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	<title>Netzgemeinde &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Netzgemeinde &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Judentum und Internet &#8211; 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Jul 2016 10:07:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Im ersten Byte schuf der User digital und analog. Das Judentum gilt als [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/2839175509_0aa7753e5a_b.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-149846 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/2839175509_0aa7753e5a_b.jpg" alt="Telefonierender Jude an der Klagemauer von David Ortmann" width="640" height="480" /></a>Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Im ersten Byte schuf der User digital und analog. Das Judentum gilt als die älteste monotheistische Religion, die Beziehung von Mensch und Gott in der Welt zu ergründen. Im Jahre 5776 seit Anbeginn der Schöpfung wird auch das Digitale in die Glaubenswelt integriert. Über koscheres Internet, den digitalen Sabbat und Glaube zwischen Tradition und Moderne.</p>
<h3>Gemeinsam und doch verschieden</h3>
<p>Alles begann mit dem Ruf an Abraham. Der Herr sprach: „Zieh weg aus deinem Land, [&#8230;] in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen.“ Große Visionen hatten auch die Macher des Videospiels „<a href="https://www.kickstarter.com/projects/phoenixistudios/video-game-bible-chronicles-the-call-of-abraham" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bible Chronicles-The call of Abraham</a>“. Hier sollten die Spieler noch einmal direkt die Geschichte des Vaters der Völker, hebräisch Abraham, nachspielen und nachempfinden können. Dieser Traum ist jedoch ausgeträumt, verschiedene Umstände verhinderten eine Realisierung des Projekts. Das göttliche Versprechen jedoch wurde gehalten. Heute berufen sich der Islam, das Christentum und insbesondere das Judentum auf Abraham als ihren Stammvater.</p>
<p>Am Berg Sinai, nach dem Auszug aus Ägypten offenbarte Gott Moses die zehn Gebote. Zusammen mit der Tora und dem Talmud sind sie heute die Grundlage der jüdischen Religion, sind hier doch die 613 Mitzwot, also die 365 Verbote und 248 Gebote, enthalten, an denen sich ein jüdisches Leben zu orientieren habe. Heute gibt es unterschiedliche Ausrichtungen, orthodox, konservativ und liberal, die sich unterschiedlich streng an diese Vorschriften halten. Orthodoxe Juden sehen in den heiligen Schriften eine strenge Verbindlichkeit, während das liberale Judentum diese stets dem jeweiligen Zeitgeist anzupassen versucht. Das konservative Judentum nimmt hierin eine Mittlerrolle zwischen der traditionellen und der modernen Ausrichtung ein.</p>
<p>Für die Partnerwahl spielt die Zugehörigkeit zu einer dieser Gruppen nicht selten eine wichtige Rolle. Darum ermöglicht es die Dating App <a href="http://jcrush.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">JCrush</a>, ob säkular, traditionell oder konservativ, gezielt Dates je nach Glaubensauffassung zu arrangieren.</p>
<h3>Alles digital und doch koscher?</h3>
<p>Zu den strengsten Gruppen zählen die Ultraorthodoxen, auch als Haredi, von hebräisch charada für gottesfürchtig, bezeichnet. Kern ihres Glaubens ist es, ein aus ihrer Sicht gottgefälliges Leben in der Befolgung der jüdischen Gesetze und im Studium der heiligen Schriften zu führen. Moderne Technologien werden in den meisten Fällen als etwas Sündhaftes abgelehnt. Heute gehören dieser Richtung etwa 1,5 Millionen Gläubige an. Davon leben etwa 700.000 in Israel, wo sie rund zehn Prozent der Gesamtbevölkerung stellen. Andere Zentren sind unter anderem New York, London, Zürich und Wien.</p>
<p>Um ein technisches Gerät benutzen zu dürfen, bedarf es einer Zustimmung durch die zuständigen Rabbiner. Dank deren Segen gibt es seit einigen Jahren koschere Smartphones. Um nicht in Versuchung geführt zu werden, verfügen diese Apparate weder über SMS oder E-Mail von Sozialen Medien ganz zu schweigen. Mit diesen Smartphones lässt sich lediglich telefonieren, am Sabbat, wenn jegliche Elektrizität verboten ist, sogar zum Preis von 2€ die Minute. Im Gegenzug kann der Benutzer im jiddischen Betriebssystem aus einer Reihe frommer Klingeltöne wählen.</p>
<p>Wie so vielen technischen Neuerungen stand das ultraorthodoxe Rabbinat dem Internet sehr skeptisch gegenüber und warnte eindringlich davor. In vielen Haredi-Gemeinden müssen die Benutzer von Smartphones die Notwendigkeit für deren Besitz nachweisen. Nicht selten besitzen die Gläubigen jedoch zwei verschiedene Geräte. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich  Chatdienste wie Whatsapp auch in ultraorthodoxen Gemeinden der USA <a href="http://www.theverge.com/2015/10/27/9620752/whatsapp-hasidic-jewish-internet-ban" target="_blank" rel="noopener noreferrer">großer Beliebtheit</a> erfreuen. Rabbiner erkannten, dass sie ihre ablehnende Haltung gegenüber den digitalen Medien nicht lange aufrechterhalten konnten. Viele Haredi-Familien sind auf die digitalen Alltagshelfer angewiesen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Daher ging die ultraorthodoxe Community dazu über, ein eigenes, ein koscheres Internet zu schaffen. Suchmaschinen wie <a href="http://www.4torah.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">4Tora</a> oder <a href="https://searchenginewatch.com/sew/news/2052159/koogle-the-kosher-search-engine" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Koogle</a> garantieren, dass beim Surfen nur koschere Inhalte angezeigt werden. Hinter diesen Suchmaschinen stehen verschiedene religiöse und weltliche Unternehmen, die Seiten nach unerlaubten Inhalten durchforsten und diese gegebenenfalls sperren oder zensieren.</p>
<p>Mittlerweile haben viele Unternehmen in Israel das Potenzial der ultraorthodoxen Bevölkerung erkannt. Trotz  Zuwendungen durch den Staat, den einige radikale jüdische Gemeinschaften dennoch nicht anerkennen, haben die Haredi Familien häufig Probleme, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Klassisch haben diese Familien bis zu acht Kinder, wobei die Frauen für die Ernährung der Familie zuständig sind, während die Männer sich in der Jeschiwa, Toraschule,  dem Studium der heiligen Schriften widmen. An dieser Stelle möchten Initiativen wie <a href="http://www.kamatech.org.il/english/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kamtech</a> ansetzen und Haredi in die boomende israelische IT-Industrie vermitteln. Dort werden sie nicht nur als günstige Arbeitskräfte, sondern als Marktöffner für eine eigene Zielgruppe mit besonderen digitalen Bedürfnissen entdeckt.  Es zeigt sich, anstatt die Digitalisierung der Welt zu bekämpfen beginnt die ultraorthodoxe Gemeinde die neuen Technologien für sich zu interpretieren, sie für ihr Weltverständnis zu nutzen.</p>
<h3>Tradition und Wandel</h3>
<p>Erfinderisch darin zu sein, die eigenen Regeln in der modernen Gesellschaft einzuhalten, das zeichnet den jüdischen Umgang mit der eigenen Religion aus. Um in modernen Zeiten den eigenen Glauben zu leben, hat sich in den letzten Jahren eine Vielzahl an technischen Hilfsmitteln entwickelt. Sei es das Torastudium to go auf dem Smartphone, Gebete oder Sinnsprüche für den Tag: <a href="http://www.chabad.org/library/article_cdo/aid/2192548/jewish/Jewish-Apps.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">verschiedene Anwendungen</a> können dabei helfen den Glauben digital und lebendig zu halten. Das orthodoxe Startup Rusty Bricks, beheimatet in New York, hat besonders viel Erfindergeist in den letzten Jahren bewiesen. Mit <a href="https://www.rustybrick.com/glass.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jew Glasses</a> entwickelte das Unternehmen eine Google Brille mit besonderen Bedürfnissen für gläubige Juden. Neben den Zeiten für den Beginn des Sabbats zeigen die Gläser auch den Weg zur nächsten Synagoge sowie deren Gottesdienstzeiten.</p>
<p>Für einen jüdischen Gottesdienst bedarf es eines Minjans, das Quorum von zehn jüdischen Männern. Dank <a href="/www.rustybrick.com/iphone-minyan.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Minyan Now</a> kein Problem mehr. Die App ermöglicht es, eine Uhrzeit und einen Ort für das gemeinsame Gebet  zu bestimmen. Alle anderen User im Umkreis werden direkt informiert und können ihre Teilnahme am Gottesdienst bestätigen.</p>
<p>Soviel moderne Dinge, das ist bestimmt nicht koscher, oder? Die App <a href="http://iskosher.com/how-does-it-work/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Iskoscher</a> gibt Gewissheit. Mithilfe eines Barcode Scans vergleicht die Anwendung  Datenbanken verschiedener Rabbinate weltweit und gibt Auskunft, ob das Produkt geeignet ist oder nicht.</p>
<h3>Ein Klick in die Moderne</h3>
<p>“Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“, lautete das Credo der Aufklärung. Zur gleichen Zeit erlebte auch das Judentum seine Aufklärung, die Haskala, abgeleitet von sekhel Vernunft. Jahrhunderte lang durch Sonderstellungen abgegrenzt, wurden im Zuge der Modernisierung Bürger jüdischen Glaubens Bürgern christlicher Konfessionen gleichgestellt.</p>
<p>Juden konnten erstmals ihre Berufe frei wählen, studieren und bekamen einen Zugang zur bürgerlichen Gesellschaft, deren Ideale viele ansprachen. Wie sollte es nun weiter gehen mit dem Judentum?</p>
<p>Reformer wie der Rabbiner Abraham Geiger begründeten als Antwort das liberale Judentum. Viele religiöse Vorschriften, die nicht mehr als zeitgemäß empfunden wurden, wurden angepasst um die Integration der jüdischen Gemeinden in die Gesamtgesellschaft zu fördern.</p>
<p>Heute spielen die Kaschrutgesetze, also Speisegesetze, in dieser Auslegung kaum eine Rolle. Ob Gläubige am Sabbat Autofahren oder Elektrizität benutzen, steht jedem frei selbst zu entscheiden. Dafür werden Gottesdienste sowohl auf Hebräisch als auch in der Landessprache gefeiert. Jüdische Traditionen sollen modern und zeitgemäß im Dialog mit anderen Religionen gelebt werden. Neue Möglichkeiten der Teilhabe bieten Angebote wie die erste Online Synagoge <a href="http://simshalom.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SimShalom</a> in New York. Hier können Juden, aber auch Interessierte Gottesdiensten beiwohnen oder in begleitenden E-Learning Angeboten die jüdische Theologie erlernen. Spezielle Kurse führen sogar bis zur <a href="http://www.convertjudaism.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Konversion</a>, dem Giur, alles online inklusive einem Beit Din, dem offiziellen rabbinschen Gericht zur Anerkennung des Beitritts, via Skype. Solche Angebote sind jedoch sehr umstritten.</p>
<p>Das Judentum ist die älteste monotheistische Religion, die bis heute vielseitig und bunt in verschiedenen Gebräuchen und Traditionen gelebt wird. Denn wie weiß ein altes jüdisches Sprichwort: “Die besten Fragen haben mehr als eine Antwort.“ Die Halacha, das jüdische Gesetz sagt, jüdisch ist, wer zum Judentum konvertiert ist, oder wer eine jüdische Mutter hat. Aber nicht nur religiöse und säkulare Juden auch  Goys, scherzhaft für Nichtjuden, interessieren sich für die verschiedenen Ausprägungen des jüdischen Lebens.</p>
<p>Verschiedene Webseiten  wie <a href="http://thejewniverse.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jewuniverse</a>  geben Einblick in alle Formen und Farben des Judentums zwischen Nordsee und Südsee. Ob als Workout <a href="http://thejewniverse.com/2010/shvitzing-to-the-oldies/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Shvitzing auf Jiddisch</a>, jüdisch Flirten oder die neusten koscheren Rezepte für den Sabbat das Angebot ist vielseitig.</p>
