row="script-row-unique-4" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-4"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-6"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-6" data-row="script-row-unique-6" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-6"));</script></div></div></div>
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		<title>Gutes tun im bösen Netz &#8211; Digitale Presseschau KW36</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Sep 2014 15:13:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Im Internet die Welt retten – wenn das mal keine gute Idee ist. Suchmaschinen, die ihre Werbegewinne spenden, machen das [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Internet die Welt retten – wenn das mal keine gute Idee ist. Suchmaschinen, die ihre Werbegewinne spenden, machen das jetzt möglich und die Share Economy trägt auch ihren Teil zu einer sozialen und nachhaltigen Welt bei. Oder etwa doch nicht? Außerdem in der Presseschau zu lesen: Die Esten verwalten ihr Land fast vollständig online und die Bundesregierung hat mal wieder ein neues Konzept, in dem der Begriff „digital“ vorkommt.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p>http://youtu.be/2mUova3U-Jo<br />
Kaum ein Tag vergeht, an dem kein kritischer Artikel zu den Datenkraken Google, Facebook und Co erscheint. Doch was den wenigsten bewusst ist: Liest man die Hymnen auf den Datenschutz auf den Onlineseiten der Zeitungen, wird man auch von den Verlagen ausgespäht. Unser Video der Woche nimmt sich dieser Doppelmoral an.</p>
<h3><a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/uber-und-airbnb-ethik-der-share-economy-a-988612.html">Konsum versus Moral</a></h3>
<p>Eigentlich ist die Idee der Share Economy doch eine tolle Sache: Wenn wir alles teilen, können wir uns mehr leisten, verbrauchen weniger Ressourcen und schaffen so ganz nebenbei eine nachhaltigere Gesellschaftsordnung. Trotzdem stehen Unternehmen wie AirBnB oder Uber, die mit diesem Gedanken werben, häufig in der Kritik und werden sogar verboten. Das mag man rückschrittlich finden, Fakt ist aber: <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Kommentar-Der-Fortschritt-braucht-Uber-nicht-2309317.html">Hinter der innovativen Fassade steckt eine knallharte, marktradikale Geschäftspolitik, die sich weder von gesellschaftlichen Regeln noch von Gesetzen aufhalten lassen will.</a> Dennoch sollte man die neuen Internetplattformen nicht grundsätzlich verteufeln, denn die Möglichkeit des Teilens ist begrüßenswert und ist zugegebenermaßen häufig nicht nur billig, sondern auch bequem. Am Ende bleibt also nur die Abwägung zwischen persönlichem Nutzen und gesellschaftlichen Folgen solcher Geschäftsmodelle, und die ist ziemlich unbequem und schwierig.<br />
<a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/uber-und-airbnb-ethik-der-share-economy-a-988612.html"><em>spiegel.de</em></a></p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/alternative-suchmaschinen-googeln-fuer-den-regenwald-statt-fuer-google-1.2116129">Mit jedem Klick eine neuer Baum?</a></h3>
<p>Apropos die Welt retten – das soll jetzt auch bei der Suche im Internet möglich sein. Während #GoogleBashing in Deutschland aktuell sehr beliebt ist und die NSA-Enthüllungen das Vertrauen in die große amerikanische Suchmaschine deutlich erschüttert haben, präsentiert sich die deutsche Konkurrenz wohltätig. Im Gegensatz zu Google, das Milliarden mit den Daten seiner Nutzer verdient, spenden Unternehmen wie Ecosia und Benefind einen Großteil ihrer Werbeeinnahmen für den guten Zweck. Sicher eine gute Idee, schade nur, dass die Nutzerdaten am Ende beim Kooperationspartner Yahoo und damit einem weiteren US-Großkonzern landen.<br />
<a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/alternative-suchmaschinen-googeln-fuer-den-regenwald-statt-fuer-google-1.2116129"><em>sueddeutsche.de</em></a></p>
<h3><a href="http://www.wdr5.de/sendungen/politikum/estland108.html">Habt euch nicht so!</a></h3>
<p>Während wir Deutschen noch überlegen, wer im Internet auf unsere Daten Zugriff hat und wie diese gegen uns verwendet werden können, digitalisieren die Esten munter ihren gesamten Regierungsapparat. Online-Wahlen, Personalausweise mit Chip oder digitalisierte Grundbucheinträge und Gesundheitsakten – alles kein Neuland. Sorgen um die Datensicherheit sieht man eher fatalistisch. Natürlich könne trotz aller Bemühungen keine vollständige Sicherheit garantiert werden, aber es stelle ja auch keiner das Autofahren ein, nur weil er möglicherweise einen Unfall haben könnte.<br />
<a href="http://www.wdr5.de/sendungen/politikum/estland108.html">wdr5.de</a></p>
<h3><a href="http://www.tagesschau.de/inland/freiwillige-beginnen-fsj-101.html">Das FSJ auf dem Weg ins Neuland</a></h3>
<p>Gutes tun und gleichzeitig ein bisschen Orientierungshilfe für die berufliche Zukunft – das wollen tausende Jugendlicher, die jedes Jahr ein Freiwilliges Soziales Jahr beginnen. Jetzt hat sich die Bundesregierung etwas einfallen lassen, um das facebookaffine Jungvolk noch mehr zu begeistern und will dem FSJ den Zusatz „Digital“ verpassen. Barbara Schmickler geht für tagesschau.de der Frage nach, ob die Digitalisierung wirklich eine neue Form der Freiwilligenarbeit erforderlich macht oder hinter dem Vorstoß mal wieder nur politische Begriffskosmetik steckt.<br />
<a href="http://www.tagesschau.de/inland/freiwillige-beginnen-fsj-101.html"><em>tagesschau.de</em></a><br />
&nbsp;<br />
Foto: Screenshot<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
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		<item>
		<title>Gutes tun im bösen Netz &#8211; Digitale Presseschau KW36</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Rieder]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Sep 2014 15:13:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Im Internet die Welt retten – wenn das mal keine gute Idee ist. Suchmaschinen, die ihre Werbegewinne spenden, machen das [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Internet die Welt retten – wenn das mal keine gute Idee ist. Suchmaschinen, die ihre Werbegewinne spenden, machen das jetzt möglich und die Share Economy trägt auch ihren Teil zu einer sozialen und nachhaltigen Welt bei. Oder etwa doch nicht? Außerdem in der Presseschau zu lesen: Die Esten verwalten ihr Land fast vollständig online und die Bundesregierung hat mal wieder ein neues Konzept, in dem der Begriff „digital“ vorkommt.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p>http://youtu.be/2mUova3U-Jo<br />
Kaum ein Tag vergeht, an dem kein kritischer Artikel zu den Datenkraken Google, Facebook und Co erscheint. Doch was den wenigsten bewusst ist: Liest man die Hymnen auf den Datenschutz auf den Onlineseiten der Zeitungen, wird man auch von den Verlagen ausgespäht. Unser Video der Woche nimmt sich dieser Doppelmoral an.</p>
<h3><a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/uber-und-airbnb-ethik-der-share-economy-a-988612.html">Konsum versus Moral</a></h3>
