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	<title>Netzpolitik &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Netzpolitik &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Facebook &#8211; bessere Debatten und weniger Hetze, nur wie?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jonas Hartmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Aug 2019 15:11:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Debattenkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Pub Talk]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Am 15. August fand im Café En Passant der Berliner Pub Talk zum Thema Debattenkultur und Umgang mit Hetze im Netz statt. Unter der Moderation von Irene Waltz-Oppertshäuser wurde nach der Fishbowl-Methode, also mit Einbezug des Publikums, diskutiert. Als Expertinnen waren Dr. Viola Neu von der Konrad-Adenauer-Stiftung und Ann Cathrin Riedel von LOAD e.V. dabei.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3> „If you fuck up Brexit, we will cut your fucking throat …“</h3>
<p>Zum <a href="https://berlinerpubtalk.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Einstieg</a> in das Thema verliest Dr. Robert Grimm, Leiter der Ipsos Sozial- und Politikforschung, ein Zitat, welches auf Facebook an einen britischen Abgeordneten gerichtet wurde, und stellt daraufhin gleich eine der wichtigsten Frage der Debatte: Können wir diese Art der (politischen) Kommunikation auf sozialen Netzwerken wie Facebook, in einen Zusammenhang setzen mit den politisch motivierten Straftaten der letzten Wochen und Monaten, wie beispielsweise dem Mord an Walter Lübcke oder der Schießerei von El Paso?</p>
<p>Dr. Viola Neu, die sich als Wahl- und Parteienforscherin bei der Konrad-Adenauer-Stiftung mit politischen Debatten im Netz beschäftigt, und zu diesem Zweck zigtausende Kommentare gelesen hat, konstatiert dazu später, dass sich ein solcher Zusammenhang nicht objektiv feststellen oder mit Studien belegen lässt. Auch ohne Social Media hätten sich früher terroristische Vereinigungen formiert, ausgetauscht, Taten geplant und ausgeübt. Außerdem sei die Verrohung der Debattenkultur auf Social Media stark themen- und ortsbezogen. „Auf der Facebook-Seite von Helene Fischer ist alles nur voll mit Blumen und Herzchen“ so die Politologin, und andere Themen polarisierten ihrer Ansicht nach auch außerhalb von Social Media: „Wenn ich auf der Parkbank sitze und irgendwas mit Flüchtlingen vor mich hin murmele, werde ich dort genauso polarisieren, wie durch einen Beitrag im Netz“. Diesen Aspekt nimmt auch die zweite Expertin in der Runde, Ann Cathrin Riedel, Vorsitzende von LOAD e.V. – Verein für liberale Netzpolitik, auf, sie sieht einen Grund für die Verrohung der Debatte, beispielsweise auf den Social-Media-Seiten der politischen Parteien, auch darin, dass dort wenig bis gar keine Moderation stattfindet, da gerade Parteien zu wenig Arbeit bzw. Personal in Social Media investieren.</p>
<h3>Meinungsfreiheit im Netz – und deren Grenzen</h3>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-162021" src="/wp-content/uploads/2020/06/FacebookPubTalk_.jpg" alt="PubTalk mit Ann Cathrin Riedel und Viola Neu" width="305" height="229" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/06/FacebookPubTalk_.jpg 800w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/06/FacebookPubTalk_-300x225.jpg 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/06/FacebookPubTalk_-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 305px) 100vw, 305px" />In ihrem ersten Statement betont Ann Cathrin Riedel, wie wichtig Meinungsfreiheit im Netz ist, „Hass ist nicht immer strafbar und eine Gesellschaft muss auch viel aushalten können“. Ein Gast der sich nach dem Fishbowl-Prinzip in die Debatte einschaltet, sieht diese grundsätzliche Meinungsfreiheit auf den sozialen Netzwerken heute nicht mehr gegeben. Der Mann, der sich selbst als „einer dieser Trolle im Netz“ bezeichnet, kritisiert die Praktiken der Social-Media Plattformen, die ihn laut eigener Aussage schon mehrfach aufgrund von, seiner Darstellung nach, nicht rechtswidrigen Kommentaren gesperrt haben sollen. Er sieht in diesen Praktiken die Ursache für politisch-motivierte Morde und Straftaten, da dadurch eine Verdrängung gewisser Meinungen und Haltungen aus dem öffentlichen Raum, und somit eine Radikalisierung auf Hinterzimmer-Plattformen, den sogenannten Dark Socials, stattfindet.</p>
<p>Dr. Viola Neu stellt daraufhin klar, dass zum einen strafbares Verhalten wie Diffamierung oder Beleidigung strafrechtlich beurteilt werden könne und zum anderen den Plattformen, als privatwirtschaftlichen Akteuren, das Recht zusteht, sozusagen auch nach eigenem Ermessen Kommentare und Beiträge zu löschen. An dieser Stelle driftet die Debatte kurz ab in eine Diskussion über die Definition der Plattformen als Netzwerke des öffentlichen Raums und deren damit verbundenen Rechte bzw. Pflichten zur Einschränkung bzw. Gewährleistung der Meinungsfreiheit. Hier wird deutlich, dass die gesellschaftliche Rolle der Social-Media-Plattformen nicht für alle Beteiligten gleich definiert, gleichzeitig jedoch ein relevanter Faktor für die geführte Diskussion ist.</p>
<h3>„Die Reichweite von Hass im Netz wird von den konventionellen Medien stark überschätzt“</h3>
<p>Beide Expertinnen relativieren jedoch auch diese Rolle und den Einfluss auf die Gesellschaft. „Die Reichweite von Hass im Netz wird von den konventionellen Medien stark überschätzt“, so Ann Cathrin Riedel. Und Dr. Viola Neu merkt an, dass auch generell die Reichweite mancher Kanäle immer schon überschätzt würde: „Wenn die FAZ etwas schreibt wird das als wichtig betrachtet, obwohl die Abonnentenzahl der FAZ unter der vieler Regionalblätter liegt“, bei Diskussionen im Netz sei das ähnlich, zumal sich ein Großteil der Nutzer sehr passiv verhalte und nicht nachweisbar beeinflusst wird. Einer der Gäste, ein Schweizer Journalist, sieht sich und seine Kollegen in der Pflicht, hassgefüllte Debatten im Netz nicht zusätzlich anzufeuern, indem man darüber berichtet. Er vermisst in allen Medien eine inhalts- und zukunftsorientierte Debatte.</p>
<h3>Persönlicher Umgang mit Hass im Netz</h3>
<p>Ein weiterer, lange diskutierter Aspekt ist der persönliche Umgang mit Hassnachrichten auf Social Media und ob man ankommen kann gegen „Armeen von Bots oder Trollen“? Aus wissenschaftlicher Sicht, so Dr. Viola Neu, gäbe es keine präzise Handlungsanweisung, da es Studien gäbe, nach denen Gegenrede zu Hass auf Social Media positive Effekte habe, jedoch auch solche, die keine oder sogar negative Effekte erkennen ließen. Es herrscht jedoch auch unter den meisten Gästen Konsens, im Zweifel seinen eigenen Standpunkt auf einer sachlichen Ebene klar zu machen. Persönliche Stellungnahmen, nach dem Vorbild von #ichbinhier, ermutigen andere Menschen, sich für eine humane und sachorientierte Debatte ohne Hass im Netz stark zu machen. Dies sei zudem wichtig, um demokratische Freiheit für alle zu ermöglichen, und den oft festgestellten Rückzug aus der Debatte zu verhindern.</p>
<p><strong>Photo by:</strong> <a href="https://unsplash.com/@jontyson?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Jon Tyson</a> on <a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
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</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Netzpolitik und Demokratie: „Lasst uns Streiten!“</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/lasst-uns-streiten-zum-thema-netzpolitik-und-demokratie-154734/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Schymura]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Jun 2018 10:39:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Landeszentrale für Politische Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Digitaler Dialog]]></category>