<h3>Sabbat to go?</h3>
<p>“Am siebten Tage sollst du ruhen“, so steht es schon in der Schöpfungsgesichte. In dem Heckmeck aus dem Tohuwabohu an Nachrichten, Chats und Informationen, die jeden User täglich umgeben, ist dies kaum mehr vorstellbar. „Wenn Israel nur ein einziges Mal den Sabbat wirklich halten würde, würde der Messias kommen, denn das Halten des Sabbat kommt dem Halten aller Gebote gleich.“ An diesen frommen Wunsch knüpft das <a href="http://www.sabbathmanifesto.org/unplug/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sabbath Manifesto</a> an. Am Sabbat des dritten März sind alle User weltweit eingeladen, für 24 Stunden auszuschalten und ein kurzes digitales Sabbatical zu nehmen.</p>
<p>Ein Tag ohne unsere vertrauten Begleiter fern des Cyberspace erscheint schwierig, daher allen Organisatoren und Teilnehmern für den Erfolg des Projektes ein großes „Mazel Tov“.</p>
<h3>Alle Artikel der Sommerreihe</h3>
<p><em>Prolog:</em> <a title="Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel" href="http://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</a><br />
<em>Teil 1:</em> <a title="Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media" href="http://politik-digital.de/news/auf-einer-wellenlaenge-mit-gott-zwischen-godspots-und-social-media-149751/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</a><br />
<em>Teil 2:</em> <a title="Ecclesia 2.0 – Ein Like für die frohe Botschaft" href="http://politik-digital.de/news/ecclesia-2-0-ein-like-fuer-die-frohe-botschaft-149772/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ecclesia 2.0 &#8211; Ein Like für die frohe Botschaft</a><br />
<em>Teil 3:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/judentum-und-internet-613-mitzwot-und-einen-digitalen-sabbat-149842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Judentum und Internet &#8211; 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat<br />
</a><em>Teil 4: </em><a title="Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird" href="http://politik-digital.de/news/fatwas-on-the-internet-wenn-der-glaube-digital-wird-149890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</a><br />
<em>Teil 5:</em> <a title="Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen" href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-korea-digitalisierte-traditionen-149874/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen<br />
</a><em>Teil 6:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-indien-und-china-von-mantren-und-digitalem-hoellengeld-149888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Indien und China: Von Mantren und Tablets als digitalem Höllengeld</a><br />
<em>Teil 7:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/der-gottesalgorithmus-digitale-suche-nach-dem-goettlichen-150280/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Gottesalgorithmus? &#8211; Digitale Suche nach dem „Göttlichen“ </a><br />
<em>Teil 8</em>: <a href="http://politik-digital.de/news/sterben-2-0-auf-dem-weg-zur-digitalen-unsterblichkeit-150291/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sterben 2.0 – Auf dem Weg zur (digitalen) Unsterblichkeit?</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: <a href="https://www.flickr.com/photos/davidortmann/2839175509/in/photolist-7ivYMp-8YapSA-Kzbc9-3VeDV5-5jTvXT-6QXi8E" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Telefonierender Jude an der Klagemauer</a> von <a href="https://www.flickr.com/photos/davidortmann/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">David Ortmann</a> via <a href="https://www.flickr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a>, <span class="licensetpl_attr">licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-NC 2.0</a></span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ecclesia 2.0 – Ein Like für die frohe Botschaft</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/ecclesia-2-0-ein-like-fuer-die-frohe-botschaft-149772/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/ecclesia-2-0-ein-like-fuer-die-frohe-botschaft-149772/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Jul 2016 08:26:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Petrus und die Fischer am See Genezareth warfen einst ihre Netze aus. Darauf sprach Jesus: „Folgt mir nach, ich will [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Pope-Francis-Korea.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149776 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Pope-Francis-Korea.jpg" alt="" width="639" height="312" /></a>Petrus und die Fischer am See Genezareth warfen einst ihre Netze aus. Darauf sprach Jesus: „Folgt mir nach, ich will euch zu Menschenfischern machen“. Heute ist das digitale Netz überall. Es ist allumfassend, was katholisch im Griechischen bedeutet. Über Glauben in Zeiten der digitalen Revolution sprachen wir mit dem Studenten der katholischen Theologie Andreas Feil.</p>
<h3>#Data unser- Unsere täglichen Bites gib uns heute</h3>
<p>„Liebe Freunde! Gerne verbinde ich mich mit euch über Twitter. Danke für die netten Antworten. Von Herzen segne ich euch&#8221;, waren die ersten 120 Zeichen, mit denen der emeritierte Papst Benedikt XVI seine Follower am 12. Dezember 2012 begrüßte.</p>
<p>Damit war die katholische Kirche offiziell im digitalen Zeitalter angekommen. Angefangen von einer kleinen jüdischen Sekte hat sich die christliche Gemeinschaft zu einer Weltkirche gewandelt. In dieser Funktion stand und steht sie stets vor der Aufgabe, für ihre Gläubigen Antworten auf gesellschaftliche Entwicklungen zu bieten.</p>
<p>Bereits früh hatte der Heilige Stuhl das Potenzial der neuen Technologien erkannt und schon 1995 eine eigene Webpräsenz eingerichtet. Mittlerweile ist der Papst sogar auf <a href="https://www.instagram.com/franciscus/?hl=de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Instagram</a>. Die digitale Revolution hält auch in den alten, traditionellen Strukturen der kirchlichen Instanzen Einzug. Jeder gläubige oder interessierte User kann auf <a href="https://www.franziskusdererste.eu/de/papst-franziskus/pope-app" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PopeApp</a> am Leben und Wirken von Papst Franziskus teilhaben.</p>
<p>Ob der Gottesdienst direkt auf dem Smartphone mit <a href="http://www.ibreviary.org/en/ibreviary/what-is-the-ibreviary.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ibreviary</a>, Innehalten für ein kurzes Gebet auf sacred space oder <a href="https://www.jesuiten.org/angebote/online-fuerbitte.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online Fürbitten</a>: Glaube und Internet verschmelzen. Der Vatikan hat sogar einen päpstlichen Rat für die sozialen Kommunikationsmittel eingerichtet. Eines der führenden Mitglieder dieses Gremiums ist der Jesuitenpater Antonio Spadaro. Unter anderem hat der Geistliche das Feld der Cybertheologie begründet und betreibt nun eine <a href="http://www.cyberteologia.it/)" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Onlinezeitung</a> mit gleichen Namen.</p>
<h3>Wie im digitalem so auch hier und jetzt &#8211; Gemeinschaft leben</h3>
<p>Diese Entwicklung sieht der Student der katholischen Theologie Andreas Feil sehr positiv. Für sein Studium nutzt er die sozialen Medien. In gemeinsamen Facebookgruppen koordinieren sich die Theologiestudenten, informieren einander über Ereignisse rund um das Unileben. Sie nutzen die Gruppen aber auch, um darin einen Diskurs über politische, gesellschaftliche Fragen und die Rolle des Glaubens zu führen.</p>
<p>Neuerungen wie Predigten zum Nachlesen befürwortet er, da die Gläubigen eingeladen werden, noch einmal nachzulesen und sich selbst Gedanken zu machen. Feil betont: „Innovationen wie einem twitterenden Papst bin ich sehr aufgeschlossen.“ „Der Papst wird für jeden Menschen zugänglich, jeder kann einen Zugang zu ihm finden“, lobt der angehende Theologe diesen Schritt. Dies sei ein wichtiger Schritt zu einer demokratischeren Kirche, die für ihre Gläubigen verständlicher, näher wird, bewertet er diese Entwicklungen.</p>
<p>Aber in einem Zeitalter der grenzlosen Kommunikation drohen wahre soziale Bindungen zugunsten der Anonymität des Internets verloren zu gehen. Es gibt Menschen, die haben tausend Facebookfreunde. Viele sind trotzdem einsam. Der Linzer Theologie Franz Kaineder meint gar, Facebook habe den Begriff Freunde verzerrt, viel eher handle es sich oft eher um Bekannte, die jeder und jede im Laufe des Lebens ansammle.</p>
<p>Ähnlich sieht dies auch Andreas Feil. Zwar ermöglichen die sozialen Medien eine schnelle Kontaktaufnahme. In dieser Eigenschaft seien die sozialen Medien nützliche Kontakte, um schnell und einfach Menschen anzusprechen. Jedoch bemängelt der angehende Theologe, dass eine zunehmend rein virtuelle Kommunikation zu einer Verflachung der allgemeinen Qualität der Kommunikation führe. „Die Kirche versteht sich als eine Gemeinschaft. Soziale Medien können den ersten Schritt in diese Gemeinschaft legen, aber es sollte immer zu einem persönlichen Kontakt kommen“, findet er. „Nur durch die unmittelbare persönliche Anwesenheit nicht mittelbar durch einen Bildschirm lassen sich die heiligen Sakramente erfahren“, führt er weiter aus.</p>
<h3>Dein Post in Gottes Ohr</h3>
<p><strong> </strong>Trotz dieses Updates verlassen jedes Jahr tausende von Gläubigen die Gemeinden. Allein 2015 sind in Deutschland wieder mehr als 200.000 Personen aus der Kirche ausgetreten, wenden sich von ihr ab. Es scheint, als ob die Digitalisierung des Glaubens die Menschen nicht für den Glauben begeistern kann. Es stellt sich die Frage, woran das liegt. Eine Frage, die man beispielsweise Papst Franziskus auf <a href="http://askpopefrancis.scholasoccurrentes.org/pope-francis-en-gb/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AskpopeFrancis</a> stellen könnte.</p>
<p>„Die wirkliche Weisheit, die aus der Reflexion, dem Dialog und der großherzigen Begegnung zwischen Personen hervorgeht, erlangt man nicht mit einer bloßen Anhäufung von Daten, die sättigend und benebelnd in einer Art geistiger Umweltverschmutzung endet“, gab das geistige Oberhaupt der katholischen Kirche in seiner Enzyklika Laudato Si eine erste Antwort.</p>
<p>„Eine Onlinekirche kann ich mir nicht vorstellen“, meint Andreas Feil. „In 2.000 Jahren Kirchengeschichte war die Kirche stets die gesellschaftliche Macht, sie musste sich selbst kaum hinterfragen und auf die Menschen zugehen. Das hat sich geändert“, stellt Feil fest. Viele Menschen hätten zwar den Glauben durch Religionsunterricht und kirchliche Feste erlebt, aber keine persönlichen Glaubenserfahrungen gemacht, wie er bedauert. Genau hierin sieht der angehende Theologe die Ursachen für die steigende Zahl an Kirchenaustritten. „Die neuen Technologien können dazu eingesetzt werden, um die Menschen wieder zu erreichen. Ich wünsche mir eine Kirche, die auf die Menschen zugeht, sie in ihren Nöten und Wünschen begreift und zu Christus bringt“, so Feil.</p>