<p>Eigentlich ist die Idee der Share Economy doch eine tolle Sache: Wenn wir alles teilen, können wir uns mehr leisten, verbrauchen weniger Ressourcen und schaffen so ganz nebenbei eine nachhaltigere Gesellschaftsordnung. Trotzdem stehen Unternehmen wie AirBnB oder Uber, die mit diesem Gedanken werben, häufig in der Kritik und werden sogar verboten. Das mag man rückschrittlich finden, Fakt ist aber: <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Kommentar-Der-Fortschritt-braucht-Uber-nicht-2309317.html">Hinter der innovativen Fassade steckt eine knallharte, marktradikale Geschäftspolitik, die sich weder von gesellschaftlichen Regeln noch von Gesetzen aufhalten lassen will.</a> Dennoch sollte man die neuen Internetplattformen nicht grundsätzlich verteufeln, denn die Möglichkeit des Teilens ist begrüßenswert und ist zugegebenermaßen häufig nicht nur billig, sondern auch bequem. Am Ende bleibt also nur die Abwägung zwischen persönlichem Nutzen und gesellschaftlichen Folgen solcher Geschäftsmodelle, und die ist ziemlich unbequem und schwierig.<br />
<a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/uber-und-airbnb-ethik-der-share-economy-a-988612.html"><em>spiegel.de</em></a></p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/alternative-suchmaschinen-googeln-fuer-den-regenwald-statt-fuer-google-1.2116129">Mit jedem Klick eine neuer Baum?</a></h3>
<p>Apropos die Welt retten – das soll jetzt auch bei der Suche im Internet möglich sein. Während #GoogleBashing in Deutschland aktuell sehr beliebt ist und die NSA-Enthüllungen das Vertrauen in die große amerikanische Suchmaschine deutlich erschüttert haben, präsentiert sich die deutsche Konkurrenz wohltätig. Im Gegensatz zu Google, das Milliarden mit den Daten seiner Nutzer verdient, spenden Unternehmen wie Ecosia und Benefind einen Großteil ihrer Werbeeinnahmen für den guten Zweck. Sicher eine gute Idee, schade nur, dass die Nutzerdaten am Ende beim Kooperationspartner Yahoo und damit einem weiteren US-Großkonzern landen.<br />
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<p>Während wir Deutschen noch überlegen, wer im Internet auf unsere Daten Zugriff hat und wie diese gegen uns verwendet werden können, digitalisieren die Esten munter ihren gesamten Regierungsapparat. Online-Wahlen, Personalausweise mit Chip oder digitalisierte Grundbucheinträge und Gesundheitsakten – alles kein Neuland. Sorgen um die Datensicherheit sieht man eher fatalistisch. Natürlich könne trotz aller Bemühungen keine vollständige Sicherheit garantiert werden, aber es stelle ja auch keiner das Autofahren ein, nur weil er möglicherweise einen Unfall haben könnte.<br />
<a href="http://www.wdr5.de/sendungen/politikum/estland108.html">wdr5.de</a></p>
<h3><a href="http://www.tagesschau.de/inland/freiwillige-beginnen-fsj-101.html">Das FSJ auf dem Weg ins Neuland</a></h3>
<p>Gutes tun und gleichzeitig ein bisschen Orientierungshilfe für die berufliche Zukunft – das wollen tausende Jugendlicher, die jedes Jahr ein Freiwilliges Soziales Jahr beginnen. Jetzt hat sich die Bundesregierung etwas einfallen lassen, um das facebookaffine Jungvolk noch mehr zu begeistern und will dem FSJ den Zusatz „Digital“ verpassen. Barbara Schmickler geht für tagesschau.de der Frage nach, ob die Digitalisierung wirklich eine neue Form der Freiwilligenarbeit erforderlich macht oder hinter dem Vorstoß mal wieder nur politische Begriffskosmetik steckt.<br />
<a href="http://www.tagesschau.de/inland/freiwillige-beginnen-fsj-101.html"><em>tagesschau.de</em></a><br />
&nbsp;<br />
Foto: Screenshot<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
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		<item>
		<title>Nachhaltigkeit und &#8220;Öffentliche Beschaffung</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/nachhaltigkeit-und-informationsgesellschaft/wissensgesellschaftnik5-shtml-2859/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Nov 2012 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nachhaltigkeit und Informationsgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie-Roadmap]]></category>
		<category><![CDATA[Mario Dompke]]></category>
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		<category><![CDATA[E-Government]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltschutz]]></category>
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		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Interview mit Mario Dompke, 
                      Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR e.V.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Interview mit Mario Dompke,<br />
                      <a href="http://www.dlr.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR e.V.</a><!--break-->
                    </p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Was verbirgt sich hinter dem Begriff &#8220;Öffentliche Beschaffung&#8221; und warum wurde &#8220;Öffentliche Beschaffung&#8221; als Fokusthema gewählt?</p>
<p>
                    <strong>Dompke:</strong> Hierunter verbirgt sich alles, was im Bereich der Öffentlichen Hand und der Institutionen, die nach öffentlichen Kriterien beschaffen, beschafft wird. Es fängt an beim Bleistift am Schreibtisch bis hin zum Panzer. Als Fokusthema für das Roadmapping in der IKT wurde es ausgewählt, da die Informations- und Publikationstechnik in ihrer Durchdringung in sehr vielen Produkten der Öffentlichen Hand enthalten ist. 13% des Bruttoinlandproduktes werden direkt für die Öffentliche Beschaffung verwendet und 4,6 Millionen Menschen sind im Öffentlichen Bereich beschäftigt. Daran sieht man, dass es sich um einen Massenmarkt handelt. Durch klare Regelungen, wie der VOL (Verdienungsordnung Leistung) und der VOB (Verdienungsordnung Bauwerke), ist genau organisiert, wie zu beschaffen ist. Man kann daher nach Identifikationen von Zielen und Entwicklung von Strategien über die Integration in die VOL oder VOB oder Rahmenvorschriften eine breite Umsetzung erreichen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Für welche Aspekte des Themas &#8220;Öffentliche Beschaffung&#8221; soll und kann Nachhaltigkeit eine Rolle spielen? Umweltverträglichkeitsaspekte scheinen meist im Vordergrund zu stehen.</p>
<p>
