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	<title>NATO &#8211; politik-digital</title>
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	<title>NATO &#8211; politik-digital</title>
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		<title>EU und NATO im gemeinsamen Kampf gegen hybride Bedrohungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sam van Wijk]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Apr 2017 09:18:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[hybride Bedrohungen]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Kampf gegen Hackerangriffe, Propaganda und Desinformationskampagnen setzen immer mehr Länder auf internationale Zusammenarbeit. Nun unterschrieben 9 Staaten das Memorandum [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/natoeu.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-152000" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/natoeu-630x334.png" alt="Titelbild: EU by OpenClipart-Vectors &amp; NATO by Clker-Free-Vector-Images via pixabay edited by Johannes Brinz, CC0 Public Domain" width="630" height="334" /></a>Im Kampf gegen Hackerangriffe, Propaganda und Desinformationskampagnen setzen immer mehr Länder auf internationale Zusammenarbeit. Nun unterschrieben 9 Staaten das Memorandum zur Errichtung des Zentrums gegen hybride Bedrohungen in Helsinki – eine gemeinsame Plattform von NATO und EU.</p>
<p>Der 11.04.2017 war für den internationalen Kampf gegen die Bedrohung durch Cyber-Kriminalität ein wichtiger Tag. Neun Länder unterschrieben in Finnland ein entsprechendes Memorandum. Somit wurde formell die Eröffnung eines gemeinsamen Zentrums gegen hybride Bedrohungen beschlossen. Hybride Kriegsführung beschreibt den Einsatz von militärischen und nichtmilitärischen Mitteln zur Durchsetzung von politischen und strategischen Zielen. Nach einer fast einjährigen Planungsphase, kamen an diesem Tag die Vertreter der Länder Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Lettland, Litauen, Polen, Schweden und die USA in Helsinki zusammen. Sie setzten somit ein wichtiges Zeichen für die internationale Kooperation gegen Cyber-Kriminalität. Gemeinsam Strategien gegen Hackerangriffe, Propaganda und Desinformationskampagnen statt des Einsatzes militärischer Mittel sind das Ziel.</p>
<p>Das Zentrum gegen hybride Bedrohungen, European Center of Excellence for Countering Hybrid Threats, besteht aus einem 10 köpfigen Team von Experten und hat ein jährliches Budget von ungefähr 1,5 Millionen Euro. Im Juli soll das Zentrum noch um mehrere Länder erweitert werden. Allerdings wird es wahrscheinlich noch bis Juli dauern, bis die nationalen Entscheidungen gefallen sind. Angriffe über Datennetze dürfen seit Neuestem wie andere militärische Angriffe behandelt werden. Aus diesem Grund war die Gründung eines Bündnisses unumgänglich. Da Schweden und Finnland EU-Mitglieder sind, aber keine NATO Bündnispartner, stellt die Errichtung des neuen Zentrums eine gemeinsame Plattform der EU und NATO dar. Finnland gilt wegen seiner 1.300 km langen Grenze zu Russland als strategisch wichtig.</p>
<p>Anlässlich der wachsenden Bedrohung hatten die Länder beschlossen, abgestimmte und gemeinsame Standards zur Abwehr zu schaffen. Hybride Bedrohung, wie Hacker-Angriffe und Propaganda, nehmen immer mehr zu. Russland wird verdächtigt, für die Annexion der Krim-Halbinsel hybride Kriegsführung eingesetzt zu haben. Auch werden sie von einigen verdächtigt, durch gezielte Hackerangriffe entscheidend die Wahl des US-Präsidenten manipuliert zu haben. Solche hybriden Aktivitäten sind für die europäische Sicherheit ein großes Problem. Dem soll nun entgegengewirkt werden. Durch gemeinsam entwickelte Strategien sollen in Zukunft Bedrohungen rechtzeitig erkannt und bekämpft werden können.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild:<a href="https://pixabay.com/de/europa-europ%C3%A4ischen-union-flagge-155191/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> EU by OpenClipart-Vectors</a> &amp; <a href="https://pixabay.com/de/flagge-nato-norden-atlantik-40828/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">NATO by Clker-Free-Vector-Images</a> via pixabay edited by Johannes Brinz, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Propagandakrieg im Netz: Europa fast unbewaffnet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2015 15:16:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Ist das Web 2.0 tot?]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Die moderne Kriegspropaganda macht schon längst auch vor dem Internet nicht mehr halt. Auf Facebook, Twitter und Co werden die Konflikte der Gegenwart ebenso hart ausgetragen wie in der analogen Welt. Über YouTube wird Bildmaterial der aktuellen Konflikte verbreitet, um Stimmung zu machen. Wie sind die Armeen der Welt auf diesem Schlachtfeld aufgestellt?</p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die starke Ausdehnung des selbst ernannten Islamischen Staates (IS) im Irak und in Syrien macht auch vor dem Internet nicht halt. Seit einigen Monaten ergießt sich ein Strom von Videos ins Netz, die Enthauptungen, Massenerschießungen oder Selbstmordanschläge der radikalen Islamisten zeigen. Auch die Bilder von gekreuzigten Menschen, geschändeten Leichen oder um ihr Leben flehenden Geiseln sind beispiellos grausam. Die Betreiber sozialer Netzwerke und Plattformen schaffen es angesichts der schieren Masse der propagandistischen Inhalte nicht, gegen die Verbreitung vorzugehen, und auch staatliche Institutionen scheinen bisher machtlos. Zwar können Accounts in sozialen Netzwerken aufgrund ihrer Inhalte gesperrt und gelöscht werden, doch IS-Anhänger finden immer neue Wege, diese zu verbreiten. Sie eröffnen Accounts unter anderem Namen oder weichen auf andere Internetseiten aus.</p>
<p>Darauf reagiert nun das britische Militär und gründet <a href="http://www.theguardian.com/uk-news/2015/jan/31/british-army-facebook-warriors-77th-brigade" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eine 1.500 Personen starke Einheit</a> an „Facebook-Kämpfern“: das 77. Bataillon. Angelehnt ist der Name an die 77. Einheit, die im Zweiten Weltkrieg mit kleinen Einheiten Guerillaangriffe auf japanischem Territorium durchführte und die japanische Armee dadurch zum Strategiewechsel nötigte. Die neu gegründete Einheit ist damit beauftragt, einerseits ein positives Bild der britischen Armee im Internet zu zeichnen und Zustimmung und Unterstützung zu generieren. Darüber hinaus sollen sie gegen Inhalte wie die des Islamischen Staates vorgehen. Grundlegende Erfahrungen dafür wurden aus der Aufstandsbekämpfung während des Afghanistankrieges gesammelt. Ziel der Strategie ist eine gewaltfreie Kriegsführung in den sozialen Medien durch gezielte Informationspolitik.</p>
<h3>Deutsche Bundeswehr: Ein Jahrzehnt ohne Erfolg in der Gegenpropaganda</h3>
<p>Bereits seit 2002 betreibt auch die deutsche <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/propaganda-die-psychokrieger-der-bundeswehr-a-163995.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundeswehr das Zentrum für Operative Kommunikation</a>. Dessen Aufgabe besteht darin, auf das Verhalten der gegnerischen Streitkräfte einzuwirken – auch bekannt als psychologische Kampf- oder Kriegsführung. Zu seinem Aufgabengebiet gehört nicht nur die Information der eigenen SoldatInnen und OffizierInnen, sondern auch die gezielte Einflussnahme auf gegnerische Konfliktparteien oder ZivilistInnen im entsprechenden Kampfgebiet. Zwar ist die Bedeutung des modernen digitalen Informationskrieges bei der Bundeswehr erkannt worden, doch bisher scheint sie wenig gegen die öffentlichkeitswirksame Propaganda des IS unternehmen zu können. Das hat auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière erkannt und eine <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/thomas-de-maiziere-will-aufklaerungsoffensive-gegen-islamisten-13277369.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aufklärungsoffensive gefordert</a>. Einen konkreten Plan dafür gibt es bisher jedoch noch nicht.</p>
<p>Was in diesem Bereich möglich ist, zeigt die Israelische Armee (IDF). Bereits seit 2008 ist diese auf insgesamt 30 Plattformen – Twitter, Facebook, YouTube, Instagram und vielen weiteren – und in sechs Sprachen unterwegs. Über die sozialen Netzwerke hat die IDF eine breite Basis, mit der sie im Internet ihre Standpunkte verbreiten kann. Im Sommer 2014 während des Gaza-Konflikts zwischen den radikalislamischen Kassam-Brigaden und dem israelischen Militär gipfelte dieser <a href="http://www.cnbc.com/id/101861248#." target="_blank" rel="noopener noreferrer">auch in einer öffentlichkeitswirksamen Schlacht auf den sozialen Plattformen</a>. Beide Konfliktparteien verbreiteten primär über den <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/gazastreifen-twitter-krieg-zwischen-israel-und-der-hamas-a-981310.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kurznachrichtendienst Twitter Informationen über den Konfliktverlauf</a> und veröffentlichten Bilder und Nachrichten, die den Gegner in ein schlechtes und die eigenen Taten in ein gutes Licht rücken sollten.</p>
