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	<title>NPD &#8211; politik-digital</title>
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	<title>NPD &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Echt schwierig &#8211; Digitale Presseschau KW35</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Aug 2014 14:09:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Soziale Medien sind eine tolle Sache. Bis auf das mit der NSA, klar. Jetzt haben die auch noch die spy-it-yourself-Suchmaschine [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Soziale Medien sind eine tolle Sache. Bis auf das mit der NSA, klar. Jetzt haben die auch noch die spy-it-yourself-Suchmaschine für den behördlichen Alltagsgebrauch. Dass man per Social Media allerdings auch den russischen Präsidenten Lügen strafen kann, ist irgendwie cool. Wenn dann aber Nazis und ISIS-Spinner wiederum Propaganda machen, auch nicht. Echt schwierig. Die Presseschau.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p>https://www.youtube.com/watch?v=Tx6d5DTt9ug<br />
Unser Video der Woche behandelt ein trauriges Phänomen: Nicht nur, dass NPD-Anhänger sich mittlerweile unter dem Begriff „Nipster“ gern mal eine Skinny Jeans anziehen und Jutebeutel tragen. Auch auf Facebook, aktuell im Landtagswahlkampf in Sachsen, versucht man sich volksnah und trendy zu geben. Dabei aber bitte nicht vergessen: Ein kackbraunes Plüschmaskottchen macht noch keine Stimmen. Und Nazi bleibt Nazi.</p>
<h3><a href="https://firstlook.org/theintercept/article/2014/08/25/icreach-nsa-cia-secret-google-crisscross-proton/">Google ist für Normalsterbliche</a></h3>
<p>Wie funktioniert das eigentlich genau, wenn die NSA etwas über mich herausfinden möchte? Die traurige Antwort auf diese Frage gibt die amerikanische Enthüllungsplattform „The Intercept“ (deutscher Bericht auf <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/geheimprojekt-icreach-die-suchmaschine-der-nsa-13117326.html">faz.net</a>): Es wird erstmal die Suchmaschine angeschmissen. Während der normale User googelt, benutzen NSA-MitarbeiterInnen die userfreundliche Späh-Suchmaschine „ICReach“. Auf die hat allerdings nicht nur der amerikanische Geheimdienst Zugriff, sondern auch beispielsweise das FBI. Wie praktisch.<br />
<a href="https://firstlook.org/theintercept/2014/08/25/icreach-nsa-cia-secret-google-crisscross-proton/"><em>firstlook.org</em></a></p>
<h3><a href="http://connected.tante.cc/2014/08/25/digitale-souveraenitaet/">Digitale Souveränität?</a></h3>
<p>Jürgen Geuter stellt sich und der Leserschaft in seinem Blog die Frage, was mit dem Begriff der „Digitalen Souveränität“ gemeint sein soll. Die Frage ist berechtigt, taucht die Forderung nach eben dieser doch immer wieder in der Debatte um die Nutzung von Internetdaten auf, zuletzt in begleitenden Texten zur Demo „Freiheit statt Angst“, die am Samstag in Berlin stattfindet. Geuter findet, Digitale Souveränität könne nicht nur für ein bisschen Linux und offenen Quellcode stehen, sondern dafür, wovon der Begriff eigentlich handelt: die Freiheit, selbst zu entscheiden.<br />
<a href="http://connected.tante.cc/2014/08/25/digitale-souveraenitaet/"><em>connected.tante.de</em></a></p>
<h3><a href="https://bellingcat.com/news/mena/2014/08/27/revealed-around-40-russian-troops-from-pskov-died-in-the-ukraine-reinforcement-sent-in/">Versehentlich im Krieg</a></h3>
<p>Die letzten Tage haben einige Verwirrung gestiftet, was die Rolle des russischen Militärs in der Ostukraine angeht. So wenig auch gesichert ist: Den russischen Präsidenten und seine Aussage, dass sich da vielleicht, unter Umständen, zufällig ein paar russische BürgerInnen über die Grenze verirrt haben könnten, nimmt nun wirklich niemand ernst. Viel interessanter ist, was ein russischer Journalist unter dem Pseudonym <a href="https://bellingcat.com/author/magnitsky/">Magnitsky</a> nur mit Hilfe der Social Media-Profile einiger russischer Soldaten herausgefunden hat. Russische Soldaten des 76. Regiments sind an Kämpfen in der Ostukraine beteiligt, einige sind dort auch gefallen. Und es handelt sich nicht gerade um die Aushängeschilder, die Moskau dort gerne sähe.<br />
<a href="https://bellingcat.com/news/mena/2014/08/27/revealed-around-40-russian-troops-from-pskov-died-in-the-ukraine-reinforcement-sent-in/">bellingcat.com</a></p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/rolle-sozialer-netzwerke-zensur-oder-selektion-13122124.html">Nachrichten (nur) für dich</a></h3>
<p>Twitter und Facebook sind längst wichtige Nachrichtenquellen, nicht nur für ihre User, sondern auch für JournalistInnen und die klassischen Medien. Während Facebook gar keinen Hehl daraus macht, dass der Newsfeed für jedes Profil nach der „Gefällt mir“-Logik zurechtfrisiert wird, stellt sich auch Twitter eine unangenehme Frage, wie Tobias Kreutzer auf faz.net berichtet. Hier werden die Tweets seit jeher lediglich chronologisch dargestellt: Aber was, wenn das zur Verbreitung von menschenverachtender Propaganda ausgenutzt wird? Welche Verantwortung können die sozialen Medien hier haben?<br />
<a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/rolle-sozialer-netzwerke-zensur-oder-selektion-13122124.html"><em>faz.net</em></a></p>
<h3><a href="http://www.carta.info/74101/digitaleagenda-das-maerchen-vom-breitbandausbau/">Houston, wir haben ein Finanzproblem</a></h3>
<p>Was ist in den letzten Wochen auf die <a href="http://avatter.de/digitale-agenda/">Digitale Agenda</a> eingeprügelt worden! Vielleicht sogar zu Recht, und dabei bezogen sich die meisten KommentatorInnen (mich eingeschlossen) auf die völlig unpräzisen und nebulösen Aussagen, mit denen das Papier arbeitet. Wenn man aber das, was konkret in dem Text steht, mal ernst nimmt, kommt man zu keinem besseren Ergebnis. Tabea Rößner (Bündnis 90/Die Grünen) tut das in einem Beitrag auf carta.info. Das Ergebnis: Es fehlt Geld. Viel Geld.<br />
<a href="http://www.carta.info/74101/digitaleagenda-das-maerchen-vom-breitbandausbau/"><em>carta.info</em></a><br />
&nbsp;<br />
Foto: Screenshot<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Braunes Netz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Frank Vaccaro]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Nov 2011 18:45:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendschutz]]></category>
		<category><![CDATA[NPD]]></category>
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		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit dem Aufdecken der rechtsextremen Terrorzelle ist die deutsche Politik in Aufruhr. Das Thema Rechtsextremismus ist plötzlich wieder in aller Munde. Experten sind sich einig: Insbesondere im Internet sind Rechte schon seit längerem auf dem Vormarsch.
<p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seit dem Aufdecken der rechtsextremen Terrorzelle ist die deutsche Politik in Aufruhr. Das Thema Rechtsextremismus ist plötzlich wieder in aller Munde. Experten sind sich einig: Insbesondere im Internet sind Rechte schon seit längerem auf dem Vormarsch.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Um im Kampf gegen den Rechtsextremismus besser gerüstet zu sein, schlägt Innenminister Friedrich neben einem Abwehrzentrum gegen Rechtsextremismus auch die verstärkte Überwachung des Internet vor. Diese Forderung stellen Beobachter der rechten Szene bereits seit längerem.
</p>
<p>
Ein erst im Juli dieses Jahres veröffentlichter <a href="http://hass-im-netz.info/fileadmin/dateien/dokumente/PDFs/Jahresberichte/bericht2010v2.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bericht</a> der Initiative <a href="http://www.jugendschutz.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">jugendschutz.net</a> zeigt sehr deutlich, dass Rechtsextreme ihre Präsenz im Internet verstärkt haben und Hassinhalte ein immer größeres Publikum erreichen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2010 drei Mal so viele rechtsextreme Beiträge im Web 2.0 dokumentiert. Speziell soziale Netzwerke, Videoplattformen und Blogs haben demnach die rechtsextreme Angebotsstruktur im Internet verändert und werden immer häufiger genutzt. „Neben eigenen Websites, die Rechtsextreme in vielen Fällen sehr jugendgemäß und multimedial gestalten, gehören Profile bei Facebook, Videos bei YouTube oder eigene Twitter-Accounts mittlerweile zum festen Bestandteil der Propaganda im Internet“, so Christiane Schneider von jugendschutz.net. Johannes Radke ist freier Journalist und Rechtsextremismus-Experte, er betreut u.a. das Rechtsextremismus-Blog <a href="http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Störungsmelder</a> für Zeit Online und erklärt: „Man darf nicht glauben, dass die rückwärtsgewandte Ideologie und die Ablehnung der Moderne sich auch im Mediennutzungsverhalten der Szene widerspiegeln. Ganz im Gegenteil: Die NPD und die militante Naziszene waren immer ganz vorne dabei, wenn es um die Nutzung neuer Medien ging.“
</p>
<p>
<b>Platte Propaganda und emotionale Themen</b>
</p>
<p>
Radke beschreibt zwei Strategien, mit denen Rechte im Netz auf sich aufmerksam machen: einerseits durch „ganz platte Propaganda in Form von Bildern und Videos aus der NS-Diktatur oder von aktuellen Naziaufmärschen, meist hinterlegt mit Rechtsrockmusik.“ Daneben gebe es „eine sehr aktive Gruppe von Rechtsextremisten, die versuchen, über auf den ersten Blick nicht-rechte Themen mit Usern ins Gespräch zu kommen.“ Die Finanzkrise oder auch das Thema sexueller Missbrauch von Kindern seien da gute Beispiele. In einigen Naziforen werde schon länger darüber diskutiert, wie man sich online gut als „empörter Demokrat“ ausgeben kann, um dann beispielsweise die rechtsextreme Forderung nach der Todesstrafe für Sexualstraftäter zu lancieren. Die Tendenz Rechtsradikaler, im Internet emotionale Themen zu besetzen, sieht auch Christiane Schneider. So werde auch in den Kommentarspalten vieler Online-Medien eine Diskussion im Sinne der rechten Ideologie umgedreht. „Geht es zum Beispiel um eine brutale Gewalttat von Neonazis, dauert es oft nicht lange, bis ein User plötzlich das Thema auf angeblich steigende Zahlen von „Ausländergewalt“ oder „Linksterrorismus“ lenkt“, bestätigt auch Johannes Radke.
</p>
<p>
<b>Radikalisierungstendenzen</b>
</p>
<p>
Simone Rafael von der Initiative <a href="http://www.netz-gegen-nazis.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">netz-gegen-nazis.de</a> bekräftigt, dass die Nutzung sozialer Netzwerke durch Rechtsextremisten eindeutig zur Radikalisierung und Mobilisierung der Szene beitrage. Rechtsextreme Ideologie sei heute so leicht zugänglich wie nie zuvor. „Über Videos, Audiofiles und Blogs wird nicht nur zu Veranstaltungen eingeladen und aufgerufen – dort überbieten sich die Rechtsextremen auch gegenseitig darin, wer die krassesten Inhalte einstellt“. Flashmobs würden durch moderne Medien überhaupt erst ermöglicht. Wie erfolgreich die Rekrutierung neuer Anhänger über das Internet ist, könne er nicht genau sagen, erklärt Journalist Radke. Aber es sei offensichtlich, „dass es viel einfacher ist, mit zwei Klicks in einer Nazigruppe zu chatten, als sich zu trauen, persönlich den lokalen Nazitreffpunkt aufzusuchen.“
</p>
<p>
<b>Völlige Abschottung oder völlige Offenheit</b>
</p>
<p>
Um sich vor der Öffentlichkeit zu schützen und nicht ausgespäht zu werden, nutzen Rechtsextreme interne Foren, die passwortgeschützt sind und zu denen nur Zugang erhält, wer persönliche Kontakte hat und als vertrauenswürdig gilt. Mehrfach wurden in den letzten Jahren solche Foren von Hackern geknackt und die Inhalte veröffentlicht. Dabei zeigte sich, dass hier ganz offen über Straftaten und die Organisation von unangemeldeten Aufmärschen und Aktionen gesprochen werde, so Radke weiter. Im krassen Gegensatz zu diesem Abschottungsbedürfnis steht das Verhalten vieler Rechtsextremer in den offenen sozialen Netzwerken. Simone Rafael ist immer wieder verblüfft, wie „komplett kritikfrei viele Rechtsextreme sind, was Daten- oder Persönlichkeitsschutz angeht.“ So werden rechtsextreme Inhalte völlig offen ins Netz gestellt, man benennt sich ohne Zögern nach NS-Größen oder propagiert Rassismus und Antisemitismus in den eigenen Profilbildern. 
</p>
<p>
<b>Im Kampf gegen Nazi-Inhalte</b>
</p>
<p>
Um erfolgreicher gegen Inhalte aus dem rechtsextremen Lager vorgehen zu können, sind Provider und Behörden aufgefordert, konsequenter einzugreifen. „Tendenziell ist die Bereitschaft bei den Betreibern da, Inhalte auf ihren Plattformen schnell zu entfernen, wenn sie gegen geltende rechtliche Bestimmungen verstoßen. Auch ausländische Plattformen wie Facebook oder YouTube löschen in der Regel strafbare oder jugendgefährdende Inhalte“, wenn man sie darauf aufmerksam macht, so Schneider. Generell gebe es aber noch Handlungsbedarf. So müsse beispielsweise sichergestellt werden, dass Inhalte, die bereits wegen Verstößen gemeldet wurden, nicht noch einmal auf einer Plattform auftauchen. Als Problem benennt Simone Rafael die großen Datenmengen, die tagtäglich hochgeladen werden und die Möglichkeit speziell eingerichtete Filter zu umgehen. Johannes Radke sieht viel Hilflosigkeit und Desinteresse im Kampf gegen rechtsextreme Inhalte. Facebook habe sich jahrelang überhaupt nicht für dieses Thema interessiert und fängt erst langsam an, Naziseiten zu löschen, erklärt er. Besonders nachlässig sei das Online-Radio LastFM. „Dort können Jugendliche hunderte verbotene Nazisongs hören oder virtuelles Mitglied bei der 2001 verbotenen Nazigruppe Blood &amp; Honour werden. Weder die Betreiber, noch die Justiz interessiert das bislang“.
</p>
<p>
<b>Rechtsextreme Beiträge nicht ignorieren</b>
</p>
<p>
Um dem rechten Treiben im Internet Einhalt zu gebieten, kooperiert die Initiative jugendschutz.net mit Behörden und Providern. Basis seien hier verbesserte gesetzliche Regelungen sowie Nutzungsbedingungen von Dienste-Anbietern. Vordringlich sei, so Schneider, aber ganz allgemein, rechtsextreme Beiträge nicht zu ignorieren. Jede und jeder, die im Netz darauf stoße, könne <a href="http://www.jugendschutz.net/hotline" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die gefundenen Inhalte  melden</a>.  Da es nicht möglich sei, rechte Propaganda vollständig aus dem Netz zu löschen, spricht sich Johannes Radke allgemein für mehr Aufklärung und die Stärkung der „nicht-rechten Jugendkultur“ aus, verweist aber auch darauf, dass bei strafrechtlich relevanten Inhalten konsequent durchgegriffen werden müsse. So sei fast immer bekannt, wer hinter den rechtsradikalen Inhalten stecke. Manchmal habe man aber  leider den Eindruck, dass der Ermittlungseifer der Behörden begrenzt ist“. Das müsse sich ändern. Und Simone Rafael ergänzt: „Ich bin bestürzt, wie wenig offenbar staatliche Stellen bisher davon Gebrauch gemacht haben, sich einfach mal anzusehen, was Nazis so alles ins Internet schreiben“.</p>
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		<title>Online-Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern: Mehr Pflicht als Kür</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/online-wahlkampf-in-mecklenburg-vorpommern-mehr-pflicht-als-kuer-5377/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Aug 2011 16:53:16 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>
Knapp zwei Wochen vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern läuft der Wahlkampf auf Hochtouren. Der Online-Wahlkampf hingegen spielt bislang kaum eine Rolle. politik-digital.de wirft einen Blick auf den Internet-Auftritt der Parteien im nordöstlichsten Bundesland.
</p>
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
Knapp zwei Wochen vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern läuft der Wahlkampf auf Hochtouren. Der Online-Wahlkampf hingegen spielt bislang kaum eine Rolle. politik-digital.de wirft einen Blick auf den Internet-Auftritt der Parteien im nordöstlichsten Bundesland.
