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	<title>Öffentlich-rechtlicher Rundfunk &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Öffentlich-rechtlicher Rundfunk &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Creative Commons in der ARD</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Oct 2014 15:07:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Im vergangenen Jahr hat die ARD auf Beschluss der Redaktionskonferenz Online (RKO) eine Arbeitsgruppe Creative Commons gegründet, in der darüber [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cc-ard-mini.crop_.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-142248" alt="cc-ard-mini.crop" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cc-ard-mini.crop_.jpg" width="640" height="280" /></a>Im vergangenen Jahr hat die ARD auf Beschluss der Redaktionskonferenz Online (RKO) eine Arbeitsgruppe Creative Commons gegründet, in der darüber nachgedacht wurde, ob Creative Commons (CC) ARD-kompatibel ist und inwiefern freie Lizenzen in den ARD-Anstalten genutzt werden können. Nun wurden Ergebnisse bekannt.<br />
Soeben hat das Informationsportal iRights.info einen auf den 13. März 2014 datierten Bericht dieser Arbeitsgruppe veröffentlicht, über den intern bereits seit der letzten re:publica viel diskutiert wurde. Der Bericht ist ein erstes Zeichen für eine eigentlich nicht aufzuhaltende Entwicklung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, denn das Konzept der Nutzung und Veröffentlichung freier Inhalte leitet sich unmittelbar aus dem öffentlich-rechtlichen Auftrag der Rundfunkanstalten ab.</p>
<h3> Creative Commons passt zur ARD</h3>
<p>In der den <a href="http://irights.info/wp-content/uploads/2014/10/Creative_Commons_in_der_ARD.pdf">Bericht </a>einleitenden Zusammenfassung heißt es treffend:<br />
&#8220;<i>Die AG kommt zu dem Ergebnis, dass der Einsatz von CC für ausgewählte ARD-Inhalte bei sorgfältiger Rechteprüfung sinnvoll ist. Die ARD hat den Auftrag, die Teilhabe an der Informationsgesellschaft zu fördern und die Mitwirkung an der Meinungsbildung zu ermöglichen. Die Nutzung von CC-Lizenzen unterstützt die Erfüllung dieses Auftrags. (…) Die ARD sollte daher auch Inhalte unter CC zur Verfügung stellen.</i>&#8221;<br />
Diese Deutlichkeit der Aussagen überrascht. Im vergangenen halben Jahre wurde zwar in Hintergrundgesprächen mit Vertretern verschiedener öffentlich-rechtlicher Sender diese Richtung bereits angedeutet, und auch die Journalistin <em><a href="https://twitter.com/immateriell">Meike Richter</a>, </em>Social Media-Beraterin des Norddeutschen Rundfunks (NDR) und Mitglied der oben erwähnten Arbeitsgruppe,<a href="http://cc.d-64.org/journalistin-meike-richter-creative-commons-und-offentlich-rechtlicher-rundfunk-passen-gut-zusammen/"> nannte in einem Interview </a>im April bereits die zahlreichen Potenziale von Creative Commons, doch das klare Bekenntnis der ARD und die Verknüpfung mit dem eigenen Auftrag sind nun neue und positive Entwicklungen.</p>
<h3>Der Teufel steckt im Detail</h3>
<p>Die Richtung stimmt zwar, die Knackpunkte liegen aber im Detail und sind noch nicht aus der Welt geschafft. So beginnt der Bericht mit einer Checkliste, die zu beachten sei, wenn ARD-Inhalte unter Creative Commons veröffentlicht werden. <a href="https://twitter.com/leonidobusch">Leonhard Dobusch</a> meint in seiner Analyse auf iRights.info, diese liefere <a href="http://irights.info/artikel/endlich-creative-commons-im-oeffentlich-rechtlichen-rundfunk/24015">&#8220;<i>eine gute Zusammenschau über die relevanten Fragestellungen rund um Creative Commons im öffentlich-rechtlichen Rundfunk</i>&#8220;</a>.<br />
Besonders interessant sind folgende Punkte der Liste:</p>
<ul>
<li><b><i>Geeignete Inhalte</i></b>: Für eine CC-Lizenzierung eignen sich mit Blick auf die Rechtelage <i>am ehesten 100%ige Eigenproduktionen beziehungsweise Inhalte, bei denen eine CC-Lizenzierung vor Produktionsstart geklärt wurde (…).</i></li>
<li><b><i>Arbeitsverträge</i></b><i>: Vor einer CC-Lizenzierung eines ARD-Inhaltes muss die jeweilige Landesrundfunkanstalt klären, ob die geltenden Verträge aller betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die geplante CC-Lizenzierung erlauben.</i></li>
</ul>
<p>Der zuerst zitierte Punkt ist zumeist gleichermaßen Argument und  Gegenargument bisheriger Gegner von freien Lizenzen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, denn dahinter verbirgt sich das eigentliche Streitthema in allen Problematiken des Urheberrechts: das Geld.<br />
Eigenproduktionen sind teuer und beschränken sich deshalb fast ausschließlich auf Nachrichtensendungen. Bei Auftragsproduktionen werden einzelne Produktionsschritte an externe Produktionsfirmen vergeben, wobei viele öffentlich-rechtliche Sender an mehreren Produktionsfirmen beteiligt sind. Dadurch können die Dienstleistungen auch Dritten angeboten werden, was den öffentlich-rechtlichen Sendern aufgrund ihrer eingeschränkten Rolle am Markt nützt, denn so können die Kontrolle über die Qualität der Produktionen gewahrt wird und die Ressourcen zugleich effizient genutzt werden.<br />
Eine Verwendung von Fremdmaterial oder von nicht unter Creative Commons lizensierter Musik macht aber die Rechteklärung so gut wie unmöglich bzw. würde der notwendige Rechteeinkauf sehr teuer. Produktionsfirmen hätten gewiss nichts dagegen, wenn die ARD mehr Geld für Rechte ausgeben müsste, doch wird diese höchstwahrscheinlich darauf verzichten. Dabei könne sich insbesondere &#8220;<i>bei Bildungsinhalten,</i>  <i>Erklärbeiträgen, Interviews oder Naturaufnahmen&#8221;, </i>wie die Arbeitsgruppe aufzählt, eine freie Lizenzierung anbieten. Damit aber mehr Inhalte unter einer Creative Commons-Lizenz veröffentlicht werden, müsste das gesamte Produktionssystem geändert werden. Ein nahezu unmögliches Vorhaben, weshalb die wenigen Eigenproduktionen umso dringender unter Creative Commons veröffentlicht werden müssten.<br />
