<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>NSA &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/nsa/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Wed, 24 Jun 2020 06:14:12 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>NSA &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Das algorithmische Orakel von Wien</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/das-algorithmische-orakel-von-wien-153199/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/das-algorithmische-orakel-von-wien-153199/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Sep 2017 15:04:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[NSA]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[Privatisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich Moser]]></category>
		<category><![CDATA[machine learning]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerkanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismusbekämpfung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=153199</guid>

					<description><![CDATA[Terrorbekämpfung mit Smart Data: Diesem Thema widmet sich die sehenswerte Dokumentation „Terrorjagd im Netz“. Heute um 20:15 auf arte und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/TitelbildRezensionArte-e1505232541824.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-153200" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/TitelbildRezensionArte-e1505232541824.jpg" alt="TitelbildRezensionArte" width="640" height="279" /></a>Terrorbekämpfung mit Smart Data: Diesem Thema widmet sich die sehenswerte Dokumentation „Terrorjagd im Netz“. Heute um 20:15 auf arte und bis zum 19.09. in der arte-Mediathek.</p>
<p>Ineffizienz und Outsourcing der Sicherheitsdienste: Nach „A good American“ ist „Terrorjagd im Netz“ der nächste Dokumentarthriller von Friedrich Moser, der ein düsteres Bild der digitalen Massenüberwachung zeichnet. Der mehrsprachige Film des österreichischen Filmemachers beginnt im nächtlichen Wien. Ein junger Mann zieht durch beleuchteten Straßen der Metropole und stellt sich als Christian Weichselbaum vor – Co-Founder und leitender Data Scientist des Wiener Start-Ups <a href="http://kivu.tech/">Kivu Technologies</a>. Das Unternehmen hat sich auf Analyse und Auswertung von terrorverdächtigen Inhalten im Netz spezialisiert.</p>
<p>Kivu hat ein revolutionäres System entwickelt. Es erlaubt soziale Netzwerke binnen weniger Momente zu analysieren und relevante Daten in einer selektiven und effizienten Darstellung zu präsentieren. Weichselbaum hat sich als Datenanalyst schon länger mit maschinellem Lernen auseinandergesetzt. Das, was ihn jedoch prägte, war der Anschlag auf den französischen Konzertsaal Bataclan durch die Terrororganisation Islamischer Staat. Wie in einem Live-Stream hätte man im Internet die Nachrichten von den anwesenden Konzertgängern verfolgen können. Die Reaktionen reichten von blanken Entsetzen bis zu Befürwortung durch Sympathisanten. Gerade diese hätten die Inhalte in entsprechenden Netzwerken geteilt und sich darüber ausgetauscht – alles öffentlich. Nach dieser beispielhaften Erfahrung war es nicht verwunderlich, dass Weichselbaum 2015 auf die Anfrage des Gründers von Kivu – <a href="https://fleming.events/en/events/speakers/security/iacsp-asean-security-awards-symposium/robert-wesley">Robert Wesley</a> – einging.</p>
<h3>Alles im Leben kann als Netzwerk dargestellt werden</h3>
<p>Wesley, unter anderem Präsident der <a href="http://www.terrorism-research.org/about/">Terrorism Research Initiative</a>, suchte nach Experten, um ein Analyseverfahren zu entwickeln. Dieses sollte Daten, die auf Anschläge hinweisen, treffsicher auswerten, aber gleichzeitig keine Datenschutzrechte verletzen. Genau das hat Kivu-Team geschafft. Allein durch <a href="https://netzpolitik.org/2014/wissenserschliessung-aus-offenen-quellen-wie-bundeswehr-und-bnd-die-auswertung-sozialer-netzwerke-rechtfertigen/">Open Source Intelligence</a>, also die Auswertung von Metadaten in sozialen Netzwerken, konnten graphische Knotenpunkte der Datenstandorte erstellt werden. Durch die Verdichtung lassen sich Gefährder herausfiltern. Die Personen bleiben anonym, da sie nur als codierte Ortungspunkte dargestellt werden. Sollte sich in diesen Knotenpunkten mit Androhungen beschäftigt werden, z.B. durch Erwähnungen, liken oder teilen, besteht ein Anfangsverdacht. Bei steigender Verdichtung wird das Radikalisierungspotential höher. Wenn dies abrupt abricht, besteht akut Gefahr auf einen Anschlag. Die Verhaltungsänderung als algorithmisches Frühwarnsystem.</p>
<h3>“How can it be, that despite all this traces and evidences that the intelligence service had no idea that these attacks were being plotted. “</h3>
<p>Begeistert folgt man den Ausführungen der jungen Entwickler und Mathematiker, die ein so revolutionäres wie auch einfaches System entwickelt haben. Sind in der Zukunft Radikalisierung und Anschläge vorhersehbar? Dies alles wirkt zeitversetzt. Der internationale Terrorismus ist, trotz seiner zunehmenden Präsenz in Europa, kein Phänomen der letzten zwei Jahre. Seit dem Fanal der Anschläge des 11. September, ist die drastische Ausweitung vom staatlichen Zugriff auf Daten eine internationale Kontroverse. Datenschutz im Ausnahmezustand – alles im Namen der Sicherheit. Die englische Narration von Lousia Gummer beschreibt in fast maschineller Aufzählung: „While the background of the attackers is quite diverse, there seems to be a pattern. In each at least one of the terrorist where known to the police, the perpetrators are part of a network, the terrorist where communicating electronically with each other and there was a digital footprint clearly indicating radicalization. Wie kann es sein, dass mit all der Technologie der Sicherheitsdienste diese Muster nicht vorher herausgefiltert werden konnten.</p>
<h3>„There are too many choices.”</h3>
<p>Ein kurzer Einspieler von Edward Snowden ist richtungsweisend für den zweiten Akt der Dokumentation. Denn trotz aller gesammelten Daten fehlt die Übersicht, was an Informationen relevant ist. Die schiere Informationsmasse, die Institutionen wie die NSA im Namen der Sicherheit sammeln, ist einfach zu gewaltig. Bisherige Anschläge konnten dadurch teilweise fast bis zu ein Jahr lang geplant werden, ehe sie stattfanden. Ein absurdes Zeugnis für die angebliche Notwendigkeit der Praktiken der Sicherheitsdienste. Snowden konstatiert: „Man braucht nicht mehr Informationen, sondern bessere und gezieltere Informationen.“</p>
<p>Wer <a href="http://agoodamerican.org/">A good American</a> bereits gesehen hat, weiß dass es sich bei dieser Feststellung um kein Novum handelt. Robert Wesley und sein Team stellten fest, dass ihr Konzept bereits in fast identischer Weise entwickelt worden war und zwar vom ehemaligen Technischen Direktor der NSA: William Edward Binney. Die Kurzfassung dieser bizarren Ereignisse beinhaltet, dass Binney sein eigenes Programm Thin Thread bereits in den 90er Jahren konzipierte. Kurz vor der Fertigstellung wurde das Programm aber für das konkurrierende und hochsubventionierte Projekt Trail Blazer verworfen &#8211; und das drei Wochen vor den Anschlägen des 11. Septembers.</p>
<h3>Binney über Trail Blaizer: &#8220;It&#8217;s better than anything that the KGB, the Stasi, or the Gestapo and SS ever had.&#8221;</h3>
<p>Das Projekt, so Binney, hätte durch Netzwerkanalysen Metadaten von bekannten Terroristen in Sekunden erkannt können. Die erschreckende Erkenntnis: die Daten der Attentäter vom 11.09.2001 wären in den damaligen Datensatz enthalten gewesen. Im Rahmen der darauf erlassenen Notstandsgesetze fand Trail Blaizer seine Verwendung in der NSA. Der Beginn der großangelegten illegalen Massenüberwachung. Binney kündigte und ging auf Konfrontationskurs – all dies wurde Teil der globalen Überwachungs- und Spionageaffäre.</p>
<h3>Privatisierung des Sicherheits- und Verteidigungssektors</h3>
<p>Aufbauend auf dieser rekapitulierten Entwicklung stellt Moser den Bezug zu derzeitigen globalen Trends im Bereich Sicherheit her: Notstandsgesetze, Massenüberwachung und eine enorme Auslagerung der Aufgaben der Verteidigungsministerien an private Unternehmen. Eine „Abwärtsspirale“ für den Datenschutz, da die Staatssicherheit zu einem weltweiten Geschäft wird. Während der private Sektor immer mehr an technischer Aufklärung verdient, übersteigen diese Kosten den ursprünglichen Etat staatlicher Ressorts bei weitem.</p>
<h3>„Die Öffentlichkeit weiß nicht, welche Kompetenzen die Regierung über die Geheimdienste an Private Unternehmen abgibt.“</h3>
<p>Das System scheint nicht nur ineffizient, sondern auch noch zusätzlich undurchsichtiger zu werden. Eine Carte blanche für nichtstaatliche multinationale Kompetenzträger. Düster zieht die Kameraeinstellung über europäische Hauptstädte und ihre Regierungsgebäude. Unternehmen als Teil der Exekutiven, die nach Auftragslage vom Staat als bedrohlich eingestufte Organisationen oder Personen überwacht. Der Entzug der Legitimität außerstaatlichen Kritikbewegungen? Und wann enden die Ausnahmezustände der terrorgeplagten Staaten, wenn das lukrative Outsourcing staatlicher Aufgaben sich doch erst entfaltet?</p>
<h3>Ein kleiner Hoffnungsschimmer in der dystopischen Suggestion: Zurück zu Kivu – zurück nach Wien.</h3>
<p>William Binney ist aufgrund seiner Expertise in einer beratenden Funktion bei Kivu. Die Firma ist zwar auch ein privater Anbieter, versteht sich aber vor allem als zielorientierte Initiative. Radikale und terroristische Inhalte werden präventiv mit einem anonymen privacy design aufgespürt – also ohne die Privatsphäre oder Datenschutzrechte zu verletzten. Regierungen sollen das Programm nutzen und nur über Schlüsselzugriffe aus verschiedenen Ministerien darauf zugreifen können. Der Film endet und eine ganz persönliche und zynische Fragestellung bleibt: Handelt es hier um das Modell der Zukunft und wenn ja, ist es dann wettbewerbsfähig?</p>
<p>Friedrich Moser transportiert durch seine 90-minütige Dokumentation „Terrorjagd im Netz“ das gleiche Gefühle der Empörung wie in „A Good American.“ Während die Machenschaften und Partikularinteressen des Deep Staates vom zeitgenössischen Terror überdeckt und legitimiert werden, ermahnt Moser den Zuschauer, die Augen vor diesen Entwicklungen nicht zu verschließen. Über die Frustration dieser Spirale hinaus verweist er aber auch auf das Potenzial abseits fatalistischer Zweckmäßigkeit: Thin Thread und das Wiener Team von Kivu entmystifizieren den Irrglauben, dass Datenschutzrechte für die Sicherheit gebogen werden müssen. Ganz im Gegenteil – durch ihr effektives System nehmen sie der Privatisierung des Sicherheits- und Verteidigungssektors die Legitimitätsgrundlage. Eine aktuelle Darstellung eines schwelenden Konfliktes, die man nicht verpassen sollte.</p>
<p>Die Dokumentation „Terrorjagd im Netz“ von Friedrich Moser läuft um 12.09.2017 um 20:15 auf Arte. Der Film kann vom 12.-19.09.2017 auch online auf <a href="http://www.arte.tv/">ARTE.TV</a> angesehen werden.</p>