</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Mecklenburg-Vorpommern gilt nicht eben als Heimat der Internet-Jünger. Trotz überdurchschnittlicher Zuwachsraten gibt es in kaum einem anderen Bundesland prozentual weniger <a href="http://www.nonliner-atlas.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internet-User.</a> Ein Grund  ist die vergleichsweise schlechte Breitbandversorgung: Vor allem bei höheren Bandbreiten und damit schnellen Internetverbindungen liegt Mecklenburg-Vorpommern deutlich unter dem <a href="http://www.zukunft-breitband.de/Dateien/BBA/PDF/breitbandatlas-bericht-2010-teil-1,property=pdf,bereich=bba,sprache=de,rwb=true.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesdurchschnitt</a>.<br />
Doch kann sich heute keine große Partei mehr erlauben, gänzlich auf den Online-Wahlkampf zu verzichten. Diese Erkenntnis ist theoretisch auch in Mecklenburg-Vorpommern angekommen. Während sich jedoch z. B. die Linke noch auf das Notwendigste beschränkt,  präsentieren sich CDU und Grüne passabel und zielgruppengerecht im Netz.
</p>
<p>
<b>Die einzelnen Auftritte im Überblick: </b>
</p>
<p>
<b><a href="http://spd-mv.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SPD</a>:<br />
</b>
</p>
<p>
Die Partei des amtierenden Ministerpräsidenten Erwin Sellering wartet mit einer relativ klassisch aufgebauten Seite auf. Neben akutellen Meldungen findet sich eine Menüleiste u.a. mit einem aktuell gepflegten Kalender, Links auf  das Wahlprogramm und die Abgeordneten. Verlinkt werden auch die Facebook-Seiten von Erwin Sellering und Manuela Schwesig, der Ministerin für Gesundheit, Arbeit und Soziales, sowie der SPD Mecklenburg-Vorpommern. Positiv zu bewerten sind der prominent platzierte Kontakt-Button und das leicht auffindbare Wahlprogramm, das auch als Hörbuch vorliegt. Verbesserungsfähig aber ist der etwas versteckte Verweis auf Sellerings eigene Homepage &#8211; Internet-Novizen dürften hier mehr Schwierigkeiten haben, sich zu orientieren, als bei einigen Konkurrenten des Ministerpräsidenten.
</p>
<p>
Sellerings Online-Auftritt jedoch macht wenig Lust auf mehr. Die konventionell konzipierte Seite beinhaltet kaum originelle oder interaktive Elemente und liefert nicht viel mehr als  die notwendigen Informationen.<br />
Auch die Facebook-Seiten  der SPD Mecklenburg-Vorpommern und von <a href="http://www.facebook.com/ErwinSellering" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erwin Sellering</a> sind wenig ansprechend. Zwar werden viele Fotos, Videos und Mitteilungen gepostet, dabei handelt es sich aber um Einbahnstraßenkommunikation, die Fragen in den Kommentaren bleiben zumeist unbeantwortet.<br />
Wesentlich gelungener ist der <a href="http://www.facebook.com/SPD.MV" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook-Auftritt</a> der auch über die Landesgrenzen hinaus bekannten Ministerin und stellvertretenden SPD-Bundesvorsitzenden <a href="http://www.facebook.com/ManuelaSchwesig" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Manuela Schwesig</a>. Neben Pressemeldungen und Interviews finden sich dort auch individuelle Beiträge, Kommentare und Antworten auf Beiträge von Gästen.
</p>
<p></p>
<p>
<b><a href="http://www.cdu-mecklenburg-vorpommern.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CDU</a>:</b>
</p>
<p>
Die Startseite des Landesverbandes und die Kampagnenseite sind sehr klar strukturiert. Parteiprogramm und Kandidatenliste sind leicht zu finden, insgesamt ist die Seite so angelegt, dass man auf einen Blick das gesamte Angebot sieht und nicht scrollen muss. Die Parteiseite verlinkt auf die Facebook-Profile des Landesverbandes und des Spitzenkandidaten Lorenz Caffier. Der Terminkalender ist detailliert und aktuell befüllt.<br />
Die Homepage des Spitzenkandidaten und amtierenden Innenministers Lorenz Caffier ist nach demselben Prinzip aufgebaut. Mit einem Klick erhält man die relevanten Informationen. Das klare Konzept erleichtert Ungeübten die Navigation, auch bei langsameren Internet-Verbindungen dürfte die Seite trotz vieler Bilder schnell laden. Das minimalistische Design wirkt auf der Kandidatenseite jedoch unpersönlich, zudem ist das Informationsangebot sehr überschaubar.
</p>
<p>
So gelungen das Homepage-Design ist, so schwach fällt der Umgang der CDU mit sozialen Medien aus: Auf  den <a href="http://www.facebook.com/pages/CDU-Mecklenburg-Vorpommern-CDU-MV/142004422534101?sk=wall" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook-Seiten</a> des Landesverbandes und des Spitzenkandidaten Caffier werden hauptsächlich  Zeitungsberichte und Standard-Texte gepostet, ein Meinungsaustausch findet nicht statt. Negativ fällt auch auf, dass der <a href="#%21/CDUMV" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter-Account</a> des CDU-Landesverbandes im April verstummte und <a href="http://www.facebook.com/lorenz.caffier?sk=wall" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lorenz Caffier</a> den Fragen auf <a href="http://blog.abgeordnetenwatch.de/2011/08/24/c-wie-keine-antwort/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">abgeordnetenwatch.de </a>bislang keine Beachtung schenkte.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b><a href="http://relaunch.mv.liberale.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FDP</a>:</b>
</p>
<p>
Der <a href="http://fdp-mv.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online-Auftritt</a> der Liberalen in Mecklenburg-Vorpommern richtet sich an versierte Nutzer, die Struktur ist nicht unmittelbar ersichtlich. Positiv fällt auf der Startseite der Landespartei ein Eingabefeld für Kommentare und Fragen auf. Die FDP in Mecklenburg-Vorpommern hat eine eigene Facebook-Seite, auf die man auch über die Wahlkampfseite der Partei gelangen kann.<br />
Die Kampagnenseite ist ordentlich gestaltet. Nicht versierte Nutzer und politisch Unerfahrene werden aber ihre Schwierigkeiten haben und aktiv suchen müssen, um beispielsweise etwas über Spitzenkandidat Gino Leonhard zu erfahren.
</p>
<p>
Der Kandidat <a href="http://fdp-mv.de/gino-leonhard/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Leonhard </a>selbst hat nur eine einzelne Unterseite, die sehr sparsam mit Informationen umgeht, dafür aber unter einem großen Bild ein Kontaktformular anbietet.<br />
Die <a href="http://www.facebook.com/fdp.mv" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook-Aktivitäten</a> beschränken sich auf das Einstellen von Texten, Fotos und Wahlplakaten. Ein Meinungsaustausch findet nicht statt. Der Facebook-Account von Gino Leonhard ist nicht verlinkt.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Linke:</b>
</p>
<p>
Die Google-Suche führt zur <a href="http://www.originalsozial.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kampagnen-Seite</a>.<br />
Dort finden sich neben Fotos des Spitzenkandidaten und einem  Wahlspot-Video viele Artikel und Bilder sowie eine Kalender-Verlinkung. Mit einem Klick gelangt man zu den Kandidaten und dem Wahlprogramm. Der Terminkalender ist aktuell, aber unübersichtlicher als bei der Konkurrenz.
</p>
<p>
Die Homepage von Spitzenkandidat <a href="http://helmut-holter.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Helmut Holter</a> ist nur über mehrere Klicks zu erreichen und ebenso informationsarm wie die seines FDP-Kollegen Leonhard.<br />
Der Facebook-Link auf der Homepage führt ebenso wie der YouTube-Link zum Account der Bundespartei. Es also keine eigenen Auftritte der Landespartei.<br />
Der Auftritt des Landesverbandes ist leidlich: Man findet viele Meldungen, immerhin oft einige einleitende Worte, er wird nicht nur nach dem  Copy&amp;Paste-Prinzip bespielt. Jedoch findet kaum ein Meinungsaustausch oder Dialog statt.<br />
Weder auf der nicht verlinkten <a href="http://www.facebook.com/linkspartei#%21/pages/DIE-LINKE-Mecklenburg-Vorpommern/205311826175998" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook-Seite</a> der Landespartei noch auf der des Kandidaten <a href="http://www.facebook.com/linkspartei#%21/pages/Helmut-Holter/131204910275855" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Holter</a> gibt es einen Austausch mit den Wählern, es werden hauptsächlich Artikel, Videos und Fotos gepostet.
</p>
<p></p>
<p>
<b><a href="http://www.gruene-mv.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Grüne:</a></b>
</p>
<p>
Die Seite des Landesverbandes wirkt zunächst unaufgeräumt, ist auf den zweiten Blick jedoch klassisch angeordnet. Die Kampagnen-Seite ist eine Unterseite mit den üblichen Inhalten  (Meldungen, Programm, Landesliste, Grün-O-Mat, etc.) und klarer strukturiert. Das Wahlprogramm kann in Gänze oder kapitelweise eingesehen werden.<br />
Vereinfacht wird die Navigation durch die unten angehängte Sitemap und einen Navigationsbalken, der dem Besucher anzeigt, auf welcher Unterseite er sich jeweils befindet.
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Auf der Startseite findet sich als interaktives Element der Grün-O-Mat, welcher sich am Wahl-O-Mat orientiert. Die Homepage der Spitzenkandidatin Silke Gajek ist eine Unterseite der Kampagnenseite und hat dieselbe klare Struktur. Infos zu Person und Beruf stehen direkt auf der Seite, sind  allerdings sehr kurz gehalten. Auch in Mecklenburg-Vorpommern wird die bereits aus anderen Landtagswahlkämpfen dieses Jahres bekannte 3-Tage-Wach-Aktion vor der Wahl stattfinden. Dafür werden die Grünen vom 1. bis zum 4. September rund um die Uhr im Livestream auf der Kampagnenseite Fragen aus dem Chat oder per Telefon beantworten.<br />
Auf den <a href="https://www.facebook.com/gruenemv" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook-Seiten</a> des Landesverbandes und von <a href="http://www.facebook.com/gajek.silke#!/gajek.silke?sk=wall" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Silke Gajek</a> sind viele Zeitungsartikel und Videos gepostet. Positiv hervorzuheben ist, dass Gajek auch individuelle Posts und Antworten auf die Kommentare Anderer formuliert.<br />
Professionell agieren die Grünen auf <a href="#!/gruene_mv" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter</a>: Neben eigenen Tweets gibt es auch Retweets und Reaktionen auf andere Twitterer. 
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&nbsp;
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<b><a href="http://www.npd-mv.de/wahlportal/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">NPD*</a></b>
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*<i>Anmerkung: politik-digital.de ist eine parteiunabhängige und<br />
neutrale Plattform. Solange die NPD im Landtag vertreten ist, bewerten<br />
wir der Vollständigkeit halber auch diesen Online-Auftritt. Der Autor<br />
des Artikels betont aber, dass die Beurteilung des NPD-Online-Auftritts<br />
keinesfalls impliziert, dass es sich bei der NPD um eine mit den anderen<br />
hier aufgeführten Parteien vergleichbare demokratische Partei handelt.</i>
</p>
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Die Suche nach der <a href="http://www.npd-mv.de/index.php?com=news&amp;mid=7" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Partei-Homepage</a> der NPD Mecklenburg-Vorpommerns führt direkt zur Kampagnen-Seite.<br />
Die Partei-Homepage ist leicht verständlich strukturiert, neben der Navigation findet man eine Auflistung von Meldungen und Videos, direkte Kontakt-Möglichkeiten und einen Link auf Twitter.<br />
Auch die Kampagnen-Seite ist  auf einen Blick zu erfassen.
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Relevante Informationen über Spitzenkandidat Udo Pastörs, weitere Kandidaten und das Parteiprogramm sind leicht auffindbar. Die NPD hat einen eigenen Wahl-O-Mat, genannt „Wahlkompass“, auf der Startseite platziert. Zentral ist ein Fragen-Modul eingebaut, mit dessen Hilfe Antworten des Spitzenkandidaten zu finden sind und eigene Fragen gestellt werden können. Die Homepage von Pastörs ist eine Unterseite und bietet wenige Informationen und keinen Mehrwert.<br />
Den Social-Media-Bereich deckt die Partei nicht mit einem <a href="http://www.facebook.com/udo.pastoers" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook-Account</a> von Pastörs ab, stattdessen gibt es eine „Gemeinschaftsseite über Udo Pastörs“. Dort finden sich viele Einträge und Kommentare, eine direkte Kommunikation mit Pastörs oder Parteioffiziellen findet jedoch nicht statt, ebenso wenig über den NPD-MV-<a href="#!/npd_mv" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter-Account</a>, der hauptsächlich Pressemeldungen tweetet.
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<i></i>
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<b>Fazit:</b>
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Das Fazit fällt schlicht aus wie die Auftritte selbst:<br />
Insgesamt haben die Parteien nicht mehr als das Mindestmaß erfüllt. Bei allen Parteien sind das Wahlprogramm und die Landesliste leicht auffindbar. In den Details unterscheiden sie sich aber erheblich. Die Homepage der CDU ist schnell und gut verständlich. Der Auftritt der Grünen wirkt durchdacht: Einerseits gibt es die etwas unübersichtliche Partei-Seite für online-affine Stammwähler, andererseits eine klar strukturierte Kampagnenseite für den Erstkontakt. Der Online-Auftritt der SPD ist mittelmäßig. Die Homepages der FDP und der Linken laden nicht zum Informieren oder gar Verweilen ein. Die Homepage der NPD ist übersichtlich und leicht verständlich gestaltet.
</p>
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Am auffälligsten sind die Unterschiede zwischen den Mecklenburg-vorpommerschen Parteien bei den  Social Media-Aktivitäten. Die Grünen punkten bei Twitter und mit dem Facebook-Auftritt der Kandidatin Gajek, die SPD mit der prominenten Manuela Schwesig bei Facebook. Die anderen Parteien liefern nicht mehr als das Nötigste – so gewinnt man online keine neuen Wähler!  Angesichts der angesprochenen geringen Internet-Nutzerzahlen in dem Bundesland war es nicht anders zu erwarten, als dass die Parteien in Mecklenburg-Vorpommern  stärker als z. B. in Berlin auf den Offline-Wahlkampf setzen.</p>
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		<title>NPD-vernetzt?!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Simone Schiedchen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 May 2011 16:31:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[NPD]]></category>
		<category><![CDATA[Vernetzung]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich-Ebert-Stiftung]]></category>
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					<description><![CDATA[Gestern veranstaltete die  Friedrich-Ebert-Stiftung eine Konferenz zum Thema „Virtuelle Vernetzung des Rechtsextremismus - Was tun?“ in Berlin. Es konnten aufschlussreiche Einblicke in rechtsextreme Netzwelten gegeben werden.
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern veranstaltete die  Friedrich-Ebert-Stiftung eine Konferenz zum Thema „Virtuelle Vernetzung des Rechtsextremismus &#8211; Was tun?“ in Berlin. Es konnten aufschlussreiche Einblicke in rechtsextreme Netzwelten gegeben werden.</p>
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Wozu nutzen Rechtsextreme das Internet? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Konferenz. Andreas Speit, freier Journalist und Publizist, stellte klar heraus, dass selbstverständlich auch bei der NPD und den Freien Kameradschaften eine Generation Netzaffiner nachwächst und die Qualität der Beiträge aus der rechtsextremen Szene auffällig gestiegen ist, wie am Beispiel des bildstarken Videos „<a href="http://www.youtube.com/watch?v=-ghmXTFHO28" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Unsterblichen</a>“ deutlich wird. Die &quot;Unsterbli&quot; sind ein <a href="http://werde-unsterblich.info/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zusammenschluss junger Deutscher</a>, die sich, wie sie es selbst beschreiben, „bundesweit auf öffentlichen Plätzen zusammenfinden, um auf das Schandwerk der Demokraten aufmerksam zu machen.“
</p>
<p>
Gleichzeitig wurde mehrfach hervorgehoben, dass nicht alles, was im Netz zu finden ist, eine reale Entsprechung hat, in diesem Zusammenhang also die Notwendigkeit bestehe, Jugendliche für die Thematik und den Umgang mit Rechtsextremismus zu sensibilisieren. Nicht neu, aber dennoch ein wichtiger Aspekt: Viele, insbesondere Junge, kommen über die Musik zum Rechtsextremismus. An Relevanz gewinnt das Thema durch die Tatsache, dass die Hemmschwelle zum Hören durch den einfachen Weg über das Internet in den vergangenen Jahren extrem gesunken ist.