<p>In Zukunft wird die Vernetzung immer weiter voranschreiten. Immer mehr Bereiche unseres Alltags werden auch oder nur noch im Netzt stattfinden. Das Internet wird zum digitalen Abbild unseres realen Lebens. Dies bringt auch neue Gefahren wie Shitstorms, Hatespeech oder Cybermobbing mit sich. Hier wünscht sich Feil, dass sich die katholische Kirche mit ihren Werten und Idealen dafür einsetzt, den Menschen auch im Netzt zu achten und zu schützen. „Wir müssen die neuen Technologien begreifen, können sie für uns und unseren gemeinsamen Glauben weise einsetzten, jedoch dürfen wir uns nicht durch die Technologie dominieren lassen“, liegt ihm am Herzen.</p>
<p>Es zeigt sich, die katholische Kirche hat ihr digitales Netz neu ausgeworfen. Papst Franziskus versucht, einen neuen unmittelbaren Zugang zu den Gläubigen und dieser untereinander zu finden. Die Zeiten ändern sich und die Gläubigen mit ihnen. In einer Institution, die häufig von Hierarchien und Machtgefällen geprägt zu sein scheint, ermöglichen es Twitter, Apps und Smartphones, eine neue Verbindung der Gläubigen mit ihrer Kirche einzugehen. Menschen sind kritischer gegenüber Behörden und Einrichtungen geworden. Dies erfordert ein Umdenken und eine Umstellung in den Köpfen vieler Kirchenvertreter. Papst Franziskus stößt diese Reformen mit an. Die Kirche (2.0) wird digitaler, ermöglicht es immer mehr Menschen daran teilzuhaben, kann jeden mitnehmen. Das wünscht sich auch Feil. „Nicht nur Bischöfe und Priester sollen den Glauben leben, sondern jeder soll, egal ob im Netz oder in der Realität sein spirituelles Lebensglück finden.“</p>
<p>Die Zeit bleibt nicht stehen, die Gesellschaft wird sich durch das Internet und die erst angebrochene digitale Revolution weiter verändern. Für die Zukunft der katholischen Kirche erhofft sich Andreas Feil: „Ich wünsche mir eine Kirche, die in den Herzen der Menschen erwacht, eine Kirche, die sich nach Christus ausrichtet. Die Kirche soll Glauben und Hoffnung in die Welt bringen, die Menschen in einer Gemeinschaft, ob virtuell oder real, vereinen.“</p>
<p>Es bleibt zu hoffen, dass die <a href="http://www.santatecla.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Heilige Tecla</a>, die Schutzpatronin des Internets, diese Wünsche erhört.</p>
<h3>Alle Artikel der Sommerreihe</h3>
<p><em>Prolog:</em> <a title="Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel" href="http://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</a><br />
<em>Teil 1:</em> <a title="Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media" href="http://politik-digital.de/news/auf-einer-wellenlaenge-mit-gott-zwischen-godspots-und-social-media-149751/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</a><br />
<em>Teil 2:</em> Ecclesia 2.0 &#8211; Ein Like für die frohe Botschaft<br />
<em>Teil 3:</em> <a title="Judentum und Internet – 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat" href="http://politik-digital.de/news/judentum-und-internet-613-mitzwot-und-einen-digitalen-sabbat-149842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Judentum und Internet- 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat<br />
</a><em>Teil 4: </em><a title="Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird" href="http://politik-digital.de/news/fatwas-on-the-internet-wenn-der-glaube-digital-wird-149890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</a><br />
<em>Teil 5:</em> <a title="Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen" href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-korea-digitalisierte-traditionen-149874/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen</a></p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: <a href="https://www.flickr.com/photos/koreanet/14929855461/in/album-72157646006317609/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Papst Franziskus in Korea</a> by <a href="https://www.flickr.com/photos/koreanet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Republic of Korea </a>via <a href="https://www.flickr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a></span><span class="licensetpl_attr"> licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA</a><br />
</span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Jul 2016 14:30:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Vor langer Zeit versammelten sich die Menschen um das Feuer. Schamanen fragten die allwissenden Götter und erbaten deren Gunst. Heute [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Prolog.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149745 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Prolog.png" alt="Glaube im Netz" width="639" height="335" /></a>Vor langer Zeit versammelten sich die Menschen um das Feuer. Schamanen fragten die allwissenden Götter und erbaten deren Gunst. Heute fragen wir Google und sitzen vereinzelt vor den Bildschirmen. Ein Klick, eine Frage und Siri gibt uns die Antwort. In der diesjährigen Sommerreihe stellt politik-digital die neue Gretchenfrage und begibt sich auf die Suche nach dem Glauben im Netz.</p>
<h3>01110111 01101111 01110010 01110100 – Am Anfang war der binäre Code</h3>
<p>Gott hat die Welt in sieben Tagen erschaffen, sagt die Bibel, am achten Tag schufen wir das Internet. Unser größtes gemeinsames Bestreben ist erreicht, Jahrtausende haben wir es verfolgt: Das Internet hat uns allmächtig werden lassen. Wir sind wissend, wir sind mächtig, wir sind omnipräsent. Der # ist unser neues Glaubenssymbol, wie uns Jim Gilliam in seinem Buch „<a href="http://www.internetismyreligion.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The Internet is my religion</a>“ zeigt. Alles was wir dahinter packen wird zur Gemeinschaft, Community, Bewegung, „Religion“.</p>
<p>Jeder von uns ist ein Schöpfer geworden, Social-Media erlaubt es uns, alles mit der Welt zu teilen, gemeinsam werden wir der „Schöpfer“. Selbst in unserer Hosentasche haben wir das Internet immer dabei, auf einem Stück Glas mit dem „verbotenen Apfel“ auf der Rückseite.</p>
<p>Wir verknüpfen uns, erschaffen Open-Source-Projekte und kreieren gemeinsam neue Welten, jeden Tag aufs Neue. Zu ruhen brauchen wir dabei am siebten Tag aber nicht. Wir streben unserer eigenen Vervollkommnung entgegen, verfolgen hohe Ziele. Doch was sind diese Ziele und wem sollen sie dienen?</p>
<h3>Das Internet ein Cargo-Kult?</h3>
<p>Einst landeten große metallene Vögel auf den Inseln der Melanesier. Sie brachten viele wunderliche Güter mit, von denen sie glaubten, dass sie kaum von Menschenhand geschaffen sein konnten. Bei diesen Vögeln handelte es sich um Flugzeuge der amerikanischen Armee, die im Zweiten Weltkrieg auf den Inseln stationiert waren. Die Melanesier interpretierten dies als ein Zeichen der Ahnen. Doch mit Ende des Krieges verschwanden die fremden Besucher genauso plötzlich wie sie erschienen waren. Für eine baldige Rückkehr legten die Melanesier Landebahnen an, damit ihre „Götter“ wiederkämen und Güter mit den wundersamen metallenen Vögeln schickten. Bis heute gibt es diese sogenannten Cargo-Kulte wie die John-Frums-Bewegung des  Inselstaats Vanuatu. In ihren religiösen Praxen haben sie die Ereignisse der amerikanischen Landungen verinnerlicht und erhoffen seitdem die Wiederkehr von John Frum.</p>
<p>Ähnlich verhält es sich im digitalen Zeitalter, wie Gunther Dueck, Gründer von <a href="http://www.omnisophie.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">omnisophie</a>, findet. Nachdem die Internetpioniere ausgezogen waren, das #Neuland zu erschließen, schaffen sie es immer wieder aufs Neue, uns mit ständig besseren, innovativen Möglichkeiten zu begeistern. Experten, oder solche die sich dafür auserkoren fühlen, verkünden uns die frohe Botschaft von neuen Erkenntnissen und Studien, was zu tun sei. Als solche geben sie die neue Richtung vor, der wir zu folgen hätten und wir tragen diese Mantren vor uns her. Unsere Ziele unsere Gebote halten wir in Glaubenssymbolen fest. „Das, worin eine Firma besonders schlecht ist, dass schreibt sie auf einfach auf eine Tasse“, lästert Dueck.  Dort ist zu lesen eine neue Dreifaltigkeit: Teamgeist! Innovation! Technik! Auf diese Weise werden sie uns stetig vor Augen geführt, woran wir noch zu arbeiten hätten, wo wir noch hinwollen. Egal ob lösbar oder nicht, ist ein Problem erst einmal verewigt, reicht die Verehrung der eingängigen Slogans aus und siehe da: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der „Teamgeist“ geboren.“</p>
<p>So traurig es klingen mag, John Frums wird den Melanesiern wahrscheinlich nicht so schnell erscheinen und genauso wenig werden wir vom Teamgeist erleuchtet, dem wir tagtäglich auf unseren Cafébechern huldigen. Dennoch wiegt uns auch die Grenzenlosigkeit des Internet tagein, tagaus in dieser Sicherheit. Früher haben wir noch Dinge geliked, die uns wirklich gefielen, heute tun wir das, weil wir es müssen. Das Internet ist zu einer Ersatzreligion geworden. Solange du nur fleißig teilst, deine Kontakte bei WhatApp ausreichend pflegst, dein Leben immer mehr digitalisierst, wirst du die Erleuchtung finden. Doch das Internet erscheint selbst wie ein Cargo-Kult? Erliegen wir nur einem Irrglauben?</p>
<h3>Nichts ist wie es ist</h3>
<p>Das glauben zumindest verschiedene Verschwörungstheoretiker. Seit dem Entstehen des Internet haben sie sich immer größeren Zulauf und ihre Theorien über das Netz verbreitet. Echsenmenschen, die die Welt regieren, Schlümpfe, die zur Weltrevolution aufrufen, Illuminaten, Geheimbünde, all dies meinen die Verschwörungstheoretiker aufzudecken. Nichts ist so, wie uns die Wahrheit vorgibt zu sein.</p>
<p>Elvis lebt, Chemtrails, geheime Regierungsprojekte, 9/11 wurde von der CIA geplant, Bielefeld existiert nicht, Krisen und Katastrophen, alles völlig unerklärliche Phänomene, nur Verschwörungstheoretiker finden Antworten dafür. (Aber)glaube diente früher als Erklärung für alles Unerklärliche, heute genügt ein Klick ins Netz. Verschwörungstheorien ersetzen das, was früher Religion war.</p>
<p>Aber auch die Religion erlebt ein digitales Revival – aber anders als gedacht. Kopimisten verehren das Internet als heilig, die Tastenkombination Strg+C und Strg+V sind ihre religiösen Insignien und das Kopieren von Daten wird als religiöse Tugend angepriesen. Sie folgen einem neuen spirituellen Trend, der das Internet als allwissendes Medium verehrt und den Glaubensvorstellungen etablierter Religionen gegenübersteht. Das geht durch den Magen, denn stammen wir nicht alle von dem fliegenden Spaghettimonster ab? Das zumindest glaubt die Gemeinde der Pastafari, die sich als Religionsparodie gegründet hat. Da werden die zehn Gebote zu den acht „Mir wär’s wirklich lieber, du würdest nicht …“, Piraten zu den ursprünglichen Pastafaris und nach dem Tod wartet ein riesiger Biervulkan auf die Gläubigen.</p>
<h3>Im Namen des Internet, des Wifis und des Smartphones, Enter.</h3>
<p>Wer das glaubt wird selig. Die Netzgemeinde wird stetig größer. Immer mehr Menschen schließen sich an, werden zu Usern. Alle Welt steht offen, das Moderne, Neue hält Einzug, alte Traditionen und Bräuche verlieren an Bedeutung. Doch woran glaubt die Netzgemeinde, was sind ihre Glaubensinhalte, Wertevorstellungen, Moral? Letztlich stellt sich die Frage nach dem Sinn an sich.</p>
<p>Immer mehr User machen sich wieder auf ihre eigene digitale Sinnsuche und streben nach Orientierung in ihrem digitalisierten Leben. Der Glaube wird individueller und ist weniger an feste Institutionen gebunden. Jeder kann sich im digitalen Supermarkt der Religionen das heraussuchen, was ihm am ehesten zuspricht, woran er glaubt. Die Belief-O-Matic verschafft einen ersten Überblick.</p>
