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	<title>Nachschlagewerk &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Nachschlagewerk &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Kunst auf CD</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:44:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p><b>Kunst auf CD</b></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Kunst auf CD</b></p>
<p><b>Nach dreijähriger Sanierung wurde die Alte Nationalgalerie auf der Berliner Museumsinsel Ende 2001 neu eröffnet. Zur Einweihung haben die Staatlichen Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz (SMPK) einen Gesamtkatalog sowie eine CD-ROM herausgegeben. </b><b>Anstatt sich also den langen Warteschlangen vor der Alten Nationalgalerie auszusetzen, kann man während des ersten großen Ansturms gemütlich vom Desktop zu Hause in den Genuß der wunderbaren Kunstsammlungen gelangen.</b></p>
<p> Mit über 2000 Bildern und 900 Kurzbiographien der Künstler ist die CD ein hervorragendes multimediales Nachschlagewerk zur Kunst des 19. Jahrhunderts, von der Romantik bis zum Sezessionsstil. <br />&#8220;Mit einer Datensammlung von dieser Größe stehen wir im internationalen Vergleich gut da&#8221;, erklärt Dr. Andreas Bienert von der Abteilung Information und Kommunikation der <a href="http://www.smb.spk-berlin.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SMPK</a>. Das Pariser <a href="http://www.louvre.fr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Louvre</a> oder das <a href="http://www.metmuseum.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Metropolitan Museum of Art</a> in New York verfügt jedenfalls nicht über derartiges Angebot. Möglichst komplett sollte die CD sein, heißt sein Credo. Gemeinsam mit dem deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte in Marburg habe man sich auf ein puristisches Layout geeinigt. Der Vorteil dabei sei, dass die Benutzeroberfläche verschiedenen Bedürfnissen gerecht werde. So können Kunstexperten und interessierte Laien gleichermaßen davon Gebrauch machen. Zwar sollen mit der CD-ROM gerade junge Leute angesprochen werden, so Anne Wagner-Junker von der <a href="http://www.smb.spk-berlin.de/ang/s.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alten Nationalgalerie</a>. Auf interaktive Elemente wurde jedoch bewusst verzichtet. Bienert betont: &#8220;Unser Anspruch war es, die schiere Masse der Sammlung zu dokumentieren&#8221;. </p>
<p>Wer noch nicht die Möglichkeit hatte, den Tempel der vornehmlich deutschen Kunst des 19. Jahrhunderts zu betreten, kann sich mit der CD-Rom einen Vorgeschmack verschaffen. Dabei verrät sie mehr über die ursprüngliche Originalsammlung als die Ausstellung selbst. Auf der CD vertreten sind nämlich alle Werke, die einst im Besitz des Museums waren, also auch die in Kriegswirren verschollenen oder zerstörten 628 Gemälde der ursprüngliche Kollektion.Die CD-Rom ist gut strukturiert und bietet eine verständliche, benutzerfreundliche Navigation. Neben allgemeinen Informationen zur Geschichte der Alten Nationalgalerie und ihrer Sammlung kann der Anwender die Bilder, nach Künstlern oder nach Themen geordnet, auf den Bildschirm rufen. Diese zwei unterschiedlichen Arten der Kategorisierung haben einen entscheidenden Vorteil: Wer sich zum Beispiel nach dem Besuch der Ausstellung nur noch an ein Motiv erinnern kann, nicht aber an der Künstler oder Titel des Bildes, der kann über thematische Indizien das Bild wiederfinden. In neun Fächern sind die Gemälde nach Themen unterteilt, die im weitesten Sinne mit Natur, Geschichte, Literatur oder der Bibel in Verbindung gebracht werden könnten. Natürlich kann man auch die Suchmaschine der CD bemühen. In eine leicht bedienbare Maske gibt man Stichworte zur Art des Werks, Entstehungsort oder -datum ein. Relativ schnell wird dann auf ein Objekt der Sammlung verwiesen. Die Suche ist zwar nicht immer von sofortigem Erfolg gekrönt, man kann aber am Ende viel Zeit sparen, wenn man nicht alle 2471 Werke der Bestandsdokumentation einzeln durchgehen will. </p>
