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	<title>Netzkultur &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Netzkultur &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Netzkultur in Mitteldeutschland: 2. offenes Bürgerforum</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Apr 2015 08:57:40 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wendet man den Blick einmal von Berlin, Hamburg und den anderen Hochburgen der Netzcommunity ab, ist es mit der Öffentlichkeit [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left" align="JUSTIFY"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/swap-crop.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145274 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/swap-crop.jpg" alt="swap-crop" width="640" height="280" /></a>Wendet man den Blick einmal von Berlin, Hamburg und den anderen Hochburgen der Netzcommunity ab, ist es mit der Öffentlichkeit von Internet-affinen Themen nicht weit her. Umso besser, dass sich nun in Halle ein Bürgerforum zu Netzkultur und digitalen Bürgerrechten zu etablieren versucht. Mitorganisator Thomas Erling von der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt erklärt, warum der swap:NETZKULTUR Ende April die „re:publica Mitteldeutschlands“ sein wird.</p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY"><strong>politik-digital.de:</strong> Herr Erling, Sie organisieren bereits zum zweiten Mal eine Konferenz zu Datensicherheit und Internetkultur, den sogenannten <a href="http://www.swap-netzkultur.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">swap:NETZKULTUR</a> – warum ist Ihnen das Thema so wichtig?</p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY"><strong>Thomas Erling:</strong> Erst mal ist zu sagen, dass es eben keine Konferenz im eigentlichen Sinne ist, sondern ein offenes Bürgerforum, das gerade für Menschen gedacht ist, die nicht professionell mit dem Thema zu tun haben.</p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Thomas-Erling_2015_crop-1.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-145272  alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Thomas-Erling_2015_crop-1-305x371.jpg" alt="Thomas Erling_2015_crop 1" width="197" height="240" /></a> Natürlich gibt es schon länger unter vielen anderen Formaten beispielsweise Hackertreffen, aber die sogenannten Otto Normalnutzer merken oft gar nicht, dass das Internet mittlerweile auch eine kulturelle und damit viel umfassendere Bedeutung für ihr alltägliches Leben hat. Wenn ich im ganz normalen Laden meinen Einkauf bezahle und dabei meine Payback-Karte zücke, ist die digitale Komponente daran für viele noch immer nicht deutlich. Ich finde es wichtig, dass Menschen befähigt werden, zu reflektieren, inwieweit unser normales, alltägliches Leben sich in der digitalen Welt abspielt. Für mich bedeutet politische Bildung eine Hilfe zur Befähigung der Bürgerinnen und Bürger, ihre Umwelt bzw. die Gesellschaft, in der sie leben, aktiv mitzugestalten – das betrifft letztlich und immer mehr auch die digitale Welt.</p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY"><strong>politik-digital.de:</strong> Was hat es mit dem Namen der Veranstaltung auf sich: „Swap: Netzkultur“?</p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY"><strong>T.E.:</strong> Das Wort „Swap“ hat eine Doppelbedeutung: In der Wirtschaftswissenschaft ist damit ein Tauschmarkt gemeint, in der Informatik bedeutet es Datenauslagerung auf unterschiedliche Speichermedien. Beides bringt auf den Punkt, was unser Swap sein soll: Ein Austausch von Wissen und Erfahrungen im digitalen Raum, und eine Wissensweitergabe von Leuten, die professionell Einblick haben, an Leute, die die digitale Welt eher alltagsweltlich benutzen. Veranstaltungen mit einem solchen Anspruch sind relativ selten, und dieses Alleinstellungsmerkmal soll der Name unterstreichen.</p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY"><div class="c33l info-box"><div class="subc"> <strong>Thomas Erling</strong> leitet das Referat &#8220;Politische Kommunikation im Kontext neuer Medien&#8221; in der <a href="http://www.lpb.sachsen-anhalt.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt</a>  und verantwortet die Organisation des <a href="http://www.swap-netzkultur.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">swap:Netzkultur.</a> </div></div>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY"><strong>politik-digital.de:</strong> Sitz der Landeszentrale ist Magdeburg, warum findet der Swap trotzdem in Halle statt?</p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY"><strong>T.E.:</strong> Wir haben den Anspruch, diese Veranstaltung als jährlich wiederkehrendes Format für den Raum Mitteldeutschland zu etablieren, und Halle ist da einfach super gelegen. Viele Teilnehmer waren nach dem letzten Swap froh, dass etwas derartiges auch einmal in ihrer Nähe passiert, und nicht immer nur in Metropolen wie Köln oder Berlin. Uns schwebt vor, so etwas wie eine re:publica Mitteldeutschlands zu etablieren.</p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Dann haben wir natürlich auch noch die vielfältige Kultur- und Wissenslandschaft in Halle; man findet hier einfach viele Partner für eine solche Veranstaltung. Die Martin-Luther-Universität ist vertreten, vor allem die Informatik und die Medienwissenschaften sind da wichtige Partner. Dann Vereine wie „Hallesche Störung“, die über die Möglichkeiten von Bürgermedien im Internet berichten, „Neuland“, die eine Kunstaustellung zum Thema machen, und natürlich die Halleschen Medien, wie Radio Corax. Wir hätten auch die Stadtverwaltung gerne dabei, was ihre partizipativen Bürgerangebote im Internet angeht, aber da warten wir noch auf eine Rückmeldung.</p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY"><strong>politik-digital.de:</strong> Was erwartet die Besucher während der zwei Veranstaltungstage vom 25. bis 26. April?</p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY"><strong>T.E.:</strong> Eigentlich fängt es schon am 23. an: Von Mittwoch- bis zum Samstagabend werden im Puschkino Filme über Netzkultur gezeigt, wie „Metropia“ aus dem Jahr 2009. Dann wird es Freitag und Samstag eine Buchvorstellung geben, einmal von Malte Spitz: „Was macht ihr mit meinen Daten“, und „10 Regeln für das neue Spiel“ von Michael Seemann. Höhepunkt des Freitags ist eine Podiumsdiskussion zur Frage, was der „neue“ Terror in Frankreich und anderen Ländern vor dem Hintergrund der inneren Sicherheit für den Datenschutz in Europa bedeutet. In der zweiten Podiumsdiskussion am Samstag wird es um Fragen der Digitalen Agenda gehen: Inwiefern versucht die Politik in Netzfragen innovativ zu sein, und schafft sie es? Die Staatskanzlei wird als ein wichtiger Akteur für den Netzausbau in Sachsen-Anhalt auftreten. Und natürlich wird es während der ganzen Zeit Mitmach-Workshops geben: Wie verschlüssele ich meine E-Mails? Wie kann ich mich als Bürger via Internet politisch engagieren?</p>
<p style="text-align: left">Das Interview ist zuerst in der April-Ausgabe des <a href="http://www.halle-frizz.de/halle/in-halle/-/13,13,121001,liste9.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FRIZZ- Stadtmagazins Halle </a>erschienen.</p>
<p style="text-align: left">Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/ter-burg/8812567121" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sebastiaan ter Burg</a></p>
<p style="text-align: left">Porträt: Thomas Erling</p>
<p style="text-align: left"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Rezension &#034;Digitale Gesellschaft &#8211; Partizipationskulturen im Netz&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jun 2014 15:09:20 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wie fasst man zwischen zwei Buchdeckeln den Wandel vom Medienkonsumenten zum -produzenten und deren Wechselwirkung zusammen? In der Reihe „Bonner [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/im-netz.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-140618" alt="im netz" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/im-netz.png" width="639" height="337" /></a>Wie fasst man zwischen zwei Buchdeckeln den Wandel vom Medienkonsumenten zum -produzenten und deren Wechselwirkung zusammen? In der Reihe „Bonner Beiträge zur Online-Forschung“ ist ein Sammelband erschienen, der zahlreiche wissenschaftliche Zugänge zu den Veränderungen in der Herstellung, Verbreitung und Nutzung medialer Inhalte versammelt. Wie schwierig diese Aufgabe sein kann, zeigt sich bereits im Titel. politik-digital.de stellt das Buch vor.<br />
Die „Digitale Gesellschaft“ ist zunächst eine unpräzise Zuschreibung für alles Mögliche. Sei es die <a href="https://digitalegesellschaft.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">seit 2011 aktive netzpolitische Interessenvertretung</a> oder das derzeitige vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgerufene <a href="https://www.digital-ist.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Wissenschaftsjahr 2014“ </a>gleichen Namens. Ist dies also ein mutiger Titel für eine neue Buchveröffentlichung? Schließlich gilt die Tatsache, dass unser berufliches und privates Umfeld von den Chancen und Risiken des digitalen Wandels durchsetzt ist, inzwischen als Binsenweisheit.<br />
Und auch der Terminus Partizipation wird, die Herausgeber konstatieren es im Vorwort selbst, „beinahe inflationär und oftmals unspezifisch“ verwendet, wenn dieser Tage vom Wandel politischer Engagementformen im Zuge der Digitalisierung die Rede ist. Julia Serong schreibt im selben Band in diesem Zusammenhang sogar von einer „Begriffshyperinflation“.<br />
Der Leser nimmt den von Jessica Einspänner-Pflock, Mark Dang-Anh und der renommierten Bonner Medienwissenschaftlerin Caja Thimm herausgegebenen Sammelband also in gespannter Erwartung zur Hand, hofft er doch, hinter einem nur sehr unpräzisen Titel eine tiefergehende Analyse vorzufinden.<br />
<figure id="attachment_140620" aria-describedby="caption-attachment-140620" style="width: 213px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Cover_Partizipationskulturen.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-140620  " alt="12109-7_Einspänner.indd" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Cover_Partizipationskulturen.jpg" width="213" height="308" /></a><figcaption id="caption-attachment-140620" class="wp-caption-text">Einspänner-Pflock, Jessica / Dang-Anh, Mark / Thimm, Caja (Hg.): Digitale Gesellschaft &#8211; Partizipationskulturen im Netz. Reihe: Bonner Beiträge zur Onlineforschung, Band 4, 2014, 256 Seiten. Preis: €24.90<br />ISBN: 978-3-643-12109-7</figcaption></figure><br />