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					<description><![CDATA[Befinden wir uns in Deutschland nach wie vor in einem digitalen Entwicklungsland? Wenn wir nichts zu verbergen haben – warum [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Internet-als-Jobmotor3.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-154741 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Internet-als-Jobmotor3.jpg" alt="These &quot;Das Internet ist der Jobmotor der Zukunft&quot; mit Abstimmungsmöglichkeit darüber, auf rotem Grund." width="640" height="280" /></a>Befinden wir uns in Deutschland nach wie vor in einem digitalen Entwicklungsland? Wenn wir nichts zu verbergen haben – warum müssen wir unsere Daten dann überhaupt schützen? Diese und weitere Fragen bilden die Grundlage für den offenen Dialog, zu dem die Plattform „Lasst uns Streiten!“ im Rahmen der Bundesweiten Aktionstage Netzpolitik &amp; Demokratie einlädt.</p>
<p><a href="https://www.lasst-uns-streiten.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Lasst uns Streiten!“</a> ist eine Plattform der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, die seit 2016 den Meinungsaustausch und Dialog zu aktuellen politischen Themen ermöglicht. Ihre aktuelle Diskussion dreht sich um Fragen der Netzpolitik: Ist das Internet der Jobmotor der Zukunft? Brauchen wir digitale Medienbildung als Schulfach? Diese Gedanken stellen die Grundlage für insgesamt vier Thesen dar, die diskutiert werden sollen.</p>
<h3>Eine Plattform, die den Dialog mit jedem ermöglicht</h3>
<p>Die Plattform lädt dabei jeden ein, am Austausch teilzunehmen – unabhängig von seiner oder ihrer Vorbildung; unter eigenem Namen oder anonym. Dafür werden zu jeder These Hintergrundinformationen in Form von Texten, Internetseiten oder Statistiken angeboten. Dann wird zu den einzelnen These online abgestimmt: Bin ich dagegen, stimme ich zu &#8211; oder stehe ich ihr neutral gegenüber? Die Positionierung muss auch mit einem kurzen Statement begründet werden. Ein Moderationsteam sorgt anschließend dafür, dass dieses veröffentlicht wird. Nach Absenden der Position wird der Verfasser oder die Verfasserin außerdem mit einer Gegenmeinung konfrontiert – ein richtiger Dialog eben.</p>
<h3>Wir müssen konstruktiv streiten</h3>
<p>Die Moderation durch die Plattform ist essentiell. Ein so geschützter Diskussionsraum, der rationales und sachliches Argumentieren ermöglicht, ist notwendig, um „konstruktiv streiten“ zu können. Durch Social Media wird das Kommentieren und Veröffentlichen der eigenen Meinung immer einfacher – die Probleme, die wir diskutieren, aber auch immer komplexer. Die Anonymität im Internet oder Fake News sind dabei nicht zwingend gute Voraussetzungen für eine adäquate Argumentationskultur. Ein Ort für konstruktives Streiten und Argumentieren ist heute also wichtiger denn je.</p>
<p>Dialogrunden, wie aktuell zu Netzpolitik und Demokratie, finden alle drei Monate statt; geöffnet ist der Dialog dabei für etwa einen Monat. Die aktuelle Diskussion ist noch bis zum 25.06.2018 geöffnet. Zur Teilnahme sowie zu weiteren Informationen rund um die Plattformen und ihre Themen geht es <a href="https://www.lasst-uns-streiten.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</p>
<p>Titelbild: © <a href="https://www.slpb.de/startseite/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sächsische Landeszentrale für Politische Bildung</a>, bearbeitet.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-123698" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png" alt="Creative Commons Lizenz" width="305" height="53" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Aktionstage zum Thema Netzpolitik und Demokratie: Jetzt eigene Vorschläge einreichen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/aktionstage-zum-thema-netzpolitik-und-demokratie-jetzt-eigene-vorschlaege-einreichen-154239/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Karina Schmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Feb 2018 11:23:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Landeszentrale für Politische Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Bürgerrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[politische Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bundeszentrale für politische Bildung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Bundeszentrale für politische Bildung ruft mit mehreren Landeszentralen zur Beteiligung an bundesweiten Aktionstagen zum Thema Netzpolitik auf. Bis zum [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Aktionstage-Netzpolitik.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-154241" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Aktionstage-Netzpolitik.jpg" alt="Aktionstage Netzpolitik" width="620" height="248" /></a>Die Bundeszentrale für politische Bildung ruft mit mehreren Landeszentralen zur Beteiligung an bundesweiten Aktionstagen zum Thema Netzpolitik auf. Bis zum 14. April 2018 können Interessierte Programmvorschläge einreichen.</p>
<p>Der digitale Fortschritt bringt nicht nur Möglichkeiten, sondern stellt unsere Gesellschaft vor neue Herausforderungen und Probleme. Die Zentralen für politische Bildung organisieren zwischen dem 7. und 9. Juni 2018 im Rahmen einer deutschlandweiten Aktion zahlreiche Veranstaltungen rund um Netzpolitik, digitale Bürgerrechte und Internetkultur, an deren Programmplanung man sich aktiv beteiligen kann.</p>
<h3>Austausch zur Netzpolitik in Deutschland fördern</h3>
<p>Das Format der Veranstaltung greift auf die digitalen Partizipationsmöglichkeiten zurück, denn das große Ziel ist es, die Zivilgesellschaft direkt mit einzubeziehen. „Das Internet ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken“, sagt Thomas Erling von der Landeszentrale Sachsen-Anhalt in einer <a href="http://www.netzpolitische-bildung.de/presse" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pressemitteilung</a>.</p>
<p>Doch mit der alltäglichen Nutzung des Internets sind die Verbraucher unterschiedlichen Herausforderungen des digitalen Raums ausgesetzt. In einem Austausch zwischen Politik, Gesellschaft und Wirtschaft sollen wichtige Fragen aus dem Bereich Netzpolitik, Überwachung im öffentlichen Raum, Robotik in der Pflege, Netzneutralität und vieles mehr diskutiert werden.</p>
<h3>Selber aktiv werden und mitgestalten<strong> </strong></h3>
<p>Um einen Vorschlag für die Programmplanung am gewünschten Veranstaltungsort einzureichen, muss man lediglich das Onlineformular ausfüllen, das anschließend an die zuständigen Landeszentrale für politische Bildung seines Bundeslandes weitergeleitet und bearbeitet wird. Vorschlagen kann man alle beliebigen Formate, von klassischen Vorträgen bis Kunstperformances. Die einzige Voraussetzung ist die Überparteilichkeit der Veranstaltung. Von der partizipativen Form der Aktion profitieren sowohl die Veranstalter, die zusätzlichen Input erhalten, als auch die Akteure vor Ort, denen eine Plattform für ihre Perspektive geboten wird.</p>
<p>Weitere Informationen zum Aufruf finden Sie <a href="http://www.netzpolitische-bildung.de/mitmachen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: <a href="http://www.netzpolitische-bildung.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesarbeitsgemeinschaft Politische Bildung Online</a>, bearbeitet.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-123698" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png" alt="Creative Commons Lizenz" width="305" height="53" /></a></p>
