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	<title>Negativkampagne &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Negativkampagne &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Strategien für Kampagnen: Vom Targeting zum Themen-Management</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Dec 2000 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
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		<category><![CDATA[Negativkampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Themenmanagement]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">&#34;Die Strategie&#34;, wusste 
der alte Preußengeneral Carl von Clausewitz, &#34;ist die Ökonomie der Kräfte.&#34; 
Das gilt ganz besonders für die Kampagne - den kommunikativen Feldzug. Das Herz 
einer politischen Kampagne ist die Kommunikation mit dem Bürger.</span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">&quot;Die Strategie&quot;, wusste<br />
der alte Preußengeneral Carl von Clausewitz, &quot;ist die Ökonomie der Kräfte.&quot;<br />
Das gilt ganz besonders für die Kampagne &#8211; den kommunikativen Feldzug. Das Herz<br />
einer politischen Kampagne ist die Kommunikation mit dem Bürger.</span></b><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Eine Kampagne ist im Wesentlichen<br />
eine Serie von Kommunikations-Ereignissen. Sie soll bei den für eine Botschaft<br />
empfänglichen und erreichbaren Menschen eine gewünschte Wahrnehmung schaffen<br />
oder ausbeuten, um eine Mehrheit zu einer politischen Entscheidung zu bringen:<br />
für einen Kandidaten oder eine Partei zu stimmen &#8211; oder gegen ihre Gegner. Oder<br />
aber im Fall von Sachkampagnen Unterstützung zu leisten: finanzielle, kommunikative<br />
oder organisatorische Unterstützung, um Entscheidungsgremien unter Druck zu<br />
setzen. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Gute Kampagnen als Kommunikations-Feldzüge<br />
müssen </span>
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="650">
<tbody>
<tr>
<td valign="top" width="545">
<li><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">geplant Aufmerksamkeit<br />
			erregen, </span>
			</li>
<li><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">eine einheitliche Botschaft<br />
			in Bild und Wort präsentieren, </span>
			</li>
<li><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">den Kandidaten, die Partei<br />
			oder die Sache klar von den Wettbewerbern unterscheiden </span>
			</li>
<li><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">als wichtigstes Ziel die<br />
			Kontakt-Wiederholung anstreben. </span> </p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Die Schlüssel zum Sieg<br />
			sind die Intensität einer Botschaft und die Intensität des Kontakts &#8211; sprich<br />
			Wiederholung. </span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Nach einer intensiven<br />
			Recherche- und Aufbauphase beginnt jede Kampagne mit ihren ersten Versuchen,<br />
			Interesse an ihrem Kandidaten oder für ihre Sache zu wecken und ein Image<br />
			zu formen. Sie muss </span>
			</p>
<p>
			&nbsp;
			</p>
</li>
<li><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">die Menschen mit einem<br />
			Ereignis auf den Beginn der Kampagne aufmerksam machen, </span>
			</li>
<li><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">ihre Gesichter, ihren Appeal<br />
			und ihre Unterstützer einführen, </span>
			</li>
<li><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">eine Beziehung mit den<br />
			Medien aufbauen, </span>
			</li>
<li><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">einen Kampagnen-Stil als<br />
			eine Art Markenzeichen etablieren und </span>
			</li>
<li><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">ein dominantes Thema in<br />
			den Mittelpunkt rücken. </span> </p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Alte Techniken, neue<br />
			Technologie</b><br />
			Personalisierung, Emotionalisierung, Visualisierung, Ereignismanagement und<br />
			Themenmanagement: das sind alte Techniken für diese Kampagnen mit neuen Schlagworten.<br />
			Wirklich neu ist die Verbindung mit High-Tech: satellitengestützter elektronischer<br />
			Kommunikation, einem schrumpfenden Nachrichtenzyklus und Sofortzugriff auf<br />
			immense Informationsmengen. Dabei beschränkt sich die Medienkampagne längst<br />
			nicht nur auf die TV-gerechte Inszenierung oder das fixe Verteilen von O-Tönen<br />
			über Audio-Servicenummern für Radiojournalisten. Der Computer erleichtert<br />