<p>Titelbild: Copyright by <a href="https://www.arte.tv/sites/de/presse/programm/2017-09-12/072654-000-A/?lang=de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ARTE</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/TitelbildRezensionArte.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p><img decoding="async" src="http://vg05.met.vgwort.de/na/b76402208ee9466fb38ce67c7c48ef44" alt="" width="1" height="1" /></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/das-algorithmische-orakel-von-wien-153199/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„WannaCry“ – Geheimdienste in der Schuld</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wannacry-geheimdienste-in-der-schuld-152193/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/wannacry-geheimdienste-in-der-schuld-152193/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thalis Weizmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 May 2017 11:46:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Ransonware]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[NSA]]></category>
		<category><![CDATA[Geheimdienste]]></category>
		<category><![CDATA[Malware]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=152193</guid>

					<description><![CDATA[&#160; Nach der weltweiten Ransomwareattacke mit „WannaCry“ werden sicherheitspolitische Forderungen nach häufigen Backups und Updates laut. Dabei wird die Kritik [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p>Nach der weltweiten Ransomwareattacke mit „WannaCry“ werden sicherheitspolitische Forderungen nach häufigen Backups und Updates laut. Dabei wird die Kritik an der eigentlichen Herkunft der Schadsoftware seitens der Politik zumeist ausgeklammert.</p>
<p>Aufgrund der starken Vernetzung kritischer Infrastrukturen, öffentlicher Verwaltung und privater Telekommunikationsunternehmen genießt das Thema Cyber-Sicherheit einen enorm hohen Stellenwert – schließlich geht es nicht nur um den Schutz sensibler Daten, sondern auch um das Funktionieren gesellschaftsrelevanter Bereiche des Zusammenlebens.</p>
<p>Die Cyber-Sicherheitsstrategie der Bundesregierung sieht den Schutz Kritischer Informationsinfrastrukturen, sichere IT-Systeme in Deutschland und die Stärkung der IT-Sicherheit in der öffentlichen Verwaltung als oberste Zielsetzungen. Die zentrale IT-Sicherheitsbehörde des Bundes, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) definiert dabei die Gefahrenlage. Als Bedrohungsszenarien werden neben DDOS-Angriffen, die gezielt Systeme überlasten oder einschränken, auch das Aufspielen von Schadsoftware und die Verwendung von Spionagemethoden benannt. Doch wie wahrscheinlich sind diese Szenarien im Rahmen von großangelegten Cyberangriffen?</p>
<h3>Ransomware als Gefahr für kritische Infrastrukturen</h3>
<p>Seit letztem Freitag gibt es einen neuen Präzedenzfall von internationaler Reichweite, der klar macht, wie fragil die vermeintlichen Sicherheitsstrukturen sein können. Die Ransomware „WannaCry“, ein Kryptotrojaner, der auf betroffenen Computersystemen Daten verschlüsselt, hat sich in Windeseile weltweit in 150 Ländern auf über 220.000 Rechnern ausgebreitet. Opfer werden dazu genötigt, den Erpressern Geldbeträge in Bitcoins zu überweisen – andernfalls werden ihre Daten gelöscht.</p>
<p>Im Gegensatz zu anderer Ransomware wie etwa „Locky“, der letztes Jahr durch das Internet wütete, verbreitet sich „WannaCry“ von einem infizierten Computer auf andere erreichbare Windows-Systeme. Während sich in Deutschland die Schäden bei der Deutschen Bahn und anderen Unternehmen in Grenzen halten, ist der National Health Service in Großbritannien empfindlich getroffen worden. Viele medizinische Daten standen über das Wochenende nicht mehr zur Verfügung und Patienten  mussten verlegt werden oder nach Hause gehen. Auch andere Länder wie die Schweiz, Frankreich, die USA, Schweden und Portugal sind betroffen. Ob es sich bei den Angreifern wirklich um Cyberkriminelle aus Nordkorea handelt, wie die New York Times titelt, ist zurzeit noch völlig unklar.</p>
<p>Allerdings gibt es bereits jetzt Forderungen, für größere Sicherheit und ein besseres Krisenmanagement zu sorgen. Neben den allgemeinen Empfehlungen an Verbraucher, Systeme durch Updates auf den neusten Stand der Technik zu bringen und mittels regelmäßiger Backups abzusichern, kommt auch die Politik zu Wort: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt fordert Nachbesserungen am IT-Sicherheitsgesetz und die sofortige Meldung von Störungen an das BSI. Innenminister Thomas de Maizière hat bereits letztes Jahr in einem <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/thomas-de-maiziere-das-will-er-bei-der-cyber-sicherheit-a-1121901.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gastbeitrag</a> auf SPIEGEL Online mehr Koordination, „praktische Hilfe durch mobile Einsatzkräfte“ und eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft gefordert. Entscheidend für de Maiziere ist dabei ein „vernünftiger Austausch von Informationen“.</p>
<h3>Sicherheit durch Käufe auf dem Schwarzmarkt?</h3>
<p>Doch gerade im Informationsaustausch liegt ein Problem, das momentan kaum thematisiert wird. Grundlage für „WannaCry“ ist eine Sicherheitslücke in der Windows-Dateifreigabe, die aus dem Exploits-Kanon der NSA stammt und von der Hackergruppe „The Shadow Brokers“ veröffentlicht wurde. Exploits bezeichnen Schwachstellen in Programmen, die bei der Entwicklung nicht berücksichtigt wurden. Besonders tückisch sind Zero-Day-Exploits, durch die Angreifer Sicherheitslücken nutzen, bevor überhaupt ein Patch dagegen programmiert wurde. Zero-Day-Exploits von noch unbekannten Schwachstellen in weit verbreiten Programmen können auf dem Schwarzmarkt mehrere tausend US-Dollar kosten. Auch die Geheimdienste kaufen diese Exploits munter auf, ohne die jeweiligen Unternehmen über diese Schwachstellen in ihrer Software zu informieren.</p>
<p>Im Jahr 2014 wurde bekannt, dass der BND unter der „Strategischen Initiative Technik“ für bis zu 4,5 Millionen Euro gezielt Softwareschwachstellen aus dem Dark Web aufkaufen wollte. Schon damals <a href="https://www.heise.de/security/meldung/SSL-abhoeren-Kritik-an-BND-Plaenen-zu-Zero-Day-Exploits-2445246.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kritisierte</a> der Chaos Computer Club, dass der <a href="http://politik-digital.de/news/digitale-kopfgeldjaeger-150130/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schwarzmarkt</a> durch solche, mit Steuergeldern finanzierten dubiosen Geschäfte noch zusätzlich angeheizt werde und dies erhebliche Folgekosten für die deutsche Wirtschaft habe.</p>
<h3>Mass Surveillance vs. Strategical Surveillance</h3>
<p>Während der BND Exploits aufkauft, kann die NSA ihren Jahresetat von über 10 Milliarden US-Dollar unter anderem dazu nutzen, mit Hilfe von staatlichen Hackern selbst im großen Stil Späh- und Schadsoftware zu programmieren. Der Exploit EternalBlue, welcher der Ransomware „WannaCry“ zugrunde liegt, kommt aus dem Portfolio der NSA-internen Equation Group – eine Gruppe von Elitehackern. Von dieser Gruppe wird auch angenommen, dass sie an dem Stuxnet-Wurm, der gezielt programmiert wurde, um die Leittechnik von Urananreicherungsanlagen im Iran anzugreifen, mitgewirkt habe. In einem <a href="https://www.usatoday.com/story/opinion/2013/10/20/nsa-call-records-program-sen-dianne-feinstein-editorials-debates/3112715/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Artikel</a> der US-Today von 2013 hat die damalige Senatorin Dianne Feinstein das massenhafte Abgreifen und Speichern von Daten mit der Terrorbekämpfung und der nationalen Sicherheit gerechtfertigt – ein Motiv, das sich als Todschlagargument in allen Debatten um Cyber-Security finden lässt. Schon damals sagte sie, die Mass Surveillance-Methoden der digitalen Überwachung seien legitim, um „die Nadel im Heuhaufen zu finden“.  Die dahinterstehende Logik, dass der Heuhaufen noch um ein Vielfaches vergrößert werden muss, wenn die Nadel nicht gefunden werden kann, erschließt sich allerdings nicht. Hinzu kommt, dass wir an Phänomenen wie „WannaCry“ erkennen können, dass die ungezügelte Datensammelwut der Geheimdienste über zweifelhafte oder gar unrechtliche Methoden nicht zu mehr Sicherheit führt, sondern vielmehr gegenteilig wirkt.</p>
<p>Der Leak durch die Shadow Broker ist dabei kein Einzelfall. Auch die Enthüllungen durch Edward Snowden oder der <a href="http://www.bbc.com/news/world-us-canada-37568879" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Diebstahl</a> streng geheimer Dokumente durch den NSA-Kontraktor Harold Thomas Martin III  zeigen, dass sich immer wieder große Sicherheitslücken bei den Geheimdiensten auftun. Selbst wenn ihr Sicherheitsauftrag legitim ist, scheint eine Strategical Surveillance, die bei der Datensammlung auf Indizien statt auf <a href="https://netzpolitik.org/2017/wir-veroeffentlichen-den-gesetzentwurf-der-grossen-koalition-zum-massenhaften-einsatz-von-staatstrojanern/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Massenspeicherung</a> setzt, eher dem rechtsstaatlichen Charakter einer modernen Demokratie zu entsprechen. Obendrein hilft sie durch mehr Kontrollen, auch Unsicherheiten, wie sie durch „WannaCry“ verursacht wurden, zu vermeiden. In diese Richtung zielt auch die Kritik von Linus Neumann vom Chaos Computer Club, der die fünfjährige Schweigsamkeit der NSA über die Sicherheitslücke als absolute Verantwortungslosigkeit wertet.  Nicht umsonst hat der US-Senator Frank Church im Jahr 1975 davor gewarnt, dass die Möglichkeiten der Geheimdienste einer Diktatur in die Hände spielen würden, sollte das demokratische System jemals einstürzen. Er folgerte, dass wenn es keine Privatsphäre mehr gebe, jede Form von Widerstand im Keim <a href="http://www.politico.com/story/2011/09/post-9-11-nsa-enemies-include-us-062999?o=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erstickt</a> werden könne.  Church forderte daher eine stärkere parlamentarische Regulierung der amerikanischen Geheimdienste, die in dem Foreign Intelligence Surveillance Act ihre Umsetzung fand. Ironischerweise bilden eben die Erweiterung dieses Gesetzes die Grundlage für die späteren Ausspähprogramme der NSA.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/de/schloss-sicherheit-verschlossen-1083570/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Encrypted</a> via pixabay, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain </a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/wannacry-geheimdienste-in-der-schuld-152193/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>NSA: „Es gibt noch eine ganze Menge Aufklärungsbedarf“</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/nsa-menge-aufklaerungsbedarf-147704/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/nsa-menge-aufklaerungsbedarf-147704/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Robert Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Dec 2015 14:44:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesparteitag]]></category>