<p>Eine große Bereicherung bedeutet die CD-ROM in jedem Fall für alle Kunstschüler- und studenten. Neben einer kurzen Beschreibung und Ausstellungshinweisen zu jedem Bild, finden sich Biographien und jede Menge Literaturquellen zu den jeweiligen Meistern und ihren Werken. Der pädagogische Mehrwert für faule Studenten: Die eingebaute Kopiersperre verhindert das Schreiben von Haussarbeiten nach der Copy &#038; Paste Methode. Natürlich sind alle Texte und Bilder urheberrechtlich geschützt, die Rechte liegen zum größten Teil bei der SMPK. </p>
<p>Ein originelles, wenn auch nicht unbedingt notwendiges Spielzeug sind außerdem das Lichtpult und die Sammelmappe, in die man Bilder und Textdokumente nach Wahl ablegen und dann in dieser Konstellation wieder aufrufen kann. Dies erlaubt zum Beispiel den Vergleich mehrer Werke, die aufeinander Bezug nehmen oder in gemeinsamer Tradition stehen.</p>
<p>Die Systemvoraussetzungen der CD-ROM sind Standard; allerdings funktioniert der Datenträger nur auf PCs und nicht auf Macintosh-Computern. Aus Kostengründen wurde auf eine Version für den Mac verzichtet. Eigentlich ist am falschen Ende gespart, wenn man bedenkt, dass ein Großteil der User, die sich professionell oder in der Freizeit mit Kunst und Bildverarbeitung beschäftigen, den Mac bevorzugt. Wer die CD-ROM auf seinem PC abspielen möchte, muss mindestens mit Windows 98 ausgestattet sein. Gefordert sind außerdem 30 MB freier Festplattenspeicher und 800x 600Pixel/16 BIT. <br />Da die CD-ROM auf XML basiert, ist sie inkompatibel mit dem Netscape Communicator. Allerdings befindet sich der Internet Explorer mit auf der CD und kann nachinstalliert werden.</p>
<p>Alles in allem ist die CD-ROM eine echte Bereicherung zur Ausstellung. Sie bereitet den Museumsbesuch inhaltlich interessant vor, eignet sich auch sonst als umfangreiches Nachschlagewerk und vor allem macht sie Lust auf mehr Kunst. Beim Kauf des Silberlings sollte der Kunstbegeisterte sich jedoch kein X für ein U vormachen lassen. Der Ausstellungskatalog zusammen mit der CD-ROM kostet deutschlandweit im Buchhandel stolze &euro; 35. Wer jedoch direkt im Museumsshop zuschlägt, kann das gleiche Packet für &euro; 19,90 ergattern. Die CD-ROM ist dort auch einzeln zum Preis von &euro; 12,90 erhältlich. Und wenn man dann schon einmal da ist, lohnt es sich sicher, die Bilder auch im Original anzuschauen.</p>
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		<title>Die Edit-Wars der Wikipedia &#8211; Teil 1</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaftadainterviewmoeller1_060119-shtml-2543/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Jan 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Erik Möller, freier Journalist, aktiver Wikipedianer und Mitbegründer des Projekts Wikinews, spricht mit Ada von der Decken im Interview über die Edit-Wars der Wikipedia, den Glauben an die Glaubwürdigkeit und die echte Info-Elite.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Erik Möller, freier Journalist, aktiver Wikipedianer und Mitbegründer des Projekts Wikinews, spricht mit Ada von der Decken im Interview über die Edit-Wars der Wikipedia, den Glauben an die Glaubwürdigkeit und die echte Info-Elite.<!--break--></p>
<p><strong>Erik Möller, freier Journalist, aktiver Wikipedianer und Mitbegründer des Projekts Wikinews, spricht mit Ada von der Decken im Interview über die Edit-Wars der Wikipedia, den Glauben an die Glaubwürdigkeit und die echte Info-Elite.</strong></p>