In dem rund 250 Seiten starken Buch wird der Wandel  des Users vom passiven Konsumenten hin zum aktiven Nutzer und (Mit-)Gestalter digitaler Angebote anhand verschiedener Fallstudien untersucht. Bislang geläufige Analysekategorien der Kommunikationswissenschaft wie „Rezipient“ oder „Publikum“ wirkten in diesem Zusammenhang „wie aus einer anderen Zeit“, stellen die Autoren Katrin Jungnickel und Wolfgang Schweiger richtig fest.</p>
<h3>Vielfältige Beiträge klar strukturiert</h3>
<p>Die einzelnen Beiträge behandeln neben der mobilisierenden Wirkung von YouTube-Videos in Wahlkampfzeiten oder der Kampagnenarbeit von Greenpeace Deutschland durch virale Mobilisierung <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ToGK3-2tZz8=" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in Videoform</a> auch das Mediennutzungsverhalten Jugendlicher oder die Möglichkeiten und Grenzen des SocialTV hierzulande anhand des <a href="http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/rundshow/rundshow102.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BR-Experiments „Rundshow“</a>.<br />
Der Aufbau des Sammelbandes erfolgt klar strukturiert und nachvollziehbar. Die Beiträge sind nach einem einführenden Kapitel der drei Herausgeber in die Bereiche „Theoretische Perspektiven und Systematiken“, „Partizipation: Strategien und Netzkulturen“ sowie ein drittes Kapitel zu “Partizipation und Anschlusskommunikation“ untergliedert.<br />
Inhaltlich vergleichen und somit in eine wertende Rangfolge bringen lassen sich die Beiträge selbstverständlich nicht; dafür sind die Erkenntnisinteressen und Fragestellungen zu unterschiedlich. Den für netzpolitisch Interessierte gewinnbringendsten Beitrag liefern Tobias Bürger und Esther Dorn-Fellermann mit ihrer Studie zu politischer Partizipation im Netz. Gewinnbringend vor allem deshalb, weil der für den gesamten Band erkenntnisleitende Begriff der Partizipation hier nicht nur in den beiden Dimensionen der politischen und medialen Mitbestimmung verwendet wird, sondern anhand zweier Online-Beteiligungstools auch in der Praxis überprüft wird.<br />
Die Plattformen <a href="http://bundestag.de/">bundestag.de</a> und <a href="http://avaaz.org/de/">avaaz.org</a> werden unter den Gesichtspunkten medialer, politischer sowie medialer politischer Kommunikation untersucht. avaaz.org bietet demnach „mehr Möglichkeiten zur Politikproduktion“, wohingegen bundestag.de stärker als Informationsangebot verortet wird. Wenig überraschend zudem, dass „die Plattformpolitik der Betreiber einen großen Einfluss auf die Bereitstellung medialer Beteiligungsmöglichkeiten hat“.</p>
<h3>Fazit: Von Experten für Experten<b><br />
</b></h3>
<p>Die Lektüre überrascht den netz- und medienpolitisch interessierten Leser in Anbetracht des zunächst beliebig wirkenden Titels durchaus positiv. Mit „Die digitale Gesellschaft &#8211; Partizipationskulturen im Netz“ liegt zu einem ungemein fluiden Thema ein Sammelband mit sorgfältig ausgewählten Beiträgen vor, der seine  Leserinnen und Leser vornehmlich im akademischen Bereich finden wird. Gezeigt werden kann, dass die Kommunikations- und Medienwissenschaft trotz der enorm schnellen Wandlungsprozesse keine gänzlich neuen Analyseinstrumente entwickeln muss. Vielfach reicht es, bestehende Instrumente neu anzuwenden. Der vorliegende Sammelband bietet hierzu zahlreiche wichtige Impulse. Für die populärwissenschaftlich-interessierte Leserschaft erscheint die Orientierung entlang einer Vielzahl oftmals sperriger kommunikationswissenschaftlicher Fachtermini und Analysemuster hingegen zu rigide.<br />
Als das größte Manko erscheint jedoch die Form des Buches selbst: Den Leserinnen und Lesern der Beiträgen fehlt &#8211; außer auf den Foren einschlägiger Konferenzen im akademischen „Elfenbeinturm“ &#8211; die Gelegenheit, zum Ende der jeweiligen Beiträge selbst die eigene Meinung, Anregungen oder Ergänzungen beizutragen, Fragen zu stellen und Verbesserungsvorschläge zu machen.<br />
Dieses Manko liegt hingegen in der Natur der Sache und ist der Darstellung akademischer Forschungsinhalte eigen. Bei den im vorliegenden Sammelband präsentierten medien- bzw. kommunikationswissenschaftlichen Fragestellungen wäre es jedoch naheliegend gewesen, dieses Muster zu durchbrechen und die behandelten Themen für eine breitere interessierte Leserschaft zu öffnen. Das Thema der medialen und / oder politischen Partizipation böte für Verleger oder Herausgeber diverse Möglichkeiten, auf Online-Foren oder vermittels Social Media die Fragestellungen des Buches fortzuentwickeln und somit das Erkenntnisinteresse des Buches zumindest partiell in die digitale Wirklichkeit zu tragen.<br />
Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/body-bytes/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr/tma_ev</a> (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a>)<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="378" height="66" /></a><br />
&nbsp;</p>
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		<title>Google &#038; Co watch the Watchmen &#8211; Digitale Presseschau 50/2013</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Morgenroth]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Dec 2013 17:28:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Erst zivilgesellschaftiche Organisationen, dann Autoren und schließlich US-amerikanische Internetkonzerne: Die Aufrufe zu einer internationalen Regelung von Datenschutz und Privatsphäre häufen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Erst zivilgesellschaftiche Organisationen, dann Autoren und schließlich US-amerikanische Internetkonzerne: Die Aufrufe zu einer internationalen Regelung von Datenschutz und Privatsphäre häufen sich. Reagiert hat bisher nur der Vorratsdatenfan Sigmar Gabriel. Währenddessen geht ein Reporter auf die Suche nach seinem digitalen Ich und „Datenjournalisten“ betreiben die Datengräberei im Sinne der Öffentlichkeit. Datengold kennt keinen Schlamm!</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=i8Y0anwBzW8&amp;hd=1" title="Netzkultur Freunde des Internets" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/i8Y0anwBzW8?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
Im Video der Woche bewerben die bpb und die Berliner Festspiele ihre dreiteilige Konferenz <a href="http://netzkultur.berlinerfestspiele.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Netzkultur &#8211; Freunde des Internets&#8221;</a>.</p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/themen/autoren-gegen-ueberwachung/demokratie-im-digitalen-zeitalter-der-aufruf-der-schriftsteller-12702040.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Autoren empören sich – wer noch?</a></h3>
<p>Nachdem sich bereits die organisierte Zivilgesellschaft für einen <a href="https://de.necessaryandproportionate.org/text" target="_blank" rel="noopener noreferrer">internationalen Aufruf</a> gegen die globale Kommunikationsüberwachung zusammengeschlossen hat, zieht die literarische nach. 560 Schriftsteller aus 83 Ländern fordern eine verbindliche Internationale Konvention der digitalen Rechte. Das zog auch <a href="https://netzpolitik.org/2013/ueberwachung-einfach-mal-die-luft-anhalten/#more-59926" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Häme und die Kritik</a> auf sich, mit naivem Reformwillen den Blick in die tiefen Machtstrukturen des Problems zu überdecken. <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2013-12/nsa-ueberwachung-freiheit-protest" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Andere halten dagegen</a>: Der Aufruf sei nicht nur an die Machthabe gerichtet, sondern auch an uns Schafe, endlich zu handeln.</p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/widerstand-gegen-nsa-ueberwachung-snowden-ruettelt-die-techkonzerne-wach-1.1839068" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Watchmen vs. Watchmen</a></h3>
<p>Auch eine Reihe von Internetkonzernen hat eine <a href="http://reformgovernmentsurveillance.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kampagne</a> zur Reform der staatlichen Überwachung gestartet. Dass dahinter auch bzw. nur <a href="http://www.taz.de/Kommentar-Googles-Anti-Spaehkampagne/!129071/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wirtschaftliche Interessen</a> stehen, bezweifelt niemand. Das Vertrauen der Nutzer will wiedergewonnen und Reaktionen, die die Marktmacht der US-amerikanischen Konzerne beschneiden könnte, unterbunden werden. Dabei steht die eigene Überwachung der Nutzer nicht zur Debatte. Interessant ist, <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ueberwachung/unternehmen-in-der-spaehaffaere-der-geheimdienst-ist-doch-grossartig-12704657.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">welche Konzerne die Kampagne nicht unterstützen</a>.</p>
<h3><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/vorratsdatenspeicherung-folgen-des-gutachtens-des-eu-generalanwalts-a-938620.html#ref=rss" target="_blank" rel="noopener noreferrer">So nicht, aber anders!</a></h3>
<p>Anfang 2014 entscheidet der Europäische Gerichtshof über die europäische Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung (VDS). Nun hat EU-Generalanwalt Pedro Villalón die Richtlinie in einem Gutachten für rechtswidrig erklärt. Das freut die Gegner der VDS, allerdings<a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/innenministerium-sieht-sich-durch-eu-generalanwalt-bestaetigt-a-938673.html#ref=rss" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> sieht sich auch das Bundesinnenministerium bestätigt.</a> Denn grundsätzlich hält Villalón die VDS nicht für rechtswidrig, sondern nur die konkrete Ausgestaltung. Die <a href="https://digitalegesellschaft.de/2013/12/nicht-anders-nicht-gar-nicht-zwischenstand-zur-vorratsdatenspeicherung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitale Gesellschaft</a> fordert: „So nicht, anders nicht, gar nicht“!</p>
<h3><a href="http://blog.zdf.de/hyperland/2013/12/ueberwachung-und-zensur-das-war-2013/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die NSA ist nicht allein</a></h3>
<p>Im ZDF-Blog hat David Pachali für jeden Monat ein Ereignis oder eine Entwicklung in der globalisierten überwachten Welt gesammelt. Diese kleine Sammlung in Kalenderform zeigt: Überwachung ist ein globales Phänomen und die NSA ist wohl der größte, aber bestimmt nicht der einzige Akteur in diesem Feld.</p>
<h3><a href="http://www.capital.de/themen-newsbeitrag/sie-kennen-dich.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Datengold kennt keinen Schlamm</a></h3>
<p>Wer weiß wie viel über uns? Diese Frage ist bei der globalen Datensammelei inzwischen nahezu unmöglich zu beantworten. Matthias Thieme hat sich für Capital dennoch auf die Suche nach seinem verstreuten digitalen Ich begeben. Er recherchiert bei alten Bekannten wie Amazon, entdeckt aber auch unbekannte Goldgräber wie Acxiom. Freiwillig geben ihm die Wenigsten sein digitales Ich zurück.</p>