		<category><![CDATA[Breitbandausbau]]></category>
		<category><![CDATA[Jens Zimmermann]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[VDS]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Flisek]]></category>
		<category><![CDATA[Parteitag]]></category>
		<category><![CDATA[digitales Leben]]></category>
		<category><![CDATA[NSA]]></category>
		<category><![CDATA[Reform]]></category>
		<category><![CDATA[Vorratsdatenspeicherung]]></category>
		<category><![CDATA[BND]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Agenda]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=147704</guid>

					<description><![CDATA[Auf dem Bundesparteitag der SPD sprachen wir mit Christian Flisek und Jens Zimmermann über aktuelle netzpolitische Themen. Vor allem die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/SPD-Parteitag-Header-3.jpg"><img decoding="async" class=" size-full wp-image-147705 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/SPD-Parteitag-Header-3.jpg" alt="SPD-Parteitag-Header-3" width="640" height="280" /></a>Auf dem Bundesparteitag der SPD sprachen wir mit Christian Flisek und Jens Zimmermann über aktuelle netzpolitische Themen. Vor allem die Überwachungstätigkeiten der NSA und des BND sowie die Digitale Agenda standen dabei im Fokus.</p>
<p>Fast zwei Jahre lang beschäftigt sich der Deutsche Bundestag nun mit den Enthüllungen von Edward Snowden und deren Konsequenzen. „Es gibt noch eine ganze Menge Aufklärungsbedarf“, konstatiert Christian Flisek, SPD-Obmann im NSA-Untersuchungsausschuss. Der Bundesnachrichtendienst (BND) habe mit seiner „Weltraumtheorie“ eindeutig deutsches Recht überstrapaziert. Laut dieser Auslegung fallen Daten, die per Satellit abgeschöpft werden, nicht unter deutsches Recht. So könne es nicht weitergehen. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir bis spätestens nächsten Sommer hier eine umfassende BND-Reform bekommen werden.“</p>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=n5jS1qNuFbA" title="SPD-Bundesparteitag Spezial mit Christian Flisek" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/n5jS1qNuFbA?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Flisek rechtfertigte sich außerdem zu seiner Position bezüglich der <a href="http://politik-digital.de/news/bundestag-beschliesst-vorratsdatenspeicherung-147222/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kürzlich beschlossenen Vorratsdatenspeicherung</a>. Er war der einzige SPD-Abgeordnete im Ausschuss Digitale Agenda, der für das Gesetz votiert hat. Als Berichterstatter im federführenden Rechtsausschuss habe er konstruktiv auf die Gestaltung Einfluss nehmen wollen. „Wir müssen nach vielen Jahren einer sehr ideologischen Diskussion ein Stück weit alle miteinander aus den Schützengräben kommen.“ Christian Flisek betonte vor allem die beschlossene Evaluierung des Gesetzes in drei Jahren.</p>
<p>Jens Zimmermann, SPD-Abgeordneter im Ausschuss Digitale Agenda, hat trotzdem gegen die neue Vorratsdatenspeicherung gestimmt. „In der leider aktuell angespannten Sicherheitssituation sehen wir ja immer wieder, dass die Vorratsdatenspeicherung nicht das Allheilmittel ist.“ Vor allem Ermittlungsbehörden müssen besser ausgestattet werden, um der Terrorgefahr zu begegnen.</p>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=Q3cyi1bQ9oU" title="SPD-Bundesparteitag Spezial mit Jens Zimmermann" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/Q3cyi1bQ9oU?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Mit Jens Zimmermann sprachen wir darüber hinaus über den Stand der <a href="http://www.bmwi.de/DE/Themen/Digitale-Welt/digitale-agenda.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitalen Agenda</a>. Er sehe schon Fortschritte, jedoch müsse man vor allem die Außendarstellung deutlich verbessern. „Vieles, was auch im Kleinen getan wird, kommt außen gar nicht so an.“ Zu den <a href="http://www.telekom.com/medien/managementzursache/291708" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ankündigungen der Telekom</a>, die Neuregelungen der Netzneutralität für Spezialdienste wie Telemedizin oder Online-Gaming auszunutzen, sagte Zimmermann: „Wir haben das zur Kenntnis genommen und werden das sehr kritisch begutachten.“ Trotzdem habe die Telekom hier schon „eine fiese Fratze“ gezeigt, so der SPD-Abgeordnete.</p>
<p>Bild: <a href="http://www.politik-digital.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/nsa-menge-aufklaerungsbedarf-147704/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das digitale Wir &#8211; Unser Weg in die transparente Gesellschaft</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/das-digitale-wir-unser-weg-in-die-transparente-gesellschaft-147232/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/das-digitale-wir-unser-weg-in-die-transparente-gesellschaft-147232/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2015 08:22:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Ist das Web 2.0 tot?]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[NSA]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Schaar]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Big Data]]></category>
		<category><![CDATA[digital]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=147232</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ></p>
<p>NSA-Überwachungsskandal, Big Data oder der Arabische Frühling. In seinem neuen Buch &#8220;Das digitale Wir&#8221; widmet sich der ehemalige Bundesbeauftragte für den Datenschutz Peter Schaar den Auswirkungen von Internet und Digitalisierung auf Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, aber auch der Ausgestaltung der derzeitigen Informations- und Transparenzgesellschaft und ihrer Entwicklung.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Shoppen in einem großen Einkaufszentrum. Supermärkte, Fachgeschäfte mit den verschiedensten Waren, aber auch Banken, Spielhallen und gemütliche Bars, die zum Verweilen und Freunde treffen einladen. Sehr viel ist dort umsonst zu haben. Nur eine einzige Gegenleistung verlangen alle Geschäfte: Eine freundliche Servicekraft notiert alle privaten Daten am Eingang. Grundlegendes wie Name, Adresse und Beziehungsstatus bis zu Intimsten wie die sexuelle Präferenz. Gerne auch mit Kopie des Personalausweises und des Adressbuchs. In der realen Welt würde das kein Kunde über sich ergehen lassen. Im Internet ist das selbstverständlich. Mit diesem Bild zeigt Peter Schaar in &#8220;Das digitale Wir&#8221; deutlich, welcher Überwachung sich die Menschen im Internet aussetzen und welche Daten sie dort äußerst freiwillig preisgeben.</p>
<p>Schaar befasst sich in seinem Werk mit der Entwicklung des Internets. Zu Beginn der Digitalisierung gingen einige Menschen noch von einem herrschaftsfreien Raum aus, der Gleichheit für alle mit sich brächte. Der anfängliche Traum von Freiheit und Selbstbestimmtheit durch und im Internet hat sich verflüchtigt. Der öffentlich zugängliche Bereich des Internets wird von einigen großen Konzernen kontrolliert, die den Nutzern verlockende Angebote präsentieren, doch auch ihre Monopolstellung vielfältig ausnutzen.</p>
<h3>Digitales &#8220;Wir&#8221; gegen digitales &#8220;Ich&#8221;</h3>
<p>Mit der Entwicklung hin zu einer Big Data Gesellschaft und des &#8220;Internet of Things&#8221; über die Sharing Economy und den ausgerufenen Siegeszug des schnellen Geldes mit dem schnellen Netz und der Rechenleistung beschreibt Schaar die Ergebnisse der Digitalisierung. Darüber hinaus zeigt er die Folgen der scheinbaren omnipräsenten Transparenz auf die Einzelperson und vom Netz zur analogen Welt auf.</p>
<p>Durch das ganze Buch zieht sich die Einstellung des Datenschützers und ehemaligen Bundesbauftragten für den Datenschutz Peter Schaar, die sich auch im Untertitel wiederfindet: &#8220;Der Weg in eine Transparente Gesellschaft&#8221;. Gegen eine einseitige Transparenz, nämlich die des Nutzers. Für ihn steht fest: Es darf nicht beim gläsernen Bürger und Staat gegen intransparente Internetkonzerne bleiben. Der scheinbaren Freiheit von Informationen und Beteiligungsmöglichkeit stehen Internetmonopolisten wie Google und Facebook entgegen, die durch ihre geheimgehaltenen Algorithmen die Suchergebnisse beeinflussen und sogenannte Filterblasen generieren, ohne dass staatliche Institutionen oder die Nutzer Einfluss auf die Ergebnisse hätten.</p>
<h3>Wie politisch auf das Internet reagieren</h3>
<figure id="attachment_147238" aria-describedby="caption-attachment-147238" style="width: 198px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Das-digitale-Wir-Cover.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-147238" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Das-digitale-Wir-Cover-305x466.jpg" alt="" width="198" height="302" /></a><figcaption id="caption-attachment-147238" class="wp-caption-text">Schaar, Peter: Das digitale Wir &#8211; Unser Weg in die transparente Gesellschaft. Verlag: Körber-Stiftung, 224 Seiten, 17,00 Euro (D), 2015, ISBN: 978-3-89684-168-1</figcaption></figure>
<p>Der Datenschützer spart auch nicht mit Kritik an der Politik. So an der amerikanischen Regierung, die Anfang 2010 für eine unbeschränkte Nutzung von elektronischen Medien eintrat und die &#8220;Internetfreiheit&#8221; zu einer Priorität der amerikanischen Politik erklärte. Kurze Zeit später veröffentlichte die Enthüllungsplattform WikiLeaks diplomatische Depeschen und militärische Dokumente, die der US-Gefreite Bradley (Chelsea) Manning an sie weitergegeben hatte. Für die Weitergabe der Informationen wurde er zu 35 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Auch die politische Landschaft und Gesellschaft hat sich durch das Internet gewandelt. Viele Politiker nutzen Social Media, um den Kontakt zu den Wählern auch außerhalb des Wahlkampfes zu halten. Offen bleibt jedoch die Frage des Umgangs mit dem Datenschutz, insbesondere bei Firmen mit Sitz und Servern außerhalb der EU.</p>
<p>Das Internet bietet neue Möglichkeiten. Für den Journalismus, der neue Absatzmärkte aber auch neue Arten des Schreiben entwickelt. Für die Zivilgesellschaft, die sich scheinbar vielfältiger durch offeneren Informationszugang und Online-Petition beteiligen kann. Aber auch für die Politik, die das Neuland erkunden und durch Online-Wahlen und staatlicher Social Media Auftritte die Bürger zur Beteiligung und Erhöhung der Wahlbeteiligung anregen möchte. All diese Ansätze und Entwicklungen führt Peter Schaar an, beschreibt aber auch deren Probleme.</p>
<h3>Der &#8220;Arabische Frühling&#8221; ohne Social Media?</h3>
<p>Vor dem sogenannten &#8220;Arabischen Frühling&#8221; zeigte die &#8220;Twitter-Revolution&#8221; im Iran bereits 2010, welche Wege das Internet dem Protest ermöglichte. Viele Protest-Teilnehmer mobilisierten und vernetzten sich über Mobiltelefone und das Internet, besonders über den später namensgebenden Kurznachrichtendienst. Dort wurde in den Folgejahren in Tunesien und Ägypten Facebook genutzt, um die Rebellion aufrecht zu erhalten und Bilder und Informationen unter der Regimesperre zu teilen. Schaar bezieht dazu kritisch Position: Die Wirkung des Internets würde überschätzt, &#8220;wenn [&#8230;] eine Art Automatismus zwischen der Zugänglichkeit von Facebook, Twitter &amp; Co. und dem Erstarken der Opposition gegen undemokratische Regierungen hergestellt wird.&#8221;</p>