<p><strong>Herr Möller, in Ihrem Buch Die heimliche Medienrevolution zitieren Sie an vielen Stellen Wikipedia als Quelle. Ist das überhaupt eine zitierfähige Enzyklopädie? Wenn man da ein Stichwort aufruft, weiß man doch nie, ob der Eintrag von heute nicht morgen schon komplett verändert ist.</strong></p>
<p>Erik Möller: Die Wikipedia ist in mancherlei Hinsicht zitierfähiger als andere Enzyklopädien, die in der Regel keine Quellen benennen, wo häufig nur der Autorenname unter dem Artikel steht und nur im besten Fall eine Bibliographie enthalten ist. Wenn ich mich als Buchautor frage, ob ein bestimmter Wikipedia-Artikel glaubwürdig ist, dann sehe ich mir seine Historie an, um festzustellen, welche Veränderungen vorgenommen wurden. Dann schaue ich, wer daran mitgearbeitet hat und ob Quellen enthalten sind. Außerdem haben wir kürzlich das Feature „Permanentlink“ hinzugefügt, sodass eine spezifische Version einer Seite zitiert werden kann.</p>
<p><strong>Welche Philosophie hat Wikipedia?</strong></p>
<p>Erik Möller: So viele Philosophien wie Teilnehmer. Das ist natürlich auch ein Problem. Die zentrale Philosophie, auf die sich alle verständigen können, ist die Schaffung eines Sammelsuriums des Wissens unter dem Gesichtspunkt des neutralen Standpunktes. Das ist das allumfassende Dogma, an das sich jeder Wikipedianer halten muss. Neutraler Standpunkt heißt ganz konkret: Der Artikel darf nicht für sich selbst Stellung beziehen, sondern muss die unterschiedlichen Sichtweisen zum Thema darstellen. Auf diese Weise lässt man dem Leser die Möglichkeit, zu entscheiden, wem er glaubt. Das hat dazu geführt, dass trotz sehr unterschiedlicher politischer und persönlicher Philosophien Wikipedianer dennoch zusammenarbeiten können. Bei kontroversen Artikeln – über Abtreibung, über Homöopathie, über den Nahost-Konflikt – gilt bei Wikipedia: Das sind die verschiedenen Ansichten zu dem Thema, und auch wenn wir völlig anderer Meinung sind, halten wir uns an den Neutralen Standpunkt, auch „NPOV“ genannt, für Neutral Point Of View.</p>
<p><strong>Besteht nicht die Gefahr, dass Wikipedia bei wenig nachgefragten, wenig kontrollierten Artikeln eine Plattform für unsachliche oder falsche Information bietet?</strong></p>
<p>Erik Möller: In der Tat kann bei Wikipedia jeder selbst entscheiden, über welches Thema er schreibt. Deshalb existieren auch Artikel, in die wenig Zeit und Arbeit investiert wurde. Das Wichtige ist jedoch, dass der Leser weiß, was Wikipedia ist und wie Wikipedia funktioniert, sodass er damit verantwortungsvoll umgehen kann. Ich glaube, es gibt kaum eine Online-Community, die selbstkritischer ist, was Inhalt und Qualität betrifft, als die Wikipedia. Vor ein paar Wochen war es in den Medien eine große Story, als der Wikipedia-Gründer Jimmy Wales äußerte: „Einige Artikel sind schlecht!“ Wir waren sehr überrascht, dass es dazu solch einen Medienwirbel gab. Für uns ist es ganz normal, bei internen Diskussionen festzustellen: „Diese Seite ist Müll. Die müssen wir überarbeiten!“</p>
<p><strong>Aber Experten gehen doch in der Wikipedia unter, wenn jeder Laie den Artikel eines Spezialisten zerstören kann.</strong></p>
<p>Erik Möller: Das ist vor allem dann ein Problem, wenn der Experte kämpfen und dauerhaft Zeit investieren muss, um seinen Artikel in eine brauchbare Form zu bringen. Das kommt aber nur selten vor, weil die anderen Wikipedianer meist sehen: Das ist ein Mann vom Fach, der hat Recht. Ich stelle mich allerdings dagegen, wenn ein Titelträger reinkommt und tönt: „Ich bin Doktor und dieser Artikel ist Müll! Das muss verändert werden.“ Dann kommt ein 14-Jähriger und erwidert: „In einer Quelle steht das aber anders drin“, worauf der Doktor gar nicht eingeht.</p>