<p>Man mag von den vielseitigen Maßnahmen des modernen Propagandakrieges halten, was man will. Es zeigt sich jedoch am oben beschriebenen Beispiel, dass er effizient ist und man sich offenkundig nur mit den gleichen Mitteln dagegen wehren kann. Doch die europäischen Staaten und Institutionen sind bei der Bekämpfung des Islamischen Staates bisher kaum erfolgreich und können keine wirksame Strategie vorweisen. Eher ungewollte Unterstützung erhielten sie hingegen Anfang Februar vom Hackerkollektiv Anonymus, <a href="http://www.nzz.ch/mehr/digital/is-anonymous-grammys-tony-abbott-1.18479215" target="_blank" rel="noopener noreferrer">das Accounts von vermeintlichen IS-UnterstützerInnen in sozialen Netzwerken hackte und kurzfristig abschaltete</a>.</p>
<h3>Asien: Netzpropaganda durch Geheimdienste und Hackergruppen</h3>
<p>Der moderne Informationskrieg bleibt jedoch häufig nicht mehr nur bei Online-Propaganda, sondern wird nicht selten durch Hacking und Sabotage der gegnerischen (Digital-)Infrastruktur unterstützt. In China unterhält der Geheimdienst beispielsweise die sogenannte <a href="http://www.abendblatt.de/politik/ausland/article113766122/Cyberangriff-aus-China.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Einheit 61398</a>“ und greift gemeinsam mit der chinesischen Hackergruppe „Shanghai Group“ gezielt amerikanische und andere relevante Ziele an. Seit 2009 besitzt auch das südkoreanische Militär eine eigene Einheit für psychologische Kriegsführung. Ursprünglich gegründet, um im Internet Regierungspropaganda gegen Nordkorea zu betreiben, nutzen Mitglieder der Einheit ihre Ressourcen derweil auch, <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/asien/suedkorea-seouls-cyberkrieger-machen-regierungspropaganda-12719930.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">um die Präsidentschaftskandidatin Park Guen-Hye zu loben und über die Opposition zu lästern</a>.</p>
<p>Gruppen von Hackern und Netzaktivisten, die Online-Propaganda für Regierungen betreiben, gibt es auch in Syrien und Ägypten. Diese agieren paramilitärisch, ihre Verbindung zu den offiziellen Militärstrukturen ist nicht eindeutig belegbar. Die „<a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/syrian-electronic-army-hacker-unterstuetzen-assad-regime-a-919036.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Syrian Electronic Army</a>“ etwa unterstützt den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad durch Hacker-Angriffe auf Oppositionsgruppen und Medien. Bekannt wurden die Hacks von Twitter-Accounts der Presseagenturen <a href="http://www.reuters.com/article/2012/08/06/net-us-reuters-syria-hacking-idUSBRE8721B420120806" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Reuters</a> und <a href="http://www.telegraph.co.uk/finance/markets/10013768/Bogus-AP-tweet-about-explosion-at-the-White-House-wipes-billions-off-US-markets.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AP</a> und die Versendung von falschen Tweets. In Ägypten lehnt sich die „<a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/egyptian-electronic-army-hacker-angriff-gegen-is-a-1004700.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Egyptian Electronic Army</a><span style="text-decoration: underline;">“</span> nicht nur namentlich an den die Syrian Electronic Army an, sondern geht auch mit ähnlichen Mitteln vor. Dabei unterstützt sie das ägyptische Militär und den neuen Machthaber Abdel Fattah el-Sisi. Auf Facebook und weiteren sozialen Netzwerken beziehen sie Stellung gegen die Muslimbruderschaft und den IS.</p>
<h3>Europa verliert Anschluss im Informationskrieg</h3>
<p>Den westlichen Armeen mangelt es hingegen bisher nicht nur an ausreichendem Personal, sonders es fehlt vor allem eine Strategie im Kampf gegen die Deutungshoheit des Islamischen Staates. Auch auf supranationaler Ebene beim Verteidigungsbündnis NATO und in der Außen- und Innenpolitik vieler europäischer Staaten scheint keine Strategie ersichtlich. Ob paramilitärische Hacker-Gruppen und ihre Aktivitäten die Lösung für die britische Armee sind, bleibt abzuwarten. Der ambitionierten Ankündigung des 77. Batallions müssen schnell Taten folgen, damit es nicht vollends den Anschluss im Informationskrieg verliert.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/icedsoul/3041770422" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Teymur Madjderey</a><br />
<img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
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		<title>Cyberwar: Die Angst vor der 14-Byte-Bombe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ralf Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Jun 2012 11:45:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[NATO]]></category>
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		<category><![CDATA[International Conference on Cyber Conflict]]></category>
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					<description><![CDATA[Die US-Regierung führt seit Jahren einen geheimen Cyberkrieg gegen den Iran. Doch noch gibt es weder anerkannte Regeln der Kriegsführung [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://politik-digital.de/cyberwar-die-angst-vor-der-14-byte-bombe/bild1/" rel="attachment wp-att-117432"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-117432" alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bild1.jpg" width="630" height="323" /></a></strong>Die US-Regierung führt seit Jahren einen geheimen Cyberkrieg gegen den Iran. Doch noch gibt es weder anerkannte Regeln der Kriegsführung noch lässt sich das Ausmaß der Bedrohung durch digitale Attacken abschätzen. Das Völkerrecht benötigt dringend ein Update &#8211; finden Cyberwar-Experten der NATO.</p>
<p>Mit dem Computervirus &#8220;Stuxnet&#8221; verhält es sich wie mit der Atombombe. Für die Entwicklung bedurfte es gewaltiger Ressourcen und eines genialen Geistes &#8211; der Nachbau ist dagegen ein Kinderspiel. Diesen Vergleich zog <a href="http://www.langner.com/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ralph Langner, der Mann, der &#8220;Stuxnet knackte&#8221;.</a> Vor einem Jahr gab der Cybersicherheits-Experte auf der dritten <em>International Conference on Cyber Conflict</em> (CyCon) der NATO-Staaten in Tallinn zu bedenken, wie einfach Stuxnet zu kopieren sei. Um eine ähnliche Attacke durchzuführen, sei weder Insider- noch Programmierwissen nötig. Auf seinem Blog findet man eine Anleitung zur &#8211; wie Langner es nennt &#8211; <a href="http://www.langner.com/en/2011/07/21/a-time-bomb-with-fourteen-bytes/#more-1028" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Zeitbombe aus 14-Byte&#8221;.</a></p>
<p>Kurz vor dem Auftakt des <a href="http://www.ccdcoe.org/343.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vierten Cyberwar-Gipfels, das noch bis zum 8. Juni in der estnischen Hauptstadt stattfindet</a>, zündete die <em>New York Times</em> eine mediale Bombe: Die USA und Israel hätten den Stuxnet-Virus programmiert, um die iranischen Urananreicherungsanlagen lahmzulegen. Wie der Washington-Korrespondent der NYT, David E. Sanger, in einem Vorabdruck seines neuen Buches &#8220;Confront and Conceal&#8221; enthüllt, <a href="http://www.nytimes.com/2012/06/01/world/middleeast/obama-ordered-wave-of-cyberattacks-against-iran.html?_r=1&amp;pagewanted=all" target="_blank" rel="noopener noreferrer">führt die Weltmacht seit 2006 einen geheimen Cyberkrieg gegen den Iran.</a> Im Sommer 2010 war die Cyberattacke auf die Atomanlage im iranischen Natanz bekannt geworden, als der Virus versehentlich die Atomanlage verließ und im Internet umherirrte: Erst durch diesen Programmfehler erfuhr die Welt von Stuxnet. So umstritten der Erfolg der 2006 aufgenommenen Geheimoperation &#8220;Olympic Games&#8221; in der beabsichtigten Verzögerung des iranischen Atomprogramms auch unter Beteiligten ist, so bewusst schien ihnen das mögliche Ausmaß der Folgen. Sollte sich die US-Regierung je offiziell zu dieser Kriegsführung bekennen, so soll US-Präsident Obama vor seinem Mitarbeiterstab befürchtet haben, würde dies &#8220;andere Staaten, Terroristen oder Hacker&#8221; legitimieren, selbst Cyberattacken zu verüben.</p>
<h3>Cyberkriege längst Realität</h3>
<p>Zweifellos erweitert die digitale Kriegsführung heute in beträchtlicher Weise die außenpolitischen Handlungsoptionen eines Staates, dem traditionellerweise diplomatische und militärische Mittel zur Verfügung stehen. Die USA etwa unterhält seit 2010 mit dem <em>U.S. Cyber Command</em> eine eigene Militärbehörde für den nach Land, Wasser, Luft und Weltraum &#8220;fünften Operationsraum&#8221;. Gerade weil sich Angriffe im Cyberspace schwer bis gar nicht zurückverfolgen lassen, stellen sie eine verlockende Alternative zu konventionellen Interventionen dar. Wie lautlos und effektiv staatliche Cyberattacken sein können, zeigt die unter Obama ausgeweitete Mission &#8220;Olympic Games&#8221;: Schätzungsweise um zwei Jahre wurde das iranische Atomprogramm zurückgeworfen, ohne dass der Angriff den USA oder Israel hätte nachgewiesen werden können. Zuvor wurde bereits der Virus Duqu gegen den Iran eingesetzt. Experten des russischen Softwareunternehmens Kaspersky Labs zufolge könnte der zuletzt <a href="http://www.nytimes.com/2012/05/31/technology/researchers-link-flame-virus-to-stuxnet-and-duqu.html?_r=1&amp;ref=cyberwarfare" target="_blank" rel="noopener noreferrer">im Nahen Osten entdeckte Trojaner Flame ebenfalls auf das Konto der Stuxnet-Programmierer gehen.</a> Allem Anschein nach ist Flame, der auch tausende Computer im Iran ausspioniert hat, erstmals 2007 eingesetzt worden.</p>