Das betrifft auch den zweiten oben genannten Punkt: die MitarbeiterInnen der Landesrundfunkanstalten. Die Arbeitsgruppe empfiehlt, dass vor einer CC-Lizenzierung eines ARD-Inhaltes die jeweilig verantwortliche Landesrundfunkanstalt klärt, ob die geltenden Verträge aller betroffenen MitarbeiterInnen die geplante CC-Lizenzierung erlauben. Ich kenne den derzeitigen Status Quo dieser Verträge nicht, aber auch hier ist anzunehmen, dass die Freigabe diverser Nutzungsrechte Hand in Hand mit Forderungen nach höheren Honoraren gehen würde. Es bleibt also abzuwarten, wie viele Produktionen der ARD von Anfang an unter Creative Commons entstehen werden.</p>
<h3>Experimente wagen</h3>
<p>Schon jetzt gibt es viele <a href="http://www.carta.info/71370/freie-lizenzen-im-offentlich-rechtlichen-rundfunk/">Beispiele für Creative Commons in der ARD </a>. Einzelne Radiosendungen können als Podcast (ohne Musik) unter einer Creative Commons-Lizenz heruntergeladen werden, auf ZDFinfo läuft die Sendung &#8220;Elektrischer Reporter&#8221; komplett unter einer Creative Common-Lizenz, im Bayerischen Rundfunk nutzt die Sendung &#8220;Space Night&#8221; (nach<a href="http://isarmatrose.com/?p=3235"> Protesten</a>) seit Februar 2013 überwiegend Creative Commons-lizensierte und Gema-freie Musik. Und im NDR werden Beiträge des Medienmagazins &#8220;Zapp&#8221; und der Sendung &#8220;Extra 3&#8221; unter Creative Commons lizensiert und unter dem Titel &#8220;Kopieren erwünscht&#8221;wird auch <a href="http://www.ndr.de/nachrichten/netzwelt/Creative-Commons-Kopieren-erwuenscht,creativecommonsindex2.html">erklärt</a>, warum und wie das funktioniert.<br />
Der Bericht der AG Creative Commons beschreibt sehr lesenswert die Möglichkeiten und Chancen von Creative Commons sowiedie Vorteile, die die ARD davon hätte: beispielsweise entspricht die Nutzung von CC-Lizenzen dem „Public Value“, also dem öffentlichen Nutzen, zu dem die ARD verpflichtet ist. Schließlich gibt sie Empfehlungen zum Einsatz von CC-Lizenzen für ARD-Inhalte. Ein erster Schritt könnten weitere Pilotprojekte von Landesfunkanstalten sein, die ausgewählte Inhalte unter Creative Commons veröffentlichen und diesen Schritt auch kommunikativ begleiten, damit die Menschen erkennen, dass der Zugang zu Bildungsinhalten oder Inhalten, die die Meinungsbildung fördern, dadurch erleichtert würde. Dies könnte auch dafür sorgen, dass die Beitragsakzeptanz, vor allem bei jüngeren BeitragszahlerInnen, wieder steigt. Für Freibier möchte man nicht auch noch zahlen müssen, für mehr Freiheit vielleicht schon.<br />
Foto: <a href="http://cc.d64.serpens.uberspace.de/wp-content/uploads/sites/2/2014/01/cc-ard-mini.jpg">D64</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a><br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Onlinestudie: Sprengkraft am Abend</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/onlinestudie-sprengkraft-am-abend-3981/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Aug 2008 15:26:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlich-rechtlicher Rundfunk]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[ARD/ZDF-Onlinestudie]]></category>
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					<description><![CDATA[Anfang August ist die aktuelle Ausgabe der <a href="http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ARD/ZDF-Onlinestudie</a> erschienen, deren - eher erwartbare - Resultate bereits für Resonanz und Diskussionen gesorgt haben (<a href="http://www.media-perspektiven.de/2649.html#c6765" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> die Themenausgabe der Media-Perspektiven mit mehreren Auswertungsartikeln). Bemerkenswert ist jedoch die Verlagerung der Internetnutzung in die Abendstunden - und damit  in die Fernseh-Primetime. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Anfang August ist die aktuelle Ausgabe der <a href="http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ARD/ZDF-Onlinestudie</a> erschienen, deren &#8211; eher erwartbare &#8211; Resultate bereits für Resonanz und Diskussionen gesorgt haben (<a href="http://www.media-perspektiven.de/2649.html#c6765" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> die Themenausgabe der Media-Perspektiven mit mehreren Auswertungsartikeln). Bemerkenswert ist jedoch die Verlagerung der Internetnutzung in die Abendstunden &#8211; und damit  in die Fernseh-Primetime. <!--break--></p>
<p>
An dieser Stelle nur zwei Dinge (nach einem ersten, wirklich nur oberflächlichen Screening des Materials):
</p>
<p>
In einigen Blogs kursieren seit der Publikation am 1. August ein paar Spontankommentare (zB <a href="http://netzpolitik.org/2008/die-ardzdf-onlinestudie-2008-ist-da/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">netzpolitik.org</a>, <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2008/08/01/ardzdf-onlinestudie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">basicthinking</a>, <a href="http://www.onlinejournalismus.de/2008/08/01/ardzdf-online-studie-rueckgang-der-blognutzung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">onlinejournalismus.de</a>), die meisten verweisen auf den gewohnt schnell, kompetent und ausführlich arbeitenden <a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/183">Herrn Schmidt mit Dete</a> (inkl. <a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/189" target="_blank" rel="noopener noreferrer">follow-up</a> und <a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/199" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wort zum Sonntag</a>). Dort gibt es bereits eine sich allmählich verästelnde Debatte um die Methodik der Studie sowie v.a. die Web 2.0-relevanten Abschnitte der Untersuchung.