<h3>Lasst niemanden zurück!</h3>
<p>Abschließend wagt Schaar einen Blick in die Zukunft. Zusammenfassend, auch für das gesamte Buch, lässt sich der letzte Satz als Apell verstehen: &#8220;Niemand darf zurückbleiben!&#8221; Auch wenn er im letzten Kapitel, im Gegensatz zu den fundierten Ausführungen der vorherigen Kapitel, eher kurzangebunden bleibt, so zeigt er doch eindringlich auf, dass das Internet und die Digitalisierung einen aktiven Gestaltungswillen der Politik und Gesellschaft brauchen, um digitale Gleichberechtigug für alle, Machtbegrenzung von Monopol-Firmen, aber auch der Sammelwut der staatlichen Institutionen, zu erreichen.</p>
<p>Das Buch ist sehr lesenwert, da Peter Schaar auf 200 Seiten auch für Nicht-Netzaktivisten verständlich und unterhaltsam die Entwicklung des Internets, dessen Chancen aber auch die Gefahren für die Zivilgesellschaft, Politik und Einzelpersonen ausführt. Seine Aussagen und Beschreibungen untermauert der Datenschützer wissenschaftlich mit vielseitigen Quellen. Dabei zögert er nicht, neben Kritik an den Unternehmen und Politik auch eigene Fehler oder falsche Prognosen der Netzgemeinschaft aufzuzeigen.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/75279887@N05/6914441342" target="_blank" rel="noopener noreferrer">luckey_sun</a> <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC 2.0)</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/das-digitale-wir-unser-weg-in-die-transparente-gesellschaft-147232/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vorbild USA: Dem Geheimdienst Grenzen aufzeigen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/vorbild-usa-dem-geheimdienst-grenzen-aufzeigen-145928/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/vorbild-usa-dem-geheimdienst-grenzen-aufzeigen-145928/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexander Löser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jun 2015 13:12:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundeskanzleramt]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesregierung]]></category>
		<category><![CDATA[Geheimdienst]]></category>
		<category><![CDATA[NSA]]></category>
		<category><![CDATA[Reform]]></category>
		<category><![CDATA[Untersuchungsausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[BND]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=145928</guid>

					<description><![CDATA[Nun ist es also passiert. Weil sich der US-Senat nicht auf eine Verlängerung der zeitlich befristeten Spähprogramme einigen konnte, musste [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/NSA.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145929" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/NSA.jpg" alt="NSA" width="640" height="280" /></a>Nun ist es also passiert. Weil sich der US-Senat nicht auf eine Verlängerung der zeitlich befristeten Spähprogramme einigen konnte, musste die NSA das massenhafte Abgreifen von Telefondaten am Sonntagabend einstellen. Von derartigen Einflussmöglichkeiten auf die Arbeit des Bundesnachrichtendienstes kann das Parlament hierzulande nur träumen. Es bedarf einer Reform.</p>
<p>Schon seit längerem fordert US-Präsident Obama eine Reform der amerikanischen Geheimdienste. Nachdem der nach den Anschlägen vom 11. September aufgelegte Patriot Act diverse Male ohne größere Widerstände verlängert wurde, haben die Enthüllungen von Whistleblower Edward Snowden nun auch beim Kongress zu einem Umdenken geführt. Der sogenannte <a href="http://www.washingtonpost.com/opinions/pass-the-usa-freedom-act/2015/05/22/275a5e94-fff5-11e4-805c-c3f407e5a9e9_story.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Freedom Act</a> legt das Speichern von Telefonmetadaten in die Hände privater Telefonanbieter und erlaubt den Zugriff durch die NSA nur mit gerichtlicher Genehmigung. Am 1. Juni sollte dieser nun seinen Vorgänger beerben. Eigentlich. Denn obwohl er im Repräsentantenhaus überraschenderweise eine breite Mehrheit gefunden hatte, scheiterte der Gesetzesentwurf im Senat. Zwar erklärte sich Mehrheitsführer Mitch McConnell von den Republikanern zähneknirschend mit der Reform einverstanden, doch libertär-konservative Parteikollegen um Rand Paul ging der <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/amerika/entscheidung-im-senat-nsa-spaehprogramm-vor-dem-aus-13622851.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eingriff in die Freiheitsrechte</a> immer noch zu weit.</p>
<p>In den USA hat das Parlament die NSA also vorerst ihres wichtigsten Instruments beraubt. Vergleichbares Eingreifen des Bundestags scheint angesichts des Possenspiels NSA-Untersuchungsausschuss unmöglich. Seit mehr als einem Jahr existiert der Ausschuss jetzt und beinahe täglich monieren Mitglieder ermüdende <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/nsa-untersuchungsausschuss-zwischenbilanz-von-konstantin-von-notz-a-1024274.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verzögerungs- und Geheimhaltungstaktiken</a> seitens BND und Kanzleramt. Mittlerweile ist auch die SPD vom Regierungspartner CDU/CSU abgerückt und schwächt die Koalition mit einem <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/geheime-selektoren-liste-der-nsa-spd-stellt-merkel-ultimatum-in-bnd-affaere-1.2492405" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ultimatum</a> von Generalsekretärin Yasmin Fahimi. Und SPD-Vorsitzender und Vizekanzler Gabriel lässt sowieso keine Möglichkeit aus, der Öffentlichkeit zu verdeutlichen, wer der Hauptverantwortliche in dieser delikaten Angelegenheit ist. Anstatt die Aufklärung voranzutreiben und anschließend mögliche Geheimdienstreformen anzugehen, verlieren sich die Akteure in politischen Ränkespielen. Ein Ausdruck parlamentarischer Hilflosigkeit?</p>
<p>Fakt ist: Die parlamentarische Kontrolle des Bundesnachrichtendienstes fällt in Deutschland eher sparsam aus. Halbjährlich werden dem parlamentarischen Kontrollgremium Berichte über Grundrechtsbeschränkungen im Sinne des <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/g10_2001/gesamt.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">G-10-Gesetzes</a> vorgelegt. Wenn Unternehmungen des BND allerdings nicht als solche klassifiziert werden, finden sie auch nicht den Weg zum Kontrollgremium. So geschehen bei der Operation Eikonal von BND und NSA. Zwar hatten die deutschen Geheimdienstler Filter eingebaut, die die Verbindungsdaten deutscher Staatsbürger aussortieren. Doch wie ein BND-Mann im Untersuchungsausschuss eingestand, funktionieren diese <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/spaeh-affaere-bnd-leitete-daten-vondeutschen-an-nsa-weiter-1.2157406" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Filter</a> nicht immer wie gewünscht.</p>
<h3>Versagen der Aufsichtsfunktion</h3>
<p>Das Ergebnis sind sehr wahrscheinlich millionenfache Grundrechtsverstöße, von denen weder Parlament noch das zuständige Kontrollgremium je erfahren haben. Aber nicht nur Verstöße gegen die deutsche Verfassung ließ der BND durchgehen, auch bei Wirtschaftsspionage drückten die Verantwortlichen beide Augen zu. Der deutsche Geheimdienst handelte bewiesenermaßen entgegen deutscher Interessen. Und davon hatte das Bundeskanzleramt spätestens 2013 <a href="https://netzpolitik.org/2015/internes-dokument-belegt-bnd-und-bundeskanzleramt-wussten-von-wirtschaftsspionage-der-usa-gegen-deutschland/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kenntnis</a>.</p>
<p>Im Gegensatz zum deutschen Bundestag hatte das Bundeskanzleramt als Aufsichtsbehörde sehr wohl Kenntnis von den Machenschaften von Bundesnachrichtendienst und NSA. Und obwohl bekannt war, dass die Amerikaner auch konkurrierende Interessen verfolgten, erachtete man die Zusammenarbeit als zu wichtig und beugte deutsches Recht. Das Bundeskanzleramt hat in seiner Aufsichtsfunktion versagt.</p>
<p>Das Parlament kann nicht, das Kanzleramt will nicht. Ohne Ergebnisse des NSA-Untersuchungsausschusses vorwegzunehmen, lässt sich jetzt schon eine Notwendigkeit aus der Affäre ableiten. Es bedarf einer grundlegenden Reform der Geheimdienstaufsicht in Deutschland und das kann nur durch einen Kompetenzzuwachs des Parlamentarischen Kontrollgremiums geschehen. Denn nur wenn man die Opposition in die Aufsicht einbindet, kann sie ihre Kontrollfunktion wahrnehmen. Das Versagen des Kanzleramts hat leider gezeigt, dass das unumgänglich ist.</p>
<p><strong>UPDATE:</strong> In der Nacht zu Mittwoch hat der US Senat mit der 67 von Stimmen der NSA-Reform zugestimmt. Der <a href="http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2013-10/hintergrund-nsa-skandal">USA Freedom Act</a> beschränkt die massenhafte Überwachung der Telekommunikationsdaten von US-Bürgern. Künftig müssen die Daten von den Mobilfunkunternehmen gespeichert werden, die NSA benötigt nach sechs Monaten einen Richterbeschluss des Spezialgerichts Foreign Intelligence Surveillance Court (FISC) für den Zugriff auf einzelne Datensätze. Die NSA hat nun allerdings eine Übergangsfrist von 180 Tagen, in der sie wie gewohnt alle Daten selber speichern kann.</p>
<p>Die umstrittenen Paragrafen 206 (erlaubt das Abhören mehrerer Telefonleitungen einer Person) und 215 des Patriot Act werden nach der Entscheidung von Mittwochnacht <a href="http://derstandard.at/2000016886245-1369362981909/Fragen-und-AntwortenUSA-Freedom-Act-NSA-Kompetenzen-eingeschraenkt-Ueberwachung-bleibt?ref=rss">auslaufen</a>. Paragraf 215, der die Speicherung von Informationen erlaubte solange sie „relevant“ für die Abwehr terroristischer Gefahren waren, geriet durch die Enthüllungen von Edward Snowden massiv in die Kritik und war der Auslöser für die Geheimdienstreform.</p>
<p>Die nun geltenden Speicherregeln ähneln der für Deutschland geplanten Vorratsdatenspeicherung, da nun auch in den USA die Anbieter von Telekommunikationsdiensten für die Speicherung zuständig sind und nicht länger die Geheimdienste selber. Die genaue Speicherdauer bleibt allerdings offen, da der NSA auch nach sechs Monaten eine Zugriffsmöglichkeit auf die Daten eingeräumt wird, diese also weiterhin vorgehalten werden müssten.</p>
<p>US-Präsident Obama unterschrieb das Gesetz noch in der Nacht und kritisierte, dass es durch die kurzfristige Unterbrechung der Speicherung seit Montag zu einer unnötigen Verzögerung und einer gefährlichen Lücke in der Gefahrenabwehr gekommen sei.</p>