<p>Menschen in ihrer Sinnsuche zu unterstützen, Halt und Orientierung im Leben zu geben war stets die Aufgabe der Religion. Den Nutzen der Technologie entfaltet sich nur, wenn man weiß, wofür man sie nutzen will. Die etablierten Religionen stehen vor der Frage, wie sie mit diesen digitalen Neuerungen umgehen wollen. In einer immer individuelleren Glaubens- und Lebenswelt sehen sie sich mit einem zunehmenden Mitgliederschwund und Bedeutungsverlust konfrontiert. Sie müssen sich aufs Neue mit ihren mit ihren Mitgliedern auseinandersetzen und die neue digitale Realität begreifen. Religion ist ein stetig dynamischer Veränderungsprozess, dem auch die etablierten Religionen unterworfen sind. In unserer Glaubensreihe betrachtet politik-digital, wie sich Glaube im digitalen Zeitalter gewandelt hat und stetig verändert. Dabei betrachten wir die etablierten monotheistischen Religionen, wagen einen Blick nach Fernost und stellen uns die Frage, wie uns Wissenschaft in Sachen Glaube helfen kann.</p>
<h3>Alle Artikel der Sommerreihe</h3>
<p><em>Prolog:</em> <a title="Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel" href="http://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</a><br />
<em>Teil 1:</em> <a title="Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media" href="http://politik-digital.de/news/auf-einer-wellenlaenge-mit-gott-zwischen-godspots-und-social-media-149751/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</a><br />
<em>Teil 2:</em> <a title="Ecclesia 2.0 – Ein Like für die frohe Botschaft" href="http://politik-digital.de/news/ecclesia-2-0-ein-like-fuer-die-frohe-botschaft-149772/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ecclesia 2.0 &#8211; Ein Like für die frohe Botschaft</a><br />
<em>Teil 3:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/judentum-und-internet-613-mitzwot-und-einen-digitalen-sabbat-149842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Judentum und Internet &#8211; 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat<br />
</a><em>Teil 4: </em><a title="Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird" href="http://politik-digital.de/news/fatwas-on-the-internet-wenn-der-glaube-digital-wird-149890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</a><br />
<em>Teil 5:</em> <a title="Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen" href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-korea-digitalisierte-traditionen-149874/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen<br />
</a><em>Teil 6:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-indien-und-china-von-mantren-und-digitalem-hoellengeld-149888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Indien und China: Von Mantren und Tablets als digitalem Höllengeld</a><br />
<em>Teil 7:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/der-gottesalgorithmus-digitale-suche-nach-dem-goettlichen-150280/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Gottesalgorithmus? &#8211; Digitale Suche nach dem „Göttlichen“ </a><br />
<em>Teil 8</em>: <a href="http://politik-digital.de/news/sterben-2-0-auf-dem-weg-zur-digitalen-unsterblichkeit-150291/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sterben 2.0 – Auf dem Weg zur (digitalen) Unsterblichkeit?</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieser Artikel ist eine Gemeinschaftsarbeit von <a href="http://politik-digital.de/user/sraab/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stephan Raab</a> und <a href="http://politik-digital.de/user/owolff/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Oliver Wolff</a>.</p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: Glaube im Netz via <a href="https://pixabay.com/en/prayer-praying-man-illustration-1269776/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a></span><span class="licensetpl_attr"> licenced <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet<br />
</span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>republica TEN &#8220;Ersti Tagebuch&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/republica-ten-ersti-tagebuch-149172/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 May 2016 09:12:15 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Es ist wieder re:publica, Berlin diskutiert aktuelle Netzpolitik. Stephan Raab und Oliver Wolff besuchen zum ersten Mal die re:publica und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/rpTEN_politik-digital_Eigenwerk_CC-by-SA-3.0.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149179 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/rpTEN_politik-digital_Eigenwerk_CC-by-SA-3.0.jpg" alt="" width="640" height="280" /></a>Es ist wieder re:publica, Berlin diskutiert aktuelle Netzpolitik. Stephan Raab und Oliver Wolff besuchen zum ersten Mal die re:publica und schildern ihre Eindrücke: das „re:publica Ersti-Tagebuch“ im Storify Live-Blog.</p>
<p><a href="#hier geht es direkt zum zweiten Tag">hier geht es direkt zum zweiten Tag</a></p>
<p><a href="#hier geht es direkt zum ersten Tag">hier geht es direkt zum ersten Tag</a></p>
<h3>Unsere Eindrücke vom dritten Tag</h3>
<p>&nbsp;</p>
<div class="storify"><iframe src="//storify.com/politikdigital/re-publica/embed?header=false&amp;border=false" width="100%" height="750" frameborder="no"></iframe><script src="//storify.com/politikdigital/re-publica.js?header=false&amp;border=false"></script><noscript>[<a href="//storify.com/politikdigital/re-publica" target="_blank" rel="noopener noreferrer">View the story &#8220;re:publica TEN Tag 3: &#8220;Wahnsinn, einfach Wahnsinn&#8221;&#8221; on Storify</a>]</noscript></div>
<p>&nbsp;</p>
<h3 id="hier geht es direkt zum zweiten Tag">Unsere Eindrücke vom zweiten Tag:</h3>
<p>&nbsp;</p>
<div class="storify"><iframe src="//storify.com/politikdigital/re-publica-ten-tag-2-der-wahnsinn-geht-weiter/embed?header=false" width="100%" height="750" frameborder="no"></iframe></div>
<div class="storify"></div>
<h3 id="hier geht es direkt zum ersten Tag">Unsere Eindrücke vom ersten Tag:</h3>
<div class="storify"><script src="//storify.com/politikdigital/re-publica-ten-tag-2-der-wahnsinn-geht-weiter.js?header=false"></script><noscript>[<a href="//storify.com/politikdigital/re-publica-ten-tag-2-der-wahnsinn-geht-weiter" target="_blank" rel="noopener noreferrer">View the story &#8220;re:publica TEN Tag 2: &#8220;Der Wahnsinn geht weiter&#8221;&#8221; on Storify</a>]</noscript></div>
<div class="storify"><iframe src="//storify.com/politikdigital/re-publica-ten-das-tagebuch/embed?header=false" width="100%" height="750" frameborder="no"></iframe><script src="//storify.com/politikdigital/re-publica-ten-das-tagebuch.js?header=false"></script><noscript>[<a href="//storify.com/politikdigital/re-publica-ten-das-tagebuch" target="_blank" rel="noopener noreferrer">View the story &#8220;republica TEN: Tag 1 &#8220;Der Wahnsinn beginnt&#8221;&#8221; on Storify</a>]</noscript></div>
<p>Dieser Artikel ist eine Gemeinschaftsarbeit von <a href="http://politik-digital.de/user/sraab/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stephan Raab</a> und <a href="http://politik-digital.de/user/owolff/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Oliver Wolff</a>.</p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: <a href="http://politik-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a> licenced under <a class="external" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY SA 3.0</a></span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Warum der Begriff &#034;Netzgemeinde&#034; in die Irre führt&#8230;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/netzstandpunkte/die-netzgemeinde-singt-nicht-im-chor-141736/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Sep 2014 08:30:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&#8230; und die Piratenpartei Opfer ihres eigenen Erfolgs wurde. „Sind die Piraten nun endgültig tot oder zucken sie noch?“ ist [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Netzgemeinde-Bild-1-Format-1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-141737" alt="Netzgemeinde Bild 1 Format 1" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Netzgemeinde-Bild-1-Format-1.jpg" width="610" height="279" /></a><br />
&#8230; und die Piratenpartei Opfer ihres eigenen Erfolgs wurde. „Sind die Piraten nun endgültig tot oder zucken sie noch?“ ist heute das einzige, was in puncto der einmal so vielversprechend gestarteten Freibeuterpartei noch interessiert. Der Niedergang zeigt auch: Die „Netzgemeinde“ als eine homogene Gruppe gibt es nicht. Sie taugt auch nicht zur Partei.<br />
<br/><div class="subcolumns">
             <div class="c75l">
               <div class="subcl">
                 <div class="entry-content-position">
                   <br />
Wissen sie, wie viel Prozent die Piratenpartei bei der Sachsen-Wahl letztes Wochenende erreicht hat? Wusste ich auch nicht. Denn neben den Diskussionen um „AfD rein, NPD raus, Grüne rein, und wenn, dann vielleicht sogar Schwarz-Grün“ ist über die Partei, die es in den letzten Jahren immerhin in mehrere Landtage hintereinander geschafft hat, einfach nicht mehr geredet worden. Man konnte nur vermuten, dass sich ihr Stimmanteil irgendwo in dem grauen Balken bei „sonstige“ verstecken musste.<br />
Es waren übrigens 1,1 Prozent und damit noch einmal 0,8 Prozent weniger als bei der letzten Wahl im Jahr 2009, als die Piratenpartei ein noch relativ unbekanntes Phänomen war. Das findet aber nur heraus, wer die Ergebnisse direkt auf der <a href="http://www.wahlrecht.de/news/2014/landtagswahl-sachsen-2014.html">Seite des sächsischen Landeswahlleiters</a> einsieht. Wer bei Google „Piratenpartei Ergebnisse Sachsen“ eingibt der bekommt als Ergebnis – die AfD. Nämlich in den News, wo fleißig darüber diskutiert wird, ob und wenn ja wie den Euro-Querulanten dasselbe blüht wie der Piratenpartei: nämlich der <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/piratenpartei-was-wurde-aus-den-piraten-a-982311.html">medial schon doppelt und dreifach festgestellte Untergang</a>.<br />
Über diesen ließ sich zugegebenermaßen auch gut berichten. Denn in der Piratenpartei gab es für die Kämpfe und Auseinandersetzungen, die es – das vergisst man irgendwie immer – auch laut und heftig in anderen Parteien gibt, einfach keine Struktur, und darum auch nie ein Ende. Wie Lenz Jacobsen auf <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-08/afd-piraten-vergleich-sachsen">zeit.de</a> treffend feststellt: „Niemandem wurde die Autorität zugestanden, Diskussionen zu beenden“. Jacobsen weist in seinem Vergleich zwischen AfD und Piraten auf einen weiteren Aspekt hin: Während die AfD ein eigenes politisches Milieu bedient, war dieses bei der Piratenpartei einfach nicht vorhanden.<br />
Was bei Jacobsen nur kurz angerissen wird, lohnt eine tiefergehende Betrachtung. Die Piraten haben sich seit ihrer Gründung als Teil einer „<a href="http://wiki.piratenpartei.de/Parteiprogramm#Pr.C3.A4ambel">weltweiten Bewegung</a>“ verstanden. Diese Bewegung wird in Deutschland gerne „Netzgemeinde“ oder „Netzcommunity“ genannt. Diese muss aber interessanterweise sprachlich mittlerweile für sehr unterschiedliche Sachen herhalten.</p>
<h3>Weder Königreich noch Familientreffen</h3>