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		<item>
		<title>Media Policy Lab zur Sicherung von Medienvielfalt</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/media-policy-lab-zur-sicherung-von-medienvielfalt-153951/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nadine Winter]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jan 2018 10:22:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Media Policy Lab]]></category>
		<category><![CDATA[Medienvielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Mittwoch war es soweit: das neue Medieninstitut Media Policy Lab wurde in Berlin eröffnet. Das Institut ist ein Projekt [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Media-Policy-Lab.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-153953" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Media-Policy-Lab.png" alt="Media Policy Lab" width="640" height="280" /></a></p>
<p>Am Mittwoch war es soweit: das neue Medieninstitut Media Policy Lab wurde in Berlin eröffnet. Das Institut ist ein Projekt der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) und widmet sich Fragen der Netzpolitik und der digitalen Medienvielfalt. Netzpolitische Debatten werden mit wissenschaftlicher Expertise vernetzt, um so die Sicherung der Medienvielfalt im digitalen Zeitalter zu gewähren.</p>
<h3>Forschung mit netzpolitischen Debatten verbinden und fördern</h3>
<p>Eine demokratische Gesellschaft ist auf eine funktionierende vierte Gewalt, die Presse, angewiesen. Dazu gehört heute ein Journalismus, der auch im Digitalen eine Finanzierung findet, eine diskriminierungsfreie Angebotsvielfalt, die Nutzern qualitative Informationen zugänglich macht und Strukturen, die die Auffindbarkeit von journalistischen Inhalten ermöglichen. Das Media Policy Lab erforscht diese wichtigen Aufgaben zusammen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und weiteren Akteuren der digitalen Gesellschaft. „Wir möchten in Fragen der Sicherung von Medienvielfalt im digitalen Zeitalter eng zusammenarbeiten, Synergien schaffen und die öffentliche Auseinandersetzung mit diesem Thema fördern, da wir einen erhöhten Forschungsbedarf in diesem Bereich sehen“, erklärte die Direktorin der Medienanstalt Berlin-Brandenburg Anja Zimmer in einer <a href="http://mabb.de/uber-die-mabb/presse/pressemitteilungen-details/media-policy-lab-fuer-die-sicherung-von-medienvielfalt.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pressemitteilung</a>. Durch jährlich neue aktuelle Schwerpunkte soll das Lab flexibel auf den Wandel der Informationsgesellschaft reagieren können und so wissenschaftliche Experten schneller mit Netzpolitischen Debatten vernetzen.</p>
<h3>Projekte, Veröffentlichungen und Veranstaltungen</h3>
<p>Eine Aufgabe des Labs ist der Wissenstransfer. Für die Öffentlichkeit werden thematisch relevante <a href="http://mediapolicylab.de/veroeffentlichungen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Veröffentlichungen</a> der wissenschaftlichen Experten, Studien und Berichte aus den Projekten zusammengestellt. Hierzu zählt beispielsweise die Studie „<a href="https://algorithmwatch.org/de/filterblase-geplatzt-kaum-raum-fuer-personalisierung-bei-google-suchen-zur-bundestagswahl-2017/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Datenspende: Google und die Bundestagswahl 2017</a>“ der Initiative AlgorithmWatch. Zusätzlich soll durch Kooperationen mit Experten eigenständige Projekte zu den neuen Herausforderungen der digitalen Medienlandschaft entwickelt und durchgeführt werden. Und natürlich dürfen auch hier thematische Veranstaltungen zur Förderung von Wissenschaftskommunikation und der Bereicherung der öffentlichen Debatte nicht fehlen. Eine erste Veranstaltung ist auch schon bekannt: <a href="http://mediapolicylab.de/veranstaltungen/details/google-und-die-bundestagswahl-2017.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Algorithmen transparent machen</a>. Diese findet am 28. Februar in Berlin statt. Weitere Veranstaltungen werden <a href="http://mediapolicylab.de/veranstaltungen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> bekannt gegeben.</p>
<p>Titelbild Screenshot: <a href="http://mediapolicylab.de/home.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Media Policy Lab</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-123958" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Algorithmen: Denn sie wissen schon was du tun wirst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Wolff]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 May 2016 10:33:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Governance]]></category>
		<category><![CDATA[Algorithmen]]></category>
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		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Berechenbarkeit der Zukunft, einer der ältesten Träume der Menschheit, wird immer realer. Schon jetzt können Algorithmen erfolgreich unser Suchverhalten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/lindau-232172_1920.jpg" rel="attachment wp-att-149197"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149281 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/lindau-232172_1920.jpg" alt="" width="640" height="280" /></a>Die Berechenbarkeit der Zukunft, einer der ältesten Träume der Menschheit, wird immer realer. Schon jetzt können Algorithmen erfolgreich unser Suchverhalten und unsere Interessen vorhersagen, Facebook könnte Wahlen beeinflussen und die Software PredPol sagt uns wo Verbrechen stattfinden werden. Steuern wir auf die digitale Entmündigung zu?</p>
<p>Unendliche Weiten bevölkert von Daten, Informationen, Bits und Likes. Und wir, inmitten dieser Untiefen endloser Datenstränge. Immer größer sind die Wellen der digitalen Weltmeere geworden, längst höher als jeder Mensch in der Lage wäre zu überblicken. Tagtäglich werden wir deshalb von Algorithmen geleitet, die uns durch das Meer von Informationen lenken und uns den Weg zu unserem gewünschten Ziel leuchten: der Algorithmus als neuzeitlicher Leuchtturm?</p>
<p>Algorithmen sind digitale Helfer, welche durch komplexe Berechnungen und Analysen eingespeister Daten, Entscheidungen erleichtern und für uns Informationen filtern. Nicht erst seit der Einbindung des Hummingbird Algorithmus von Google im September 2013, der Suchanfragen semantisch verarbeitet und auf die Bedeutung einer Anfrage schließt, sind Algorithmen in aller Munde. Überall begegnen wir diesen digitalen Wegweisern, die unsere Suchanfragen, Interessen und letztlich auch Entscheidungen auf Grundlage wiederkehrender Muster abschätzen und so durch das Internet leiten. Obwohl die Wirkungsweisen, Risiken und Chancen der digitalen Wegweiser zunehmend bekannt und wissenschaftlich diskutiert werden, sind die Auswirkungen von Algorithmen auf NutzerInnen häufig immer noch zu abstrakt. Wenige NutzerInnen werden deshalb wirklich aktiv oder sprechen sich gegen die mathematische Informationsselektion aus. Zu groß ist die Bindung an Anbieter einschlägiger Programme für Suchmaschinen, soziale Netzwerke und Kurznachrichtendienste.</p>
<h3>Herrschaft der Datensammler: Wir oder die Daten?</h3>
<p>Prominentestes Beispiel ist natürlich Google. So schlägt uns die Suchmaschine mögliche Suchanfragen vor, bevor wir sie überhaupt vollständig eingegeben haben. Auch unzusammenhängende Wörter werden sinngemäß verbunden und unserem Suchverhalten zugeordnet. Mögliche Ergebnisse werden dann abschließend in der Reihenfolge der Antwortwahrscheinlichkeit gelistet. Ein Riesenvorteil will man meinen. Nicht fassbar wäre die Dauer, die wir bräuchten, um das Internet manuell nach einer Antwort zu durchforsten. Ein weiteres Beispiel ist Amazon. Auf Basis unserer Käufe und Suchanfragen, schlägt uns der größte digitale Marktplatz der Welt unsere zukünftigen Kaufwünsche direkt vor. Umständliches Suchen wird also zusehends durch Aussuchen ersetzt. Auch hier wird für uns selektiert.</p>