<p><strong>Also arbeitet Wikipedia gegen die Eliten?</strong></p>
<p>Erik Möller: Nein, wir sind für die Eliten. Wir sind sogar so genau, dass uns das „Nein“ eines Professors nicht genug ist. Es geht darum, dass man seine Aussagen belegen kann. Das ist die Elite, die wir wollen. Das ist die Elite, die sich so gut auskennt, dass sie auf Quellen verweisen kann. Es gibt Leute, die diese Autorität des Titels, des Experten ausnutzen möchten, um Artikel auf sehr propagandistische Weise zu verändern.</p>
<p><strong>Weiter zum<br />
<a href="adainterviewmoeller2_060119.shtml">zweiten Teil</a> des Interviews mir Erik Möller.</p>
<p></strong></p>
<p><strong>Dies ist ein Vorabdruck aus dem neu gegründeten Netz-Magazin<br />
<a href="http://www.webwatching.info" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WebWatching</a>, das Studierende des Hamburger Instituts für Journalistik und Kommunikationswissenschaft entwickelt haben. WebWatching wird ab dem 1.02.06 abrufbar sein.</strong></p>
<p><strong></p>
<p>Weitere Links zum Thema:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.politik-digital.de/buchbesprechungen/buecher/bonin050913.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<strong>Verändern Weblogs und Wikis das Netz?</strong><br />
</a></li>
<li><strong><br />
<a href="http://www.politik-digital.de/buchbesprechungen/buecher/boninmoeller050913.shtml">Kommentar zur Rezension: Wir sind das Netz</a><br />
</strong></li>
<li><strong><br />
<a href="http://www.wikipedia.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikipedia.de</a><br />
</strong></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Edit-Wars der Wikipedia &#8211; Teil 2</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaftadainterviewmoeller2_060119-shtml-2544/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Jan 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Erik Möller, freier Journalist, aktiver Wikipedianer und Mitbegründer des Projekts Wikinews, spricht mit Ada von der Decken im Interview über die Edit-Wars der Wikipedia, den Glauben an die Glaubwürdigkeit und die echte Info-Elite.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Erik Möller, freier Journalist, aktiver Wikipedianer und Mitbegründer des Projekts Wikinews, spricht mit Ada von der Decken im Interview über die Edit-Wars der Wikipedia, den Glauben an die Glaubwürdigkeit und die echte Info-Elite.<!--break--></p>
<p>
                              <strong>Erik Möller, freier Journalist, aktiver Wikipedianer und Mitbegründer des Projekts Wikinews, spricht mit Ada von der Decken im Interview über die Edit-Wars der Wikipedia, den Glauben an die Glaubwürdigkeit und die echte Info-Elite.</strong>
                            </p>
</p>
<p>
                              <strong>Die Wikipedia wächst monatlich um sieben Prozent. Weltweit gibt es sie in hundert Sprachen. Mehr als 400 Autoren schreiben regelmäßig für die deutsche Ausgabe, die bereits über 330.000 Artikel umfasst. Welche Möglichkeiten zur Qualitätskontrolle gibt es bei diesem Monsterprojekt?</strong>
                            </p>
<p>Erik Möller: Wikipedia hat interne Regeln und Richtlinien: Fakten und Aussagen sollen möglichst viele Quellenzitate zugrunde gelegt werden. Exzellente Artikel können von anderen Wikipedianern nominiert und gewählt werden. Durch Qualitätsoffensiven ist die gesamte Wikipedia-Gemeinschaft aufgefordert, Artikel bestimmter Themenfelder zu bearbeiten. Sehr lange wird schon über ein Feature diskutiert, das dem Permanentlink ähnelt: Artikel sollen von der Wikipedia-Gemeinde geprüft werden. Unsere letzte stabile Version, bei der wir uns für die Qualität, für die sachliche Richtigkeit des Artikels verbürgen, bleibt dann als Artikel-Basis erhalten. Leider gibt es in diesem Bereich noch keine größeren Fortschritte. Es fehlt am richtigen Push dahinter. Bei solchen Fragen behält Jimmy Wales sich die Entscheidung vor. Aber in zwei bis drei Jahren werden wir das Instrument auf jeden Fall haben.</p>