<p>Kürzlich tauchte der Begriff der Netzgemeinde in der „<a href="http://www.digitale-agenda.de/DA/Navigation/DE/Grundsaetze/grundsaetze.html;jsessionid=01B9D351E92CC58E8EAFD0505F55A99C">Digitalen Agenda</a>“ wieder auf. Genauer: Die „Netzcommunity“ wird als einer der Akteure identifiziert, die am Dialog darüber, wie, ob und wann Deutschland denn nun zu digitalisieren sei, irgendwie mitwirken sollen. Doch auch hier stellt sich die Frage, die sich durch das ganze Papier der Bundesregierung zieht: Was ist damit eigentlich gemeint? Ist für die Bundesregierung die „Netzgemeinde“ nun ein ExpertInnengremium mit besonderer Weitsicht auf die gesellschaftlichen Folgen digitaler Entwicklung? Ist das eine Hacker-Lobby mit einseitigen politischen Interessen? Oder ist die „Netzgemeinde“ hier nur eine Verklausulierung für „Zivilgesellschaft“?<br />
Der Begriff der Gemeinde impliziert eine Art verschworenen Zusammenhalt. Und es gibt durchaus auch AkteurInnen, die diese Sichtweise selber befeuern. Die jährlich stattfindende re:publica bezeichnet sich selbstironisch als „Familientreffen“. Das ist gar nicht falsch. Über die Hälfte der diesjährigen TeilnehmerInnen gaben an, <a href="http://re-publica.de/sites/14.re-publica.de/files/media/documents/rp14_survey-insights.pdf">mindestens schon zum zweiten Mal hierher zu kommen</a>. Publizistisch wurde selbst 2012 noch kommentiert, die deutsche digitale Gesellschaft sei „<a href="http://www.zeit.de/2012/17/Sascha-Lobo">eine Monarchie</a>“ – und Sascha Lobo natürlich der König.<br />
Wenn diese Sichtweise 2012 vielleicht schon schwierig war, inzwischen ist sie sicherlich falsch. Was heute alles unter „Netzgemeinde“ läuft, ist längst keine homogene Gruppe und erst recht keine Monarchie mehr – schon die Piratenpartei konnte sich dauerhaft auf keinen König einigen. Selbst wenn die Piraten zumindest am Anfang aus Menschen mit relativ ähnlichen politischen Anschauungen bestand: die Netzgemeinde ist heute größer als sie, sie reicht in alle Parteien und alle Milieus. Und damit ist sie nicht weiter als ein rhetorisches Konstrukt.</p>
<h3>Wer ist bloß dieses „Wir“?</h3>
<p>Der Blogger Michael Seemann <a href="http://www.carta.info/64637/netzpolitik-das-ende-einer-ara/">schrieb nach der Bundestagswahl mit Hinblick auf das bescheidene Abschneiden der Piratenpartei</a>: „Unsere Diskurse, unsere Belange, unsere Sicht auf die Welt kam bei dieser Wahl nicht vor. (…). Haben wir versagt: organisatorisch, ideologisch, personell?“. Doch auch in seinem Beitrag bleibt offen, wer denn dieses „wir“ nun eigentlich ist. Seemann selber ist ein Beispiel dafür, dass die Antwort hier nicht einfach fällt. Er ist Anhänger der Post-Privacy-Bewegung, postet Steuererklärung und Aufenthaltsort in den sozialen Medien – live. Vergleicht man das mit anderen AnhängerInnen der Piratenpartei, die es auf Parteitagen vorzogen, lieber nicht fotografiert zu werden, wird eine gewissen Diskrepanz deutlich, die in das Bild der „Gemeinde“ nicht recht passt.<br />
Diese Überlegung macht zwei Faktoren deutlich, die den Niedergang der Piraten wie kaum andere besiegelt haben, aber in der darüber geführten Debatte selten auftauchten: Die Piraten sind zum einen Opfer ihres eigenen Erfolgs. Und zum anderen taugt eine Technologie, die massenhafte Verbreitung findet, nicht zur Vereinnahmung durch eine politische Richtung.</p>
<h3>Die Digitalisierung hat viele Kinder</h3>
<p>Opfer ihres eigenen Erfolgs sind sie deswegen, weil ihre Aktivität und ihre zwischenzeitlich spektakulären Umfragewerte in den anderen Parteien für hektische Betriebsamkeit gesorgt haben. Die CDU verfügt mittlerweile nicht nur über ihren eigenen netzpolitischen Verein, sondern auch über einen Generalsekretär, der, so scheint es, gleichzeitig schlafen und twittern kann. Die SPD schmückte sich mit Sascha Lobo als Online-Berater und führte mit ihrem Mitgliedervotum zum Koalitionsvertrag 2013 genau das durch, was die Piraten vorgemacht hatten: Mehr innerparteiliche Demokratie. Konstantin von Notz ist einer der bekanntesten Netzpolitiker in Deutschland, und er ist Grüner, nicht Pirat. Im Landtagswahlkampf in Sachsen <a href="https://netzpolitik.org/2014/sachsen-waehlt-und-open-data-kommt/">bekannte sich jede Partei zu so einer Art Open Data-Regelung</a>. Und dann gibt es da natürlich auch noch diese Digitale Agenda, die im Jahre 2014 natürlich niemanden als Innovation verkauft werden kann. Aber dass es nun schlussendlich eine gibt, ist Ergebnis eines politischen Diskurses, den die Piraten mit angestoßen haben.<br />
Diese Erfolge sind mitnichten im Sinne der Piraten. Sie haben das Thema politisiert aber das heißt eben auch: sie haben Netzpolitik massentauglich gemacht. Die Begriffe „Netzpolitik“ und „Netzgemeinde“ konnten einmal austauschbar verwendet werden. Das war zu einem Zeitpunkt, als die Netzgemeinde auch gleichbedeutend war mit der Forderung nach einem lockereren Urheberrecht, nach einem transparenteren Staat und einem unregulierten Internet, nach freien Bildungsmaterialien und mehr Datenschutz.</p>
<h3>Die „richtige“ Meinung gibt es nicht</h3>
<p>Und damit wird der zweite Faktor des Piraten-Dilemmas deutlich: Das Internet ist eine Massentechnologie – und es ist auch zu einem normalen Politikfeld geworden, das sich nach den traditionellen Maßstäben ordnen lässt: Ob liberal, konservativ oder links, ob traditionell oder progressiv, Netzpolitik ist Gesellschaftspolitik. Und Wirtschaftspolitik. Und Kulturpolitik. Ganz normale Politik halt. Für die gibt es aber bekanntlich schon eine Handvoll Parteien.<br />
Das Alleinstellungmerkmal der Piraten beruhte vor allem darauf, dass sie eine alleinige Kompetenz auf dem Gebiet des Internets hatten und damit einen alleinigen Vertretungsanspruch. Ihre pure Existenz hat für einen (zugegeben geringen) Kompetenzschub bei der politischen Konkurrenz gesorgt und die Piraten damit schlicht ihre Daseinsberechtigung gekostet. So lange die Piraten auf weiter Flur alleine waren, hatten sie gewissermaßen das exklusive Lizenzrecht auf die Vermarktung ihrer netzpolitischen Positionen als die einzig richtigen – schließlich gab es keine etablierten Gegenpositionen bei anderen Parteien.<br />
Internetnutzung ist glücklicherweise kein Exklusivrecht mehr, das Internet ist ein relativ flächendeckend verfügbares Medium, trotz aller Mängel beim Breitbandausbau. Und dadurch gilt für das Netz, was auch für Arbeitsmarkt, Bildungspolitik und die Rente gilt: Man kann es so oder so sehen. Aber die Gruppe, die es „richtig“ sieht, kann es nicht geben.<br />
Und jetzt singen im Chor der einst exklusiven Community ein paar Stimmen total schief, nämlich die der Konkurrenz, die das Ganze anders sehen. Die einstige Netzgemeinde sollte sich selbst nicht mehr so bezeichnen, denn sie ist längst kein geschlossener Verein mehr – und ist das vielleicht nie gewesen.  Auf sie zu verweisen ist lediglich noch ein rhetorisches Mittel, das für Beteiligungsplacebos á la „Wir wollen auch die Netzgemeinde beteiligen“ herhält. Hiergegen sollten sich ihre einstigen ProtagonistInnen wehren und ihre Ziele mit prägnanten Namen versehen. Denn im Jahr 2014 ist es in etwa so aussagekräftig, Mitglied der Netzgemeinde zu sein, wie Mitglied im ADAC.<br />
<strong>tl;dr</strong><br />
Die Piraten sind auch an ihrem eigenen Erfolg gescheitert: Sie haben Netzpolitik zu einem klassischen Politikfeld gemacht, das von allen Parteien bespielt wird und dadurch ihr Alleinstellungsmerkmal eingebüßt. Auch der Begriff der &#8220;Netzgemeinde&#8221; ist dadurch verwässert und sollte nicht mehr gebraucht werden.<br />
Foto: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:RIAN_archive_24089_The_youngsters_singing.jpg">Tichonov</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="305" height="53" /></a><br />

                 </div>
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		<item>
		<title>Warum der Begriff &#034;Netzgemeinde&#034; in die Irre führt&#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lukas Böhm]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Sep 2014 08:30:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Netzstandpunkte]]></category>
		<category><![CDATA[AFD]]></category>
		<category><![CDATA[Alternative für Deutschland]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8230; und die Piratenpartei Opfer ihres eigenen Erfolgs wurde. „Sind die Piraten nun endgültig tot oder zucken sie noch?“ ist [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Netzgemeinde-Bild-1-Format-1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-141737" alt="Netzgemeinde Bild 1 Format 1" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Netzgemeinde-Bild-1-Format-1.jpg" width="610" height="279" /></a><br />
&#8230; und die Piratenpartei Opfer ihres eigenen Erfolgs wurde. „Sind die Piraten nun endgültig tot oder zucken sie noch?“ ist heute das einzige, was in puncto der einmal so vielversprechend gestarteten Freibeuterpartei noch interessiert. Der Niedergang zeigt auch: Die „Netzgemeinde“ als eine homogene Gruppe gibt es nicht. Sie taugt auch nicht zur Partei.<br />
<br/><div class="subcolumns">
             <div class="c75l">
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                 <div class="entry-content-position">
                   <br />
Wissen sie, wie viel Prozent die Piratenpartei bei der Sachsen-Wahl letztes Wochenende erreicht hat? Wusste ich auch nicht. Denn neben den Diskussionen um „AfD rein, NPD raus, Grüne rein, und wenn, dann vielleicht sogar Schwarz-Grün“ ist über die Partei, die es in den letzten Jahren immerhin in mehrere Landtage hintereinander geschafft hat, einfach nicht mehr geredet worden. Man konnte nur vermuten, dass sich ihr Stimmanteil irgendwo in dem grauen Balken bei „sonstige“ verstecken musste.<br />
Es waren übrigens 1,1 Prozent und damit noch einmal 0,8 Prozent weniger als bei der letzten Wahl im Jahr 2009, als die Piratenpartei ein noch relativ unbekanntes Phänomen war. Das findet aber nur heraus, wer die Ergebnisse direkt auf der <a href="http://www.wahlrecht.de/news/2014/landtagswahl-sachsen-2014.html">Seite des sächsischen Landeswahlleiters</a> einsieht. Wer bei Google „Piratenpartei Ergebnisse Sachsen“ eingibt der bekommt als Ergebnis – die AfD. Nämlich in den News, wo fleißig darüber diskutiert wird, ob und wenn ja wie den Euro-Querulanten dasselbe blüht wie der Piratenpartei: nämlich der <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/piratenpartei-was-wurde-aus-den-piraten-a-982311.html">medial schon doppelt und dreifach festgestellte Untergang</a>.<br />
Über diesen ließ sich zugegebenermaßen auch gut berichten. Denn in der Piratenpartei gab es für die Kämpfe und Auseinandersetzungen, die es – das vergisst man irgendwie immer – auch laut und heftig in anderen Parteien gibt, einfach keine Struktur, und darum auch nie ein Ende. Wie Lenz Jacobsen auf <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-08/afd-piraten-vergleich-sachsen">zeit.de</a> treffend feststellt: „Niemandem wurde die Autorität zugestanden, Diskussionen zu beenden“. Jacobsen weist in seinem Vergleich zwischen AfD und Piraten auf einen weiteren Aspekt hin: Während die AfD ein eigenes politisches Milieu bedient, war dieses bei der Piratenpartei einfach nicht vorhanden.<br />
Was bei Jacobsen nur kurz angerissen wird, lohnt eine tiefergehende Betrachtung. Die Piraten haben sich seit ihrer Gründung als Teil einer „<a href="http://wiki.piratenpartei.de/Parteiprogramm#Pr.C3.A4ambel">weltweiten Bewegung</a>“ verstanden. Diese Bewegung wird in Deutschland gerne „Netzgemeinde“ oder „Netzcommunity“ genannt. Diese muss aber interessanterweise sprachlich mittlerweile für sehr unterschiedliche Sachen herhalten.</p>
<h3>Weder Königreich noch Familientreffen</h3>