</p>
<p>
Interessant war der Beitrag von Ralf Wiederer, der zum Thema „Die virtuelle Vernetzung des internationalen Rechtsextremismus“ promoviert hat. Wiederer hat in dieser Arbeit mittels Hyperlinks und semantischer Netzwerke Cluster zur Visualisierung erstellt, um die unterschiedlichen Verbindungen zwischen den Gruppen zu verdeutlichen.
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<p>
Insgesamt wurden in den beiden von mir besuchten Workshops viele aufschlussreiche Webseiten, Videos und andere Informationen gezeigt. Deutlich wurde die Bandbreite der Nutzung des Web 2.0 durch Rechtsextremisten. Das geht weit über die eigene Website und Online-Wahlvideos der einzelnen Gruppen hinaus. Auch Schüler- und Partnerbörsen sowie <a href="http://wntube.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Videoplattformen</a> werden für eigene Zwecke instrumentalisiert.
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Im Rahmen der Workshop-Diskussionen wurden als besonders charakteristisch für die Wahlvideos rechtsextremer Formationen zwei Aspekte herausgestellt: einerseits die relativ klaren Aussagen, andererseits aber auch die versteckten Botschaften. So wurde in einem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=WLfhIdYbPCE" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlwerbespot</a> für Sachsen-Anhalt auf fehlende Arbeitsplätze und die immer größer werdenden Entfernungen zwischen Arbeits- und Wohnort hingewiesen Ein Großteil der Menschen muss hier zur Arbeit pendeln und viele junge Menschen verlassen Sachsen-Anhalt. Dieses Ungleichgewicht will die NPD beseitigen, damit der Familienvater künftig mit dem Fahrrad zum Arbeitsplatz fahren kann &#8211; während die Frau und die Kinder mit dem Essen zuhause warten.
</p>
<p>
Einig war man sich zum Abschluss in der Podiumsdiskussion, dass die Medienpädagogik in diesem Bereich sehr stark gefordert ist, um Jugendliche fit fürs Internet zu machen. Damit junge Menschen mit offenen Augen durchs Netz gehen, so Winfriede Schreiber, Verfassungsschutzpräsidentin in Brandenburg, sollte Medienkompetenz, gekoppelt mit einer Debatten- und Dialogbereitschaft, neben einer weiterführenden Forschung einer der wichtigsten Schritte für die Zukunft sein.</p>
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		<title>Links, zwo, drei, vier &#8211; KW 11</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/presseschau/links-zwo-drei-vier-kw-11-1-5173/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Johann Eggert]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Mar 2011 16:20:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Cyberwar]]></category>
		<category><![CDATA[Vorratsdatenspeicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[NPD]]></category>
		<category><![CDATA[Japan]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Zerstrittenheit der NPD im Netz; Eine Smartphone-App macht Lobbytätigkeit in der französischen Nationalversammlung transparent; Die Rolle des Internet beim Kampf gegen die Erdbebenfolgen in Japan - Dies und mehr in der Linkliste.  
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zerstrittenheit der NPD im Netz; Eine Smartphone-App macht Lobbytätigkeit in der französischen Nationalversammlung transparent; Die Rolle des Internet beim Kampf gegen die Erdbebenfolgen in Japan &#8211; Dies und mehr in der Linkliste.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><a href="http://npd-blog.info/2011/03/14/nazis-bei-facebook-zwischen-paranoia-und-propaganda/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">NPD-Chaos im Netz</a></strong><br />
Der &#8220;NPD-Blog&#8221; berichtet in dieser Woche von internen Machtkämpfen und persönlichen Anfeindungen, die der äußerste rechte Rand des deutschen Parteiensystems auch im Web 2.0 austrägt. Nach der parteiintern umstrittenen Fusion mit der &#8220;Frey-Partei&#8221; DVU und dem Auftauchen von internen E-Mails in der Öffentlichkeit bringen die Rechten damit zum dritten Mal innerhalb weniger Monate einen öffentlichen Beweis ihrer internen Zerstrittenheit bei.</p>
<p><strong><a href="http://www.guardian.co.uk/media/2011/mar/15/web-spying-machine-julian-assange" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Assange über die Möglichkeiten des Internet</a></strong><br />
Im Guardian berichtet Patrick Kingsley von einer Rede des WikiLeak-Chefs Julian Assange vor Studierenden in Cambridge. Darin soll Assange davon gesprochen haben, dass das Internet die größte Überwachungsmaschine sei, die die Welt je gesehen habe. Das Netz sei keine Technologie, die notwendigerweise Meinungsfreiheit und Menschenrechte fördere. Auch hätten soziale Medien wie Facebook und Twitter nicht eine solch große Rolle bei den Protesten in der arabischen Welt gespielt, wie es von Politikern und Social Media Experten suggeriert würde, so Assange.</p>
<p><strong><a href="http://www.focus.de/panorama/welt/tsunami-in-japan/katastrophe-in-japan-wie-die-japaner-sich-im-internet-helfen_aid_609209.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wie die Japaner sich im Internet helfen<br />
</a></strong><br />
Martin Haldenmair schreibt auf Focus-Online über die Hilfsmaßnahmen als Folge der Erdbeben und der drohenden Nuklearkatastrophe in Japan. Nachdem in den ersten Tagen bereits der Suchmaschinenbetreiber Google einen Personensuchdienst startete, nutzen immer mehr Japaner das Internet zur Koordinierung verschiedener Hilfsmaßnahmen. Neben unmittelbaren Informationen über die Erdbebenfolgen dient das Internet in Japans Norden zunehmend auch der Information über die Verbreitung von Radioaktivität.</p>
<p><strong><a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2011-03/Passwoerter-Frankreich-speichern" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frankreich sammelt Passwörter im Netz<br />
</a></strong><br />
Nicole Franziska Kögler problematisiert auf Zeit-Online aus datenschutzrechtlicher Perspektive eine neue Initiative der französischen Regierung. Diese hat vordergründig nur die Umsetzung einer EU-Richtline zum Ziel. Laut Kögler ist die französische Polizei jedoch zusätzlich an Informationen interessiert, die über die Erfordernisse zur EU-weit einheitlichen Vorratsdatenspeicherung hinausgehen. Die französischen Ermittler wollen zusätzlich Passwort-Daten französischer Internet-Nutzer sammeln.</p>
<p><strong><a href="http://vasistas.wordpress.com/2011/03/17/frankreich-ein-app-fur-lobby-transparenz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Smartphone-App enttarnt Lobbyisten im französischen Parlament</a></strong><br />
Wie der französisch-deutsche Weblog &#8220;vasistas&#8221; berichtet, haben die beiden Organisationen Regards Citoyens und Transparence International France kürzlich eine Smartphone-App zur Visualisiertung von Lobby-Tätigkeiten der Mitglieder des französischen Parlaments fertiggestellt. Mit dem Programm für mobile Endgeräte, dem Ergebnis eines crowdsourcing-Projekts, ist es nun möglich, die Aktivitäten aller beim französischen Parlament registrierten Wirtschaftsvertreter zu verfolgen. Die Ergebnisse überraschten teilweise.</p>
<p><strong><a href="http://www.theeuropean.de/gunnar-sohn/6030-buerokratie-im-netz" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesinternetsachkundelage</a></strong><br />
Gunnar Sohn bloggt auf &#8220;The European&#8221; über die Ergebnisse einer Studie, die der Branchenverband &#8220;Bitkom&#8221; in Auftrag gegeben hat. Die überwiegende Mehrheit der Befragten spricht laut der Studie den politischen Entscheidungsträgern in Deutschland keine Internet-Kompetenz zu. Auch wenn die Angaben zwischen den Geschlechtern variieren, haben die Forscher beim Thema eGovernment Nachholbedarf in Politik und Verwaltung ausgemacht.</p>
<p><strong><a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Schaut-auf-uns-Der-Hilferuf-der-libyschen-Blogger-id4418679.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vergesst Libyen nicht!<br />
</a></strong><br />
Vanessa Klüber berichtet im Internet-Angebot der WAZ-Mediengruppe über die Informationsbemühungen libyscher Oppositioneller im Internet. Zwar dominieren seit verganger Woche die Berichte über das drohende nukleare Inferno in Japan die Nachrichten. Die Menschen im libyschen Bürgerkriegsgebiet haben jedoch weiterhin unter der Repression durch Gaddafi und seine Armee zu leiden. Über verschiedene Blogs wird versucht, den Widerstand gegen den seit 40 Jahren herrschenden Diktator zu organisieren.</p>
<p><strong><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,751567,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cyber-Krieger aus dem Pentagon</a></strong><br />
Wie Spiegel-Online berichtet, baut das US-Verteidigungsministerium seine Aktivitäten im Web 2.0 massiv aus. Mit sogenannten &#8220;Sock Puppets&#8221; wird versucht, die Identitäten anderer Internet-Nutzer anzunehmen und somit die Meinungsbildung in Online-Netzwerken zu beeinflussen. Ein nächster Schritt, nachdem in der Vergangenheit bereits der Cyber-Kampf gegen fremde Staaten begonnen wurde.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Mein Freund, der Faschist</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/mein-freund-der-faschist-4996/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Dominique Roth]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 08:02:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsradikalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bundeszentrale für politische Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[NPD]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
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					<description><![CDATA[Rechtsradikale in Sozialen Netzwerken und Diskussionsforen agieren oft über die Kumpel-Schiene. Und laut jugendschutz.net ist das Internet für Rechtsextreme die Propaganda-Plattform Nummer Eins. politik-digital.de hat die Nazis im Netz unter die Lupe genommen.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Rechtsradikale in Sozialen Netzwerken und Diskussionsforen agieren oft über die Kumpel-Schiene. Und laut jugendschutz.net ist das Internet für Rechtsextreme die Propaganda-Plattform Nummer Eins. politik-digital.de hat die Nazis im Netz unter die Lupe genommen.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
93 Neonazi-Communities hat Initiative <a href="http://jugendschutz.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">jugendschutz.net</a> 2009 gezählt, dreimal so viele wie im Vorjahr. Dies geht aus dem Jahresbericht „<a href="http://www.hass-im-netz.info/fileadmin/dateien/PK_Berlin/Projektbericht_2009.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rechtsextremismus online</a>“ hervor, der am 24. August 2010 von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und jugendschutz.net herausgegeben wurde. Ein Anstieg, der laut Stefan Glaser von der bpb die zunehmende Vernetzung der Rechtsradikalen hervorhebt.
</p>
<p>
<b>Zweispurig auf der Datenautobahn</b>
</p>
<p>
Dabei gibt es laut Glaser zwei unterschiedliche Motivationen für Neonazis, im Netz vertreten zu sein. Einerseits können sie über die Web 2.0-Kanäle untereinander in Kontakt treten, andererseits über Facebook und Co. neue potentielle Gesinnungsgenossen  ansprechen.
</p>
<p>
Vor allem autonome Nationalisten, d.h. einzelne Rechtsradikale ohne feste Parteizugehörigkeit, würden sich die neuen Medien zu eigen machen, erläutert Simone Rafael von der <a href="http://www.amadeu-antonio-stiftung.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Amadeu Antonio Stiftung</a>. Diese selbstständig agierenden Neonazis melden sich bei Facebook-Gruppen oder anderen Netzwerken an, um „Einfluss [zu] nehmen auf gesellschaftliche Diskurse“, so Rafael, die als Redakteurin auch das <a href="http://www.netz-gegen-nazis.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netz gegen Nazis</a> betreut.
</p>
<p>
<b>Subtiles Einsickern</b>
</p>
<p>
Um in Foren möglichst viele Leute zu erreichen, greife man häufig auf emotional geführte Diskussionen zurück. „Da gibt es ein paar Klassiker, die immer ziehen“, so Rafael. Beispiele dafür seien die Todesstrafe für Kinderschänder, die Gefahren des Linksextremismus und die Hetze gegen Muslime. Um von den Moderatoren nicht gelöscht zu werden, fänden diese Diskurse sehr häufig „auf der persönlichen Ebene“ statt, erklärt Rafael die Strategie. So würden Neonazis vermehrt über Probleme in der Nachbarschaft berichten, bei denen es zu vermeintlichen Übergriffen durch Muslime kam.
</p>
<p>
Auch die Meinungsfreiheit sei ein Thema, das laut Rafael gut funktioniere. Neonazis würden sich innerhalb der Gruppe beklagen, dass die eigenen Einträge gelöscht würden. Sogleich erfolge der Vorwurf der Zensur, angeblich initiiert durch den politischen Gegner.
</p>
<p>
<b>Musikalische Radikale</b>
</p>
<p>
Zunehmend würden Rechtsradikale auch eigentlich unpolitische Gruppen in Sozialen Netzwerken unterwandern. Ein prominentes Beispiel dafür sei Jürgen Gansel, so Rafael. Der NPD-Landtagsabgeordnete beteilige sich in der VZ-Community unter anderem in Gruppen wie „Ein Stock im Arsch ersetzt kein Rückgrat“, „Freunde des gepflegten Sarkasmus“ und „Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg“. Gansel teile auch seine musikalischen Vorlieben gerne mit seinen „Freunden“ und sei Mitglied der „Depeche Mode“-Fangruppe, so Rafael weiter.
</p>
<p>
Generell gilt Musik als erfolgversprechendes Werbemittel von Neonazis, um vor allem Jugendliche anzusprechen. Mit Melodien, die leicht ins Ohr gehen, würden Songs rechter Bands ausländerfeindliche und antisemitische Botschaften transportieren, so Glaser, der für die bpb auch die Seminarreihe „<a href="http://www.bpb.de/veranstaltungen/7HEEY7,0,Erlebniswelt_Rechtsextremismus.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Erlebniswelt Rechtsextremismus</a>“ leitet. Über die sozialen Plattformen könnten die Songs ohne Umwege den Hörern angeboten werden.
</p>
<p>
<b>Rechtsextreme Parteien mit Problemen im Netz</b>
</p>
<p>
Etablierte rechtsextreme Parteien sind im Vergleich mit autonomen Rechtsradikalen sehr viel weniger in Sozialen Netzwerken aktiv. Laut dem Extremismus-Forscher Steffen Kailitz seien die rechten Aktivposten im Netz „eher Kleinstgruppen, die keine anderen Möglichkeiten haben“. Das Internet als Werbeträger sei oft der einzige Weg für sie, um Aufmerksamkeit zu erlangen. NPD und Co. agierten hingegen „nicht besonders modern“ und würden sich in puncto Eigenwerbung „nicht grundsätzlich von demokratischen Parteien unterscheiden“, so Kailitz.
</p>
<p>
Der Politikwissenschaftler betont zudem, dass Soziale Netzwerke für rechtsextreme Parteien „nicht sehr erfolgversprechend“ seien. Das läge vor allem an den Nutzern von Sozialen Netzwerken: Diese hätten „überdurchschnittlich hohe Bildungsabschlüsse“ und würden deswegen offizielle Angebote von rechtsextremen Organisationen ablehnen, beurteilt Kailitz die Situation.
</p>
<p>
Auch Simone Rafael von der Amadeu Antonio Stiftung stimmt dem zu. „Das Bewusstsein bei Usern steigt sehr stark an in Sozialen Netzwerken. Das ist letzten Endes auch der einzig gangbare Weg gegen Rechtsextremismus.“
</p>
<p>
<i>Ein Text zu Linksextremismus im Netz erscheint in Kürze.</i></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;NPD-Verbot klingt zunächst verlockend&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotnpdverbot_klingt_zunaechst_verlockendquot-3599/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotnpdverbot_klingt_zunaechst_verlockendquot-3599/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Georg Babing]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Dec 2007 12:14:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[NPD-Verbotsverfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Vorratsdatenspeicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[NPD]]></category>
		<category><![CDATA[Albrecht Buttolo]]></category>
		<category><![CDATA[Chat_tag]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/quotnpdverbot_klingt_zunaechst_verlockendquot-3599/</guid>

					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Am Montag, 3. Dezember, war Albrecht Buttolo, Innenminister von Sachsen, zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Er sprach über die Risiken eines NPD-Verbotsantrags, die Vorratsdatenspeicherung und weitere Überwachungsmaßnahmen.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
Am Montag, 3. Dezember, war Albrecht Buttolo, Innenminister von Sachsen, zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Er sprach über die Risiken eines NPD-Verbotsantrags, die Vorratsdatenspeicherung und weitere Überwachungsmaßnahmen.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
<b>Moderator</b>: Herzlich willkommen im tagesschau-Chat<br />
&#8211; heute zu einer etwas früheren Stunde, das ist dem dichten<br />
Terminplan unseres Gastes geschuldet. In Dresden begrüße<br />
ich jetzt Dr. Albrecht Buttolo, CDU-Politiker und Innenminister<br />
von Sachsen. Auf ihrer Herbstkonferenz beraten die Innenminister<br />
von Bund und Ländern diese Woche über die innere Sicherheit<br />
und den Umgang mit der NPD. 2003 scheiterte ein NPD-Verbot vor dem<br />
Bundesverfassungsgericht. Einige SPD-Innenminister und auch der<br />
Schweriner CDU-Innenminister Lorenz Caffier sind für einen<br />
neuen Anlauf für ein NPD-Verbot, die meisten Unions-Innenminister<br />
dagegen. Die erste Frage – aus den Fragen, die wir bereits<br />
vor dem Chat gesammelt haben:
</p>
<p>
<b>Holger</b>: Was halten Sie von einem NPD-Verbot?