<p>Unbestreitbar liegt in der Möglichkeit der Anonymität auch die größte Gefahr des Cyberwar: Gegen wen richtet sich ein etwaiger Vergeltungsschlag, wenn lediglich Indizien für den Urheber der Attacke &#8211; technische und finanzielle Ressourcen, Motive für den Angriff &#8211; vorliegen. Darf der Iran aufgrund eines reinen Verdachtfalls militärische Ziele und Industrieanlagen in den USA und Israel torpedieren? Selbst bei klarer Beweislast stellt sich immer noch das Problem, ab wann von einem bewaffneten Angriff gesprochen &#8211; und mit welchen Mitteln darauf reagiert werden darf. Bislang fehlen völkerrechtlich akzeptierte Konventionen zur Begrenzung staatlicher Cyberkriege. Dabei ist ein Regelwerk für den Cyberkrieg längst überfällig.</p>
<p>Denn der Iran ist kein Einzelfall: <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,483416,00.html">Estland wurde 2007 als erstes Land Opfer einer gezielten Cyberattacke</a>, vermutlich steckte wie bei den Angriffen auf Georgien ein Jahr später Russland dahinter. In mehr als 100 Staaten hat China mutmaßlich Wirtschaftsspionage betrieben &#8211; auch das Bundeskanzleramt sowie das deutsche Außen- und das Wirtschaftsministerium waren davon betroffen. Die USA haben im vergangenen Jahr gleich zweimal mit Cyberattacken geliebäugelt: Das Pentagon erwog vor dem NATO-Einsatz in Libyen einen <a href="http://www.nytimes.com/2011/10/18/world/africa/cyber-warfare-against-libya-was-debated-by-us.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gezielten Cyberschlag gegen Gaddafis Luftwaffenverteidigung.</a> Bekanntermaßen griff der Staatenbund jedoch auf konventionelle Militärschläge gegen Radaranlagen und Raketenabwehrsystem zurück. Auch zog die USA bei der Navy-Seals-Operation im Mai 2011 gegen Osama Bin Laden in Betracht, pakistanische Radaranlagen mit digitalen Waffen auszuschalten, um die Helikopter unentdeckt nach Abbottabad zu fliegen. Über die Beweggründe dagegen wird spekuliert. Möglicherweise wollten die USA nicht offen legen, wie weit ihre Cyberkapazitäten zum damaligen Zeitpunkt reichten.</p>
<h3>Cyberangriff kein NATO-Bündnisfall</h3>
<p>Wer heute zu welchen Cyberattacken in der Lage ist und wie diese völkerrechtlich bewertet werden können, wird am <em>Cooperative Cyber Defence Center</em> (CCDC) der NATO studiert. Die Experten arbeiten deshalb an dem Entwurf eines Kriegs-Völkerrechts für den Cyberspace. Das 2008 gegründete Zentrum lädt zudem jedes Jahr renommierte Experten zur Cyberconflict-Konferenz nach Tallinn. Auf der vierten CyCon werden seit gestern militärische und paramilitärische Aktivitäten im Cyberspace erörtert. Völkerrechtliche Fragestellungen zur territorialen Souveränität und Neutralität gehören ebenso zum Programm wie Experten-Workshops zur Analyse von Cyberschädlingen. <a href="http://www.ccdcoe.org/11.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissensaustausch und Kooperation in Cyberthemen</a> sind die erklärten Ziele der Konferenz. Das Bedürfnis nach strategischer Zusammenarbeit zur Abwehr von Cyber-Gefahren scheint indes zu wachsen: Mittlerweile sind elf der 28 NATO-Staaten &#8211; darunter Deutschland &#8211; dem Exzellenz-Zentrum beigetreten -drei allein in den vergangenen sechs Monaten.</p>
<p>Bislang rüsten die Bündnispartner Cyber-Kampftruppen noch im Alleingang. Das soll sich bis Ende des Jahres ändern. Im Februar <a href="http://www.nato.int/cps/en/natolive/topics_78170.htm?" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einigten sich die NATO-Länder auf die Errichtung der Cyber Incident Response Capability (NCIRC)</a>. 58 Millionen Euro ist der NATO der Aufbau eines Cyberschutzschildes und der Bündelung von Cyberkompetenz Wert &#8211; nicht viel angesichts der Milliarden, die China und USA für digitale Kriegsführung ausgeben. Zunächst werden die nationalen Programme vorrangig weiterlaufen. Denn nach dem Lissabonner Strategiekonzept der NATO löst ein Cyberangriff auf einen Mitgliedstaat nicht den Bündnisfall aus. Deshalb schulte beispielsweise die Bundeswehr jahrelang die Einheit für Computernetzwerkoperationen für den Cyberkireg. Seit Ende 2011 soll sie auch für Angriffe einsatzbereit sein. Nach einem <a href="http://www.ftd.de/politik/deutschland/:elektronische-aufruestung-bundeswehr-bedingt-bereit-fuer-den-cyberkrieg/70046056.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bericht der Financial Times Deutschland fehlen aber noch die rechtlichen Grundlagen für mögliche deutsche Cyber-Operationen im Ausland.</a></p>
<p>Einen sicheren Schutz vor Cyberattacken wird es trotz aller Bemühungen nicht geben können. Deshalb fordern <a href="http://www.zeit.de/2012/18/Interview-Cyber-Security" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cyber-Sicherheitsexperten wie Sandro Gaycken auch die Trennung bestimmter Industrieanlagen wie Atomkraftwerke vom Netz</a> &#8211; diese Maßnahme bietet den besten Schutz gegen Angriffe aus dem Cyberwar. Länder wie Syrien, Nordkorea oder China isolieren ihr Netz vom globalen Netzverkehr &#8211; für westliche Demokratien ein undenkbarer Schritt. Die Freiheit auf Information und Austausch ist ein kostbares Gut, für die manche Gefahr auch bewusst in Kauf genommen werden muss. Wie eben die Anleitung zur 14-Byte-Bombe.</p>
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		<title>&#8220;NATO-Strategie muss weiterentwickelt werden&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Feb 2009 19:45:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Am Freitag den 06.02.09 war Horst Teltschik, Ex-Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, zu Gast im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Er beantwortete Fragen der Chatter zum Afghanistan-Krieg, internationaler Politik und über die Zukunft der NATO.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Freitag den 06.02.09 war Horst Teltschik, Ex-Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, zu Gast im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Er beantwortete Fragen der Chatter zum Afghanistan-Krieg, internationaler Politik und über die Zukunft der NATO.<!--break--></p>
<p>
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</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Herzlich Willkommen zum<br />
tagesschau-Chat. Heute startet die 45. Münchner<br />
Sicherheitskonferenz: Es ist das wohl wichtigste Forum zur Außen-<br />
und Sicherheitspolitik: Frankreichs Staatspräsident und<br />
Bundeskanzlerin Merkel sind in München. US-Präsident Obama schickt<br />
eigens seinen Vize an die Isar: Joe Biden will die Tagung nutzen, um<br />
die außenpolitischen Leitlinien der neuen US-Administration zu<br />
skizzieren. Ein Neuanfang in den transatlantischen Beziehungen steht<br />
bevor. In München ist uns jetzt Horst Teltschik zugeschaltet, er hat<br />
die Sicherheitskonferenz bis 2008 geleitet. Herr Teltschik, wir<br />
freuen uns sehr, dass Sie heute mit uns chatten! Die User von<br />
tagesschau.de und politik-digital.de haben schon Pre-Chat viele<br />
Fragen an Sie gerichtet. Bereit für die erste?
</p>
<p>
<b>Horst Teltschik</b>: Ich bin bereit!
</p>
<p>
<b>Puccini</b>: Dass Joe Biden eine Veränderung in der<br />
US-Außenpolitik ankündigen wird, ist für mich relativ<br />
wahrscheinlich. Nur wie könnte die aussehen und was heißt das für<br />
uns Europäer?
</p>
<p>
<b>Horst Teltschik</b>: Wir wissen im Augenblick nichts<br />
näheres, als dass der Präsident angekündigt hat, dass er zuhören<br />
will und dass er sich mit den Europäern konsultieren will. Es wird<br />
also nicht nur darum gehen, was die amerikanische Außenpolitik an<br />
neuen Schwerpunkten setzen wird, sondern Biden will sicher auch von<br />
den Europäern hören, welche Schwerpunkte wir haben.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Obamas Rede an der Berliner<br />
Siegessäule im Juli letzten Jahres, nun der wichtige Auftritt von<br />
Biden auf der Münchner Sicherheitskonferenz: Zufall oder zeichnen<br />
sich da besondere Beziehungen zwischen Washington und Berlin ab?
</p>
<p>
<b>Horst Teltschik</b>: Nein, denn die amerikanische<br />
Delegation war in jedem Jahr die stärkste auf der Münchner<br />
Sicherheitskonferenz. Es waren immer mehrere Senatoren da und<br />
Minister aus den USA. Es ist zum ersten Mal der Vize-Präsident da,<br />
der aber früher schon als Senator an der Konferenz teilgenommen hat.<br />
Es wird auch der neue Sicherheitsberater da sein, der auch in den<br />
letzten acht Jahren in München auf der Konferenz war. Aber diese<br />
starke Repräsentanz der Amerikaner zeigt, dass sie hier jetzt<br />
hoffentlich stärker auf die Europäer zugehen wollen. Und wir können<br />
nur hoffen, dass inhaltlich sich eine neue und stärkere<br />
Zusammenarbeit abzeichnen wird. Das gilt nicht nur für Afghanistan,<br />
für uns wichtiger wären die Beziehungen zu Russland und die<br />
Beziehungen zum Iran.
</p>
<p>
<b>Thaisen</b>: Warum stockt Deutschland seine Truppen<br />
in Afghanistan nicht deutlich auf, um somit kurz-/mittelfristig eine<br />
noch bedeutendere (Sicherheits-)Präsenz zu schaffen?
