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	<title>Nicolas Sarkozy &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Nicolas Sarkozy &#8211; politik-digital</title>
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		<title>eG8-Gipfel und nun? &#8211; Eine kleine digitale Presseschau</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/eg8-gipfel-und-nun-eine-kleine-digitale-presseschau-5259/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Johann Eggert]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 May 2011 14:54:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/eG8_presse.jpg" title="Logo" alt="Logo" width="100" align="left" height="77" />Heute endete im nordfranzösischen Deauville der G8-Gipfel. Wie so häufig nach entsprechenden Veranstaltungen wird relativ schnell zur Tagesordnung übergegangen. Aber eine separate Versammlung am Tag vor dem Treffen der acht Regierungschefs  rief diesmal eine Vielzahl an Reaktionen hervor: das eG8-Forum auf Initiative von Nicolas Sarkozy. politik-digital.de fasst einige Reaktionen  zusammen.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" title="Logo" src="/wp-content/uploads/eG8_presse.jpg" alt="Logo" width="100" height="77" align="left" />Heute endete im nordfranzösischen Deauville der G8-Gipfel. Wie so häufig nach entsprechenden Veranstaltungen wird relativ schnell zur Tagesordnung übergegangen. Aber eine separate Versammlung am Tag vor dem Treffen der acht Regierungschefs rief diesmal eine Vielzahl an Reaktionen hervor: das eG8-Forum auf Initiative von Nicolas Sarkozy. politik-digital.de fasst einige Reaktionen zusammen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Tenor in der Presseberichterstattung ist relativ einhellig: Der Pariser &#8220;Internet-Gipfel&#8221; wird wahlweise als &#8220;Show-Veranstaltung&#8221; oder als Treffen der Reichen und Einflussreichen bezeichnet. Die Zivilgesellschaft, so ein zentraler Kritikpunkt, blieb bei der von namhaften IT-Unternehmen gesponserten Veranstaltung weitestgehend außen vor.</p>
<p>Der deutsche Internet-Aktivist Markus Beckedahl, Mitbegründer des Vereins &#8220;Digitale Gesellschaft&#8221;, kritisiert in einem Gespräch mit dem <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1467182/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Deutschlandfunk</strong></a> anlässlich des Pariser eG8-Treffens Sarkozys “Internetvision”. Im Gespräch mit Oliver Ramme und Dirk Müller nimmt Beckedahl unter anderem zu dem Problem Stellung, universelle, weltweit gültige Werte für die Nutzung des Internet zu formulieren.</p>
<p>Auch in anderen europäischen Staaten werden die Diskussionen im Rahmen des eG8-Gipfels thematisiert. &#8220;Netzregulierung kaum gewünscht&#8221;, so das Fazit von Benjamin Hacker in einem Beitrag für das Schweizer <a href="http://www.itmagazine.ch/Artikel/46802/Fazit_des_eG8-_Netzregulierung_kaum_gewuenscht.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>IT-Magazine</strong></a>. Der Autor berichtet vor allem über die unterschiedlichen Standpunkte der Teilnehmer hinsichtlich der Notwendigkeit von Regeln für das Netz. Auch der unterschiedliche Einfluss der Internetunternehmer kommt zur Sprache. So sei es etwa Facebook-Gründer Zuckerberg möglich gewesen, direkt mit den Staats- und Regierungschefs zu sprechen.</p>
<p>Über den Versuch der Politiker, &#8220;das Internet zu zivilisieren&#8221; urteilt Michaela Wiegel in der<strong> </strong><a href="http://www.faz.net/artikel/C31158/treffen-mit-unternehmenchefs-sarkozy-das-internet-zivilisieren-30342968.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Frankfurter Allgemeinen Zeitung</strong></a> anlässlich der Zusammenkunft in der französischen Hauptstadt, dieser sei gescheitert. So sei inzwischen sogar Nicolas Sarkozy, der vor dem Pariser Treffen eine Zivilisierung des Netzes gefordert hatte, innenpolitisch von seinem ursprünglich anvisierten rigiden &#8220;Drei-Stufen-Plan&#8221; abgerückt, mit dem in Frankreich beispielsweise Urheberrechtsverstöße geahndet werden sollten.</p>
<p>Unter dem Titel &#8220;Die Kolonialherren des Internet&#8221; geht Kai Biermann auf <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2011-05/eg8-internet-sarkozy" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>ZEIT-Online</strong></a> ebenso kritisch wie zahlreiche andere Kommentatoren mit den Zielen des eG8-Gipfels ins Gericht. Neben den Repräsentanten von Unternehmen wie Cisco, Twitter oder dem französischen Telefonkonzern Alcatel hätten die Organisatoren nur einige progressive Denker als &#8220;Garnitur&#8221; eingeladen, so der Vorwurf des Autors.</p>
<p>Patrick Beuth hat für das politische Debattenmagazin <a href="http://www.cicero.de/97.php?item=6327" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Cicero</strong></a> einen differenzierten Beitrag verfasst. Der in den vergangenen Tagen vielfach geäußerte Vorwurf, beim eG8-Treffen habe es sich um eine reine &#8220;Showveranstaltung&#8221; gehandelt, stimme so nicht. Beuth argumentiert, dass Sarkozy von den anwesenden Internet-Unternehmern wie Eric Schmidt (Google) oder Mark Zuckerberg (Facebook) deutlich die Grenzen seiner (netz-)politischen Macht aufgezeigt bekommen habe.</p>
<p>Unter dem Titel &#8220;Wie Zuckerberg Sarkozy das Internet erklärt&#8221; fasst das <a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/wie-zuckerberg-merkel-und-obama-das-internet-erklaert/4223498.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Handelsblatt</strong></a> die Pariser Konferenz zusammen und bewertet das Auftreten des französischen Präsidenten und seiner deutschen Kollegin gegenüber den Vertretern der Internet-Wirtschaft als wenig erfolgreich. &#8220;Viele große Namen, viel Medienrummel und ein kleines Ergebnis&#8221;, so das ernüchterte Fazit des Verfassers.</p>
<p>Das Statement des Rechtswissenschaftlers <a href="http://www.youtube.com/watch?v=gx17SrmGCSE" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Lawrence Lessing</strong></a> von der Harvard-Law-School, einem der wenigen wirtschafts- und politikfernen Teilnehmer des eG8-Gipfels, ist als Video-Sequenz auf YouTube verfügbar. Lessing hatte sich auf dem Forum kritisch mit Sarkozys Diktum von der möglichen “Zivilisierung des Internet” auseinandergesetzt.</p>
<p>Zum Inhalt der <strong>Abschlusserklärung</strong> berichtet das österreichische Technikblog <a href="http://futurezone.at/netzpolitik/3312-g8-bekenntnis-zu-grundprinzipien-im-internet.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>futurezone.at</strong></a>, dass sich die Gipfelteilnehmer auf die Bewertung des Internet als ein einmaliges Informationsmedium geeinigt hätten. Das Internet könne, so der Inhalt des Dokuments, dabei helfen, Freiheit, Demokratie und Menschenrechte im weltweiten Maßstab durchzusetzen. Die Staats- und Regierungschefs bekräftigten darin zugleich ihren Willen, sich gegen Hackerangriffe und andere Formen der Internet-Kriminalität zur Wehr zu setzen.</p>
<p>Mit Blick auf zukünftige ähnliche Veranstaltungen, so der fast einhellige Tenor in den Medien, müsse es darum gehen, neben Spitzenpolitikern, den Größen der globalen Internet-Wirtschaft und gut betuchten Lobbyisten auch zivilgesellschaftliche Akteure in die Diskussion einzubinden. Zudem sollten sich die Veranstalter, blickt man auf den Teilnehmerkreis des eG8-Gipfels, darüber Gedanken machen, ob es bei Fragen der Regulierung des Internet den Fokus ausschließlich auf die klassischen G8-Staaten zu richten gelte.</p>
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		<item>
		<title>Sarkozy eröffnet Internet-Gipfel in Paris</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Simone Jost-Westendorf]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 May 2011 13:12:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Nicolas Sarkozy]]></category>
		<category><![CDATA[IT-Gipfel]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/eG8_presse.jpg" title="Logo" alt="Logo" width="100" align="left" height="77" />Am Vormittag hat der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy das e-G8-Forum in Paris eröffnet: Es gelte, globale Regeln für ein globales Phänomen zu finden, versicherte Sarkozy im Vorfeld des G8-Gipfels, der am Donnerstag und Freitag im nordfranzösischen Deauville stattfindet. Nicht nur in Frankreich regt sich Widerstand gegen die exklusive Veranstaltung.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/eG8_presse.jpg" title="Logo" alt="Logo" width="100" align="left" height="77" />Am Vormittag hat der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy das e-G8-Forum in Paris eröffnet: Es gelte, globale Regeln für ein globales Phänomen zu finden, versicherte Sarkozy im Vorfeld des G8-Gipfels, der am Donnerstag und Freitag im nordfranzösischen Deauville stattfindet. Nicht nur in Frankreich regt sich Widerstand gegen die exklusive Veranstaltung.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
In seiner Funktion als aktueller Präsident der acht größten Wirtschaftsmächte hatte Nicolas Sarkozy die Entwicklungen des Internet und die daraus entstehenden Konsequenzen im Vorfeld auf die Tagesordnung der G8-Versammlung gesetzt. Zum ersten G8-Forum, das dem Internet gewidmet ist, lud er ausgewählte Entscheider der Internetindustrie für heute und morgen nach Paris ein. Sie sollen den G8-Regierungschefs ihre eigene Botschaft mit auf den Weg geben.
</p>
<p>
Die Ergebnisse des zweitägigen Forums sollen Eingang in die Tagesordnung des G8-Gipfels nehmen. Man wolle die außergewöhnliche Gelegenheit bieten, einen Austausch auf hohem Niveau zwischen den Akteuren der Internet-Wirtschaft und den Staatschefs zu ermöglichen, heißt es offiziell.<br />
Organisiert wurde das e-G8-Forum von der französischen PR-Agentur Publicis. Ihrem Vorstandsvorsitzenden Maurice Lévy hat Sarkozy nicht nur die Durchführung, sondern auch die Auswahl der Gäste anvertraut. Im April waren im Namen des französischen Staatspräsidenten etwa 1.000 Einladungen an die weltweit wichtigsten Vertreter von Internet-Firmen gegangen – laut französischer Regierung an CEOs, junge Unternehmer und Technologie-Experten, Wissenschaftler, Innovatoren und Blogger, die sich mit Regierungsvertretern austauschen sollen. Man wolle erfahren, was der Markt denke, <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Frankreich-will-auf-G8-Gipfel-fuer-Internetsperren-werben-1244926.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kündigte</a> Sarkozys Internetbeauftragter Jean-Michel Hubert an. Schwerpunkte auf dem Gipfel sind die Bedeutung des Netzes für das Wirtschaftswachstum und die Menschenrechte, aber auch die Bekämpfung von Urheberrechtsverstößen.<br />
Erst kurz vor dem Beginn der Konferenz wurde die Liste der Redner bekannt, darunter Internet-Größen wie Eric Schmidt von Google, Marc Zuckerberg von Facebook, Rupert Murdoch und Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski. Eine vollständige Teilnehmerliste ist nicht veröffentlicht worden.