</p>
<p></p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/old_images/salon/photos/abuttolo85x.jpg" alt="Albrecht Buttolo" height="120" width="85" /><br />
<i>Albrecht Buttolo<br />
Sächsischer Innenminister</i>
</p>
<p align="left">
<b>Albrecht Buttolo</b>: Ein NPD-Verbot<br />
klingt zunächst erstmal sehr verlockend. Trotzdem bin ich persönlich<br />
sehr skeptisch. Ein erneuter Antritt darf nicht dazu führen,<br />
dass ein NPD-Verbot erneut scheitert. Letztendlich würden dadurch<br />
die NPD und die Rechten grundsätzlich in eine Märtyrer-Rolle<br />
gehoben. Ich persönlich halte es für dringend erforderlich,<br />
dass wir uns als Gesellschaft grundsätzlich mit dem rechtsextremen<br />
Gedankengut auseinandersetzen und in vielfältiger Weise dafür<br />
Sorge tragen, dass den Bürgern im Lande klar vermittelt wird,<br />
die NPD knüpft an die schlimme Vergangenheit in den 30er-Jahren<br />
an. Sie hat für die heutigen Probleme keine Lösungen.<br />
Sie agiert ausschließlich populistisch. Ein gesamtgesellschaftliches<br />
Auseinandersetzen sollte gleichzeitig ein Bündeln vieler Kräfte<br />
innerhalb der Gesellschaft darstellen.<br />
Ich denke dabei nicht nur an Kirchen, sondern auch sehr stark an<br />
Vereine, aber auch an politische Organisationen, die in der Mitte<br />
unserer Gesellschaft angesiedelt sind.
</p>
<p align="left">
<b>Moderator</b>: Auch aus unserem &quot;Warteraum&quot;:<br />
Wie ist Ihre Einschätzung?
</p>
<p>
<b>AntifaV</b>: Würde ein NPD-Verbot nicht nur die<br />
Republikaner und die DVU in den Parlamenten und die autonomen Nationalisten<br />
auf der Straße stärken?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Auf jeden Fall würde diese<br />
Reaktion eintreten, wenn ein nochmaliger Verbotsversuch negativ<br />
ausgeht.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Was ist Ihrer Ansicht nach das größte<br />
Hindernis für ein Verbotsversuch &#8211; ihre Innenministerkollegen<br />
sind ja zum Teil dafür?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Es ist gegenwärtig nicht<br />
abschätzbar, ob ein Bundesverfassungsgericht die derzeitigen<br />
Argumente zur Verfassungswidrigkeit im vollen Umfange akzeptieren<br />
würde. Zum anderen kommt hinzu, dass ein Verbotsverfahren das<br />
Herausziehen aller V-Männer aus der NPD voraussetzt. Damit<br />
wäre es über einen längeren Zeitraum innerhalb der<br />
NPD nicht möglich, Informationen abzuschöpfen und zum<br />
anderen wäre ein erneuter Einstieg des Verfassungsschutzes<br />
äußerst schwierig und zeitaufwändig.
</p>
<p>
<b>lagge</b>: Hallo, Herr Buttolo! Sie haben in Sachsen<br />
ja die NPD im Landtag. Wie geht man da mit denen um? Redet man mit<br />
ihnen oder meidet man sie?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Das ist in der Tat eine sehr<br />
interessante Frage. Die NPD-Mitglieder werden keinesfalls in die<br />
normalen Gespräche unter Abgeordneten mit einbezogen. Dort<br />
haben sie eine Außenseiterrolle. In der politischen Auseinandersetzung<br />
innerhalb der Landtagssitzungen setzt man sich natürlich mit<br />
ihnen auseinander. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass<br />
die NPD in der Vergangenheit häufig schon populistische Themen<br />
gewählt hat, so dass das Signal der NPD ins Land schon abgesendet<br />
ist, sie sei die Partei, die sich um die Sorgen der Bürger<br />
kümmere.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Populismus ist ja etwas, was in Parteien<br />
nicht ganz unüblich ist &#8211; und oft beklagt wird. Was setzt man<br />
da entgegen? Das ist ja nicht einfach.
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Auf jeden Fall setzen wir innerhalb<br />
der Plenardebatten ein abgestimmtes Verhalten zwischen den Koalitionsparteien<br />
(CDU und SPD) aber auch mit den anderen demokratischen Parteien<br />
entgegen. Die Debatten der NPD laufen damit häufig ins Leere.<br />
Der Präsident des sächsischen Landtages ist häufig<br />
gezwungen, die NPD-Redner durch Ordnungsrufe zu maßregeln.
</p>
<p>
<b>intrr</b>: Sie haben eingangs gesagt, dass es sehr<br />
wichtig sei, einen offenen Diskurs mit &quot;den Rechten&quot; zu<br />
führen. Nun schreiben Sie, dass sie natürlich keinesfalls<br />
in normale Gespräche mit einbezogen werden. Können Sie<br />
diesen Widerspruch erklären?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Der offene Diskurs setzt voraus,<br />
dass sich in den Regionen all die Kräfte bündeln, die<br />
sich mit dem rechten Gedankengut nicht identifizieren möchten.<br />
Wir haben hierzu im Freistaat Sachsen beispielsweise in der Stadt<br />
Pirna gute Erfahrungen. Über das ganze Jahr hinweg organisiert<br />
der Oberbürgermeister eine Vielzahl unterschiedlicher Veranstaltungen,<br />
bei denen die Bürger zu Wort kommen und ihre ablehnenden Positionen<br />
zu Rechtsextremismus artikulieren können. Ein festes Datum<br />
in meinem Kalender ist beispielsweise die Teilnahme am &quot;Markt<br />
der Kulturen&quot; in der Stadt Pirna. Dies ist eine Veranstaltung,<br />
die die Ausländerfeindlichkeit der NPD ins Visier nimmt.
</p>
<p>
<b>jerome</b>: Was unternimmt man gegen Propagandaaktionen<br />
der NPD an Schulen? Sind die Ausgaben des Staats zur Bekämpfung<br />
von rechtem Gedankengut bei Jugendlichen ausreichend?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Wir reagieren im Freistaat<br />
Sachsen auf sehr unterschiedliche Art und Weise auf die Propaganda<br />
der NPD in Schulen. Dabei ist es sehr wichtig, dieses Propagandamaterial<br />
nicht nur zu verbieten, sondern im Unterricht unter Hinzuziehung<br />
von Experten den Schülern deutlich zu machen, was eigentlich<br />
in der Propaganda als Ziel dahinter steckt. Auch muss man dem Einstieg<br />
über Musik entgegentreten, da dieser Einstieg häufig genutzt<br />
wird, um die Jugendlichen erst einmal an sich zu binden. Ihrer Frage<br />
nach den Ausgaben möchte ich ausdrücklich entgegensetzen:<br />
Es kommt nicht nur auf finanzielle Unterstützung der Jugendarbeit<br />
an, sondern es kommt darauf an, dass die Jugend erfährt, dass<br />
die Gesamtgesellschaft sich gegen Rechts stellt und die Einzelpunkte<br />
auch hinreichend widerlegt werden können.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Kann man das Verteilen von Material<br />
vor (!) den Schulen einfach verbieten?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Ein Verbot durch die Schule<br />
funktioniert in diesem Falle nicht. Da die NPD den öffentlichen<br />
Raum nutzt, muss in diesem Bereich nach einem Hinweis durch die<br />
Schulleitung die örtliche Polizei aktiv werden. Dies wird auch<br />
praktiziert.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Solange die NPD aber nicht mit Plakaten<br />
oder Flyern kommt, die strafbare Inhalte haben, kann die Polizei<br />
nicht einschreiten, richtig?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Richtig. Trotzdem möchte<br />
ich darauf hinweisen, dass die sächsische Polizei mit Schulen<br />
seit Jahren eine intensive Partnerschaft pflegt. Die Arbeit in den<br />
Schulen stellt einen wichtigen Schwerpunkt bei der Präventionsarbeit<br />
der Polizei dar. Häufig nutzt die Polizei auch die Möglichkeit<br />
Lehrkräfte fortzubilden, um sie noch sensibler für rechtsextremes<br />
Gedankengut zu machen. Dazu gehört auch das Vermitteln von<br />
Kenntnissen, welche Symbole tatsächlich rechtsextremistisch<br />
belegt und damit verboten sind.
</p>
<p>
<b>Heinz</b>: Gibt es auch rechte Gesinnung bei der<br />
Polizei?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Mir sind hierzu keine Polizisten<br />
bekannt.
</p>
<p>
<b> intrr</b>: Sind Sie sicher, dass die 90 Prozent der<br />
Bürger, die die NPD nicht wählen, allesamt rechtes Gedankengut<br />
ablehnen? Wenn ich in eine normale Kneipe gehe und dort Gespräche<br />
führe, habe ich genau den entgegengesetzten Eindruck, egal<br />
in welchem Bundesland.
</p>
<p>
<b> Albrecht Buttolo</b>: Das ist in der Tat ein grundsätzliches<br />
Problem. Die NPD nutzt Befürchtungen innerhalb der Bevölkerung,<br />
um ihre populistischen Lösungen zu präsentieren. Wir alle<br />
kennen die aufreißerischen Plakate &#8211; gerade vor Wahlen. Ständig<br />
wird zum Beispiel dabei die Suche nach Arbeitsplätzen mit dem<br />
Verneinen von Arbeitsplätzen für Ausländer in Zusammenhang<br />
gebracht.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: In Sachen Statistik rechter Straftaten:
</p>
<p>
<b> Heinz</b>: Ist es möglich, dass die Statistik<br />
wie in Sachsen-Anhalt falsch geführt wird?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Ich gehe davon aus, dass unsere<br />
Statistik sauber geführt wird. Ich habe bislang keine Anzeichen,<br />
dass dort eine Verfälschung stattgefunden hat.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Haben Sie das Gefühl, dass es<br />
in Sachen NPD &#8211; Umgang / Verbot &#8211; einen Unterschied zwischen Ost-<br />
und West-Innenminister gibt. Verstehen die &quot;Wessis&quot; das?<br />
Dort sitzt schließlich die NPD nicht im Landtag und ist auch<br />
nicht so stark vertreten.
</p>
<p>
<b> Albrecht Buttolo</b>: Die Unterscheidung Ost-West<br />
ist nicht ganz zutreffend. Hierfür spricht ja schon, dass Kollege<br />
Caffier sich für ein NPD-Verbot stark macht.
</p>
<p>
<b>Hans-Albert</b>: Warum, glauben Sie, ist die NPD<br />
besonders in Sachsen so stark?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Zur letzten Landtagswahl hatte<br />
man sich bundesweit auf die Chance, in Sachsen als NPD den Fuß<br />
in die Tür zu bekommen, orientiert. Natürlich muss man<br />
sehen, dass sie auch ihren Verlag in Riesa angesiedelt haben, der<br />
für ihre Propaganda eine wichtige Ausgangsposition darstellt.<br />
Darüber hinaus hatte ja beispielsweise in der sächsischen<br />
Schweiz schon seit vielen Jahren die rechte Szene eine durchaus<br />
ernstzunehmende Bedeutung.
</p>
<p>
<b> Deichtier</b>: Was raten Sie denn den Bürgern,<br />
die nicht rechts sind: Wie können sie gegen rechtes Gedankengut<br />
vorgehen, was unternehmen, wenn z.B. Material an Schulen verteilt<br />
wird, Hakenkreuze geschmiert werden etc.?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Das wichtigste ist meiner Meinung<br />
nach bürgerliches Engagement zu zeigen, sich couragiert gegen<br />
jeden Ansatz rechtsextremer Propaganda zu stellen und nicht weg<br />
zu schauen. Ein Tolerieren darf nicht stattfinden.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Anderes Thema:
</p>
<p>
<b> Melange</b>: Zur Vorratsdatenspeicherung: Ich hab<br />
den Eindruck, dass viele Menschen eher die komplette staatliche<br />
Überwachung fürchten als eine Bedrohung von Terroristen<br />
(oder Raubkopierern). Warum halten Sie eine Vorratsdatenspeicherung<br />
trotzdem für sinnvoll?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Wir müssen zeitgemäße<br />
Möglichkeiten, uns gegen die Bedrohung der freiheitlichen Ordnung<br />
zu stellen, einfach nutzen. Wenn ich Ihnen die misslungenen Anschläge<br />
von Terroristen auf Deutschland aus den letzten Monaten ins Gedächtnis<br />
zurückrufen darf, muss man klar erkennen, dass mit herkömmlichen<br />
Mitteln wie der Telefonabhörung schlichtweg den Terroristen<br />
nicht beizukommen ist. So wurden für die telefonischen Kontakte<br />
Handys grundsätzlich nur einmal benutzt, eine Telefonüberwachung<br />
geht also ins Leere. Um die Bevölkerung tatsächlich vor<br />
terroristischen Gefahren schützen zu können, müssen<br />
wir neue Wege beschreiten, die natürlich den Schutz des privaten<br />
Lebensraumes hinreichend garantieren. Der normale Bürger darf<br />
sich nicht durch Schutzmaßnahmen beeinträchtigt fühlen.<br />
Trotzdem müssen wir die Möglichkeiten haben, auch im Nachhinein<br />
bestimmte Informationsverbindungen offenlegen zu können. Daher<br />
halte ich die Neuregelung der Kommunikationsüberwachung für<br />
dringend erforderlich.
</p>
<p>
<b> Altair</b>: Unterstützen Sie die harte Linie<br />
Wolfgang Schäubles, besonders in Bezug auf Überwachung?
</p>
<p>
<b> Albrecht Buttolo</b>: Natürlich unterstütze<br />
ich die Linie beispielsweise der Online-Durchsuchung von Computern.<br />
Hier gilt natürlich, dass staatliche Stellen nur nach einem<br />
richterlichen Beschluss eine Online-Durchsuchung vornehmen dürfen.<br />
Wir selbst wissen doch, dass viele, die sich kriminell betätigen,<br />
in diesem Feld bereits tätig sind. Der Staat hinkt mit seinen<br />
Maßnahmen schlichtweg hinterher.
</p>
<p>
<b>Horst Hampel</b>: Freiheitliche Ordnung schützen,<br />
indem Sie Freiheiten einschränken? Die Festnahme von Terrorverdächtigen<br />
hat auch ohne Vorratsdatenspeicherung geklappt. Glauben Sie wirklich,<br />
dass Terroristen, die wissen wie überwacht wird, Anschläge<br />
noch per E-Mail verabreden?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Sie nutzen auf jeden Fall das<br />
Internet und alle heutzutage üblichen Kommunikationswege. Die<br />
Freiheit des Einzelnen soll nicht eingeschränkt werden, sondern<br />
im Interesse seiner Freiheit sollen Kriminelle in ihren Machenschaften<br />
beobachtet werden.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Aus unserem vor dem Chat eingesammelten<br />
Fragenkatalog:
</p>
<p>
<b>anonym1</b>: Zum Thema Vorratsdatenspeicherung: Die<br />
Telekommunikationsüberwachung soll nicht nur zur Strafverfolgung,<br />
sondern auch zur Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben aller<br />
Geheimdienste verwendet werden. Welche Aufgaben welcher Geheimdienste<br />
sind das?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Der Verfassungsschutz der Länder<br />
der Bundesrepublik beobachtet Themenfelder auch im Vorfeld von Straftaten.<br />
Die Strafverfolgung soll durch eine Beobachtung objektiviert werden<br />
und Straftaten von vornherein verhindert werden. Moderator: Nun<br />
hätte beim letzten vereitelten Anschlagsversuch eine Online-Durchsuchung<br />
nichts genutzt. Die Verdächtigen nutzten offene W-LAN-Knoten.<br />
Die Online-Durchsuchung ist ja noch nicht beschlossen, die SPD ist<br />
dagegen, für Sie muss sie aber kommen?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Ich halte sie für notwendig<br />
und ich gehe davon aus, dass die Diskussionen auch mit dem Koalitionspartner<br />
SPD zu diesem Ergebnis führen sollten.