</p>
<p>
<b>Horst Teltschik</b>: Das ist eine Frage, die sicher<br />
zwischen der neuen amerikanischen Regierung und den Europäern<br />
diskutiert werden wird. Die USA haben eine Verstärkung ihrer<br />
militärischen Kräfte angekündigt. Ob darüber hinaus mehr getan<br />
werden muss, darüber wird jetzt gesprochen werden. Wir müssen<br />
leider feststellen, dass sich die Sicherheitslage in Afghanistan<br />
deutlich verschlechtert hat. Aber das kann nicht nur mit neuen<br />
militärischen Kräften beantwortet werden, sondern was gerade auch<br />
die Bundesregierung angesprochen hat, ist, dass wir mehr Ausbilder<br />
für die afghanische Polizei benötigen und dazu beitragen müssen,<br />
dass die afghanische Armee aufgebaut wird, um selbst für die<br />
Sicherheit im Land sorgen zu können.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Glauben Sie, dass Joe Biden an diesem<br />
Wochenende von Deutschland ein stärkeres Engagement in Afghanistan<br />
einfordern wird?
</p>
<p>
<b>Horst Teltschik</b>: Das werden wir sehen. Das kann<br />
ich nicht beantworten. Es wird ja intensiv über Afghanistan<br />
gesprochen werden. Präsident Karzai wird auf der Konferenz sein.<br />
Seine Regierung steht unter starker Kritik. Sie gilt als korrupt und<br />
als wenig effizient beim Aufbau einer funktionierenden Verwaltung für<br />
das ganze Land. Das heißt, bevor wir über stärkere Engagements in<br />
Afghanistan, von welcher Seite auch immer sprechen: Vorrangig ist,<br />
dass die afghanische Regierung selbst Korruption abbaut und eine<br />
funktionierende Verwaltung aufbaut. Und das gilt nicht nur für die<br />
Hauptstadt. Das gilt vor allem für die Provinzen, wo sie praktisch<br />
heute kaum Einfluss hat.
</p>
<p>
<b>JONES</b>: Wäre es nicht intelligenter, Lehrer und<br />
Ärzte nach Afghanistan zu schicken anstatt Waffen und Soldaten? Auch<br />
damit könnten wir Geld verdienen!
</p>
<p>
<b>Horst Teltschik</b>: Damit kann man kein Geld<br />
verdienen, sondern das würde uns Geld kosten, denn sowohl die<br />
Europäer wie die Amerikaner müssten die Entsendung von Ärzten und<br />
Lehrern finanzieren. Aber wir werden nur Ärzte und Lehrer gewinnen<br />
können nach Afghanistan zu gehen, wenn sie wissen dass sie sicher<br />
sind. Und die Sicherheit können nur Soldaten und Polizisten regeln.<br />
Und deshalb brauchen wir beides. Wir brauchen militärische Kräfte<br />
für die Sicherheit und wir brauchen zivile Kräfte wie Ärzte,<br />
Lehrer und andere Fachkräfte, um eine Entwicklung Afghanistans zu<br />
sichern und damit die Stabilität zu garantieren.
</p>
<p>
<b>erk</b>: Hat die Bundeswehr in sicherheitspolitischen<br />
Fragen eigentlich irgendein Mitspracherecht?
</p>
<p>
<b>Horst Teltschik</b>: In Afghanistan ist die NATO als<br />
Bündnis verantwortlich. Wir sind ein gleichberechtigtes Mitglied in<br />
der NATO und haben von daher ein Mitspracherecht wie alle anderen<br />
Mitgliedsstaaten.
</p>
<p>
<b>iggy</b>: Welche Rolle hat die NATO Ihrer Meinung<br />
nach in der heutigen Weltordnung noch?
</p>
<p>
<b>Horst Teltschik</b>: Das ist eine außerordentlich<br />
wichtige Frage, die auf der Konferenz diskutiert werden wird. Im<br />
Vorfeld der Konferenz haben Präsident Sarkozy und Bundeskanzlerin<br />
Merkel einen Beitrag in der &quot;Süddeutschen Zeitung&quot;<br />
veröffentlicht, in dem sie mit Recht darauf hinweisen, dass die<br />
NATO-Strategie weiterentwickelt werden muss, weil sie nicht nur für<br />
die Mitgliedsstaaten verantwortlich ist, sondern heute weltweit<br />
Einsätze durchführt: wie beispielsweise auf dem Balkan und in<br />
Afghanistan. Die Frage muss diskutiert werden: Wie sieht zukünftig<br />
die Verantwortung der NATO aus? Übernehmen wir weltweite<br />
Verantwortung? Und wie werden wir zukünftig unserer Verantwortung<br />
gerecht? Nicht nur mit militärischen, sondern auch mit zivilen<br />
Mitteln. Was heißt das für die zukünftige Strategie der NATO und<br />
für die zukünftige Ausrüstung der NATO? Es zeichnet sich auch ab,<br />
dass die Europäische Union eine eigenständige sicherheitspolitische<br />
Verantwortung übernimmt. Beispiel Georgien-Konflikt: Der<br />
Waffenstillstand wurde von dem EU-Präsidenten Sarkozy verhandelt und<br />
durchgesetzt, ohne dass die USA und die NATO einbezogen war. Wir<br />
müssen also auch klären, wie zukünftig die Zusammenarbeit zwischen<br />
NATO und der Europäischen Union in sicherheitspolitischen Fragen<br />
aussehen soll.
</p>
<p>
<b>URS</b>: Ist auch eine Auflösung der NATO denkbar?
</p>
<p>
<b>Horst Teltschik</b>: Nein. Die NATO ist das<br />
erfolgreichste sicherheitspolitische Bündnis der Geschichte. Es ist<br />
für uns Europäer die vertragliche Garantie der Zusammenarbeit mit<br />
den USA. Die Frage geht nicht um eine Auflösung, sondern um die<br />
Weiterentwicklung der NATO und die Frage der Zusammenarbeit mit der<br />
Europäischen Union und vor allem mit Russland im Rahmen der OSZE.
</p>
<p>
<b>peter Schafranek</b>: Wie können der Westen und<br />
Russland das notwendige vertrauensvolle Verhältnis zueinander wieder<br />
aufbauen, ohne dass der Westen die russische Forderung nach<br />
Einflusszonen und auch die territorialen Ergebnisse des<br />
Georgien-Krieges akzeptiert?
</p>
<p>
<b>Horst Teltschik</b>: Präsident Medwedew hat im Juli<br />
letzten Jahres den Vorschlag einer gesamteuropäischen<br />
Sicherheitsordnung von Vancouver bis Wladiwostok vorgebracht. Das<br />
knüpft an die Pariser Charta für ein neues Europa vom November 1990<br />
an. Die Charta hatte das Ziel eine gesamte europäische Friedens- und<br />
Sicherheitsordnung zu errichten, also das sogenannte &quot;gemeinsame<br />
europäische Haus&quot; von dem Präsident Gorbatschow immer<br />
gesprochen hat. Ziel einer solchen europäischen Sicherheitsordnung<br />
ist es, die Sicherheit aller Staaten einschließlich Russlands zu<br />
garantieren. Die Russen haben ausdrücklich erklärt, dass dieser<br />
Vorschlag nicht gegen die NATO oder die europäische Union gerichtet<br />
sei, auch nicht gegen die OSZE, sondern dass eine Form gefunden<br />
werden müsse, die alle diese Organisationen einbinde und die<br />
Sicherheit aller Beteiligten gleichwertig berücksichtige. Die<br />
Tatsache, dass Medwedew von Vancouver bis Wladiwostok gesprochen hat,<br />
ist auch die Aussage, dass die USA und Kanada voll einbezogen werden<br />
sollen. Das ist ein wichtiger Vorschlag, den man weiterverfolgen<br />
sollte. Präsident Sarkozy und Bundeskanzlerin Merkel haben diesen<br />
Vorschlag positiv bewertet. Es wird jetzt darauf ankommen, dass die<br />
neue amerikanische Regierung dieses Projekt unterstützt und dass die<br />
Europäer gemeinsam mit den Amerikanern einen Vorschlag erarbeiten<br />
und vor allem mit Russland ein gemeinsames Ergebnis anstreben. Im<br />
Rahmen eines solchen Gesamtkonzeptes werden Konflikte wie im Falle<br />
Georgiens oder Transnistriens oder Nagorni-Karabach gelöst werden<br />
können.
</p>
<p>
<b>peter Schafranek</b>: Wie kann man endlich Russland<br />
die eingebildete und tief sitzende Angst vor westlicher Einkreisung<br />
und vor einer aggressiven NATO nehmen &#8211; durch einen substantiellen<br />
Kooperationsvertrag oder besser gleich durch eine<br />
NATO-Mitgliedschaft?
</p>
<p>
<b>Horst Teltschik</b>: Präsident Clinton hatte dem<br />
russischen Präsidenten Jelzin einmal in einem Brief und auch<br />
mündlich vorgeschlagen, dass Russland Mitglied der NATO werden<br />
könne. Jelzin habe damals geantwortet, dieser Vorschlag käme für<br />
Russland zu früh. Dieser Vorschlag einer NATO-Mitgliedschaft wäre<br />
eine Alternative zu einer gesamteuropäischen Sicherheitsordnung.<br />
Aber unverständlicherweise ist die NATO für die Mehrheit der Russen<br />
immer noch ein Gegner und wird als Feindbild gesehen. Das kann man<br />
nur abbauen, wenn man Russland seine eigene Sicherheitslage vor Augen<br />
führt. Im Osten hat es Russland mit der Volksrepublik China zu tun,<br />
im Süden mit islamischen Staaten, im Westen mit den Europäern. Wenn<br />
man sich dieses Bild vor Augen führt, dann kann es für Russland<br />
eigentlich nur eine Antwort geben: Nämlich die Zusammenarbeit mit<br />
den demokratischen Europäern, von denen die geringste Gefahr<br />
ausgeht.