</p>
<p>
Überhaupt war die Informationspolitik im Vorfeld sehr dürftig, was Skeptiker und Kritiker auf den Plan rief, die die fehlende Transparenz beklagen. Die Formulierungen der offiziellen Ankündigung blieben vage. Etwa, was die Finanzierung des Internet-Forums angeht: Der „private Sektor“ finanziere die Veranstaltung, hieß es in einer offiziellen Ankündigung. Die französische Tageszeitung &quot;La Tribune&quot; berichtete, dass ein Teil der geladenen Teilnehmer für die Kosten aufkommen: Mögliche Sponsoren konnten laut Publicis zwischen drei Tarifen wählen:  100.000, 250.000 et 500.000 Euro – davon hängt der Status der Teilnehmer ab, beispielsweise die Frage, wer an den Diskussionen am Runden Tischen teilnehmen darf. Doch welche der Teilnehmer diesen Mindestbeitrag bezahlten und welche ehrenhalber eingeladen wurden, war im Vorfeld nicht zu erfahren. <a href="http://www.latribune.fr/journal/edition-du-0205/technos-medias/1154286/le-g8-de-l-internet-un-sommet-tres-prive.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">La Tribune</a> sprach von einem „sehr privaten Gipfel“. Lediglich die offiziellen Partner sind heute auf der <a href="http://www.eg8forum.com/fr/e-g8/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Website des Forums</a> genannt: Neben der Publicis-Gruppe sind dies unter anderem die Medienkonzerne Vivendi, Orange, Google und Microsoft. Man wolle den Teilnehmern somit ermöglichen, die Tagesordnung so frei wie möglich zu gestalten und von Staatsseite so wenige Vorgaben wie möglich machen, so die Begründung von Organisator Maurice Lévy für das spezielle Einladungsverfahren.
</p>
<p>
Jean-Michel Hubert <a href="http://www.euractiv.de/digitale-agenda/artikel/g8-internet-zivilisieren-nutzer-erziehen-mehrwert-foerdern-004833" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erklärte </a>in der vergangenen Woche in Berlin, die Forderung nach der Entwicklung eines &quot;zivilisierten Internets&quot; solle in die G8-Abschlusserklärung übernommen werden. Sarkozy möchte das Internet regulieren und „zivilisieren“, nicht aber einschränken. Vor dem Hintergrund von Sarkozys bisheriger Politik lässt sich vermuten, dass es ihm in erster Linie um Zensur und Sperren geht. 
</p>
<p>
Im Anschluss an die heutige Begrüßung der Teilnehmer durch Nicolas Sarkozy hatten diese Gelegenheit, dem französischen Präsidenten Fragen zu stellen. Die Frage eines Zuhörers, ob er sich darauf verlassen könne, dass das Internet frei und offen bleibe und man sich auf eine Art &quot;hippokratischen Eid&quot; verständigen könne, dem Internet keinen Schaden zuzufügen, erntete Applaus. Präsident Sarkozy antwortete, dass weder Maßnahmen ergriffen würden, die Entwicklungen des Internet zu verkomplizieren, noch gehe es darum, definitive Regelungen in Deauville zu beschließen Es könne aber nicht schaden, Vorsicht walten zu lassen und für Sicherheit – beispielsweise gegen Terrorismus – zu sorgen. Er sei sich sicher, dass globale Regeln für ein globales Phänomen gefunden werden müssten.
</p>
<p>
Das alles ist vielen Internetaktivisten zu eindimensional, man befürchtet, dass es nur darum geht, das wirtschaftliche Potenzial des Internet zu stärken. Ihrer Ansicht nach strebt Sarkozy an, das Internet zentral zu kontrollieren. NGOs wie die französische La Quadrature du Net und der Chaos Computer Club aus Deutschland haben deshalb dazu aufgerufen, eigene &quot;kreative&quot; Vorschläge zu machen. Auf der Plattform <a href="http://g8internet.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;G8 vs. Internet&quot;</a> ruft die Initiative zu kreativen Aktionen auf, um das freie Internet zu schützen. In einem <a href="http://letter.accesslabs.org/Civil%20Society%20Statement%20to%20the%20eG8-finalg.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">offenen Brief</a> haben sich  Bürgerrechtsorganisationen weltweit im Namen der Zivilgesellschaft darüber hinaus direkt an die G8 gewandt.
</p>
<p>
Ob die Nachricht in Paris angekommen ist, darf bezweifelt werden. Doch für den Herbst hat die französische Regierung eine Fortsetzung der Debatte angekündigt: Auf dem G20-Forum in Avignon soll  es insbesondere um Fragen nach dem Urheberrecht gehen.
</p>
<p>
Die Veranstaltung wird <a href="http://www.eg8forum.com/fr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> heute und morgen live gestreamt. </p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Links, zwo, drei, vier (Kalenderwoche 40)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Friederike Günther]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Oct 2008 16:06:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
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					<description><![CDATA[Kleine norddeutsche Gemeinde will Google Street View verbieten, Skypen in China ist gefährlich, Pannen beim E-Voting in Brandenburg und Sarkozy will französische Medien monopolisieren: die Nachrichten der vergangenen Woche zusammengefasst in der Linksammlung. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kleine norddeutsche Gemeinde will Google Street View verbieten, Skypen in China ist gefährlich, Pannen beim E-Voting in Brandenburg und Sarkozy will französische Medien monopolisieren: die Nachrichten der vergangenen Woche zusammengefasst in der Linksammlung. <!--break--> </p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<a href="http://www.heise.de/newsticker/E-Voting-in-Brandenburg-Ueberforderte-Waehler-und-Wahlvorstaende--/meldung/116730">Pannen bei Computerwahl in Brandenburg </a>
</p>
<p>
Zur diesjährigen Kommunalwahl in Brandenburg wurden in zehn Städten und Gemeinden Nedap-Wahlcomputer eingesetzt. Nach Einschätzung des <a href="http://wahlcomputer.ccc.de/">Chaos Computer Clubs (CCC)</a> waren nicht nur die Wähler, sondern auch die Wahlvorstände sichtlich überfordert. So kam es zu erheblichen Verzögerungen bei der Stimmabgabe, da sowohl die Wähler als auch die Wahlhelfer nicht mit dem Wahlcomputer umgehen konnten. <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0930/brandenburg/0024/index.html">Pannen</a> gab es auch bei der Auszählung der Stimmen.
</p>
<p>
<a href="http://www.ln-online.de/artikel/2470341/Nord-Gemeinden_rebellieren_gegen_Google.htm"> Protest gegen Google Street View</a>
</p>
<p>
Mehrere norddeutsche Gemeinden und Städte protestieren gegen Google Street View. Der Suchmaschinen-Konzern fotografierte Ende September Straßenzüge, Häuser aber auch Menschen im Norden Deutschlands. Bürger sehen darin eine Verletzung ihrer Privatsphäre und fürchten, dass die Daten von Kriminellen missbraucht werden. Nun will die Gemeinde Molfsee Google die Fotoaufnahmen verbieten.
</p>
<p>
<a href="http://www.netzeitung.de/medien/1171457.html">Sarkozy will weniger Medienvielfalt</a>
</p>
<p>
&quot;Die französischen Medien stehen am Rande des Abgrunds&quot;, analysiert Präsident Nicolas Sarkozy. Da das Internet Zeitungen und Fernsehen verdränge, solle nun für eine höhere Konzentration innerhalb des Medienmarktes gesorgt werden. Nach Ansicht des französischen Präsidenten sind es nur &quot;starke Multimedia-Konzerne&quot;, die für eine Neuordnung der Medienlandschaft sorgen können. Kritiker werfen Sarkozy vor, Vetternwirtschaft zu betreiben und die Presse stärker kontrollieren zu wollen.
</p>
<p>
<a href="http://www.sueddeutsche.de/computer/818/312731/text/">Speicherung von Skype-Nachrichten in China </a>
</p>
<p>
Die Internetfirma TOM hat Skype-Chats in China systematisch ausgewertet und archiviert. Nachrichten, in denen Schlüsselwörter wie &quot;Tibet&quot;, &quot;SARS&quot; oder &quot;Milchpulver&quot; vorkamen, wurden aufgezeichnet, heißt es in einem <a href="http://deibert.citizenlab.org/breachingtrust.pdf">Bericht</a> der Forschungsgruppe Citizen Lap. Die gespeicherten Nachrichten sowie darin enthaltene persönliche Informationen sind auf &quot;unsicheren, öffentlich zugänglichen Internetservern&quot; einsehbar, kritisierte Citizen Lab.
</p>
<p>
<a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0930/wirtschaft/0009/index.html">EU-Kommissarin fordert flächendeckendes Breitbandnetz</a>
</p>
<p>
Die EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, Viviane Reding, fordert einen flächendeckenden Breitbandzugang in Deutschland. In Ostdeutschland seien beispielsweise 40% der Bevölkerung nicht an das schnelle Internet angeschlossen. &quot;Die weißen Flecken auf der Internet-Landkarte&quot; müssen unbedingt beseitigt werden, meint Reding.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Frankreich: Das Web als Journalisten-Refugium</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/frankreich-web-4008/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[aluxelalaoui]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Aug 2008 13:54:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Nicolas Sarkozy]]></category>
		<category><![CDATA[Internet-Zeitungen]]></category>
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					<description><![CDATA[Er war nicht für die Öffentlichkeit bestimmt und landete doch im Internet. Ein Ausfall von Nicolas Sarkozy kurz vor einem Interview auf dem TV-Sender France 3 sorgt für Furore: Nachdem ein  Fernsehtechniker den französischen Präsidenten nicht zurückgrüßte, reagierte Sarkozy patzig. In Frankreich wurde der Vorfall zum Symbol für Sarkozys Medienpolitik. Engagierte Journalisten flüchten sich derweil ins Internet.
<br />
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<br />
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Er war nicht für die Öffentlichkeit bestimmt und landete doch im Internet. Ein Ausfall von Nicolas Sarkozy kurz vor einem Interview auf dem TV-Sender France 3 sorgt für Furore: Nachdem ein  Fernsehtechniker den französischen Präsidenten nicht zurückgrüßte, reagierte Sarkozy patzig. In Frankreich wurde der Vorfall zum Symbol für Sarkozys Medienpolitik. Engagierte Journalisten flüchten sich derweil ins Internet.<br />
<br />
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<br />
<!--break--></p>
<p>
Der Film ist wenige Minuten lang und wurde bereits mehrere zwei Millionen Mal auf Videoportalen wie Youtube aufgerufen: Der während einer Tonprobe mitgeschnittene Fernsehauftritt des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy zeigt diesen wenig präsidial im Umgang mit Studioangestellten. Als ein Techniker ihn nicht zurückgrüßt, faucht der Präsident: „Das ist eine Frage der Erziehung. Wenn man eingeladen wird, ist es höflich ‚Guten Tag‘ zu sagen“ und versichert „Das wird sich ändern“.