</p>
<p>
<b>Politische Nutzung = Nachrichten?</b>
</p>
<p>
1. Daten zu einer (wie immer gearteten) “politischen Nutzung” des Internet gibt es so gut wie nicht. Im Überblicksartikel von <a href="http://www.media-perspektiven.de/uploads/tx_mppublications/Eimeren_I.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">van Eimeren/Frees</a> zur Internetverbreitung taucht das Wort “Politik” nicht einmal auf, das Themenfeld verschwimmt in der Catch-all-Kategorie “Nachrichten”. Es wäre doch eigentlich nicht völlig abwegig gewesen, schon im Jahr vor einem Superwahljahr wie 2009 (Bundespräsident, Europa, Bundestag, mindestens vier Landtage) mal ein paar Fragen in diese Richtung zu stellen, um dann im Jahr nach der Wahl mögliche Veränderungen beobachten zu können.
</p>
<p>
<b>Blick in die USA</b>
</p>
<p>
Dieses doch eher simple Verfahren setzt setzt einiger Zeit z.B. das Pew Internet and American Life Project um, so auch mit dem Report <a href="http://www.pewinternet.org/PPF/r/252/report_display.asp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The Internet and the 2008 Election</a>. Auch hier sind die Ergebnisse zwar nicht bahnbrechend (immer mehr Menschen nutzen das Netz für Wahlinformationen, beteiligen sich an Online-Kampagnen und Barack Obama hat die meisten Unterstützer), doch entsteht dabei allmählich ein recht konkretes Bild davon, wie sich die verschiedenen Dimensionen von Politik im Internet entwickelt haben. Noch sehr viel differenzierter ist die <a href="http://pewresearch.org/topics/election'08/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vollständige Materialsammlung des Pew Research Center</a> zur US-Wahl 2008.
</p>
<p>
<b>Surfen zur Primetime</b>
</p>
<p>
2. Der Hinweis auf eine verstreut eingesehene Grafik aus dem offiziellen Studienmaterial, das die zeitliche Verteilung der Internetnutzung im Tagesverlauf darstellt.<br />
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/080804_fwittig_Tagesverlauf08.jpg" alt="Grafik" title="Grafik" height="347" width="533" />
</p>
<p>
Leicht lapidar heißt es dazu im Begleittext:
</p>
<p>
&quot;Die Analyse der Internetabrufe im Tagesablauf verdeutlicht, dass sich die Internetnutzung immer stärker in den Abend verlagert. Lagen bis vor wenigen Jahren die Zugriffe der Internetnutzung noch dominant am Vor- und Nachmittag, war bereits in 2005 keine einheitliche Primetime festzumachen, da die Nutzungszeiten am Vormittag, Nachmittag und frühen Abend lagen. Dies hat sich in 2005 verändert.
</p>
<p>
<b>Morgens E-Mail, abends mehr</b>
</p>
<p>
Zwar ist weiterhin eine erste Primetime am Vormittag auszumachen, zum Beispiel für die<br />
E-Mail-Kommunikation und den Informationsupdate, aber die primären Nutzungszeiten liegen nun am Vorabend und in der Fernseh-Primetime zwischen 20.00 und 22.00 Uhr.&quot;
</p>
<p>
Das ist alles andere als uninteressant: der größte Zuwachs liegt in der Zeit ab 17 Uhr, mit den absoluten Spitzen während des klassischen TV-Abendprogramms. Hier verbirgt sich gleich in mehrfacher Hinsicht einige Sprengkraft &#8211; zunächst ist dies die ökonomische Schlüsselzeit für den Verkauf von Werbezeiten, und spätestens jetzt werden sich wohl einige Unternehmen wirklich Gedanken darüber machen, in welches Medienumfeld sie ihre Werbegelder delegieren.
</p>
<p>
<b>Warum noch Zeitung lesen?</b>
</p>
<p>
Wenn es noch so etwas wie ein “Familienfernsehen” gibt (auf Angebots- wie auf Nachfrageseite), dann würde es wohl in dieser Zeit stattfinden &#8211; die Daten legen jedoch eher ein familiäre &quot;media diet&quot; nahe, die über mehrere Bildschirme eingenommen wird. Und auch die Vertreter der Printmedien werden diesen Tagesplan der Mediennutzung mit Stirnrunzeln zur Kenntnis nehmen &#8211; meist sind in dieser “neuen” Hauptnutzungszeit die Zeitungsausgaben des Folgetages bereits online einsehbar: wozu dann noch am nächsten Morgen die Frühstücks- oder Pendlerlektüre aus dem Briefkasten holen?
</p>
<p>
<b>Bewegtbilder dominieren</b>
</p>
<p>
Die besonders in der Zeitdimension wirkende Konkurrenzsituation deutet dabei auf das Zersplittern des Publikums hin, denn auch die These einer “Mediennutzung im Hintergrund” scheint bei ähnlichen oder gleichen Inhalten obsolet. Der in der Studie mehrfach erwähnte Erfolg der so genannten “Videoportale” untermauert die Dominanz audiovisueller Medieninhalte, noch zu klären ist aber in den nächsten Jahren, auf welchem Übertragungsweg die Zielgruppen erreicht werden. Im “klassischen” Fernsehen oder auf den Videoportalen des Internet. Und das gilt für (fast) alle: Unternehmen, Medienanbieter und &#8211; die Politik.
</p>
<p>
Dieser Text ist auch erschienen im <a href="http://internetundpolitik.wordpress.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog des Autors</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>BBC überzieht Budget mit Onlineauftritt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Wittig]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 May 2008 16:13:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Rundfunkgebühr]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlich-rechtlicher Rundfunk]]></category>
		<category><![CDATA[BBC]]></category>
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					<description><![CDATA[Nicht nur in Deutschland werden die Einflüsse der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten diskutiert. Laut einem Artikel der britischen <a href="http://entertainment.timesonline.co.uk/tol/arts_and_entertainment/tv_and_radio/article4029473.ece" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Times</a> hat die BBC, das öffentlich-rechtliche Sendernetzwerk Großbritanniens, sein Budget für den Internetauftritt um 36 Millionen Pfund überzogen.