<p>Eines ist klar, Selektion passiert nicht nur online. Auch in der nicht-digitalen Welt folgen wir individuellen Mustern, filtern Informationen und folgen unseren Interessen. Dennoch besteht hier ein deutlicher Unterschied. Offline sind wir die Entscheider, bestimmen welche Informationen wir konsumieren, welche wird ausschließen, welche wir uns anschauen und auf Basis welcher ethischen Werte wir schließlich handeln. In den von Algorithmen bestimmten Bereichen des Internet tun wir das nur noch bedingt.</p>
<h3>Von Wahlbeeinflussung und Verbrechensvorhersagen</h3>
<p>Die Beziehung zwischen Algorithmen, Objektivität und Regeln wird also in der Diskussion um Governance im digitalen Raum immer wichtiger. Hier eröffnet sich die Frage, wer die Algorithmen eigentlich steuert und über unsere digitale Welt entscheidet?</p>
<p>Facebook demonstrierte bereits im Rahmen der US-amerikanischen Kongresswahlen 2010, wie BürgerInnen durch Algorithmen in ihrem Wahlverhalten beeinflusst werden können. In einer groß angelegten <a href="http://www.nature.com/news/facebook-experiment-boosts-us-voter-turnout-1.11401">Studie</a> &#8211; veröffentlicht im Wissenschaftsjournal <a href="http://www.nature.com/nature/journal/v489/n7415/full/nature11421.html">nature</a> &#8211; mit 61 Mio. zufällig ausgewählten US-amerikanischen NutzerInnen, testete das Unternehmen die Möglichkeiten der sozialen Einflussnahmen und politischen Mobilisierung. Unter Rückgriff eines sogenannten „I-voted Buttons“ wurde einzelnen NutzerInnen die Möglichkeit gegeben, auf ihre Wahlteilnahme aufmerksam zu machen und sich über naheliegende Wahlurnen zu informieren. Griffen die NutzerInnen auf die Funktion zurück und machten auf ihre Wahlbeteiligung aufmerksam, wurde dies im „News-Feed“ der Freunde angezeigt. Ergebnis: Die Wahlbeteiligung der Gruppe, denen der Button angezeigt wurde, lag höher als die der Kontrollgruppe, der lediglich konventionelle Informationen zugespielt wurden.</p>
<p>Auch die Möglichkeit der Vorhersage von Verbrechen ist keine Zukunftsmusik mehr. Was zunächst besorgniserregend klingt, ist bereits in vielen US-amerikanischen Städten fester Bestandteil der täglichen Polizeiarbeit. Die Software <a href="http://www.predpol.com/">PredPol</a>, „Predictive Policing“, analysiert mit Hilfe eines komplexen Algorithmus Kriminalstatistiken und sagt so voraus, wann und wo die Wahrscheinlichkeit für Verbrechen am höchsten ist. Städte werden dabei in 150x150m Kacheln eingeteilt und Hotspots zukünftiger Straftaten markiert. Zusätzlicher Service: die NutzerInnen können nach Art der Verbrechen filtern. Dennoch unterstreicht PredPol, dass sie keinesfalls mit Science Fiction wie dem Spielfilm „Minority Report“ gleichzusetzen sind. Man speise keine personenbezogenen oder demographischen Daten in den PredPol-Algorithmus ein.</p>
<h3>Herrschaft durch Algorithmen vs. Herrschaft über Algorithmen</h3>
<p>Wichtiger als die Feststellung, dass Utopien à la „George Orwell“ gar nicht mal so unwahrscheinlich sind, ist allerdings die Tatsache, dass sich politische Institutionen des Themas annehmen und Lösungen finden müssen. Bei vielen digitalen Fragen ist der technische Fortschritt deutlich schneller als der gesellschaftspolitische Diskurs die Folgen der digitalen Entwicklung überhaupt greifen kann. Dabei kommt es zu einer Machtverschiebung von den InhaberInnen der Daten zu Unternehmen, die diese Daten speichern und verarbeiten. Gleichzeitig versagen Staaten dabei, ihren BürgerInnen ausreichenden Schutz zu gewährleisten und Unternehmen Grenzen aufzuzeigen: ein Machtvakuum entsteht. Als Folge dieses Vakuums sinkt unter anderem das Vertrauen der BürgerInnen in politische Institutionen und der Einfluss einzelner Unternehmen steigt.</p>
<p>Im Zentrum einer breiten Diskussion müssen daher Verlässlichkeit, Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Objektivität von Algorithmen stehen. Aktuell gibt es leider noch wenige Räume, in denen die gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen von Algorithmen überhaupt thematisiert werden. Zu den wenigen Pionieren dieses Diskurses zählen, neben der in der vergangenen Woche vorgestellten Initiative <a href="http://algorithmwatch.org/">Algorithm Watch</a>, das <a href="https://cihr.eu/eoa2015web/">Centre for Internet and Human Rights (CIHR),</a> welches sich mit der Ethik algorithmischer Entscheidungsfindung beschäftigt. Auch Vortragsreihen wie die „<a href="http://governingalgorithms.org/">Governing Algorithm Conference</a>“ der New York University greifen das Thema auf und wollen einen Anstoß für einen gesellschaftlichen Diskurs geben. Dennoch sind diese Projekte weiterhin Einzelfälle. Politisch wird das Thema allenfalls beiläufig angesprochen.</p>
<p>Wenn Bundesjustizminister Heiko Maas im Jahr 2015 zum „Vorreiter“ <a href="http://www.bmjv.de/SharedDocs/Interviews/DE/2015/Namensartikel/12092015_DieZeit.html">digitaler Grundrechte</a> wird und als einer der ersten deutschen Politiker in seinem „Artikel 4“ den folgenden Grundsatz vertritt: „Kein Mensch darf zum Objekt eines Algorithmus werden“, dann ist das zwar ein Ansatz, es wird aber auch deutlich, dass für die Definition institutioneller Handlungsrahmen für Algorithmen, noch viel Luft nach oben ist. Dass die automatisierte Informationsverarbeitung mit Artikel 22 Teil der neuen Datenschutzgrundverordnung geworden ist, tröstet dabei nur wenig. Denn die Bildung von Personenprofilen wird hier gleichzeitig als normale Datenverarbeitungstechnik angesehen.</p>
<p>Um ein Machtgleichgewicht zwischen Algorithmen, EntwicklerInnen und NutzerInnen herzustellen, muss Nachvollziehbarkeit gewährleistet werden. Algorithmen bieten viele Vorteile und helfen die Informationen zu finden, die wir wirklich suchen. Hierfür ist es aber wichtig, dass NutzerInnen aufgezeigt wird, nach welchen Grundsätzen ihre Suche unterstützt und geleitet wird. Wir brauchen eine vertrauenswürdige digitale Governance, AnsprechpartnerInnen, die uns transparent und objektiv über die Wirkungsweisen von Algorithmen aufklären können, und Grenzen, innerhalb derer unsere gesellschaftlichen Freiheiten nicht von Algorithmen angetastet und selektiert werden dürfen.</p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: <a href="https://pixabay.com/en/lindau-port-lighthouse-232172/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lindau Port Lighthouse</a> by <a href="https://pixabay.com/en/users/Hans-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hans </a>via <a href="https://pixabay.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay </a>licensed <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a><br />
</span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Wenn Algorithmen zu Entscheidern werden – AlgorithmWatch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Wolff]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 May 2016 12:30:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Algorithmen]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8220;KundInnen, die diesen Artikel kauften, kauften auch (… ).&#8221; Algorithmen erinnern uns und leiten unsere Wege im Internet. Doch Algorithmen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/news/wenn-algorithmen-zu-entscheidern-werden-algorithmwatch-149194/attachment/ball-457334_640-1/" rel="attachment wp-att-149197"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-149197" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ball-457334_640-1.jpg" alt="ball-457334_640 (1)" width="640" height="280" /></a>&#8220;KundInnen, die diesen Artikel kauften, kauften auch (… ).&#8221; Algorithmen erinnern uns und leiten unsere Wege im Internet. Doch Algorithmen vergessen nie. Das machen sich Regierungen und die öffentliche Hand zu Nutze. Die Initiative AlgorithmWatch hat diese Gefahren erkannt und nimmt ihre gesellschaftliche und technologische Relevanz unter die Lupe.</p>