<p>Kürzlich tauchte der Begriff der Netzgemeinde in der „<a href="http://www.digitale-agenda.de/DA/Navigation/DE/Grundsaetze/grundsaetze.html;jsessionid=01B9D351E92CC58E8EAFD0505F55A99C">Digitalen Agenda</a>“ wieder auf. Genauer: Die „Netzcommunity“ wird als einer der Akteure identifiziert, die am Dialog darüber, wie, ob und wann Deutschland denn nun zu digitalisieren sei, irgendwie mitwirken sollen. Doch auch hier stellt sich die Frage, die sich durch das ganze Papier der Bundesregierung zieht: Was ist damit eigentlich gemeint? Ist für die Bundesregierung die „Netzgemeinde“ nun ein ExpertInnengremium mit besonderer Weitsicht auf die gesellschaftlichen Folgen digitaler Entwicklung? Ist das eine Hacker-Lobby mit einseitigen politischen Interessen? Oder ist die „Netzgemeinde“ hier nur eine Verklausulierung für „Zivilgesellschaft“?<br />
Der Begriff der Gemeinde impliziert eine Art verschworenen Zusammenhalt. Und es gibt durchaus auch AkteurInnen, die diese Sichtweise selber befeuern. Die jährlich stattfindende re:publica bezeichnet sich selbstironisch als „Familientreffen“. Das ist gar nicht falsch. Über die Hälfte der diesjährigen TeilnehmerInnen gaben an, <a href="http://re-publica.de/sites/14.re-publica.de/files/media/documents/rp14_survey-insights.pdf">mindestens schon zum zweiten Mal hierher zu kommen</a>. Publizistisch wurde selbst 2012 noch kommentiert, die deutsche digitale Gesellschaft sei „<a href="http://www.zeit.de/2012/17/Sascha-Lobo">eine Monarchie</a>“ – und Sascha Lobo natürlich der König.<br />
Wenn diese Sichtweise 2012 vielleicht schon schwierig war, inzwischen ist sie sicherlich falsch. Was heute alles unter „Netzgemeinde“ läuft, ist längst keine homogene Gruppe und erst recht keine Monarchie mehr – schon die Piratenpartei konnte sich dauerhaft auf keinen König einigen. Selbst wenn die Piraten zumindest am Anfang aus Menschen mit relativ ähnlichen politischen Anschauungen bestand: die Netzgemeinde ist heute größer als sie, sie reicht in alle Parteien und alle Milieus. Und damit ist sie nicht weiter als ein rhetorisches Konstrukt.</p>
<h3>Wer ist bloß dieses „Wir“?</h3>
<p>Der Blogger Michael Seemann <a href="http://www.carta.info/64637/netzpolitik-das-ende-einer-ara/">schrieb nach der Bundestagswahl mit Hinblick auf das bescheidene Abschneiden der Piratenpartei</a>: „Unsere Diskurse, unsere Belange, unsere Sicht auf die Welt kam bei dieser Wahl nicht vor. (…). Haben wir versagt: organisatorisch, ideologisch, personell?“. Doch auch in seinem Beitrag bleibt offen, wer denn dieses „wir“ nun eigentlich ist. Seemann selber ist ein Beispiel dafür, dass die Antwort hier nicht einfach fällt. Er ist Anhänger der Post-Privacy-Bewegung, postet Steuererklärung und Aufenthaltsort in den sozialen Medien – live. Vergleicht man das mit anderen AnhängerInnen der Piratenpartei, die es auf Parteitagen vorzogen, lieber nicht fotografiert zu werden, wird eine gewissen Diskrepanz deutlich, die in das Bild der „Gemeinde“ nicht recht passt.<br />
Diese Überlegung macht zwei Faktoren deutlich, die den Niedergang der Piraten wie kaum andere besiegelt haben, aber in der darüber geführten Debatte selten auftauchten: Die Piraten sind zum einen Opfer ihres eigenen Erfolgs. Und zum anderen taugt eine Technologie, die massenhafte Verbreitung findet, nicht zur Vereinnahmung durch eine politische Richtung.</p>
<h3>Die Digitalisierung hat viele Kinder</h3>
<p>Opfer ihres eigenen Erfolgs sind sie deswegen, weil ihre Aktivität und ihre zwischenzeitlich spektakulären Umfragewerte in den anderen Parteien für hektische Betriebsamkeit gesorgt haben. Die CDU verfügt mittlerweile nicht nur über ihren eigenen netzpolitischen Verein, sondern auch über einen Generalsekretär, der, so scheint es, gleichzeitig schlafen und twittern kann. Die SPD schmückte sich mit Sascha Lobo als Online-Berater und führte mit ihrem Mitgliedervotum zum Koalitionsvertrag 2013 genau das durch, was die Piraten vorgemacht hatten: Mehr innerparteiliche Demokratie. Konstantin von Notz ist einer der bekanntesten Netzpolitiker in Deutschland, und er ist Grüner, nicht Pirat. Im Landtagswahlkampf in Sachsen <a href="https://netzpolitik.org/2014/sachsen-waehlt-und-open-data-kommt/">bekannte sich jede Partei zu so einer Art Open Data-Regelung</a>. Und dann gibt es da natürlich auch noch diese Digitale Agenda, die im Jahre 2014 natürlich niemanden als Innovation verkauft werden kann. Aber dass es nun schlussendlich eine gibt, ist Ergebnis eines politischen Diskurses, den die Piraten mit angestoßen haben.<br />
Diese Erfolge sind mitnichten im Sinne der Piraten. Sie haben das Thema politisiert aber das heißt eben auch: sie haben Netzpolitik massentauglich gemacht. Die Begriffe „Netzpolitik“ und „Netzgemeinde“ konnten einmal austauschbar verwendet werden. Das war zu einem Zeitpunkt, als die Netzgemeinde auch gleichbedeutend war mit der Forderung nach einem lockereren Urheberrecht, nach einem transparenteren Staat und einem unregulierten Internet, nach freien Bildungsmaterialien und mehr Datenschutz.</p>
<h3>Die „richtige“ Meinung gibt es nicht</h3>
<p>Und damit wird der zweite Faktor des Piraten-Dilemmas deutlich: Das Internet ist eine Massentechnologie – und es ist auch zu einem normalen Politikfeld geworden, das sich nach den traditionellen Maßstäben ordnen lässt: Ob liberal, konservativ oder links, ob traditionell oder progressiv, Netzpolitik ist Gesellschaftspolitik. Und Wirtschaftspolitik. Und Kulturpolitik. Ganz normale Politik halt. Für die gibt es aber bekanntlich schon eine Handvoll Parteien.<br />
Das Alleinstellungmerkmal der Piraten beruhte vor allem darauf, dass sie eine alleinige Kompetenz auf dem Gebiet des Internets hatten und damit einen alleinigen Vertretungsanspruch. Ihre pure Existenz hat für einen (zugegeben geringen) Kompetenzschub bei der politischen Konkurrenz gesorgt und die Piraten damit schlicht ihre Daseinsberechtigung gekostet. So lange die Piraten auf weiter Flur alleine waren, hatten sie gewissermaßen das exklusive Lizenzrecht auf die Vermarktung ihrer netzpolitischen Positionen als die einzig richtigen – schließlich gab es keine etablierten Gegenpositionen bei anderen Parteien.<br />
Internetnutzung ist glücklicherweise kein Exklusivrecht mehr, das Internet ist ein relativ flächendeckend verfügbares Medium, trotz aller Mängel beim Breitbandausbau. Und dadurch gilt für das Netz, was auch für Arbeitsmarkt, Bildungspolitik und die Rente gilt: Man kann es so oder so sehen. Aber die Gruppe, die es „richtig“ sieht, kann es nicht geben.<br />
Und jetzt singen im Chor der einst exklusiven Community ein paar Stimmen total schief, nämlich die der Konkurrenz, die das Ganze anders sehen. Die einstige Netzgemeinde sollte sich selbst nicht mehr so bezeichnen, denn sie ist längst kein geschlossener Verein mehr – und ist das vielleicht nie gewesen.  Auf sie zu verweisen ist lediglich noch ein rhetorisches Mittel, das für Beteiligungsplacebos á la „Wir wollen auch die Netzgemeinde beteiligen“ herhält. Hiergegen sollten sich ihre einstigen ProtagonistInnen wehren und ihre Ziele mit prägnanten Namen versehen. Denn im Jahr 2014 ist es in etwa so aussagekräftig, Mitglied der Netzgemeinde zu sein, wie Mitglied im ADAC.<br />
<strong>tl;dr</strong><br />
Die Piraten sind auch an ihrem eigenen Erfolg gescheitert: Sie haben Netzpolitik zu einem klassischen Politikfeld gemacht, das von allen Parteien bespielt wird und dadurch ihr Alleinstellungsmerkmal eingebüßt. Auch der Begriff der &#8220;Netzgemeinde&#8221; ist dadurch verwässert und sollte nicht mehr gebraucht werden.<br />
Foto: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:RIAN_archive_24089_The_youngsters_singing.jpg">Tichonov</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="305" height="53" /></a><br />

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		<title>Köpfe voll – Kasse leer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Jun 2014 16:03:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Netzaktivismus ist hierzulande ein zähes Geschäft. Trotz Ausspähskandal und nicht enden wollender Enthüllungen fehlt dem Engagement im und um das [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bekassine.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-140522" alt="Bekassine" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bekassine.png" width="640" height="345" /></a>Netzaktivismus ist hierzulande ein zähes Geschäft. Trotz Ausspähskandal und nicht enden wollender Enthüllungen fehlt dem Engagement im und um das Netz oft die finanzielle Basis. Die Frage ist: Warum bekommen deutsche Internetaktivisten zu wenig finanzielle Unterstützung?<br />
Die Bekassine, der Vogel des Jahres 2013, wird auch „Meckervogel“ genannt, nicht weil er sich über die permanente Zerstörung seines Lebensraumes beschwert, sondern weil das Meckern zu seinen typischen Balzgeräuschen gehört. Anscheinend lockt das Meckern nicht nur Weibchen an, sondern auch spendable Vogelschützer, denn über 75.000 ehrenamtliche Helfer kümmern sich darum, dass der Lebensraum des Vogels erhalten bleibt.<br />
Der Netzaktivist und Internetberater Sascha Lobo hatte auf der diesjährigen re:publica in seiner <a href="https://www.youtube.com/watch?v=3hbEWOTI5MI" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Rede zur Lage der Nation“</a>, die Bekassine als Beispiel dafür angeführt, dass die Eltern der Netzgemeinde etwas können, was die Kinder der Kostenlosgesellschaft anscheinend verlernt haben: sich finanziell für etwas einzusetzen, was ihnen am Herzen liegt. Das Ganze kulminierte in der Anklage: „Ihr twittert, aber ihr überweist nicht“.<br />
Sascha Lobo übertreibt gern ein wenig. Natürlich wird auch für netzpolitische Aktivitäten und Organisationen gespendet. Aber in dem vergleichsweise geringen Spendenvolumen, das auch <a href="http://politik-digital.de/spenden-im-netz-fuers-netz-ein-ueberblick/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">unsere Recherche</a> ergeben hat, drückt sich etwas anderes aus: unsere Unfähigkeit, die Bedrohung und die bereits eingesetzte Zerstörung des digitalen Lebensraumes sichtbar zu machen. Denn die Empörung über die NSA-Affäre ist nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen.</p>
<h3>Wo liegt das Problem?</h3>
<p>Wolfgang Michal geht in <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/whistleblower-edward-snowden-der-hat-doch-gar-nichts-enthuellt-12982298.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">seinem Artikel in der FAZ</a> sogar noch einen Schritt weiter, indem er behauptet, dass Edward Snowden gar nichts enthüllt habe, da die Enthüllungen frei von Inhalten gewesen seien und es sich nur um Metainformationen, um Zahlen-Hülsen handele, die aber nicht zu einer Emotionalisierung der Debatte führen würden. Michal zitiert dabei auch die Netzaktivistin Anne Roth, die in ihrer Analyse die Lethargie gegenüber der NSA-Affäre auf das Ohnmachtsgefühl gegenüber einem übermächtigen Gegner, auf die Genügsamkeit der Protestierenden, aber auch auf deren Zersplitterung und auf Eitelkeiten untereinander zurückführt.<br />
Und hier sind wir wieder beim Thema Geld. Die Netzaktivisten haben eine Menge Ideen im Kopf, aber sie konkurrieren auch um die begrenzten ökonomischen Mittel. Lobo hat deswegen Recht, wenn er fordert, dass wir für eine andere Netzkultur, für mehr Bürgerrechte im Internet mehr Geld, also Spenden benötigen. Nur müssen sich die Netzaktivisten auch kritisch fragen lassen, ob sie bei der Spendenakquise alles richtig machen. Sind die Kampagnen einfach und klar, die Ziele verständlich, ziehen alle Organisationen an einem Strang und &#8211; das ist die entscheidende Frage &#8211; wissen die Spender genau, was mit ihrem Geld passiert, sind also die Ausgaben transparent dargelegt?</p>