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht nur in Deutschland werden die Einflüsse der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten diskutiert. Laut einem Artikel der britischen <a href="http://entertainment.timesonline.co.uk/tol/arts_and_entertainment/tv_and_radio/article4029473.ece" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Times</a> hat die BBC, das öffentlich-rechtliche Sendernetzwerk Großbritanniens, sein Budget für den Internetauftritt um 36 Millionen Pfund überzogen.<br />
<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Grund dafür seien Missmanagement und Fehlkalkulation. Eigentlich sollte die BBC nur 74 Millionen Pfund ausgeben. Genau wie in Deutschland fürchten sich die britischen kommerziellen Journalistikangebote vor dem großen Budget der Öffentlich-rechtlichen, die zudem noch keinerlei wirtschaftliche Interessen mit ihrem Angebot verfolgen müssen.</p>
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		<title>Politischer Sprengstoff im Videostream</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Wittig]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 May 2008 16:25:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[Öffentlich-rechtlicher Rundfunk]]></category>
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					<description><![CDATA[Still und heimlich, ohne Pressemeldung, starteten am 11. Mai 2008 parallel die <a href="http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ARD-Mediathek</a> zum einem und die Mediathek für „<a href="http://mediathek.daserste.de/daserste/servlet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das Erste</a>“ - mitten im Streit um die Zukunft des Internetangebots der Öffentlich-Rechtlichen. politik-digital.de schaute sich beide Angebote einmal an: Ein Erfahrungsbericht. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Still und heimlich, ohne Pressemeldung, starteten am 11. Mai 2008 parallel die <a href="http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ARD-Mediathek</a> zum einem und die Mediathek für „<a href="http://mediathek.daserste.de/daserste/servlet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das Erste</a>“ &#8211; mitten im Streit um die Zukunft des Internetangebots der Öffentlich-Rechtlichen. politik-digital.de schaute sich beide Angebote einmal an: Ein Erfahrungsbericht. <!--break--></p>
<p><b>Die Einführung mit „der Maus“</b></p>
<p>
<br />
Zuallererst die ARD-Mediathek, die mit mehr als 20000 Clips in der ersten Woche ein riesiges Angebot liefert. Für einen guten Einstieg empfiehlt sich das Grundlagenvideo von Armin Maiwald und „Der Maus“. In knapp acht Minuten bekommen so auch ungeübte Internetnutzer einen Überblick der Möglichkeiten, die die Mediathek bietet. Selbst als routinierter Nutzer, sollte man sich das liebevoll gestaltete Video einmal anschauen. </p>
<p>Dann geht es auf die Suche. Die Seite bietet zwar drei tagesaktuelle „Highlights“ an, ich möchte aber die aktuellen Beiträge zu den „olympische[n] Spiele[n]“ finden. Nach kurzer Wartezeit werde ich von etwa 1100 Clips erschlagen. </p>
<p>Darunter ist der Podcast der RadioEins-Sendung „Escape“, in dem es um „Den Spieler“ und Videospiele geht, aber auch etliche Beiträge zu den Olympischen Spielen in China. Soweit so unübersichtlich. Die Beiträge werden alle untereinander mit kleinen Thumbnails und einer sehr kurzen Zusammenfassung, sowie Angaben über Dauer, Datum und Sendeanstalt angezeigt.</p>
<p>Jedes Video kann wahlweise im Flashmediaplayer oder im Windows Media Player abgespielt werden; mit der Windowsvariante ist der Zuschauer auf Grund der Vollbildfunktion besser beraten. Die  Möglichkeit Videos via HTML-Code auf anderen Internetseiten einzubauen, fehlt komplett, eine Option zur Eingrenzung oder andere erweiterte Suchoptionen leider auch. So ertrinkt der User in einer schier unendlichen Flut von Videoschnippseln aller  Sendeanstalten von ARD über SWR4 bis WDR5. </p>
<p><b>Zu viel des Guten</b>
</p>
<p>
<b></b></p>
<p>Hier stellt sich das föderale System der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten selber ein Bein. Natürlich soll eine Mediathek umfassend sein, verschiedene Eingrenzungsmöglichkeiten wären aber gerade bei dieser schier unendlichen Masse von Videos-, Podcasts und Radiobeiträgen wünschenswert. Die Beiträge sind in der Mediathek dauerhaft abrufbar – es werden also jeden Tag mehr. <br />
Sucht man beispielsweise nach aktuellen Kinofilmen, wie „Speed Racer“, kann sich der Nutzer die unterschiedlichen Filmgeschmäcker von Hessen 3 („Ich wünsche mir mehr Handlung, aber weniger Effekte“) bis NDR 2 („quietschbuntes Abenteuer“) anhören, muss sich aber  entscheiden, welchem Geschmack man eher trauen möchte. <br />
Aufegräumter präsentiert sich die Mediathek „des Ersten“. Der Auftritt orientiert sich sehr an dem des ZDF, setzt aber auch eigene Akzente. Die Videos lassen sich, im Gegensatz zum Flashmediaplayer der ARD-Mediathek, im Vollbild wiedergeben und die Suchfunktion lässt kaum Wünsche offen. Allein das Angebot gibt Raum für Kritik: Den Senderprimus „Schmidt und Pocher“ etwa, gibt es nur in zweiminütigen „Best-of“-Zusammenfassungen. Laut ARD hat dies aber nur rechtliche Gründe:“Wir bemühen uns aber um weitergehende Rechte.“</p>
<p><b>Politischer Sprengstoff?</b>
</p>
<p>
<b></b></p>
<p>Eigentlich ist der Start des Mediathekangebots der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten gar nicht so spektakulär. Schließlich ist das ZDF mit einer eigenen Mediathek schon seit 2005 online. Doch in den letzten Wochen spitzte sich der Streit über die gebührenfinanzierten Webauftritte von ARD und Co. zu. <br />
Auf der einen Seite stehen die privaten Verleger, die in den derzeitigen Angeboten der öffentlich-rechtlichen Medien keine Konkurrenz sehen, sich aber vor dem Budget fürchten, das noch in die Onlinesparte fließen könnte. Zur Zeit werden „weniger als 1 Prozent“ der 7,3 Milliarden Euro in Internetseiten wie tagesschau.de gesteckt.  <br />
Auf der anderen Seite stehen die Intendanten von ARD und ZDF, die ihren gesetzlichen Auftrag erfüllen wollen. Die Erfüllung dieses Auftrages impliziere auch die Anpassung an das veränderte Konsumentenverhalten in Richtung Internet. <br />
Zuletzt sorgte die Sendung „Quoten, Klicks und Kohle“ in der Medienwelt für Furore. Die Dokumentation wurde schon als „dreiste Dauerwerbesendung“(Focus) und „peinliche[s] Stück der Selbstbeweiräucherung“(F.A.Z.) bezeichnet. Die Sendung ist jederzeit über die Mediathek abrufbar.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Kultur- oder Wirtschaftsgut?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzkultur-kultur-oderwirtschaftsgut0001-shtml-2798/</link>
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		<pubDate>Wed, 09 Mar 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[
                              Nach Karel van Miert und Mario Monti legt sich nun auch die neue EU-Wettbewerbshüterin, die Niederländerin Neelie Kroes, mit der Bundesregierung an. Grund ist das alte Thema öffentlich-rechtlicher Rundfunk in Deutschland.