                    <strong>Dompke:</strong> Das ist ein allgemeines Problem, was nicht nur auf das Fokusthema Öffentliche Beschaffung bezogen ist. Wir haben sehr viele Initiativen im Umweltbereich. Das fing damals an mit Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die sich ganz bewusst dem Thema Umwelt zugewandt haben, ist dann in allen gesellschaftlichen Schichten und Bereichen aufgenommen worden und ist in den letzten Jahren richtigerweise auch auf Nachhaltigkeit ausgeweitet worden &#8211; Rio 1992 als Stichwort. Nur in der konkreten Umsetzung ist es immer noch ein Problem zu definieren, was Nachhaltigkeit eigentlich ist. Wir haben keine Kriterien. In der Theorie kann man sagen, Nachhaltigkeit bedeutet, heute so zu wirtschaften, dass ein Morgen auch noch möglich ist, aber ohne dabei heute Einschränkungen machen zu müssen. Kurzes Beispiel: Alte Gutsbesitzer wussten sehr wohl, wann sie welches Feld bestellen sollten und wie sie ihre Arbeiter behandeln mussten, damit diese auch eine Identifikation zum Guts-Unternehmen hatten, damit die Landwirtschaft funktionierte. Das war Integrierte Nachhaltigkeit. Die Initiativen, die heute laufen, sind sehr stark gefärbt von etwas Messbarem. Und was ist heute am besten messbar? Geld und ökologische Effekte &#8211; was auch zwei Säulen innerhalb der Nachhaltigkeit sind. Wir versuchen die dritte Säule mit hineinzubringen, die Soziokultur. Soziokultur bedeutet, dass alle Kriterien aus den Bereichen der Arbeitswissenschaften, Arbeitschutz, Gesundheitsschutz, Sicherheitstechnik und auch Tarifpolitik unter dem Begriff Integrierte Nachhaltigkeit zusammen gefasst werden, um dann zu einem neuen Bewertungssystem zu kommen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Wie wird reagiert, wenn sich ökonomische, ökologische und soziale Ziele widersprechen?</p>
<p>
                    <strong>Dompke:</strong> Betriebswirtschaftliche Sicht ist auch Nachhaltigkeitssicht: Die drei Aspekte Wachstum, Gewinn und Nachhaltigkeit müssen gleichberechtigt behandelt werden. Ein Widerspruch tritt nur dann auf, wenn nur ein Punkt betrachtet wird, aus welchen Gründen auch immer &#8211; globales Handeln, gesellschaftspolitische Notwendigkeiten, u.s.w.. In dem Moment, in dem man alle drei Punkte betrachtet, kann kein Widerspruch entstehen. Wie löst man aber einen existierenden Widerspruch auf? Man zeigt auf, dass eine bestimmte Säule nicht ausreichend betrachtet wird und macht deutlich, dass die langfristige Sicherung eines Unternehmens nur möglich ist, wenn alle drei Säulen gleichberechtigt behandelt werden. Darin liegt natürlich die Schwierigkeit in unserer sozialen Marktwirtschaft. Ein Problem ist sicher, wobei ich mich damit recht weit aus dem Fenster lehne, dass wir eine Managementkultur haben, die nicht mehr unmittelbar mit dem Unternehmen verbunden ist. Ein Familienbetrieb, bei dem der Besitzer noch selbst das Unternehmen geleitet hat, denkt wesentlich stärker an die Zukunft, an seine Kinder und Enkel, als ein Aufsichtsratsvorsitzender, der, wenn die Firma nicht mehr den erwarteten Erfolg hat, auch wo anders einen Posten bekommen kann.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Wie setzt sich die Fokusgruppe, die das Thema Öffentliche Beschaffung bearbeitet, zusammen? Inwieweit findet zur Zeit schon Zusammenarbeit mit nachgeordneten Ebenen, wie Mitarbeitern von Behörden, statt?</p>
<p>
                    <strong>Dompke:</strong> Die Fokusgruppe setzt sich aus drei Gruppen zusammen. Die Öffentliche Beschaffung verläuft nach Regeln, das ist für unsere Arbeit Vorteil und Nachteil zugleich.<br />
                    <br />An einer Stelle sitzen die Facheinkäufer oder Beschaffer, die ihre Arbeit nach diesen Regeln gestalten. An einer anderen Stelle sitzen die Bedarfsträger, die Kriterien definieren, die sie für ihre Arbeit brauchen. Sie geben diese Kriterien weiter, und sie müssen eingepasst werden in die Regel der Beschaffer. Darin liegt eventuell eine Diskrepanz. Es gibt europäische Interpretationen der Beschaffungsrichtlinien, in denen ausgesagt wird, dass die Integration möglich ist. Wir müssen zuerst aus den Bedarfsträgern herauskitzeln, welche Kriterien originär für ihre Arbeit notwendig und auch nachhaltig sind. Dann müssen wir mit den Beschaffern reden und herausfinden, wie solche Kriterien formuliert sein müssen, damit sie in ihr Regelwerk aufgenommen werden können. Das sind zwei unterschiedliche Diskussionsprozesse, die nicht vermischt werden dürfen. Über die Hemmnisse, die wir im Gespräch mit Beschaffern und Bedarfträger herausgefunden haben, müssen wir mit den die für die Regelwerke verantwortlichen diskutieren. Wir müssen darüber sprechen, ob es Möglichkeiten gibt, diese Regelwerke partiell zu ändern oder zu erweitern. Deshalb haben wir drei Fokusgruppen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Wie begegnet man Berührungsängsten oder Schwierigkeiten mit neuen Techniken und Strategien insbesondere beim Thema Öffentliche Beschaffung?</p>
<p>
                    <strong>Dompke:</strong> Das ist kein großes Problem. Es gibt zahlreiche Erkenntnisse aus der Forschung, wie man mit den Problemen &#8220;das habe ich schon immer so gemacht&#8221; oder &#8220;Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht&#8221; umgehen kann. Diese Erkenntnisse kann man anwenden. Solche Strategien anzuwenden hat aber nur Erfolg, wenn man die Ziele definiert hat und sie Ziele in die Regelwerke der Öffentlichen Beschaffung hinein bekommt. Wir versuchen die Ziele aus dem zu definieren, was existent ist, ohne neue Forschung zu betreiben. Der nächste Schritt ist die Planung konkreter organisatorischer Maßnahmen, wie Maßnahmen zur Förderung der Akzeptanz oder die Integration bestimmter neuer Verhaltensweisen in der Einarbeitungsphase. Beispiele sind die Verwendung energieeffizienter Steckernetzteile, die es schon gibt, oder die Information über energiesparende Verhaltensmöglichkeiten, beispielsweise während der Einarbeitung in Computerprogramme.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Welche Unterstützung seitens der Verwaltung (Bund, Länder) ist ihrer Meinung nach noch nötig?</p>
<p>
                    <strong>Dompke:</strong> Soweit ist der Prozess noch nicht. Ich würde mir wünschen, dass die Unterstützung, die bereits angefangen hat, auch erhalten bleibt wenn es konkret wird. Ich weiß allerdings noch nicht, ob das passiert. Im Moment bin ich sehr positiv eingestimmt, wir bekommen sehr viel Unterstützung von Bund und Ländern. Nach einer gewissen Beobachtungszeit sollten Änderung von Gesetzen und Regelwerken stattfinden, wenn die neuen Kriterien aus Akzeptanzgründen oder Erklärbarkeitsgründen nicht in die Beschaffungsrichtlinie integrierbar sind &#8211; das würde ich mir wünschen. Stichwort Steckernetzteile: Wenn wir es nicht schaffen, eine Selbstverpflichtung mit Herstellern, Beschaffern und Bedarfsträgern zu erreichen, dann kann es der Bund eventuell mit einer Verordnung durchsetzten. Aber soweit sind wir noch nicht. Man sollte nicht den dritten Schritt vor dem ersten machen, denn da verschreckt man mehr mit.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Im Bereich E-Government ist E-Procurement (online-Beschaffung) ein wichtiges Thema. Aber Nachhaltigkeit noch nicht. Wie kann das geändert werden und was wären konkrete Schritte dazu?</p>
<p>
                    <strong>Dompke:</strong> Wenn man E-Government richtig macht, stecken darin natürlich viele Nachhaltigkeitspotenziale. Nicht nur im Bereich Ökologie, sondern gerade auch im Bereich der Soziokultur, der Gesellschaft. Nur dabei spielen noch andere Dinge eine Rolle. Wenn man die Potenziale von E-Government ausschöpfen will, muss man eben auch alte Menschen an das Netz bringen, die 80jährige, gehbehinderte Frau, die ihren Antrag oder ihr Formular selbst nicht mehr abholen kann. Es nützt ihr nichts, wenn es E-Government gibt, sie damit aber nicht umgehen kann.<br />