<h3><a href="http://futurezone.at/digital-life/datenjournalismus-die-ganze-welt-besteht-aus-daten/39.110.685" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Datenjournalistin</a></h3>
<p>„Die ganze Welt besteht aus Daten. Wir stellen sie in einen Zusammenhang“. Im Interview auf futurezone.at erzählt Mona Chalabi von ihrer Arbeit als Datablog-Redakteurin beim Guardian. Neu sei diese Art der journalistischen Arbeit nicht, Journalismus habe sich schon immer auf Daten gestützt. „Neu sind die Mittel, die Daten-Journalisten heute zur Verfügung stehen“.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-12/aegypten-menschenrechtsaktivistin-shitstorm-sexuelle-gewalt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Repression und Sexismus in den Social Media</a></h3>
<p>Sexualisierte Gewalt ist bei Konflikten gerade für Männer ein willkommenes Mittel zur Einschüchterung. In Ägypten ist sie seit den Anfängen der Revolution auf der Straße präsent, von Seiten der wechselnden Regime wie von Demonstranten. Auf zeit-online berichtet Mohamed Amjahid von einer Anwältin, die sexistische Angriffe nicht nur auf der Straße, sondern auch in den Social Media erleiden musste.</p>
<h3><a href="http://www.polisphere.eu/blog/tabea-wilke-waehlerbindung-2-0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Wählerbindung 2.0“</a></h3>
<p>Auf polisphere plädiert Tabea Wilke für eine „Wählerbindung 2.0“. Gerade nach der Wahl, also in der Phase wo Wahlversprechen (nicht) umgesetzt werden, sei es essentiell, mit den Wählern zu kommunizieren. Für eine beidseitige Kommunikation wiederum sei das Social Web unerlässlich.<br />
&nbsp;<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Freies Funken aus dem Supermarkt</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/wlan/netzkulturwlan2-shtml-2658/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Nov 2012 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[WLAN]]></category>
		<category><![CDATA[Picopeering Agreement]]></category>
		<category><![CDATA[Wardriver]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungsland]]></category>
		<category><![CDATA[Freies Funknetz]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationsinfrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Wireless LAN]]></category>
		<category><![CDATA[freifunk.net]]></category>
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					<description><![CDATA[Freie Funknetzwerke können mehr als nur kabelloses Surfen bedeuten. Jürgen Neumann, Pressesprecher der Initiative freifunk.net, sieht es als demokratisches Experiment.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Freie Funknetzwerke können mehr als nur kabelloses Surfen bedeuten. Jürgen Neumann, Pressesprecher der Initiative freifunk.net, sieht es als demokratisches Experiment.<!--break--></p>
<p>                    <strong>Terminhinweis:</strong><br />
                    <a href="http://www.freifunk.net/termine/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berlin &#8211; freifunk.net summer convention</a>, vom 12. bis 14. September 2003, mit politik-digital.de als offiziellem Medienpartner<br />
                    </p>
<p>Die Zeiten, als man zu Besuch bei Computer-Nerds vorsichtig über Kabelwindungen steigen musste, sind endgültig vorbei: Drahtlose Netzwerke (WLANs) sind die Alternative per Funk. Der neue Aldi-Computer liefert die WLAN Karte gleich mit, Enie van de Meiklokjes verkauft WLAN Router der Telekom direkt von der Couch aus. Kostengünstig, simpel &#8211; funktioniert für die ganze Familie im ganzen Haus und im Garten. Breitbandige WLAN Anschlüsse bilden aber auch die Grundlage für öffentliche lokale Netze. So entstehen einerseits kommerzielle Accesspoints wie beispielsweise bei McDonalds, Starbucks usw. – marathonartiger Verzehr von Riesenburgern und Kaffeeorgien werden mit Surfbonus belohnt – andererseits wachsen aber auch Gruppen interessierter Menschen zusammen, wie bei der Initiative freifunk.net. Die Idee der freien Bürgernetze unternimmt als demokratisches Experiment ihre ersten Anläufe. Silke Kettelhake hat mit Jürgen Neumann von<br />
                    <a href="http://www.freifunk.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">freifunk</a> gesprochen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital</strong>: Nach dem Vorbild der Londoner Initiative consume.net, einem Zusammenschluss von netzwerkaktiven Kreativen, soll endlich auch in Deutschland die Idee des gemeinsamen Nutzens propagiert werden. Warum hat es so lange gedauert?</p>
<p>                    <strong>Jürgen Neumann</strong>: In Skandinavien, Südeuropa, England und den USA ist die Technik schon viel verbreiteter. Da in Deutschland der Internetzugang im Vergleich noch relativ günstig ist, war ein Zusammenschluss zu einer Nutzgemeinschaft kein dringendes Argument. Und es gibt ganz klar einen Mentalitätsunterschied. Hier wird immer zuerst nach dem Thema Sicherheit gefragt und die juristischen Bedingungen werden übervorsichtig vorab geklärt. In Spanien steht diese Frage erst an fünfter Stelle. Da die Hersteller es von Anfang an versäumt haben, sichere Verschlüsselungsalgorithmen einzubauen, sollte sich niemand wundern.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital</strong>: Was ist die Idee hinter freifunk.net?</p>
<p>                    <strong>Jürgen Neumann</strong>: Jeder einzelne Netzwerkknoten wächst zu einem größeren Netzwerk zusammen. Der Konsument wird selbst zum Anbieter. Im Gegensatz zu herkömmlichen Netzwerken ist ein relevantes Problem gelöst: Wurde bisher die Bandbreite mit der Anzahl der Benutzer kleiner, wächst jetzt mit der erweiterten Anzahl der Nutzer und Betreiber die Bandbreite. Die Menschen tragen mit ihren Ressourcen einen wichtigen Teil zu einem lokalen Netzwerk bei. Das ist die neue und revolutionierende Idee! Die kommerziellen Provider sind an Konkurrenz nicht interessiert und schieben mit asynchronen Internetanbindungen private Anbieter von Datenplätzen weit von sich. Das bedeutet, ich kann zwar eine hohe Bandbreite konsumieren, habe aber Schwierigkeiten, einen großen Datensatz ins Netz zu stellen. Hier hat ein ganz bestimmter Erziehungsprozess gegriffen: weniger selbst aktiv werden, als konsumieren und zahlen. Deshalb sind auch die Fragen, die im Zusammenhang mit WLAN auftauchen, eher aus Konsumentensicht gestellt. Da wollen wir gegensteuern und vermehrt soziale und kulturelle Partnerschaften schaffen. Bürgernahe Projekte können so kostenlos von den Bewohnern eines Stadtteils genutzt werden. Und: Eigene Ideen wie z. B. ein lokales Netzradio oder TV können offen angeboten werden. Die Nutzungsideen gehen ins Unendliche.</p>
<p>                    <strong>politik-digital</strong>: Entstehen daraus juristische Probleme?</p>
<p>                    <strong>Jürgen Neumann</strong>: Die rechtlichen Fragen gliedern sich in verschiedene Aspekte um Lizenzrecht, Urheberrecht und Kopierschutz. Eine Sendelizenz ist nicht nötig, da die Frequenz freigegeben ist. Allerdings unterliegt der einzelne Anbieter eines öffentlich zugänglichen Internetanschlusses möglicherweise dem Telekommunikationsgesetz und müsste staatlichen Stellen Kontrollmöglichkeiten über die Nutzung bieten. Dieser Aufwand ist aber für &#8220;Hobbyinternetprovider&#8221; gar nicht zu leisten. Eine grundsätzliche Klärung dieser Frage steht noch an.<br />
                    <br />
                    <strong><br />
                    <br />politik-digital</strong>: Und jeder kann jedem alles schicken?</p>
<p>                    <strong>Jürgen Neumann</strong>: Wir vertrauen auf das Zusammenspiel der Gemeinschaften im Netz. Wenn man die Idee freier Netzwerke konsequent zu Ende denkt, dann hat Zensur da keinen Platz. Ich denke, die soziale Kontrolle sorgt für ein funktionierendes Regelwerk; mithilfe der Technik kann man z. B. rechtsradikalen Inhalten keinen Riegel vorschieben.</p>
<p>                    <strong>politik-digital</strong>: Begreift sich die WLAN-Bewegung als Avantgarde?<br />
                    <br />
                    <strong><br />
                    <br />Jürgen Neumann</strong>: Ohne Eitelkeit, Pioniergeist bringen wir mit! Vielleicht haben wir auch wie consume.net in England eine Vorreiterrolle, aber mit dem erklärten Ziel, daraus eine breitere Bewegung zu machen!</p>
<p>                    <strong>politik-digital</strong>: Wie sieht die Altersstruktur aus? Wie die Verteilung von Männern und Frauen?</p>
<p>                    <strong>Jürgen Neumann</strong>: Die Altersstruktur ist sehr unterschiedlich, von 15-55 Jahren. Eher klassisch ist die geschlechterspezifische Positionierung: Männer interessieren sich für die technischen Neuerungen, während es Frauen eher darum geht: Was kann ich damit machen? Wie kann ich damit andere Menschen erreichen?</p>
<p>                    <strong>politik-digital</strong>: Gibt es Rechte und Pflichten?</p>
<p>                    <strong>Jürgen Neumann</strong>: Pflichten entstehen keine. Die Teilnehmer haben das Recht, Informationen des Netzes zu nutzen und sorgen selbst für die Inhalte. Jederzeit besteht die Möglichkeit, seinen Zugang zu widerrufen. Wir nutzen das Eigentumsrecht: der Einzelne ist autorisiert, über die eigene Hardware zu bestimmen und einen Teil seiner Ressourcen an andere abzugeben. Die Zugangsmöglichkeiten sind öffentlich zugänglich dokumentiert. Die einzelne technische Infrastruktur muss öffentlich erreichbar sein.</p>
<p>                    <strong>politik-digital</strong>: Was meint das Picopeering Agreement?<br />
                    <br />
                    <strong><br />
                    <br />Jürgen Neumann</strong>: Das Picopeering Agreement ist ein Vertrag, in dem schriftlich niedergelegt wurde, dass die Daten andere Knoten kostenlos passieren dürfen und sogar müssen. Die Daten dürfen hierbei nicht manipuliert werden.</p>
<p>                    <strong>politik-digital</strong>: Wären auch Businessmodelle zum Thema zu überlegen?<br />
                    <br />
                    <strong><br />
                    <br />Jürgen Neumann</strong>: Auch kommerzielle Anbieter könnten Teil eines freien Netzwerkes sein, wenn sie dem Picopeering Agreement zustimmen. Hier werden bewusst keine quantitativen Aussagen gemacht; ein selbstbestimmter Bandbreitenanteil soll dem freien Netzwerk zur Verfügung gestellt werden. Das wäre eine Möglichkeit für kommerzielle Anbieter. Faire Partner im Verhältnis &#8220;Geben und Nehmen&#8221;: Ich glaube, dass sich kommerzielle Interessen und ein bürgernahes Netz miteinander vertragen können.</p>
<p>                    <strong>politik-digital</strong>: Gibt es eine Konkurrenzsituation zur Telekom?<br />
                    <br />
                    <strong><br />