                            ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
                              <strong>Nach Karel van Miert und Mario Monti legt sich nun auch die neue EU-Wettbewerbshüterin, die Niederländerin Neelie Kroes, mit der Bundesregierung an. Grund ist das alte Thema öffentlich-rechtlicher Rundfunk in Deutschland.</strong>
                            </p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">Da hatten schon Kroes&#8217; Vorgänger dran herumgemäkelt, die Niederländerin scheint nun aber Ernst machen zu wollen. Neben Deutschland haben auch die Niederlande und Irland einen Brief der Kommissarin bekommen. Die bemängelt gewisse Ausprägungen des Gebührensystems für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in den drei Staaten.</p>
<p>Neelie Kroes macht schon in ihrem so genannten Artikel 17 Schreiben an die Regierungen klar, was sie von den derzeitigen Regelungen hält: &#8220;Nach Prüfung der Behauptungen verschiedener Beschwerdeführer ist die Kommission zu der vorläufigen Auffassung gelangt, dass das gegenwärtige Finanzierungssystem in diesen Mitgliedstaaten nicht mehr in Einklang mit Artikel 87 des EG-Vertrages steht, wonach die Mitgliedstaaten keine den Wettbewerb verfälschenden Beihilfen gewähren dürfen.&#8221;</p>
<p>Beschwerdeführer, das war im Fall Deutschlands der mächtige Verband privater Rundfunk- und Telekommunikationstreibender (VPRT). Der gilt als Dauernörgler gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Dieses Mal haben die organisierten Privatfunker Anstoß an den Internetauftritten der öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland genommen. Die würden nicht dem Grundversorgungsauftrag entsprechen, argumentiert der VPRT. Freilich hat das deutsche Bundesverfassungsgericht in der Vergangenheit mehrmals deutlich gemacht, dass es die sehr enge Auslegung des Grundversorgungsprinzips durch den VPRT nicht teilt.</p>
<p>
                              <strong>Zählt Internet zur Grundversorgung?</strong>
                            </p>
<p>Stattdessen haben die Privatsender offenbar eine Verbündete in Brüssel gefunden. Jedenfalls verlangt Neelie Kroes, dass die Bundesregierung genau darlegt, warum die vorhandenen Internetauftritte von ARD, ZDF und den Dritten durch den Grundversorgungsauftrag abgedeckt seien. Wären sie das nämlich nicht, wären die Online-Angebote eine unerlaubte Quersubventionierung, weil die deutschen Fernsehgebühren den Sendeanstalten nur bei der Erfüllung ihres Grundversorgungsauftrags helfen dürfen.</p>
<p>Die Niederländerin fordert von den drei Staaten konkrete Maßnahmen:</p>
<p>* eine eindeutige Definition des Grundversorgungsauftrags<br />
                            <br />* Führung getrennter Bücher, so dass zwischen den öffentlich-rechtlichen und sonstigen Tätigkeiten unterschieden werden kann<br />
                            <br />* geeignete Mechanismen, um eine Überkompensation der öffentlich-rechtlichen Tätigkeiten zu verhindern<br />
                            <br />* Gründung einer Aufsichtsbehörde, die diese Grundsätze überwacht</p>
<p>
                              <strong>Die Bundesregierung kann nichts machen</strong>
                            </p>
<p>Die Bundesregierung ist freilich der falsche Ansprechpartner. Denn Rundfunkpolitik ist in Deutschland Ländersache. Also wird man das Problem an die Ministerpräsidenten weiterleiten. Die müssten einen neuen Rundfunkstaatsvertrag aushandeln, sofern sie die Bedenken der EU-Kommission teilen. Und das ist nicht unbedingt wahrscheinlich. In den Rundfunkanstalten selbst formiert sich schon Protest gegen die Forderungen aus Brüssel.</p>
<p>Auch viele Spitzenpolitiker sympathisieren mit dem derzeitigen öffentlich-rechtlichen System. Zudem die Sender in den letzten Monaten schon im vorauseilenden Gehorsam ihre Internet-Angebote im Sinne der Kommission entschärft haben. So finden sich heute nur noch Programm begleitende Angebote im World Wide Web. Genau das ist auch durch höchstrichterliche Entscheidungen in der Bundesrepublik gedeckt.</p>
<p>
                              <strong>Kompromiss wahrscheinlich</strong>
                            </p>
<p>Experten gehen deswegen davon aus, dass im Falle Deutschlands der Streit zwischen Kommission und Regierung mit einem Kompromiss endet. Danach definieren die Länder den Grundversorgungsauftrag konkreter, versichern zudem, dass die Sender lediglich Hintergrundinformationen zu ihrem Programm ins Internet stellen. Mehr Eingeständnisse, so viel ist sicher, wird Neelie Kroes auf gütlichem Wege nicht erreichen. Zudem in Deutschland bis auf den VPRT ein breites Bündnis hinter den öffentlich-rechtlichen Anstalten steht.</p>
<p>&#8220;Die Kommission scheint deren Relevanz für die Demokratie, die das Bundesverfassungsgericht mit der verfassungsrechtlichen Bestands- und Entwicklungsgarantie gewürdigt hat, nicht verstanden zu haben&#8221;, schimpft etwa Michael Konken, Chef des Deutschen Journalistenverbandes (DJV).</p>
<p>
                              <strong>Ist die EU überhaupt zuständig?</strong>
                            </p>
<p>In der Tat verdeutlicht der jetzige Streit erneut die unterschiedlichen Auffassungen, die in puncto europäischer Medienpolitik schon seit Jahren aufeinander prallen. &#8220;Die Zuständigkeit der EU in dieser Frage ist fraglich&#8221;, kritisiert nicht nur der DJV. Zweifel an der Kompetenz der EU in Sachen Rundfunk sind weit verbreitet.</p>