<h3>Algorithmen als Straßenschilder im Netz</h3>
<p>Algorithmen bestimmen unsere Wege im Internet und unterstützen unser Surfverhalten im Netz – das ist vielen NutzerInnen bewusst. Die Prozesse helfen uns Entscheidungen in den unüberschaubaren Weiten des Internet zu treffen, sie bestimmen Richtungen, geben Vorschläge. Für NutzerInnen verspricht das viele Vorteile, denn oft wird uns genau das vorgeschlagen, was wir sowieso schon gesucht hatten.</p>
<p>So grenzenlos wie die Weiten des Internet sind aber auch die Möglichkeiten algorithmischer Entscheidungsfindung. Von selbstfahrenden Autos über internetfähige Kühlschränke bis Smart-Homes, auch Unternehmen greifen immer häufiger auf Algorithmen zurück. Im Umkehrschluss heißt das aber auch: Je weniger wir eigene Entscheidungen treffen müssen, desto mehr gewinnt der Algorithmus die Oberhand in unserem Handeln.</p>
<h3>Verkehrsregeln auch für Algorithmen</h3>
<p>Der Einfluss den Algorithmen auf unsere Gesellschaft haben wird immer deutlicher. Besonders dort, wo Regierungen und die öffentliche Hand sich ebenfalls diese Prozesse zu nutzen machen wollen, sollten wir aber nicht unreflektiert zuschauen. Die Initiative <a href="http://algorithmwatch.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AlgorithmWatch</a>, die sich um Prof. Dr. Katharina Zweig von der TU Kaiserslautern gegründet hat, sieht hier deutliche Gefahren. Das Forscherteam setzt sich interdisziplinär aus JournalistInnen, SozialwissenschaftlerInnen und InformatikerInnen zusammen.</p>
<p>Ziel von AlgorithmWatch ist es, NutzerInnen dafür zu sensibilisieren, dass die vermeintlich objektiven, technischen Prozesse immer menschengemacht sind und damit bestimmten Werturteilen folgen. Aus diesem Grund nimmt das Team gesellschaftlich relevante Technologien unter die Lupe und zeigt uns, wie wichtig demokratische Kontrolle ist. Welchen gesellschaftlichen Einfluss können Algorithmen auf unsere politische Entscheidungsfindung haben? Wer kontrolliert sie, wie werden sie entwickelt?</p>
<p>Pünktlich zur re:publica TEN (02. bis 04. Mai) geht ihre <a href="http://algorithmwatch.org/">Plattform</a> nun online. Im Rahmen der Netzpolitik-Konferenz geht das Team um AlgorithmWatch erstmals diesen komplexen Fragen nach und versucht Antworten darauf zu finden.</p>
<p><span class="licensetpl_attr"><a href="https://pixabay.com/de/kugel-rund-ball-bin%C3%A4rball-457334/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Titelbild</a>: <a class="external" href="https://pixabay.com/de/users/geralt-9301/">geralt</a> via <a class="external" href="https://pixabay.com/">Pixabay</a> licensed <a class="external" href="http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/">CCO</a> </span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>republica TEN &#8220;Ersti Tagebuch&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 May 2016 09:12:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist wieder re:publica, Berlin diskutiert aktuelle Netzpolitik. Stephan Raab und Oliver Wolff besuchen zum ersten Mal die re:publica und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/rpTEN_politik-digital_Eigenwerk_CC-by-SA-3.0.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149179 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/rpTEN_politik-digital_Eigenwerk_CC-by-SA-3.0.jpg" alt="" width="640" height="280" /></a>Es ist wieder re:publica, Berlin diskutiert aktuelle Netzpolitik. Stephan Raab und Oliver Wolff besuchen zum ersten Mal die re:publica und schildern ihre Eindrücke: das „re:publica Ersti-Tagebuch“ im Storify Live-Blog.</p>
<p><a href="#hier geht es direkt zum zweiten Tag">hier geht es direkt zum zweiten Tag</a></p>
<p><a href="#hier geht es direkt zum ersten Tag">hier geht es direkt zum ersten Tag</a></p>
<h3>Unsere Eindrücke vom dritten Tag</h3>
<p>&nbsp;</p>
<div class="storify"><iframe src="//storify.com/politikdigital/re-publica/embed?header=false&amp;border=false" width="100%" height="750" frameborder="no"></iframe><script src="//storify.com/politikdigital/re-publica.js?header=false&amp;border=false"></script><noscript>[<a href="//storify.com/politikdigital/re-publica" target="_blank" rel="noopener noreferrer">View the story &#8220;re:publica TEN Tag 3: &#8220;Wahnsinn, einfach Wahnsinn&#8221;&#8221; on Storify</a>]</noscript></div>
<p>&nbsp;</p>
<h3 id="hier geht es direkt zum zweiten Tag">Unsere Eindrücke vom zweiten Tag:</h3>
<p>&nbsp;</p>
<div class="storify"><iframe src="//storify.com/politikdigital/re-publica-ten-tag-2-der-wahnsinn-geht-weiter/embed?header=false" width="100%" height="750" frameborder="no"></iframe></div>
<div class="storify"></div>
<h3 id="hier geht es direkt zum ersten Tag">Unsere Eindrücke vom ersten Tag:</h3>
<div class="storify"><script src="//storify.com/politikdigital/re-publica-ten-tag-2-der-wahnsinn-geht-weiter.js?header=false"></script><noscript>[<a href="//storify.com/politikdigital/re-publica-ten-tag-2-der-wahnsinn-geht-weiter" target="_blank" rel="noopener noreferrer">View the story &#8220;re:publica TEN Tag 2: &#8220;Der Wahnsinn geht weiter&#8221;&#8221; on Storify</a>]</noscript></div>
<div class="storify"><iframe src="//storify.com/politikdigital/re-publica-ten-das-tagebuch/embed?header=false" width="100%" height="750" frameborder="no"></iframe><script src="//storify.com/politikdigital/re-publica-ten-das-tagebuch.js?header=false"></script><noscript>[<a href="//storify.com/politikdigital/re-publica-ten-das-tagebuch" target="_blank" rel="noopener noreferrer">View the story &#8220;republica TEN: Tag 1 &#8220;Der Wahnsinn beginnt&#8221;&#8221; on Storify</a>]</noscript></div>
<p>Dieser Artikel ist eine Gemeinschaftsarbeit von <a href="http://politik-digital.de/user/sraab/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stephan Raab</a> und <a href="http://politik-digital.de/user/owolff/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Oliver Wolff</a>.</p>
<p><span class="licensetpl_attr">Titelbild: <a href="http://politik-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a> licenced under <a class="external" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY SA 3.0</a></span></p>
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		<title>Bundestag beschließt Ende des Routerzwangs</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/bundestag-beschliesst-ende-des-routerzwangs-147442/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Nov 2015 10:28:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
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		<category><![CDATA[Bundesregierung]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-3"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Teaser-Routerzwang.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-147443 alignnone" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Teaser-Routerzwang.jpg" alt="Teaser-Routerzwang" width="640" height="284" /></a></p>