<h3>Mit guten Geschichten und langem Atem!</h3>
<p>In der NSA-Affäre wird das ungenaue Ziel vieler Kampagnen leider genau deutlich: Es gibt zu wenige Geschichten, keine tatsächliche Konsequenz aus dieser Affäre. Dem einen oder anderen Aktivisten wurde die Einreise in die USA verwehrt. Ok. Aber es ist (noch) nicht fassbar, wie wir uns verändern, wie wir Gedanken nicht mehr schreiben, weil wir uns zensieren und sie irgendwann auch nicht mehr denken. Diese Geschichten können aber geschrieben werden, sie brauchen nur einen langen Atem, sie brauchen großzügige Budgets und Journalisten mit Mut, die diesen Weg gehen wollen.<br />
Die Bekassine hat es da einfacher. Es ist sichtbar, wie ihr Lebensraum zerstört wird und dass immer weniger Exemplare der Spezies zu finden sind. Sie ist ein schutzloser Vogel, den wir Menschen bedrohen. Dass es schwieriger ist, Emotionen zu wecken, wenn wir uns gegenseitig bedrohen, einsperren, foltern oder töten, dies erleben viele Menschen auf dieser Welt leider tagtäglich.<br />
Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/snoopsmaus/14216274406" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr/snoopsmaus</a> (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a>)<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="378" height="66" /></a><br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>8. Berliner Hinterhofgespräch: “Verbunden, aber nicht vernetzt &#8211; Von der mangelnden Zusammenarbeit in der Netzgemeinde”</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/8-berliner-hinterhofgespraech-verbunden-aber-nicht-vernetzt-von-der-mangelnden-zusammenarbeit-in-der-netzgemeinde-134020/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/8-berliner-hinterhofgespraech-verbunden-aber-nicht-vernetzt-von-der-mangelnden-zusammenarbeit-in-der-netzgemeinde-134020/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexa Schaegner]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Oct 2013 14:50:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA["Berliner Hinterhofgespräche"]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Gazette]]></category>
		<category><![CDATA[Netzgemeinde]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Hinterhofgespräche]]></category>
		<category><![CDATA[Complicity-Konferenz]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Öffentlichkeitt]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerk-Gesellschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=134020</guid>

					<description><![CDATA[Nach vielen spannenden Talks im vergangenen Sommer haben politik-digital.de und Netzpiloten die Winter-Edition der „Berliner Hinterhofgespräche” gestartet. Anlass für die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/8-berliner-hinterhofgespraech-verbunden-aber-nicht-vernetzt-von-der-mangelnden-zusammenarbeit-in-der-netzgemeinde/winterblid-v4/" rel="attachment wp-att-134173"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-134173" alt="WINTERBLID v4" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/WINTERBLID-v4.jpg" width="640" height="360" /></a>Nach vielen spannenden Talks im vergangenen Sommer haben politik-digital.de und Netzpiloten die Winter-Edition der „Berliner Hinterhofgespräche” gestartet. Anlass für die erste Ausgabe der neuen Hangout-Reihe war eine Konferenz der Berliner Gazette vom 7.-9. November. Unter dem Motto: „Complicity – How can Pirates &amp; Capitalists, Hackers &amp; Journalists, Amateurs &amp; Pros work together?” wollten die Organisatoren die Zusammenarbeit zwischen Akteuren der Netzwerk-Gesellschaft fördern.<br />
<iframe hcb-fetch-image-from="http://youtu.be/GfcwWTz7f7I" title="Verbunden, aber nicht vernetzt- Von der mangelnden Zusammenarbeit in der Netzgemeinde" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/GfcwWTz7f7I?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Im Anschluss an die <a href="http://berlinergazette.de/symposium/complicity/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Konferenz</a> haben wir am Dienstag, 12.11. über die mangelnde Kooperation innerhalb der „Netzgemeinde” diskutiert. Obwohl Akteure der Netzbewegung oft gleiche Ziele und (politische) Werte teilen, finden sie häufig keine gemeinsame Ebene der Zusammenarbeit. Woran liegt es, dass Journalisten, Blogger und Netzaktivisten oftmals „ihr eigenes Ding machen”? Dabei wären Vernetzung und Mobilisierung grade in Zeiten des NSA-Skandals wichtige Mittel zur Formung einer „digitalen Gegenöffentlichkeit”.<br />
Im Sinne von „Complicity” haben wir uns die Frage gestellt, wie netzbewegte Menschen zu „Verbündeten” werden können, die gemeinsam Konflikte bearbeiten, anstatt sie untereinander auszutragen.<br />
Zum Thema „Verbunden, aber nicht vernetzt- von der mangelnden Zusammenarbeit in der Netzgemeinde”, diskutierte Moderator und Netzpilot <a href="http://www.netzpiloten.de/author/tobias-schwarze/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tobias Schwarz</a> gemeinsam mit Sandra Zistl von <a href="http://hostwriter.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hostwriter</a>, der Autorin und Unternehmerin <a href="http://nicole-simon.eu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nicole Simon</a>, dem Autor und Wissenschaftler <a href="http://www.sebastiangiessmann.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sebastian Gießmann</a> und <a href="http://berlinergazette.de/author/krystian-woznicki/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Krystian Woznicki</a>, dem Herausgeber der Berliner Gazette und Organisator der Complicity-Konferenz.<br />
<a href="http://politik-digital.de/8-berliner-hinterhofgespraech-verbunden-aber-nicht-vernetzt-von-der-mangelnden-zusammenarbeit-in-der-netzgemeinde/hangout-bild-2/" rel="attachment wp-att-134167"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-134167" alt="Hangout Bild" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Hangout-Bild.png" width="628" height="158" /></a><br />
Bild: politik-digital.de<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130752" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>Avantgarde? &#034;Expertokratie&#034;? Filterbubble? Wundertüte? – Die digitale Presseschau KW 40</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alinka Rother]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Oct 2013 11:54:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Netzgemeinde]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor einer Woche schien die Welt kurz vor dem Untergang zu stehen: Ein Abgesang auf die aktuellen Strategien der Netzgemeinde [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einer Woche schien die Welt kurz vor dem Untergang zu stehen: Ein Abgesang auf die aktuellen Strategien der Netzgemeinde jagte den nächsten. In dieser Woche kehrt etwas Ruhe ein: Es sei keine netzpolitische Ära, die ihr Ende gefunden habe, sondern lediglich eine frühe Entwicklungsphase, schreibt beispielsweise Wolfgang Michal. Und Alex Rühle, Autor bei der Süddeutschen Zeitung, stellt die These der „digitalen Filterbubble“ infrage. Währenddessen versuchen sich andere an einer Analyse der deutschen Gesellschaft: Unsere Ablehnung von Big Data sei ein „romantischer Verteidigungsreflex des in Bedrängnis geratenen abendländischen Denkens“, war diese Woche in der Zeit zu lesen. Das und mehr in der digitalen Presseschau.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="http://www.youtube.com/watch?v=PvH2al4BFDI" title="Jung &amp; Naiv - Folge 89: Wird jetzt alles gut in der Netzpolitik?" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/PvH2al4BFDI?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
&#8220;Wird jetzt alles gut in der Netzpolitik?&#8221; Darüber sprechen Thilo Jung und Markus Beckedahl von netzpolitik.org in einer weiteren Folge von &#8220;Jung &amp; Naiv&#8221;.</p>
<h3><a href="http://www.carta.info/64986/netzpolitik-das-ende-der-kindheit/?utm_source=buffer&amp;utm_campaign=Buffer&amp;utm_content=bufferac370&amp;utm_medium=twitter" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Avantgarde.</a></h3>
<p>Wie Wahrnehmung des Internets hat sich zum Negativen verändert – und die Netzgemeinde ist mindestens desillusioniert, wenn nicht gar „zu Tode betrübt“: Vergangene Woche schrieb der Blogger Michael Seemann vom „Ende einer netzpolitischen Ära“ [wir <a href="http://politik-digital.de/nach-der-wahl-die-rolle-rueckwaerts-die-digitale-presseschau-kw-39/">berichteten</a>]. Wolfgang Michal reagiert nun auf Seemanns Blogpost und warnt die Netzszene vor einer Überschätzung der eigenen Bedeutung. Nicht eine Ära sei es, die zu Ende gegangen sei, sondern lediglich eine frühe Entwicklungsphase. Der Carta-Mitherausgeber Michal zählt dazu einige Probleme der Netzgemeinde auf: Sie habe sich von den lammfrommen „Alt-Medien“ abhängig gemacht und damit die Chance verpasst, sich an andere Akteure, wie Gewerkschaften oder Kreative, zu wenden. Außerdem würden die meisten politischen Blogger der „Medien- und Talkshow-Abhängigkeit“ erliegen. Gleichzeitig hätte die Netzszene (bisher) die Chance vertan, eine verständliche und nicht-elitäre Sprache zu entwickeln. Die „expertografische Lobbyarbeit“ der Netzgemeinde sei die falsche Strategie für eine solch junge Bewegung. Und last but not least: Den Netzbewegten fehle das Zeug zum „political animal“ – sie seien eher Medienmenschen als Gestalter von Politik. All das aber sei kein Grund für Untergangsszenarien, meint Michael. „Alles was heute unter Netzpolitik läuft, ist (…) nur Vorläuferform, Frühform und Avantgarde, (…) ein Vorprogramm für größere politische Organisationen“. Erst wenn die digitale Revolution die Gesellschaft wirklich durchdrungen hätte, könne der Einfluss der Netzgemeinde steigen. Immerhin: „Im Vorteil ist, wer sich frühzeitig damit auseinandersetzt.“</p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/twitter-lob-kleines-fenster-zur-grossen-welt-1.1784167-3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wundertüte.</a></h3>
<p>„Lassen wir (…) die Piraten in ihrem Elend vorerst alleine und gucken tatsächlich mal bei Twitter rein“. Auch Alex Rühle von der Süddeutschen Zeitung setzt sich mit der trauernden Netzgemeinde auseinander. Und stellt fest: Eigentlich sei Twitter gar nicht die digitale „Filterbubble“, als die es heute wahrgenommen wird. Vielmehr sei jeder Tweet ein kleines Fenster zur großen Welt. Jeder dritte Tweet in Deutschland enthalte einen Link zu einem Online-Angebot redaktioneller Medien, führe also „als Wegweiser in andere Texte hinein“. Twitter sei eine Art Wundertüte, in der man Aufsätze, Diskurse, Dinge und Autoren finden können, von denen man noch nie gehört habe. Höchst spannend, spaßig und relevant also. Und trotzdem: Die Eignung von Twitter für den Wahlkampf stellt auch Rühle in Frage.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2013-09/bigdata-dataismus-optimismus" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Romantischer Verteidungsreflex</a></h3>