</p>
<p>
<b> Katatonia</b>: Wie stehen Sie dazu, die bei der Vorratsdatenspeicherung<br />
erhobenen Daten auch der Musikindustrie z.B. zur Verfügung<br />
zu stellen? Warum kam dieser Vorschlag erst nach dem beschlossenen<br />
Gesetz?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Ich halte diesen Vorschlag für<br />
verzichtbar.
</p>
<p>
<b>Mandarine</b>: Wie sieht es mit Videoüberwachung<br />
aus? Wollten Sie nicht die Dresdner Neustadt überwachen lassen?<br />
Wird da nicht auch jeder Bürger beobachtet und somit jeder<br />
zum potentiell Verdächtigen?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Wir haben in Sachsen wie in<br />
anderen Ländern der Bundesrepublik mit Videoüberwachungen<br />
im öffentlichen Raum sehr gute Erfahrungen. Die Kriminalität<br />
in den überwachten Bereichen konnte deutlich zurückgedrängt<br />
werden. Ich möchte keineswegs die gesamte Dresdner Neustadt<br />
überwachen sondern plädiere dafür, dass an Kriminalitätsschwerpunkten<br />
&#8211; die bekannt sind &#8211; eine derartige Überwachung im Bedarfsfalle<br />
vorgenommen werden kann. Der normale Bürger wehrt sich auch<br />
nicht, wenn eine Videoüberwachung beispielsweise beim Tanken<br />
oder in Einkaufscentern praktiziert wird.
</p>
<p>
<b>Leipzig</b>: Wie wollen Sie den Bürgern die Angst<br />
etwa vor falscher Verdächtigung und einem &quot;Big Brother<br />
is watching you&quot; nehmen?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Mit einer Videoüberwachung<br />
wird gerade der unschuldige Bürger davor bewahrt, dass er einer<br />
falschen Verdächtigung ausgesetzt wird. Die Aufzeichnungen<br />
stellen lediglich fest, wer sich gesetzeswidrig verhalten hat. Außerdem<br />
möchte ich nochmals betonen, dass es keine Rundumüberwachung<br />
24 Stunden, sieben Tage in der Woche sein soll, sondern nur dann,<br />
wenn tatsächlich eine schwierige Situation diese polizeiliche<br />
Maßnahme fordert.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Nachfrage vom gleichen User:
</p>
<p>
<b>Leipzig</b>: Was passiert mit den Videos, die Sie<br />
in Dresden aufnehmen wollen? Werden die gespeichert, wenn ja, wie<br />
lange?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Eine Speicherung erfolgt ja<br />
nur dann, wenn ein tatsächlicher &quot;Treffer&quot; vorliegt.<br />
Ansonsten erfolgt keine Speicherung.
</p>
<p>
<b> Moderator</b>: Ist für Sie das britische &quot;Modell&quot;<br />
wünschenswert oder sinnvoll? Die Polizei hat in London tausende<br />
Überwachungskameras bzw. Zugriff auf diese.
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Ein derartig ausgefeiltes System<br />
brauchen wir sicherlich nicht. Es muss abgewogen werden zwischen<br />
den Interessen einzelner Bürger und notwendigen Maßnahmen<br />
zur Verhinderung von schwerer Kriminalität.
</p>
<p>
<b> Extra</b>: Eine Nachfrage: Was verstehen Sie unter<br />
einer schwierigen Situation? Etwa Demonstrationen oder ähnliches?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Auf keinen Fall eine angemeldete<br />
Demonstration, aber sehr wohl eine Randale zu Lasten unschuldiger<br />
Bürger oder deren Eigentum.
</p>
<p>
<b>Zweistein</b>: Videoüberwachung hin oder her,<br />
es müssen doch auch genügend Polizisten zur Verfügung<br />
stehen &#8211; was bisher nicht der Fall ist, oder?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Bei den notwendigen Polizeieinsätzen<br />
hatten wir in den vergangenen Monaten ausreichend Polizisten vor<br />
Ort. Trotzdem muss ich auch zum Schutz der Polizisten andere Möglichkeiten<br />
nutzen, um beispielsweise einen effektiveren Einsatz der Polizei<br />
zu ermöglichen.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: In Sachen, wann die Kameras laufen<br />
und wie lange gespeichert wird, besteht noch Klärungsbedarf:
</p>
<p>
<b> intrr</b>: Also, die Kameras zeichnen nur auf, wenn<br />
Verbrechen begangen werden? Das nenne ich intelligente Software<br />
🙂
</p>
<p>
<b> Extra</b>: Hm, und Sie wollen die Kameras dann anschalten,<br />
wenn randaliert wird? Oder hab ich das falsch verstanden?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Das haben Sie schon richtig<br />
verstanden. Die kritische Situation entsteht ja nicht spontan, sondern<br />
bahnt sich längerfristig in einer Nacht schon an. Dann ist<br />
der Einsatz der Kameras möglich, die in einem Polizeirevier<br />
auflaufen. Die Entscheidung, ob gespeichert wird, ist natürlich<br />
keine Softwareentscheidung sondern eine Entscheidung des Polizisten<br />
vor Ort.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Noch mal zur Balance zwischen Gefahrenabwehr<br />
und politischer Alltagsarbeit. Können Sie diese Aussage nachvollziehen?
</p>
<p>
<b> Anna</b>: Anstatt mit geplanter Onlineüberwachung<br />
in privaten PCs rumschnüffeln zu wollen, sollte Deutschland<br />
lieber etwas gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit unter Migranten<br />
tun.
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Die hohe Jugendarbeitslosigkeit<br />
von Migranten ist in der Tat ein sehr ernstzunehmendes Thema. Ich<br />
möchte sie aber keineswegs unter Generalverdacht stellen, wenn<br />
es um die Verhinderung von Straftaten geht. Die Vergangenheit hat<br />
ja auch gezeigt, dass diejenigen, die terroristische Anschläge<br />
planen, keineswegs arbeitslos sind sondern sehr wohl in Lohn und<br />
Brot stehen.
</p>
<p>
<b>marco-4u</b>: Eine Frage zu den neuen biometrischen<br />
Pässen. Die Daten können ja auch von ausländischen<br />
Behörden ausgelesen werden. Wie wollen Sie sicherstellen, dass<br />
zum Bsp. die USA oder andere Länder sich an die deutsche Bestimmung<br />
zum Datenschutz halten und kein Missbrauch der Daten stattfindet?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Jedes Land formuliert seine<br />
eigenen Forderungen, wenn es darum geht, Einreisen zu genehmigen.<br />
Wenn eine Einreise in die USA mit der Abgabe seiner biometrischen<br />
Daten verbunden ist, muss jeder, der einreisen will, selbst seine<br />
Entscheidung treffen ob er seine Daten amerikanische Behörden<br />
zur Verfügung stellt oder ob er auf die Reise verzichtet.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Die Zahl der Kritiker von Fingerabdrücken<br />
in Pässen ist groß &#8211; das ist ja jetzt noch einmal eine<br />
Erweiterung des biometrischen Ausweises. Ob die Abdrücke etwas<br />
nützen, kann man auch hinterfragen. Unterstützen Sie dieses<br />
Projekt?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Ich unterstütze das Projekt<br />
deshalb, weil es gegenwärtig hervorragende Fälschungen<br />
von Ausweispapieren gibt. Das Fälschen von Ausweispapieren<br />
wird durch das Ablegen der biometrischen Daten deutlich erschwert.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Das Luftsicherheitsgesetz wurde ja<br />
vom Verfassungsgericht verworfen, aber irgendwann muss die Frage<br />
ja mal geklärt werden:
</p>
<p>
<b> Klaas</b>: Was halten Sie von einem Abschussbefehl<br />
gegen Flugzeuge?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Ich möchte nicht mit demjenigen<br />
tauschen, der eine derartige Entscheidung zu treffen hat. Aus diesem<br />
Grund verstehe ich schon, dass man ihm für eine derartige Entscheidung<br />
einen entsprechenden Rechtsrahmen geben will.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Wie könnte der aussehen?
</p>
<p>
<b> Albrecht Buttolo</b>: Eine rechtliche Regelung, die<br />
klar umreißt, wann ein derartiger Beschluss gefasst werden<br />
muss.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Es gibt ja derzeit viele Vergleiche<br />
in Sachen Sicherheit &#8211; von der RAF bis heute. Wie geht die Entwicklung<br />
weiter, dazu:
</p>
<p>
<b> pro-verbot</b>: Wie viele personenbezogene Daten<br />
sollen wir denn noch offen legen, bis wir uns Ihrer Meinung nach<br />
in Deutschland &quot;sicher&quot; fühlen können?
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Bei ihrem Ansatz bitte ich zu<br />
bedenken, dass eine Vielzahl von Sicherheitsvorkehrungen, die getroffen<br />
werden, nur möglich sind, wenn hinreichende Anhaltspunkte da<br />
sind und ein richterlicher Beschluss für derartige Überprüfungen<br />
vorliegt.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Unsere 60 Minuten tagesschau-Chat sind<br />
vorbei – vielen Dank an Innenminister Dr. Albrecht Buttolo<br />
nach Dresden, dass Sie sich Zeit für den tagesschau-Chat genommen<br />
haben. Vielen Dank an alle Nutzer von tagesschau.de und politik-digital.de<br />
für ihr Interesse und die Fragen. tagesschau.de und politik-digital.de<br />
wünschen allen Beteiligten noch einen schönen Tag!
</p>
<p>
<b>Albrecht Buttolo</b>: Herzlichen Dank für die<br />
Möglichkeit bei Ihnen zu Gast zu sein. Ich wünsche ihnen<br />
eine schöne Adventszeit und bedanke mich für ihre Fragen.<br />
Hoffentlich sind sie bald auch einmal Gast im Freistaat Sachsen<br />
auf einem der zahlreichen schönen Weihnachtsmärkte.</p>
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		<title>&#034;Ein NPD-Verbot muss gut vorbereitet sein&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Jul 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Mecklenburg-Vorpommern]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span class="fett">Am Montag, den, 9. Juli, war Harald Ringstorff,
Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, zu Gast im tagesschau-Chat
in Kooperation mit politik-digital.de. Er sprach überdie Wirtschaft
im Bundesland, über Probleme mit der NPD und darüber,
wie die große Koalition auf Landesebene funktioniert.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span class="fett">Am Montag, den, 9. Juli, war Harald Ringstorff,<br />
Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, zu Gast im tagesschau-Chat<br />
in Kooperation mit politik-digital.de. Er sprach überdie Wirtschaft<br />
im Bundesland, über Probleme mit der NPD und darüber,<br />
wie die große Koalition auf Landesebene funktioniert.</span><!--break-->
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Freunde Mecklenburg-Vorpommerns,<br />
liebe Politik-Interessierte, herzlich willkommen im tagesschau-Chat.<br />
Gast ist heute der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern,<br />
Harald Ringstorff (SPD). Das Land regiert der promovierte Chemiker<br />
zusammen mit der CDU. Im Gegensatz zum Bund kann Herr Ringstorff<br />
allerdings auch Rot-Rot gut &#8211; von 1998 bis 2006 bestimmte eine Koalition<br />
aus PDS und SPD in Schwerin die Politik. Viele Probleme sind die<br />
gleichen geblieben, noch immer liegen die neuen Länder wirtschaftlich<br />
hinter den alten zurück. Leuchtturm-Politik, Tourismusförderung,<br />
Investitionsförderung &#8211; sind das die Instrumente, wie man den<br />
Osten zukunftstauglich macht? Natürlich sind den Themen wie<br />
immer keine Grenzen gesetzt. Jetzt einen schönen guten Tag<br />
nach Schwerin! Vielen Dank, Herr Ministerpräsident, dass Sie<br />
Zeit für den Chat haben und gleich die Frage: Alles technisch<br />
ok, können wir beginnen?</p>
<p><b>Harald Ringstorff:</b> Ich denke, wir können beginnen.
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://politik-digital.de/salon/photos/hringstorff85x.jpg" alt="Hans-Gert Pöttering" height="120" width="85" /><br />
<i>Harald Ringstorff</i><br />
<i>Ministerpräsident Mecklenburg-Vorpommern</i>
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Starten wir damit: Zwei Fragen zum<br />
Thema Jung und Alt:</p>
<p><b>Luibk:</b> Wie wollen Sie die Abwanderung junger Menschen<br />
aufhalten? Und wie bekommt man das Problem in den Griff, in altersschwachen<br />
Regionen die Infrastruktur aufrechtzuerhalten (Straßen/Abwasserkanal)?</p>
<p><b>teichtier</b>: Wenn man Medienberichten glauben darf,<br />
wandern ja vor allem junge, gut ausgebildete Menschen aus dem Osten<br />
ab, vor allem Frauen. Wie kann Mecklenburg-Vorpommern für diese<br />
Gruppe attraktiver werden?
</p>
<p>
<b>Harald Ringstorff:</b> Es ist tatsächlich ein<br />
Problem aller ostdeutschen Bundesländer, dass es einen Bevölkerungsverlust<br />
gibt, der aus einem Abwanderungsüberschuss besteht. Es wandern<br />
also mehr Leute ab, als zuwandern. Es ist auch richtig, dass, wie<br />
es in der Frage schon anklang, mehr junge Menschen abwandern als<br />
ältere. Zum zweiten gibt es einen Sterbeüberschuss. Die<br />
Zahl der Geburten ist nach der Wende stark rückläufig<br />
gewesen und bewegt sich jetzt auf bundesdeutschem Durchschnittsniveau.<br />
Tatsache ist auch, dass mehr junge Frauen als Männer abgewandert<br />
sind. Inzwischen gehen die Wanderungsverluste zurück. Das hat<br />
sicherlich damit zu tun, dass im eigenen Land zunehmend attraktivere<br />
Arbeitsplätze angeboten werden können. Zum Beispiel in<br />
der Medizintechnik, in der Biotechnologie, aber auch im Informations-<br />
und Kommunikationssektor. Und &#8211; was für junge Leute auch sehr<br />
wichtig ist &#8211; das Einkommensniveau steigt, wenn auch langsam. Durch<br />
weitere Anstrengungen zur Ansiedlung neuer Firmen und weitere Förderung<br />
junger, vor allem technologieorientierter Firmen, wird Mecklenburg-Vorpommern<br />
zunehmend attraktiver. Einzelnen Firmen gelingt es schon, aus Mecklenburg-Vorpommern<br />
abgewanderte junge Leute wieder zurück zu holen durch das Angebot<br />
attraktiver Arbeitsplätze. </p>
<p><b>Heathcliff:</b> Moderne Infrastruktur, niedrigere Mieten<br />
und Lebenshaltungskosten (zum Beispiel sind Versicherungen im Osten<br />
vielfach billiger): Ist daher ein niedrigeres Lohngefüge nicht<br />
gerechtfertigt?</p>
<p><b>Harald Ringstorff:</b> Ich glaube nicht, dass die Lebenshaltungskosten<br />
insgesamt wesentlich niedriger sind im Osten. Sicherlich sind die<br />
Mieten in einigen Teilen des Ostens niedriger und auch Dienstleistungen<br />
sind teilweise kostengünstiger, aber Energiekosten, Wasser-,<br />
Abwassergebühren sind fast flächendeckend im Osten teurer,<br />
sodass man nicht generell von niedrigeren Lebenshaltungskosten im<br />
Osten sprechen kann. Allerdings, wenn ich Hamburg mit Schwerin vergleiche,<br />
kommt man sicherlich in Schwerin mit 10 Prozent weniger Einkommen<br />
genauso gut hin wie in Hamburg mit 10 Prozent mehr.</p>
<p><b>pfanni:</b> Auf welche Wirtschaftsbereiche hat sich<br />
Mecklenburg-Vorpommern spezialisiert? </p>
<p><b>Harald Ringstorff:</b> Mecklenburg-Vorpommern hat seine<br />
traditionellen Wirtschaftszweige fit gemacht für die Zukunft.<br />
Da haben wir einmal die maritime Verbundwirtschaft mit hochproduktiven<br />
Werften, eine moderne Hafeninfrastruktur mit zunehmend besseren<br />
Hinterlandanbindungen und einem schon beachtlichen Netzwerk von<br />
Zulieferfirmen. Ein zweites traditionelles Standbein ist der Tourismus.<br />
Wir sind Tourismusland Nummer eins im Deutschlandtourismus und haben<br />
in diesem Bereich eine Infrastruktur auf neuestem Stand, die, verbunden<br />
mit besten naturräumlichen Voraussetzungen &#8211; sauberster Luft,<br />
sauberstem Wasser und vielfältigen kulturellen Angeboten &#8211;<br />
immer mehr Gäste anzieht. Das dritte traditionelle Standbein<br />
ist die Landwirtschaft. Sie ist hochproduktiv, die produktivste<br />
in ganz Deutschland. Auf Basis dieser Primärproduktion in der<br />
Landwirtschaft hat sich eine sehr moderne und wettbewerbsfähige<br />
Ernährungsgüterindustrie bei uns angesiedelt. Neue Standbeine<br />
sind die Biotechnologie und Medizintechnik. Hier existiert ein Netzwerk<br />
„Biocon-Valley&quot;, aber auch die Informations- und Kommunikationstechnologie<br />
bietet inzwischen viele Arbeitsplätze. Außerdem hat sich<br />
das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern zum Ziel gesetzt, Gesundheitsland<br />
Nummer eins in Deutschland zu werden und dazu einen Masterplan entwickelt.