<p>[Update am 03.06. von Julie Rothe]</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/96dpi/5702348429/in/photolist-9FU2we-faq2B4-faq29T-7115U6-e6UVd-abyvPa-abyvDv-abyvv2-abBkDq-9UgwUJ-ePajpA-aaT3M8-aaVSqY-aaT3kK-aaVREb-aaT2Ck-aaVRej-aaT23K-aaT1Q2-aaVQv1-abRRcA-abP1mF-abRQUC-abP15Z-abNZXV-kKarwB-6HGoRf-aamwpL-aaiHeV-aamwcQ-aaiH4Z-aaiGX2-aamvVd-ap4jtY-6ypZCS-faq4xX-faEiih-faq33V-kLVniT-ap1jT8-gvrLP9-9tWJU7-aq1j1L-kyXVBF-kvowP9-f7f38j-f71d6e-kvp5cE-kvmVHa-kvnmV2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Andreas Levers </a>(CC BY-NC 2.0)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/vorbild-usa-dem-geheimdienst-grenzen-aufzeigen-145928/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Kanzleramt kann sich nicht aus der Verantwortung stehlen!</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/das-kanzleramt-kann-sich-nicht-aus-der-verantwortung-stehlen-145488/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/das-kanzleramt-kann-sich-nicht-aus-der-verantwortung-stehlen-145488/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[André Hahn]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 May 2015 10:06:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitischer Einspruch]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Altmaier]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas de Maizière]]></category>
		<category><![CDATA[Kanzleramt]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Angela Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[NSA]]></category>
		<category><![CDATA[Ronald Pofalla]]></category>
		<category><![CDATA[BND-Affäre]]></category>
		<category><![CDATA[BND]]></category>
		<category><![CDATA[Frank-Walter Steinmeier]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=145488</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-1"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Vor knapp zwei Wochen wurden die ersten Informationen über den BND-Skandal durch Recherchen des Spiegel bekannt. Seitdem stehen das Bundeskanzleramt und seine aktuellen und letzten Leiter in der Kritik. Aber auch Bundeskanzlerin Merkel gerät zunehmend unter Druck, die Hintergründe der Affäre schnell und umfassend aufzuklären. Dr. André Hahn (Die Linke) ist Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums zur Überprüfung der Tätigkeit der Geheimdienste, er schreibt in einem Gastbeitrag über den Spionageskandal von BND und NSA und die Verantwortung des Kanzleramtes.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Noch kann man die Dimension der jüngstens BND/NSA-Affäre nicht abschließend bewerten, aber nach dem, was bisher in den Medien berichtet wurde und auch ich aus meiner Arbeit weiß, handelt es sich um einen der größten Geheimdienstskandale in der Geschichte der Bundesrepublik.</p>
<p>Der Bundesnachrichtendienst (BND) soll dem US-Geheimdienst über fast ein Jahrzehnt hinweg beim Ausforschen und Aushorchen von europäischen Unternehmen, Institutionen sowie Politikern und letztlich auch bei Wirtschaftsspionage geholfen haben.</p>
<p>Im BND ist das durchaus aufgefallen, schließlich hat man über Jahre hinweg offenbar mehr als 40.000 illegale Suchbegriffe festgestellt, die seitens der NSA in die Überwachungsmaschinerie eingespeist werden sollten. Diese wurden nach Erkennung gesperrt, wobei unklar ist, ob und wie lange sie vorher schon im System waren. Zudem sind noch nicht einmal alle heiklen Begriffe erfasst worden, wie sich nach den Snowden-Enthüllungen herausstellte, denn bei einer Tiefenprüfung im Jahr 2013 – so laut nicht dementierten Medienberichten – sollen noch einmal 2.000 so genannte Selektoren gefunden worden sein, die womöglich über Jahre hinweg zu Anwendung kamen und über die millionenfach Daten von Organisationen und Personen erfasst wurden, die weder etwas mit Waffenhandel noch mit organisierter Kriminalität und schon gar nicht mit Terrorismus zu tun hatten. Doch allein das waren die Themen für die gemeinsamen Projekte zwischen dem BND und amerikanischen Geheimdiensten.</p>
<p>Wenn die neuesten Informationen stimmen und es schon in den Jahren 2008 bzw. 2010 Berichte des BND über versuchte bzw. auch real erfolgte Wirtschaftsspionage seitens der NSA an die Dienst- und Fachaufsichtsbehörde gegeben hat, dann hätte das Bundeskanzleramt das Parlamentarische Kontrollgremium und auch die Obleute im NSA-Untersuchungsausschuss belogen, denn dort hat Kanzleramtsminister Altmaier am 22. April 2015 erklärt, sein Amt habe erst vor wenigen Tagen von derartigen Bestrebungen erfahren.</p>
<p>Natürlich war Herr Altmaier 2008 noch nicht im Amt &#8211; das war der jetzige Bundesinnenminister de Maizière &#8211; aber Altmaier trägt neben der Bundeskanzlerin die politische Verantwortung für sein Haus. Deshalb müssen sofort alle Karten auf den Tisch, sowohl gegenüber dem Kontrollgremium als auch gegenüber dem Untersuchungsausschuss, der den Hauptteil der Aufklärung zu leisten hat.</p>
<h3>Bundestag muss Ausklärungsarbeit leisten (können)</h3>
<p>Das Parlament hat Anspruch auf die ganze Wahrheit, und die Abgeordneten sind fraktionsübergreifend nicht bereit, sich länger mit häppchenweisen Informationen abspeisen zu lassen. Es muss vollständig aufgeklärt werden, wer wann durch wen über die Versuche der (Wirtschafts-)Spionage gegen deutsche und europäische Interessen unterrichtet und was daraufhin dagegen unternommen wurde &#8211; oder eben auch nicht. Der NSA-Untersuchungsausschuss muss alle angeforderten Unterlagen vollständig erhalten, insbesondere auch die kompletten Listen mit den so genannten Selektoren, also jenen Suchbegriffen (Namen, Firmen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern usw.), die die NSA interessierten. Erst dann kann man den tatsächlich entstandenen Schaden wirklich erkennen.</p>
<p>Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, warum der BND Spionage gegen deutsche und europäische Interessen direkt oder indirekt unterstützt, zumindest aber geduldet hat. Allerdings wurde von BND-Leuten im NSA-Untersuchungsausschuss immer wieder betont, dass die Geheimdienst-Kooperation mit den USA angeblich unverzichtbar sei. Möglicherweise hat man deshalb weggeschaut, und der Bundesregierung fehlte offenbar der Mut, den US-Bestrebungen entschieden entgegenzutreten. Es wäre jedoch sowohl die Verantwortung des BND und vor allem des Kanzleramtes gewesen, sofort zu intervenieren und gegebenenfalls die Zusammenarbeit in den rechtlich ohnehin umstrittenen Projekten zu beenden. Das ist aber offenbar nicht geschehen. Diese Unterwürfigkeit gegenüber den US-Amerikanern muss endlich ein Ende haben!</p>
<p>Ob die Bundeskanzlerin selbst von den Vorgängen in Kenntnis gesetzt wurde, ist derzeit noch nicht sicher. Es ist aber kaum vorstellbar, dass ihr Kanzleramtschef von solchen Vorgängen weiß und seine Chefin nicht unterrichtet. Eines ist aber klar: Angesichts der Dimension der Vorwürfe muss es am Ende auch personelle Konsequenzen geben, an der Spitze des BND ebenso wie im Kanzleramt. Momentan ist vor allem der frühere Kanzleramtschef de Maizière in der Kritik, aber auch sein Vorgänger Steinmeier und sein Nachfolger Pofalla sind längst nicht „aus dem Schneider“ und werden im Untersuchungsausschuss vielleicht sogar unter Eid aussagen müssen. Thomas de Maizière wird voraussichtlich schon am 6. Mai dem Parlamentarischen Kontrollgremium Rede und Antwort stehen. Danach wissen wir hoffentlich mehr.</p>
<p>Bilder: <a href="http://www.flickr.com/photos/95284782@N06/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">marsmet548</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-SA 2.0)</a></p>
<div class="attribution-info"></div>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-1" data-row="script-row-unique-1" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-1"));</script></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/das-kanzleramt-kann-sich-nicht-aus-der-verantwortung-stehlen-145488/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>NSA-Ausschuss vs. GCHQ: „Keine rationale Debatte möglich“</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/nsa-ausschuss-vs-gchq-keine-rationale-debatte-moeglich-145001/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/nsa-ausschuss-vs-gchq-keine-rationale-debatte-moeglich-145001/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Mar 2015 11:20:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[NSA-Untersuchungsausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[Alan Rusbridger]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Großbritannien]]></category>
		<category><![CDATA[NSA]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Snowden]]></category>
		<category><![CDATA[GCHQ]]></category>
		<category><![CDATA[The Guardian]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=145001</guid>

					<description><![CDATA[Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger äußerte in der vergangenen Woche die Vermutung, man könne mit britischen Politikern keine rationale Debatte über Massenüberwachung [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Rusbridger.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145008" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Rusbridger.jpg" alt="Rusbridger" width="640" height="280" /></a>Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger äußerte in der vergangenen Woche die Vermutung, man könne mit britischen Politikern keine rationale Debatte über Massenüberwachung führen. Angesichts des Streits nicht nur der britischen Regierung mit dem NSA-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestags scheint er damit den Nagel auf den Kopf getroffen zu haben.</p>
<p>Wenn es um groteske Handlungsweisen in Sachen Geheimdienstarbeit und Überwachung geht, ist die britische Regierung meist ganz vorne mit dabei. Es ist noch nicht lange her, da verlangte der britische Premierminister David Cameron ein <a href="http://politik-digital.de/zitat-des-monats-verschluesselte-kommunikation-koennen-wir-das-wirklich-wollen-ja" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verbot verschlüsselter Kommunikation</a>. Die Aufklärungsarbeit in der seit 20 Monaten andauernden Spähaffäre, die neben der NSA insbesondere den britischen Nachrichtendienst Government Communications Headquarter (GCHQ) betrifft, blubbert im Vereinigten Königreich währenddessen eher vor sich hin – nachdem sie mehrfach massiv behindert worden war.</p>
<h3>Kaum verhohlene Drohungen</h3>
<p>Nach Drohungen, Verfehlungen und Beschwichtigungen im eigenen Land sind die Briten nun offenbar auch international auf Streit aus. Und zwar mit dem NSA-Untersuchungsausschuss im Bundestag. London ist nämlich genervt von dessen <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/gchq-britischer-geheimdienst-will-bnd-zusammenarbeit-aufkuendigen-a-1016933.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Indiskretion</a> – außerhalb Großbritanniens auch als Aufklärungsarbeit bekannt. Was der Ausschuss über das GCHQ herausfinden könnte, gefällt den Briten offenbar gar nicht. Kein Wunder: In mancherlei Hinsicht gilt das GCHQ als noch aggressiver bei der Überwachung unbescholtener Bürger als die NSA. Und die wiederholte, standardmäßige Beteuerung, dass dort alles nach Recht und Gesetz abläuft, ist – nicht zuletzt seit den jüngsten <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/nsa-und-gchq-verschluesselungscodes-fuer-sim-karten-gestohlen-a-1019449.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Veröffentlichungen zum Hack des Sim-Karten-Herstellers Gemalto</a> – überaus zweifelhaft.</p>