			die Organisation durch gleichzeitige Briefings regionaler Mitarbeiter, er<br />
			ermöglicht Blitzumfragen, Direktmarketing durch Telefonaktionen aus dem Call-Center<br />
			und Massensendungen, er ermöglicht Web-Wahlkampf und Videoclips von Kandidaten,<br />
			die übers Internet an jeden PC gelangen. Ebenso erlaubt er umfassende Gegnerbeobachtung<br />
			(&quot;Opposition Research&quot;) und schnelle, korrektive Reaktion (&quot;rapid reponse&quot;,<br />
			&quot;rebuttal&quot;). Die Folge: Das Tempo wird schneller, der Stil härter, die Methoden<br />
			direkter. Rhythmus und Puls des Wahlkampfes folgen den Kandidaten ins öffentliche<br />
			Amt. </span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Und je schneller die<br />
			erzielten Umdrehungen, desto mehr Begeisterung lösen die atemlosen Macher<br />
			aus. &quot;Speed kills&quot; &#8211; dieses Wort aus dem Mund von Bill Clintons Ex-Strategen<br />
			George Stephanopoulos und James Carville haben viele Kampagneros zu ihrem<br />
			Motto gemacht: Schnelligkeit in Aktion und Reaktion gilt inzwischen als ultimatives<br />
			Symbol der Professionalität. Bei zu hohem Tempo aber, das sollte jeder schon<br />
			in der Fahrschule gelernt haben, kann man in wenigen Augenblicken die Kontrolle<br />
			über das Steuer verlieren. &quot;Speed kills&quot; &#8211; das ist ein sehr doppeldeutiges<br />
			Motto. Leider zu oft unverstanden. Tempo und Timing mit Professionalität zu<br />
			verwechseln, ist nur ein häufiger Fehler. </span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Eine Strategie &#8211; egal<br />
			für was &#8211; heißt zunächst einmal, einen <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/hintergrund/kplan.shtml">Kampagnen-Plan</a><br />
			zu haben. Ohne einen eindeutig fixierten Plan wird es sehr viel schwieriger,<br />
			dabei auf klarem Kurs zu bleiben. Sowohl Events, Bürgeraktionen und Medienarbeit<br />
			wie auch der zeitliche Verlauf der Kampagne, die Mitarbeiter und die Finanzen<br />
			wollen minutiös geplant sein. </span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Botschaft, Medien,<br />
			Adressat und Timing</b><br />
			Worum es geht, ist eine Grundausrichtung und ein Grundthema. Eine Grundausrichtung,<br />
			die das eigene Ziel klar benennt, eine Art Kompass. Und ein Grundthema, auf<br />
			das man immer und immer wieder zurückkommt, das stur wiederholt wird, bis<br />
			es der letzte kapiert hat. </span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Die Botschaft &#8211; das ist<br />
			das eine Grundthema, die zentrale Aussage der Kampagne. Diese Botschaft zu<br />
			entwickeln, ist nicht einfach. Sie ist das Ergebnis intensiver Diskussion<br />
			von Recherchen und Forschungsergebnissen, bei denen das Wahlterrain sondiert<br />
			wird, Meinungsumfragen konsultiert und die eigenen Stärken sowie die Unterschiede<br />
			zum gegnerischen Lager analysiert werden. </span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Zwei, drei Sätze sollten<br />
			am Ende genügen, um die Antwort auf die Frage zusammenzufassen: Warum soll<br />
			ich euch wählen? Was die Botschaft nicht tun darf: Sie darf keine der notwendigen<br />
			eigenen Wählerblöcke in der anvisierten Allianz der Unterstützer vergrätzen.<br />
			Und sie darf kein Klischee sein, ein künstlicher, abgegriffener Allgemeinplatz.<br />
			</span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Was die Botschaft auf<br />
			jeden Fall tun muss: Das Maximum aus den eigenen Stärken und den Schwächen<br />
			des Gegners herausholen. Die Botschaft muss &quot;groß genug&quot; sein. Wahlen werden<br />
			mit großen Themen und großen Kontrasten gewonnen &#8211; Krieg oder Frieden, Wohlstand<br />
			oder Wirtschaftskrise. &quot;Politische Kampagnen sind Musik&quot;, heißt es, &quot;und immer<br />
			ist die Tuba lauter als die Klarinette.&quot; </span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Grünnasen und Lilaohren</b><br />
			Eine Kampagne kann niemals alle Menschen gleichermaßen erreichen. Die Ressourcen<br />
			sind begrenzt; es gibt niemals genug Leute, die Infostände besetzen oder Telefonlisten<br />
			abtelefonieren, es gibt niemals genug Geld, um noch mehr Hörfunkspots oder<br />
			Zeitungsanzeigen zu schalten. Also muss sich die Kampagne konzentrieren, und<br />
			zwar auf die Gruppen der aktiven Unterstützer und der möglichen Wechsler.<br />
			</span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Der legendäre Politik-<br />