<p>Der Routerzwang ist Geschichte. Künftig können Kunden selbst entscheiden, ob sie den vom Internetanbieter angebotenen Router nutzen möchten oder sich selbst ein Gerät anschaffen. Der Bundestag verabschiedete am Donnerstag einstimmig eine entsprechende Neuregelung.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Der Bundestag stimmte mit den Stimmen der Großen Koalition sowie der Opposition am Donnerstag in zweiter und dritter Lesung für die Abschaffung des sogenannten Routerzwangs. Die Vorlage stammt aus der Feder der Bundesregierung, die das deutsche Recht mit dem Gesetzentwurf an eine europäische Richtlinie aus dem Jahr 2008 anpasst. Die Vorschrift war Teil der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes in der Europäischen Union. Das „Gesetz zur Auswahl und zum Anschluss von Telekommunikationsendgeräten“ gibt den Endkunden künftig Freiheit bei der Wahl ihres Routers.</p>
<p>Bisher gingen die Provider davon aus, dass das Telekommunikationsnetz erst am Router endet. Die Kontrolle der Hardware, die den Zugang zum Internet ermöglicht, lag somit in der Hand der Anbieter. Technisch spräche zwar nichts gegen die Verwendung eines anderen Routers, jedoch verhinderten dies viele Provider. Künftig gilt nun nicht mehr das Endgerät, sondern die Anschlussdose als Endpunkt des öffentlichen Telekommunikationsnetzes. Damit können die Verbraucher selbst entscheiden, welchen Router sie anschließen möchten. Natürlich können die Kunden weiterhin die vom Provider zur Verfügung gestellten Router nutzen. Die Provider erhalten eine Übergangsfrist von sechs Monaten, in denen sie gegebenenfalls notwendige Umstellungen im Geschäftsbetrieb durchführen können. Außerdem gilt das neue Gesetz nicht für Altverträge.</p>
<h3>Opposition begrüßt das Gesetz</h3>
<p>Die künftige Wahlfreiheit könne sich positiv auf den Wettbewerb und somit die Qualität der Hardware auswirken, betonen Befürworter des Gesetzes. Außerdem würden den Kunden oft mangelhafte Router zur Verfügung gestellt. Die Provider verteidigen den Zwang mit möglichen technischen Problemen: ein minderwertiger Router könne andere Kunden beeinträchtigen. Außerdem gelinge ein reibungsloser Service nur mithilfe der eigenen zur Verfügung gestellten Router. Der stellvertretende Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses Klaus Barthel (SPD) entgegnete: „Wir haben uns sorgfältig mit dem von einigen Kabel- und Glasfasernetzbetreibern erhobenen Einwänden befasst. Im Ergebnis halten wir sie weder in technischer noch in rechtlicher Hinsicht für überzeugend.“</p>
<p>Auch die Opposition befürwortet das neue Gesetz. „Es ist selten, daher umso erfreulicher: Die Bundesregierung hat einen vernünftigen Gesetzentwurf vorgelegt“, stellte Halina Wawzyniak von der Linkspartei fest. Der netzpolitische Sprecher der Grünen, Konstantin von Notz, begrüßte zwar den Gesetzentwurf, kritisierte die Bundesregierung jedoch für ihre Haltung zu Vorratsdatenspeicherung und Netzneutralität. „Die heutige Verabschiedung der Initiative, die den Zwangsroutern endlich einen gesetzlichen Riegel vorschiebt, ist nur ein kleiner Schritt auf einem weiten Weg, aber es könnte ein erster sein.“</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/56093900@N03/19784326111/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sebastian Michalke</a><a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Digital ist besser?! Der netzpolitische Kongress der SPD</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2015 13:56:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[Andrea Nahles]]></category>
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					<description><![CDATA[Die digitale Revolution ist kein Schreckensszenario. Der Netzkongress der SPD-Bundestagsfraktion betonte die Chancen der Digitalisierung. Jedoch stünden Gesellschaft und Politik [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Teaser-Netzkongress.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-147406" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Teaser-Netzkongress.jpg" alt="Teaser-Netzkongress" width="640" height="280" /></a>Die digitale Revolution ist kein Schreckensszenario. Der Netzkongress der SPD-Bundestagsfraktion betonte die Chancen der Digitalisierung. Jedoch stünden Gesellschaft und Politik vor gewaltigen Herausforderungen, vor allem in den Bereichen Regulierung und digitale Bildung.</p>
<p>„Der Megatrend der Digitalisierung ist nicht mehr aufzuhalten“. Sören Bartol, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD nutzte eine treffende wie auch überstrapazierte Phrase zum Einstieg in eine Reihe von Vorträgen und Diskussionen über die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt. Vor allem unter gesellschaftlichen und sozialen Gesichtspunkten diskutierte die SPD-Bundestagsfraktion über Digitalisierung und Automatisierung. Digitaler Fortschritt sei per se nichts Gutes oder Schlechtes, er müsse der Gesellschaft dienen, konstatiert Fraktionschef Thomas Oppermann.</p>
<h3>Nahles setzt auf Sozialpartnerschaften</h3>
<p>Wir stehen vor enormen Herausforderungen, die Digitalisierung erfordert eine Regulierung der Arbeitswelt, stellte Arbeitsministerin Andrea Nahles in ihrem Vortrag fest. Diese Regulierung müsse nicht zwingend rein staatlicher Natur sein. Jedoch habe die private Selbstregulierung in der Vergangenheit in vielen Fällen nicht funktioniert, weshalb die SPD-Politikerin vor allem auf die Kooperation von Staat und Wirtschaft setze. Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssten sich an einen Tisch setzen und gemeinsame Lösungen für die digitale Welt erarbeiten. So viele Gesetze wie nötig, so viel Sozialpartnerschaft wie möglich.</p>
<p>Andrea Nahles warnte aber auch vor möglichen Risiken der digitalen Revolution, unter anderem der Gefahr der Überwachung am Arbeitsplatz: „Digitalisierung darf nicht der Leistungskontrolle dienen.“ Insgesamt ließ die Arbeitsministerin jedoch viele Fragen vorerst offen: man stünde am Beginn eines Diskussionsprozesses, der noch viele Jahre lang andauern werde.</p>
<p>Dabei dürfe man sich keine Regeln von Unternehmen aufdrücken lassen: „Wir wollen keine digitalisierungskonforme Demokratie“, betonte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann. Digitale Plattformen wie Uber müssten sich der Rechtslage in Deutschland anpassen, unterstrich Sören Bartol bereits am Freitag. Technische Innovationen dürfen hierdurch jedoch nicht verhindert werden, sondern sollen „mit unserem Wertesystem verbunden werden“.</p>
<h3>Digital is &#8220;The New Normal&#8221;</h3>
<p>Es brauche darüber hinaus auch eine Diskussion und Überarbeitung der schulischen wie beruflichen Aus- und Fortbildung. Die klassische Trennung von Lernen und Leben, jeweils verortet in Schule und Beruf, wird zunehmend aufgelöst. Lebenslanges Lernen und „Learning on the job“ werden die digitale Arbeitswelt in Zukunft bestimmen. Problem dabei sei, dass die Digitalisierung in der Ausbildung noch nicht überall angekommen ist. An Universitäten funktioniere das zwar prächtig, in der Arbeit gebe es noch Aufholbedarf, jedoch seien ausgerechnet Schulen „der letzte Hort des Analogen“, so Gesche Joost, Internetbotschafterin der Bundesregierung.</p>
<p>Die digitale Technik müsse selbstverständlicher Teil der Ausbildung werden, so ver.di-Vorstand Lothar Schröder. Er weist aber auch auf ein grundlegendes Problem der Digitalisierung hin: wenn man nicht weiß, wohin sich die Arbeitswelt in Zukunft entwickelt, ist eine gezielte Ausbildung zunehmend schwieriger. Jedoch merkt er an, dass die bestehenden Ausbildungsordnungen oft überraschend offen für digitale Trends seien, sodass manchmal auch kein Änderungsbedarf bestehe. Telekom-Personalvorstand Christian Illek wünscht sich dabei vor allem ein experimentierfreudiges Umfeld. Alte Strukturen müssen hinterfragt werden, um die Arbeitswelt in das digitale Zeitalter zu führen. „Digital ist das neue Normal. Das muss in die Köpfe der Menschen rein“, fasste Gesche Joost zusammen.</p>