</p>
<p>
<b><br />
Sarkozy entscheidet</b>
</p>
<p>
Ändern wird sich in Frankreichs Medienlandschaft so einiges, geht es nach dem Willen des französischen Staatschefs. Pläne Sarkozys sehen eine grundlegende Reform der Fernsehanstalt France Télévisions vor. So soll Werbung zunächst ab 20 Uhr, später ganz aus dem Programm der Öffentlich-Rechtlichen verbannt werden. Die dadurch fehlenden Werbeeinnahmen von rund 800 Mio. Euro werden durch Abgaben von Internetdienstleistern gegenfinanziert, heißt es in dem von Sarkozy vorgelegten <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/sarkozy152.html">Papier</a>. Was bislang die Aufsichtsbehörde für den Rundfunk CSA regelte, will nun der Staatschef selbst entscheiden. Denn neben der Finanzausstattung der Sender, soll auch die Vergabe von Führungspositionen der Politik obliegen. Ein Fehler, so Carole Petit von der Journalisten-Gewerkschaft SNJ auf tagesschau.de: „Diese Abgaben hängen von politischen Machthabern ab und sind damit nicht garantiert.“
</p>
<p>
<b><br />
„Schatten-Intendant“ zwingt zur Flucht ins Internet</b>
</p>
<p>
Nachdem Nicolas Sarkozy häufig Verbindungen zu Medienbossen des Privatfernsehens nachgesagt werden, gilt er nun dank seiner neusten Vorstöße als „Schatten-Intendant“ des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, wie die <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/27/303022/text/">Süddeutsche Zeitung</a> in einer Schlagzeile andeutet. Bei vielen Journalisten sei er daher das Symbol schwindender Unabhängigkeit. Sie flüchteten sich auch aus Angst vor drohenden Entlassungswellen bei den großen französischen Zeitungen ins Internet.
</p>
<p>
<b><br />
Online-Zeitungen gehen riskanten Weg</b>
</p>
<p>
Ehemalige Redakteure der Tageszeitung &quot;Libération&quot; haben so zum Beispiel ihr Refugium bei der Online-Zeitung „Rue89“ gefunden. Dieser wurden auch die Aufnahmen von Sarkozys Ausfall bei der Tonprobe zugespielt. Es dauerte nicht lange bis diese im Internet zu finden waren und dort seitdem zwei Millionen Mal aufgerufen wurden. Solche „Scoops“ (engl. Sensationsbericht) sind es, die Internetzeitungen langfristig konkurrenzfähig zu den traditionellen Blättern wie „Le Monde“ oder „Le Figaro“ machen, weiß Edwy Plenel, Gründer von <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/mediapartdotfr2.html">mediapart.fr</a>. Der Journalist machte kürzlich Insiderhandel-Vorwürfe beim Luftfahrtkonzern EADS öffentlich. Sein Internetangebot geht einen riskanten Weg. „Wir lehnen Kostenfreiheit ab, die vorgibt 100 Prozent Werbung und Quote und die größtmögliche Anzahl von Klicks genügten, um Qualität zu liefern“ erklärte er der ARD. Mediapart.fr finanziert sich komplett über Abonnements, die große Nachfrage aber bleibt bislang aus. „Wir haben 7000 Abonnenten“, so Plenel weiter, nötig seien 60.000.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Sarkozy geht es in erster Linie um Macht.&#034;</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Nicolas Sarkozy]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrich Wickert]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<b><span class="fett"> Am 7. Mai war Ulrich Wickert, der ehemalige
ARD-Frankreich-Korrespondent, im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit
mit politik-digital.de. Er sprach über seine Erwartungen an
die französische Außenpolitik unter Sarkozy, die Folgen
für die Europäische Union und die Haltung der Franzosen
zu ihrem neuen Präsidenten.</span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<b><span class="fett"> Am 7. Mai war Ulrich Wickert, der ehemalige<br />
ARD-Frankreich-Korrespondent, im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit<br />
mit politik-digital.de. Er sprach über seine Erwartungen an<br />
die französische Außenpolitik unter Sarkozy, die Folgen<br />
für die Europäische Union und die Haltung der Franzosen<br />
zu ihrem neuen Präsidenten.</span></b><!--break-->
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Herzlich willkommen zum tagesschau-Chat<br />
in Kooperation mit politik-digital.de. Wohin wird der neue französische<br />
Präsident das Land steuern? Wie steht es um die Europapolitik?<br />
Und wie nimmt die Bevölkerung das Wahlergebnis auf? Sie können<br />
Ihre Fragen gerne jetzt schon stellen, der langjährige ARD-Frankreich-Korrespondent<br />
Ulrich Wickert wird sie von 17.00 bis 18.00 Uhr an dieser Stelle<br />
beantworten. <img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/uwickert85x.jpg" alt="Ulrich Wickert" align="right" height="125" width="85" />
</p>
<p>
<b>Ulrich Wickert:</b> Hallo liebe User, hier ist Ulrich<br />
Wickert. Ich bin eben gerade aus Paris zurückgekommen, wo ich<br />
den zweiten Wahlgang miterlebt habe. Ich bin jetzt gespannt auf<br />
Ihre Fragen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Hallo Herr Wickert, schön, dass<br />
Sie da sind! Die ersten Fragen beziehen sich auf das deutsch-französische<br />
Verhältnis:
</p>
<p>
<b>akira:</b> Hallo Herr Wickert, wie, denken Sie, werden<br />
sich die Beziehungen Frankreichs zu Deutschland mit dem neuen Präsidenten<br />
entwickeln?
</p>
<p>
<b>eggi:</b> Wie wird sich die deutsch-französische<br />
Partnerschaft im Rahmen der EU entwickeln?
</p>
<p>
<b>DTH07:</b> Was glauben Sie, in welchem politischen<br />
Verhältnis zukünftig Deutschland und Frankreich agieren<br />
werden? Wird die Achse Berlin &#8211; Paris bleiben oder sich verlagern?
</p>
<p>
<b>Renni</b>: Wird das Verhältnis zwischen Deutschland<br />
und Frankreich jetzt erschwert?
</p>
<p>
<b>Wickert:</b> Wenn es um die Zukunft des deutsch-französischen<br />
Verhältnisses geht und die Einstellung des neuen Präsidenten,<br />
dann muss man wahrscheinlich unterscheiden zwischen dem, was er<br />
bisher gesagt hat, und dem, was er als Präsident wirklich umsetzen<br />
wird. In den letzten Jahren hat er sich immer wieder kritisch über<br />
die deutsch-französische Sonderstellung in Europa geäußert.<br />
Und im Wahlkampf hat er äußerst unfreundliche Aussagen<br />
über Deutschland gemacht, indem er sagte, Frankreich habe ja<br />
die Endlösung nicht erfunden. Er wollte damit sicherlich Stimmen<br />
bei den Rechtsradikalen einfangen. Jetzt hat Nicolas Sarkozy angekündigt,<br />
seine erste Auslandsreise werde nach Berlin führen. Das lässt<br />
darauf hoffen, dass er die Tradition seiner Vorgänger wahren<br />
wird.
</p>
<p>
<b>IGM:</b> Wäre für Deutschland nicht ein<br />
Sieg von Royal besser gewesen? So hätten Frau Merkel und Frau<br />
Royal eher „unter Frauen&quot; Angelegenheiten klären<br />
können.
</p>
<p>
<b>Wickert:</b> Das glaube ich nicht. Denn Frau Royal<br />
ist nicht als Frau in den Wahlkampf gegangen, sondern als eine moderne<br />
Politikerin, die zum Beispiel das Internet ganz bewusst für<br />
ihren Wahlkampf eingesetzt hat. Sicherlich steht sie in einigen<br />
Punkten Frau Merkel näher. Sie ist einmal Umweltministerin<br />
gewesen und hätte in den Fragen der alternativen Energie sich<br />
mit Angela Merkel besser verstanden.
</p>
<p>
<b>Kritzel:</b> Wohin steuert Frankreich jetzt außenpolitisch?
</p>
<p>
<b> Wickert:</b> Das wird man erst nach einigen Monaten<br />
feststellen können. Denn Nicolas Sarkozy hat im Wahlkampf zu<br />
erkennen gegeben, dass er noch kein außenpolitisches Konzept<br />
erarbeitet hat. Um sich von dem scheidenden Präsidenten Jacques<br />
Chirac zu distanzieren, hat er sich bei George Bush als Politiker<br />
eingeführt, der nicht wie Chirac ein kritischer Gegenspieler<br />
sein will.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Unsere User machen sich dennoch Gedanken,<br />
vor allem um die Zukunft der EU:
</p>
<p>
<b>mainzel:</b> Wie steht Sarkozy denn zur EU als Staatenbund?<br />
Wird er eher Motor oder Bremse bei der Erstellung einer neuen europäischen<br />
Verfassung sein?
</p>
<p>
<b>SAS:</b> Wie schätzen sie die Beziehungen Sarkozys<br />
zu Merkel ein? Und wie sieht es aus mit seiner transatlantischen<br />
Position? Wird er, ähnlich wie Chirac, weiter eher mit Europa<br />
zusammen arbeiten, oder doch auch die USA bevorzugen?
</p>
<p>
<b>ulle:</b> Was denken Sie: Wird es mit Sarkozy eine<br />
Europäische Verfassung geben?
</p>
<p>
<b>Wickert:</b> Sarkozy hat nach seinem Besuch bei George<br />
Bush erfahren müssen, dass er damit bei seinen französischen<br />
Wählern nicht unbedingt auf Zustimmung stößt. Er<br />
möchte sehr schnell in Europa Frankreich wieder als starke<br />
Macht einführen. Deshalb hat er vorgeschlagen, von dem Minimalvertrag<br />
auszugehen, wie ihn auch Frau Merkel vorsieht. Dieser Minimalvertrag<br />
soll nach seiner Vorstellung in Frankreich nicht mehr dem Volk vorgelegt<br />
werden, sondern vom Parlament gebilligt werden. Erweiterungen der<br />
Europäischen Union sieht er skeptisch. Sarkozy spricht sich<br />
gegen die Aufnahme der Türkei aus und will auch die Verhandlungen<br />
mit der Türkei so bald wie möglich einschränken.<br />
Ganz wie Angela Merkel spricht er von einer privilegierten Partnerschaft,<br />
die man der Türkei anbieten solle.
</p>
<p>
<b>mainzel:</b> Wie steht Sarkozy zur französischen<br />
Atommacht? Werden wir &#8211; wie schon bei seinem Vorgänger &#8211; zeitnah<br />
am Anfang seiner Amtszeit eine Demonstration der Stärke durch<br />
einen Atomtest erleben?
</p>
<p>
<b>Trinity:</b> Wird sich die bisher defensive Atompolitik<br />
Frankreichs ändern?