<p>Da kann man schon mal nervös werden, wenn ein paar deutsche Parlamentarier Akten einsehen wollen.  London hat dem Ausschuss dementsprechend die Auskunft schlicht verweigert. Und mit Aufkündigung der Geheimdienstkooperation gedroht. So erhielt, <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/gchq-britischer-geheimdienst-will-bnd-zusammenarbeit-aufkuendigen-a-1016933.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">berichtet Spiegel Online</a>, der Geheimdienstkoordinator im Bundeskanzleramt <a href="http://www.spiegel.de/thema/klaus_dieter_fritsche/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Klaus-Dieter Fritsche</a> vergangenen Monat „ein scharf formuliertes Schreiben des […] GCHQ […] Darin drohen die Briten, die Zusammenarbeit bei der Terrorabwehr einzustellen, sollte der BND weiterhin ihre Papiere im NSA-Untersuchungsausschuss vorlegen.“ Klingt nach Erpressung. Als Begründung gibt man an, man sei besorgt, dass aus dem Ausschuss „sensible Informationen über deutsch-britische Agenten-Kooperationen“ oder „streng geheime Details über Kryptologie und Einsatztechnik“ an die Öffentlichkeit dringen könnten. Womit das GCHQ den deutschen Parlamentariern potenzielle Indiskretion unterstellt.</p>
<p>Angesichts der „unverhohlenen Drohung“ der Spione ihrer Majestät <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/britischer-abhoerdienst-die-geheimnisse-des-gchq-1.2372441-2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">traf </a>Kanzleramtsminister Peter Altmeier sich mit Bundestagspräsident Norbert Lammert und den Obleuten des NSA-Untersuchungsausschusses zur Krisensitzung. Danach wurde es ganz kurios: Dummerweise drangen Details einer angeblichen geheimen Zusammenarbeit zwischen BND und GCHQ ebenso an die Öffentlichkeit wie Informationen über den „blauen Brief“ der Briten. Seitdem wird fleißig spekuliert, wer denn da die Befürchtungen des GCHQ einer Indiskretion bestätigt zu haben scheint, sprich: woher die Informationen stammten, die <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/geheimdienst-eklat-briten-drohen-mit-abbruch-aller-kontakte-zu-deutschland_id_4454261.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">der Focus</a> kurz nach dem Treffen veröffentlichte.</p>
<p>Die Ausschussmitglieder Konstantin von Notz und Hans-Christian Ströbele von Bündnis 90/Die Grünen verdächtigen die Bundesregierung, die Information selbst an die Presse lanciert zu haben, um ein Drohszenario aufzubauen oder behaupten zu können, man dürfe <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/britischer-abhoerdienst-die-geheimnisse-des-gchq-1.2372441-2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dem Ausschuss tatsächlich keine geheimen Dokumente anvertrauen</a>. Das mag man für Paranoia oder Polemik seitens der Herren Notz und Ströbele halten. Der Verdacht scheint allerdings angesichts eines Rechtsgutachtens zum Thema Snowden-Befragung, <a href="https://netzpolitik.org/2014/machen-sich-abgeordnete-strafbar-wir-veroeffentlichen-die-regierungs-gutachten-zur-snowden-befragung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">das die Bundesregierung im letzten Jahr in Auftrag gab</a>, zumindest eine ernsthafte Überlegung wert.</p>
<p>Es ist nämlich nicht so, als sei man sich in Deutschland für <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-11/bundesregierung-whistleblower-enthuellung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Drohungen</a> zu schade – womit man sich in illustrer Gesellschaft befindet. Die harsche Verfolgung von Whistleblowern durch die Obama-Regierung in den USA wurde, nicht nur in Bezug auf Edward Snowden, immer wieder kritisiert. In Großbritannien musste sich <em>Guardian</em>-Chefredakteur Alan Rusbridger vor dem <a href="http://www.parliament.uk/business/committees/committees-a-z/commons-select/home-affairs-committee/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Home Affairs Select Committee</a> wegen der Berichterstattung seiner Zeitung <a href="http://www.theguardian.com/world/2013/dec/03/rusbridger-home-affairs-nsa-key-exchanges" target="_blank" rel="noopener noreferrer">verantworten,</a> und dem <em>Guardian</em> wurde zudem mit <a href="http://www.theguardian.com/politics/2013/oct/22/edward-snowden-guardian-should-be-prosecuted-tory-mp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">strafrechtlicher Verfolgung gedroht</a>.</p>
<p>Deshalb äußerte Rusbridger in der vergangenen Woche auf einem <a href="http://www.theguardian.com/membership/2015/mar/02/the-edward-snowden-story-watch-live?CMP=twt_gu" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Live-Panel seiner Zeitung zu den Snowden-Veröffentlichungen</a> wohl nicht ganz zu Unrecht die Ansicht, man könne mit britischen Politikern keine rationale Debatte über Massenüberwachung führen:</p>
<blockquote><p><span style="color: #000080;">„Politiker finden es beinahe unmöglich, rational über dieses Thema zu sprechen“</span></p></blockquote>
<p>An das Thema Bürgerrechte versus nationale Sicherheit, geschweige denn an die Gesetzeslage, trauten sich, so Rusbridger, weder die Regierungsparteien noch die Labour-Opposition heran. Dies sei „zu riskant und toxisch“. Was der Mangel an Rationalität für Auswirkungen hat, dafür ist die von der Regierung angeordnete <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/zerstoertes-guardian-macbook-britische-pressefreiheit-a-917798.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zerstörung der Laptops</a> mit den Snowden-Dokumenten im Keller des <em>Guardian</em> sicher ein extremes Beispiel. Die Hoffnung, dass sich die britische Regierung doch noch zur Zusammenarbeit mit dem NSA-Ausschuss überreden lässt, scheint angesichts derartiger Vorfälle jedoch sehr gering.</p>
<h3>Wie „great“ ist „Britain“?</h3>
<p>Doch die Sorge um operative Details oder das Schreckgespenst des Terrorismus sind sicher nicht die einzigen Gründe für die <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/britischer-abhoerdienst-die-geheimnisse-des-gchq-1.2372441-2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sturheit</a> der Briten. So mutmaßt die ZEIT, dass das GCHQ neben der Terrorismussuche  auch „schlichte Spionage“ betreibt, die „[a]uf dem Kontinent […] sicher gegen den europäischen Geist, womöglich auch gegen Europäische [sic] Verträge“ verstößt. Das möchte man verständlicherweise lieber nicht bekannt werden lassen. Denn eben erst entschied das Geheimdienst-Gericht Investigatory Powers Tribunal im eigenen Land, „<a href="http://www.golem.de/news/britisches-gericht-datensammlung-verstoesst-gegen-menschenrechte-1502-112202.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dass die Datensammlung über britische Bürger der vergangenen Jahre gegen die Menschenrechte verstößt</a>.“ Und vermutlich kratzt es auch am Selbstbild des einst großen britischen Imperiums, dass offenbar nicht jeder geneigt ist, 007 und Co wohlwollend zu vertrauen. Da muss man sich dann mithilfe von Drohgebärden der eigenen „Greatness“ versichern – wie beispielsweise auch in puncto EU. Und NSA und GCHQ sind, wie <em>Guardian</em>-Journalist Ewen MacAskill auf demselben Panel seiner Zeitung bemerkte, ohnehin weit davon entfernt, angesichts der Aufdeckung ihrer Machenschaften in die Defensive zu gehen.</p>
<p>Aber wie großartig sind die Briten tatsächlich, beziehungsweise wie abhängig ist Deutschland? Glaubt man BND und Verfassungsschutz, dann scheint die Abhängigkeit stark zu sein. So zeigen sich „Sicherheitskreise“ laut Spiegel „besorgt“: „<a href="http://www.focus.de/magazin/archiv/fakten-fakten-fakten-geheimdienste-briten-drohen-mit-spionage-boykott_id_4456568.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ohne die Infos der Amis und der Briten aus der Funkaufklärung wären wir blind</a>“. Die ZEIT nennt die Briten „beim Abhören […] noch immer eine Weltmacht“. Angesichts dessen, was durch Snowden bekannt geworden ist, scheint das nicht einmal übertrieben.</p>
<p>Besorgniserregend ist hingegen, was die Bundesregierung offenbar bereit ist, sich im Sinne der Zusammenarbeit mit dem großen Britannien gefallen zu lassen. Enthielte sie dem NSA-Ausschuss die entsprechenden Dokumente vor, wäre es nicht das erste Mal, dass die Regierung Merkel in Sachen Spionageaufklärung klein beigäbe. Edward Snowden wird seit eh und je die Einreise zwecks Zeugenaussage verweigert – gerne mit Verweis auf das Staatswohl, das möglicherweise auch jetzt als Begründung wird herhalten müssen. Wie wohl es dem Staate tut, wenn die Exekutive nicht angemessen überprüft wird und fremde Geheimdienste in Deutschland ungeahndet hantieren dürfen, darüber lässt sich streiten.</p>
<h3>Nichts für Politiker: Balanceakt Freiheit vs. Sicherheit</h3>
<p>Das Verhalten der britischen Regierung gibt wenig Anlass zum Optimismus – ebenso wenig wie das der Bundesregierung. Denn da wurde schon vor der Intervention der Briten <a href="http://www.golem.de/news/operation-glotaic-die-totale-blockade-im-nsa-ausschuss-1502-112181.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gemauert</a>, <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-09/nsa-ausschuss-akten-geschwaerzt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">geschwärzt</a> und <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/nsa-affaere-bnd-versaeumte-lieferung-von-hundert-dokumenten-a-1021799.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vorenthalten</a>. Aber vielleicht ist die Macbook-Zerstörung beim <em>Guardian</em>, wie Alan Rusbridger es in der vergangenen Woche zu deuten versuchte, eigentlich ein hoffnungsvolles Zeichen dafür, dass Regierungen es trotz aller Bemühungen eben nicht schaffen, den Informationsfluss zu unterdrücken. Dass die Aktion rückblickend eine blöde Idee war, geben nämlich sogar Mitglieder der britischen Regierung zu. Vielleicht fällt den Damen und Herren Regierenden ja diesmal ein bisschen früher auf, was für eine ebenso dumme Idee es wäre, den NSA-Ausschuss in Sachen GCHQ unter Druck zu setzen oder gar die Zusammenarbeit der Geheimdienste im Rahmen eines imperialistischen Ego-Trips zu beenden. In jedem Fall hat Rusbridger vermutlich Recht, wenn er mutmaßt, dass der Balanceakt zwischen Sicherheit und Bürgerrechten nicht von der Politik gelöst werden wird.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/internaz/8060406152/in/photostream/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internaz</a></p>
<p><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/nsa-ausschuss-vs-gchq-keine-rationale-debatte-moeglich-145001/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Meine Daten, deine Daten? &#8211; Digitale Presseschau KW38</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/meine-daten-deine-daten-digitale-presseschau-kw38-141960/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/meine-daten-deine-daten-digitale-presseschau-kw38-141960/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Julia Rieder]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Sep 2014 14:54:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Antikriegsspiele]]></category>
