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	<title>Niels Annen &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Niels Annen &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#8220;Ich hätte mir ein größeres Ergebnis gewünscht.&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[thofsaess]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Dec 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Jusos]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/nannen.jpg" alt="Niels Annen" align="left" border="0" height="119" width="84" /></b> 
<b><span style="color: #000000"> Niels Annen, Bundesvorsitzender der Jusos, </span></b><span style="color: #000000"><b><b> 
am 16. Dezember 2003 </b></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="color: #000000"><b><b> 
</b></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b> zu 
Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/nannen.jpg" alt="Niels Annen" align="left" border="0" height="119" width="84" /></b><br />
<b><span style="color: #000000"> Niels Annen, Bundesvorsitzender der Jusos, </span></b><span style="color: #000000"><b><b><br />
am 16. Dezember 2003 </b></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="color: #000000"><b><b><br />
</b></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b> zu<br />
Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span></span></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Moderator: Liebe Chat-Interessierte, herzlich willkommen im tacheles.02-Chat.<br />
Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de<br />
und wird unterstützt von tagesspiegel.de und von sueddeutsche.de.<br />
Heute ist Niels Annen in die Redaktionsräume von tagesschau.de in<br />
Hamburg gekommen. Herr Annen ist Bundesvorsitzender der Jusos und sitzt<br />
seit kurzem auch im Vorstand der SPD. In der kommenden Stunde haben Sie<br />
die Möglichkeit, Ihre Fragen an Niels Annen zu richten. In fünf<br />
Minuten legen wir los! Einen schönen Guten Tag Herr Annen, sind Sie<br />
startbereit?</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Aber sicher!</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Beginnen wollen wir mit dem innenpolitischen Thema der vergangenen Wochen,<br />
den Reformbemühungen im Vermittlungsausschuss. &quot;Die Ergebnisse<br />
des Vermittlungsausschuss bleiben in der Gesamtschau ernüchternd&quot;<br />
&#8211; so ihr Fazit auf der Webseite der Jusos. Was ist denn so ernüchternd?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Ernüchternd ist, dass die Union die Frage der Steuersenkungen mit<br />
der Arbeitsmarktreform verknüpfen konnte.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>p_baecker</b>:<br />
Nils, was sagst du zu den Ergebnissen des Vermittlungsausschusses? Können<br />
die Jusos mit dieser Steuerreform leben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Wir finden es erst einmal gut, wenn der Eingangssteuersatz stärker<br />
abgesenkt wird als der Spitzenssteuersatz. Insgesamt bin ich aber nicht<br />
zufrieden, wenn Langzeitarbeitslose jetzt jeden legalen Job annehmen müssen.<br />
Das hat die Union zu verantworten!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>a_walter</b>:<br />
Führende Ökonomen und Wirtschaftsverbände halten den jetzt<br />
erzielten Reformkompromiss für nicht ausreichend. Arbeitgeberpräsident<br />
Dieter Hundt hält zum Beispiel die vereinbarte Lockerung des Kündigungsschutzes<br />
für nicht ausreichend. Was entgegnen sie solchen Äußerungen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Das ist reine Propaganda. Was in Deutschland fehlt ist eine konjunkturelle<br />
Belebung. Die Menschen brauchen mehr Geld in ihren Taschen und nicht weniger<br />
soziale Sicherheit. Die Rezepte von Herrn Hund haben schon die letzten<br />
20 Jahre nicht funktioniert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>idaober</b>:<br />
Das Ifo-Institut sagt ganz klar: Kein konjunktureller Effekt. Wie sehen<br />
Sie das?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Dem stimme ich zu. Aber es hätte auch mehr sein können, wenn<br />
die Union nicht nur auf Parteitagen Steuersenkungen versprechen würde,<br />