                    </p>
<p>
                      
                    </p>
<p>
                      
                    </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Chat vom Umweltministerium Baden-Württemberg zum Thema Nachhaltigkeit</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/chat-vom-umweltministerium-baden-wuerttemberg-zum-thema-nachhaltigkeit-4928/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/chat-vom-umweltministerium-baden-wuerttemberg-zum-thema-nachhaltigkeit-4928/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Benjamin Bergemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 17:30:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltministerium]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Fasel]]></category>
		<category><![CDATA[Meike Gebhard]]></category>
		<category><![CDATA[Tanja Gönner]]></category>
		<category><![CDATA[wir-ernten-was-wir-säen]]></category>
		<category><![CDATA[Baden-Württemberg]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Tanja Gönner, Dr. Meike Gebhard und Prof. Dr. Christoph Fasel beantworteten im Expertenchat des Umweltministeriums Baden-Württemberg am 21. Juni 2010 Fragen zum Thema Nachhaltigkeit. Die User interessierten vor allem nachhaltige Mobilitätskonzepte, regenerative Energien und Maßnahmen zum aktiven Umweltschutz. Den ganzen Chat gibt es <a href="http://www.wir-ernten-was-wir-saeen.de/protokoll-des-chats-am-21" target="_blank" title="Chatprotokoll" rel="noopener noreferrer">hier</a> zum Nachlesen.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Tanja Gönner, Dr. Meike Gebhard und Prof. Dr. Christoph Fasel beantworteten im Expertenchat des Umweltministeriums Baden-Württemberg am 21. Juni 2010 Fragen zum Thema Nachhaltigkeit. Die User interessierten vor allem nachhaltige Mobilitätskonzepte, regenerative Energien und Maßnahmen zum aktiven Umweltschutz. Den ganzen Chat gibt es <a href="http://www.wir-ernten-was-wir-saeen.de/protokoll-des-chats-am-21" target="_blank" title="Chatprotokoll" rel="noopener noreferrer">hier</a> zum Nachlesen.<br />
<!--break--></p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Das Bewusstsein für saubere IT wächst&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uncategorized/das-bewusstsein-fuer-saubere-it-waechst-3353/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/uncategorized/das-bewusstsein-fuer-saubere-it-waechst-3353/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Gievert]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Oct 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Gebhard]]></category>
		<category><![CDATA[Energieverbrauch]]></category>
		<category><![CDATA[IT]]></category>
		<category><![CDATA[Sustainable-IT]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/das-bewusstsein-fuer-saubere-it-waechst-3353/</guid>

					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Nachhaltige Informationstechnologie - damit beschäftigt sich die Fachkonferenz Sustainable-IT
am 17. und 18. Oktober in der Berliner Kalkscheune. politik-digital.de sprach mit Organisator Andreas Gebhard von der newthinking store GmbH über stromfressende Computer und die Energiebilanz von Google.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
Nachhaltige Informationstechnologie &#8211; damit beschäftigt sich die Fachkonferenz Sustainable-IT<br />
am 17. und 18. Oktober in der Berliner Kalkscheune. politik-digital.de sprach mit Organisator Andreas Gebhard von der newthinking store GmbH über stromfressende Computer und die Energiebilanz von Google.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>politik-digital.de:</b> <b>Im Vergleich zur<br />
Stahlindustrie oder zum Flugverkehr gilt Informationstechnologie<br />
(IT) als sauber. Wir dreckig und ressourcenfressend ist die Branche<br />
denn?</b>
</p>
<p>
<b>Andreas Gebhard:</b> Jeder, der schon einmal ein kaputtes<br />
Notebook oder ein kaputtes Handy gehabt hat – und ich denke,<br />
das ist jeder – sieht, dass hunderte von Komponenten in so<br />
einem Gerät sind. Das kommt natürlich irgendwoher, das<br />
muss irgendwo hin, das muss betrieben werden. Und dem möchten<br />
wir nachspüren: Wie schmutzig diese Industrie eigentlich ist.<br />
Da geht es auch um Arbeitsbedingungen – also wie die Komponenten<br />
hergestellt werden – die Stoffströme, um Energieverbrauch,<br />
um soziale Aspekte und Gerechtigkeit. Das Ziel des Kongresses <a href="http://www.sustainable-it.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sustainable-IT</a><br />
ist eine Bestandsaufnahme. Ein Beispiel: Eine Google-Anfrage entspricht<br />
einer Stunde Energiesparbirnen-Leuchten. Oder: Wenn man 365 Tage<br />
im Jahr seinen Second-Life-Avatar nutzen würde, dann verbraucht<br />
der genauso viel Energie wie man selber – mit allen Reisen.<br />
Das würde bedeuten, wenn jeder einen Second-Life-Avatar hätte,<br />
würde man den Energieverbrauch weltweit verdoppelt. Was natürlich<br />
in Anbetracht verschiedenster Klima und Umwelteinflüsse eine<br />
dramatische Katastrophe wäre. Das sind praktische Beispiele,<br />
über die sich die Leute, die sich im Internet bewegen, noch<br />
keine Gedanken gemacht haben.<br />
Man steht da relativ am Anfang. Es ist immer noch eine sehr junge<br />
Industrie, auch wenn es die digitale Revolution schon einige Jahre<br />
gibt. Von daher hat sie ein weißes Image. Das wollen wir nicht<br />
beflecken, aber wir wollen röntgen und schauen: Was ist da<br />
eigentlich Thema?
</p>
<p>
<b>Neue Anwendungen brauchen mehr Rechenleistung, mehr Kapazität<br />
und erfordern neue Geräte, die wiederum neue Ressourcen verbrauchen<br />
und mehr Elektroschrott produzieren. Wie kommt man aus dieser Falle<br />
wieder raus?</b>
</p>
<p>
Das ist eine gute Frage. Erstmals braucht man natürlich aufgeklärte<br />
Ingenieure, die sich diesem Thema von Anfang an widmen. Und natürlich<br />
Unternehmer und Unternehmen, die das Thema auch für wichtig<br />
halten. Aber ich wäre stinkreich, wenn ich diese Antwort jetzt<br />
schon geben könnte.
</p>
<p>
<b>Kann der einzelne Anwender etwas tun?</b>
</p>
<p>
Definitiv. Allein schon in der Wahl der IT-Komponenten hat man<br />
sehr viele Möglichkeiten, die sich auch im Geldbeutel bemerkbar<br />
machen. Es gibt mittlerweile Computer, die für den Hausgebrauch<br />
nutzbar sind, und die dramatisch weniger Strom verbrauchen. Es gibt<br />
einige Geräte, die auch auf ökologische Herstellung achten,<br />
es gibt Zertifizierungen. Das Bewusstsein wird immer größer.<br />
Wir haben ja mit Verwunderung gesehen, wie schnell die Automobilindustrie<br />
innerhalb von einem Sommer zur grünsten Industrie der Welt<br />
werden wollte. So weit ist man in der IT-Branche noch nicht, dass<br />
man wirklich genau sehen kann, dieser Rechner verbraucht soundsoviel<br />
Energie und dann abwägen, ob man ihn kauft oder nicht. Aber<br />
da wollen wir natürlich hin, dass man den Verbraucher enabled.