<p>„Schwache Gesellschaften schrecken vor starken Technologien zurück“. Genauer: „Datenabwehr ist ein romantischer Verteidigungsreflex des in Bedrängnis geratenen abendländischen Denkens, das sich lieber in Obskurantismus flüchtet, als sich dem Maschinengehirn anzuvertrauen.“  Alexander Pschera holt auf Zeit Online mit der ganz großen Keule aus: Das Sammeln von Daten sei keine Erfindung von Geheimdiensten, sondern „das Prinzip der modernen Naturwissenschaften und damit die Logik des humanitären Fortschritts“. Big Data würde Leben verlängern – man denke an big pharmaceutical data – Katastrophen verhindern und Arbeitsplätze schaffen. Für die allgemein vorherrschende Skepsis in Deutschland gegenüber der Sammlung und Auswertung von Daten gebe es zwei Gründe: Zum einen stehe die deutsche Gesellschaft nach wie vor unter dem Schock der nationalsozialistischen „Technokratie“. Datenabwehr gelte in Deutschland noch immer als Faschismusabwehr. Zum anderen würde das maschinelle Sammeln von Daten unserem „Verständnis von Erkennen und Verstehen“ widersprechen. Die Gesellschaft wolle die  „subjektive Kontrolle über den Erkenntnisprozess“ behalten. Allerdings sei die Welt mittlerweile zu komplex, um diesem „idealistischen, maschinenfreien Erkenntniskonzept“ weiterhin anzuhängen. Der Mensch müsse wieder zum Fragensteller werden. Denn auf gute Fragen würden die Daten auch gute Antworten liefern.</p>
<h3><a href="https://www.bpb.de/dialog/netzdebatte/169183/im-internet-herrscht-das-mittelalter-und-wir-sind-die-knechte-" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Unsere Lehnsherren</a></h3>
<p>Nicht  Besonnenheit, sondern Aufbegehren, fordert dagegen Bruce Schneier, einer der bekanntesten US-amerikanischen Experten für Computersicherheit und Kryptographie, auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung. Im Internet herrsche das Mittelalter. Skype, Apple, LinkedIn, Twitter: All das seien keine bloßen Unternehmen im traditionellen Sinn, sondern unsere Lehnsherren – und wir ihre Knechte. Die Machtlage in der IT habe sich zugunsten von Cloud-Diensten und in sich geschlossenen Online-Plattformen verschoben. Das würde vor allem die Sicherheit im Internet gefährden. Das „neue“ Sicherheitsmodell bestehe darin, dass die User ihre Sicherheit an andere delegieren, im Vertrauen darauf, dass sie uns vor Missbrauch schützen. „Und dieser Jemand sagt uns nichts über die Details“. Wir Bürger müssten „alle Macht, die wir als Individuum noch haben, nutzen, um mit unseren Lehnsherren zu verhandeln“. Auf lange Sicht aber sei ein Eingreifen der Regierungen nicht zu vermeiden, um die mit vielen Rechten ausgestatteten „Lehnsherren“ zu mehr Verantwortung zu zwingen.<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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		<title>Nach der Wahl die Rolle rückwärts – die digitale Presseschau KW 39</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alinka Rother]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Sep 2013 11:17:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl 2013]]></category>
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					<description><![CDATA[Diese Presseschau steht ganz im Zeichen der Bundestagswahl. Vom „Ende einer netzpolitischen Ära“ bis hin zum „abgebrannten Neuland“– die Onlinepresse [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Presseschau steht ganz im Zeichen der Bundestagswahl. Vom „Ende einer netzpolitischen Ära“ bis hin zum „abgebrannten Neuland“– die Onlinepresse tobt. „Vermutlich hatte der Deutsche Ruderverein einen größeren Impact auf diese Wahl als die Netzgemeinde“, schreibt beispielsweise Michael Seemann in seinem Blog. Wir versuchen, einen Überblick über den medialen Sturm der Entrüstung zu bieten.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="http://www.youtube.com/watch?v=OvY3k3ir9gM&amp;feature=share&amp;list=UUUVSxH8r5fj3Uki5uAcyQaw" title="Verabschiedungsfilm: SPD-Abgeordnete erinnern sich" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/videoseries?list=UUUVSxH8r5fj3Uki5uAcyQaw" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Mit der FDP muss aktuell eine ganze Partei ihre Plätze im Bundestag räumen. Es scheiden aber auch 40 Mitglieder der SPD-Fraktion aus dem Parlament aus. Einige dieser nun ehemaligen Abgeordneten erinnern sich in unserem Video der Woche an besondere Momente aus ihrer Zeit im Bundestag.<br />
&nbsp;</p>
<h3><a href="http://mspr0.de/?p=3775" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Haben wir versagt?</a></h3>
<p>„Willkommen beim Rollback, bitte anschnallen.“ Mit diesem Satz beschließt der Blogger Michael Seemann seinen Blogeintrag zum Ende einer netzpolitischen Ära: Bis vor kurzem schienen die politischen Einflussmöglichkeiten der Netzgemeinde anzuwachsen. Der Erfolg der Piratenpartei bei einigen Landtagswahlen, das Ende der Vorratsdatenspeicherung, die Einberufung einer Enquetekommission und der europaweite Protest gegen „Acta“ – all das habe die digitale Szene damals von einer neuen, von „ihrer“ Politik träumen lassen. Die Ereignisse dieses Jahres aber, hätten diese Hoffnungen zum Einsturz gebracht: So wurde beispielsweise das Leistungsschutzrecht umgesetzt – ein Gesetz, das von den Netzaktivistenmassiv bekämpft wurde. Allerdings hätte weder dieses Gesetz, noch der „digitale Überwachungsgau“ irgendeine Auswirkung auf das Wahlergebnis gehabt. Nun müssten wir uns auf Netzsperren, mehr Überwachung und ein Trojanergesetz gefasst machen – ein Rollback eben. Die Netzpolitik in der aktuellen Konzeption, also Politik „aus dem Netz (…) als reine Selbstbespiegelung der Interessen der Netzgemeinde“ sei tot, folgert Seemann. Nun gelte es vor allem herauszufinden, woran das liegt: „Ist Post-Privacy bereits so eine Gesellschaftsnormalität, dass die Prism-Debatte nicht verfängt? Haben wir versagt: organisatorisch, ideologisch, personell?“ Fragen, für deren Beantwortung die digitale Szene wohl einiges an Zeit brauchen wird.</p>
<h3><a href="http://www.golem.de/news/imho-eine-niederlage-fuer-die-netzpolitik-1309-101736.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Düstere Aussichten</a></h3>
<p>Michael Seemann ist nicht der einzige, dem die Zukunft der Netzpolitik in vorerst düsterem Licht erscheint. Auch Friedhelm Greis schreibt auf golem.de von wenig erfreulichen Aussichten: Mit der CDU habe „diejenige Partei am stärksten zugelegt, deren Wahlprogramm die diffusesten Aussagen zur Netzpolitik enthält“. Die Union fordere die Vorratsdatenspeicherung und bekenne sich nur sehr eingeschränkt zur Netzneutralität. Zum flächendeckenden Ausbau der Breitbandinfrastruktur findet sich im Wahlprogramm kein einziger neuer Ansatz – „dafür aber das Bekenntnis zu wirtschaftlichen Verwertung von Nutzerdaten“. Wer taugt als Korrektiv? Die SPD eher nicht, meint Greis. Zum einen befürwortet auch die SPD die Vorratsdatenspeicherung und hat die Bestanddatenauskunft schon damals nicht im Bundesrat gestoppt. Zum anderen wird sie  &#8211; so vermutet Greis – für einige gute Vorschläge wie die Abschaffung des Leistungsschutzrechts in einer Koalition wohl keine Zustimmung finden. Was bleibt? Die Piraten liegen bei 2,2 Prozent und Grüne, Linke und FDP, also die Parteien mit „deutlichen Bekenntnissen zu Datenschutz, Netzneutralität, Breitbandversorgung und Open Government, haben zusammen 15 Prozentpunkte im Vergleich zu 2009 verloren“. Da bleibt erst mal nicht viel, findet Greis. Netzpolitiker werden es in den nächsten Jahren noch schwerer haben, ihre Forderungen durchzusetzen.</p>
<h3><a href="https://digitalegesellschaft.de/2013/09/forderungen-btw2013/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jetzt erst recht</a></h3>
<p>Allen Untergangsszenarien zum Trotz: Die Netzgemeinde bleibt am Ball. Die „Digitale Gesellschaft“ hat einen ausführlichen 10-Punkte-Katalog online gestellt, und fordert die Politik auf „Zielvorgaben zu den zentralen netzpolitischen Vorgaben im Koalitionsvertrag zu verankern“. Dazu zählen: Die Wahrung grundlegender Datenschutzprinzipien auf EU-Ebene, die Verhinderung grundloser Überwachung, die Eindämmung des Exports von Überwachungstechnologien sowie die Abschaffung der Funkzellenabfrage als Ermittlungsinstrument. Außerdem fordert die „Digitale Gesellschaft“ die Abschaffung der Störerhaftung. Denn bisher haften Betreiber von nicht gewerblichen Wlans für Rechtsverletzungen, die Dritte über ein von ihnen betriebenes offenes Funknetz verüben. Weitere Vorschläge der Digitalen Gesellschaft: ein „Recht auf Remix“, eine transparentere Gestaltung der öffentlichen Verwaltung, die Schaffung eines offenen Zugangs zu wissenschaftlichen Forschungsergebnissen und natürlich die konsequente Durchsetzung der Netzneutralität.</p>
<h3><a href="http://www.wiwo.de/politik/deutschland/bundestagswahl-fuenf-lektionen-aus-dem-social-media-wahlkampf-seite-all/8825116-all.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fünf Lektionen</a></h3>
<p>In diesem Bundestagswahlkampf wurden von den Parteien so viel getwittert und gepostet wie nie zuvor. Oliver Voß zieht in der Wirtschaftswoche fünf Lektionen aus dem Social-Media-Wahlkampf. Erste und zweite Lektion: Twitter werde über-, Facebook dagegen unterschätzt. Denn nur sieben Prozent der Bevölkerung sind deutschen Bevölkerung sind gelegentlich auf Twitter unterwegs. Zum Vergleich: 25 Millionen Deutsche loggen sich mindestens einmal im Monat auf Facebook ein. Außerdem – Lektion drei – würden die neuen Plattformen nur in Kombination funktionieren. Ein Beispiel: Die wahre Innovation dieses Social-Media-Wahlkampfes waren die tumblr-Blogs, man denke an die „Stinkefinger-Blogs“ zu Peer Steinbrück. Und die meisten Besucher dieser Blogs kommen über Facebook und andere soziale Medien. Lektion vier: In den Social Media sind es die großen und die sehr kleinen Parteien, die dominieren. So wurden die meisten Kommentaren und Tweets über die CDU und die SPD verfasst. Direkt darauf aber folgt schon die Piratenpartei undnd die AfD holt schnell auf. Eine weitere Beobachtung von Voß: Die sozialen Medien würden Trends verstärken oder verzerren. Twitter wirke als Echokammer, und habe nur sehr begrenzten Einfluss auf die Wahlentscheidung der Bevölkerung.</p>
<h3><a href="http://gutjahr.biz/2013/09/wahlen-2013-internet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Neuland ist abgebrannt</a></h3>
<p>Bekommt Twitter von Seiten der Wahlkämpfer also viel zu viel Aufmerksamkeit? Ist das Social Web, eine Filterblase? Das fragt sich auch Richard Gutjahr in seinem Blog. Und zieht ein ernüchterndes Fazit. Der Wahlsieg der CDU zeige, dass es sich offenbar lohne, auf „öde Spots, Plakate und Strategien“ zu setzen. (…) Kreative Web-Wahlkämpfe hingegen verliefen oft im Nirvana.“ Allerdings habe das Netz alleine noch nie eine Wahl entschieden. Es komme auf das Zusammenspiel von On- und Offline an, das würden auch Experten bestätigen. Oft gelten online ohnehin die gleichen Regeln wie z.B. im TV: Insbesondere die Personifizierung sei bei abstrakten Themen von großer Bedeutung. Dennoch könnten digitale Analysen durchaus zu neuen Erkenntnissen führen. So würde die Analyse von Google-Suchabfragen „selektive Stimmungen und Trends im Wahlvolk besser abbilden, als das durch Wählerbefragungen geschehen ist.“ Ein Trend sei darüber hinaus auch ohne große Untersuchungen deutlich erkennbar:„Die „Zwischendrin“-Generationen 50- und 60-plus“ würden das Neuland beherrschen und hätten kein Interesse an Experimenten. Gutjahrs Resümee: „Mit abstrakten Netzthemen lassen sich keine Quoten machen, erst recht keine Wahlen gewinnen.“<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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