sondern sie auch mit auf den Weg brächte, im Vermittlungsausschuss.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>turnundtaxis</b>:<br />
Es scheint aber, dass die Leute auch mit mehr Geld in den Taschen das<br />
nicht so richtig auf den Kopf hauen. Das reicht wohl nicht zum Konjunktur<br />
beleben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Das werden wir dann ja sehen. Aber richtig ist: Wir brauchen auch weitere<br />
Impulse für Wachstum. Da muss die Politik etwas leisten, Wirtschaft<br />
und Forschung zusammenbringen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Henry M. Weiler</b>:<br />
Sie sagen: „Die alltägliche Sparlogik beraubt gerade der jungen<br />
Generation die notwendigen Handlungsspielräume. Immer wieder wird<br />
die These erneuert, es gebe keinen gesellschaftlichen Verteilungsspielraum<br />
mehr. Diese These ist weder richtig noch stichhaltig und hält keiner<br />
empirischen Untersuchung stand“. Wie sieht denn dann die tatsächliche<br />
Situation auf empirischer Grundlage tatsächlich aus?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Nun ich bin kein Wissenschaftler, aber Deutschland ist ein reiches Land<br />
und alle Untersuchungen zeigen: Wenn wir den Reichtum gerechter verteilen<br />
belebt dies auch die Wirtschaft. Wir müssen in produktive Bereiche<br />
investieren, Bildung und Forschung in den Mittelpunkt stellen, das schafft<br />
auch Arbeitsplätze.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Wer hat sich im Vermittlungsausschuss besser durchsetzen können?<br />
Dazu drei Fragen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>jungeUnion</b>:<br />
Hallo Niels, der Kompromiss ist ja wohl ein Sieg nach Punkten für<br />
Merkel und Stoiber. Wie ist denn da die Stimmung an der SPD-Basis?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>idaober</b>:<br />
Aber die Taktik der CDU ist doch aufgegangen: Sie sind nicht mehr die<br />
Blockierer und haben der Regierung eine faule Reform aufgezwungen. Ein<br />
voller Erfolg der Union, oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sonja</b>:<br />
Hat nicht die CDU im Vermittlungsausschuss ihre Interessen besser durchsetzen<br />
können als die SPD?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Es geht nicht um Punktsiege. Die Union wird sich noch wundern. Sie hat<br />
den Menschen Entlastung versprochen und sie dann verhindert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>calista</b>:<br />
Hallo Niels, für mich ist das Verhandlungsergebnis nur ein fauler<br />
Kompromiss, der die Probleme nicht löst. Was ist mit der Generationengerechtigkeit<br />
und wo bleibt der Beitrag der Jusos zur Zukunft der BRD?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Die Mehrheiten können wir uns nicht schnitzen. Das ist manchmal bitter<br />
und ich bin auch nicht zufrieden aber wichtig ist: Die Tarifautonomie<br />
ist nicht angetastet worden. Das ist unser Erfolg.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>markus</b>:<br />
Die SPD-Linken haben Schröder vor so einer Bundestagsabstimmung wie<br />
am Freitag eine Menge Nerven gekostet. Jetzt geht das wieder los, die<br />
ersten Links-Denker haben schon wieder gesagt, sie stimmen dagegen. Man<br />
kann sich auch richtig das Reformimage selbst verhageln was?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen:</b><br />
Die Stimmung an der Basis ist nicht euphorisch, aber wenn wir jetzt unsere<br />
Punkte wie Bürgerversicherung, Umlagefinanzierung angehen, gewinnen<br />
wir auch Vertrauen zurück.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>POPMART</b>:<br />
Franz Müntefering droht erneut den Abweichlern. Das ist ja wohl verfassungswidrig,<br />
weil der Parlamentarier laut Verfassung nach eigenem Gewissen entscheiden<br />
darf. Finden Sie das nicht unfair?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Ich gebe den Abgeordneten keine Empfehlungen, aber eine große Mehrheit<br />
ist ja wohl sicher, denn die Union stimmt zu. Letztlich muss es aber jeder<br />
selbst entscheiden. In einer großen Partei müssen auch unterschiedliche<br />
Meinungen vorkommen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Die Frage war, ob sie das Verhalten von Müntefering, die Abgeordneten<br />