                    <br />Jürgen Neumann</strong>: Bisher gibt es noch keine öffentliche Reaktion der Telekom. Die Entwicklung der dritten Mobilfunkgeneration UMTS blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Hohe Kosten für die Betreiber und eine relativ geringe Bandbreite sind wenig attraktiv. Mit der lizenzfreien WLAN Technik erhöht sich der Druck auf UMTS. Ich denke, dass der Weg der Telekom, zu extrem teuren Konditionen Hotspots anzubieten, nicht erfolgreich sein kann.</p>
<p>                    <strong>politik-digital</strong>: Gibt es Unterstützung von staatlicher Seite?<br />
                    <br />
                    <strong><br />
                    <br />Jürgen Neumann</strong>: Rege Unterstützung findet WLAN durch die Europäische Kommission (siehe hierzu: Europäische Kommission: Empfehlung zur Förderung öffentlicher Breitbanddienste in Europa). Der Berliner Senat hat jedoch bis heute nicht auf meine Anfrage zu diesem Thema reagiert.</p>
<p>                    <strong>politik-digital</strong>: Wie leistungsfähig ist WLAN?<br />
                    <br />
                    <strong><br />
                    <br />Jürgen Neumann</strong>: Die Reichweite des LAN-Netzes ist sehr stark von der unmittelbaren Umgebung abhängig. Man kann von 30 bis 50 Metern in Gebäuden und von 100 bis 300 Metern im Freien als maximale Reichweiten ausgehen. Mithilfe einer externen Antenne können bereits Entfernungen von weit über 20 Kilometern überbrückt werden. Regionen mit eher dörflichem Charakter, in denen es sich niemals lohnen würde Kabel zu legen, haben mit WLAN die Möglichkeit des Anschlusses an die Informationsgesellschaft. Dies wäre auch eine Chance für die Entwicklungsländer</p>
<p>                    <strong>politik-digital</strong>: Ist WLAN legal?<br />
                    <br />
                    <strong><br />
                    <br />Jürgen Neumann</strong>: Ja! Die für WLAN verwendeten Frequenzen sind explizit zur öffentlichen Nutzung ausgewiesen worden. Zur Zeit ist es juristisch lediglich notwendig, Funkverbindungen, die Grundstücksgrenzen überschreiten, bei der RegTP anzumelden.</p>
<p>                    <strong>politik-digital</strong>: Wer sind die Wardriver?<br />
                    <br />
                    <strong><br />
                    <br />Jürgen Neumann</strong>: Das sind zunächst einmal Leute, die in der Stadt Netze orten. Eigentlich gibt es da einen Ehrenkodex; man beschränkt sich darauf, diese Netze aufzuspüren. Da lässt sich dann oft feststellen, dass die Netzwerke z. B. großer Unternehmen oder Universitätskomplexe in der Regel nicht sicher sind. Die echten Wardriver haben – ähnlich wie der Chaos Computer Club – die Absicht, darauf aufmerksam zu machen, dass eklatante Sicherheitsmängel bestehen. Es ist ein gewisser Sport, gepaart mit Pfadfindergeist: Antenne, Funknetzkarte Laptop mit Netzwerkscanner &#8211; und schon geht´s los. Eigentlich ähnlich der Suche im Internet nach offenen Servern.</p>
<p>                    <strong>politik-digital</strong>: Ist WLAN gesundheitsschädlich?<br />
                    <br />
                    <strong><br />
                    <br />Jürgen Neumann</strong>: Vielleicht? Das Risiko elektromagnetischer Strahlung ist heute noch nicht ausreichend erforscht, um hierzu eine sinnvolle Aussage machen zu können. Wir wissen jedoch, dass das Risiko, das von WLANs ausgehen dürfte, als recht gering einzuschätzen ist. WLANs senden mit einer maximalen Leistung von 100 Milliwatt; etwa ein Zehntel der Sendeleistung eines normalen Handys, von den Sendemasten ganz zu schweigen.</p>
<p>                    <strong>politik-digital</strong>: Welche Kosten entstehen?<br />
                    <br />
                    <strong><br />
                    <br />Jürgen Neumann</strong>: Als passiver Teil würde es reichen, wenn ich mit einem Computer mit WLAN Karte Empfang zu einem Netzwerk in meiner Nähe habe. Ein einfacher WLAN-Adapter für PC oder Notebook kostet ca. 30 bis 60 Euro. Um aktiv mitzuwirken ist es notwendig, sich selber einen Accesspoint anzuschaffen, im besten Fall eine Antenne auf‘s Dach zu bauen. Accesspoints kosten je nach Ausstattung und Leistungsumfang ca. 70 bis 350 EUR. Die Antennen gibt es je nach Bauform und Spezifikation für ca. 50 bis 150 EUR. Es muss mit Kosten von ca. 300 bis 500 EUR gerechnet werden (inkl. Montage, Mast, Kabel und Kleinteilen).</p>
<p>
                    <strong>politik-digital</strong>: Ersetzt WLAN das Internet?<br />
                    <br />
                    <strong><br />
                    <br />Jürgen Neumann</strong>: Nein, der Gedanke ist ein anderer: Jeder Mensch bewegt sich in einem sozialen Netzwerk. Und die meisten Informationen sind lokal verortet. Mit der WLAN Technologie besteht erstmalig die Möglichkeit eine eigene Infrastruktur aufzubauen, unabhängig von staatlichen Vorgaben und kommerziellen Providern. Bei freifunk.net wird jeder Einzelne zum lokalen Anbieter. Es entsteht ein soziales Netz. Die Grenze besteht nicht zwischen WLAN und Internet, sondern zwischen freiem Transit und einem kostenpflichtigen Transit.</p>
<p>                    <strong>politik-digital</strong>: Wie lange braucht die Entwicklungsphase, um ein funktionierendes Bürgernetz zu etablieren?<br />
                    <br />
                    <strong><br />
                    <br />Jürgen Neumann</strong>: Ich schätze, ungefähr ein bis zwei Jahre bis zur Durchsetzung einer flächendeckenden Infrastruktur, bis es interessante Inhalte gibt. Und bis man davon sprechen könnte, dass es in einer bunt durchmischten Stadt wie Berlin freie Bürgernetze gibt, die zu einem großen freien Netzwerk, eben einem freifunk-Netzwerk zusammengewachsen sind.</p>
<p>                    <strong>politik-digital</strong>: Die Motivation der freifunk-Netzwerker?<br />
                    <br />
                    <strong><br />
                    <br />Jürgen Neumann</strong>: Mein Engagement für freie Netzwerke entspringt weniger der Idee öffentlicher mobiler Internetzugänge, als vielmehr der Vision eines öffentlichen BürgerInnennetzwerks, das von den Beteiligten selbst betrieben wird. Ich finde es toll, wenn kulturelle Einrichtungen, wenn viele verschiedene Menschen dort eigene Angebote bereitstellen würden. Dass nebenbei ein mobiler Netzzugang entsteht, ist ein schöner Nebeneffekt. Aber: Nur wenn das Netzwerk auf der sozialen Ebene funktioniert, wird es auch technisch funktionieren können.</p>
<p>                    <strong>politik-digital</strong>: Die nächsten Projekte von freifunk.net?<br />
                    <br />
                    <strong><br />
                    <br />Jürgen Neumann</strong>: Zur Zeit gibt es einfach noch keine deutschsprachige Internetplattform zum Thema. Da wir aber nicht nur Spezialisten, sondern die breite Masse erreichen wollen, brauchen wir ein Onlinemagazin, dass das gesamte Themengebiet ansprechend aufbereitet und verständlich macht. Es müssen leicht bedienbare Communitywerkzeuge bereit gestellt werden, damit die Leute in der jeweiligen Umgebung auch zueinander finden. Alles, was es bisher gibt, sind kommerziell ausgerichtete Hot Spots Verzeichnisse oder Nerds-Werke, mit einem für den Rest der Welt kaum verständlichen Computerkauderwelsch.<br />
                    </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Was macht eigentlich&#8230;? Teil 4: Reiner Calmund in Second Life</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/was_macht_eigentlich_teil_4_reiner_calmund_in_second_life-3336/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/was_macht_eigentlich_teil_4_reiner_calmund_in_second_life-3336/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[faschmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Sep 2007 09:51:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Reiner Calmund]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<b><span class="fett">„Calli Island“, die Insel des Ex-Fußballmanagers Reiner Calmund in „Second Life“ hat die deutsche Community in der virtuellen </span></b><b><span class="fett">Welt wachsen lassen. Während die Einkaufstempel einiger Konzerne veröden, schwankt die Atmosphäre bei Calmund zwischen Ballermann und Fanmeile.</span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<b><span class="fett">„Calli Island“, die Insel des Ex-Fußballmanagers Reiner Calmund in „Second Life“ hat die deutsche Community in der virtuellen </span></b><b><span class="fett">Welt wachsen lassen. Während die Einkaufstempel einiger Konzerne veröden, schwankt die Atmosphäre bei Calmund zwischen Ballermann und Fanmeile.</span></b><!--break-->
</p>
<p>
Als der ehemalige Fußballmanager Reiner Calmund und seine<br />
Frau Sylvia Anfang Mai 2007 in Günther Jauchs Stern TV die<br />
Eröffnung einer eigenen Insel in Second Life verkündeten,<br />
hatte der Hype um die virtuelle Welt gerade seinen Zenit überschritten. <br />
Konzentrierten sich die ersten Berichte über Second Life noch<br />
auf den sagenhaften Reichtum, zu dem einzelne in ihrem Zweitleben<br />
gelangt sein sollten, dominierten zum Start von „Calli Island“<br />
Berichte über illegales Glücksspiel und Kinderpornographie<br />
die deutschen Schlagzeilen über das digitale Utopia. Zudem<br />
sprach sich langsam herum, dass die meisten virtuellen Firmenrepräsentanzen<br />
und Geschäfte ungefähr so spannend sind wie ein Einkaufszentrum<br />
nach Ladenschluss.</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/images/calliisland.jpg" alt="Calli Island" title="Photo by MPO Flickr.com CC Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0" border="0" height="378" width="350" /><br />
<i>Calli Island aus der Vogelperspektive<br />
</i>
</p>
<p class="fett">
<b>Schwieriger Startzeitpunkt</b>
</p>
<p>
Ein denkbar schlechter Zeitpunkt also für die Calmunds, um<br />
mit ihrer Insel Calli Island zu starten. Blogger prophezeiten dem<br />
Projekt ein baldiges Scheitern. Während der Live-Präsentation<br />
in Günther Jauchs Fernsehsendung Stern TV wurden die Calmunds<br />
dann auch prompt mit fragwürdigen Werbemails bombardiert, sodass<br />
der Projektleiter zur Hilfe eilen musste. Der schlechte Ruf von<br />
Second Life als neue Schmuddelecke des Internets schien sich zu<br />
bestätigen.<br />
Und doch kam alles anders. Der Auftritt bei Stern TV und ein weiterer<br />
bei Stefan Raabs TV Total führten zu einem sprunghaften Anwachsen<br />
der deutschen Community in Second Life. Für viele schien erst<br />
mit dem gemeinsamen Nenner Fußball ein ausreichend starker<br />
Anreiz geschaffen worden zu sein, um sich durch den widerspenstigen<br />
Anmeldevorgang der Kommunikationsplattform zu kämpfen und die<br />
ersten Gehversuche im Zweitleben zu wagen.<br />
Innerhalb von wenigen Wochen wuchs die Gruppe „Calli and Friends“<br />
auf mehrere tausend Mitglieder an. Gelegentlich ist die Insel seitdem<br />
sogar wegen Überfüllung geschlossen.