</p>
<p>
<b>matu.:</b> Die Ansiedlung neuer Firmen passiert doch<br />
letztendlich nur im Speckgürtel und in den großen Städten<br />
an der Küste, was ist mit den ländlichen Gebieten wo teilweise<br />
Dörfer fast leer stehen?</p>
<p><b>Harald Ringstorff:</b> Es trifft natürlich zu,<br />
dass entlang der neuen Infrastruktur sich Firmen besonders gern<br />
ansiedeln, beispielsweise an der A20 oder der A24. Aber auch in<br />
ländlichen Regionen tut sich einiges. Als Beispiel nenne ich<br />
die Gießerei Torgelow im Uecker-Randow-Kreis, die eine rasante<br />
Entwicklung nimmt. Außerdem befinden sich Standorte der Ernährungsgüterindustrie<br />
durchaus auch im ländlichen Raum. Und die Landwirte selbst<br />
haben ein neues Standbein entdeckt: Die Produktion alternativer<br />
Energien (Biogas, Biodiesel).
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch ist der Wettbewerb zwischen den<br />
Ländern ja noch nicht per Föderalismuskommission verankert.<br />
Aber hier schon die Frage:</p>
<p><b>Leopoldus: </b>Was für einen Vorteil sehen Sie<br />
in Mecklenburg-Vorpommern im direkten Vergleich gegen Bayern?
</p>
<p>
<b>Harald Ringstorff:</b> Zurzeit sehe ich noch keine<br />
Vorteile, wenn ich von einem absehe: der Küstenlage. Bayern<br />
besitzt keine Hafenstandorte. Hafenstandorte sind für viele,<br />
gerade exportorientierte Firmen von immensem Vorteil, insbesondere<br />
dann, wenn sie Großanlagen bauen wie beispielsweise die Firma<br />
Liebherr Großkrananlagen oder die Firma Nordex in Rostock<br />
Windkraftanlagen. Außerdem wüsste ich nicht, dass Bayern<br />
1500km Küstenlinie mit herrlichen Sandstränden hat. Aber<br />
im Prinzip ist es sicherlich noch so, dass wir noch weitere Anstrengungen<br />
unternehmen müssen, um wirtschaftlich weiter voran zu kommen.<br />
Noch sind wir Nehmerland im Länderfinanzausgleich, wie der<br />
gesamte Osten. Darüber täuschen auch einige schon vorhandene<br />
Leuchttürme nicht hinweg.
</p>
<p>
<b>chatter:</b> Wie lange muss der Westen noch dem Osten<br />
mit Strukturhilfen unter die Arme greifen? Von der Infrastruktur<br />
her (vor allem Straßen) liegt der Osten schon vor dem Westen,<br />
wenn man sich die maroden Verkehrswege einmal ansieht.
</p>
<p>
<b>Harald Ringstorff: </b>Ich weiß nicht, ob das<br />
überall zutrifft, das der Osten schon vor dem Westen liegt,<br />
aber eine vernünftige Infrastruktur ist natürlich Voraussetzung<br />
für Firmenansiedlungen. Und ich erinnere daran, dass Bayern<br />
über 30 Jahre Nehmerland im Länderfinanzausgleich war.<br />
So lange sind wir es noch nicht.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das ist jetzt ein bisschen ein Blick<br />
in die Glaskugel, aber wer sollte eine fundierte Schätzung<br />
abgeben können, wenn nicht ein Praktiker aus der Politik:</p>
<p><b>Stralsunder:</b> Welchen Zeitrahmen sieht die Politik<br />
in Mecklenburg-Vorpommern bis sich der Osten und der Westen Deutschlands<br />
wirtschaftlich auf Augenhöhe begegnen können?
</p>
<p>
<b>Harald Ringstorff:</b> Ich glaube, die Frage kann<br />
man nur schwer beantworten, denn auch im Westen bestehen große<br />
Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen. Bis 2019 gilt noch<br />
der Solidarpakt II und ein Solidarpakt III wird es nicht geben.<br />
Sicherlich werden dann etliche Regionen in Ostdeutschland mit Regionen<br />
im Westen gleichgezogen haben. Das gilt aber nicht für den<br />
Osten insgesamt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nachfrage zum Thema Tourismus:</p>
<p><b>matu.: </b>Der Nachteil am Tourismus ist aber leider,<br />
dass er stark saisonbedingt schwankt. Im Sommer zu wenig Arbeitskräfte<br />
im Winter zu viel.
</p>
<p>
<b>Junner2003:</b> Sie sprachen zuvor vom Tourismus als<br />
zweites Standbein. Dies wird immer gern als Wirtschaftsfaktor Mecklenburg-Vorpommerns<br />
dargestellt. Da diese Branche sehr saisonbedingt ist, kann man doch<br />
nur gemäßigt von einem Arbeitnehmer-fördernden Prozess<br />
dieser Branche sprechen, oder?
</p>
<p>
<b>Harald Ringstorff:</b> Es ist so, dass der Tourismus<br />
immer noch saisonbedingt ist, aber es gelingt uns zunehmend, die<br />
Saison zu verlängern durch Angebote für Gesundheitstourismus,<br />
aber auch durch kulturelle Angebote. Auf dem Weg zum Gesundheitsland<br />
Nummer eins wollen wir die Saisonabhängigkeit noch weiter verringern.<br />
Inzwischen kann man allerdings in Mecklenburg-Vorpommern auch schon<br />
Ski fahren, wenn auch nur in der Halle. Sicherlich ist es so, dass<br />
Mecklenburg-Vorpommern vom Tourismus allein nicht leben kann. Ich<br />
habe den Tourismus auch nur als eines von drei traditionellen Standbeinen<br />
der Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern genannt. Trotzdem sehen<br />
wir im Tourismusbereich noch weiteres Entwicklungspotenzial. Gerade<br />
auch in ländlichen Regionen.</p>
<p><b>Ossi Online:</b> Wie sehen Sie denn Mecklenburg-Vorpommern<br />
im Vergleich mit den anderen Ost-Bundesländern? Steht es gut<br />
da oder eher nicht?
</p>
<p>
<b>Harald Ringstorff:</b> Ich glaube, Mecklenburg-Vorpommern<br />
steht recht gut da, obwohl die Ausgangsposition nicht besonders<br />
gut war. Es gelingt uns zunehmend, unsere Wirtschaftsstruktur zu<br />
verbreitern, wir haben ein starkes Wachstum in der gewerblichen<br />
Wirtschaft, der Infrastrukturausbau ist gut vorangekommen und es<br />
ist uns zum Beispiel gelungen, im Jahr 2006 einen ausgeglichenen<br />
Haushalt vorzulegen, was auch in den kommenden Jahren der Fall sein<br />
wird. Einen ausgeglichenen Haushalt haben außer Mecklenburg-Vorpommern<br />
bisher nur Bayern und Sachsen vorgelegt.</p>
<p><b>Dunstger:</b> Was halten Sie von dem Modell eines Oststaates,<br />
beziehungsweise Nordstaates, in dem mehrere ostdeutsche Bundesländer<br />
zusammengelegt werden?</p>
<p><b>labben1,:</b> Was halten sie von einem Nordstaat mit<br />
Hamburg als Hauptstadt?
</p>
<p>
<b>Harald Ringstorff:</b> Beide Fragen sind schon sehr<br />
häufig diskutiert worden, bisher gibt es keine Mehrheiten in<br />
der Bevölkerung für derartige Vorhaben. Ich weiß<br />
nicht, ob sich das in der Perspektive ändern wird. Wir unternehmen<br />
Anstrengungen, um Mecklenburg-Vorpommern als eigenes Bundesland<br />
zu erhalten, sind aber dabei, stärker mit anderen Bundesländern<br />
zu kooperieren um zu Kosteneinsparungen zu kommen. So wird es zum<br />
Beispiel demnächst eine gemeinsame Sitzung von Kabinettsmitgliedern<br />
der Hansestadt Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern<br />
geben, um über weitere Kooperationsmöglichkeiten zu reden.<br />
Oder, um es an einem ganz konkreten Beispiel festzumachen: Die norddeutschen<br />
Ministerpräsidenten haben gemeinsam ein Gespräch bei Minister<br />
Tiefensee gehabt, um die wichtigsten Verkehrsprojekte in gesamt<br />
Norddeutschland vorzustellen und für ihre schnelle Realisierung<br />
zu werben.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Vielleicht mal allgemeiner gefragt:<br />
Sind 16 Bundesländer nötig oder geht es auch mit weniger?
</p>
<p>
<b>Harald Ringstorff:</b> Ich nehme an, dass es auch<br />
mit weniger gehen würde. Dazu muss es aber politische Mehrheiten<br />
geben und die sehe ich zurzeit nicht.
</p>
<p>
<b>academili:</b> Sie regieren ja im Kleinen in einer<br />
Großen Koalition &#8211; wie fällt Ihr Vergleich mit der Bundesregierung<br />
aus?
</p>
<p>
<b>Harald Ringstorff:</b> Wir regieren noch nicht so<br />
lange in der Großen Koalition wie im Bund in dieser Konstellation<br />
regiert wird. Bisher läuft die Regierungsarbeit bei uns weitestgehend<br />
unaufgeregt und konfliktfrei und ich hoffe im Interesse des Landes,<br />
dass das auch so bleibt. Sicher müssen in solch einer Konstellation<br />
beide Koalitionspartner auch kompromissfähig sein.</p>
<p><b>heartCore:</b> Warum haben Sie die Zusammenarbeit mit<br />
der Linken abgebrochen? Denken Sie, dass diese Mecklenburg-Vorpommern<br />
nicht vorwärts gebracht hat? Dabei ist doch unter dieser Legislaturperiode<br />
die Arbeitslosigkeit beispielsweise zurückgegangen oder?
</p>
<p>
<b>Harald Ringstorff:</b> Es trifft zu, dass die Arbeitslosigkeit<br />
insbesondere zum Ende der letzten Legislaturperiode zurückgegangen<br />
ist und dass wir in der Koalition mit der PDS erfolgreich Investorenwerbung<br />
betrieben und einige wichtige Reformvorhaben angestoßen haben.<br />
Trotzdem waren wir der Meinung, dass man zum Regieren in Mecklenburg-Vorpommern<br />
stabile Mehrheiten braucht und Rot-Rot hätte derzeit nur eine<br />
Stimme Mehrheit.
</p>
<p>
<b>jakobine:</b> Seit 2006 sitzen Abgeordnete der rechtspopulistischen<br />
NPD im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern &#8211; wie geht das Landesparlament<br />
damit um? Behindern die NPDler Ihre Arbeit?<br />
dickn: Wie erklären Sie sich den Erfolg der NPD und wie sieht<br />
Ihre Strategie aus, diesen zu hemmen?
</p>
<p>
<b>Harald Ringstorff:</b> Es ist in der Tat so, dass<br />
einige Abgeordnete der NPD im Landtag sitzen und versuchen, die<br />
parlamentarische Arbeit zu stören. Es gibt einen Kompromiss<br />
der demokratischen Parteien zum Umgang mit der NPD, um nicht auf<br />
deren Provokationen hereinzufallen. Der NPD ist an spektakulären<br />
öffentlichen Auftritten gelegen. Sacharbeit in Ausschüssen<br />
wird nicht geleistet. Es gibt im Land zunehmend Bündnisse gegen<br />
Rechts, die Landesregierung hat beschlossen, Zentren für Demokratie<br />
und Toleranz einzurichten, um die Arbeit gegen die NDP zu unterstützen.<br />
Es ist so, dass die NPD versucht, ihre Kräfte jeweils auf ein<br />
Bundesland zu konzentrieren und so nach und nach in die Parlamente<br />
mehrerer Bundesländer einzuziehen. Ich hoffe, dass durch entschlossenes<br />
Handeln aller Demokraten in der nächsten Legislaturperiode<br />
keine NPD-Abgeordneten mehr im Landtag sitzen werden.</p>
<p><b>JoergT:</b> Sind Sie dafür, die NPD zu verbieten?</p>
<p><b>Harald Ringstorff:</b> Es ärgert mich schon, dass<br />
die NPD auch Steuergelder erhält. Sie ist eine Partei, die<br />
die freiheitlich-demokratische Grundordnung beseitigen will, das<br />
wird ganz offen ausgesprochen. Ein neues Verbotsverfahren muss jedoch<br />
sehr gut vorbereitet werden. Ein zweites Scheitern darf es in diesem<br />
Punkt nicht geben.</p>
<p><b>Moderator:</b> Aber Sie befürworten ein zweites<br />
Verbotsverfahren?</p>
<p><b>Harald Ringstorff:</b> Wenn es gut vorbereitet ist<br />
und die Fachleute zu der Auffassung kommen, dass das Risiko des<br />
Scheiterns entsprechend klein ist, bin ich der Auffassung, dass<br />
ein zweiter Anlauf gewagt werden sollte.</p>
<p><b>walserfamily:</b> Sind Sie der Meinung, dass die demokratischen<br />
Parteien sich einig genug sind um dieser „Bedrohung&quot;<br />
entschlossen zu begegnen? Oder könnte man hier noch mehr zusammenarbeiten?
</p>
<p>
<b>Harald Ringstorff:</b> Ich habe schon gesagt, dass<br />
die demokratischen Parteien in Mecklenburg-Vorpommern in dieser<br />
Frage sehr eng zusammenarbeiten. Allerdings muss man noch mehr darauf<br />
aufmerksam machen, dass es sich bei der NPD tatsächlich um<br />
eine Bedrohung unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung<br />
handelt.</p>
<p><b>ThomasHH:</b> Sie haben eine lange Erfahrung als Regierungschef<br />
einer rot-roten Koalition. Sehen Sie dafür auch eine Chance<br />
auf Bundesebene, möglicherweise ergänzt durch die Grünen?</p>
<p><b>Harald Ringstorff:</b> Diese Chance sehe ich auf Bundesebene<br />
nicht. Vor allen Dingen die außenpolitischen Positionen der<br />
Linken sind mit unseren Positionen nicht vereinbar und würden<br />
Deutschland außenpolitisch in die Isolation treiben.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das betont auch Außenminister<br />
Steinmeier immer wieder. Glauben Sie nicht an eine Kompromissfähigkeit<br />
der Linken? So was kommt ja manchmal erst mit dem ersten konkreten<br />
Angebot.<br />
Harald Ringstorff: Ich kenne keine solchen Kompromissangebote der<br />
Linken und ich halte nicht viel von Diskussionen nach dem Motto<br />
„Wenn der Pott nun aber ein Loch hat &#8230;&quot;.
</p>
<p>
<b>samo:</b> War es Ihr Ernst, dass auch weitere G8-Gipfel<br />
in Mecklenburg-Vorpommern stattfinden sollten? Fanden Sie die Bilder<br />
von Polizeiaufgebot und Demonstranten denn so vorteilhaft für<br />
das Bundesland?</p>
<p><b>Harald Ringstorff:</b> Es sind viele Bilder von friedlichen<br />
Demonstranten und von der schönen Küste Mecklenburg-Vorpommerns<br />
in die Welt gegangen. Daran ändert auch nichts, dass es vor<br />
Beginn des Gipfels bei der Sonnabend-Demonstration in Rostock Ausschreitungen<br />
gegeben hat. Es hat sowohl im Vorfeld des Gipfels als auch während<br />
des Gipfels und danach Journalistenreisen durch Mecklenburg-Vorpommern<br />
gegeben, durch die unser Bundesland international bekannter geworden<br />
ist. Lieber wäre es mir natürlich gewesen, wenn Gewaltbilder<br />
überhaupt nicht über den Bildschirm gegangen wären,<br />
das heißt, es wäre mir lieber gewesen, wenn alles friedlich<br />
verlaufen wäre.