			und Unternehmensberater Matt Reese, einer der Väter des modernen Wahlkampfmanagements<br />
			in den USA, nervte seine Kandidaten, seine Wirtschaftsklienten und seine Studenten<br />
			immer wieder mit seinem Konzept der &quot;Grünnasen&quot; und &quot;Lilaohren&quot;. &quot;Ich habe<br />
			immer davon geträumt, dass man den Menschen äußerlich ansehen kann, wie sie<br />
			politisch denken. Diejenigen, die ich nur dazu antreiben muss, etwas für mich<br />
			zu tun, müssten grüne Nasen haben. Und diejenigen, denen ich Argumente füttern<br />
			muss, damit sie ihre Unentschiedenheit überwinden, müssten lila Ohren haben.<br />
			Dann wüsste ich immer auf einen Blick, wen ich wie ansprechen muss.&quot; </span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">&quot;Grünnasen&quot; und &quot;Lilaohren&quot;<br />
			sind danach tatsächlich die einzigen Gruppen, für die eine Kampagne Geld ausgeben<br />
			und Mühe verwenden darf. Aber was ist mit den anderen &#8211; sollte man nicht auch<br />
			diejenigen zu überzeugen versuchen, die mehr oder minder fest im anderen Lager<br />
			sind? Oder diejenigen zu mobilisieren versuchen, die sich bisher politisch<br />
			nie beteiligt haben? Die professionelle Antwort: absolut nein. Solche Konsequenz<br />
			erst macht Strategie aus. </span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Targeting</b><br />
			Aus dieser Konsequenz entsteht Targeting (engl. Target = Ziel), das Erfassen<br />
			und Bedienen der gewünschten und notwendigen Zielgruppen, die wir geographisch<br />
			und demographisch verorten können. Die Faustregel: Sechs bis zehn Zielgruppen,<br />
			um die man sich intensiv oder vielleicht ausschließlich kümmert. </span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Direktmarketing unter<br />
			Erfassung von einzelnen Personendaten (Individual-Targeting) ist aufwändig<br />
			und teuer, weil es gut gepflegte Datenbanken erfordert, die nur kommerzielle<br />
			Adressenhändler anbieten &#8211; in den USA gibt es darunter sogar Politik-Daten-Spezialisten.<br />
			Aggregat-Targeting hingegen ist jederzeit auch als Bordmittel möglich: nämlich<br />
			mit Hilfe der offiziellen Wahlstatistik, also einem Aggregat aus Daten, das<br />
			nicht weiter bis hinunter zu einzelnen Haushalten oder Personen aufgeschlüsselt<br />
			werden kann. Wahlbezirk für Wahlbezirk, Straßenzug für Straßenzug weist die<br />
			Statistik aus, wie jeder noch so kleine Ort in der Vergangenheit abgestimmt<br />
			hat &#8211; wo die Hochburgen liegen, vor allem aber wo die Wechselwähler und Stimmensplitter<br />
			wohnen, und wie hoch die Wahlbeteiligung jeweils war. Das sind eminent wichtige<br />
			Informationen, und sie sollten eigentlich genau ausgewertet werden, um bei<br />
			jeder Kampagne die &quot;Grünnasen&quot; und &quot;Lilaohren&quot; früh zu verorten. </span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Immer wieder kommen gute<br />
			Polit-Manager zurück zu Zahlen und zum Zählen. Wahlkampfberaterlegende Matt<br />
			Reese meinte, dieses Gebot gehöre in Stein gemeißelt: &quot;Wenn du es nicht zählen<br />
			kannst, tu&#8217;s besser nicht. Wenn du es zählen kannst, und du tust es nicht,<br />
			schäm dich: Du weißt nicht, was du bisher erreicht hast, du weißt nicht, was<br />
			funktioniert hat und was nicht, was in die Hose gegangen ist und was nicht.&quot;<br />
			</span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Negativkampagnen</b><br />
			Wahlkämpfe und andere politische Kampagnen sollen dem Wähler eine Chance bieten,<br />
			sich über politische Köpfe, Themen und Argumente zu informieren. Darüber hinaus<br />
			suchen Wahlkämpfer und andere Kampagneros &#8211; völlig legitim &#8211; die Auseinandersetzung<br />
			mit dem Gegner. Kampagnen übertreiben, vergröbern, polemisieren und verhöhnen.<br />
			Diese geplante Konfrontation erfüllt einen klaren Zweck, nämlich Zweifel am<br />
			Gegner zu wecken. </span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Vor einigen Jahren noch<br />
			sprachen Wahlkampfprofis von der Faustregel, während der ersten Monate einer<br />
			Kampagne eine positive Grundlage zu schaffen, bevor man sich auf Schmutzgefechte<br />
			mit dem Gegner einließ. Das Rezept hat inzwischen seine Gültigkeit verloren.<br />
			Sogar Regierende neigen dazu, aus der Position relativer Stärke ihre Herausforderer<br />
			frontal anzugreifen, statt sie zu ignorieren. </span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Negative Botschaften<br />
			kommen an. Sie erregen zwar Unmut, aber das ist erst einmal irrelevant: Die<br />