zu beeinflussen, &quot;unfair&quot; finden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b>Niels Annen</b>: Ich halte gar nichts von Drohungen, auch<br />
nicht in der Fraktion. Da ist die Meinung der Jusos eindeutig!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>POPMART</b>:<br />
Glauben Sie es wird Gegenstimmen gegen diese Reform in Reihen der SPD<br />
geben am Freitag?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Ich habe von meinem Freund Ottmar Schreiner gelesen, dass er dagegen stimmen<br />
will. Warten wir es ab.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Seneca</b>:<br />
Sollte die SPD angesichts dieser faulen Reformen nicht sofort weitere<br />
und weitergehende Änderungen fordern, um die Blockierer aus CDU/CSU<br />
wieder ihre Rolle zuzuweisen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Das werden wir tun bei der Gesundheitspolitik. Da will die Union die Kopfprämien<br />
und die SPD das solidarische System weiterentwickeln zu einer Bürgerversicherung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Strahleman</b>:<br />
Kompromiss: Ich lese: Es ist halt nur ein Bündel, kein Paket und<br />
erst recht kein Meilenstein. Mit dem größtmöglichen Aufwand<br />
wurde das geringst mögliche Ergebnis erzielt.&quot; Was antworten<br />
Sie?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Ich hätte mir ein größeres Ergebnis gewünscht. Aber<br />
offensichtlich hat auch der Machtkampf innerhalb der Union eine Entscheidung<br />
in der Sache verhindert. Sicher gibt es Einsparpotentiale, aber in einer<br />
solchen wirtschaftlichen Krise muss man notfalls auch kreditfinanzierte<br />
Programme auflegen, denn es ist auch nicht gerecht gegenüber den<br />
heute Jungen, notwendige Investitionen, in der Bildung, nicht zu tätigen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MrBrook</b>:<br />
Die SPD wollte die Reformen ja durch Schulden finanzieren. Ist der Einwand<br />
der CDU, dass nicht noch mehr Schulden gemacht werden sollten, nicht berechtigt?<br />
Es gibt immer noch genügend Fälle, in denen meiner Meinung nach<br />
zu wenig getan wird, um wirklich Einsparungen vorzunehmen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>wirtshausberater</b>:<br />
Warum konnte sich die SPD nicht durchringen, weitere Subventionen zu kürzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Das ist so nicht ganz richtig: Die SPD hat am Anfang des Jahres das berühmte<br />
Steuervergüngstigungs-Abbaugesetz eingebracht. Die Union hat es so<br />
gefleddert, dass fast nichts übrig geblieben ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Seneca</b>:<br />
Hat die USA nicht erfolgreich vorexerziert, wie durch ungehemmtes Schuldenmachen<br />
ein wirtschaftlicher Aufschwung herbeigezaubert wird?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Die USA sind in dieser Frage durchaus ein Vorbild. Im Mutterland des Kapitalismus<br />
scheint es weit weniger ideologische Vorbehalte zu geben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Seneca</b>:<br />
Sind Bürgerversicherung und eine Umlagefinanzierung die einzigen<br />
Perspektiven für eine Einflussnahme auf den politischen Entscheidungsprozess<br />
durch die Jusos, oder siehst du noch weitere Politikfelder, die im Sinne<br />
einer forcierten Reformdiskussion von den Jusos bearbeitet werden können<br />
?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Einer aktiven Konjunkturpolitik zu geben. Wir möchten eine Idee von<br />
Sozialstaat entwickeln, die auf die heutigen Risiken eine Antwort gibt.<br />
Also: Absicherung von Übergängen von Ausbildung in Arbeit; Absicherung<br />
von Erziehungszeiten, Fortbildung etc. also einen flexiblen Sozialstaat<br />
für den flexiblen Kapitalismus schaffen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Franziska<br />
H</b>.: Sie fordern eine zusätzliche Verbrauchersteuer von 6%<br />
auf Luxusgüter. Wo würden Sie die Grenze ziehen, was Luxus ist<br />
und was nicht? So genannte Luxusgüter sind doch letztlich immer auch<br />
Statussymbole. Sind darin auch schon die Markenklamotten der Kids von<br />
heute inbegriffen, die ihren Eltern dadurch das Geld aus der Tasche ziehen?<br />