</p>
<p>
<b>Diese Buzzworte IT und Nachhaltigkeit – Ihr schreibt<br />
auf eurer Internetseite zum Kongress „Megatrends“ –<br />
werden seit Jahren diskutiert. Wir wollt Ihr es schaffen, dass der<br />
Kongress mehr bringt, als Diskussionen zu führen?</b>
</p>
<p>
Es ist in dieser provokanten Formulierung ja schon enthalten: Wenn<br />
man Megatrends hat, ist es nicht zwingend, dass diese auch verzahnt<br />
sind und dass sie etwas miteinander zu tun haben. Ich kann mich<br />
noch sehr gut daran erinnern, dass die Fragen des Klimaschutzes<br />
in deutschen Volksparteien auch eher noch im Munde geführt<br />
wurden, als dass wirklich gehandelt wurde. Da ist auch erst in den<br />
letzten Jahren etwas passiert. Ich glaube, wen man openminded ist<br />
und sich umschaut, was alles unter dieses Thema fällt, dann<br />
remixen wir diese Themenfelder mit einem ganz neuen Blickwinkel.<br />
Ich glaube, dass das eine bisher noch nicht dagewesene Art von Konferenz<br />
ist, weil wir so viele Facetten abdecken. Es kann nur in Dialogform<br />
laufen. Die Teilnehmer und die Referenten haben sich etwas zu erzählen.<br />
Ich glaube, da kommen Leute zusammen, die auf ihren Feldern Kapazitäten<br />
sind, aber bisher noch nicht miteinander zu tun hatten. Und das<br />
ist eine enormer Mehrwert, wenn es gelingen könnte, einen längerfristigen<br />
Diskurs und eine Behandlung des Themas zu machen.
</p>
<p>
<b>Auf der Konferenz sollen ja auch Praxisbeispiele vorgestellt<br />
werden. Welches findest Du besonders spannend?</b>
</p>
<p>
Das spannendeste, was es im Moment gibt, sind die Computer, die<br />
mit so massiv wenig Energie auskommen. Wie zum Beispiel beim <a href="http://laptop.org/index.de.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">One-Laptop-per-Child-Gerät</a><br />
. Da geht es darum, Computerinfrastruktur aufzubauen, wenn<br />
keine flächendeckende Energieversorgung vorhanden ist. Das<br />
ist natürlich super. Das hat so viele soziale, energiepolitische,<br />
wirtschaftliche Implikationen, das finde ich extrem spannend.
</p>
<p>
<b>Ihr zielt mit der Konferenz ja auch auf die Punkte Demokratie<br />
und Governance ab. Was hat das mit Nachhaltigkeit in der IT-Branche<br />
zu tun?</b>
</p>
<p>
Nehmen wir einmal den Fall an, dass eine Bundesregierung beschließt<br />
ab dem Jahr 2010 Grenzwerte für den Energieverbrauch von IT-Produkten<br />
in der öffentlichen Verwaltung einzuführen. Dann sieht<br />
man es sofort: Es hat Auswirkungen auf die Hardware und die Stoffe,<br />
die in diesen Geräten verbaut werden und auf die Energiebilanz.
</p>
<p><b>Vielen Dank für das Gespräch.</b></p>
<p>
Die interdisziplinäre Fachkonferenz Sustainable-IT will „über<br />
die Auswirkungen von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien<br />
auf die natürlichen Ressourcen“ diskutieren. Sie findet<br />
am 17. und 18. Oktober in der Kalkscheune in Berlin-Mitte statt.<br />
Das aktuelle <a href="http://www.sustainable-it.org/?page_id=5" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Programm<br />
kann man hier nachlesen.</a></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Online-mediierte Verfahren in der Planung Teil I</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-partizipation-maerker_emediation_060406_1-shtml-2897/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[omaerker]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Apr 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[E-Government]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunalpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtplanung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Mediation]]></category>
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					<description><![CDATA[
                                Planer stehen heute immer häufiger vor dem Problem, sich mit ganz unterschiedlichen Interessen, Standpunkten und Erwartungen betroffener Bürger/innen und organisierter Interessensvertreter auseinandersetzen zu müssen. Sie können ihre Entscheidungen nicht länger von zentraler Stelle aus fällen, sondern müssen neue Möglichkeiten der Einbeziehung und Berücksichtigung aller Beteiligten schaffen. Dabei geht es nicht mehr nur darum, die Legitimation und Akzeptanz gegenüber Planungsvorhaben zu verbessern, sondern vielmehr durch die Berücksichtigung unterschiedlichen Wissens bessere und nachhaltigere Entscheidungen treffen zu können.
                              ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>                                <span class="normal">Planer stehen heute immer häufiger vor dem Problem, sich mit ganz unterschiedlichen Interessen, Standpunkten und Erwartungen betroffener Bürger/innen und organisierter Interessensvertreter auseinandersetzen zu müssen. Sie können ihre Entscheidungen nicht länger von zentraler Stelle aus fällen, sondern müssen neue Möglichkeiten der Einbeziehung und Berücksichtigung aller Beteiligten schaffen. Dabei geht es nicht mehr nur darum, die Legitimation und Akzeptanz gegenüber Planungsvorhaben zu verbessern, sondern vielmehr durch die Berücksichtigung unterschiedlichen Wissens bessere und nachhaltigere Entscheidungen treffen zu können.</span><br />
                              <!--break-->
                            </p>
<p>
                              <span class="normal">Vor dem Hintergrund der eGovernment-Bewegung stellt sich die Frage, inwiefern dabei auch auf die neuen Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) zurückgegriffen wird. In der Planungspraxis lässt sich in diesem Zusammenhang die Herausbildung eines neuen Verfahrentyps beobachten: „Online-mediierte Verfahren“, die sich möglicherweise als Anzeichen für eine Planungskultur werten lassen, in der Planer/innen versuchen, anstelle Wissensmonopole zu behaupten und Planungen „von oben nach unten“ durchzusetzen, die unaufhebbare Vielfalt an Wissensformen und Ordnungsvorstellungen zuzulassen und produktiv zu nutzen.</span>
                            </p>
<p>
                              <span class="normal"><br />
                                <strong>Heterogenität als Herausforderung</strong><br />
                              </span>
                            </p>
<p>
                              <span class="normal">In einer Gesellschaft, die sich immer stärker differenziert, dürfen wir gerade in Fragen des Zusammenlebens immer weniger auf Übereinstimmungen in den Sichtweisen und Lösungsvorstellungen hoffen. Bereits auf kommunaler Ebene, wo die Bürger/innen politische Entscheidungen hautnah erleben, ist mit auseinanderstrebenden Wertvorstellungen, Erfahrungshintergründen und Wissensvoraussetzungen zu rechnen. Man kann auch sagen, dass es auch in der Planung für alle erkennbar keinen Besser- oder Richtigwissenden mehr gibt, stattdessen lediglich Vertreter unterschiedlicher Sichtweisen und Lösungsvorstellungen. Dies bedeutet, dass das politisch-administrative System sich mit Aufgaben der Leitung und Koordination komplexer, dynamischer Systeme befassen muss, in denen heterogene Wissensformen und Ordnungsvorstellungen koexistieren und miteinander konkurrieren. Allerdings sind Planungs- und Beteiligungsverfahren (bzw. die dahinter stehenden Planungs- und Beteiligungskulturen) vor diesem Hintergrund als kritisch einzuschätzen: Denn erstens sind sie in einem relativ späten Phase im Planungszyklus verankert. Zweitens wird in ihnen die Idee der Beteiligung weitgehend auf Information über Vorhaben reduziert. Und drittens scheinen sie Vielfalt in den Sichtweisen und Auffassungen der Betroffenen eher zu behindern als zu befördern. In den letzten Jahren wurden jedoch vermehrt informelle Beteiligungsverfahren entwickelt und auch eingesetzt, in denen Planung als ein kommunikativer, argumentativer oder kooperativer Prozess zwischen heterogenen Akteuren verstanden wird.</p>