</p>
<p>
<b>Wickert:</b> Sarkozy wird sicherlich keine Atomtests<br />
anordnen. Aber es ist davon auszugehen, dass er die französische<br />
Atomverteidigung nicht abschaffen wird. Sie gehört zu der Ausstattung<br />
Frankreichs als besondere Macht in Europa.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Eine Nachfrage zur EU:
</p>
<p>
<b>CaHaas:</b> Steht Sarkozy für ein „Europa<br />
der zwei Geschwindigkeiten&quot;?
</p>
<p>
<b>Wickert:</b> Sarkozy steht für ein Europa der<br />
zwei Geschwindigkeiten. Er kann sich vorstellen, dass es ein Kerneuropa<br />
der Sechs gibt, die enger miteinander zusammenarbeiten. Und diese<br />
Sechs sind Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Großbritannien<br />
und Polen.
</p>
<p>
<b>sigfried:</b> Wird sich Frankreich in militärischen<br />
Fragen und Beiträgen verändern?
</p>
<p>
<b>Wickert:</b> Sarkozy hat bisher nicht zu erkennen<br />
gegeben, dass er die Verteidigungspolitik Frankreichs grundsätzlich<br />
verändern will. Er hat allerdings im Unterschied zu Jacques<br />
Chirac erklärt, er sei dagegen, dass das Waffenembargo gegen<br />
China aufgehoben wird. Wahrscheinlich wird er auch in der Nahostpolitik<br />
eine andere Position einnehmen, da er anders als Chirac weniger<br />
von den arabischen Staaten beeinflusst ist. Er wird starke Beziehungen<br />
zu Israel aufbauen.
</p>
<p>
<b>Spezi:</b> Chirac kann mit einem atomaren Iran leben.<br />
Sarkozy auch?
</p>
<p>
<b>Wickert: </b>Sarkozy wird eher die Position Deutschlands<br />
einnehmen und natürlich Amerikas, die verhindern wollen, dass<br />
der Iran eine Atombombe baut.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Themenwechsel in die Innenpolitik.<br />
Besonders die Probleme in den Vorstädten beschäftigen<br />
die User:
</p>
<p>
<b>Frankentaler:</b> Wie wird Sarkozy innenpolitisch<br />
mit den Jugendlichen umgehen? Behält er seine als Minister<br />
praktizierte harte Linie bei? Wie will er die Integration von Jugendlichen<br />
in die Gesellschaft schaffen?
</p>
<p>
<b>MarLau:</b> Viele Franzosen fürchten mehr „sozial<br />
Kälte&quot; durch Sarkozys Präsidentschaft. Werden sich<br />
die Gräben, die sich angedeutet haben, verfestigen oder wird<br />
es gelingen sie zu überwinden?
</p>
<p>
<b>Christiane:</b> Wie beurteilen Sie die Zukunftschancen<br />
der Immigranten in Frankreich unter der neuen Regierung? Können<br />
Sie sich vorstellen, dass der neue Präsident, zum Beispiel<br />
insbesondere in den Pariser Vorstädten, neue Wege beschreiten<br />
wird? Wenn ja, welche könnten das Ihrer Meinung nach sein?<br />
Herzliche Grüße von einer Ihrer Verehrerinnen (die sie<br />
noch immer in den Tagesthemen vermisst&#8230;).
</p>
<p>
<b>Wickert:</b> Sarkozy weiß, dass er mit der Banlieue<br />
ein großes Problem hat. Gestern Nacht sind ja schon mehr als<br />
200 Autos in Brand gesteckt worden. Er wird allerdings eine ganz<br />
konsequente Einwanderungspolitik durchführen. Er hat angekündigt,<br />
ein Ministerium für Immigration und französische Identität<br />
einzurichten. Das bedeutet, Frankreich wird bestimmen, wer in Zukunft<br />
„gewünscht&quot; und wer unerwünscht ist. Er hat<br />
gestern Abend schon klar gesagt: Unerwünscht werden diejenigen<br />
sein, die die Rechte der Frau nicht respektieren, die die Mehrehe<br />
praktizieren oder die ihre Töchter beschneiden lassen. Die<br />
Banlieue ist aber erst einmal ein soziales Problem. Und es ist notwendig,<br />
für die Jugendlichen ein Arbeitsprogramm zu erstellen.
</p>
<p>
<b>sigfried:</b> Ich habe mich beeindruckt gezeigt, als<br />
Herr Sarkozy als einziger Präsidentschaftskandidat bei den<br />
Unruhen in den französischen Vororten sich auf Polizeistationen<br />
die Nächte um die Ohren geschlagen hat. Warum haben die anderen<br />
Kandidaten dieses Verhalten kritisiert von außerhalb? Und<br />
ist diese Tat nicht Sarkozy hoch anzurechnen, unabhängig davon,<br />
was er in diesen Nächten gesagt hat?
</p>
<p>
<b>Wickert:</b> Sarkozy hat dies als Innenminister getan,<br />
ist allerdings in den letzten Monaten nicht mehr in der Banlieue<br />
erschienen, weil er befürchtet hat, dass dies zu Unruhen führen<br />
würde.
</p>
<p>
<b>teilzeit:</b> Wie beurteilen Sie die Proteste nach<br />
Bekanntwerden des Wahlergebnisses in Paris? Woher kam diese Aufgebrachtheit?
</p>
<p>
<b>Wickert:</b> Ich würde diese Proteste nicht überschätzen.<br />
Solche Unruhen gibt es immer zu festen Daten. Die Polizei hat heute<br />
erklärt, es seien nicht mehr Autos angesteckt worden als am<br />
letzten Silvester oder am letzten Nationalfeiertag.
</p>
<p>
<b>mainzel:</b> Welche Themen wurden von Sarkozy bei<br />
diesen Wahlen besonders „heiß&quot; diskutiert?<br />
Welche wird er demnach als erstes umsetzen müssen/wollen?
</p>
<p>
<b>Wickert:</b> Als erstes hat Sarkozy die Sicherheit<br />
der Bürger hervorgehoben. Und er will sobald wie möglich<br />
strengere Gesetze für Wiederholungstäter einführen.<br />
Wer zum dritten Mal verurteilt wird, der soll mit der Höchststrafe<br />
rechnen müssen. Als zweites hebt Sarkozy hervor, dass es wichtig<br />
ist, die Wirtschaft wieder anzukurbeln. &#8230; und dazu macht er einen<br />
Vorschlag, die staatlich festgelegte 35-Stunden-Woche aufzuweichen.<br />
Das heißt, Überstunden sollen in Zukunft nicht mehr bezahlt<br />
werden, sondern steuerfrei sein und auch von Seiten der Arbeitgeber<br />
befreit werden von Sozialabgaben. Allerdings werden die Überstunden<br />
von Angestellten sowieso nicht bezahlt, und Empfänger des Mindestlohnes<br />
zahlen meist keine Steuern.
</p>
<p>
<b>Jan2007:</b> Wie sieht es mit der Wirtschaftspolitik<br />
aus? Wird Sarkozy weitere Anstrengungen unternehmen, um die Handelsbeziehungen<br />
zu Deutschland und anderen EU-Ländern weiter zu verbessern?
</p>
<p>
<b>Wickert: </b>In der Wirtschaftspolitik will sich Sarkozy<br />
„liberal&quot; zeigen. Aber ob das in der Wirklichkeit auch<br />
so sein wird, stelle ich in Frage, denn bisher hat er dies nicht<br />
getan. Als die deutsche Firma Siemens die französische Firma<br />
Alstom kaufen wollte, hat Sarkozy dies verhindert.<br />
Da ist er wahrscheinlich doch noch sehr stark französischer<br />
Zentralist.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Fragen zu Airbus:
</p>
<p>
<b>Christoph5:</b> Wie steht Sarkozy Deutschland gegenüber<br />
(vielleicht gerade in dem schwelenden Richtungsstreit bei EADS,<br />
allgemein wirtschaftspolitisch)? Im Wahlkampf äußerte<br />
er sich, dass er französische Interessen hart vertreten will.
</p>
<p>
<b>ulle:</b> Ist das Thema Airbus mit Sarkozy für<br />
die deutschen Standorte besser oder schlechter geworden?
</p>
<p>
<b>Wickert:</b> Auch was Airbus betrifft, ist Sarkozy<br />
„Franzose&quot;. Er hält die Doppelspitze für nicht<br />
notwendig und da hat er wahrscheinlich Recht. Aber er meint natürlich<br />
damit, dass an der Spitze ein Franzose sitzen soll, und kein Deutscher.
</p>
<p>
<b>caspate</b>: Bildungspolitisch hat sich Sarkozy eine<br />
Menge vorgenommen. Wie will er das marode und nicht mehr zeitgemäße<br />
Bildungssystem Frankreichs denn nun reformieren?
</p>
<p>
<b>Wickert:</b> Sarkozy will den Universitäten mehr<br />
Freiheit geben, was ja sicherlich notwendig ist. Aber er sieht nicht<br />
vor, das ganze System der Eliteschulen zu verändern.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch eine Nachfrage zur 35-Stunden-Woche:
</p>
<p>
<b>mainzel:</b> Machen die Franzosen die „Aufweichung&quot;<br />
der 35-Stunden-Woche mit? Man hat beim Konsum der tagesschau/tagesthemen<br />
eher das Gefühl, den Franzosen ist die 35-Stunden-Woche heilig.
</p>
<p>
<b>Wickert:</b> In Frankreich warnen gerade diejenigen,<br />
die für Ségolène Royal gestimmt haben, dass es<br />
zu einem heißen Herbst kommen könnte, wenn Sarkozy bei<br />
seinen Gesetzesvorhaben zur 35-Stunden-Woche die Gewerkschaften<br />
nicht in die Diskussion mit einbezieht. Die 35-Stunden-Woche ist<br />
den Franzosen sicherlich heilig, insbesondere deswegen, weil in<br />
Frankreich ein ungewöhnlich großer Teil der Beschäftigten<br />
sich im Staatsdienst befinden.
</p>
<p>
<b>hamma13:</b> Sarkozy plant zudem, Steuern und Sozialabgaben<br />
zu senken. Zukünftig soll keiner mehr als 50 Prozent seines<br />
Einkommens an den Staat abgeben müssen. Wird der Sozialstaat<br />
Frankreich darunter leiden? Wird es zu spürbaren Einbußen<br />
bei staatlichen Serviceleistungen kommen?
</p>
<p>
<b>Wickert:</b> Im Wahlkampf hat Sarkozy verkündet,<br />
dass die Steuern auf unter 50 Prozent gesenkt werden sollen. Er<br />
will zusätzlich die Erbschaftssteuer fast ganz abschaffen und<br />
nur für die ganz großen Vermögen noch einen kleinen<br />
Steuersatz beibehalten. Er hat allerdings nicht präzisiert,<br />
wie er dies finanzieren will und wo er Sozialleistungen kürzen<br />
wird.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nun ein Blick in die Zukunft:
</p>
<p>
<b>Manfred Klose:</b> Glauben Sie, dass die Wahlen im<br />
Juni ähnlich knapp ausfallen werden, oder sich dort denn eine<br />
größere Mehrheit für Sarkozy abzeichnen wird? (Falls<br />
die UMP diese Wahlen überhaupt gewinnt?)