<h3>Machen Daten unser Leben besser?</h3>
<p>In einer sehr kontroversen Debatte diskutierten Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs, und Frank Schmiechen, Chefredakteur der „Gründerszene“ über die Chancen und Risiken von Big Data. „Kern unseres künftigen Lebens werden Daten sein“, stellt Schmiechen fest. Er verstehe nicht die Angst vor ihrer Nutzung, da sie unser Leben grundlegend vereinfachen und verbessern könnten. „Wir haben nicht Angst vor den Daten, sondern vor der neuen Verantwortung“, die mit ihrer Nutzung einhergehen würde.</p>
<p>Constanze Kurz vom Chaos Computer Club widersprach deutlich. Mit Daten könne man zwar viel erreichen, man denke nur an die Medizin, jedoch fragte sie nach dem Ziel ihrer Gewinnung. Geht es nur um die Optimierung von Prozessen und Werbung oder der Erhöhung des Profits? „Wie viel wissen Sie denn darüber, was mit den Daten, die in Ihrer Hosentasche entstehen, passiert?“ Einigkeit herrschte nur über die steigende Verantwortung des Individuums in einer Welt, die zunehmend von Daten bestimmt wird.</p>
<p>Bild: <a href="http://politik-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a>, Robert Meyer</p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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		<title>Netzpolitik-Affäre: Ein Appell an uns alle</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Aug 2015 11:30:53 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Reaktionen auf die Ermittlungen gegen Netzpolitik.org machen Mut. Denn sie zeigen, so Sascha Lobo im Spiegel, dass es „durchaus [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span lang="de-DE"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/International-Monetary-Fund-CC-BY-NC-ND-2-0.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-146597 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/International-Monetary-Fund-CC-BY-NC-ND-2-0.jpg" alt="International Monetary Fund CC BY NC ND 2-0" width="640" height="280" /></a>Die Reaktionen auf die Ermittlungen gegen Netzpolitik.org machen Mut. Denn sie zeigen, </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/netzpolitik-affaere-das-versagen-von-deutschlands-eliten-kolumne-a-1046824.html" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">so Sascha Lobo im Spiegel</span></a></span><span lang="de-DE">, dass es „durchaus möglich [ist], die Politik so unter Druck zu setzen, dass sie sich gezwungen fühlt zu handeln.“ Ein Blick nach Großbritannien macht deutlich, dass das nicht selbstverständlich ist. </span></p>
<p>„<span lang="de-DE">Die positive Erkenntnis der vergangenen Tage“, stellt der Journalist </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.deutschlandfunk.de/affaere-um-netzpolitik-org-ein-gewinn-fuer-den-journalismus.720.de.html?dram:article_id=327732" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">Benjamin Hammer fest</span></a></span><span lang="de-DE">, „ist&#8230; die Welle an Solidarität, die die Journalisten Beckedahl und Meister &#8211; aber auch der</span><span lang="de-DE"> </span><em><span lang="de-DE">Journalismus erfahren haben</span></em><span lang="de-DE">. Von Bürgern, Abgeordneten und sogar Ministern“.</span><span lang="de-DE"> </span><span lang="de-DE">Zum Glück. Denn wer weiß, was passiert wäre, wenn diese Solidarität ausgeblieben wäre? Vielleicht wären dann die Redaktionsräume von Netzpolitik.org durchsucht worden, wie die von Cicero 2005 und Konkret 1983. Vielleicht hätte es Verhaftungen gegeben, wie beim Spiegel im Jahr 1962. Vielleicht hätten die Journalisten ihr Material aushändigen, ihre Quellen preisgeben oder in einer Geheimaktion im eigenen Keller ihre Computer zerstören müssen.</span></p>
<h3>Großbritannien: Regierung vs. Guardian</h3>
<p><span lang="de-DE">Letztere Vorstellung mag besonders absurd klingen. Jedem, der im Zuge der Snowden-Veröffentlichungen einen Blick nach Großbritannien geworfen hat, sollte sie jedoch bekannt vorkommen. Dort wurden Journalisten des Guardian – immerhin eine traditionsreiche, international agierende Medienorganisation mit entsprechenden Ressourcen – von Vertretern des GCHQ unter Androhung einer einstweiligen Verfügung genötigt, entweder ihre Laptops mit den Snowden-Dokumenten auszuhändigen oder das Material zu zerstören. Das wäre in etwa so, als wäre der Verfassungsschutz unter Einverständnis der Regierung bei Netzpolitk.org einmarschiert und hätte die Herren Beckedahl und Meister vor die Wahl gestellt, entweder brisante Dokumente zurückzugeben, die Redaktionscomputer zu zertrümmern oder die Schließung ihrer Redaktion in Kauf zu nehmen. Es ist nicht so als seien </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.zeit.de/kultur/2015-08/netzpolitik-pressefreiheit-geheimnisverrat" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">juristische Schritte von Behörden gegen Journalisten</span></a></span><span lang="de-DE"> in Deutschland ungewöhnlich. Aber zumindest von exekutiven Maßnahmen hatte der Generalbundesanwalt abgesehen, ob nun in Reaktion auf die öffentlichen Proteste oder nicht. </span></p>
<p><span lang="de-DE">Der Guardian entschied sich 2013 dafür, den Snowden-Laptops im eigenen Keller unter Aufsicht des GCHQ des Garaus zu machen, um dann seine Arbeit mithilfe der New York Times in den USA fortzusetzen – denn dort ist die Pressefreiheit, anders als in Großbritannien, durch den ersten Zusatzartikel der Verfassung geschützt. Hätten die verantwortlich Redakteure das nicht getan, hätte vermutlich Premierminister David Cameron seine kaum verhohlene Drohung wahrgemacht. Großbritannien habe eine freie Presse und er wolle dagegen ungern mit richterlichen Verfügungen oder „anderen, härteren“ Maßnahmen vorgehen, </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.theguardian.com/world/2013/oct/28/david-cameron-nsa-threat-newspapers-guardian-snowden" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">sagte Cameron damals</span></a></span><span lang="de-DE">, aber die Medien müssten schon eine gewisse soziale Verantwortung beweisen, sonst&#8230;</span></p>
<p><span lang="de-DE">Als der Spiegel 1962 ins Visier der deutschen Behörden geriet, stellten Stern und Zeit den Journalisten Räume und Ressourcen zur Verfügung, damit das Magazin weiterhin erscheinen konnte. Der Guardian entging nur durch Zerstörung seiner Laptops, nicht aber durch öffentliche Proteste oder Solidarität anderer britischer Medien (die ihn wiederholt scharf angriffen) einer einstweiligen Verfügung, die weitere Publikationen der Snowden-Materialien weltweit unterbunden hätte. Chefredakteur Alan Rusbridger wurde vor einen parlamentarischen Sonderausschuss zitiert, wo er sich mit absurden Fragen konfrontiert sah, wie etwa </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.theguardian.com/media/2013/dec/03/keith-vaz-alan-rusbridger-love-country-nsa" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">ob er sein Land liebe</span></a></span><span lang="de-DE"> (und, implizit, nicht etwa ihm schaden wolle) oder ob er den Enigma-Code an die Nazis weitergegeben hätte, wäre dieser während des zweiten Weltkriegs in seinen Besitz gelangt. David Miranda, der Partner von Guardian-Journalist Glenn Greenwald, wurde am Flughafen Heathrow </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.theguardian.com/commentisfree/2013/aug/19/david-miranda-schedule7-danger-reporters" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">neun