<p>
                              <strong>Im Zusammenhang mit Wikipedia ist ja viel von den „Edit-Wars“, die Rede. Was hat es damit auf sich?</strong>
                            </p>
<p>Erik Möller: Das sind Kämpfe um die jeweils gerade gültige Version eines Artikels: Verfechter verschiedener Ideologien tragen ihren Streit nicht in einer Diskussion aus, sondern ändern bestehende Artikel in einseitige Stellungnahmen um. Das ist momentan eines der größten Probleme der Wikipedia. Wobei es nicht so dramatisch ist, wenn sich nur zwei Ideologien gegenüberstehen. Die kämpfen zwar gegeneinander, aber kommen langfristig zu einem Kompromiss. Doch je mehr Positionen und Personen hier im Spiel sind, desto langwieriger kann es werden. Allerdings: Noch viel problematischer ist es, wenn es nur eine Ideologie gibt und es gar nicht zu einem Edit-War kommt. Wenn Leute schreiben können was sie wollen, ohne dass Wikipedianer anderer Meinung den Inhalt überprüfen, ist das Neutralitätsprinzip außer Kraft.</p>
<p>Ein Beispiel: Die faktische Definitionsmacht der Artikel über Mormonen in der englischen Wikipedia liegt bei dieser Glaubensgemeinschaft selbst, da sich ansonsten kaum jemand dafür interessiert. Es sind nur einige Religionskritiker, die die historischen Aussagen der Mormonen in Zweifel ziehen. Das reicht aber nicht für eine relevante Gegenwehr. Entsprechend wirken diese Mormonen-Artikel als stammten sie aus ihren eigenen Werbebroschüren. Um den neutralen Standpunkt sicherzustellen, müssten Wikipedianer die Artikel gemeinsam mit der Glaubensgemeinschaft überarbeiten und eine stabile Version erstellen. Danach könnten die Mormonen den aktuellen Artikel wieder in ihre gewünschte Form bringen. Solange daneben eine geprüfte stabile Version besteht, ist das nicht schlimm.</p>
<p>
                            <strong>Sie haben vor einem Jahr Wikinews initiiert. Auch da kann jeder selbst zum Autor werden – allerdings von tagesaktuellen Beiträgen. Stellt sich das Problem der Glaubwürdigkeit bei dieser Nachrichtenplattform nicht in verschärfter Form?<br />
                            <br /></strong><br />
                            <br />Erik Möller: Ich glaube nicht an Glaubwürdigkeit, sondern lege Wert auf Transparenz. Ich will wissen, warum ein Artikel so geworden ist, wie er ist. In keinem Medium bekomme ich mehr Transparenz als bei Wikinews. Für jeden Artikel sind die Bearbeitungsschritte einsehbar, auf den Diskussionsseiten kann ich die Aussagen der Autoren zuordnen. Bei Originalberichterstattungen besteht Dokumentationspflicht. Transparenz ist hundertprozentig gegeben. Beim Spiegel hingegen habe ich zum Beispiel überhaupt keine Transparenz. Wenn ich da einen Artikel lese, weiß ich nicht, ob der Autor, die Redaktion oder der Ressortleiter das so veröffentlichen wollte.</p>
<p>
                              <strong>Unterwegs sein, Interviews führen, in Archiven graben, zum Telefon greifen, Termine besuchen. Die eigene Recherche – das ist doch das Herzstück des Journalismus. Kann Wikinews das leisten?</strong>
                            </p>
<p>Erik Möller: Es gibt auf Wikinews das Original Reporting, wo wirklich jemand zu einer Ausstellung, zu einer Veranstaltung oder zu einer Organisation gegangen ist und anschließend einen Bericht dazu veröffentlicht. Das ist mir auch sehr wichtig, weil man Originalberichterstattung in Blogs kaum findet. Das möchte ich noch intensivieren.</p>