		<category><![CDATA[NSA]]></category>
		<category><![CDATA[Bid Data]]></category>
		<category><![CDATA[Treasuremap]]></category>
		<category><![CDATA[Syrien]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachungskapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Snowden]]></category>
		<category><![CDATA[Metadaten]]></category>
		<category><![CDATA[GCHQ]]></category>
		<category><![CDATA[Spähaffäre]]></category>
		<category><![CDATA[ICANN]]></category>
		<category><![CDATA[Shoshana Zuboff]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=141960</guid>

					<description><![CDATA[Heute schon gegoogelt? Wenn wir uns im Netz bewegen, hinterlassen wir permanent Spuren. IP-Adressen, E-Mail-Daten, Informationen zu Suchanfragen. Doch was [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heute schon gegoogelt? Wenn wir uns im Netz bewegen, hinterlassen wir permanent Spuren. IP-Adressen, E-Mail-Daten, Informationen zu Suchanfragen. Doch was kann man mit diesen Daten anfangen und warum ist es Zeit für einen Aufstand gegen die Datensammler? Außerdem in der Presseschau: Neues von der NSA und warum das Internet, wie wir es kennen, bald der Vergangenheit angehören könnte.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p>http://www.youtube.com/watch?v=v4bt_RdmEDQ<br />
Syrien, Irak, die Ukraine – wer dieser Tage die Nachrichten einschaltet, wird zwangsläufig mit Kriegsbildern konfrontiert. Während in jenen Ländern täglich Menschen um ihr Leben kämpfen, gehört die Teilnahme an martialischen Kampfhandlungen für viele zum Freizeitvergnügen – zumindest in Videospielen. Mittlerweile gibt es allerdings interessante Alternativen zu den üblichen Kriegsspielen. Unser Video der Woche widmet sich intelligenten<span style="font-size: xx-small"> </span>Games, die zwar in Kriegskontexten spielen, die Protagonisten aber in einen moralischen Zwiespalt führen oder sogar in die Rolle von Zivilisten versetzten.</p>
<h3><a href="https://www.divsi.de/metadaten-was-sie-wirklich-verraten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mysteriöse Metadaten</a></h3>
<p>Ein Gespenst geht um. Ob in Bezug auf die NSA-Enthüllungen, in der Diskussion über die Vorratsdatenspeicherung und andere Datenschutzfragen oder wenn es um die Werbestrategien von Unternehmen geht: Der Begriff „Metadaten“ geistert momentan durch viele Debatten. Doch was sind Metadaten eigentlich genau? Sind sie wirklich so harmlos wie von Geheimdiensten, Wirtschaft und Politik gerne behauptet oder verraten die aggregierten Daten doch mehr über das Individuum als vielen von uns bewusst ist? Das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet gibt Antworten.<br />
<a href="https://www.divsi.de/metadaten-was-sie-wirklich-verraten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>divsi.de</em></a></p>
<h3><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/nsa-wie-der-geheimdienst-mit-dem-system-treasuremap-daten-sammelt-a-991496.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Schatzkarte der NSA</a></h3>
<p>Es gibt Neues von der NSA und ja, Sie ahnen es, es ist nichts Gutes. Wie der Spiegel unter Berufung auf Dokumente von Edward Snowden berichtet, arbeitet die NSA daran, das gesamte Internet zu kartographieren. <span style="font-size: xx-small"></span>Das Projekt könnte der NSA aber nicht nur helfen, Schwachstellen in Netzwerken zu entdecken, sondern auch, Informationen über Aufenthaltsort, IP-Adresse und benutzte Geräte einer Zielperson miteinander zu verknüpfen. Und für alle, die es nicht ohnehin schon längst vermutet hatten: Die Dokumente enthalten außerdem Anhaltspunkte dafür, dass NSA und GCHQ über Zugang zum Netz der Deutschen Telekom verfügen.<br />
<a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/nsa-wie-der-geheimdienst-mit-dem-system-treasuremap-daten-sammelt-a-991496.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>spiegel.de</em></a></p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/allensbach-analyse-der-groll-ueber-den-grossen-bruder-13157125.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ziemlich beste Freunde</a></h3>
<p>Diese permanente Berichterstattung über die NSA nervt Sie? Eigentlich ist das ja alles nicht so schlimm? Aufgabe von Geheimdiensten ist es nun einmal, zu überwachen. Und überhaupt: Die meisten von uns haben doch eh nichts zu verbergen. Wenn sie so denken, befinden Sie sich in guter Gesellschaft, denn eine aktuelle Studie zeigt nun, dass der Ärger über die Abhöraffäre bei den Deutschen weniger tief sitzt, als der Umfang der Spionagetätigkeiten und die mediale Berichterstattung vielleicht vermuten ließen. Kein Grund zur Sorge also um die transatlantische Freundschaft.<br />
<a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/allensbach-analyse-der-groll-ueber-den-grossen-bruder-13157125.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>faz.net</em></a></p>
<h3><a href="http://www.deutschlandfunk.de/internetverwaltung-zwischen-netz-imperialismus-und.724.de.html?dram:article_id=297623" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kampf um die Netzherrschaft</a></h3>
<p>Die Internet Cooperation for Assigned Names and Numbers (ICANN) ist wohl nur wenigen ein Begriff und das, obwohl sie eine der wichtigsten Organisationen im Netz ist, denn die ICANN verwaltet das Internet. Bisher stand sie unter amerikanischer Oberaufsicht, doch im März haben die USA angekündigt, diese Alleinherrschaft abzugeben. Seitdem streiten Regierungen, zivilgesellschaftliche Akteure und internationale Organisationen darüber, wer künftig das Internet regieren soll. Eine Lösung scheint schwierig und droht das Netz zu zerreißen.<br />
<a href="http://www.deutschlandfunk.de/internetverwaltung-zwischen-netz-imperialismus-und.724.de.html?dram:article_id=297623" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>deutschlandfunk.de</em></a></p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-digital-debatte/unsere-zukunft-mit-big-data-lasst-euch-nicht-enteignen-13152809.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aufbegehren gegen den „Überwachungskapitalismus“</a></h3>
<p>„Lasst euch nicht enteignen!“ lautet der Aufruf der amerikanischen Wirtschaftswissenschaftlerin Shoshana Zuboff und wendet sich gegen das Geschäftsmodell von Google, Facebook und Co. Datenspuren, die Nutzer ahnungslos im Netz hinterließen, würden von Unternehmen ausspioniert und mangels öffentlichen Widerspruchs zum eigenen Besitz umdeklariert. Ein Akt der Enteignung, gegen den wir uns zur Wehr setzen müssen, findet Zuboff.<br />
<a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-digital-debatte/unsere-zukunft-mit-big-data-lasst-euch-nicht-enteignen-13152809.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>faz.net</em></a><br />
Foto: Screenshot<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/meine-daten-deine-daten-digitale-presseschau-kw38-141960/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Löschen, Schwärzen, Trollen &#8211; Digitale Presseschau KW37</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/loeschen-schwaerzen-trollen-digitale-presseschau-kw37-141856/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/loeschen-schwaerzen-trollen-digitale-presseschau-kw37-141856/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Julia Rieder]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Sep 2014 14:46:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Debattenkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[NSA-Untersuchungsausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[NSA]]></category>
		<category><![CDATA[personalisierte Werbung]]></category>
		<category><![CDATA[Troll]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[PRISM]]></category>
		<category><![CDATA[Recht auf Vergessen]]></category>
		<category><![CDATA[Spähaffäre]]></category>
		<category><![CDATA[Minority Report]]></category>
		<category><![CDATA[Predictive Policing]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=141856</guid>

					<description><![CDATA[Diese Woche dreht sich in unserer Presseschau alles um Informationen: Wie man sie nutzen kann, um Verbrechen vorauszusagen; woher der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Woche dreht sich in unserer Presseschau alles um Informationen: Wie man sie nutzen kann, um Verbrechen vorauszusagen; woher der NSA-Untersuchungsausschuss sie nehmen soll, wenn nicht aus den ihm vorliegenden Akten; und wer eigentlich darüber entscheidet, ob sie aus dem Internet verschwinden oder nicht. Außerdem: Ein Troll erzählt seine Geschichte. Na, wenn das nicht informativ ist.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p>https://www.youtube.com/watch?v=lpAKTOGcfuw<br />
Im Mai entschied der Europäische Gerichtshof, dass jeder Bürger im Internet ein „Recht auf Vergessen“ hat. Eigentlich eine gute Sache, doch nach welchen Kriterien Google über die seither eingetroffenen 100.000 Löschanträge entscheidet, ist unklar. Unser Video der Woche erklärt, wie ein neu ins Leben gerufener Expertenbeirat Google jetzt helfen soll, die richtige Balance zwischen Privatsphäre und Informationsfreiheit zu wahren und wer in Zukunft über Löschanträge entscheiden könnte.</p>
<h3><a href="http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelblog/warum-der-spiegel-ein-eingestuftes-originaldokument-veroeffentlicht-a-991134.html#spRedirectedFrom=www&amp;referrrer=" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kuschen vor Big Brother</a></h3>
<p>Apropos Informationsfreiheit: Die Bundesregierung weigert sich, ein Dokument mit Handlungsanweisungen zur Ausspähaffäre um Angela Merkels Handy herauszugeben und begründet das mit der Sorge „um nachteilige Auswirkungen auf internationale Beziehungen“. SPIEGELblog erklärt, warum das eine Frechheit ist, und veröffentlicht stattdessen ein Faksimile.<br />
<a href="http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelblog/warum-der-spiegel-ein-eingestuftes-originaldokument-veroeffentlicht-a-991134.html#spRedirectedFrom=www&amp;referrrer=" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>SPIEGELblog</em></a></p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-09/nsa-ausschuss-akten-geschwaerzt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der NSA-Ausschuss sieht schwarz</a></h3>
<p>Ein Untersuchungsausschuss soll die Regierung kontrollieren, er ist ein wichtiges Instrument der Demokratie. Doch wie soll man untersuchen und aufklären, wenn man keine Informationen bekommt? Vor dieser Frage stehen aktuell die Mitglieder des NSA-Untersuchungsausschusses, denn die Akten zu NSA, BND und Prism, die sie zu Gesicht bekommen, sind häufig bis auf die Anrede geschwärzt. So bleibt nicht nur im Dunkeln, was die Bundesregierung über die Spähaktivitäten amerikanischer Geheimdienste wusste, sondern auch, in welchem Maße deutsche Dienste spionieren. Das wollen sich die Grünen nicht gefallen lassen und erwägen eine Klage.<br />