</p>
<p>
<b>fl:</b> Wie schätzen Sie die Chancen der Parti<br />
Socialiste bei den Parlamentswahlen ein? Viele Franzosen könnten<br />
sich eine Cohabitation wünschen, um Sarkozy zu „zügeln&quot;.<br />
Ist das realistisch, beziehungsweise wünschenswert?
</p>
<p>
<b>Wickert: </b>Die Franzosen hassen die Cohabitation.<br />
Deswegen gehe ich davon aus, dass die UMP als Partei von Nicolas<br />
Sarkozy bei den Parlamentswahlen eine große Mehrheit erhalten<br />
wird. Das entspricht auch dem republikanischen Verhalten der Franzosen.<br />
Immer wieder hat der neu gewählte Präsident bei den anschließenden<br />
Parlamentswahlen die Mehrheit erhalten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Und noch eine Personalfrage:
</p>
<p>
<b>PainAuChocolat:</b> Ist schon bekannt, wer Premierminister<br />
werden könnte?
</p>
<p>
<b>hamma13:</b> Wer wird ihrer Ansicht nach neuer Premierminister?
</p>
<p>
<b>Wickert: </b>Höchstwahrscheinlich wird François<br />
Fillon der französische Premierminister.
</p>
<p>
<b>gagmaus:</b> Kann man sagen, Frankreich sei gespalten<br />
in zwei etwa gleich starke, unversöhnliche Lager, ähnlich<br />
wie die USA?
</p>
<p>
<b>Wickert:</b> Der Wahlausgang zeigt, dass Frankreich<br />
aus zwei Lagern besteht, von denen das konservative eigentlich immer<br />
das größere ist. Aber ich halte es für falsch, von<br />
unversöhnlichen Lagern zu sprechen. Das zeigt die Verteilung<br />
der Stimmen, zum Beispiel des Blocks von François Bayrou.<br />
40 Prozent der Stimmen gingen zu Sarkozy, 40 Prozent zu Ségolène<br />
Royal und 20 in die Enthaltung.
</p>
<p>
<b>JanE: </b>Mich würde interessieren, inwieweit<br />
die „Rechte&quot; in Frankreich mit der „Rechten&quot;<br />
in Deutschland vergleichbar ist. Anders gefragt: Ist es so, dass<br />
das politische Spektrum in Frankreich generell nach links „verschoben&quot;<br />
ist, sodass die UMP und Nicolas Sarkozy in Deutschland eher zur<br />
politischen Mitte gehören würden?
</p>
<p>
<b>Wickert:</b> Die Rechte in Deutschland ist meines<br />
Erachtens eine „linkere Rechte&quot; als die Rechte in Frankreich.<br />
Man darf nicht vergessen, dass vor fünf Jahren der rechtsradikale<br />
Jean-Marie Le Pen in die Stichwahl gekommen ist und fast 20 Prozent<br />
der Stimmen erhielt. Auch dieses Mal haben 3,8 Millionen Franzosen<br />
Le Pen ihre Stimme gegeben. Es ist nicht verwunderlich, dass Nicolas<br />
Sarkozy ursprünglich in Edmund Stoiber seinen deutschen Partner<br />
gesucht hat. Denn der liegt ihm inhaltlich sicherlich näher<br />
als Angela Merkel.
</p>
<p>
<b>Nevid:</b> Ist Sarkozy ein so erzkonservativer Politiker,<br />
wie man gemeinhin annimmt, oder gibt es bei ihm kleine liberale<br />
Inseln?
</p>
<p>
<b>Wickert:</b> Es ist sehr schwierig, Nicolas Sarkozy<br />
politisch einzuschätzen. Wer seine politische Laufbahn studiert,<br />
wird feststellen: In allererster Linie geht es ihm um die Macht.<br />
Und er hat die Wahlen vor fünf Jahren genau studiert, um die<br />
jetzigen Wahlen zu gewinnen. Dazu gehörte, dass er sich in<br />
manchen Bereich (Sicherheit, französische Identität) erzkonservativ<br />
zeigen musste, um die Stimmen der extremen Rechten zu erhalten.<br />
Er verspricht allerdings, mit der Macht „liberaler&quot; umzugehen<br />
als seine Vorgänger. Er will die Besetzung von wichtigen Posten<br />
von der Zustimmung des Parlamentes abhängig machen. Und sogar<br />
die Besetzung der wichtigsten Kommission im Parlament, nämlich<br />
des Finanzausschusses, einem Oppositionsführer zu überlassen.<br />
Er hat angekündigt, in seinem Kabinett, das aus nur 15 Ministern<br />
bestehen soll (die Hälfte Frauen), auch Politiker des liberalen<br />
Lagers zu berücksichtigen.
</p>
<p>
<b>Daniel24: </b>Frankreichs Wahlbeteiligung war ja enorm<br />
hoch. Woran lag das? Konnten die Kandidaten so begeistern oder lag<br />
es daran, dass nach zwölf Jahren Chirac Abwechslung auf dem<br />
Programm stand?
</p>
<p>
<b>mat: </b>Glauben Sie, dass Frankreich nun wieder „politischer&quot;<br />
geworden ist, was die hohe Wahlbeteiligung vermuten lassen könnte?<br />
Oder ist nach dieser polarisierten Wahl wieder schnell von einer<br />
Normalisierung auszugehen?
</p>
<p>
<b>Wickert:</b> Die Wahlbeteiligung im zweiten Wahlgang<br />
lag in Frankreich immer zwischen 79 und 87 Prozent in den letzten<br />
40 Jahren. Bei dieser Wahl kann man beobachten, dass alle Franzosen<br />
von einem wahren Wahlfieber gepackt waren. In den letzten Wochen<br />
gab es kein anderes Gesprächsthema als eben diese Wahl. Vergleichbar<br />
war es mit dem Fußballfieber in Deutschland im letzten Sommer.<br />
Frankreich hat mit dieser Wahl gezeigt, dass die Staatsbürger<br />
immer sehr politisch denken.
</p>
<p>
<b>Burgunder:</b> Gibt es eine Neu-Ausrichtung dieses<br />
politischen Spektrums mit einer neuen Mitte oder bleibt es beim<br />
Rechts-Links Schema?
</p>
<p>
<b>Wickert:</b> Vermutlich bleibt es eher bei dem Rechts-Links-Schema.<br />
Das hat auch mit dem französischen Wahlsystem zu tun. Denn<br />
wenn es bei Präsidentschaftswahlen um ein Rennen zwischen zwei<br />
Personen geht, dann ist es ein Entweder-Oder-System. Sarkozy und<br />
Ségolène Royal hatten beide angekündigt, das<br />
Wahlrecht ein wenig zu verändern und eine kleine Dosis Verhältniswahlrecht<br />
einzuführen. Dies könnte einer Partei in der Mitte helfen.<br />
Aber nach dem jetzigen Wahlrecht sieht es so aus, dass es sehr schwierig<br />
sein wird für François Bayrou, eine „unabhängige<br />
Fraktion der Mitte&quot; zu bilden. Denn Abgeordnete, die sich im<br />
Wahlkampf nicht für die Mehrheit des Präsidenten erklären,<br />
werden von Sarkozy als Gegner angesehen und kaum Chancen haben,<br />
gewählt zu werden.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Damit kommen wir zur Verliererin der<br />
gestrigen Wahl:
</p>
<p>
<b>Pololitikschauer: </b>Was wird Royal jetzt unternehmen?
</p>
<p>
<b>Alex66:</b> Wie sieht Ihrer Meinung nach die politische<br />
Zukunft Ségolène Royals aus? Wird sie, ähnlich<br />
wie in Deutschland bei verlorenen Bundeskanzlerwahlen, auf das Abstellgleis<br />
ausmanövriert, oder war dieser Wahlgang ein Sprungbrett für<br />
einen neuen, erfolgreichen Anlauf in fünf Jahren?
</p>
<p>
<b>Wickert:</b> Die Schlacht hat schon begonnen. Gestern<br />
Abend haben sowohl Laurent Fabius wie auch Dominique Strauss-Kahn<br />
Ségolène Royal zur großen Verliererin erklärt<br />
und klargemacht, dass jetzt die Zeit der Abrechnung gekommen ist.<br />
Strauss-Kahn hat verkündet, dass die Sozialistische Partei<br />
endlich ihr „Godesberg&quot; nachholen müsse. Und er<br />
stünde dafür zur Verfügung. Da Ségolène<br />
Royal dies aber vermutet hat, trat sie sehr kurz nach Bekanntgabe<br />
des Ergebnisses schon vor die Fernsehkameras und hat ihre Unterstützer<br />
aufgerufen, nicht nachzugeben, denn jetzt gelte es zuerst, die Parlamentswahl<br />
zu gewinnen und dann die Partei zu erneuern.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Einige Zuschauer interessieren sich<br />
noch für Ihre Meinung, Herr Wickert:
</p>
<p>
<b>regent:</b> Welcher Präsidentschaftskandidat<br />
war Ihr ganz persönlicher Favorit? Wen hätten Sie gewählt?
</p>
<p>
<b>sigfried:</b> Wer wäre ihrer Meinung nach der<br />
oder die beste Präsident/in für Frankreich?
</p>
<p>
<b>Wickert:</b> Hätte ich vor der Urne im ersten<br />
Wahlgang gestanden, dann hätte ich lange gezögert und<br />
wahrscheinlich François Bayrou meine Stimme gegeben. Und<br />
hätte ich gestern wieder vor der Urne gestanden, dann hätte<br />
ich vielleicht bis zur Schließung des Wahllokals gezögert,<br />
ob ich mich enthalten soll oder nicht. Und so ging es ja auch dem<br />
ein oder anderen Franzosen.
</p>
<p>
<b>sabine:</b> Haben Sie die Wahlen direkt in Paris verfolgt?<br />
Wie reagierten die Franzosen auf den Wahlsieg von Nicolas Sarkozy?
</p>
<p>
<b>Guckland:</b> Wie haben Sie die Stimmung im Pariser<br />
Zentrum gestern Abend erlebt? War diese typisch für den zweiten<br />
Wahlgang oder wurde das Ergebnis eher ungewöhnlich groß<br />
gefeiert?
</p>
<p>
<b>Wickert: </b>Am Samstagnachmittag traf ich in einem<br />
Bistro in Belleville durch Zufall schon Leute, die sagten, am Sonntagabend<br />
um sechs stehen wir auf der Bastille und das werden dann diejenigen<br />
gewesen sein, die sich dort mit der Polizei ein kleines Scharmützel<br />
geliefert haben. Auf dem „Place de la Concorde“ haben<br />
sich dagegen diejenigen versammelt, die sich über den Sieg<br />
von Nicolas Sarkozy freuten, und sie haben bis weit über Mitternacht<br />
gefeiert. Die Anhänger der Sozialisten haben sich in der Rue<br />
de Solferino getroffen und sind aber bald auseinander gegangen.<br />
Als ich nach Mitternacht noch in einem Bistro in St. Germain einen<br />
Absacker trank, zogen einige wenige Jugendliche mit Plakaten durch<br />
das Viertel. Aber ansonsten herrschte eine Stimmung wie sonst auch<br />
jeden Sonntagabend.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nun die letzten zwei Fragen. Auch diese<br />
gehen direkt an Ulrich Wickert:
</p>
<p>
<b>Alias2: </b>Warum gerade Bayrou und nicht eines der<br />
größeren Lager am Rand?