</p>
<p class="fett">
<b>Einfamilienhaus und Fußballstadion</b>
</p>
<p>
Was ist es also, das Calli Island von den tausenden einsamen Inseln<br />
unterscheidet, wie sie zum Beispiel von den Konzernen Adidas oder<br />
American Apparel hinterlassen wurden? Auf den ersten Blick nicht<br />
viel – wie überall in der virtuellen Welt findet sich<br />
pompöse Architektur &#8211; in diesem Fall ein Fußballstadion<br />
&#8211; in tropischem Ambiente. Hinzu kommen ein Vereinsheim, eine Fotogalerie<br />
und Calmunds Einfamilienhaus mit persönlichen Gegenständen<br />
und einer großzügigen Küche, einem Nachbau aus Calmunds<br />
Kochshow TV Gusto.<br />
Gestaltet wurde all das von der Kölner Agentur Breitbandevent<br />
unter der Leitung von Mario Di Ninni und Carmen Dohmen. Beide sind<br />
mit den Calmunds befreundet, seit die Gründerin das Startkapital<br />
für ihre Firma in Calmunds RTL-Gründershow „Big<br />
Boss“ gewonnen hatte. Doch es ist nicht die Architektur, die<br />
die Avatare dazu veranlasst, immer wieder nach Calli Island zurückzukehren,<br />
es ist die Community.
</p>
<p class="fett">
<b>Präsenz allein reicht nicht</b>
</p>
<p>
Im Gegensatz zu anderen Agenturen, die in Second Life Inhalte produzieren,<br />
ging bei Breitbandevent dem eigentlichen Bau eine ausgiebige Recherche<br />
über die soziale Dynamik in Second Life voran. Im Interview<br />
mit politik-digital.de betonte Mario Di Ninni, dass das Engagement<br />
von Breitbandevent in Second Life immer darauf ausgerichtet sei,<br />
einen Mehrwert für die Bewohner der virtuellen Welt zu schaffen.<br />
Und so legte man den Schwerpunkt nicht auf Bauten, sondern auf Aktivitäten.<br />
Selbst der Neubau des zentralen Stadions wurde als öffentliches<br />
Ereignis inszeniert. Callis Angels, eine Gruppe von drei dutzend<br />
Helfern, nimmt im Schichtwechsel Neuankömmlinge auf der Insel<br />
in Empfang, gibt Hilfestellungen und hält das Gespräch<br />
am Laufen. Neben zahlreichen fußballorientierten Veranstaltungen<br />
und Spielen legen regelmäßig DJs Musik auf und schaffen<br />
so eine Atmosphäre, die irgendwo zwischen Ballermann und Fanmeile<br />
angesiedelt ist – und sich großer Beliebtheit erfreut.<br />
<br />
Das Thema Fußball, zusammen mit der Gewissheit, dass das virtuelle<br />
Gegenüber aller Wahrscheinlichkeit nach Deutsch spricht, erleichtert<br />
den Einstieg in die Kommunikation. Und alle wollen mit ihrem Calli<br />
sprechen! Dieser wandelt tatsächlich, ähnlich raumgreifend<br />
wie im wirklichen Leben, durch sein virtuelles Anwesen, um mit den<br />
Gästen zu plaudern. Die meiste Zeit wird der XXL-Avatar von<br />
Sylvia Calmund gesteuert, von der übrigens auch die Idee kam,<br />
sich in Second Life zu engagieren.
</p>
<p class="fett">
<b>Cross-Promotion</b>
</p>
<p>
Geduldig beantwortet sie die immer gleichen Fragen der Fans und<br />
bildet so die zentrale Anlaufstelle der Insel. Die Party ist da,<br />
wo Calli ist, und wenn der Hausherr persönlich unter den Avataren<br />
weilt, prangt der Schriftzug „Yes, it is me“ über<br />
seinem Kopf. Dann haben es die Organisatoren schwer, die zahlreichen<br />
Kommunikationsversuche über Chat, Instant Message und Voice<br />
Stream in geordnete Bahnen zu lenken.<br />
Offensichtlich wurde vieles richtig gemacht bei dem Aufbau der virtuellen<br />
deutschen Fußball-Community. Doch um den Ball am Rollen zu<br />
halten, bedarf es eines nicht unerheblichen finanziellen und vor<br />
allem personellen Aufwands. Die Unterhaltskosten für ein derartiges<br />
Projekt überschreiten die Baukosten um ein Vielfaches. Durch<br />
eine strategische Partnerschaft zwischen der Reiner Calmund GmbH<br />
und der Breitbandevent GmbH, die auf Calli Island gegenseitig Werbung<br />
für einander machen, lassen sich die Kosten jedoch in einem<br />
überschaubaren Rahmen halten. So musste laut Mario Di Ninni<br />
kein Geld an externe Agenturen gezahlt werden. Finanzstarke Medienpartner,<br />
auf die man dennoch hofft, lassen bisher aber auf sich warten.
</p>
<p>
<i>In loser Reihenfolge schaut und fragt politik-digital.de nach,<br />
was aus Menschen und Phänomenen geworden ist, die bewegten.<br />
Bisher sind erschienen:</i></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>24 Stunden-Konferenz von Mozilla im September</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/24-stunden-konferenz-von-mozilla-im-september-3223/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Seifert]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Aug 2007 11:17:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Community]]></category>
		<category><![CDATA[Vernetzung]]></category>
		<category><![CDATA[Breitband]]></category>
		<category><![CDATA[Internetgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Dialog]]></category>
		<category><![CDATA[Mozilla]]></category>
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					<description><![CDATA[Die „<a href="http://www.mozilla.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mozilla Foundation</a>“
(Mozilla-Stiftung), unter anderem Betreiber des Internetbrowsers
Firefox und des E-Mail-Programms Thunderbird, organisiert in Asien,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die „<a href="http://www.mozilla.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mozilla Foundation</a>“<br />
(Mozilla-Stiftung), unter anderem Betreiber des Internetbrowsers<br />
Firefox und des E-Mail-Programms Thunderbird, organisiert in Asien,<br />
Amerika und Europa eine 24-Stunden-Internetkonferenz. Unter dem Motto „<a href="http://www.politik-digital.de/metablocker/archives/Mozilla%2024" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mozilla 24</a>“<br />
soll gleichzeitig in Stanford (USA), Tokio und voraussichtlich Paris<br />
einen Tag und eine Nacht lang über die Zukunft des World Wide Web<br />
diskutiert werden. Aufgrund der unterschiedlichen Zeitzonen läuft das<br />
Online-Event vom 14. bis zum 16. September. In Europa startet das<br />
Projekt am 15. September um 05.00 Uhr morgens Mitteleuropäischer<br />
Sommerzeit und endet am 16. September 05.00 Uhr. </p>
<p>Zu den prominentesten Online-Diskutanten gehören <a href="http://www.google.com/corporate/execs.html#vint" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vinton G. Cerf</a>, Vize-Präsident des Internetunternehmens Google und Mozilla-Chefin <a href="http://www.time.com/time/subscriber/2005/time100/scientists/100baker.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mitchell Baker</a>.<br />
In einer Mischung aus Präsentation, Podiumsdiskussion,<br />
Online-Wettbewerb und Musikfestival wollen die Teilnehmer die Zukunft<br />
des Webs aus sozialer, technischer und kultureller Sicht beleuchten.<br />
Über das Breitband-Videonetzwerk des japanischen „<a href="http://www.wide.ad.jp/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WIDE-Projekts</a>“<br />
(Philosophie: Technologie bringt die Gesellschaft zusammen) kann jeder,<br />
der will, live mitverfolgen, wenn die Konferenzteilnehmer digital<br />
kommunizieren. Im Vorfeld ist lediglich eine persönliche Registrierung<br />
auf der <a href="http://wiki.mozilla.org/Mozilla_24" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wiki-Seite</a> von Mozilla nötig.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>„Unser Ziel ist Transparenz&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uncategorized/unser_ziel_ist_transparenz-3334/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Aug 2007 12:32:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Josta de Hoog]]></category>
		<category><![CDATA[Niels de Hoog]]></category>
		<category><![CDATA[politix.nl]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<b>MIt ihrer Website politix.nl zeigen Josta
und Niels de Hoog, wie Parteien im niederländischen Parlament
über Gesetzesentwürfe abstimmen. Wie sich die Nutzer auf
politix.nl können und wie es um eDemokratie in den Niederlanden
bestellt ist, erklärt Josta de Hoog im Interview mit politik-digital.de.</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>MIt ihrer Website politix.nl zeigen Josta<br />
und Niels de Hoog, wie Parteien im niederländischen Parlament<br />
über Gesetzesentwürfe abstimmen. Wie sich die Nutzer auf<br />
politix.nl können und wie es um eDemokratie in den Niederlanden<br />
bestellt ist, erklärt Josta de Hoog im Interview mit politik-digital.de.</b><!--break--></p>
<p>
<b>politik-digital.de: Fangen wir mal mit den Basisinformationen<br />
an: Welche Idee steckt hinter politix.nl? </b><br />
Josta de Hoog: <a href="http://www.politix.nl/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politix.nl</a><br />
zeigt, wie die politischen Parteien in der so genannten Tweden Kaamer,<br />
dem niederländischen Parlament, über Gesetzesentwürfe<br />
und ähnliche politische Vorschläge abstimmen. Wer stimmt<br />
für ein bestimmtes Gesetz, wer dagegen? Jede Woche, nach den<br />
Abstimmungen im Parlament, erneuern wir die Ergebnisse. Online sind<br />
wir seit Mai 2006. <br />
Ich hatte die Idee zu politix.nl vor einiger Zeit, als ich bemerkte,<br />
dass es nicht einfach ist, im Internet an Informationen zum Abstimmungsverhalten<br />
der Parteien zu kommen. Das fand ich ein wenig seltsam; schließlich<br />
sollen Parteien die Bürger repräsentieren, aber dann haben<br />
die Bürger keine Möglichkeit, ihre Handlungen nachzuvollziehen.
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/images/politix.jpg" height="239" width="379" /><i>politix.nl</i>
</p>
<p>
<b>Wie können Nutzer sich beteiligen – und wie<br />
viele machen tatsächlich mit?</b><br />
Zunächst einmal können Nutzer online die Gesetzesentwürfe<br />
und Programme diskutieren, die im Parlament zur Abstimmung stehen,<br />
und diese auch bewerten. Und sie können eigene politische Vorschläge<br />
machen. Während der Parlamentswahlen bekamen wir etwa 100.000<br />
Wertungen, zwischen den Wahlkämpfen haben wir etwa 1000 Visits<br />
am Tag.<br />
Beteiligung war aber nicht unser eigentliches Ziel &#8211; das war Transparenz.<br />
Politische Transparenz ist die Basis für eDemocracy: Wenn die<br />
Bürger immer genau darüber informiert wären, was<br />
vor sich geht, wäre das schon ein großer Schritt in Richtung<br />
eDemocracy.