Wer kann in dieser, eher verwöhnten Gesellschaft entscheiden, was<br />
Luxus ist und was nicht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Die Idee ist, die Mehrwertsteuer zu splitten und Luxusgüter stärker<br />
zu belasten. Dafür gibt es in Belgien ein gutes Vorbild.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MrBrook</b>:<br />
Was sagen sie zu der Tatsache, dass die SPD Gesetze, die bereits 98 existierten,<br />
und die nach dem Machtwechsel zurückgenommen wurden, plötzlich<br />
doch wieder einbringen will? Ich denke da an den Kündigungsschutz,<br />
der ja gelockert wurde. Hat da die SPD nicht grundlegende Fehler gemacht,<br />
wenn diese Rücknahme nur 5 Jahre gehalten hat?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Ich bin eindeutig gegen diese Veränderung. Wir wollen als Jusos keine<br />
Lockerung, aber das war wohl nicht durchzusetzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Strahleman</b>:<br />
Verschärfte Zumutbarkeitsregel für Arbeitslose und die Lockerung<br />
des Kündigungsschutzes sind &quot;bittere Pillen&quot;, die aber<br />
im Blick auf das Gesamtergebnis vertretbare Zugeständnisse darstellten,<br />
sagen die Grünen. Ist das auch ihre Politik?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Mein Eindruck ist, wir werden diese Kröten wohl schlucken müssen,<br />
aber ich kann mich auch nicht des Eindrucks erwehren, dass Wolfgang Clement<br />
nicht gerade engagiert für unsere Position gekämpft hat, wenn<br />
sich in Deutschland gegen unseren Willen ein Niedriglohnsektor etablieren<br />
sollte, müssen wir offen über die Konsequenzen reden, brauchen<br />
wir z. B. dann einen Mindestlohn?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Zwei Fragen, gleiche Stoßrichtung:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>wirtshausberater</b>:<br />
Wann wacht die SPD endlich auf und befreit sich vom dogmatischen Einfluss<br />
der Betonköpfe in den Gewerkschaften?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Consensus</b>:<br />
Gewerkschaften und die Arbeitgeberverbände haben sich für eine<br />
Zementierung des Tarifkartells ausgesprochen. Warum wurde hier nicht mehr<br />
Flexibilität erreicht? Ist die Macht der beiden Lobbygruppen durch<br />
die Politik nicht zu brechen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Ich bin selber Gewerkschafter und ich glaube nicht, dass dieses Klischee<br />
richtig ist. Schon heute gibt es über 50.000 flexible Regelungen<br />
im Rahmen von Tarifverträgen. Die Frage, wie man mit Lobbygruppen<br />
umgeht, muss sich die Politik immer stellen, aber es ist normal in einer<br />
Demokratie, dass sich Interessen organisieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MrBrook</b>:<br />
Meiner Meinung nach sind die Gewerkschaften zu gierig. Eine Forderung<br />
nach 4,5% Lohnerhöhung ist schon unverschämt, wäre ich<br />
Arbeitgeber würde ich mich weigern, mit diesen Leuten überhaupt<br />
zu verhandeln. Wie wollen sie Flexibilität in den Arbeitsmarkt bringen,<br />
wenn Arbeitgeber an diese Löhne gebunden werden und gleichzeitig<br />
kaum eine Chance haben, nach Auftragslage Leute einzustellen und zu entlassen?<br />
Brauchen wir nicht mehr Flexibilität?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Ich glaube, da liegen Sie falsch. Die Arbeitgeber sind genau so interessiert<br />
daran, das Tarifsystem aufrecht zu erhalten. Denn es garantiert ihnen<br />
sozialen Frieden und einen klaren Ansprechpartner auf der Seite der Arbeitnehmer.<br />
Ein Blick zu unseren europäischen Nachbarn reicht aus, um sich von<br />
den Vorzügen des deutschen Systems zu überzeugen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>wirtshausberater</b>:<br />
Was sagen Sie den Kollegen in kleinen Firmen, die für weniger Geld<br />
arbeiten würden, wenn sie dadurch ihren Arbeitsplatz sichern könnten,<br />
durch den Flächentarifvertrag so eine Einigung aber verhindert wird?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Deutschland hat keine Zukunft als Niedriglohnland, und die Flächentarifverträge<br />
stellen sicher, dass die Lohnspirale sich nicht weiter nach unten dreht.<br />