<p>Dabei ist das Definitionssache: die Kommission argumentiert, der Rundfunk sei ein Wirtschaftsgut. Damit fiele er unter die grundsätzlichen Bestimmungen für den freien Warenverkehr in der Gemeinschaft. In Deutschland wiederum ist Rundfunk eben ein besonderes Gut, weil es als unabdingbar für eine funktionierende Demokratie gilt. Demnach wäre Rundfunk kein normales Wirtschaftsgut, sondern irgendwo im Spektrum zwischen Kultur- und Wirtschaftspolitik angeordnet. Und in Fragen der Kulturpolitik hat die EU eben ausdrücklich keine Kompetenzen.</p>
<p>Im Fall des jüngsten Briefes hat Deutschland jedenfalls vier Wochen Zeit auf die Bedenken der Kommissarin einzugehen. Sollte man sich in den nächsten Wochen mit der Kommissarin einigen, wird sie den Fall zu den Akten legen. Geht es nach ARD und ZDF, wird es so kommen. Denn, so die Sender, die Bedingungen der Kommissarin seien längst erfüllt.</p>
<p>
                              <span class="fett"></p>
<p>Ursprünglich erschienen am 04.03.2005 bei<br />
                              <a href="http://www.europa-digital.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">europa-digital.de</a></span>
                            </p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Medien, Markt und Meinungsmacht</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/offentlich-rechtliches-internet/netzkulturmedienhistorie-shtml-2832/</link>
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		<pubDate>Tue, 19 Jun 2001 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Rundfunkpolitische Kontroversen, Debatten über Bestimmung, Ausgestaltung, Anspruch und Leistung der deutschen Rundfunkordnung sind so alt wie der Rundfunk selber. Weder die Klagen über die Trivialisierung und Kommerzialisierung der Medien noch parteiegoistische Forderungen von Politikern aller Couleur über die zukünftige Gestalt der Rundfunkordnung können darüber hinwegtäuschen, dass die bestehende Rundfunkordnung eine grundlegende und keineswegs unangefochtene Errungenschaft in der Nachkriegsgeschichte darstellt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Rundfunkpolitische Kontroversen, Debatten über Bestimmung, Ausgestaltung, Anspruch und Leistung der deutschen Rundfunkordnung sind so alt wie der Rundfunk selber. Weder die Klagen über die Trivialisierung und Kommerzialisierung der Medien noch parteiegoistische Forderungen von Politikern aller Couleur über die zukünftige Gestalt der Rundfunkordnung können darüber hinwegtäuschen, dass die bestehende Rundfunkordnung eine grundlegende und keineswegs unangefochtene Errungenschaft in der Nachkriegsgeschichte darstellt.<!--break-->
                    </p>
<p>Erst nach dem zweiten Weltkrieg wurde Rundfunk im Public Service, also im Sinne eines &#8220;Dienstes an der Öffentlichkeit&#8221;, über alliierte Entscheidungen in den westdeutschen Besatzungszonen installiert. Unter der Zensur der alliierten Siegermächte wurde damals an der Entwicklung einer demokratischen Presse und eines freien Rundfunks gearbeitet. Ein gemeinsames Konzept gab es nicht, aber in jeder der Besatzungszonen entstanden mehrere Militärsender, die zu den Keimzellen der bundesdeutschen Rundfunkanstalten wurden.</p>
<p>Nach und nach übernahmen deutsche Mitarbeiter die jeweiligen Sendebetriebe. Mitarbeiter wie Gestalter der sich sukzessive von der alliierten Kontrolle lösenden Medienordnung waren sich ihres schweren Erbes bewußt. Die Nationalsozialisten hatten die Möglichkeiten des Rundfunks genau erkannt und ihn in den Dienst ihrer Propaganda gestellt. Leicht war es gewesen, den Rundfunk gleichzuschalten, da er in der Weimarer Zeit zentralistisch organisiert gewesen war.</p>
<p>Wohlwissend, dass die Besatzungsmächte keinen Zentralismus zugelassen hätten, fiel die Entscheidung für die föderale Grundstruktur der neuen Rundfunkverfassung. Die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland wurde am 9. und 10. Juni 1950 durch die Intendanten der bis dahin sechs Rundfunkanstalten aus Hamburg (NWDR), Bremen (Radio Bremen), Frankfurt (Hessischer Rundfunk), Baden-Baden (Südwestfunk), Stuttgart (Süddeutscher Rundfunk) und München (Bayerischer Rundfunk) in Bremen gegründet.</p>
<p>Dem Beginn der Fernsehära ist es zu verdanken, dass sich die lose verbundenen jungen Hörfunkanstalten bald zu einem als föderalem Verbund organisierten Medienunternehmen entwickelten. Die Programmanteile für das gemeinsame, 1954 gestartete nationale Programm Deutsches Fernsehen wurden in einem Vertrag prozentual zur finanziellen Leistungskraft auf die einzelnen Anstalten verteilt. Damit war das Leitmotiv in der Geschichte der ARD, das Prinzip des Föderalismus, gesetzt und dem Gedanken an eine zentrale Produktionsstätte in der Hauptstadt oder eine einheitliche Organisation eine Absage erteilt.</p>
<p>Schwieriger als die interne Diskussion gestaltete sich von nun an die Auseinandersetzung mit der deutschen Politik, die, nachdem die BRD 1955 die volle politische Handlungsfähigkeit gewonnen hatte und die alliierten Vorschriften außer Kraft getreten waren, Morgenluft witterte. Um sich des unbequemen Journalismus der öffentlich-rechtlichen Anstalten zu erwehren, betrieb Adenauer engagiert die Schaffung eines privatrechtlich verfaßten Bundesrundfunks mit möglichst direktem Zugriff durch die Regierung. Handstreichartig unterzeichneten er und sein Minister Fritz Scheffler am 25. Juli 1960 den Gesellschaftsvertrag einer &#8220;Deutschland-Fernsehen-GmbH&#8221;.</p>
<p>Die Sozialdemokratischen Länderchefs, durchaus beifällig von ihren CDU-Kollegen begleitet, klagten vor dem Bundesverfassungsgericht wegen Übergriffs in ihre Kulturhoheit. Das darauf folgende Urteil aus Karlsruhe schrieb Rundfunkgeschichte. Zum ersten Mal wurde verfassungsrechtlich festgestellt, dass der Rundfunk unter der Hoheit der Länder steht und er unter dem Primat der Meinungsfreiheit staatsfern organisiert werden muss.</p>