</p>
<p>
<b>Sind Sie davon ausgegangen, dass Ihr Projekt so erfolgreich<br />
wird?</b><br />
Nein, das habe ich mir so nicht vorgestellt. Aber ich habe schon<br />
bald gemerkt, dass es ein Bedürfnis nach diesen Informationen<br />
gibt. Als wir die Seite starteten, gab es oft Fragen von Nutzern,<br />
ob das Abstimmungsverhalten der Parteien denn nicht schon längst<br />
online wäre. Nun, dass hätte es wohl sein sollen, war<br />
es in der Form aber nicht.
</p>
<p>
<b>Was war Ihre Motivation, politix.nl zu starten? Sie betreiben<br />
die Website ja zusammen mit ihrem Bruder, Niels de Hoog, ist das<br />
richtig?</b><br />
Ja, das stimmt. Ich habe meine Master-Arbeit über die Beziehung<br />
zwischen Medien und Demokratie geschrieben. Und dabei habe ich festgestellt,<br />
dass ich Informationen, wie Parteien im Parlament abstimmen, nicht<br />
einfach im Internet finden konnte. Da hatte ich die Idee zu politix.nl.<br />
Beim Bruder ist technisch recht begabt und meinte: Okay, dann baue<br />
ich diese Website für dich.
</p>
<p>
<b>Sie stellen auch ein Programm bereit, das „De Nieuwe<br />
Kieswijzer“ heißt, „Der neue Wegweiser“.<br />
Was kann dieses Tool und wie funktioniert es?</b><br />
<a href="http://www.politix.nl/projects/nieuwekieswijzer/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Der<br />
neue Wegweiser“</a> ist ein webbasiertes Abstimmungstool,<br />
das wir während des Wahlkampfes angeboten haben. Vor den letzten<br />
niederländischen Parlamentswahlen am 22. November 2006 hatten<br />
wir schon 750 Abstimmungsergebnisse in unserer Datenbank. Diese<br />
bildeten die Basis für das Programm. <br />
Mit dem „neuen Wegweiser“ können Nutzer über<br />
Gesetzesvorschläge, die auch dem Parlament vorlagen, abstimmen.<br />
Dabei können sie wählen, über wie viele Vorschläge<br />
sie abstimmen wollen – mindestens 30 – oder auch nur<br />
über ein bestimmtes Thema abstimmen. Das Programm vergleicht<br />
dann am Ende die persönlichen Ergebnisse mit dem tatsächlichen<br />
Abstimmungsverhalten der Parteien. So bekommt der Nutzer eine kleine<br />
Anleitung, für welche Partei er stimmen könnte.<br />
Ähnliche Programme gab es vorher schon – die basierten<br />
aber auf den Wahlversprechen der Parteien. Mit dem „neuen<br />
Wegweiser“ kann der Wähler jetzt Parteien danach beurteilen,<br />
was sie tatsächlich getan haben
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/images/kieswijzer.jpg" height="269" width="376" /><i>.<br />
</i><i>De nieuwe kieswijzer &#8211; Der neue Wegweiser</i>
</p>
<p>
<b>Wie viele Menschen arbeiten für politix.nl?</b><br />
Wir haben jetzt eine Stiftung gegründet. Sechs Freiwillige<br />
sitzen im Ausschuss und haben beratende Funktion. Wir arbeiten außerdem<br />
mit einer politischen Agentur zusammen, von dieser sind auch Mitarbeiter<br />
mit politix.nl beschäftigt. Zudem arbeiten wir mit den Universitäten<br />
von Leiden und Wageningen zusammen.
</p>
<p>
<b>Wie finanzieren Sie das Projekt?</b><br />
Für politix.nl arbeiten fast nur Freiwillige. Für das<br />
Abstimmungsprogramm „De Nieuwe Kieswijzer“ haben wir<br />
finanzielle Förderung von <a href="http://www.digitalpioneers.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digital<br />
Poineers</a> bekommen (eine niederländische Stiftung, die Projekte<br />
für digitale Demokratie fördert, Anm. d. Red.). Die Universität<br />
Leiden hilft, die Website zu betreiben.
</p>
<p>
<b>Kennen Sie das Projekt <a href="http://thepublicwhip.org.uk/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">thepublicwhip.org.uk</a><br />
aus Großbritannien? Das ist politix.nl recht ähnlich:<br />
Hier erfahren Nutzer, wie einzelne Parlamentsmitglieder abstimmen.<br />
Warum beobachtet politix.nl nur das Abstimmungsverhalten der Parteien<br />
und nicht auch das einzelner Abgeordneter?</b><br />
Ja, ich kenne die Website, ich halte es für ein ziemlich cooles<br />
Projekt. Tatsächlich wusste ich aber nichts davon, als ich<br />
politix.nl startete.<br />
Es ist wirklich sehr schade, dass wir das Abstimmungsverhalten einzelner<br />
Abgeordneter nicht verfolgen können. In den Niederlanden ist<br />
die Fraktionspflicht sehr strikt, fast 99 Prozent der Parlamentarier<br />
halten sich daran. Sollte doch mal einer abweichen, bekommt man<br />
seinen Namen nicht so leicht raus – und es kommt auch einfach<br />
zu selten vor.
</p>
<p>
<b>Wie haben die niederländische Regierung und einzelne<br />
Politiker auf politix.nl reagiert?</b><br />
Am Anfang waren die Reaktionen aus der Politik nicht ganz so positiv,<br />
aber nun, wo sie sehen, wie die Datenbank funktioniert, sind sie<br />
generell sehr davon angetan. Zum Start von politix.nl habe ich mit<br />
einigen Politikern darüber gesprochen. Einer hat dann den Link<br />
in seinem Weblog veröffentlicht. Das hat zu Beginn sehr geholfen,<br />
Nutzer auf unsere Seite aufmerksam zu machen. Tatsächlich nutzen<br />
sehr viele Politiker politix.nl selbst, wahrscheinlich, weil sie<br />
keine eigene Datenbank für diese Informationen haben. Das Innenministerium<br />
hat mich zudem gefragt, ob ich einem beratenden Ausschuss zum Thema<br />
eDemocracy beitrete.
</p>
<p>
<b>Arbeiten Sie mit Ministerien oder dem Parlament zusammen,<br />
um an die Informationen zum Abstimmungsverhalten zu kommen?</b><br />
Nein. Diese Informationen bekomme ich schon aus dem öffentlichen<br />
Informationssystem. Aber das ist nicht so gestaltet, dass Bürger<br />
es einfach verstehen und nutzen können: Man findet den Inhalt<br />
der Gesetzesentwürfe in einem Dokument, Infos über das<br />
Abstimmungsergebnis in einem anderen und Infos über die Stimmen<br />
aus den einzelnen Parteien in wieder anderen. Die Informationen<br />
gibt es also, aber sie sind nicht gut aufbereitet.
</p>
<p>
<b>Wie beurteilen Sie die „eDemocracy-Szene“ in<br />
den Niederlanden? Wie viel Aufmerksamkeit bekommt das Thema von<br />
der Politik, von den Bürgern? Was könnte als Vorbild für<br />
andere Staaten dienen?</b><br />
Ich denke, es gibt schon viel Aufmerksamkeit für eDemocracy<br />
und die Menschen interessieren sich für das Thema. Manchmal<br />
wünschte ich mir nur, es würde ein bisschen weniger geredet<br />
und ein bisschen mehr getan. <br />
Ich glaube nicht, dass die Regierung der Online-Beteiligung mehr<br />
Aufmerksamkeit schenken sollte als anderen Formen der politischen<br />
Beteiligung. Aber politische Institutionen passen nicht mehr ins<br />
Informationszeitalter, wenn Informationen nicht für alle verfügbar<br />
sind. <br />
Als Vorbild schaut natürlich jeder nach Großbritannien.<br />
Die Projekte von <a href="http://www.mysociety.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">MySociety</a><br />
sind eine große Inspiration. Das bedeutet nicht, dass man<br />
die Ideen kopieren sollte – schließlich funktionieren<br />
politische Systeme in unterschiedlichen Staaten jeweils anders.<br />
Es muss nicht unbedingt eine direkte Verbindung geben, aber man<br />
kann sich hier durchaus Anregungen holen.
</p>
<p>
<b>Wie soll es in Zukunft mit politix.nl weitergehen?</b><br />
Zusammen mit dem Innenministerium planen wir regionale Ausgaben<br />
von politix.nl in zwei Gemeinden. Diese sollen das Abstimmungsverhalten<br />
in den kommunalen Parlamenten auflisten. Auf lange Sicht sollen<br />
diese Ergebnisse in die Datenbank von politix.nl einfließen.<br />
Zudem arbeite ich gerade mit einer anderen Organisation, <a href="http://www.primaries.nl/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Het<br />
Nieuwe Stemmen</a> („Das neue Wählen“) an einer<br />
niederländischen Version von <a href="http://www.writetothem.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WriteToThem</a><br />
von MySociety. (Nutzer können ihre Postleitzahl eingeben und<br />
so die Abgeordneten auf ihrem Wahlkreis finden und ihnen E-Mails<br />
schreiben, Anm. d. Red.). Das ist ein konkretes Beispiel für<br />
Inspirationen aus Großbritannien.</p>
<p><b>Übersetzung aus dem Englischen: Simone Gerdesmeier</b></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>politik-digital.de von A&#8230; bis Z&#8230;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/politik-digitalde-von-a-bis-z-3335/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alina Barenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Aug 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[politik-digital.de]]></category>
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					<description><![CDATA[Alina Barenz verstärkte während eines Urlaubssemesters von April bis August für vier Monate das politik-digital.de-Team. Ihre Erinnerungen an das Praktikum hat die 21-Jährige Diplom-Politikstudentin hier von A bis Z zusammengefasst.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Alina Barenz verstärkte während eines Urlaubssemesters von April bis August für vier Monate das politik-digital.de-Team. Ihre Erinnerungen an das Praktikum hat die 21-Jährige Diplom-Politikstudentin hier von A bis Z zusammengefasst.<br />
<!--break--></p>
<p>
<b>A</b>rbeiten und Studieren – diese unterschiedlichen Lebensstile kann ich nun vergleichen und stelle überrascht fest: Ich sehne mich wieder nach dem trödeligen Uni-Alltag,<br />
nach übermäßiger Geistesarbeit und Eigenregie im Zeitmanagement. Gleichzeitig weiß ich, dass das Studium nun ein anderes sein wird: bewusster, zielgerichteter und intensiver.
</p>
<p>
<b>B</b>el vedere von der urigen Büro-Dachterrasse von politik-digital.de über dem Monbijoupark: Die Kuppeldächer auf der Museumsinsel vis-à-vis, der Fernsehturm im Osten<br />
und der gläserne Reichstag am Horizont. Vermutlich sind diese Quadratmeter die schönste Erholungsoase, die ein Büro in Berlin haben kann.