</p>
<p>
<b>peter Schafranek</b>: Sehen Sie die Chance, einen<br />
gemeinsamen Raketenabwehrschirm für USA, Europa und Russland gegen<br />
absehbare Bedrohungen aus Süd und Ost gemeinsam, d. h. mit Russland<br />
zu bauen?
</p>
<p>
<b>Horst Teltschik</b>: Wenn man einen<br />
Raketenabwehrschirm errichten will, dann sollte man alles tun, um<br />
Russland gleichberechtigt und uneingeschränkt einzubeziehen und<br />
einen Schirm zu errichten, der alle Europäer in West und Ost<br />
schützen sollte. Ob dieser Raketenabwehrschirm heute schon<br />
erforderlich ist, ist aus meiner Sicht abschließend noch nicht zu<br />
beantworten weil er in erster Linie gegen den Iran gerichtet wäre.<br />
Aber die Verhandlungen mit dem Iran sind noch nicht abgeschlossen. Es<br />
gibt immer noch die Hoffnung, Iran daran zu hindern, Nuklearwaffen zu<br />
entwickeln. Außerdem gibt es die Alternative der nuklearen<br />
Abrüstung, auf der Münchner Konferenz wird mit Sicherheit darüber<br />
gesprochen werden, dass die USA und Russland Verhandlungen aufnehmen<br />
sollen zu drastischen Reduzierungen ihrer Nuklearsysteme. Denn sie<br />
verfügen über 95 Prozent des Kernwaffenpotenzials. Und Ziel sollte<br />
es sein mittelfristig alle Nuklearwaffen weltweit abzubauen. Das<br />
könnte dazu führen, dass andere Staaten, einschließlich der Iran,<br />
auf den Aufbau der Nuklearwaffen verzichten. Dann bräuchte man auch<br />
keinen Raketenabwehrschirm.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Rechnen Sie am Wochenende mit<br />
konkreten Initiativen zu Rüstungskontrolle und Abrüstung?
</p>
<p>
<b>Horst Teltschik</b>: Unser Außenminister Steinmeier<br />
hat bereits angekündigt, dass er in seiner Rede Vorschläge<br />
einbringen will. Und ich hoffe, dass darüber diskutiert wird.<br />
Präsident Obama hat angekündigt, dass für ihn Abrüstung ein<br />
wichtiges Thema sei, so dass eine gute Chance besteht, dass wir nach<br />
20 Jahren Pause wieder neue Abrüstungs- und Kontrollverhandlungen<br />
bekommen. Das ist deshalb wichtig, weil der Vertrag über die<br />
Reduzierung von strategischen Nuklearwaffen zwischen USA und Russland<br />
im nächsten Jahr ablaufen wird und dringend neu verhandelt werden<br />
muss. Das gleiche gilt auch für den Vertrag über die Begrenzung der<br />
konventionellen Streitkräfte in Europa, ein Vertrag den Russland<br />
ratifiziert hatte aber nicht die NATO und den Russland jetzt<br />
seinerseits aufgekündigt hatte. Es besteht die dringliche<br />
Notwendigkeit, über diesen Vertrag neu zu verhandeln.
</p>
<p>
<b>Emmanuel</b>: Wie hoch sehen Sie die Chancen, dass<br />
die USA und Russland sich auf mehr Abrüstung einigen können?
</p>
<p>
<b>Horst Teltschik</b>: Ich bin sehr optimistisch, weil<br />
Präsident Obama schon in den ersten Tagen seiner neuen Regierung<br />
zeigt, dass er seine Ankündigungen im Wahlkampf auch gewillt ist<br />
einzuhalten. Außerdem führt die Finanzkrise weltweit dazu, dass die<br />
Regierungen immer weniger Geld zur Verfügung haben und Rüstungen<br />
sind extrem teuer. Und ich hoffe, dass die Tatsache, dass alle<br />
Regierungen jetzt sparen müssen, die Bereitschaft erhöht, Rüstungen<br />
zu reduzieren.
</p>
<p>
<b>Thaisen</b>: Kann &quot;Sicherheitspolitik&quot; in<br />
Zeiten der (untereinander konkurrierenden) Global-Players (zum<br />
Beispiel China, Indien) überhaupt einen gemeinsamen Nenner finden?
</p>
<p>
<b>Horst Teltschik</b>: Gerade die Globalisierung zeigt,<br />
wie sehr alle Staaten dieser Welt immer stärker voneinander abhängig<br />
werden. Das gilt vor allem auch für die Fragen der Sicherheit. Es<br />
geht bei der Sicherheit heute nicht nur um traditionelle Kriege<br />
zwischen Staaten, die leider auch immer noch stattfinden, sondern es<br />
geht um eine Vielzahl neuer Gefährdungen, die weltweit alle Staaten<br />
treffen können, angefangen vom Terrorismus über das Gefälle<br />
zwischen reich und arm, Klimawandel, Seuchen, internationale<br />
Kriminalität, Drogenhandel und so weiter. Das heißt, kein Land<br />
dieser Erde kann seine Sicherheitsprobleme heute alleine lösen,<br />
sondern muss die internationale Zusammenarbeit suchen. Und deshalb<br />
ist die Chance größer denn je, dass die weltweite Zusammenarbeit in<br />
Fragen der Sicherheit sich eher verstärken wird.
</p>
<p>
<b>wiggam</b>: Herr Teltschik, kann die Gefährdung<br />
durch Terrorismus jemals so groß werden wie die im kalten Krieg?
</p>
<p>
<b>Horst Teltschik</b>: Die Gefährdung im kalten Krieg<br />
kann nicht mit den Gefährdungen von heute gleichgesetzt oder<br />
verglichen werden. Der kalte Krieg &#8211; und das haben wir in und um<br />
Berlin erlebt &#8211; hat uns bekanntlich an die Grenze eines dritten<br />
Weltkrieges geführt. Wenn ich an die Kuba-Krise von 1961 erinnere,<br />
einen solchen globalen Krieg halte ich für heute nicht mehr möglich.<br />
Aber der Terrorismus zeigt wie am Beispiel des Terroranschlages vom<br />
11. September 2001 in New York und Washington, dass er völlig neue<br />
Formen und Gefährdungen annimmt, die jeden Tag einen anderen Staat<br />
treffen kann.Ausgangspunkt des Terrorismus können verschiedene<br />
Länder sein. Terrorismus ist schwer zu lokalisieren. Deshalb<br />
brauchen wir hier dringend die internationale Zusammenarbeit. Und die<br />
große Gefahr, die heute Sicherheitsexperten weltweit sehen, ist,<br />
dass Terroristen Zugang zu biologischen, chemischen und atomaren<br />
Waffen suchen und einsetzen könnten. Das heißt, die Gefahr heute<br />
ist viel diffuser, unberechenbarer und damit schwieriger zu begegnen.
</p>
<p>
<b>Eene_Wolke</b>: Herr Teltschik, was beschreibt Ihrer<br />
Meinung nach die derzeitigen Konfliktherde treffender: Kampf der<br />
Kulturen oder Kampf zwischen arm und reich?
</p>
<p>
<b>Horst Teltschik</b>: Der Kampf zwischen Kulturen<br />
findet aus meiner Sicht nicht statt. Im Gegenteil, die Globalisierung<br />
führt dazu, dass sich in immer stärkerem Maße die verschiedenen<br />
Kulturen begegnen, der Austausch sich verstärkt und dass Menschen<br />
aus allen Kulturen sich immer häufiger begegnen und lernen zusammen<br />
zu leben. Den Kampf, den wir heute erleben, beruht weitgehend auf<br />
einem religiösem Fundamentalismus der innerhalb der jeweiligen<br />
Kultur überwunden werden muss. Der Dialog zwischen Kultur kann dazu<br />
beitragen, aber die Entwicklung in den islamischen Staaten zeigt,<br />
dass ein solcher Fundamentalismus seine Ursache häufig darin hat,<br />
dass diese Kulturen mit modernen Zivilisationen konfrontiert werden &#8211;<br />
vor allem durch die Informations- und Kommunikationstechnologie, mit<br />
westlichen Medien &#8211; und damit fertig werden müssen und sich oft<br />
damit sehr schwer tun. Besonders schwierig ist die wachsende Kluft<br />
zwischen armen und reichen Ländern. Hier ist es dringend<br />
erforderlich, dass die Bürger in den reichen Ländern, vor allem<br />
auch in Deutschland &#8211; wir sind das dritt reichste Land der Welt &#8211;<br />
bereit sind, wieder zu lernen zu teilen und mit dem eigenen Reichtum<br />
mehr für die armen Länder dieser Welt zu tun. Die Frage richtet<br />
sich also an uns selbst, in welchem Maße wir bereit sind, mehr<br />
Mittel für arme Länder zur Verfügung zu stellen, vorausgesetzt,<br />
dass diese Mittel dort auf Regierungen treffen, die nicht korrupt<br />
sind und die bereit sind, eine effiziente und erfolgreiche Politik<br />
für ihre Völker durchzusetzen.