<a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-09/nsa-ausschuss-akten-geschwaerzt" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>zeit.de</em></a></p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/ermitteln-mit-predictive-policing-algorithmen-polizei-software-soll-die-zukunft-voraussagen-1.2121942" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Polizei als Hellseher</a></h3>
<p>Während die Parlamentarier noch versuchen, Licht ins Dunkel der Geheimdienstaktivitäten zu bringen, gibt es schon wieder Neues zum Thema Überwachung im öffentlichen Raum. „Predictive Policing“ heißt die Technologie, die es jetzt auch deutschen Behörden erlauben soll, mittels verschiedener Computerprogramme Verbrechen vorherzusagen. Klingt nach Minority Report, ist in den USA jedoch schon längst Realität. Aber sind Nullen und Einsen wirklich gute Polizisten? Ist das nicht eine Form von Rasterfahndung? Und wie verhindert man, dass Unschuldige aufgrund ihrer Hautfarbe oder sozialen Kontakte ins Visier geraten? Fragen über Fragen.<br />
<a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/ermitteln-mit-predictive-policing-algorithmen-polizei-software-soll-die-zukunft-voraussagen-1.2121942" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>sueddeutsche.de</em></a></p>
<h3><a href="http://www.nytimes.com/2014/09/11/upshot/on-facebook-nobody-knows-youre-a-voter-well-almost-nobody.html?referrer=&amp;abt=0002&amp;abg=0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wählen Sie Facebook!</a></h3>
<p>Sie haben grade im Internet eine Reise gebucht und jetzt zeigt Ihnen Facebook nur noch Anzeigen für Hotels auf Costa Rica? Ein typisches Beispiel für personalisierte Werbung. Ähnliches gibt es jetzt auch politischer Ebene. In den USA nutzen politische Akteure nämlich seit einiger Zeit ein Tool, um Wählerlisten mit Facebookprofilen abzugleichen und anschließend zielgruppenspezifische Wahlwerbung zu platzieren. Eine große Arbeitserleichterung für Wahlkämpfer und ein gutes Geschäft für Facebook.<br />
<a href="http://www.nytimes.com/2014/09/11/upshot/on-facebook-nobody-knows-youre-a-voter-well-almost-nobody.html?referrer=&amp;abt=0002&amp;abg=0" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>nytimes.com</em></a></p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/hass-im-netz-ich-bin-der-troll-13139203.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ich bin der Troll</a></h3>
<p>Viel wurde in letzter Zeit geschrieben über die mangelnde Debattenkultur im Netz, über Sexismus und Rassismus sowie die Frage, ob das Deaktivieren der Kommentarfunktion einer Zensur gleichkommt. Darüber könnte man sachlich diskutieren. Oder man könnte es wie Uwe Ostertag machen und mit einem polemischen Kommentar provozieren – denn Ostertag ist ein Troll. Timo Steppat hat ihn besucht und versucht auf faz.net herauszufinden, wie ein Mensch tickt, der jeden Tag etwa 200 Kommentare verfasst. Uwe Ostertag selbst hat den Beitrag <a href="https://sites.google.com/site/brotundgames/medienfutter" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kritisch kommentiert</a> – was auch sonst?<br />
<a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/hass-im-netz-ich-bin-der-troll-13139203.html"><em>faz.net</em></a><br />
Foto: Screenshot<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/loeschen-schwaerzen-trollen-digitale-presseschau-kw37-141856/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Löschen, Schwärzen, Trollen &#8211; Digitale Presseschau KW37</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/loeschen-schwaerzen-trollen-digitale-presseschau-kw37-2-141857/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/loeschen-schwaerzen-trollen-digitale-presseschau-kw37-2-141857/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Sep 2014 14:46:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[PRISM]]></category>
		<category><![CDATA[Recht auf Vergessen]]></category>
		<category><![CDATA[Spähaffäre]]></category>
		<category><![CDATA[Minority Report]]></category>
		<category><![CDATA[Predictive Policing]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Debattenkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[NSA-Untersuchungsausschuss]]></category>
		<category><![CDATA[NSA]]></category>
		<category><![CDATA[personalisierte Werbung]]></category>
		<category><![CDATA[Troll]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=141856</guid>

					<description><![CDATA[Diese Woche dreht sich in unserer Presseschau alles um Informationen: Wie man sie nutzen kann, um Verbrechen vorauszusagen; woher der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Woche dreht sich in unserer Presseschau alles um Informationen: Wie man sie nutzen kann, um Verbrechen vorauszusagen; woher der NSA-Untersuchungsausschuss sie nehmen soll, wenn nicht aus den ihm vorliegenden Akten; und wer eigentlich darüber entscheidet, ob sie aus dem Internet verschwinden oder nicht. Außerdem: Ein Troll erzählt seine Geschichte. Na, wenn das nicht informativ ist.</p>
<h3>Video der Woche</h3>
<p>https://www.youtube.com/watch?v=lpAKTOGcfuw<br />
Im Mai entschied der Europäische Gerichtshof, dass jeder Bürger im Internet ein „Recht auf Vergessen“ hat. Eigentlich eine gute Sache, doch nach welchen Kriterien Google über die seither eingetroffenen 100.000 Löschanträge entscheidet, ist unklar. Unser Video der Woche erklärt, wie ein neu ins Leben gerufener Expertenbeirat Google jetzt helfen soll, die richtige Balance zwischen Privatsphäre und Informationsfreiheit zu wahren und wer in Zukunft über Löschanträge entscheiden könnte.</p>
<h3><a href="http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelblog/warum-der-spiegel-ein-eingestuftes-originaldokument-veroeffentlicht-a-991134.html#spRedirectedFrom=www&amp;referrrer=" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kuschen vor Big Brother</a></h3>
<p>Apropos Informationsfreiheit: Die Bundesregierung weigert sich, ein Dokument mit Handlungsanweisungen zur Ausspähaffäre um Angela Merkels Handy herauszugeben und begründet das mit der Sorge „um nachteilige Auswirkungen auf internationale Beziehungen“. SPIEGELblog erklärt, warum das eine Frechheit ist, und veröffentlicht stattdessen ein Faksimile.<br />
<a href="http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelblog/warum-der-spiegel-ein-eingestuftes-originaldokument-veroeffentlicht-a-991134.html#spRedirectedFrom=www&amp;referrrer=" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>SPIEGELblog</em></a></p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-09/nsa-ausschuss-akten-geschwaerzt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der NSA-Ausschuss sieht schwarz</a></h3>
<p>Ein Untersuchungsausschuss soll die Regierung kontrollieren, er ist ein wichtiges Instrument der Demokratie. Doch wie soll man untersuchen und aufklären, wenn man keine Informationen bekommt? Vor dieser Frage stehen aktuell die Mitglieder des NSA-Untersuchungsausschusses, denn die Akten zu NSA, BND und Prism, die sie zu Gesicht bekommen, sind häufig bis auf die Anrede geschwärzt. So bleibt nicht nur im Dunkeln, was die Bundesregierung über die Spähaktivitäten amerikanischer Geheimdienste wusste, sondern auch, in welchem Maße deutsche Dienste spionieren. Das wollen sich die Grünen nicht gefallen lassen und erwägen eine Klage.<br />
<a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-09/nsa-ausschuss-akten-geschwaerzt" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>zeit.de</em></a></p>
<h3><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/ermitteln-mit-predictive-policing-algorithmen-polizei-software-soll-die-zukunft-voraussagen-1.2121942" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Polizei als Hellseher</a></h3>
<p>Während die Parlamentarier noch versuchen, Licht ins Dunkel der Geheimdienstaktivitäten zu bringen, gibt es schon wieder Neues zum Thema Überwachung im öffentlichen Raum. „Predictive Policing“ heißt die Technologie, die es jetzt auch deutschen Behörden erlauben soll, mittels verschiedener Computerprogramme Verbrechen vorherzusagen. Klingt nach Minority Report, ist in den USA jedoch schon längst Realität. Aber sind Nullen und Einsen wirklich gute Polizisten? Ist das nicht eine Form von Rasterfahndung? Und wie verhindert man, dass Unschuldige aufgrund ihrer Hautfarbe oder sozialen Kontakte ins Visier geraten? Fragen über Fragen.<br />
<a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/ermitteln-mit-predictive-policing-algorithmen-polizei-software-soll-die-zukunft-voraussagen-1.2121942" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>sueddeutsche.de</em></a></p>
<h3><a href="http://www.nytimes.com/2014/09/11/upshot/on-facebook-nobody-knows-youre-a-voter-well-almost-nobody.html?referrer=&amp;abt=0002&amp;abg=0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wählen Sie Facebook!</a></h3>
<p>Sie haben grade im Internet eine Reise gebucht und jetzt zeigt Ihnen Facebook nur noch Anzeigen für Hotels auf Costa Rica? Ein typisches Beispiel für personalisierte Werbung. Ähnliches gibt es jetzt auch politischer Ebene. In den USA nutzen politische Akteure nämlich seit einiger Zeit ein Tool, um Wählerlisten mit Facebookprofilen abzugleichen und anschließend zielgruppenspezifische Wahlwerbung zu platzieren. Eine große Arbeitserleichterung für Wahlkämpfer und ein gutes Geschäft für Facebook.<br />
<a href="http://www.nytimes.com/2014/09/11/upshot/on-facebook-nobody-knows-youre-a-voter-well-almost-nobody.html?referrer=&amp;abt=0002&amp;abg=0" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>nytimes.com</em></a></p>
<h3><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/hass-im-netz-ich-bin-der-troll-13139203.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ich bin der Troll</a></h3>
<p>Viel wurde in letzter Zeit geschrieben über die mangelnde Debattenkultur im Netz, über Sexismus und Rassismus sowie die Frage, ob das Deaktivieren der Kommentarfunktion einer Zensur gleichkommt. Darüber könnte man sachlich diskutieren. Oder man könnte es wie Uwe Ostertag machen und mit einem polemischen Kommentar provozieren – denn Ostertag ist ein Troll. Timo Steppat hat ihn besucht und versucht auf faz.net herauszufinden, wie ein Mensch tickt, der jeden Tag etwa 200 Kommentare verfasst. Uwe Ostertag selbst hat den Beitrag <a href="https://sites.google.com/site/brotundgames/medienfutter" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kritisch kommentiert</a> – was auch sonst?<br />
<a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/hass-im-netz-ich-bin-der-troll-13139203.html"><em>faz.net</em></a><br />
Foto: Screenshot<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/loeschen-schwaerzen-trollen-digitale-presseschau-kw37-2-141857/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