<p>Die Niederlage im Fernsehstreit bedeutete eine empfindliche politische Schlappe für die Regierung Adenauer. Die Verfassungsrichter hatten mit diesem ersten Rundfunkurteil klargestellt, daß alle zentralistischen Bestrebungen des Bundes im Rundfunkwesen zum Scheitern verurteilt sind und die Rundfunkhoheit den Ländern obliegt. Indem es die Veranstaltung von Rundfunksendungen zur &#8220;öffentlichen Aufgabe&#8221; erklärte, das bestehende Organisationsprinzip ausdrücklich sanktionierte, aber gleichzeitig unter bestimmten Voraussetzungen auch Gesellschaften privaten Rechts nicht von der Rundfunkveranstaltung ausschloss, bildete der Entscheid das Fundament der deutschen Rundfunkverfassung.</p>
<p>Auch nachdem das ZDF 1963 den Sendebetrieb aufnahm, blieb die ARD im Spannungsfeld der Politik. Von Seiten der CDU/CSU wurde ihr vorgeworfen, tendenziös zugunsten linker, sozialdemokratischer und &#8211; später &#8211; radikaler Positionen zu berichten. Mitte der Siebziger Jahre drohte die CSU, das Länderabkommen über die Koordinierung des Ersten Fernsehprogramms vom 17. April 1959 zu kündigen, falls &#8220;die Unausgewogenheit und zum Teil mangelnde Qualität des Gemeinschaftsprogramms der ARD&#8221; nicht behoben würden. Die bayerische Staatsregierung setzte ihre Kündigungsüberlegungen nicht in die Tat um, wohl auch, weil die Entwicklung der Kabeltechnik mit der Einführung privatrechtlicher Konkurrenz eine elegantere Möglichkeit versprach, dem beklagten Linkstrend der Öffentlich-Rechtlichen zu begegnen.</p>
<p>Die rege Gesetzgebungstätigkeit einzelner Bundesländer, die sich eine Neuordnung der Rundfunkordnung im Sinne eines geordneten Nebeneinanders von privaten und öffentlich-rechtlichen Anbietern zum Ziel gesetzt hatten, führten schließlich zu einer erneuten Bewährungsprobe der Kommunikationsordnung. Wieder war es das Bundesverfassungsgericht, dem dabei die entscheidende Rolle zu Teil wurde. In einem Normenkontrollverfahren gegen eines der ersten neuen Landesmediengesetze, dem niedersächsischen Landesrundfunkgesetz, entschieden die Karlsruher Richter 1984, dass dieses in seinen Grundlinien mit dem Grundgesetz vereinbar sei. Dieses vierte Rundfunkurteil kam einem &#8220;medienpolitischen Urknall&#8221; (Bernhard Vogel) gleich. Die publizistische Monopolstellung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Bereich der elektronischen Medien war damit beendet. Das Prinzip der Grundversorgung mit Information, Bildung, Kultur und Unterhaltung fungierte als inhaltliche Fixierung des Verantwortungsbereichs des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. An die Privaten, RTL, Sat1 und die Sender der sogenannten zweiten und dritten Generation, werden seitdem reduzierte Anforderungen gestellt, die ihnen, auch um ihnen Entwicklungs- und Amortisationschancen zu geben, nur gewisse Grundstandards gleichgewichtiger Vielfalt abverlangten.</p>
<p>Die Höhe der Gebührenfinanzierung muss regelmäßig durch die Regierungen der Länder abgesegnet werden &#8211; und mit ebensolcher Regelmäßigkeit droht ARD und ZDF von hier Ungemach. Die Ministerpräsidenten Sachsens und Bayerns, Biedenkopf und Stoiber, schlugen in einem aufsehenerregenden Papier 1995 die Abschaffung des Ersten Deutschen Fernsehens und die Zurückführung der ARD auf ihre Landessender vor, falls die ARD ihre Rationalisierungsbestrebungen nicht intensiviere. Vor allem der Funktionsbereich jenseits der Grundversorgung war und ist Anlass ausführlicher Diskussionen. Die eine Seite fordert seither nachdrücklich, den Rundfunk durch einen radikalen Umbau der dualen Rundfunkordnung dem Wettbewerb zu öffnen.</p>
<p>Die anhaltenden medienpolitischen Kontroversen stehen für die Geschichte der deutschen Rundfunkpolitik zwischen Gesellschaft und Markt, föderalistischen Regelungszuständigkeiten und bundespolitischen Zugriffen, publizistischem und kommerziellen Wettbewerb, Kontrolle und Freiheit. Dieses System steht vor großen Herausforderungen. So stellt sich die Frage, inwieweit das duale Rundfunksystem der Bundesrepublik, in das der Grundversorgungsauftrag eingebettet ist, in seiner gegenwärtigen Ausprägung angesichts der zunehmenden politischen und wirtschaftlichen Integration in Europa noch tragbar ist. Zwar hat sich die BRD die Existenz der öffentlich-rechtlichen Sender in einer Protokollnotiz zum Vertrag von Amsterdam sichern lassen. Ob allerdings die Grundversorgung in einer zukünftigen gemeinsamen Rundfunkordnung dauerhaft hinreichend Berücksichtigung findet, ist zweifelhaft. Gleichzeitig gilt es, Fehlentwicklungen und Reformbedarf im nach dem Public Service-Modell organisierten Rundfunk, Markt- und Medienmacht von bestimmenden Akteuren sowie Abhängigkeiten im privatwirtschaftlichen Rundfunk zu untersuchen.</p>
</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 20.06.2001</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
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		<item>
		<title>Damals war die Ebbe, heute ist die Flut</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/offentlich-rechtliches-internet/netzkulturinterview_pleitgen-shtml-2454/</link>
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		<pubDate>Tue, 19 Jun 2001 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Fritz Pleitgen ist seit dem 1. Januar 2001 Vorsitzender des ARD. Nach seiner Tätigkeit als ARD-Auslandskorrespondent und Studioleiter war er von 1988 bis 1993 Chefredakteur Fernsehen des WDR. Später war er dort als Hörfunkdirektor beschäftigt und ist seit 1995 Intendant des WDR.