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/images/aussicht.jpg" alt="Die Aussicht vom Balkon" title="by Bas Bergervoet" height="280" width="380" />
</p>
<p>
<b>C</b>laudia, meine Vorgängerin und mein verlässlicher Rettungsanker für alle technischen Unfälle der ersten Wochen. Lektion Nummer eins: Praktikanten müssen sich verbünden.
</p>
<p>
<b>D</b>onnerstag – vor Mittag ist keine ruhige Minute zu erwarten. Die Morgengymnastik für Kopf und Finger heißt: Die wöchentlich neuen Artikel auf politik-digital.de<br />
mit Überschriften schmücken, einstellen, Design anpassen, hochladen, dann den Newsletter schreiben, ändern, zum Test versenden, nochmal ändern und endlich abschicken. Erstes Luftholen gegen 12.00 Uhr.
</p>
<p>
<b>E</b>ventmanagement für den Launch von e-participation.net,<br />
einer Homepage für Bürgerbeteiligungsprojekte in Großbritannien<br />
und Deutschland. Die Seite von politik-digital.de und dem British<br />
Council Germany ging am 21. Mai 2007 online und politik-digital.de<br />
feierte diesen Event mit einer smarten Party im lichtdurchfluteten<br />
Turm am Frankfurter Tor in Friedrichshain. Hauptstadt so weit das<br />
Auge reicht &#8211; die Aussicht kann vom Fernsehturm kaum besser sein.
</p>
<p>
<b>F</b>ragen, fragen, fragen und ruhig auch mal auf<br />
Antworten drängeln; dies hat sich als beste Methode herausgestellt,<br />
um mir schnell mehr Wissen anzueignen. Das zweitschnellste, aber<br />
das geduldigste Medium dafür ist zweifellos das Internet. Ohne<br />
das geht bei politik-digital.de gar nichts.
</p>
<p>
<b>G</b>anz schön heiß wird es in den Sommermonaten<br />
im Büro – ein winziger Nachteil der exquisiten Lage.
</p>
<p>
<b>H</b>TML – diese Programmiersprache muss nach<br />
dem Relaunch von politik-digital.de zum Glück kein Prakti mehr<br />
verstehen.
</p>
<p>
<b>J</b>ournalisten und jene, die es werden wollen, lernen<br />
bei politik-digital.de den Online-Journalismus kennen. Im Medium<br />
Internet gelten andere Regeln als beim Tagesblatt. Schreiben im<br />
Akkord ist hier allerdings nicht nötig, denn viel Zeit geht<br />
dafür drauf, die Homepage mit aktuellen Inhalten zu füttern<br />
und anzupassen.
</p>
<p>
<b><a href="/edemocracy/netzkampagnen/index.shtml#berlininaugust" target="_blank" rel="noopener noreferrer">K</a></b><a href="/edemocracy/netzkampagnen/index.shtml">onferenz<br />
zu e-Democracy in Berlin</a> – noch ein Event, in dessen Vorbereitungen<br />
ich mitten drin steckte. Start war am 13. August. Mehr über<br />
die Ideen, Leute und Ergebnisse gibt es auf politik-digital.de.
</p>
<p>
<b>L</b>eider fällt mir für L nichts passendes<br />
ein&#8230;
</p>
<p>
<b>M</b>ittagspause! Darauf sollte kein Prakti verzichten,<br />
denn acht Stunden Arbeit am Stück rächen sich spätestens<br />
zu Hause: Da fällt man einfach nur noch ausgelaugt und unzufrieden<br />
ins Bett.
</p>
<p>
<b>N</b>ette Teamstimmung – bei gemeinsamen Pausen,<br />
Scherzen über kuriose Internetblüten und dem ein oder<br />
anderen Gläschen Sekt bei kleinen und großen Erfolgen.
</p>
<p>
<b>O</b>nline-Partizipation und e-Democracy sind der<br />
Lebenssaft, der politik-digital.de durch die Glasfasern fließt.<br />
Kein Prakti kommt also daran vorbei, sich mit den spannenden Entwicklungen<br />
in diesen Bereichen auseinanderzusetzen.
</p>
<p>
<b>P</b>rakti-Handbuch, die perfekte Einführung<br />
in die Arbeit der nächsten Wochen, Ansprechpartner und Abläufe<br />
für mich &#8211; das sollte ein Standard für alle Prakti-Stellen<br />
werden.
</p>
<p>
<b>Q</b>uark, Quatsch und Quälerei – all das<br />
ist ein Praktikum bei politik-digital.de nicht.
</p>
<p>
<b>R</b>elaunch – der neue Internetauftritt von<br />
politik-digital.de rückt immer näher. Politik-digital.de-Leser<br />
erwarten neben einem neuen Design auch eine Suchfunktion für<br />
sämtliche Artikel und Beiträge, die seit der Gründung<br />
von politik-digital.de 1998 erschienen sind.
</p>
<p>
<b>S</b>itzfleisch sollte man für die Arbeit bei<br />
politik-digital.de haben, denn acht Stunden vor dem Bildschirm hält<br />
sicher nicht jeder aus.
</p>
<p>
<b>T</b>rotzdem hatte ich auch meine Trainingseinheiten:<br />
Beim Transport der beiden Chat-Notebooks zum ARD-Hauptstadtstudio<br />
für den tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de<br />
sollte man sich nicht zu warm anziehen&#8230;
</p>
<p>
<b>U</b>lead Video Studio – Videos sollen auf politik-digital.de<br />
wieder öfter zu sehen sein &#8211; im Idealfall eigene Produktionen.
</p>
<p>
<b>V</b>erändert hat sich durch die vier Monate<br />
bei politik-digital.de auch mein Berufswunsch. Das hätte ich<br />
am allerwenigsten erwartet und ich bin erleichtert, dass ich diese<br />
Eingebung vor dem Ende meines Studiums hatte.
</p>
<p>
<b>W</b>eb2.0 – gehört zu den Schlagworten,<br />
die politik-digital.de in seinen Artikeln möglichst vermeidet<br />
weil noch immer nicht sicher ist, dass auch wirklich jeder etwas<br />
mit interaktiven Online-Angeboten anzufangen weiß&#8230; Statt<br />
die Leser mit Fremdworten zu erschlagen, will politik-digital.de<br />
ein Wegweiser für all jene sein, die Internet und Politik zusammen<br />
denken wollen.
</p>
<p>
<b>X</b> und <b>Y</b>psilon – auch da<br />
muss ich passen&#8230;
</p>
<p>
<b>Z</b>uletzt bleibt mir zu sagen: Mein Praktikum bei<br />
politik-digital.de war mit vier Monaten zwar ungewöhnlich lang,<br />
aber die für mich wirklich wichtigen Erkenntnisse habe ich<br />
erst in den letzten Wochen gehabt. Deshalb ist ein Urlaubssemester<br />
meiner Meinung nach die beste Zeit, sich als Prakti in die Arbeitswelt<br />
zu stürzen.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Quasseln auf allen Kanälen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/quasseln-auf-allen-kanaelen-3332/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/quasseln-auf-allen-kanaelen-3332/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Jul 2007 10:51:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wie Schüler das Mitmach-Internet nutzen]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/quasseln-auf-allen-kanaelen-3332/</guid>

					<description><![CDATA[Handy schlägt Mitmach-Internet: In fast allen Haushalten, in denen Kinder leben, gibt es einen Rechner mit Internetanschluss. Doch Teenager verschicken lieber SMS als zu bloggen. Das zeigen zwei Studien des Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Handy schlägt Mitmach-Internet: In fast allen Haushalten, in denen Kinder leben, gibt es einen Rechner mit Internetanschluss. Doch Teenager verschicken lieber SMS als zu bloggen. Das zeigen zwei Studien des Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Teenager plaudern gerne – im realen Leben und auch im Internet.<br />
Das ist eines der Ergebnisse aus der jährlich erscheinenden<br />
<a href="http://www.mpfs.de/index.php?id=11" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie „Jugend, Information, Multimedia“</a>, kurz JIM, die<br />
das Nutzungsverhalten der zwölf- bis 19jährigen betrachtet.<br />
2006 gingen demnach etwa zwei Drittel der Teenager mehrmals in der<br />
Woche online, Jungen (73 Prozent) waren dabei häufiger im Netz<br />
unterwegs als Mädchen (65 Prozent).
</p>
<p>
Online wollen die Teens Kontakt zu ihren Freunden halten oder ihren<br />
Bekanntenkreis erweitern. Besonders beliebt für digitale Gespräche<br />
sind Instant Messanger wie ICQ oder MSN: Über die Hälfte<br />
aller Jugendlichen (58 Prozent), die einen Internetzugang haben,<br />
schreibt hier mehrmals pro Woche. Online-Chats sind weniger verbreitet.<br />
Zwar geben 53 Prozent der Befragten an, gelegentlich mal einen Chatraum<br />
zu besuchen, aber nur die Hälfte davon chattet regelmäßig.
</p>
<p>
In der Beliebtheitsskala folgt auf den virtuellen Plausch die Information:<br />
Etwa ein Drittel der Teenager sucht regelmäßig nach Infos<br />
für Schule und Beruf oder nach allgemeinen Nachrichten. Genauso<br />
viele laden Musik aus dem Internet.
</p>
<p>
<b>Handys sind beliebter als digitale Netzwerke</b>
</p>
<p>
Weblogs und Online-Netzwerke wie Myspace und in Deutschland Studi-<br />
bzw. SchülerVZ scheinen auf den ersten Blick dem Mitteilungsbedürfnis<br />
der Jugendlichen entgegen zu kommen: Denn hier kann man per Mausklick<br />
„Freunde“ finden, Kommentare schreiben, Fotos hochladen<br />
und aller Welt zeigen, was für Musik und Filme man so mag –<br />
ganz viel kommunizieren also. Tatsächlich übt laut der<br />
JIM-Studie das Mitmach-Internet Web 2.0 auf die Jugendlichen jedoch<br />
keinen allzu großen Reiz aus. Nur wenige führen ein eigenes<br />
Weblog oder kommentieren in anderen Blogs, Jungen (10 Prozent) noch<br />
eher als Mädchen (6 Prozent). Und beim Online-Anbieter MySpace<br />
sind weniger Teenager unterwegs, als mancher annimmt: Nach Angaben<br />
der Betreiber sind mehr als 80 Prozent der Nutzer älter als<br />
18 Jahre.
</p>
<p>
Angesagt bei den Jugendlichen ist also eher die eine schnelle und<br />
direkte Kommunikation, die dem Gespräch von Angesicht zu Angesicht<br />
ähnelt. Dafür spricht auch, dass das Kommunikationsmedium<br />
Nummer eins das Mobiltelfon ist: 94 Prozent der für die JIM-Studie<br />
befragten Teenies besitzen ein eigenes Handy, über das sie<br />
auch fleißig SMS verschicken und telefonieren. Mädchen<br />
versenden dabei eher Kurznachrichten, während Jungen ihre Gesprächspartner<br />
häufiger anrufen.