<p>
                              <strong>Aber ohne Finanzierung ist doch kein Journalismus möglich!</strong>
                            </p>
<p>Erik Möller: Ja, das ist eindeutig ein Problem der unabhängigen Medien, das gelöst werden muss. Es ist weniger die Glaubwürdigkeit als die Finanzierbarkeit des Ganzen. Ohne Geld wird man richtigen Journalismus nicht realisieren können. Man wird sich an Spendenmodellen orientieren müssen, bei denen eine große Anzahl von Menschen kleine Beträge spendet. Wenn man bedenkt, dass die Wikimedia-Stiftung bei ihrem letzten Spendenaufruf 200.000 US-Dollar in zwei Wochen gesammelt hat, ist es kein großer Schritt, ein Recherchebudget zu schaffen, um das sich aktive Wiki-Nutzer bewerben können. Aufgrund meiner Erfahrung mit der Organisation glaube ich nur, dass die Wikimedia dafür zu unbeweglich ist.</p>
<p>
                              <strong>Wird Wikinews in zwanzig Jahren die Tagespresse ersetzt haben?</strong>
                            </p>
<p>Erik Möller: Ob Wikinews mal eine wirklich große Sache wird? Wie gesagt – die Finanzierung muss gesichert sein. Journalismus braucht Mittel. Wenn Wikinews das nicht schafft, wird es an seiner Stelle ein kollaboratives Blog leisten, also ein Blog als Gemeinschaftswerk. Da habe ich gar keinen Zweifel. Wikinews ist ein Modell und daneben werden andere entstehen. Und dann wird es spannend, glaube ich.</p>
<p>
                              <strong>Was wünschen Sie sich für die Zukunft?</strong>
                            </p>
<p>Erik Möller: Ich wünsche mir, dass der Bürger in Zukunft mehr partizipiert und nicht nur konsumiert. Das ist gewissermaßen unvermeidlich, weil es mehr Websites mit den entsprechenden Möglichkeiten geben wird. Darin sehe ich viel Potential, auch für demokratische Veränderung.</p>
</p>
<p>
                              <strong>Zurück zum<br />
                              <a href="adainterviewmoeller1_060119.shtml">ersten Teil</a> des Interviews mir Erik Möller.</strong>
                            </p>
<p>
                              <strong>Dies ist ein Vorabdruck aus dem neu gegründeten Netz-Magazin<br />
                              <a href="http://www.webwatching.info" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WebWatching</a>, das Studierende des Hamburger Instituts für Journalistik und Kommunikationswissenschaft entwickelt haben. WebWatching wird ab dem 1.02.06 abrufbar sein.</strong>
                            </p>
<p>
                              <strong>Weitere Links zum Thema:</strong>
                            </p>
<ul>
<li>
                                <a href="http://www.politik-digital.de/buchbesprechungen/buecher/bonin050913.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                                  <strong>Verändern Weblogs und Wikis das Netz?</strong><br />
                                </a>
                              </li>
<li>
                                <strong><br />
                                  <a href="http://www.politik-digital.de/buchbesprechungen/buecher/boninmoeller050913.shtml">Kommentar zur Rezension: Wir sind das Netz</a><br />
                                </strong>
                              </li>
<li>
                                <strong><br />
                                  <a href="http://www.wikipedia.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikipedia.de</a><br />
                                </strong>
                              </li>
</ul>
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