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Bemerkung von:
</p>
<p>
<b> ui</b>: &#8230;und Bilder von Tornados, die friedliche<br />
Demonstranten fotografieren wollten.<br />
<b><br />
Moderator:</b> Und Frage von:</p>
<p><b>kaulomart:</b> Inwiefern waren Ihnen die Maßnahmen<br />
zum Einsatz der Bundeswehr rund um Heiligendamm während des<br />
G8-Gipfels im Vorhinein bekannt und wie weit haben Sie ihnen zugestimmt?</p>
<p><b>Harald Ringstorff:</b> Es sind keine Tornados eingesetzt<br />
worden, um Demonstranten zu filmen oder Kfz-Kennzeichen festzustellen.<br />
Die Tornados sind eingesetzt worden, um Erddepots und Veränderungen<br />
der Oberflächenstruktur sichtbar zu machen. Das war, glaube<br />
ich, wichtig, denn nach dem 11. September 2001 ist gerade bei solchen<br />
politischen Veranstaltungen wie dem G8-Gipfel höchste Alarmstufe<br />
angesagt. Weil man mit terroristischen Anschlägen rechnen muss.<br />
Zu den konkreten Hilfeersuchen an die Bundeswehr hat es keine Kabinettsbefassung<br />
gegeben.</p>
<p><b>Moderator:</b> Das war&#8217;s, die tagesschau-Chat-Stunde<br />
ist schon wieder vorbei. Das Protokoll mit allen Fragen und Antworten<br />
folgt zum Nachlesen und für alle, die den Chat nicht verfolgen<br />
konnten in Kürze auf den Seiten www.tagesschau.de und www.politik-digital.de.<br />
Vielen Dank an alle User für Ihr Interesse und noch einmal<br />
vielen Dank nach Schwerin an Ministerpräsident Ringstorff!<br />
Noch ein Terminhinweis: Am Donnerstag lädt Kanzlerin Angela<br />
Merkel zum Nationalen Integrationsgipfel nach Berlin. Wir haben<br />
aus diesem Anlass die SPD-Bundestagsabgeordnete Lale Akgün<br />
zum Chatten eingeladen und freuen uns, wenn Sie ab dreizehn Uhr<br />
dabei sind. tagesschau.de und politik-digital.de wünschen allen<br />
Beteiligten noch einen schönen Abend!</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Patrick Gensing im Chat: „Es sollte mehr Watchblogs geben“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alina Barenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 May 2007 12:37:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[NPD]]></category>
		<category><![CDATA[Chat-Interview]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 22. Mai war Patrick Gensing, der Blogger von <a href="http://npd-blog.info/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">npd-blog.info</a> und freie Journalist, zu Gast in der Blogsprechstunde von politik-digital.de in Kooperation mit den Blogpiloten. Was er zum Thema „NPD im Netz“ zu sagen hatte, ist hier im <a target="_blank" href="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/pgensing_070522.shtml" rel="noopener noreferrer">Chattranskript</a> zu lesen.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 22. Mai war Patrick Gensing, der Blogger von <a href="http://npd-blog.info/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">npd-blog.info</a> und freie Journalist, zu Gast in der Blogsprechstunde von politik-digital.de in Kooperation mit den Blogpiloten. Was er zum Thema „NPD im Netz“ zu sagen hatte, ist hier im <a target="_blank" href="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/pgensing_070522.shtml" rel="noopener noreferrer">Chattranskript</a> zu lesen.</p>
<p><!--break--><br />
Auch den medialen Umgang mit der NPD und den Szenenvergleich zwischen Ost und West diskutierte Patrick Gensing mit den Nutzern. Hier einige Fragen und Antworten aus dem Chat:<br />
Werther: Wie soll man als nicht-journalistischer Blogger mit der NPD umgehen? Ignorieren oder bloßstellen?<br />
Patrick Gensing: Niemand sollte die NPD und den Neonazismus ignorieren, also auch nicht die Blogger-Gemeinde, denke<br />
ich. Blogger sollten sich eben auch ihrer Verantwortung bewusst sein, dass sie mit ihren Beiträgen die öffentliche Meinung beeinflussen. Und jeder Blogger ist ja auch irgendwo Journalist, wenn auch nicht Profi. Aber ein paar Grundsätze gibt es, die ja auch außerhalb des World Wide Web gelten: Keinen Unsinn verbreiten, sondern überlegen, was man schreibt und die richtigen Quellen aussuchen: Wer wirkt glaubwürdig? Wer veröffentlicht was aus welchem Interesse? Ist natürlich schwierig, klar. Aber ignorieren ist keine Lösung. So schade das ist!<br />
fnord: Glauben Sie, dass es im Netz Angebote gibt, die für Nazis schwerer zu nutzen sind? Blogs von rechts sind bisher ja eher nicht bekannt. Auch ihre Versuche bei MySpace sind ja eher gescheitert. Macht es das so genannte „Web2.0&quot; den Nazis schwerer, weil es weniger anonym ist?<br />
Patrick Gensing: Ja, das kann gut sein. Es findet eine Qualitätskontrolle durch die Masse der User statt, diese können die wenigen Nazis schlecht beeinflussen. Außerdem fehlen ihnen fähige Leute, daher gibt es auch nur so wenige &quot;gute&quot; Angebote von Neonazis im World Wide Web.<br />
local: Sollte man gegen rechte Inhalte im Internet rechtlich vorgehen? Ist die Grenze zwischen „verfassungsrechtlich noch ok&quot; und „strafbar&quot; da nicht ziemlich schmal?<br />
Patrick Gensing: Es gibt Einträge, da gibt es keine „schmale Grenze&quot;, die sind so eindeutig verfassungsfeindlich und rassistisch, mehr geht eigentlich kaum. Die Strafermittler argumentieren dann, die Server stehen in den USA, man könne da nichts machen. Nun haben aber viele Anbieter auch Richtlinien gegen „Hate-crimes&quot; oder ähnliches. Ich denke, da gibt es eine Handhabe, wenn man wirklich Interesse hätte. Auch finde ich es erstaunlich, dass man schon lange Computer online durchsucht und allen möglichen Schnickschnack anstellt, aber nicht in der Lage ist, einen Verfasser einer bekannten Neonazi-Seite aus Mecklenburg-Vorpommern die Urheberschaft nachzuweisen. Andererseits ist es auch ganz beruhigend, dass der Staat/die Ermittler das offenbar nicht können. Denn natürlich möchte ich mich nicht für Online-Durchsuchungen aussprechen. Auch Nazis haben Rechte, das sollte man nie vergessen.<br />
bergedorf: Gibt es eigentlich auch Watchblogger für andere Parteien?<br />
Patrick Gensing: Ich glaube nicht. Wie gesagt: Das wundert mich auch. Denn es wäre doch auch für Leute an der SPD-Basis spannend, die eigene Parteiführung zu beobachten. Aber es geht natürlich auch einfacher, wenn man einen klaren Gegner hat, so wie eben die NPD. Es gibt aber <a target="_blank" href="http://www.abgeordnetenwatch.de/" rel="noopener noreferrer">Abgeordnetenwatch</a>, was sich ja als ein Instrument den Bürgern anbietet, um die Politiker und Abgeordneten genau zu beobachten und an ihren Wahlversprechen zu messen.<br />
Zum <a target="_blank" href="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/pgensing_070522.shtml" rel="noopener noreferrer">Chattranskript &gt;&gt;</a></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Es sollte mehr Watchblogs geben&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/es-sollte-mehr-watchblogs-geben-491/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alina Barenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 May 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Watchblog]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Blogger]]></category>
		<category><![CDATA[Blogsprechstunde]]></category>
		<category><![CDATA[NPD]]></category>
		<category><![CDATA[npd-blog.info]]></category>
		<category><![CDATA[Patrick Gensing]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/es-sollte-mehr-watchblogs-geben-491/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span class="fett"><b> Am 22. Mai 2007 war Patrick Gensing, der Blogger
von npd-blog.info, in der Blogsprechstunde von politik-digital.de
in Kooperation mit den Blogpiloten. Er sprach über die Präsenz
und die Rechte von Rechtsextremen im Internet, deren Reaktionen
auf seinen Blog und seine Gedanken zu einem NPD-Verbot.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span class="fett"><b> Am 22. Mai 2007 war Patrick Gensing, der Blogger<br />
von npd-blog.info, in der Blogsprechstunde von politik-digital.de<br />
in Kooperation mit den Blogpiloten. Er sprach über die Präsenz<br />
und die Rechte von Rechtsextremen im Internet, deren Reaktionen<br />
auf seinen Blog und seine Gedanken zu einem NPD-Verbot.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<b><b><b><b>Moderator:</b></b></b></b> Hallo<br />
und herzlich Willkommen zur Blogsprechstunde von politik-digital.de<br />
in Kooperation mit den Blogpiloten. Heute geht es um Rechtsextreme<br />
im Internet. Zu Gast ist Patrick Gensing, Blogger auf npd-blog.info<br />
und freier Journalist. <a href="http://npd-blog.info/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/ABlogs/pgensing85x.jpg" alt="Patrick Gensing" align="right" border="0" height="120" width="85" /></a>
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> So, hier ist es 16.00 Uhr. Herr Gensing, sind Sie soweit,<br />
können wir beginnen?
</p>
<p>
<b><b>Patrick Gensing:</b></b> Ja, gerne.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Im Vorfeld hatten unsere Nutzer wieder die Möglichkeit,<br />
bereits Fragen zu stellen und über diese abzustimmen. Die drei<br />
Fragen mit den meisten Stimmen eröffnen den heutigen Chat.<br />
Hier kommt Nummer eins:
</p>
<p>
<b>Werther:</b> Wie soll man als nicht-journalistischer<br />
Blogger mit der NPD umgehen? Ignorieren oder bloßstellen?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Niemand sollte die NPD und den Neonazismus ignorieren,<br />
also auch nicht die Blogger-Gemeinde, denke ich. Blogger sollten<br />
sich eben auch ihrer Verantwortung bewusst sein, dass sie mit ihren<br />
Beiträgen die öffentliche Meinung beeinflussen. Und jeder<br />
Blogger ist ja auch irgendwo Journalist, wenn auch nicht Profi.<br />
Aber ein paar Grundsätze gibt es, die ja auch außerhalb<br />
des World Wide Web gelten: Keinen Unsinn verbreiten, sondern überlegen,<br />
was man schreibt und die richtigen Quellen aussuchen: Wer wirkt<br />
glaubwürdig? Wer veröffentlicht was aus welchem Interesse?<br />
Ist natürlich schwierig, klar. Aber ignorieren ist keine Lösung.<br />
So schade das ist!
</p>
<p>
<b>nerdster:</b> Angeblich wurde ihr Blog bereits einmal<br />
von Nazis gehackt. Was ist dran an dieser Geschichte? Wie beurteilen<br />
sie Hack- und Defacement-Aktionen [das unberechtigte Verändern<br />
einer Website, Anm. d. Red.] gegen rechte Webseiten?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Frage eins: Da ist nix dran. Das war ein Script-Kiddie,<br />
der eine bekannte Lücke von WP (WordPress) ausgenutzt hat,<br />
um ein Defacement durchzuführen. Der dachte, NPD-BLOG.INFO<br />
sei eine Nazi-Seite und deswegen hat der da so einen Kram wie „gegen<br />
Nazis und Amerikaner&quot; draufgeschmiert. Ziemlich arm, aber nun<br />
gut. Frage zwei: Hacks sind natürlich strafbar, keine Frage.<br />
Für Beobachter ergeben sich aber aus den gehackten Daten interessante<br />
Dinge. Wenn die Informationen auf dem Markt sind, dann lese ich<br />
die auch. Und die Hacks haben natürlich große Wirkung<br />
gezeigt bei den Geschädigten. Zum einen kostet das Zeit und<br />
Ansehen, zum anderen entstehen Einblicke in interne Strukturen.<br />
Aber wie gesagt: Ist eine kriminelle Handlung, von daher natürlich<br />
abzulehnen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Eine generelle Frage zum Auftritt der NPD im Internet:
</p>
<p>
<b>homy:</b> Wie umfassend weiß die NPD die Möglichkeiten<br />
des Internet zu nutzen (zur Selbstdarstellung, Mitgliedergewinnung<br />
und Propaganda)? Gibt es da Unterschiede zu den übrigen Parteien?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Ich habe den Eindruck, die NPD ist ziemlich weit<br />
vorne dabei. Sie bietet Anlaufpunkte für Interessierte und<br />
reichlich Propaganda, vor allem eben die Schulhof-CD, zum Herunterladen.<br />
Es gibt von jedem popeligen Kreisverband mit drei Mitgliedern eine<br />
eigene Präsenz, die oft gut aussehen, weil das Einheitsdesign<br />
der NPD-Websites übernommen wurde. Aber es gibt auch viele<br />
sehr schlechte NPD-Seiten. Doch ich denke, die Partei hat verstanden,<br />
was mit dem Internet möglich ist. Und vor allem braucht eine<br />
Partei wie die NPD, die so wenige fähige Köpfe und wenig<br />
Geld hat, dringend eine Möglichkeit, um günstig miteinander<br />
zu kommunizieren und Aktionen und Strategien abzustimmen. Da ist<br />
das Internet perfekt für, aber es gibt eben auch die Gefahren<br />
der Transparenz für die NPD, an der diese Partei ja wenig interessiert<br />
ist. Dies zeigen ja immer wieder die Parteitage, die hinter verschlossenen<br />
Türen stattfinden. Im Unterschied mit den anderen Parteien<br />
nutzen die NPD und auch andere rechtsextreme Organisationen das<br />
Internet geschickt, finde ich. Andere sehen das anders, aber man<br />
muss eben überlegen, was im Internet möglich ist. Natürlich<br />
wird niemand durch das Internet alleine zum Nazi, aber ich kann<br />
da Kontakte knüpfen und Propaganda bekommen und so weiter.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Welche Bedeutung hat das Internet denn für die<br />
Rekrutierung von Parteinachwuchs? Könnte die NPD &#8211; oder andere<br />
rechte Gruppen &#8211; ohne das Netz dieselbe Aufmerksamkeit erregen?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Also, ich denke, die Rekrutierung von Nachwuchs<br />
erfolgt auf der Straße durch rechte Cliquen und rechten Mainstream,<br />
nicht durch das Internet. Aber wie geschrieben: Das Internet hilft<br />
dann eben, die Leute ideologisch zu verblenden, wenn man es richtig<br />
einsetzt. Und was die NPD auch macht, ist über kostenlose PR-Angebote<br />
ihre Mitteilungen im Netz zu verbreiten, so dass diese auch bei<br />
News-Angeboten auftauchen können. Wichtigste Bühne für<br />
die NPD ist das Parlament, da gibt es am meisten Aufmerksamkeit<br />
bei Tabubrüchen. Das Internet hilft, ins Parlament zu kommen.<br />
Und es hilft ebenfalls, um beispielsweise politische Gegner einzuschüchtern.<br />
So sammelt die NPD in Mecklenburg-Vorpommern zur Zeit Fotos von<br />
Anti-NPD-Demonstranten, was natürlich das Ziel verfolgt, diese<br />
Leute zu verunsichern.
</p>
<p>
<b>lionel:</b> Offensichtlich nutzt die NPD die Möglichkeiten<br />
zur weltweiten Vernetzung voll aus &#8211; zuletzt mit einem eigenen Profil<br />
auf MySpace. Wie rechtfertigen die NPDler diesen Widerspruch zu<br />
ihren Anti-Globalisierungs-und Anti-USA-Parolen?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Die Geschichte mit MySpace ist in meinen Augen<br />
Quatsch. Da gab es ein Profil, aber da waren 15 Leute drin und die<br />
kamen irgendwo aus den USA und Skandinavien. Das hatte mit der NPD<br />
nichts direkt zu tun und inhaltlich ist auf der Seite auch nichts<br />
gelaufen. Klar versuchen die alle Kanäle zu bedienen, aber<br />
gerade diese MySpace-Nummer passte da nicht so rein. Spiegel Online<br />
hat ja auch selbst geschrieben, dass da nicht die Partei hintersteckte.<br />
Den Widerspruch, dass das World Wide Web eigentlich ein Feind für<br />
die Nazis sein müsste, können sie natürlich nicht<br />
auflösen &#8211; wie so viele Widersprüche in dieser Ideologie.<br />
Aber sie versuchen, das abzufedern, indem sie sich deutsche Begriffe<br />
für die vielen Anglizismen ausdenken. Aber der Widerspruch<br />
bleibt natürlich, klar.