</p>
<p>
<b>Die Großen chatten, die Kleinen spielen</b>
</p>
<p>
Vor allem bei den ganz jungen Mediennutzern, bei Grundschülern<br />
und jungen Teenagern, spielt das Handy eine größere Rolle<br />
als der Computer: Laut der <a href="http://www.mpfs.de/index.php?id=10" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie „Kinder und Medien“</a> (KIM), die ebenfalls der Medienpädagogische<br />
Forschungsverbund Südwest herausgibt, besitzt bereits über<br />
ein Drittel der sechs- bis 13jährigen ein eigenes Handy. Der<br />
Medienpädagoge Matthias Felling, der unter anderem für<br />
das Informationsangebot Handysektor.de schreibt, vermutet: „Eltern<br />
geben ihren Kindern häufig ein Handy mit, damit sie erreichbar<br />
sind.“ Sehr häufig nutzen die Kinder ihr Mobiltelefon<br />
nicht, nur 13 Prozent telefonieren jeden Tag, 24 Prozent ein- bis<br />
mehrmals pro Woche.
</p>
<p>
Etwa 30 Prozent der Grundschüler und jungen Teenager, die<br />
einen Rechner zu hause haben, sitzen täglich am PC. Während<br />
die Großen sich zum Messanger-Chat verabreden, spielen die<br />
Kleinen jedoch lieber Computerspiele. Weniger als die Hälfte<br />
in dieser Altersgruppe geht mindestens einmal pro Woche online,<br />
14 Prozent sind jeden Tag im Netz. Chaträume oder Foren besuchen<br />
Grundschüler dabei nur selten – schließlich muss<br />
man für das virtuelle Plaudern erstmal das Alphabet und die<br />
Tastatur beherrschen, um bei der schnellen Kommunikation mithalten<br />
zu können.
</p>
<p>
Sorgen, dass eine neue Generation von einsamen Sofasitzern heranwächst,<br />
erscheinen angesichts der Studien-Ergebnisse unbegründet. Computer<br />
und Internet sind für die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen<br />
nur eine Beschäftigung unter vielen, eine weitere Möglichkeit,<br />
sich mit anderen Menschen auszutauschen. Und besonders Jüngere<br />
meinen, noch gut auf das weltweite Netz verzichten zu können.</p>
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		<title>Schulhofkloppe vor Massenpublikum</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Jul 2007 10:50:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wie Schüler das Mitmach-Internet nutzen]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
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					<description><![CDATA[Morgens, kurz vor acht Uhr. Ein Schüler betritt das Klassenzimmer, jemand stellt ein Bein, der Junge stolpert. Das sorgt für Lacher im Klassenraum. Nicht nur die Mitschüler amüsieren sich über diese Szene - im Internet kann sich jeder ansehen, wie Kinder andere fertigmachen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Morgens, kurz vor acht Uhr. Ein Schüler betritt das Klassenzimmer, jemand stellt ein Bein, der Junge stolpert. Das sorgt für Lacher im Klassenraum. Nicht nur die Mitschüler amüsieren sich über diese Szene &#8211; im Internet kann sich jeder ansehen, wie Kinder andere fertigmachen.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Wenn sich Jugendliche gezielt einen „Schwächeren“<br />
aussuchen, um ihn zu hänseln oder zu bedrohen, nennt man das<br />
Mobbing. Der Begriff kommt aus dem englischen und bedeutet soviel<br />
wie Anpöbeln und Fertigmachen. Seit Handyhersteller ihre Geräte<br />
mit Videokameras ausgestattet haben, können sich mobbende Schüler<br />
vor einem größeren Publikum mit ihrer vermeintlichen<br />
Überlegenheit brüsten: Sie verschicken Filme ihrer „Opfer“<br />
als SMS oder stellen sie ins Netz. Das Programm reicht von eher<br />
harmlosen Sprüchen und dem Bewerfen mit Papierkügelchen<br />
bis hin zu den als „Happy Slapping“ (fröhliches<br />
Schlagen) bekannten Prügelfilmen. Auf YouTube muss ein Nutzer<br />
nur nach Stichworten wie „Schule“ oder „Mobbing“<br />
suchen, schon bekommt er eine ganze Reihe dieser Streifen geliefert<br />
– frei zum Kommentieren für jedermann.
</p>
<p>
<b>Prügelfilme per Kurznachricht</b>
</p>
<p>
Wie viele dieser Szenen gestellt sind, wie viele tatsächlich<br />
echtes Mobbing zeigen, lässt sich nicht nachvollziehen. Das<br />
Phänomen, Gewaltvideos per SMS zu versenden, scheint aber weit<br />
verbreitet. Die <a href="http://www.mpfs.de/index.php?id=11" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie<br />
„Jugend, Information, Multimedia 2006“</a>, kurz JIM,<br />
des Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest widmet<br />
dem Thema ein eigenes Kapitel. Ergebnis: Kaum einer der befragten<br />
Jugendlichen wischen zwölf und 19 Jahren hat nicht schon mal<br />
von diesen Streifen gehört. Etwa ein Drittel habe erlebt, dass<br />
einer ihrer Freunde eine Kurznachricht mit „Happy Slapping“<br />
Filmen bekommen hat. Sieben Prozent wollen selbst einen derartigen<br />
Streifen erhalten haben. Und immerhin 17 Prozent hätten mitbekommen,<br />
wie eine Prügelei mit dem Handy gefilmt wird.
</p>
<p>
Handyfilme zu verschicken oder im Netz zu veröffentlichen<br />
ist aber nur eine Form des „E-Mobbings“, wie das Mobbing<br />
über elektronische Medien bezeichnet wird. „Es werden<br />
nicht nur Filme selbst gedreht, sondern auch aus dem Netz heruntergeladen.<br />
Das kann Belästigung sein, weil auf die Schüler Druck<br />
ausgeübt wird, mitzumachen,“ berichtet der Medienpädagoge<br />
und Journalist <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkultur/sgerdesmeier_Interview_Matthias_Felling_070726.shtml">Matthias<br />
Felling im Interview</a> mit politik-digital.de.
</p>
<p>
„Weiterhin kommt es zu Belästigungen im Chat oder über<br />
SMS,“ so Felling. Laut der JIM-Studie hat bereits die Hälfte<br />
der chattenden Jugendlichen zumindest einmal Erfahrungen mit Belästigungen<br />
gemacht, ist beleidigt oder sexuell belästigt worden –<br />
Mädchen (57 Prozent) häufiger als Jungen (34 Prozent).</p>
<p><b>Computer und Handy als Waffe</b>
</p>
<p>
Für Kristine Kretschmer, Leiterin des Online-Jugendmagazins<br />
<a href="http://www.sowieso.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sowieso.de</a> und<br />
Projektleiterin der <a href="http://www.mobbing.seitenstark.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anti-Mobbing-Aktion<br />
„Mobbing &#8211; Schluss damit“</a> , ist E-Mobbing definitiv<br />
ein Problem: „In unseren Foren sehen wir, dass es ziemlich<br />
häufig vorkommt, dass Kinder Beleidigungen übers Handy<br />
bekommen oder über E-Mail bei größeren Kreisen angeschwärzt<br />
werden.“ „Mobber“ verschicken etwa peinliche Geschichten<br />
per E-Mail oder sie melden sich unter dem Namen des Gemobbten in<br />
Foren an: Mit gefälschten Beiträgen soll das „Opfer“<br />
hier bloßgestellt werden.
</p>
<p>
Im Chat können Jugendliche Beleidigungen wegklicken und nervige<br />
Mit-Chatter mittels eines „Ignorieren“-Buttons ausblenden.<br />
Gegen die Verbreitung von Online-Videos oder Gerüchten in Foren<br />
können die Betroffenen dagegen meist wenig ausrichten. Anbieter<br />
von Kommunikations-Plattformen wie Schüler-VZ und Knuddels<br />
geben zwar an, gefälschte Nutzerprofile löschen zu wollen.<br />
Doch lässt es sich auch für sie schwierig feststellen,<br />
wer tatsächlich hinter einer „Netzidentität“<br />
steckt. Bei YouTube können Nutzer Videos als „unangemessen“<br />
melden; bis die Betreiber handeln und das Video entfernen, stehen<br />
die Szenen aber schon auf zahlreichen privaten Websites auf Abruf<br />
oder sind in E-Mails durchs Netz gegangen. Die große Reichweite<br />
des Internets mache Online-Mobbing besonders unangenehm, meint Felling:<br />
„Es ist natürlich ein größeres Problem, wenn<br />
eine E-Mail an 40 Leute geht, als wenn nur drei andere Kinder etwas<br />
mitbekommen.“
</p>
<p>
Wie beim Mobbing im echten Leben spiele es auch bei Online-Hänseleien<br />
eine Rolle, dass die Täter sich ihren Opfern überlegen<br />
fühlen. „Sie kennen den technischen Fortschritt. Sie<br />
können Computer und Handy nicht nur als Spielzeug einsetzen,<br />
sondern auch als Waffe.“ </p>
<p><b>Lehrer bekommen häufig nichts mit</b>
</p>
<p>
In Bayern wollen Lehrer und Politik gegen „Happy Slapping“<br />
Filme vorgehen, indem sie Handys an Schulen komplett verbieten.<br />
Einzelne Schulen in anderen Bundesländern ziehen nach. Mobbing<br />
übers Internet lasse sich allerdings wesentlich schwieriger<br />
erkennen, meinen sowohl Kristine Kretschmer als auch Matthias Felling.<br />
Im Klassenverband könnten Lehrer eingreifen – von E-Mobbing<br />
bekommen sie meistens nichts mit. „Im Forum haben wir auch<br />
Klagen darüber, dass Lehrer die Augen verschließen,“<br />
berichtet Kretschmer. Ob diese berechtigt seien, könne sie<br />
nicht nachvollziehen. Erfahren Lehrer doch von Vorfällen, sollten<br />
sie diese in der Schule klären: „Lehrer haben die Aufgabe,<br />
dafür zu sorgen, dass der Unterricht friedlich abläuft<br />
und Spielregeln eingehalten werden. Und Spielregeln gibt es schließlich<br />
auch online.“
</p>
<p>
Um E-Mobbing zu vermeiden, rät Kretschmer Kindern und Jugendlichen,<br />
auf ihre persönlichen Daten zu achten. Man sollte nicht jedem<br />
seine Adresse geben, gleiches gelte auch für die Handynummer.<br />
Wer über SMS und E-Mail beschimpft werde, sollte die Vorfälle<br />
öffentlich machen, mit Eltern und Lehrern darüber sprechen.<br />
Als letzte Möglichkeit bliebe der Gang zur Polizei.</p>
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