</p>
<p>
<b>MarLau:</b> Sie meinen also, dass einige Franzosen<br />
erst am Wahltag ihre Entscheidung getroffen haben?
</p>
<p>
Wickert: Am Rand gab es keine größeren Lager. Und ich<br />
weiß von französischen Freunden, dass sie ihre Entscheidung<br />
erst am Wahltag getroffen haben. Das hat damit zu tun, dass Sarkozy<br />
in den Umfragen am Freitag bei 55 Prozent lag, und das war manchen<br />
Leute zu viel, denn sie sagten, das sei nicht gut für „Sarkos&quot;<br />
Ego, wenn er einen solch großen Sieg erringe.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das waren 60 Minuten tagesschau-Chat<br />
bei tagesschau.de und politik-digital.de. Vielen Dank Ulrich Wickert,<br />
dass Sie sich Zeit genommen haben. Herzlichen Dank an alle Teilnehmer<br />
für Ihr Interesse und die zahlreichen Fragen, die wir wie immer<br />
leider nicht alle beantworten konnten. Das Protokoll des Chats ist<br />
wie immer in Kürze zum Nachlesen auf den Seiten von tagesschau.de<br />
und politik-digital.de zu finden. Wir wünschen Ihnen allen<br />
noch einen angenehmen Tag und bis zum nächsten Mal!
</p>
<p>
<b>Wickert:</b> Vielen Dank für die vielen Fragen<br />
und auch das eine oder andere liebe persönliche Wort. Und wenn<br />
es nicht zu früh wäre, würde ich Ihnen eine geruhsame<br />
Nacht wünschen. Ihr Ulrich Wickert.</p>
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		<title>Präsident.com</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Apr 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Das Internet und der französische Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahl]]></category>
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					<description><![CDATA[(Artikel) Avatare, Blogs und Clips: Politik im Internet. Die Kampagne der französischen Präsidentschaftskandidaten begab sich auf neues Terrain und wird jeden Wahlkampf danach beeinflussen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(Artikel) Avatare, Blogs und Clips: Politik im Internet. Die Kampagne der französischen Präsidentschaftskandidaten begab sich auf neues Terrain und wird jeden Wahlkampf danach beeinflussen.<!--break--></p>
<p class="normal">
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<p class="normal">
Blumengrüße sind nicht immer ein Zeichen von Freundschaft – das weiß der rechtsextreme Jean-Marie Le Pen spätestens, seit sich vor seiner Wahlkampfzentrale urplötzlich ein Meer von Lilien ausbreitete.<br />
<br />
Schon bald versperrte es den Eingang zum modernen Kampagnenquartier und der Wahlkampf kam für einige Zeit zum Erliegen. Ein modernes Märchen? Nein – denn die „Blumenattacke“ hat tatsächlich stattgefunden: allerdings nicht vor der realen Wahlkampfzentrale des Front National, sondern in „Second Life“, der Online- Gemeinschaft mit weltweit immensen Zuwachsraten.
</p>
<p class="normal">
Auch in dieser komplexen dreidimensionalen Internet-Welt tobt also der Wahlkampf und überraschenderweise sind die Vorreiter dieser sehr modernen Form politischer Kommunikation einmal nicht Amerikaner, sondern Franzosen: Die „Présidentielles 2007“ wirken wie eine Wirklichkeits-Infusion für „Second Life“, das bislang eher den Ruf eines kollektiven Freizeitparks für fortgeschrittene Online-Nutzer hatte und vor allem Wirtschaftsunternehmen zur professionellen<br />
<br />
Präsentation im Zweitleben veranlasst hat. Neben dem Rechtspopulisten Le Pen führen natürlich auch andere Galionsfiguren des Wahlkampfs ein digitales Doppelleben.
</p>
<p class="normal">
Während sich das konservative Lager gerne auf der<br />
<a href="http://ilesarkozy.typepad.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Ile Sarkozy“</a> trifft, der Sarkozy-Insel, haben sich andere Avatare – so heißen die Spielfiguren in „Second Life“ – zum umtriebigen „Comité 748“ verbündet und unterstützen die Kampagne der Sozialistin Ségolène<br />
<br />
Royal. Der Wahlkampf als Computerspiel? Internet- Kritiker werden in dieser Netzkampagne vielleicht nicht den Untergang des Abendlandes, aber doch eine nutzlose Spielerei erkennen wollen. Auch wenn die französische Sprachgemeinschaft in „Second Life“<br />
<br />
bisher nur geschätzte 150.000 Mitglieder zählt, so folgt das Engagement der Kandidaten einer gängigen Logik.
</p>
<p class="normal">
Der Einsatz innovativer Wahlkampfformate signalisiert Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Technologien und erreicht vor allem jüngere, gut gebildete Wählerschichten, die als Multiplikatoren wirken können. Und noch ein dritter Grund spricht für das zweite Kandidatenleben: Die „alten“ Medien stürzen sich begierig auf die Ereignisse in der Online-Welt, da sie hier einen hohen Nachrichtenwert vermuten. Die Folge: Mit vergleichsweise geringen Mitteln erzielen die „Second Life“-Kampagnen nicht nur eine direkte Wirkung in der Wählerschaft, sondern durch medienübergreifende<br />
<br />
Verwertbarkeit auch Reichweiten.
</p>
<p>
<b>Blogosphäre als Resonanzraum</b>
</p>
<p>
Kein gar so schlechtes Image mehr haben indes die zahlreichen Weblogs, die mittlerweile wie selbstverständlich zum Online-Wahlkampf zählen. Dieses populäre Format eignet sich ausgezeichnet, um die Dynamik und Vielschichtigkeit einer Wahlkampagne darzustellen.
</p>
<p>
So können die Kandidaten auf ihren Rundreisen durch das ganze Land bestens begleitet werden, durch die Feedback-Funktionen ist auch eine Diskussion mit dem Blog-Publikum möglich. Es entstehen dabei gute Möglichkeiten zur direkten Kommunikation mit der<br />
<br />
Wählerschaft, auch ein inhaltlicher Austausch über Themen des Wahlprogramms oder die Vor- und Nachbesprechung von Wahlkampfauftritten gehören dazu.
</p>
<p>
Dass Weblogs eine wesentliche Rolle im Rennen um die Amtsnachfolge von Jacques Chirac spielen würden, zeigte sich spätestens mit der Berufung des prominenten Blog-Unternehmers Loïc Le Meur in das Wahlkampfteam von Nicolas Sarkozy. Le Meurs Fachwissen soll nicht nur die besondere Qualität der<br />
<a href="http://www.sarkozy.fr/home/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sarkozy-Website</a><br />
<br />
garantieren, er ist zugleich ein Verbindungsstück in die so genannte Blogosphäre, eine Art Medienverbund, der durch die zahlreichen Querverweise und Diskussionen unter einzelnen Bloggern entsteht. Die vernetzte Kommunikation über mehrere Weblogs hinweg macht<br />
<br />
die besondere Attraktivität der Blogosphäre aus: Hier entsteht ein neues Mediennetzwerk, das in der Lage ist, bestimmte Themen und Diskussionen zu verstärken und aus der Online-Welt in die etablierten Massenmedien hineinzutragen. Folgerichtig integrieren nahezu alle<br />
<br />
Kandidaten Blog-Formate in ihre Kampagnen-Angebote:<br />
<a href="http://www.desirsdavenir.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ségolène Royal</a> hat eine Sonderseite für Jung- und Erstwähler entwickelt, der zentristische François Bayrou hat den Blog-Modus als bestimmendes Element für das Design seiner Kampagnenseite gewählt.
</p>
<p>
Der Kampagnenjahrgang 2007 steht auch im Zeichen der visuellen Online-Kommunikation, motiviert durch den großen Erfolg von Fotodatenbanken und Video-Plattformen wie YouTube. Unter dem Etikett<br />
<a href="http://www.sarkozy.fr/video/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„NS TV“</a> präsentiert Nicolas Sarkozy seine Version eines<br />
<br />
Personality-Kanals, der nicht nur aktuelle Berichte vom Tage liefert, sondern auch sehr differenziert Themen des Wahlprogramms aufbereitet und strategisch in die Kampagne eingebunden ist: etwa mit „décryptages“ – kritischen Entschlüsselungen – der Wahlversprechen von Ségolène Royal. Auch François Bayrou bietet ein<br />
<br />
ähnlich verzweigtes Web-TV an, während Ségolène Royal vornehmlich auf Unterstützer-Videos nach US-amerikanischem Muster setzt.
</p>
<p>
<b>Online-Aktionen prägen Offline-Aktionen</b>
</p>
<p>
Doch die „netcampagne“ ist keineswegs nur ein Kommunikations-<br />
<br />
oder Medienphänomen, denn die zahlreichen Online-Aktivitäten wirken sich auch auf die reale Wahlkampforganisation aus. Sichtbar wird dies auf den persönlichen Kandidatenwebsites: Hier werden die Nutzer mit so genannten Vorlaufseiten empfangen, die eine direkte Registrierungsmöglichkeit zur Mitwirkung an der Kampagne bieten – erst dann geht es weiter zum eigentlichen Wahlkampfportal. Viel stärker als bei der realen Wahlkampforganisation werden im<br />
<br />
Internet auch Freiwillige in die politische Werbearbeit eingebunden, die sich nicht durch formelle Mitgliedschaften an Kandidaten oder Partei binden wollen.
</p>
<p>
Dabei zeigt sich im Vergleich, dass der Wahlkampf von Royal am stärksten auf die Möglichkeiten des Internets setzt und am besten die Idee einer „Architektur der Partizipation“ aufgreift, die für viele Anwendungen des Web 2.0 charakteristisch ist. Die Beteiligung einzelner Internet-Nutzer, die im Wahlkampf immer auch als Bürger angesprochen werden, spiegelt sich nicht nur in der Community-Orientierung der zahlreichen Royal-Plattformen im Netz wider. Auch die Entstehung ihres Wahlprogramms verfuhr nach den Regeln jener offenen Produktionsstruktur, die man mit dem Begriff „open<br />
<br />
source“ belegt hat. Die Kandidatin holte sich in einem kontroversen Diskussionsprozess mit Parteibasis und Wählerschaft einen thematischen Input, der erst spät in ein programmatisches Papier umgeformt wurde.
</p>
<p>
Man darf gespannt sein, welche Impulse aus Frankreich im US-amerikanischen Wahlkampf 2008 aufgegriffen werden. Die Blogosphäre ist dort längst in den politischen Diskurs integriert. Das Modell einer offenen Kampagne, die im Dialog mit Basis und Bürgern wesentliche Themen erörtert, lässt sich gut in den traditionell<br />
<br />
langen Auswahlprozess der „primaries“, der Umfragen vor der Ernennung der Kandidaten, übertragen.