Unternehmen, die in wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind, haben auch<br />
heute schon die Möglichkeit vom Tarifvertrag abweichende Regelungen<br />
zu treffen. Übrigens fast immer in enger Zusammenarbeit mit Betriebsrat<br />
und Gewerkschaften. Ich finde, das sollte so bleiben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Zwei Kommentare dazu:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>UweK</b>:<br />
Herr Rogowski sieht das wohl anders.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>looser</b>:<br />
Aber die Betriebe sind abhängig von den Funktionären beider<br />
Seiten. Das wurde nicht geändert!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Und noch einer:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Umpf</b>:<br />
Ist es (hinter vorgehaltener Hand) nicht so, dass die Wirtschaft mittlerweile<br />
bestimmt, was hier an politischen Entscheidungen (für sie, die Wirtschaft,<br />
noch) zulässig bzw. besonders wünschenswert (oder: &quot;das<br />
kleinere Übel&quot;) wäre? <br />
Niels Annen: Worum es Herrn Rogowski geht, ist doch klar. Die wirtschaftlich<br />
schwierige Lage will er ausnutzen, um das Lohniveau in Deutschland generell<br />
zu drücken. Dabei wird mit der Angst der Kollegen um ihre Arbeitsplätze<br />
leichtfertig gespielt. Die Lösung liegt nicht in niedrigeren Löhnen,<br />
sondern in einer hohen Innovationsfähigkeit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Nun wechseln wir mal das Thema: Viele User im Chat wollen über die<br />
Studentenproteste diskutieren:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Franziska<br />
H</b>.: Wo bleibt die Uni, Sie sind doch auch noch Student, äußern<br />
Sie sich doch auch mal zu dieser Problematik!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>demonstrant</b>:<br />
Was halten sie von den Studentenprotesten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Wir Jusos unterstützen die Studenten, haben zu der großen Demo<br />
am 13. mit aufgerufen. Wir müssen endlich dafür sorgen, dass<br />
die Politik &#8211; auch meine eigene Partei &#8211; nicht nur über Bildung redet,<br />
sondern Investitionen in Forschung und Ausbildung wirklich zum Schwerpunkt<br />
macht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>POPMART</b>:<br />
Da redet die SPD immer von Forschung und Bildung, und dann wird erst einmal<br />
der Bildungsetat gekündigt. Wie soll ich das verstehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Das ist genau, was ich meine: Es klafft eine große Lücke zwischen<br />
dem, was die SPD an guter Bildungspolitik auf Bundesebene verkündet,<br />
und dem, was sie in den Ländern umsetzt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>studentenseele</b>:<br />
Wie sollen die Hochschulen aus ihrer Finanzmisere kommen &#8211; Studiengebühren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>tina_goettingen</b>:<br />
Wie stehst Du zu den wohl im nächsten Wintersemester kommenden Studiengebühren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
ich bin gegen Studiengebühren. Ich glaube, dass Bildung eine gesellschaftliche<br />
Aufgabe ist und deswegen auch von allen mitfinanziert werden sollte. Wir<br />
Jusos haben den Vorschlag gemacht, die Erbschaftssteuer zu erhöhen<br />
und das Geld in Bildung zu stecken. Der Bundeskanzler hat diesen Vorschlag<br />
auf unserem Parteitag aufgegriffen. Mal sehen, was daraus wird. Wir bleiben<br />
am Ball.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Studi1977</b>:<br />
Mal angenommen, es würden flächendeckend Studiengebühren<br />
eingeführt, und zwar nach dem Generationen-Prinzip (Jetzt studieren,<br />
später zahlen), so wäre das doch eine Lösung der Misere,<br />
vorausgesetzt, das Geld geht auch ohne Umwege direkt an die Unis und nicht<br />
an die Länder, die es &quot;Fremdverwenden&quot; würden. Wie<br />
stehst Du dazu?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Das wäre dann ja eine Akademiker-Steuer. Ich bin der Meinung, wer<br />
gut verdient, soll auch entsprechend viel Steuern zahlen. Das wäre<br />
gerechter.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ferdinand<br />