</p>
<p>
<b>Geeses</b>: Glauben Sie, dass es jemals ein<br />
konfliktfreies, friedliches Miteinander aller Menschen geben wird?<br />
Oder endet das Ganze hier irgendwann mit dem Big Bang?
</p>
<p>
<b>Horst Teltschik</b>: Es wird kein Paradies auf Erden<br />
geben. Es streiten sich ja nicht nur Völker, sondern es streiten<br />
sich ja täglich Menschen untereinander. Wir erleben täglich<br />
Gewaltanwendung bei uns selbst. Von daher glaube ich nicht an eine<br />
gewaltfreie Welt. Es heißt zwar immer, wir sollen aus der Geschichte<br />
lernen. Die Erfahrung zeigt, dass die Menschen das leider nicht tun.<br />
Oder nur sehr selten. Das erlebt man bereits bei den eigenen Kindern,<br />
die oft erst ihre eigenen Erfahrungen machen müssen, um zu lernen<br />
was gefährlich ist und was nicht. Einen Big Bang wird es Gott sei<br />
Dank nicht geben. Heute sind wir weltweit so vernetzt und so<br />
voneinander abhängig, dass jeder wissen muss, dass ein Big Bang<br />
nicht nur der Untergang anderer Völker bedeuten würde, sondern auch<br />
den Untergang des eigenen Volkes.
</p>
<p>
<b>Thomas</b>: Herr Teltschik, durch die sog.<br />
Friedenstruppen sind mehr Menschen getötet worden als durch die<br />
Taliban, Saddam Hussein und Al-Quaida zusammen. Ist es da nicht<br />
zynisch, von Sicherheitspolitik zu sprechen? Und wer schützt normale<br />
Menschen vor den Militaristen?
</p>
<p>
<b>Horst Teltschik</b>: Das ist eine sehr gewagte<br />
Aussage. Wenn die Taliban und Saddam Hussein und die Al-Quaida nicht<br />
über Sicherheitstruppen weitgehend ausgeschaltet worden wären,<br />
müssten wir wahrscheinlich mit wesentlich mehr Opfern rechnen.<br />
Beispiel: Acht Jahre lang hat Saddam Hussein Krieg gegen den Iran<br />
geführt, der Hunderttausende von Menschen das Leben gekostet hat.<br />
Saddam Hussein hat Giftgas gegen die Kurden eingesetzt, das tausende<br />
von Kurden &#8211; von Kindern bis alte Menschen &#8211; das Leben gekostet hat.<br />
Die Taliban haben viele Menschen umgebracht, haben Frauen auf den<br />
Straßen verprügelt, haben ihnen den Zugang zu Schulen verwehrt und<br />
Terror nach innen und außen ausgeübt. Das ist alles<br />
erfreulicherweise beendet worden. Die einzige Frage, die man<br />
diskutieren müsste, ob es Alternativen gegeben hätte zu einem<br />
militärischem Einsatz. Angesichts der hohen Kosten militärischer<br />
Einsätze halte ich diese Frage für berechtigt. Wenn man bedenkt,<br />
dass der amerikanische Krieg im Irak rund eine Billion Dollar bisher<br />
gekostet hat, wäre die Frage aus meiner Sicht fair zu diskutieren,<br />
ob man mit diesen Mittel nicht auf andere Weise eine Befriedung des<br />
mittleren Osten hätte durchsetzen können. Erfahrungsgemäß sind<br />
aber Regierungen und Wähler nicht bereit, solche Riesensummen in<br />
Friedenszeiten einzusetzen.
</p>
<p>
<b>Relfa</b>: Wie nehmen sie die Proteste gegen die<br />
Sicherheitskonferenz wahr und wie gehen die Teilnehmer damit um?
</p>
<p>
<b>Horst Teltschik</b>: Solange solche Proteste<br />
friedlich verlaufen, gibt es für keine Seite Probleme, weder für<br />
den Veranstalter, noch für die Polizei, noch für die Bürger. Das<br />
Problem besteht nur darin, dass jedes Jahr eine Gruppe von rund 500<br />
gewaltbereiten sich unter die friedlichen Demonstranten mischt, mit<br />
dem Ziel, Gewalt und Zerstörung einzusetzen. Und das löst natürlich<br />
bei Bürgern mit Recht Sorge und Befürchtungen aus. Aus meiner Sicht<br />
müssten die Veranstalter von Demonstrationen in einem stärkeren<br />
Maße dafür sorgen, dass die gewaltbereiten Autonomen keine Chance<br />
zum Einsatz erhalten. Mein Problem mit den Organisatoren der<br />
Demonstrationen besteht darin, dass sie die Konferenz Jahr für Jahr<br />
verteufeln und ihr Absichten unterstellen, die nicht der Wahrheit<br />
entsprechen. Die Konferenz ist völlig öffentlich und wird live im<br />
Fernsehen übertragen, so dass jeder Bürger feststellen kann, was<br />
auf der Konferenz von wem diskutiert wird. Aber ich selbst habe mit<br />
Demonstranten diskutiert, die mir gesagt haben, dass sie die<br />
Konferenz nicht interessiere. Sie nehmen sie nur zum Anlass, um ihre<br />
eigenen Interessen zu verfolgen. Damit ist ein Dialog sehr schwierig.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Erstmals wird auch Vertreter der<br />
Konferenz-Gegner an der Tagung teilnehmen. Was halten Sie von dieser<br />
Neuerung Ihres Nachfolgers Ischinger?
</p>
<p>
<b>Horst Teltschik</b>: Sie werden verstehen, dass ich<br />
mich zu Entscheidungen meines Nachfolgers nicht äußere. Ich selbst<br />
darf darauf hinweisen, dass ich zum Beispiel im letzten Jahr den<br />
Vorsitzenden von Human-Rights-Watch, Mr. Roth, zur Konferenz<br />
eingeladen habe. Er konnte seine Ideen auf einem Panel ausführlich<br />
vortragen. Es ging ihm dabei um ein weltweites Verbot der sogenannten<br />
Streuwaffen. Das Ergebnis seines Auftritts war, dass 99 Staaten im<br />
letzten Jahr in Oslo beschlossen haben Streuwaffen zu verbieten. Ein<br />
Auftritt einer solchen NGO macht Sinn, weil es zu Ergebnissen führen<br />
kann und weil alle Seiten miteinander seriös über solche Themen<br />
diskutiert haben.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Die Zeit ist leider schon vorbei: Das<br />
war der tagesschau-Chat für heute. Vielen Dank, liebe User, für<br />
Ihre Fragen. Das Chatprotokoll finden Sie in Kürze zum Nachlesen auf<br />
tagesschau.de und politik-digital.de. Herzlichen Dank, Herr<br />
Teltschik, für Ihre Zeit. Das Team von tagesschau.de wünscht allen<br />
noch einen schönen Tag.
</p>
<p>
<b>Horst Teltschik</b>: Vielen Dank und alles Gute!
</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">

</p>
<p>
&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>NATO wappnet sich für Internetkrieg</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/nato-wappnet-sich-fuer-internetkrieg-3886/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/nato-wappnet-sich-fuer-internetkrieg-3886/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[aluxelalaoui]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 May 2008 15:59:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Hacker]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Estland]]></category>
		<category><![CDATA[NATO]]></category>
		<category><![CDATA[Toomas Hendrik Ilves]]></category>
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					<description><![CDATA[Die NATO will noch in diesem Sommer ein neues Zentrum für Internet-Verteidigung errichten. Sie reagiert damit auf Drängen des estnischen Präsidenten Toomas Hendrik Ilves, dessen Land im vergangenen Jahr Ziel einer beispiellosen Internetattacke wurde. Sitz des neuen „centre of excellence on cyber defense“ soll Tallin werden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die NATO will noch in diesem Sommer ein neues Zentrum für Internet-Verteidigung errichten. Sie reagiert damit auf Drängen des estnischen Präsidenten Toomas Hendrik Ilves, dessen Land im vergangenen Jahr Ziel einer beispiellosen Internetattacke wurde. Sitz des neuen „centre of excellence on cyber defense“ soll Tallin werden.<!--break--> </p>
<p>
&nbsp;
</p>
<div align="left">
<b>Internet-Krieg 2.0</b>
</div>
<p><b></b></p>
<div align="left">
</div>
<div align="left">
</div>
<div align="left">
</div>
<div align="left">
</div>
<p align="left">
Sieben NATO-Nationen, darunter Deutschland, unterzeichneten am 14. Mai 2008 ein Abkommen zur Errichtung eines neuen Zentrums zur Abwehr von Internetangriffen. Es ist somit das neuste von zehn NATO-Spezialzentren (COE) weltweit. Ein 30-köpfiges Expertenteam soll von der estnischen Hauptstadt Tallin aus Hackerangriffen entgegentreten. <br />
Der Beschluss, der jüngst auf dem NATO-Gipfel in Bukarest vereinbart wurde, tritt ein Jahr nach dem Cyber-Angriff auf private und öffentliche Einrichtungen Estlands in Kraft. Der baltische Staat musste damals um Intervention der NATO bitten, nachdem neben Banken und Behörden, selbst Notrufnummern tagelang lahmgelegt wurden.