</p>
<p>
Die systematische Aufbereitung von Internet-Videos als „Kandidatenfernsehen“ wird den Politberatern in Washington nicht entgangen sein – schon deshalb, weil der Fernsehwahlkampf durch den Ankauf von Sendezeiten ein immenser Kostenfaktor ist. Und „Second Life“ wird vielleicht schon als Austragungsort eines der<br />
<br />
TV-Duelle genutzt werden. Es ist anzunehmen, dass das Internet in Frankreich in der kurzen Zeit zwischen den beiden Urnengängen<br />
<br />
den nächsten Boom erleben wird: Dann gilt es, sich Unterstützung aus den Lagern der unterlegenen Kandidaten zu sichern. Im ersten wie im zweiten Leben.
</p>
<p>
<b>Der Artikel erschien ursprünglich am 23. April im arte Magazin. Der Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Autoren und arte TV.</b>
</p>
<p>
&nbsp;</p>
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		<title>Schein-Debatten auf Second Life</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alina Barenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Apr 2007 09:38:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
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		<category><![CDATA[Französische Präsidentschaftswahl 2007]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie im aktuellen <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#frankreichwahl">Dossier</a> zu lesen, tobt der Wahlkampf um das französische Präsidialamt längst auch im Internet. Der konservative Präsidentschaftskandidat <a href="http://www.sarkozy.fr/home/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nicolas Sarkozy</a> gibt sich kommunikativ und lädt seine Wähler zur politischen Debatte auf der dreidimensionalen Internetplattform Second Life ein.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie im aktuellen <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wahlkampf/index.shtml#frankreichwahl">Dossier</a> zu lesen, tobt der Wahlkampf um das französische Präsidialamt längst auch im Internet. Der konservative Präsidentschaftskandidat <a href="http://www.sarkozy.fr/home/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nicolas Sarkozy</a> gibt sich kommunikativ und lädt seine Wähler zur politischen Debatte auf der dreidimensionalen Internetplattform Second Life ein.<!--break--> Auf seiner <a href="http://ilesarkozy.typepad.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">persönlichen &quot;Insel&quot;</a> fordern Sarkozys Wahlhelfer die Besucher auf, Fragen zu Wahlkampfthemen an den Kandidaten zu stellen.<br />
Die Erwartungen der User werden jedoch schnell enttäuscht, denn mit der Beantwortung von einer Frage pro Tag ist das Interesse Sarkozys am Austausch mit den Bürgern auch schon befriedigt.<br />
Schade eigentlich&#8230;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Wahlkampf mit anderen Mitteln</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/prasidentschaftswahlen-in-frankreich-2007/wahlkampffrankreich2007tgeelhaar_hintergr_060407-shtml-3074/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Apr 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Präsidentschaftswahlen in Frankreich 2007]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
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					<description><![CDATA[(10. April 2006) Die turbulente Präsidentschaftswahl 2002 in Frankreich ist noch in reger Erinnerung. Doch die Präsidentschaftswahl 2007 könnte noch spannender werden. Bekommt Frankreich endlich eine Präsidentin? Und was hat das Internet damit zu tun? Die Vorbereitungen zur Wahl laufen jetzt schon an. Die Konservativen planen, das Internet konsequent für ihre Wahlkampagne zu nutzen. Die Linken suchen noch nach ihrer Linie, erhalten aber sichtbar Unterstützung durch die „Internautes“, wie die Internetnutzer in Frankreich genannt werden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">(10. April 2006) Die turbulente Präsidentschaftswahl 2002 in Frankreich ist noch in reger Erinnerung. Doch die Präsidentschaftswahl 2007 könnte noch spannender werden. Bekommt Frankreich endlich eine Präsidentin? Und was hat das Internet damit zu tun? Die Vorbereitungen zur Wahl laufen jetzt schon an. Die Konservativen planen, das Internet konsequent für ihre Wahlkampagne zu nutzen. Die Linken suchen noch nach ihrer Linie, erhalten aber sichtbar Unterstützung durch die „Internautes“, wie die Internetnutzer in Frankreich genannt werden.</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">Wenn die Politik im Internet auftritt, dann meistens nur in Form von Nachrichten über Politik oder so genannten eGovernment-Angeboten seitens der Politik an die Bürger. Mit der Bundestagswahl 2005 bot sich die Gelegenheit, auch in Deutschland das Internet als demokratisches Kommunikationsmedium zu verwenden. Allerdings offenbarte sich im deutschen Wahlkampf auch eine gewisse Ambivalenz: Internetangebote wie Ich-gehe-nicht-hin.de konnten den partizipatorischen Ansatz verwirklichen. Bei den meisten Wahlblogs hingegen kam es nicht zu einem demokratischen Diskurs. Genau dies will aber Nicolas Sarkozy, einer der heißesten Anwärter auf das französische Präsidentenamt. Im Internet will der umstrittene Innenminister das junge Frankreich erreichen und seine Politik dort verteidigen. Eine breit angelegte Kampagne hat Sarkozy angekündigt, als er als erster hochrangiger Politiker des Landes für ein Podcast-Interview dem bekannten Blogger Loïc Le Meur<br />
                            <a href="http://www.loiclemeur.com/france/files/sarkozypodcast.m4v" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rede und Antwort</a> stand. Angeblich plant die Partei Sarkozys, die UMP, für die Präsidentschaftswahl ein webTV, das über Handys zu empfangen sein soll, wie das „Forum e-democratie“ Anfang Januar<br />
                            <a href="http://www.forum-edemo.org/article.php3?id_article=551" target="_blank" rel="noopener noreferrer">berichtete</a>. Doch ist das, was Sarkozy und die UMP ankündigen, wirklich ein Meinungsaustausch oder lediglich die Fortführung des Wahlkampfes mit anderen Mitteln?</p>
<p>Nun besticht das Internet als eine Plattform des politisch-medialen Guerillakampfes gegen alle Bestrebungen, Meinungen dominieren zu wollen. Allein die Vielfalt des professionellen Journalismus im Internet hat zugenommen. Kritische, kommunikative Menschen machen ihrerseits Gebrauch von den Chancen, die das Netz bietet, und hinterfragen die etablierten Medien und die Politik. Wenn Frankreich jetzt schon mobil macht, dann hängt das maßgeblich mit der Person Sarkozys zusammen. Nicht wenige Webseiten karikieren den Konservativen und auch dezidiert anti-Sarko-Seiten kämpfen gegen den Politiker (<br />
                            <a href="http://sarkostique.over-blog.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sarkostique.over-blog.com</a>,<br />
                            <a href="http://www.mjscentre.free.fr/serendipity/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mjscentre.free.fr</a>). Diese Seiten kommen nicht nur von den Jungen Sozialisten, sondern auch von Parteiunabhängigen. Gerade letztere tragen dazu bei, dass der demokratische Diskurs im Netz stattfindet. Wenn Sarkozy davon spricht, dass er sich wünscht, die Seite der UMP werde eine Plattform, wo die Gesellschaft ihre Debatten führe, dann stellt sich die Frage, ob eine solche Zentralisierung selbst im zentralistischen Frankreich möglich sein wird. Denn die Debatten werden an verschiedenen Stellen geführt und es ist zu vermuten, dass sie sich immer weiter von den Parteien entfernen. Dass solche Annahmen nicht aus der Luft gegriffen sind, belegen<br />
                            <a href="http://abstention2007.over-blog.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogosphäre</a> und unabhängige Webseites wie<br />
                            <br />
                            <a href="http://presidentiables.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">presidentiables.org</a>. Letztere bieten Informationen zu früheren Wahlen, den möglichen Kandidaten, das komplizierte Prozedere, aber auch die Möglichkeit, für den eigenen Kandidaten zu votieren oder aber sogar Informationen dazu, wie man einen eigenen Kandidaten bewerben kann. (<br />
                            <a href="http://francepolitique.free.fr/presidentielle2007.htm%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">francepolitique.free.fr</a>,<br />
                            <a href="http://www.presidentielle-2007.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">presidentielle-2007.net</a>,<br />
                            <a href="http://www.presidentielles-2007.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">presidentielles-2007.org</a>) Es gibt sogar eine französische Variante des<br />
                            <a href="http://www.phrasinator.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Phrasinators</a> unter<br />
                            <a href="http://www.presidentielle-2007.net/generateur-de-langue-de-bois.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">presidentielle-2007.net</a>. Dass dieser Générateur aus der politischen Kaderschmiede Frankreichs, der<br />
                            <a href="http://www.ena.fr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ecole Normale d&#8217;Administration</a> stammt macht das Ganze umso interessanter.</p>
<p>
                              <strong>Frankreich im Bloggerfieber</strong>
                            </p>
<p>Die Tageszeitung „Le Monde“<br />
                            <a href="http://www.lemonde.fr/web/recherche_breve/1,13-0,37-928947,0.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">berichtet</a> am 4. Januar, dass bereits jeder zehnte Franzose über einen eigenes Weblog verfüge. Besonders in den letzten Monaten hat die Zahl der Blogger rapide zugenommen Jüngstes Kind dieser Entwicklung ist die neue Zeitschrift „Netizen“ (www.netizen.fr), die von Journalisten und Bloggern gegründet worden ist, um auch bei denen, die mit der Blogosphäre noch nicht vertraut sind, und ihnen so den Einstieg zu erleichtern. Die Gründung der Zeitschrift hängt direkt mit den Präsidentschaftswahlen 2007 zusammen. Wie ernst die Parteien das Medium Blog nehmen, wird an dem Bloggerstar Loïc Le Meur deutlich, der am 31. Januar in seinem Blog vermerkte, dass die UMP seinen Namen ihrer<br />
                            <a href="http://www.loiclemeur.com/france/2006/01/lump_a_achet_mo.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kampagnenseite</a> hinzugefügt hat, um bei Google an erster Stelle zu erscheinen. Loïc fragt weiter, ob nun der Googlekrieg um ihn ausbrechen werde? Der Eintrag erhielt noch am selben Tag 38 Kommentare. Sogar die Statistiker haben Blogs als Medium entdeckt, um den „Medienlärm“ zu messen, den ausgewählte Politiker verursachen. Das Projekt des Technischen Universität Compiègne bietet ein Barometer an, das zählt, wie oft bestimmte Politiker in Internetmeldungen, Blogeinträgen und Newsgroup-Beiträgen erwähnt werden und das Ergebnis<br />