			Menschen nehmen diese Art der Information auf, sie absorbieren sie. Besonders,<br />
			wenn sie durch Symbole, Schlagworte und Emotionen übermittelt wird. </span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Auch mit Fakten lässt<br />
			sich lügen. Man kann ehrlich sein, aber zugleich unfair. Das systematische<br />
			Graben nach verwertbarem Kontrast-Material (Profis sprechen von &quot;Opposition<br />
			Research&quot;) ist legitim. Entscheidungen und Versprechungen des Gegners, seine<br />
			Geldquellen und Unterstützer werden genauso unter die Lupe genommen, wie sein<br />
			Abstimmungsverhalten oder seine Bereitschaft zur Auseinandersetzung. </span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Wer den Grundsatz missachtet,<br />
			Vorwürfe zu belegen und mit Details zu unterfüttern, tut das auf eigene Gefahr.<br />
			Die schnelle Reaktion mit überraschendem Gegenangriff kann zum Desaster für<br />
			den ursprünglichen Angreifer werden. Smarte Kampagnenmacher locken den Gegner<br />
			darum, an falscher Stelle zur falschen Zeit loszustürmen. Ein gefährlicher<br />
			Hinterhalt. </span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Keine Verpackung ohne<br />
			Inhalt</b><br />
			Und die Inhalte? Amateure &#8211; und manchmal leider auch Profis &#8211; glauben gern:<br />
			&quot;Wahlen werden nicht mit Inhalten gewonnen.&quot; Die schöne neue Welt der kampagnenorientierten<br />
			Politik funktioniert aber nicht ohne Inhalte. Gewiss, Positionen werden ausführlich<br />
			demoskopisch vermessen, strategisch clever eingesetzt und virtuos verpackt,<br />
			aber es sind letztlich konkrete, auf Herz und Nieren getestete Inhalte, keine<br />
			heiße Luft, die den Wahlsieg sichern. Erst wenn man etwas zu sagen hat, ist<br />
			es auch wichtig, wie man es sagt &#8211; und eine zentrale &quot;Botschaft&quot; formuliert.<br />
			Eine gute Medienkampagne ist nichts ohne ein effektives, immanentes Themen-Management<br />
			(Issues Management). </span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Diese Themen gilt es<br />
			zu finden, denn Issues Management beginnt mit einem Frühwarnsystem, das frühe<br />
			Reaktion ermöglicht &#8211; mit dem Ziel, das positive Potenzial eines Themas zu<br />
			verstärken oder das negative Potenzial abzuschwächen. Je früher ein Issue<br />
			identifiziert wird, desto erfolgreicher wird das Issues Management sein. Dabei<br />
			sollte das Thema nicht als unveränderliches Ding angesehen werden &#8211; eher wie<br />
			Waren, Unternehmen, Parteien oder die Gesellschaft als ein dynamisches, organisches<br />
			Lebewesen, es unterliegt einem Zyklus, bis es den Themen-Tod stirbt. </span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Für jedes Thema muss<br />
			eine klare Einschätzung getroffen werden, ob die eigene Position und Argumentation<br />
			tragfähig und geeignet ist, eine öffentliche Auseinandersetzung in dieser<br />
			Frage erfolgreich zu bestehen und zu gewinnen. </span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Alle Konzentration gilt<br />
			den von Anfang an klar definierten Gewinnerthemen, die sowohl in der Stärken-<br />
			und Schwächenanalyse eine klare Vorteilssituation versprechen, die aber auch<br />
			in der Prioritätenanalyse einen entsprechend hohen Stellenwert einnehmen.<br />
			Hier muss der Gegner unter Druck gesetzt, zu Fehlern gezwungen und gleichzeitig<br />
			die eigene Kompetenz und Souveränität heraus gestrichen werden. </span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> Gerade in weltanschaulich<br />
			geprägten Kampagnenapparaten wie Parteien oder Verbänden ist es nicht immer<br />
			leicht, diese kühle Ökonomie der Kräfte konsequent durchzuhalten, weil an<br />
			vielen Themen oftmals mehr Herzblut hängt, als es einer nüchternen Chancen-Analyse<br />
			gut täte. Neben der Ökonomie der Ressourcen gibt es aber auch eine Ökonomie<br />
			der Wahrnehmung beim Endverbraucher. Das heißt: Man wird niemandem den Themenpark<br />
			in vollem Umfang verkaufen können. Drei Kernthemen sind für die meisten Kampagnen<br />
			das Maximum. </span>
			</p>
<p>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Dr.<br />
			disc. pol. Marco Althaus, M.A. (USA), Diplom-Politologe, ist Leiter der<br />
			Pressestelle des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft,<br />
			Technologie und Verkehr.</span>
			</p>
</li>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
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