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	<title>Nachtleben &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Nachtleben &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Kommunaler Kulturkampf</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Der Antragsteller als Ärgernis?</b></span>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>Das Frankfurter Nachtleben leidet unter Überregulierung. Seit Mitte
der 90er Jahre setzen sich deshalb Initiativen für eine Liberalisierung
des restriktiven Reglements ein und kassierten dabei auch schon
handfeste Prügel für ihr unkonventionelles politisches Engagement. Im
Konflikt um die Störung von &#34;Ruhe und Ordnung&#34; hat sich die
subkulturelle Praxis politisiert: Jetzt intervenieren die Akteure in
den Kommunalwahlkampf.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Der Antragsteller als Ärgernis?</b></span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Das Frankfurter Nachtleben leidet unter Überregulierung. Seit Mitte<br />
der 90er Jahre setzen sich deshalb Initiativen für eine Liberalisierung<br />
des restriktiven Reglements ein und kassierten dabei auch schon<br />
handfeste Prügel für ihr unkonventionelles politisches Engagement. Im<br />
Konflikt um die Störung von &quot;Ruhe und Ordnung&quot; hat sich die<br />
subkulturelle Praxis politisiert: Jetzt intervenieren die Akteure in<br />
den Kommunalwahlkampf.</b></span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Unter dem Motto &quot;Was ihr wollt vs. Was geht&quot; hatte die Frankfurter Party-Szene  in den alternativen Veranstaltungsort <a href="http://www.space-place.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Space Place</a><br />
eingeladen. In der alten Milchsackfabrik war ein Boxring aufgebaut<br />
worden, in dem sich vor allem die amtierende Oberbürgermeisterin <a href="http://www.petra-roth.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Petra Roth</a>(CDU) und der SPD-Spitzenkandidat  <a href="http://www.achim-vandreike.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Achim Vandreike</a> den Fragen eines eher jungen Publikums stellten. Über vier Runden ging der von Fernseh-Moderator <a href="http://www.latelounge.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Roberto Cappelluti</a><br />
moderierte Kulturkampf. Thema war die restriktive Politik der Stadt<br />
gegenüber den Veranstaltern von Partys und Betreibern von<br />
Szene-Hang-Outs. Hier kann Frankfurt dem vielfach formulierten Anspruch<br />
als weltoffene Metropole wahrgenommen zu werden, in keiner Weise<br />
gerecht werden. Auch wenn die Sperrzeit in der Frankfurter Innenstadt<br />
inzwischen auf die Putzstunde zwischen 5 und 6 Uhr verkürzt wurde,<br />
zeigt dies beispielsweise das Vorgehen der Polizei, die selbst<br />
Veranstaltungen im Umfeld der Kunstmesse &quot;Art&quot; sowie der Frankfurter<br />
Buchmesse bereits mit Verletzten beendet hat.</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In den Mittelpunkt der<br />
Podiumsdiskussion geriet immer wieder das Ordnungsamt, das die<br />
Antragsteller nach Auskunft von Anwesenden lieber als Ärgernis, denn<br />
als Bürger behandele. Mitveranstalter Matthias Morgenstern forderte<br />
deshalb, statt dem Verbotsbescheid das sogenannte<br />
&quot;Realisierungsgespräch&quot; zur Regel zu machen. Auch Vandreike mahnte eine<br />
Umorientierung vom Obrigkeitsdenken zur Partnerschaft an, die auch die<br />
Oberbürgermeisterin unter dem Stichwort &quot;Serviceorientierung&quot;<br />
versprach. Während Roth damit vor allem eine Vereinfachung der<br />
Verwaltungsverfahren durch verbesserte Koordination (&quot;one-stop-agency&quot;)<br />
meint, wurde deutlich, dass darüber hinaus ein verändertes<br />
Kulturverständnis gefragt ist. In der abschließenden Runde über<br />
&quot;Kulturpolitik&quot; fragte sie wiederholt, was denn nun für ein Gegenstand<br />
diskutiert werde &#8211; etwa &quot;Stadtteilkultur&quot;? Hier zeigte sich auch, dass<br />
die zur Beurteilung herangezogenen Maßstäbe recht unterschiedlich sind:<br />
Während prestigeträchtige Großveranstaltungen wie der <a href="http://www.sof.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">&quot;Sound of Frankfurt&quot;</a><br />
sowie der Lärm von LKWs akzeptiert werden, werden die Dezibelmessungen<br />
lieber am Club neben der Strasse vorgenommen, wie der ehemalige<br />
Betreiber des Ostklub, Hans Romanov, berichtete.</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Abschließend lässt sich von einem<br />
Punktsieg für Vandreike sprechen: Während sich die Verwaltungschefin<br />
als paternalistisches Stadtoberhaupt präsentierte und jedes Problem<br />
durch persönliche Absprache zu lösen versprach (&quot;Rufen Sie mich morgen<br />
an&#8230;&quot;), konnte der SPD-Kandidat zum Beispiel mit dem juristischen<br />
Problem der persönlichen Haftbarkeit von Mitarbeitern der städtischen<br />
Verwaltung in Sachen &quot;Brandschutz&quot; argumentieren. Auch wies er darauf<br />
hin, dass das Thema durch diese Veranstaltung nun im<br />
politisch-administrativen System angekommen sei. Was Aktivisten wie<br />
Romanov, der für die Nutzung rechtlicher Freiräume plädierte, suspekt<br />
erscheinen muss, ist aus der Perspektive politischer Kommunikation<br />
plausibel: Die Akteure haben sich mit einer Diskussionsveranstaltung im<br />
Kommunalwahlkampf und der Ankündigung zur Formulierung von<br />
Wahlprüfsteinen als potenzielle Wähler so artikuliert, dass es auch<br />
Politiker verstehen müssten. Ergänzt wird der Versuch<br />
kommunalpolitischer Einflussnahme durch eine <a href="http://www.nachttanzdemo.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">&quot;Nachttanzdemo&quot;</a>,<br />
die am 10. März ab 22 Uhr durch die Frankfurter Straßen ziehen soll. Ob<br />
diese das Ergebnis der Wahl am 18. März tatsächlich zugunsten einer<br />
Frankfurter Kultur, die jenseits repräsentativer Edel-Events und<br />
etablierter Institutionen stattfindet, beeinflussen wird, darf jedoch<br />
bezweifelt werden.</span></p>
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