                            <a href="http://www.utc.fr/rtgi/op2007/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">graphisch darstellt</a>. Wie die eigenständige Vernetzung ohne parteipolitische Mediation erfolgt, macht der aktive Blog von<br />
                            <a href="http://blog.netpolitique.net/index.php/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">netpolitique.net</a> deutlich, der seinen Besuchern das Barometer der TU Compiègne sofort weiterempfohlen hat.</p>
<p>Es spricht wohl für das politische Gespür Sarkozys, dass er als erster Politiker ein eigenes Weblog hatte. Seine Konkurrenten mussten nachziehen, so z. B. der Ministerpräsident Dominique de Villepin, der ebenfalls Interesse am Präsidentenamt angekündigt hat. Noch auf sich warten lässt Sarkozys schärfste Widersacherin, Ségolène Royal von der Parti Socialiste (PS). Dafür gibt es aber bereits einige Blogs, die sie zum Teil wie einen Popstar verehren. Das wiederum passt ins Bild. Ségolène Royal ist keine Unbekannte in der französischen Politik. Als Umwelt-, später Schul- und Familienministerin unter dem ehemaligen Ministerpräsidenten Lionel Jospin hatte sie bereits für Furore gesorgt und sich immer wieder gekonnt medial in Szene gesetzt. Selbst in Deutschland informierten vor kurzem die<br />
                            <a href="http://www.sueddeutsche.de/sz/2006-01-27/seitedrei/artikel/HMG-2006-01-27-003-JQlfm4dZcmQGoXsetGLyIg/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Süddeutsche</a> und die<br />
                            <a href="http://www.europolitan.de/cms/?aid=1187&amp;tid=0&amp;" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Europolitan</a> mit größeren Porträts über die beliebte Sozialistin. Leider müssen beide Artikel für eine vollständige Einsicht bezahlt werden.) Die Frau mit der eisernen Sanftmut, wie die Süddeutsche schreibt, steht zwar bei den Franzosen (vgl. die Umfragen des<br />
                            <a href="http://www.csa-fr.com/dataset/data2006/opi20060118e.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Meinungsforschungsinstitut CSA</a> und besonders im Internet hoch im Kurs. Doch der eigenen Partei ist die eigensinnige Politikerin ungeheuer, wenn nicht gar gefährlich, weil sich außer ihr Lionel Jospin, Laurent Fabius und der eigene Lebensgefährte, auch derChef der PS, François Hollande sich Hoffnungen auf das höchste Staatsamt machen, für die PS zu kandidieren.</p>
<p>
                              <strong>Das „Pronetariat“</strong>
                            </p>
<p>Obwohl der Wahlkampf noch nicht eröffnet ist und viele Partei längst noch nicht medial mit der UMP im Internet mithalten können, lässt sich bereits jetzt erkennen, dass die anstehende Wahl viele Debatten im Netz provozieren wird. Wird es aber zu dem vielbeschworenen politischen Internetdiskurs kommen und wird er einen anderen Einfluss auf die Wahl haben als die Massenmedien?</p>
<p>Ginge es nach Joël de Rosnay, Docteur dès Sciences und Spiritus Rector der Website<br />
                            <a href="http://www.pronetariat.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pronetariat.com</a>, dann können und werden sich die Internetnutzer mittels der Medien der Massen den Massenmedien entgegenstellen und selbständig Öffentlichkeit herstellen, statt sie noch länger nur zu konsumieren. De Rosnay hat seinem Blog den Aufruf vorangestellt: „Eine neue Demokratie ist im Werden begriffen, erfunden dank der neuen Technologien bzw. der Medien der Massen (Internet, Blogs, SMS, chats&#8230;) durch die Bürger der Welt. Nun aber verstehen weder die traditionellen Medien noch die Politiker wirklich, was auf dem Spiel steht“. Die neuen Akteure werden seiner Meinung nach die „Pro-Net-arier“ sein, jene also, die im Netz aktiv sind. De Rosnay will hier bewusst einen Bezug zum berühmten Proletariat herstellen. Seine Vorstellungen gehen weiter als die der meisten Seiten (vgl.<br />
                            <a href="http://www.sciencepolitique.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sciencepolitique.net</a> oder<br />
                            <a href="http://www.refairelafrance.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">refairelafrance.org</a>), aber sie zeigen an, was möglich ist, wenn Blogbegeisterung und der Wunsch nach Kommunikation mit politischen Intentionen verbunden wird. Fraglich ist allerdings, ob die politische Partizipation per Internet schon während der nächsten anderthalb Jahre so weit zunehmen wird. Noch sind es einzelne wie der Bürgermeister von Issy les Moulineaux, oder der Abgeordnete André Santini, die sich für die eDemokratie im Sinne einer neuen Demokratie<br />
                            <a href="http://www.forum-edemo.org/article.php3?id_article=541" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einsetzen</a>. Dies kann sich aber ändern, vor allem wenn so polarisierende Politiker wie Nicolas Sarkozy versuchen, im Internet auf die Meinungsbildung Einfluss zu nehmen.</p>
<p>
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		<title>Mit Google-Anzeigen gegen die Unruhen in Frankreich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Dec 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Präsidentschaftswahlen in Frankreich 2007]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[AdWords]]></category>
		<category><![CDATA[Nicolas Sarkozy]]></category>
		<category><![CDATA[UMP]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
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					<description><![CDATA[Während der Unruhen in Frankreich war das Internet in Form von Weblogs Plattform für die Organisation der Unruhestifter. Doch auch der französische Staat hat sich das Netz zu Nutze gemacht. Andreas Wagner beschreibt für politik-digital.de, welche Mittel dafür genutzt wurden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Während der Unruhen in Frankreich war das Internet in Form von Weblogs Plattform für die Organisation der Unruhestifter. Doch auch der französische Staat hat sich das Netz zu Nutze gemacht. Andreas Wagner beschreibt für politik-digital.de, welche Mittel dafür genutzt wurden.</p>
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<p>Mit bezahlten Google-Suchergebnisanzeigen (&#8220;AdWords&#8221;) zugunsten einer harten Linie bei den Unruhen in Frankreich sorgte die „Union pour un Mouvement Populaire“ (UMP) des französischen Innenministers Nicolas Sarkozy in der ersten Novemberhälfte für Kritik. Häme und Verachtung angesichts der Schwachstellen seiner AdWord-Kampagne und die generelle Unzufriedenheit mit der Haltung des Rechtskonservativen, ergaben eine Mischung, die man oberflächlich als generelle Absage an kostenpflichtige Suchmaschineneinträge mit politischer Botschaft lesen könnte. Doch gilt zu bedenken: Das Problem liegt bei Sarkozy, nicht den AdWords!</p>
<p>Die UMP hat eine Online-Kommunikationsmöglichkeit sehr ungeschickt genutzt, die sich in Deutschland, England und den USA politisch bewährt hat. Der Mitarbeiterstab ist über das Ziel hinaus geschossen. Nicht mit der Verwendung der AdWords an sich, sondern u.a. dadurch, dass die hochumstrittene „Gesindel“-Beschimpfung („Racaille“) aktiv als Suchbegriff gebucht wurde. Die These von Suchmaschinen als „kommunikativem Wirkungsverstärker“ bestätigt sich zwar auch hier, nur wird eben mehrheitlich die Entrüstung über die Äußerungen des Innenministers verstärkt.</p>
<p>Mit Blick auf die derzeitige Suchmaschinen-Nutzerschaft hätte eingeplant werden müssen, dass sarkozy-kritische Stimmen heftiger reagieren würden als Befürworter und zahlreiche Gegenansichten online publizieren würden. Diese Beiträge stellen wiederum ein gefundenes Fressen für herkömmliche Medien dar.</p>
<p>„La Liberation“ schreibt, mit den Google-Anzeigen wurden Klickraten von zehn Prozent erreicht. Vorbehaltlich einer Prüfung auf „sinnvolle“ Besucher zunächst ein Erfolg. Nur fragt sich, ob das von der Kampagne ausgelöste negative Medienecho diesen Effekt wieder kassiert.</p>
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                              <strong>Chancen von AdWord-Campaigning &#8211; Einzelne Aspekte</strong>
                            </p>
<p>Wer fragt “Wie widerlich opportunistisch geht’s eige<br />
                            <img decoding="async" height="404" alt="Google AdWords" src="images/frankreich_unruhe_google.jpg" width="189" align="right" />ntlich?” oder meint „Google Ads Facilitate Propaganda“ übersieht, dass es gar nicht so schwer und teuer ist, mit einer Gegenmeinung auch auf AdWord-Augenhöhe zu erscheinen. Auch die vermeintlich ´kostenfreie´ Positionierung in den herkömmlichen Suchergebnissen bedeutet Aufwand, wenn zeitnahes Erscheinen und suchwortgenaue Positionierung wichtig sind. Nicht jede politische Gegenrede eignet sich als ebenso schnell auftauchende wie fragwürdige ´Google-Bomb´, die sich gewissermassen von selbst positioniert.</p>
<p>Zu Begriffen wie „Banlieue“ oder „Sarko“ und einem Anzeigentext á la UMP verlangt Google Mindestgebote in Höhe von lediglich 1-3 cent pro Klick. Der ´Konkurrenzdruck´ der Einblendungen durch andere Inserenten ist vergleichsweise gering. Auktionseffekte, die den Klickpreis bei kommerzielleren Begriffen bis auf zweistellige Eurohöhen pro einzelnem Suchbegriffs-Klick treiben, bleiben vorerst aus. Berichte über „Sarkozy arm klicken“ als eine Art Protestsport, der „die vielen jugendlichen Migranten freuen“ dürfte, relativieren sich.</p>
<p>
                            <strong>Fokus der Kritik erweitern?</strong></p>
<p>Gibt es womöglich wichtigere Adressaten der Kritik an politschen AdWords, als die Vertreter ungeliebter politischer Meinungen?<br />
                            <br />Im Zusammenhang mit dem CD-Projekt „Gemeinsam gegen Rechts“ weigerte sich Google im Sommer, AdWords mit der Textzeile „CD gegen Nazis“ zu veröffentlichen. Etwa zur gleichen Zeit stieß dem Konkurrenten Miva sauer auf, dass Greenpeace augenzwinkernd texten wollte „Atomkraft rettet das Klima. AKWs sind sicher. Schweine können fliegen.” – dies wiederum war bei Google kein Problem.<br />
                            <br />Auch die Opportunismus Vorwürfe gegen die UMP relativieren sich, wenn man beachtet dass es bei der Google.fr-Suche nach „banlieue“ nunmehr ganz unpolitisch heisst: „Wie gut ist eigentlich Ihr Auto versichert? Vergleichen Sie doch mal die Angebote!“</p>
<p>„AdWords“ und „Sponsored Links“ geben durch ihre Textbasiertheit unterschiedlichen Akteuren die Gelegenheit, in Suchmaschinen in gleicher Form und bei Bedarf direkt nebeneinander zu entscheiden. Dazu ist es im letzten Bundestagswahlkampf auch bereits gekommen.<br />
                            <br />Es wäre bedauerlich, wenn der Gebrauch von kommerziellen Suchmaschineneinträgen in der politischen Kommunikation durch ein einzelnes, besonders präsentes Negativbeispiel längerfristigen Schaden nähme!</p>
<p class="fett">Der Text erschien ursprünglich am 30. November 2005 im<br />
                            <a href="http://www.face2blog.de/?p=26" target="_blank" rel="noopener noreferrer">face2blog</a> der Agentur face2net. Der Autor des Textes, Andreas Wagner ist ist Online Marketing Berater bei face2net.</p>
<p class="fett">
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