<p>                              <strong>Neue Impulse durch die E-Government-Bewegung</strong></p>
<p>Aufwind erhalten Bemühungen um eine Öffnung der Planungs- und Beteiligungsverfahren für die Interessen und Sichtweisen der bislang nur Planungsbetroffenen durch die Verbreitung des Internets. Die neuen Medien werden im Rahmen der eGovernment-Reformbewegung als Weichenstellung für eine Reformierung institutioneller Arrangements im politisch-administrativen System gedeutet und eingesetzt. Dabei geht es nicht um die Nutzung der neuen Medien um ihrer selbst willen, sondern um soziale Innovationen, das heißt mehr um Government als um Electronic. eGovernment meint deshalb auch nicht die Digitalisierung vorhandener Verwaltungsabläufe, sondern die Neu- und Umgestaltung von Verwaltungsprozessen auf der Basis neuer organisatorischer Spielräume, die sich durch die Einführung neuer Medien ergeben. Ebenso geht es bei der ePartizipation nicht um die Digitalisierung vorhandener Planungs- und Entscheidungsverfahren. Ziel ist es vielmehr, mit Hilfe neuer Medien neue Beteiligungsverfahren zu entwickeln und diese als Teil einer neuen Verwaltungs- und Entscheidungskultur zu etablieren: ePartizipation ist also die Suche nach innovativen Beteiligungsmöglichkeiten unter Rückgriff auf die Möglichkeiten internet-basierter IuK.</span>
                            </p>
<p>
                              <span class="normal"><br />
                                <strong>Weiter zum<br />
                                <a href="maerker_emediation_060406_2.shtml">zweiten Teil..</a></strong><br />
                              </span>
                            </p>
<p>
                              <span class="normal"><br />
                                <strong>Der Autor des Textes, Dr. Oliver Märker, ist Mitarbeiter am Fraunhofer Institut für Autonome Intelligente Systeme und Mitarbeiter des Vereins Zebralog e.V. für medienübergreifende Dialoge.</p>
<p></strong><br />
                              </span>
                            </p>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 06.04.2006</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Online-mediierte Verfahren in der Planung Teil II</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/egovernment-partizipation-maerker_emediation_060406_2-shtml-2898/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[omaerker]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Apr 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
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					<description><![CDATA[
                              Online-mediierte Verfahren – Heterogenität managen
                              
                            ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>                              <span class="normal">Online-mediierte Verfahren – Heterogenität managen<br />
                              <br /></span><br />
                            <!--break--><br />
                            <span class="normal"><br />
                            <br />So lassen sich in den letzten 5 Jahren neue Formen internet-basierter Bürgerbeteiligung beobachten, die etwa im Rahmen von Visions- und Leitbildprozessen (z.B. „<br />
                            <a href="http://wachsende-stadt.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wachsende Stadt Hamburg</a>“), Prozessen zu städtebaulichen Veränderungen und Stadtgestaltung (z.B. „<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/egovernment/bund/Alex.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interaktive Bürgerbeteiligung Alexanderplatz</a>“, „<br />
                            <a href="http://www.kulturforum-dialog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kulturforum Berlin</a>“) und zur Verteilung von Ressourcen, Anlagen oder Einrichtungen (z.B. „Esslinger Haushalt im Dialog“; „<br />
                            <a href="http://www.buergerhaushalt-lichtenberg.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bürgerhaushalt Lichtenberg</a>“) durchgeführt werden. Der Gedanke der Beteiligung wird hier in Gestalt so genannter Online-Diskurse umgesetzt. Damit sind elektronisch unterstützte Foren angesprochen, die es vielen Teilnehmer ermöglichen, sich innerhalb eines definierten Zeitfensters (z.B. über 3 Wochen) zu einem ebenfalls festgelegten Thema zu äußern. Die Erstellung der Beiträge durch die Teilnehmer bzw. die Diskussionen werden zum einen durch Moderatoren betreut und zum anderen durch mediative Verfahrenselemente gesteuert. Es sind diskursiv gestaltete Beteiligungsverfahren mit mediativen Elementen. Diskursiv, weil versucht wird, den Austausch von Argumenten zu befördern. Mediativ, weil sie auf Prozesswissen aus der Mediation zur Verfahrensstrukturierung und Methoden zur Vermeidung, Deeskalation oder Vermittlung von Konflikten – die im Diskurskontext entstehen – zurückgreifen. Es sind also durch die Mediationstheorie und -praxis inspirierte, medienunterstützte Diskursverfahren, die auch als online-mediierte Verfahren bezeichnet werden können.</p>
<p>Die Analyse online-mediierter Verfahren hat gezeigt, wie anspruchsvoll diese Verfahren sind, um auf diese Weise mehr Teilnehmer an ein Planungsvorhaben heranzuführen und eine möglichst offene, durch unterschiedliche Perspektiven bereicherte Diskussion zu führen: Verfahrensplanung, Prozessstrukturierung, Anmoderation von Themen, Informationen über den Prozess, Gewährleistung von Fairness, Herausforderung von Argumentation, Strukturierung von Themen, Erstellung von Zusammenfassungen, technische Erläuterungen und Hilfemaßnahmen, Ermöglichung von Metakommunikation, oder Vermittlung bei Konflikteskalationen sind nur einige Aktivitäten, um produktive Diskurse zu unterstützen bzw. Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des Beteiligungsangebotes von den Teilnehmern zu erhalten.</p>
<p>                            <strong>Öffnung der Planungs- und Entscheidungsprozesse<br />
                            <br /></strong><br />
                            <br />Zusätzlich zur Online-Moderation muss für alle Akteure deutlich erkennbar sein, wie online-mediierte Verfahren in Planungs- und Entscheidungsprozesse eingebettet sind – in diesem Punkt unterscheiden sie sich in keiner Weise von „konventionellen Beteiligungsangeboten“. Ihre Funktion muss für alle Beteiligten erkennbar werden. Es muss klar sein, was mit den Ergebnissen geschieht. Die Entscheidungsträger sind also aufgefordert, erkennen zu geben, welche Relevanz für sie das Verfahren haben soll. Darüber hinaus können die folgenden (aus der Analyse der Beteiligungspraxis abgeleitete) Fragen Hinweise geben, welchen Stellenwert ein Verfahren im politisch-administrativen System hat: Gibt es eine eindeutige Ziel- und Funktionszuweisung für das Verfahren? Sind Schnittstellen zu laufenden Planungs- und Entscheidungsprozessen definiert worden? Sind personeller Ressourcen ausreichend verfügbar, um das Verfahren durchzuführen bzw. um Ergebnisse zu verarbeiten? Wird das Verfahren durch Öffentlichkeitsarbeit beworben? Gibt es eine Vereinbarung auf welche Weise Planung und Politik Feedback geben, ob, wie oder warum Ergebnisse (nicht) genutzt wurden? Und genau hier stoßen wir an Grenzen.</p>
<p>                            <strong>Planungs- und Beteiligungskultur auf die Probe gestellt<br />