von Ahnen</b>: Ist es nicht zu erwarten, dass die Eltern die heutzutage<br />
Unterbringungskosten für Kitas und Horte aufbringen, in Zukunft auch<br />
deren evtl. Universitätsstudium bezahlen müssen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Ich hoffe nicht! Wir haben ein großes Defizit in Deutschland bei<br />
der Betreuung von Kleinkindern. Wir müssten uns eigentlich vornehmen,<br />
die Versorgung zu verbessern und sie irgendwann auch einmal kostenfrei<br />
anbieten zu können, damit sich mehr Menschen, insbesondere Frauen,<br />
ihre Vorstellung von Beruf und Familie erfüllen können.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>calista</b>:<br />
Wie wollen die Jusos denn die Unis wettbewerbsfähiger machen? Protestieren<br />
allein hilft auch nicht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Bildung ist nicht nur eine Frage von Wettbewerb. Aber es ist schon richtig:<br />
Die Zustände an den Unis sind zum Teil katastrophal. Deswegen müssen<br />
wir mehr in die Hochschulen investieren. Vorschläge dazu liegen auf<br />
dem Tisch.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Soviel zum Thema Studentenproteste. Wir haben noch andere Fragen zu anderen<br />
Themen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>dieter_h</b>:<br />
Niels, wie glaubst du im SPD-Vorstand die Meinung der Jusos vertreten<br />
zu können?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Indem ich mich weiterhin zu Wort melde und mein Mandat ernst nehme. Der<br />
SPD ist mit Jasagern alleine nicht geholfen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>patrick_w</b>:<br />
Wie kann man das Urvertrauen der SPD-Basis wieder zurück gewinnen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Wir haben die Kompetenz in Sachen soziale Gerechtigkeit an die Union verloren.<br />
Das müssen wir durch politisches Handeln wieder korrigieren, sonst<br />
wird die SPD als Volkspartei auf Dauer keine Zukunft haben. Die Beteiligung<br />
von großen Vermögen an den Reformen wird da die erste Probe<br />
werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Holger Israel</b>:<br />
Welche Chancen siehst Du, dass die SPD kurz- oder mittelfristig zu ihren<br />
sozialen Werten zurückfindet?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen:</b><br />
Ich glaube, die SPD, ihre immer noch über 600.000 Mitglieder stehen<br />
zu den Grundwerten der Sozialdemokratie. Es war immer unsere Stärke,<br />
diese Grundwerte an die aktuelle Situation anzupassen. Das werden wir<br />
auch dieses Mal schaffen können, aber nur, wenn sich die heute enttäuschten<br />
nicht abwenden!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Doch die Zahl der Mitglieder nimmt ständig ab. Wie lässt sich<br />
diese Dynamik aufhalten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Es stimmt, 30.000 Leute sind in diesem Jahr ausgetreten und ich hoffe<br />
noch immer, dass wir sie zurück gewinnen können. Aber es gab<br />
auch über 10.000 Eintritte, davon fast die Hälfte junge Leute.<br />
Das ist nicht genug, aber ein Hoffnungsschimmer.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Simone</b>:<br />
Wenn Sie aus der jetzigen Perspektive der politischen und ökonomischen<br />
Situation in Deutschland auf die nächsten Wahlen 2006 sehen. Für<br />
wie realistisch halten Sie es, dass die SPD nochmals als regierende Partei<br />
aus den Wahlen geht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Wenn die SPD klar für die Idee der solidarischen Finanzierung des<br />
Sozialstaates steht, also für die Bürgerversicherung, und die<br />
Union auf der anderen Seite, den Sozialstaat komplett privatisieren und<br />
auch Kopfpauschalen umstellen will, bin ich sicher, dass wir gewinnen.<br />
Denn die Menschen wollen nicht weniger, sondern mehr Sicherheit im Wandel.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>marlies</b>:<br />
Freuen Sie sich auf die Wahl in Hamburg? Kommt die Wahl nicht zu früh<br />
angesichts der schlechten Umfragewerte für die SPD?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Ja. Ole von Beust ist verantwortlich für das Desaster. Er hat nicht<br />
nur dem Ruf der Stadt geschadet, sondern auch einen unberechenbaren neurotischen<br />