</p>
<p>
<b>fnord:</b> Glauben Sie, dass es im Netz Angebote gibt,<br />
die für Nazis schwerer zu nutzen sind? Blogs von rechts sind<br />
bisher ja eher nicht bekannt. Auch ihre Versuche bei MySpace sind<br />
ja eher gescheitert. Macht es das so genannte „Web2.0&quot;<br />
den Nazis schwerer, weil es weniger anonym ist?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Ja, das kann gut sein. Es findet eine Qualitätskontrolle<br />
durch die Masse der User statt, diese können die wenigen Nazis<br />
schlecht beeinflussen. Außerdem fehlen ihnen fähige Leute,<br />
daher gibt es auch nur so wenige „gute&quot; Angebote von<br />
Neonazis im World Wide Web. Es gibt eigentlich nur zwei deutsche<br />
Nazi-Seiten, bei denen es sich lohnt, sie ständig zu lesen<br />
und die einen gewissen Einfluss haben. Dabei sind diese auch im<br />
Blog-Format aufgebaut und arbeiten auch mit Kommentaren. Diese sind<br />
recht erfolgreich, aber sonst gibt es zwar viele Seiten &#8211; der Verfassungsschutz<br />
zählt etwa 1000 deutschsprachige &#8211; aber wenig Qualität.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Eine Nachfrage zum rechtlichen Hintergrund von Nazi-Seiten:
</p>
<p>
<b>local:</b> Sollte man gegen rechte Inhalte im Internet<br />
rechtlich vorgehen? Ist die Grenze zwischen „verfassungsrechtlich<br />
noch ok &quot; und „strafbar &quot; da nicht ziemlich schmal?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Es gibt Einträge, da gibt es keine „schmale<br />
Grenze&quot;, die sind so eindeutig verfassungsfeindlich und rassistisch,<br />
mehr geht eigentlich kaum. Die Strafermittler argumentieren dann,<br />
die Server stehen in den USA, man könne da nichts machen. Nun<br />
haben aber viele Anbieter auch Richtlinien gegen „Hate-crimes&quot;<br />
oder ähnliches. Ich denke, da gibt es eine Handhabe, wenn man<br />
wirklich Interesse hätte. Auch finde ich es erstaunlich, dass<br />
man schon lange Computer online durchsucht und allen möglichen<br />
Schnickschnack anstellt, aber nicht in der Lage ist, einen Verfasser<br />
einer bekannten Neonazi-Seite aus Mecklenburg-Vorpommern die Urheberschaft<br />
nachzuweisen. Andererseits ist es auch ganz beruhigend, dass der<br />
Staat/die Ermittler das offenbar nicht können. Denn natürlich<br />
möchte ich mich nicht für Online-Durchsuchungen aussprechen.<br />
Auch Nazis haben Rechte, das sollte man nie vergessen. Allerdings<br />
stimmt es auch, dass die Neonazis natürlich ziemlich genau<br />
wissen, was strafrechtlich nicht mehr geht und was schon und dann<br />
formulieren sie eben schon auf dieser schmalen Grenze, das stimmt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Interessant im Zusammenhang ausländischer Server:<br />
Wir hatten heute einen Chat mit lawblogger Udo Vetter, dort hieß<br />
es: Wenn du in Deutschland schreibst, gilt für dich deutsches<br />
Recht. Anscheinend doch nicht?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Naja, die Staatsanwaltschaft Mannheim hat gegen<br />
den Holocaust-Leugner Ernst Zündel argumentiert: „Du<br />
stellst zwar Deine Inhalte aus Kanada ins Netz, aber die sind auch<br />
in Deutschland zugänglich. Und deshalb greifen die deutschen<br />
Gesetze für Dich.“ Aber da sitzt auch ein Staatsanwalt,<br />
der diese Hetze ernst nimmt und sich dahinter geklemmt hat. Das<br />
ist die Ausnahme.
</p>
<p>
<b>gaudi:</b> Welche Unterschiede sehen Sie aktuell in<br />
der rechten Szene West- und Ostdeutschlands? Verwischen die Grenzen<br />
(soziale Herkunft, Gewaltbereitschaft) inzwischen?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Ich glaube der Hauptunterschied ist die Stärke<br />
beziehungsweise die Schwäche der Zivilgesellschaft. Und wie<br />
stark die Skepsis „gegen das System&quot; ausgeprägt<br />
ist. Im Osten ist die Gesellschaft eben vollkommen zusammengebrochen<br />
nach der Wende. Alles war plötzlich anders und was vorher war,<br />
das war plötzlich falsch. Es fehlen Nichtregierungsorganisationen,<br />
die Mitglieder haben, die Kirchen sind schwach. Es fehlen Kräfte<br />
in der Gesellschaft, die sich aktiv gegen die Nazis stellen und<br />
sagen: Hier nicht, ihr Pappnasen. In den Regionen, wo es andere<br />
Subkulturen gibt, haben es die Nazis ja auch sofort schwerer, vor<br />
allem auch Nachwuchs zu rekrutieren. Oder nimmt man die Großstädte:<br />
Warum sollte ich in Hamburg Nazi werden, wenn es 25 andere Subkulturen<br />
gibt, die mir besser gefallen? Inwieweit sich die Nazis in Ost-<br />
und Westdeutschland unterscheiden, ist schwierig zu beantworten.<br />
Denn zum einen sind ja auch viele Wessis in den Osten gegangen,<br />
um dort Strukturen aufzubauen, und genauso ziehen ja auch Nazis<br />
aus dem Osten in den Westen. Ich meine, manchmal bei Nazis aus dem<br />
Osten beobachtet zu haben, dass sie selbstverständlicher und<br />
mit mehr Selbstbewusstsein auftreten, weil sie eben weniger Gegenwind<br />
bekommen. Bei der sozialen Herkunft gibt es &#8211; glaube ich zumindest<br />
&#8211; nicht so die Unterschiede, wobei im Osten vielleicht inzwischen<br />
mehr Mittelständler dabei sind, weil wie gesagt die Ausgrenzung<br />
nicht so groß ist.
</p>
<p>
<b>fnord:</b> Ein Verbot der NPD wird ja immer wieder<br />
viel diskutiert. Befürworten Sie selbst ein solches? Oder meinen<br />
Sie, dass eine wehrhafte Demokratie solche Parteien ertragen muss?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Eigentlich war ich immer gegen ein Verbot, aber<br />
ich habe meine Meinung geändert. Ich finde, man könnte<br />
die NPD gut verbieten. Dagegen spricht, dass solche Interventionen<br />
des Staates nicht gut sind, da sie auch den Eindruck erwecken, „oh,<br />
ein starker Staat, der löst schon unsere Probleme&quot;. Aber<br />
auf der anderen Seite zieht die NPD inzwischen so massiv Geld aus<br />
der Wahlkampfkostenerstattung und aus den Fraktionen in Sachsen<br />
und in Mecklenburg-Vorpommern, dass ich denke, das kann nicht sein.<br />
Aber ein NPD-Verbotsverfahren ist unrealistisch, weil der Verfassungsschutz<br />
die Zusammenarbeit mit Verbindungs-Leuten in der NPD nicht einstellen<br />
wird. Von daher sind diese ewigen Diskussion darüber, die gerne<br />
von der SPD und den Grünen angestoßen werden, totale<br />
Zeitverschwendung.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Fragen, wie Rechtsextreme auf Ihre Blogeinträge<br />
reagieren:
</p>
<p>
<b>teichtier:</b> Wie reagieren denn Rechstextreme auf<br />
die Berichte in Ihrem Blog? Melden die sich direkt bei Ihnen?
</p>
<p>
<b>nora:</b> Kannst du mit Rechtsextremisten ernsthaft<br />
über deine Artikel diskutieren oder sind sie grundsätzlich<br />
in ihren Ansichten verbohrt?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Ich habe bestimmt rechtsextremistische<br />
Leser, da es ja von Neonazi-Seite kaum Angebote gibt, die sich so<br />
ausführlich mit der NPD beschäftigen. Diese Leute haben<br />
sich auch schon öfter bei mir gemeldet, sei es mit platten<br />
Pöbeleien oder mit dem ernsthaften Wunsch, zu diskutieren.<br />
Ich habe das auch mal ausprobiert, weil ich nicht verstehe, wie<br />
diese Leute ticken. Aber das war wenig fruchtbar, da sie eben alles<br />
in ihr Weltbild einfügen. Ein Weltbild, das von einer Ungleichwertigkeit<br />
von Menschen ausgeht. Wie soll man da diskutieren? Wenn jemand glaubt,<br />
ein weißer Mensch sei mehr Wert als ein schwarzer Mensch,<br />
dann kann man da argumentativ wenig machen. Daher habe ich diese<br />
Diskussionen schnell wieder eingestellt. Dafür fehlt mir die<br />
Zeit und auch die Lust, ich bin ja kein Missionar. Als solche verstehen<br />
sich aber offenbar viele Neonazis. Die sind wirklich überzeugt<br />
von dem, was sie sagen und machen. Das war eine interessante Erfahrung,<br />
die aber leider nicht weiterhilft. Ansonsten wird meine Seite in<br />
der Nazi-Szene sicherlich wahrgenommen, sie wird in Foren immer<br />
mal wieder diskutiert. Aber es gibt ja mehrere Internet-Projekte,<br />
die sich mit Rechtsextremismus beschäftigen, wie beispielsweise<br />
<a href="http://www.redok.de/">redok</a> oder <a href="http://www.endstation-rechts.de/">Endstation<br />
Rechts</a>. Daraus klauben sich die Neonazis ihre Infos zusammen<br />
und da schreiben sie auch ab. Genau wie „wir&quot; auch von<br />
den Nazi-Seiten bisweilen abschreiben, wenn da eben bestimmte Infos<br />
auftauchen, die man sonst nicht bekommt. Allerdings schreibe ich<br />
da nicht eins zu eins ab, sondern recherchiere dann weiter, um die<br />
Informationen zu verifizieren. Oder ich schreibe eben, dass ein<br />
bestimmtes Ereignis in den Neonazi-Kreisen offenbar die und die<br />
Reaktion hervorgerufen hat.
</p>
<p>
<b>pia:</b> Mit welcher Motivation haben Sie Ihren Blog<br />
gestartet? Was wollten und wollen Sie mit Ihrer Berichterstattung<br />
vor allem erreichen?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Ich würde mich freuen, wenn die Berichterstattung<br />
über Neonazis dadurch kritisch begleitet wird und sich besser<br />
überprüfen lässt. Und ich möchte für alle<br />
Leute, die sich mit diesem Thema beschäftigen müssen/wollen<br />
möglichst viele relevante Informationen möglichst sinnvoll<br />
miteinander verbunden anbieten. Meine persönliche Motivation<br />
liegt auch darin, für mich selbst eine sinnvolle Recherche-Datenbank<br />
zu haben, in der ich alle für mich wichtigen Informationen<br />
zum Thema speichern kann.
</p>
<p>
<b>bürgerburger:</b> Macht das Watchbloggen über<br />
die NPD eigentlich auch Spaß, oder ist das mehr eine Bürgerpflicht?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Nein, das macht auch Spaß. Das ist mein<br />
Hobby.
</p>
<p>
<b>KeepItSimple:</b> Wie reagieren denn die anderen Parteien<br />
auf Ihre Berichterstattung? Bekommen Sie da eher Zuspruch &#8211; oder<br />
Kritik, weil sie sich so intensiv mit der NPD auseinandersetzen?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Die CDU interessiert sich herzlich wenig dafür,<br />
dass ich da so einen Blog habe. Genauso die FDP, da gibt es ja nur<br />
Max Stadler, der sich ab und zu zu diesem Thema sinnvoll äußert.<br />
Bei der SPD haben das, glaube ich, einige auf dem Schirm. Und die<br />
finden das wohl auch ganz gut. Und die SPD hat in Mecklenburg-Vorpommern<br />
ja auch ein super Projekt gestartet (Endstation Rechts). Grüne<br />
und Linkspartei erwähnen meinen Blog auch auf ihren Seiten<br />
und in Publikationen bisweilen. Die finden das natürlich gut,<br />
wenn sich Leute gegen Rechtsextremismus engagieren, ist ja auch<br />
eher ein linkes Thema gewesen. Ich glaube, es ist eben Voraussetzung,<br />
sich intensiv mit einem Thema zu beschäftigen, damit man dann<br />
auch ernst genommen wird. Ich muss ja schon wissen, worüber<br />
ich schreibe. Und ich muss Vorgänge und Entwicklungen ja auch<br />
einschätzen können. Das kann ich nicht, wenn ich mich<br />
nur ein Mal im Monat damit beschäftige. Außerdem läuft<br />
es natürlich prima, der öffentliche Zuspruch ist ja da.<br />
Von daher wird man dann in der Arbeit natürlich auch bestärkt.<br />
Ich hätte NIE gedacht, dass mein Blog besonders bekannt wird.<br />
Aber ich frage mich auch, warum es nicht viel mehr Watchblogs gibt.<br />
Denn es ist eine super Möglichkeit, um sich auf ein Thema zu<br />
spezialisieren und um auch wirklich ein paar Leute zu erreichen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zu den Watchblogs gleich eine Nachfrage:
</p>
<p>
<b>bergedorf:</b> Gibt es eigentlich auch Watchblogger<br />
für andere Parteien?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Ich glaube nicht. Wie gesagt:<br />
Das wundert mich auch. Denn es wäre doch auch für Leute<br />
an der SPD-Basis spannend, die eigene Parteiführung zu beobachten.<br />
Aber es geht natürlich auch einfacher, wenn man einen klaren<br />
Gegner hat, so wie eben die NPD. Es gibt aber <a href="http://www.abgeordnetenwatch.de/">Abgeordnetenwatch</a>,<br />
was sich ja als ein Instrument den Bürgern anbietet, um die<br />
Politiker und Abgeordneten genau zu beobachten und an ihren Wahlversprechen<br />
zu messen. Eine sehr gute Sache, finde ich.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> npd-blog.info ist für den Grimme-Preis nominiert.<br />
Dazu erstmal herzlichen Glückwunsch! Und ich schätze,<br />
Marler meint, was Ihnen der Grimme-Preis bedeuten würde, nicht<br />
bedeutet hätte:
</p>
<p>
<b>Marler:</b> Was hätte Ihnen der Grimme-Online-Preis<br />
bedeutet?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Danke für die Glückwünsche. Das<br />
ist natürlich wirklich eine große Sache und da bin ich<br />
auch wirklich ein bisschen stolz drauf. Ich denke, die Nominierung<br />
kann mir helfen, ein eigenständiges journalistisches Angebot<br />
zu schaffen. Für den Fortbestand der Seite ist das natürlich<br />
eine große Sache, auch wenn man nicht gewinnt. Davon kann<br />
man natürlich nicht ausgehen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Einige Nutzer fragen noch ganz konkret zu deinem Blog.<br />
Hier stellvertretend zwei Fragen:
</p>
<p>
<b>liselkiesel:</b> Wieviel Zeit investierst du in deinen<br />
Blog? Schreibst du alles selbst?
</p>
<p>
<b>keiner:</b> Warum haben Sie eigentlich die Kommentarfunktion<br />
in Ihrem Blog abgeschaltet?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Die Kommentarfunktion habe ich abgeschaltet, weil<br />
zu viele Rechtsextremisten da ihren Quatsch reingeschrieben haben.<br />
Dafür hatte ich keine Zeit, mich damit auch noch auseinander<br />
zu setzen und denen auch noch ein Forum zu bieten. Meine Seite ist<br />
hauptsächlich eine Informationsseite. Kommentare können<br />
per Trackback platziert werden, das finde ich ok. Oder wäre<br />
eine Kommentarfunktion hilfreich?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ich weiß nicht. Es gibt ja Leute, die argumentieren,<br />
ein Blog ohne Kommentarfunktion ist kein Blog. Noch dazu:
</p>
<p>
<b>juliusevola:</b> Bitte die Kommentarfunktion belassen.<br />
Da schreiben nicht nur blöde Neonazis, sondern sicher auch<br />
Interessierte mit Hintergrundwissen.
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Das stimmt, aber ich habe keine Zeit, den Nazi-Kram<br />
zu löschen. Außerdem kann man sich immer gerner per Mail<br />
melden, oder in einem eigenen Blog dazu posten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Eine letzte Frage:
</p>
<p>
<b>wasnlos: </b>Das Bildblog hat ja auch keine Kommentare.<br />
Lassen sich brisante Watchblogs einfach nicht mit Feedback machen?
</p>
<p>
<b>Patrick Gensing:</b> Ich überlege es mir, mit den Kommentaren,<br />
man kann es ja nochmal ausprobieren.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> So, das war die Blogsprechstunde mit<br />
Patrick Gensing. Vielen Dank an alle, die Fragen gestellt haben<br />
und ich hoffe, Sie haben Verständnis dafür, dass wir nicht<br />
alle stellen konnten. Und natürlich vielen Dank an Patrick<br />
Gensing für seine Zeit und seine Antworten. Nächste Woche<br />
geht es am Dienstag, 29. Mai, weiter mit Anke Gröner &#8211; diesmal<br />
aber von 19.00 bis 20.00 Uhr. Fragen können Sie wieder einmal<br />
in unserem <a href="http://www.talksalon.de/?cid=46&amp;id=poldi">Warteraum</a><br />
stellen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das letzte Wort hat der Gast &#8211; bitte, Herr Gensing:
</p>
<p><b>Patrick Gensing:</b> Vielen Dank für das Interesse an NPD-BLOG.INFO<br />
und einen herrlichen Tag noch.</p>
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