                            <br /></strong><br />
                            <br />Auch wenn sich die Möglichkeiten der Unterstützung beteiligungsorientierter Foren für den Informationsaustausch zwischen Verwaltungen sowie Bürger/innen und anderen Akteuren enorme Fortschritte aufweisen. Auch wenn mit „online-mediierter Verfahren“ mittlerweile Verfahren vorliegen, mit deren Hilfe diese neuen Werkzeuge sinnvoll eingesetzt und dadurch konstruktive und ergebnisreiche Diskurse in der Planung ermöglicht werden. Sie sind immer der Gefahr ausgesetzt, dass Verwaltung und Politik sich nicht nachhaltig und transparent mit den Ergebnissen auseinandersetzen. Online-mediierte Verfahren sind daher paradoxer Weise Ausdruck einer kommunikativ orientierten Planungs- und Beteiligungskultur und gleichzeitig Indikator für Kräfte, bestehende Wissensmonopole aufrechtzuerhalten.</p>
<p>                            <strong>Weitere Entwicklungen<br />
                            <br /></strong><br />
                            <br />Vieles spricht dafür, dass Politik und Verwaltung ihre Planungs- und Entscheidungsprozesse auch in naher Zukunft nicht in Richtung diskursiver Verhandlung reformieren und damit für externe Akteure öffnen werden. Allerdings spricht einiges dafür, dass online-mediierte Verfahren auf dem den Kernzonen des politisch-administrativen Handelns vorgelagerten Feld der Außendarstellung und der Informationsbeschaffung eine wichtige Rolle spielen werden. Sie dienen dort als eine Legitimation beschaffendes und gleichzeitig effizient funktionierendes Verfahren für den Umgang mit heterogenem Wissen. Für die Bürger/innen würde eine Institutionalisierung solcher Verfahren bedeuten, dass zwar keine Möglichkeiten der direkten Einmischung in Planungs- und Entscheidungsprozesse bestehen (was auch aus Bürgersicht eine durchaus diskussionswürdige Option wäre), allerdings neue Möglichkeiten der Information über zukünftige Planungsprojekte und deren Diskussion gewonnen werden.<br />
                            <br />Der praktische Nutzen online-mediierter Verfahren für Verwaltung und Politik liegt (gegenwärtig) weniger darin, Bürger/innen in Planungs- und Entscheidungsprozesse zu integrieren, als vielmehr darin neue Möglichkeiten zu eröffnen, unterschiedliche Problemverständnisse nicht länger als Störfaktoren zu verstehen, sondern solches Wissen zu ermitteln und als produktive Ressource für intern abzuarbeitende Planungs- und Entscheidungsprozesse zu nutzen. Es geht also vorrangig um eine Steigerung der Informationsgewinnungs- und -verarbeitungskapazitäten und damit der Lernfähigkeit politisch-administrativer Einrichtungen. Und damit um Verfahren, die über die Raumplanung hinaus auch für die Beteiligung auf Länder- und Bundesebene (eParlament) interessant sind, um neben den „Expertenwissen“ auch das Wissen der Bürger/innen zu nutzen und in Wert zu setzen.</span>
                          </p>
<p>
                            <span class="normal"><br />
                              <strong>Zurück zum<br />
                              <a href="maerker_emediation_060406_1.shtml">ersten Teil..</a></strong><br />
                            </span>
                          </p>
<p>
                            <span class="normal"><br />
                              <strong>Der Autor des Textes, Dr. Oliver Märker, ist Mitarbeiter am Fraunhofer Institut für Autonome Intelligente Systeme und Mitarbeiter des Vereins Zebralog e.V. für medienübergreifende Dialoge.</p>
<p></strong><br />
                            </span>
                          </p>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 06.04.2006</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Wegweiser in die Wissensgesellschaft</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaftcharta-shtml-3109/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaftcharta-shtml-3109/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 May 2003 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Privatheit]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Weltgipfel zur Informationsgesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Vom 19. Mai bis zum 19 Juni findet die online Diskussion der "Charta der Bürgerrechte für eine nachhaltige Wissensgesellschaft" statt. Sie ist ein kollaboratives Werk verschiedener zivilgesellschaftlicher Akteure, die ein Diskussionsangebot zum Weltgipfel zur Informationsgesellschaft unterbreiten wollen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vom 19. Mai bis zum 19 Juni findet die online Diskussion der &#8220;Charta der Bürgerrechte für eine nachhaltige Wissensgesellschaft&#8221; statt. Sie ist ein kollaboratives Werk verschiedener zivilgesellschaftlicher Akteure, die ein Diskussionsangebot zum Weltgipfel zur Informationsgesellschaft unterbreiten wollen.<!--break-->
                    </p>
<p>Der UN-Gipfel zur Informationsgesellschaft (World Summit on the Information Society WSIS) bildet ein gutes Forum, um die Prinzipien einer Verfassung der künftigen Gesellschaft, die wir mit dem Akzent auf dem Wissen, das Menschen zum Handeln befähigt, als Wissensgesellschaft bezeichnen, international zu diskutieren.<br />
                    <br />Zu diesem Diskussionsprozess wollen wir mit einer Charta einen Beitrag leisten. Darüber hinaus soll innerhalb Deutschlands eine Selbstverständigung über Eckpunkte einer zukunftsweisenden Gesellschaftspolitik auf dem Weg in die Wissensgesellschaft angeregt und die Bundesregierung zu entsprechenden Vorstößen in der internationalen Debatte ermutigt werden.</p>
<p>
                    <strong>Der Charta-Weg</strong><br />
                    <br />Ausgehend von diesen Überlegungen begannen vor etwa einem halben Jahr eine Reihe namhafter WissenschaftlerInnen und NGO-VertreterInnen auf Anregung und mit Unterstützung der Heinrich-Böll-Stiftung mit der Entwicklung eines ersten Charta-Entwurfs. Dieser erste Entwurf wurde im Januar in die 2. Vorbereitungskonferenz des WSIS eingebracht.<br />
                    <br />Nun liegt auf dem Weg zu einer Charta der Bürgerrechte eine 2. Version vor, an der ein viel breiterer Kreis auf einem öffentlichen Workshop im März 2003 mitgewirkt hat. Die wertvollen Anregungen wie auch die Kritik dieser zivilgesellschaftlichen Teilöffentlichkeit wurden von der unterzeichnenden Redaktionsgruppe in die vorliegende Version eingearbeitet.</p>
<p>
                    <strong>Aktuell</strong><br />
                    <br />In einem weiteren Schritt findet nun vom 19. Mai bis zum 19. Juni eine Online-Diskussion der Charta statt: das ChartaForum auf<br />
                    <a href="http://www.worldsummit2003.de">www.worldsummit2003.de</a>.<br />
                    <br />Mit diesem Schritt möchte die Charta-Redaktion das Angebot für eine zivilgesellschaftliche Verständigung über die orientierenden Rechte und Werte einer nachhaltigen Wissensgesellschaft und für die Formulierung eines Aktionsplans mit den dazu gehörigen Umsetzungsforderungen machen. Ende Juni wird die Redaktion dann die fertige Charta der Öffentlichkeit vorstellen und für breite Unterstützung der Forderungen des Aktionsplans werben.<br />
                    <br />Die wichtigsten Prämissen dieser Charta berühren die Frage, welche Prioritäten die Bundesrepublik beim WSIS setzen sollte.</p>
<p>
                    <strong>Ausgangsthese der Charta</strong><br />
                    <br />Die Ausgangsthese ist, dass die Digitalisierung einen erheblichen Neuordnungsbedarf im Hinblick auf den Umgang mit Wissen hervorruft.<br />