Rechtspopulisten hoffähig gemacht. Ich bin mir sicher, die Hamburger<br />
werden sich gegen diesen Rechtssenat entscheiden und damit auch ein Zeichen<br />
für die Bundespolitik setzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>giorgos stamtsis</b>:<br />
Niels, welche ist die Meinung von Jusos zum Konflikt über die EU-Verfassung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Ich bedauere das Scheitern des Gipfels. Ich bin aber überzeugt davon,<br />
dass Gerhard Schröder die richtige Position vertreten hat. Europa<br />
kann auf Dauer nur funktionieren, wenn die Bürger den Eindruck haben,<br />
dass die Entscheidungen demokratisch zustande kommen. Die Berücksichtigung<br />
der Bevölkerungszahl ist daher unumgänglich.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>dieter_h</b>:<br />
Was hältst du von dem Medium, dass wir hier für den Chat gerade<br />
nutzen? Welche Rolle spielt das Internet für deine Parteiarbeit?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen:</b><br />
Das Internet hat schon heute die Arbeit der Parteien stark verändert.<br />
Wir Jusos waren in der SPD mit die ersten, die ein Großteil ihrer<br />
Kommunikation nach außen und nach innen über das Internet abgewickelt<br />
haben. Ich glaube nicht, dass dieser Prozess schon abgeschlossen ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>linke_offensive</b>:<br />
Hallo. Ich komme zwar etwas spät, mich hätte aber interessiert<br />
ob die Jusos Ottmar Schreiner dabei unterstützen werden, wenn er<br />
gegen den Kompromiss stimmen will.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Ich teile die Kritikpunkte von Ottmar Schreiner in der Sache, aber letztlich<br />
muss jeder Abgeordnete selber entscheiden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Eine Nachfrage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Holger Israel:</b><br />
Was meinst Du mit &quot;Grundwerte anpassen?&quot;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Die Grundwerte bleiben unverändert, aber die Bedingungen, unter denen<br />
wir Politik machen, haben sich seit 140 Jahren immer wieder verändert.<br />
Das müssen wir berücksichtigen oder, wie Willy Brandt gesagt<br />
hat, &quot;auf der Höhe der Zeit sein&quot;.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
So, liebe User, noch zwei Minuten, noch zwei Fragen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Polo</b>:<br />
Gibt es häufig Treffen mit anderen Jugendorganisationen JU oder Jung-Liberalen<br />
etc.?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Ich habe gerade vor einigen Tagen mit den Vorsitzenden der anderen Jugendorganisationen<br />
ein Streitgespräch gehabt. Wir sehen uns recht häufig und es<br />
gibt über die Parteigrenzen hinweg in der Jugendpolitik auch einige<br />
Punkte, die wir gemeinsam vertreten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Und nun die unvermeidliche Abschlussfrage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>fragezeichen</b>:<br />
Niels, wie stellst du Dir deine politische Zukunft vor?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Ich rüttle an keinen Toren 🙂 Zunächst mal habe ich mit meiner<br />
Aufgabe als Juso-Vorsitzender genug zu tun, und die Arbeit macht mir trotz<br />
der manchmal unerfreulichen Nachrichten weiterhin viel Spaß.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Lieber Herr Annen, Liebe User, die Stunde ist um. Wir bedanken uns ganz<br />
herzlich für die konstruktive Diskussion und die vielen Fragen, die<br />
uns erreicht haben. Leider konnten wir bei weitem nicht alle an Herrn<br />
Annen weiterreichen. Herr Annen, Ihnen vielen Dank, dass Sie sich für<br />
die Nutzer von tagesschau.de, politik-digital.de, tagesspiegel.de und<br />
sueddeutsche.de Zeit genommen haben. Ihnen und allen Chat-Teilnehmern<br />
wünschen wir noch einen schönen Tag.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Niels Annen</b>:<br />
Vielen Dank für die vielen Fragen. Es hat mir viel Spaß gemacht,<br />
und wer Weiteres über die Jusos wissen möchte, kann sich gerne<br />
über www.jusos.de an uns wenden. Tschüss und Frohe Weihnachten</span></p>
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