</p>
<div align="left">
<b>Estland im Fadenkreuz von Hackern</b>
</div>
<div align="left">
</div>
<div align="left">
</div>
<p align="left">
Von wo aus die Attacken koordiniert wurden, ist bis dato ungeklärt. Sicher ist nur, dass es sich um einen sog. DoS-Angriff („Dienstverweigerung“) handelte. Dabei werden einzelne Adressen mit einer gewaltigen Anzahl von Anfragen bombardiert, in der Folge werden die Server überlastet und stürzen ab. Privatrechner aus der ganzen Welt wurden über ein Botnetz gesteuert und an den Angriffen beteiligt. „Jemand muss sehr viel Geld bezahlt haben, um sich den Service von Internetverbrechen leisten zu können.“, resümiert der estnische Präsident Toomas Hendrik Ilves in der <a href="http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~E7CCF88CEFB6F467BB8D75A400C07B959~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FAZ</a> (06/2007). <br />
Vermutungen, Russland hätte die Attacken geplant, haben sich bislang nicht bestätigt. Im Vorfeld hat die Verlegung eines sowjetischen Mahnmals für viel Unmut in der russisch-stämmigen Bevölkerung Estlands gesorgt. Trotzdem eine Verbindung zum Kreml nicht nachgewiesen werden konnte, fordert Ilves ein Umdenken in der Appeasement-Politik gegenüber Russland und konstatiert manchen EU-Staaten Sorglosigkeit im Umgang mit Moskau.
</p>
<div align="left">
<b>„Akt der Aggression“?</b>
</div>
<div align="left">
</div>
<div align="left">
</div>
<p align="left">
Estland gilt als das internetfreundlichste Land Europas, in dem sogar Wahlen elektronisch möglich sind. Vorwürfe, das Land sei dadurch besonders verwundbar, streitet Ilves ab. Im Gegenteil: „Wir waren vorbereitet; nicht auf dieses Ausmaß, aber trotzdem waren wir vorbereitet.“. Auch juristische Vorbereitungen seien notwendig, stammen die NATO-Verträge noch aus Zeiten, in denen PCs eher seltener denn alltäglicher Gebrauchsgegenstand waren. Seiner Ansicht nach erfüllen auch Internetangriffe den völkerrechtlichen Tatbestand der Aggression: „Wenn jemand die estnische Stromversorgung lahmlegt, indem er unsere Kraftwerke bombardiert, dann ist das ein Akt der Aggression. Wenn er dasselbe macht, indem er die Computer angreift, was ist es dann?“.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>InfoMonitor April 2008: Anti-China-Proteste und Missbrauchsfall Amstetten waren Topthemen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/infomonitor-april-2008-anti-china-proteste-und-missbrauchsfall-amstetten-waren-topthemen-4089/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[InfoMonitor]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 May 2008 09:02:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Bahn]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Papst]]></category>
		<category><![CDATA[Peer Steinbrück]]></category>
		<category><![CDATA[Olympische Spiele 2008]]></category>
		<category><![CDATA[US-Wahlkampf 08]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[NATO]]></category>
		<category><![CDATA[Erwin Huber]]></category>
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					<description><![CDATA[Die anti-chinesischen Proteste während des weltweiten Olympia-Fackellaufs und der Missbrauchsfall im österreichischen Amstetten führen im April die Liste der Topthemen in den wichtigsten deutschen Nachrichtensendungen an. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die anti-chinesischen Proteste während des weltweiten Olympia-Fackellaufs und der Missbrauchsfall im österreichischen Amstetten führen im April die Liste der Topthemen in den wichtigsten deutschen Nachrichtensendungen an. <!--break--></p>
<p>
Die vier Hauptnachrichtensendungen von ARD, ZDF, RTL und SAT.1 berichteten zusammen 71 Minuten lang über den Olympia-Fackellauf, der Amstettener Fall brachte es auf 59 Minuten. Die Krise auf den weltweiten Finanzmärkten kam mit 38 Minuten auf Platz 3, gefolgt von der Affäre um deutsche Polizeiausbilder in Libyen (30 Minuten), dem Papst-Besuch in den USA (29 Minuten) und der Debatte über die Privatisierung der Deutschen Bahn (26 Minuten). Weitere Themen unter den Top-10 waren der Machtkampf in Simbabwe, der Tarifkonflikt bei der Deutschen Post, der NATO-Gipfel in Bukarest und der China/Tibet-Konflikt. Erhoben wurden diese Daten im Rahmen des regelmäßig durchgeführten InfoMonitors des Instituts für empirische Medienforschung IFEM, Köln.
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/04_top-10_themen_tv_hauptnachrichten.jpg" height="270" width="468" /><br />
<i>Untersuchungszeitraum: 1.4.-30.4.2008<br />
Untersuchte Sendungen: Tagesschau 20 Uhr; heute 19 Uhr; RTL aktuell; Sat.1<br />
News. &#8211; Quelle: IFEM, Grafik: politik-digital.de  </i>
</p>
<p>
Während bei „Tagesschau“ und „heute“ die Anti-China-Proteste den ersten Platz in der Topthemenliste einnahmen, war dies bei „RTL aktuell“ und „SAT.1 News“ der Missbrauchsfall von Amstetten. Bei „heute“ erreichte das letztere Thema Rang 4, in der „Tagesschau“ rangierte es nicht unter den ersten 20. Drei Politikthemen, die bei ARD und ZDF jeweils unter den Top-10 des Monats lagen, spielten bei RTL und SAT.1 kaum eine Rolle: die Bahn-Privatisierung, der Machtkampf in Simbabwe und der China/Tibet-Konflikt. Auf der anderen Seite machten „RTL aktuell“ und „SAT.1 News“ einen Fall von Piraterie vor der somalischen Küste zum Top-10-Thema, über den in „heute“ nur geringfügig und in der „Tagesschau“ gar nicht berichtet wurde.
</p>
<p>
Ein Schwerpunkt der beiden Nachrichtenmagazine von ARD und ZDF waren im April unter anderem die Vorwahlen in den USA, die bei „Tagesthemen“ und „heute journal“ jeweils Rang 4 belegten. Das „heute-journal“ beschäftigte sich außerdem intensiver mit der Affäre um deutsche Polizeiausbilder in Libyen (Rang 5), während die „Tagesthemen“ häufiger als die anderen Nachrichtensendungen über die Affäre im Zusammenhang mit der Bespitzelung von Journalisten durch den BND berichtete.
</p>
<p>
<b>CDU mit meisten Politikerauftritten, Merkel einsam an der Spitze</b>
</p>
<p>
Nach zwei Monaten, in denen die SPD &#8211; vor allem wegen parteiinterner Debatten &#8211; die meisten Politikerauftritte in den Fernsehnachrichten verzeichnen konnte, liegt im April 2008 wieder die CDU vorn. Insgesamt 418 Auftritte von CDU-Politikern wurden registriert gegenüber 385 der SPD. Die CSU nimmt Rang 3 mit 115 Auftritten ein, dicht dahinter die Grünen mit 101 Auftritten. FDP und Linke folgen mit einigem Abstand bei 32 bzw. 20 Auftritten.
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/04_parteienpr_tv_nachrichten.jpg" height="320" width="468" /><br />
<i>Untersuchungszeitraum: 1.4.-30.4.2008<br />
Insgesamt 1074 Politikerpräsentationen (genannt, gezeigt oder mit O-Ton)<br />
Untersuchte Sendungen: Tagesschau 20 Uhr; heute 19 Uhr; RTL aktuell; Sat.1 News; Tagesthemen; heute-journal. &#8211; Quelle: IFEM, Grafik: politik-digital.de   </i>
</p>
<p>
Am häufigsten präsent war erneut Bundeskanzlerin Angela Merkel mit 123 Auftritten, davon 46 mit O-Ton. Ungewöhnlich groß ist dieses Mal der Abstand zum Zweitplatzierten, Kurt Beck, der 40 Auftritte erzielte (18 mit O-Ton). Es folgen Peer Steinbrück (36, davon 17 mit O-Ton) und Erwin Huber (30, davon 23 mit O-Ton). Einziger Vertreter der Bundestagsopposition unter den Top-20 ist in diesem Monat Hans-Christian Ströbele von den Grünen (14, davon 11 mit O-Ton).
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/04_top-20_politiker_nachrichten.jpg" height="460" width="468" /><br />
<i>Untersuchungszeitraum: 1.4.-30.4.2008<br />
Insgesamt 1074 Politikerpräsentationen (genannt, gezeigt oder mit O-Ton)<br />
Untersuchte Sendungen: Tagesschau 20 Uhr; heute 19 Uhr; RTL aktuell; Sat.1 News; Tagesthemen; heute-journal. &#8211; Quelle: IFEM, Grafik: politik-digital.de   </i>
</p>
<p>
<b>Themenstruktur: Unterschiedliche Trends bei RTL und SAT.1?</b>
</p>
<p>
Im März war ein gegenüber den Vormonaten erhöhter Politikanteil bei den „SAT.1 News“ aufgefallen. Im April ist dieser Anteil wieder etwas zurückgegangen, liegt aber mit 24 Prozent (entspricht 3 Minuten pro Ausgabe) immer noch deutlich über der 20-Prozent-Marke. Diesen Wert erreichte der Politikanteil bei „RTL aktuell“ schon lange nicht mehr, im April lag er mit 13 Prozent (3 Minuten) noch einmal unter dem bereits niedrigen Wert des Vormonats. Ein genauerer Blick auf die Themenverteilung im April zeigt, dass die „SAT.1 News“ &#8211; bei einer erheblich kürzeren Sendungsdauer &#8211; über die Themenbereiche Politik BRD, Politik international, Wirtschaft sowie Gesellschaft/Justiz in etwa so lange berichten wie „RTL aktuell“. Dagegen berichtete RTL in diesem Monat doppelt so viel über Kriminalitätsthemen und viermal so viel über Human Interest/Buntes wie SAT.1.