                    <br />Aus unserer Sicht wird die Auseinandersetzung hierzulande, aber auch weltweit, sehr stark durch die Bestandsinteressen der Informationswirtschaft und der Verwertungsindustrie geprägt. Das herrschende Problembewusstsein erschöpft sich in Begriffen wie Raubkopien und geistiger Enteignung.<br />
                    <br />Wir meinen dagegen, dass es bei der Gestaltung der künftigen Wissensordnung mehr zu bedenken gibt als die Absatzprobleme einzelner Branchen.<br />
                    <br />Aus unserer Sicht geht es um nichts Geringeres als die Konzeption einer NACHHALTIGEN WISSENSGESELLSCHAFT, die auch für die künftigen Generationen das Wissen der Vergangenheit zugänglich vorhält. Nur durch den ungehinderten Zugang zu Wissen können die kreativen Potenziale erschlossen und soziale und wirtschaftliche Erfindungen gefördert werden, die für die Zukunft unserer Gesellschaft und ihrer Verantwortung für globale Nachhaltigkeit erforderlich sein werden.</p>
<p>
                    <strong>Zum Konzept der Nachhaltigkeit der Wissensgesellschaft</strong><br />
                    <br />Es ist dieser Aspekt der Nachhaltigkeit, der die Charta von anderen Texten dieser Art unterscheidet. Die Präambel erläutert die verschiedenen Dimensionen der Nachhaltigkeit und den Begriff der Wissensgesellschaft, die unseren Überlegungen zugrunde liegen. Wir knüpfen damit an die Diskussionen des Johannesburger Weltgipfels zur nachhaltigen Entwicklung an und skizzieren Prinzipien eines nachhaltigen Umgangs mit und in elektronischen Umwelten.<br />
                    <br />Unsere Überzeugung ist, dass die zunehmende Privatisierung und Kommerzialisierung von Wissen und Information, die Herstellung von Wissen als knappem Gut, nicht nachhaltig ist. Deshalb sollte der WSIS in Rechnung stellen, dass das meiste Wissen dieser Welt frei ist, &#8220;Erbe und Besitz der Menschheit&#8221;, &#8211; also frei zugänglich ist und auch dauerhaft so bleiben muss.<br />
                    <br />Der Weltgipfel sollte zugleich die global fortschreitende Kommodifizierung von Wissen als reale Gefahr für den freien Zugang zu Wissen, der Grundlage für die demokratische Entwicklung ist, erkennen und Maßnahmen zum Gegensteuern fordern. Das Bewußtsein muss geschärft werden, dass das herrschende System des Geistigen Eigentums, dargelegt in den WIPO-Konventionen und TRIPS-Verträgen, den freizügigen und inklusiven Zugang zu Wissen und Information massiv beeinträchtigt und deshalb grundlegend revidiert werden muß.</p>
<p>
                    <strong>Hauptanliegen der Charta: Neue Wissenspolitik</strong><br />
                    <br />Eine an Nachhaltigkeitsprinzipien orientierte Wissenspolitik muss klar machen: Wissen und Information können nicht in gleicher Weise wie ein Auto als Privateigentum betrachtet und geschützt werden. Das Wissen ist Gemeineigentum und es ist die Gesellschaft, die den AutorInnen, KünstelerInnen und ErfinderInnen die Verwertung ihrer geistigen Produkte für eine bestimmte Zeit zur ausschließlichen Verwertung freigibt, bevor sie wieder in die öffentliche Sphäre, die public domain, zurückgeholt werden. Die ursprüngliche Intention des Schutzsystems des geistigen Eigentums, die Kreativität und Innovationsfähigkeit der Gesellschaft durch Anreize zu stimulieren, scheint heute jedoch zugunsten der privatwirtschaftlichen Interessen der global agierenden Medien- und Verwertungsindustrien gekippt.<br />
                    <br />Es ist also von herausragender Bedeutung, auf dem WSIS sicherzustellen, dass die gesellschaftlichen Nutzungsrechte an Wissen und Information auch in elektronischen Umgebungen erhalten und gegen die derzeit dominierende Kommodifizierung sogar ausgedehnt werden, so dass auch künftige Generationen ungehinderten Zugriff auf die Wissensressourcen haben. Gerade auch im Interesse der Verringerung der digitalen Spaltung zwischen Nord und Süd muss der WSIS eine neue Balance der privatwirtschaftlichen Interessen und der Interessen der Allgemeinheit fordern.<br />
                    <br />Zunächst scheint dies plausibel und auch allgemein anerkannt. Die zurückliegende Debatte über die Novellierung des Deutschen Urheberrechts hat aber gezeigt, wie unverblümt und teilweise auch wirksam sich wirtschaftliche Partikularinteressen und private Eigentumsansprüche als das Allgemeininteresse zu inszenieren vermögen. Der Begriff &#8220;Eigentum&#8221; bezogen auf geistige Güter schürt sogar dieses Mißverständnis und sollte fallen gelassen werden.<br />
                    <br />Vor diesem Hintergrund wurden die ersten beiden Paragraphen der Charta formuliert:<br />
                    <br />§ Der freie Zugang zu Wissen ist erstens die Voraussetzung für die demokratische Teilhabe am öffentlichen Leben, zweitens aber auch Vorbedingung für die Schaffung von neuem Wissen.</p>
<p>
                    <strong>Bedingungen für eine nachhaltige Wissenspolitik: Kommunikationsrechte</strong><br />
                    <br />In den weiteren Paragraphen spricht die Charta Rechte und Werte an, die wir als unabdingbar für die Verwirklichung der Wissensgesellschaft ansehen. Um solche Rechte und Werte sollten es auf dem Weltgipfel vornehmlich gehen und nicht um die Frage, wie Personal-Computer und Microsoft Software in das letzte afrikanische Dorf gelangen. Es ist gerade diese informationstechnologische Zweck-Mittel-Verkehrung, die wir an der bisherigen Anlage des WSIS kritisieren. Die Charta hebt deshalb hervor:<br />
                    <br />1. Im Bereich der Bürger und Menschenrechte soll neben den bereits international anerkannten, aber noch lange nicht weltweit durchgesetzten Menschenrechten auf Meinungs- und Pressefreiheit im WSIS auch das Recht auf Privatheit als für die Selbstbestimmung der Menschen unerlässliches Menschenrecht anerkannt werden. Auch in der elektronisch vernetzten Arbeitswelt muss das Recht auf Privatheit respektiert werden und müssen die erstrittenen ArbeitnehmerInennrechte weiterhin gelten.<br />
                    <br />2. Offene Standards: Ebenfalls sehr wichtig ist es, im Bereich der technologischen Infrastruktur Offene Standards durchzusetzen &#8211; sowohl zur Verhinderung von Monopolbildung bei der informationstechnischen Infrastruktur als auch als Mittel zur Überbrückung der Digitalen Spaltung. Die gesellschaftspolitische Bedeutung von Open Source und offenen Standrads soll im WSIS hervorgehoben werden.<br />
                    <br />3. Informationsfreiheit als Bürgerrecht gegenüber dem Staat und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung müssen als Prinzip anerkannt werden, auch wenn abzusehen ist, dass undemokratische Staaten hier nicht mitziehen werden.<br />
                    <br />4. Schließlich erwähnt die Charta die Sicherung der kulturellen Vielfalt sowie die Sicherung der medialen Vielfalt als wichtige Prinzipien, die auch in der Zukunft zu gelten haben und die beim WSIS den neuen Bedingungen der Wissensgesellschaft angepasst werden müssen.<br />
                    </p>
<p>Die Redaktion erhofft sich, eine breite Beteiligung und spannende Diskussionen im ChartaForum und lädt alle Interessierte zur Weiterentwicklung der Charta ein.<br />
                    <br />Diskutieren Sie mit auf<br />
                    <a href="http://www.worldsummit2003.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.worldsummit2003.de</a><br />
                    </p>
<p>Olga Drossou ist Referentin für Neue Medien der Heinrich-Böll-Stiftung und Mitglied der Charta Redaktion.</p>
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