Stunden lang festgehalten</span></a></span><span lang="de-DE">, weil die Briten vermuteten, er hätte Snowden-Dokumente bei sich. Großbritannien, </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://dish.andrewsullivan.com/2013/08/18/cameron-proves-greenwald-right/" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">schrieb der Autor und Blogger Andrew Sullivan zu der Zeit</span></a></span><span lang="de-DE">, sei nun ein Polizeistaat. Ein britisches Gericht stellte später sogar fest, im Fall David Miranda habe die verantwortliche Behörde (die London Metropolitan Police) nach Recht und Gesetz gehandelt, auch wenn dabei „</span><span style="color: #0563c1"><a href="https://firstlook.org/theintercept/2014/02/19/uk-court-david-miranda-detention-legal-terrorism-law/" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">indirekt</span></a></span><span lang="de-DE">“ die Pressefreiheit beschnitten wurde. Und Ermittlungen gegen den Guardian wegen der Snowden-Veröffentlichungen </span><span style="color: #0563c1"><a href="https://firstlook.org/theintercept/2015/07/23/uk-met-police-snowden-investigation-journalists" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">dauern bis heute an</span></a></span><span lang="de-DE">. Begründet wird das alles mit dem Interesse der nationalen Sicherheit und der Gefährdung der Arbeitsfähigkeit der Geheimdienste durch die Veröffentlichung geheimer Details – Sachverhalte, auf die sich auch Hans-Georg Maassen bei seiner Anzeige gegen Netzpolitik.org </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-08/netzpolitik-org-hans-georg-maassen-verteidigt-strafanzeige" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">berief</span></a></span><span lang="de-DE">. </span></p>
<h3>Die Briten: Am Debattieren kein Interesse</h3>
<p><span lang="de-DE">Von einer „Guardian-Affäre“ spricht im Königreich niemand. Im Gegensatz zu Deutschland, <a href="https://netzpolitik.org/2015/bericht-von-der-demo-fuer-grundrechte-und-pressefreiheit-breite-solidaritaet-mit-netzpolitik-org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wo </a></span><span style="color: #0563c1"><span lang="de-DE"><a href="https://netzpolitik.org/2015/bericht-von-der-demo-fuer-grundrechte-und-pressefreiheit-breite-solidaritaet-mit-netzpolitik-org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ein paar tausend Menschen auf die Straße gingen</a>, <a title="Markus Beckedahl nennt Spendensumme von 150.000 Euro" href="https://youtu.be/EOSRX_RhTeA?t=1h7m23s">150.000 Euro an Spenden für Netzpolitik.org</a></span></span><span lang="de-DE"> zusammenkamen und seit Beginn der Snowden-Veröffentlichungen Widerstand gegen die Überwachung durch NSA und Co. nie ganz einschläft, ging innerhalb der britischen Bevölkerung das Interesse von Anfang an gegen Null. Darüber hatte ich </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://politik-digital.de/news/teepause-beendet-nsa-debatte-in-grossbritannien-ein-jahr-nach-snowden-140180/" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">hier</span></a></span><span lang="de-DE"> bereits letztes Jahr berichtet und seitdem hat sich wenig verändert. Einzig die Ankündigung, dass durch das Verbot verschlüsselter Kommunikation, das David Camerons Regierung mit Hilfe des sogenannten Schnüffelgesetzes anstrebt, beliebte Dienste wie WhatsApp bald Geschichte sein könnten, </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.huffingtonpost.co.uk/2015/07/10/snoopers-charter-bill-causes-social-outcry-as-government-looks-to-ban-whatsapp-and-others_n_7768768.html?1436531131" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">sorgte für etwas Irritation</span></a></span><span lang="de-DE"> unter britischen Nutzern der sozialen Medien. An der Regierung perlt die Kritik ab. Wenn überhaupt scheinen nur die Gerichte – </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.theguardian.com/world/2014/jul/22/drip-surveillance-law-legal-challenge-civil-liberties-campaigners" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">nach Klagen durch einzelne Abgeordnete</span></a></span><span lang="de-DE"> – dem Vorstoß der Tories noch Einhalt gebieten zu können. Kürzlich kippte der britische High Court in erster Instanz das im letzten Jahr eiligst eingeführte DRIPA (Data Retention and Investigatory Powers Act) Gesetz. Die darin angestrebte Überwachung sei mit europäischem Recht nicht zu vereinbaren, so die Richter. DRIPA wurde binnen acht Tagen im Parlament vorgelegt und verabschiedet, was den gewählten Volksvertretern, sofern sie überhaupt anwesend waren, keine Zeit ließ, die Vorlage zu debattieren. Das Fehlen jeglicher Debatte zu einem drakonischen Gesetz passt ins Bild: zum Dialog über die Befugnisse der Polizei und Geheimdienste war die britische Regierung zu keiner Zeit bereit.</span></p>
<p><span lang="de-DE">Der Menschenrechtsaktivist </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.theguardian.com/commentisfree/2014/jan/15/british-press-freedom-international-scrutiny-guardian-snowden-leaks" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">Thomas Hughes schrieb 2014 im Guardian</span></a></span><span lang="de-DE">, dass Politiker sich mit den Fragen auseinander setzen sollten, die die Öffentlichkeit angehen und interessieren, anstatt diejenigen anzugreifen, die diese Fragen stellen. Dies trifft auf Netzpolitik.org ebenso zu, wie auf den Guardian oder den Spiegel 1962. Leider zeigt die deutsche Regierung kaum größere Dialogbereitschaft, als ihr britisches Pendant. Angesichts des Verhaltens der Politik im Falle Netzpolitik.org fragt man sich vielleicht, wie es Thomas Ammann </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.stern.de/digital/thomas-ammann/netzpolitik--landesverrat-reloaded--planloses-herumeiern-und-feiges-wegducken-in-der-politik-6372894.html" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">im Spiegel</span></a></span><span lang="de-DE"> tut, „was passieren würde, wenn mal eine richtige, ernsthafte Krise eintritt, in der mutige Entscheidungen gefragt sind.“ Zumindest darauf gibt es eine Antwort: wir sehen sie seit Beginn der Snowden-Enthüllungen vor über zwei Jahren. Es wird munter vertuscht, gemauert und geduckmäusert. Im Zweifelsfalle weiß man schlicht von nichts.</span></p>
<h3>Handlungsaufruf</h3>
<p>„If government fails to lead, respect, and restrain, it is a call to action – an appeal to us all”, <a href="http://www.theguardian.com/technology/2014/jul/18/uk-drip-ripa-law-sceptical-misleading-democracy-martha-lane-fox" target="_blank" rel="noopener noreferrer">schrieb die Juristin Julia Powles</a> kurz nach der Einführung des DRIPA-Gesetzes. <span lang="de-DE">Also: „Wenn die Regierung darin versagt, zu führen, respektvoll zu handeln, Grenzen aufzuzeigen und diese zu achten, dann ist das ein Handlungsaufruf – ein Appell an uns alle.“ So kann auch die Causa Netzpolitik.org ein Appell an uns alle sein. Nämlich der, anders als die Briten, „</span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/netzpolitik-affaere-das-versagen-von-deutschlands-eliten-kolumne-a-1046824.html" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">den ganzen nervigen Politikkrempel</span></a></span><span lang="de-DE">” nicht mehr allein „der Bundesregierung zu überlassen“.</span></p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/imfphoto/13761117685/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">International Monetary Fund</a><a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-ND 2.0)</a></p>
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<p>&nbsp;</p>
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