</p>
<p>
Bei ARD und ZDF weisen „Tagesschau“ mit 47 Prozent (7 Minuten) und „heute“ mit 36 Prozent (7 Minuten) im April nahezu unveränderte Politikanteile auf. „Tagesthemen“ und „heute-journal“ berichteten mit 36 Prozent (9 Minuten) bzw. 37 Prozent (10 Minuten) deutlich weniger über Politik als im Vormonat. Dafür waren dieses Mal die Wirtschaftsthemen erheblich stärker vertreten: „Tagesthemen“ 17 Prozent (4 Minuten) und „heute journal“ 18 Prozent (5 Minuten). Dies ist unter anderem auch auf die globale Finanzkrise zurückzuführen.
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/04_themenstruktur_tv_nachrichten_prozent_0.jpg" height="404" width="468" /><br />
<i>Untersuchungszeitraum: 1.4.-30.4.2008<br />
Untersuchte Sendungen: Tagesschau 20 Uhr; heute 19 Uhr; RTL aktuell; Sat.1<br />
News; Tagesthemen; heute-journal. &#8211; Quelle: IFEM, Grafik: politik-digital.de </i>
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/NEU_04_themenstruktur_tv_nachrichten_minuten.jpg" alt="04 Themenstruktur TV-Nachrichten (in Minuten)" height="421" width="468" /><br />
<i>Untersuchungszeitraum: 1.4.-30.4.2008<br />
Untersuchte Sendungen: Tagesschau 20 Uhr; heute 19 Uhr; RTL aktuell; Sat.1<br />
News; Tagesthemen; heute-journal. &#8211; Quelle: IFEM, Grafik: politik-digital.de  </i></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Der Blogger-Sturm gegen NATO-TV</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/der-blogger-sturm-gegen-nato-tv-3856/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Apr 2008 10:21:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[NATO]]></category>
		<category><![CDATA[NATO-TV]]></category>
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					<description><![CDATA[Internetfernsehen Marke Eigenbau - das wollte jetzt auch die westliche Militär-Allianz NATO. Seit Anfang April 2008 werden auf NATOCHANNEL.TV kostenlos Interviews, Reportagen und Bilder von NATO-Einsätzen zur Verfügung gestellt. Der Krieg der Bilder soll nach dem Willen des Verteidigungsbündnisses jetzt um eine NATO-Perspektive erweitert werden. Hier soll es Bilder geben, die anderswo nicht zu sehen seien - so die Ankündigung. Ein Schachzug der Militärs, auf den die linke Blogger-Szene nur gewartet zu haben scheint. Dort wird zum verbalen Gegenschlag geblasen.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Internetfernsehen Marke Eigenbau &#8211; das wollte jetzt auch die westliche Militär-Allianz NATO. Seit Anfang April 2008 werden auf NATOCHANNEL.TV kostenlos Interviews, Reportagen und Bilder von NATO-Einsätzen zur Verfügung gestellt. Der Krieg der Bilder soll nach dem Willen des Verteidigungsbündnisses jetzt um eine NATO-Perspektive erweitert werden. Hier soll es Bilder geben, die anderswo nicht zu sehen seien &#8211; so die Ankündigung. Ein Schachzug der Militärs, auf den die linke Blogger-Szene nur gewartet zu haben scheint. Dort wird zum verbalen Gegenschlag geblasen.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
„NATO.TV &#8211; der Sender für die ganze Familie&quot; titelt der Blogger Martin16. Und mit sarkastischem Unterton führt er aus: „Erleben sie nun endlich die Wahrheit, wie die bösen Terroristen und das üble Internet totale Unwahrheiten über den Krieg erzählen, was ja gar nicht wahr ist!&quot; Redblog.Twoday.net pflichtet ihm bei. Dieser Blogger ist überzeugt, die unkritische Berichterstattung der Mainstream-Medien sei der NATO scheinbar nicht genug gewesen. Deshalb jetzt diese Kraftanstrengung &#8211; ein eigener NATO-Propagandakanal. Und Andreas K. hat sein Urteil bereits gefällt: „Exklusive Lügen von der Front!&quot;, so seine Analyse. Hauptzielscheibe der Blogger: NATO-Sprecher James Appathurai, der im Video-Blog „Off the Wire&quot; seine Sicht zu NATO-Fragen darlegt &#8211; ein gefundenes Fressen für NATO-Gegner.
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/screenshotnatochannel.jpg" height="138" width="200" />
</p>
<p align="center">
<i>Screenshot von Nato.tv </i>
</p>
<p>
<b>Zu große Mängel für wirkliche Propaganda?</b>
</p>
<p>
Starke Kritik der Blogger-Szene an den Inhalten des Kanals &#8211; damit dürften die Macher des NATO-Internetfernsehens gerechnet haben. Verletzen dürfte sie aber das vernichtende Urteil über die technische Qualität des neuen Angebots. Blogger Blackfox ist genervt angesichts der plumpen Herangehensweise. Spindoktor.de schmunzelt darüber, dass Videoclips derzeit nur über den Windows Media Player zu haben seien. Auf Mac oder Linux entgehe einem dieses Sehvermögen noch, so der hämische Vermerk des Spindoktors, der sich im Netz brüstet, Lügen und Propaganda von Politikern und PR-Agenturen aufzudecken.
</p>
<p>
<b>NATOCHANNEL.TV oder doch TV Kabul?</b>
</p>
<p>
Was die Blogger aussprechen, das könnte für das Militärbündnis aber zum echten Problem werden: bleibt das NATO-Angebot auch in Zukunft weiter hinter seinen technischen Möglichkeiten zurück, wird das inhaltliche Ziel der Allianz ad absurdum geführt. Der Plan der NATO ist dabei recht simpel: vom Afghanistan-Einsatz des Bündnisses werde stets nur die katastrophale Seite berichtet &#8211; also gewalttätige Ausschreitungen, Schießereien und Tote. Über die praktische Aufbauarbeit berichte niemand, so der Vorwurf des NATO-Pressesprechers James Appathurai an die Medien. Finanziert hauptsächlich durch Gelder der dänischen Regierung, sollen vor allem jene kleinen Radio- und Fernsehstationen mit kostenlosem Material versorgt werden, die sich kein teures Korrespondenten-Netzwerk leisten können, so schätzen Beobachter das NATO-Kalkül. Mit NATOCHANNEL.TV soll also eine Lücke im Marketing-Konzept geschlossen werden. Ob dieser Schuss nach hinten losgeht?</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Links, zwo, drei, vier (Kalenderwoche 16)</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/presseschau/links-zwo-drei-vier-kalenderwoche-16-3852/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/presseschau/links-zwo-drei-vier-kalenderwoche-16-3852/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Torge]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Apr 2008 17:09:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
		<category><![CDATA[tagesschau.de]]></category>
		<category><![CDATA[NATO]]></category>
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					<description><![CDATA[Manipulationsversuche einer tagesschau.de-Umfrage aus China, die Strategen hinter den Kulissen der
US-Onlinewahlkampagne und das Militärfernsehen der NATO: Die interessantesten Links in Sachen Internet und Politik aus dieser Woche.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Manipulationsversuche einer tagesschau.de-Umfrage aus China, die Strategen hinter den Kulissen der<br />
US-Onlinewahlkampagne und das Militärfernsehen der NATO: Die interessantesten Links in Sachen Internet und Politik aus dieser Woche.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<a href="http://www.tagesschau.de/ausland/china124.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chinesische Manipulationsversuche</a><br />
Chinesische Webseiten fordern Nutzer zu Manipulation einer tagesschau.de-Umfrage zur olympischen Fackellauf auf.
</p>
<p>
<a href="http://futurezone.orf.at/it/stories/269796/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EU-Parlament gegen Internetsperren</a><br />
Nach der letzten knappen Abstimmung im Parlament soll nach Urheberrechtsverletzern und Raubkopieren<br />
der Internetzugang doch nicht gesperrt werden.
</p>
<p>
<a href="http://www.kulturrat.de/detail.php?detail=1285&amp;rubrik=4" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutscher Kulturrat zur Bedeutung neuer<br />
Medien</a><br />
Neue Medien als Teil der kulturellen Bildung seien besonders wichtig.
</p>
<p>
<a href="http://www.ftd.de/technik/medien_internet/:Die%20Klickk%F6pfe/341727.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Strategen hinter<br />
US-Onlinewahlkampagnen</a><br />
Vom Programmierer zum Onlineberater der Präsidentschaftskandidaten: Dieser Weg kann kurz sein. Die Financial Times stellt Obamas Helfer vor.
</p>
<p>
<a href="http://www.opensecrets.org/lobbyists/indusclient.asp?code=B12&amp;year=2007" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lobbying Spending Database</a><br />
Das Senate Office of Public Records gibt die Zahlen für 2007<br />
heraus. Welche US-Organisation hat besonders viel gespendet?
</p>
<p>
<a href="http://www.heise.de/newsticker/Datenschuetzer-ruegt-Defizite-bei-Kommunen--/meldung/106632" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kommunen schlampig mit Datenschutz</a><br />
Laut dem letzten <a href="http://www.thueringen.de/imperia/md/content/datenschutz/taetigkeitsberichte/7_taetigkeitsbericht.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tätigkeitsbericht</a><br />
der Thüringer Landesbeauftragten für Datenschutz sei der<br />
Umgang mit Daten in Thüringer Kommunen verbesserungswürdig.
</p>
<p>
<a href="http://www.swr.de/nachrichten/-/id=396/nid=396/did=3396550/1d3p03z/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nato mit Videos im Netz</a><br />
Natochannel.tv soll das Image der Nato<br />
aufbessern.
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/screenshotnatochannel.jpg" height="141" width="206" />
</p>
<p align="center">
<i>Screenshot von natochannel.tv</i>
</p>
<p></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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