                    Mit politik-digital sprach er über die Zukunft der Internetaktivitäten des öffentlich-rechtlichen Fernsehens.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Fritz Pleitgen ist seit dem 1. Januar 2001 Vorsitzender des ARD. Nach seiner Tätigkeit als ARD-Auslandskorrespondent und Studioleiter war er von 1988 bis 1993 Chefredakteur Fernsehen des WDR. Später war er dort als Hörfunkdirektor beschäftigt und ist seit 1995 Intendant des WDR.<br />
                    <br />Mit politik-digital sprach er über die Zukunft der Internetaktivitäten des öffentlich-rechtlichen Fernsehens.<!--break--></p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Wie schaut der Fahrplan für ARD.de nach der Intendantenkonferenz aus? Welche Angebote wird die ARD unter welchen domains in Zukunft anbieten?</p>
<p>
                    <strong>Pleitgen</strong>: Wie in Hörfunk und Fernsehen steht die ARD auch im Internet für verlässliche Information. Wir bauen unserere Angebote schrittweise aus.<br />
                    <a href="http://www.tagesschau.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tagesschau.de</a> wird zum hochaktuellen und tiefgründigen Nachrichtenportal entwickelt und stützt sich dabei auf das weltweit größte Korrespondentennetz. Die<br />
                    <a href="http://www.ard.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ARD.de</a> wird als Einstiegsportal zu allen online-Angeboten unseres Senderverbunds verfeinert, darüber hinaus erschließt und bündelt sie nach und nach attraktive Hörfunk- und Kulturangebote.<br />
                    <a href="http://www.das-erste.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das-erste.de</a> wird als umfassendes online-Angebot zum Ersten Deutschen Fernsehen weiter entwickelt. Bei<br />
                    <a href="http://www.das-erste.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">das-erste.de</a> können Nutzer beispielsweise per Webcam die Dreharbeiten zum Marienhof beobachten, sich über Sabine Christiansens Gäste informieren oder für ihre Kinder ein Malbuch mit Maus-Motiven herunterladen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Die ARD leitet ihren Funktionsauftrag aus der vierten Änderung des Rundfunkstaatsvertrages ab, die ausdrücklich &#8220;vorwiegend programmbezogene&#8221; Inhalte erlaubt. Der<br />
                    <a href="http://www.vprt.de">VPRT</a> und der<br />
                    <a href="http://www.bdzv.de/%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BDZV</a> haben ihre Definition von &#8220;Programmbezogenheit&#8221;, u.a. mit dem Degenhart Gutachten, bereits gegeben. Wie sieht ihre Vorstellung von &#8220;programmbezogenen Informationen&#8221; aus?</p>
<p>
                    <strong>Pleitgen</strong>: Es ist behauptet worden, wir dürften lediglich Hörfunk- oder Fernseh-Angebote eins zu eins ins Internet übernehmen. Im Rundfunkstaatsvertrag steht etwas Anderes. Wir halten uns streng an den Gesetzestext, das heißt wir informieren programmbezogen. Dabei speisen wir uns aus dem reichen Fundus unserer eigenen Inhalte, die wir webspezifisch aufbereiten, und wir leiten an andere seriöse Quellen weiter.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Wie bewerten sie die Exklusivpartnerschaft zwischen dem ZDF und t-online, die ja nicht nur die Einblendung des Hinweises auf die geplante Internet-Domain<br />
                    <a href="http://heute.t-online.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">heute.t-online.de</a> in jeder Nachrichtensendung des ZDF sondern auch denprivilegierten Zugriff auf ZDF-Inhalten für t-online vorsieht? Ist Ähnliches auch für die ARD vorstellbar?</p>
<p>
                    <strong>Pleitgen</strong>: Das ZDF geht seinen Weg. Ich möchte das nicht bewerten. Wir setzen auf unseren Inhalte-Reichtum, unsere Glaubwürdigkeit und unsere Unabhängigkeit. Wir wissen von Infratest, dass die Zuschauer sich auf keine Nachrichtensendung so sehr verlassen wie auf die Tagesschau. Dieses Vertrauensverhältnis setzen wir nicht aufs Spiel.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Das duale Rundfunksystem mit dem an die öffentlich-rechtlichen Senderdelegierten Grundversorgungsauftrag entstand aus einer rundfunk-spezifischen Sondersituation. Im WWW haben wir es mit einer Flut von Angeboten und Meinungen zu tun. Eines &#8220;Vielfaltsgaranten&#8221; bedarf es &#8211; anders als beim oligolopolistischen Fernsehmarkt &#8211; im Netz nicht. Worin besteht die Notwendigkeit eines öffentlich-rechtlichen Angebots im Netz?</p>
<p>
                    <strong>Pleitgen</strong>: Damals war die Ebbe, heute ist die Flut an Informationen das Problem. Der Nutzer droht unterzugehen. Er kann weder alle Angebote überblicken noch ihre Qualität einschätzen. Gerade im Internet ist Vorsicht geboten. Es gibt hinterlistige online-Angebote. Manche greifen unbemerkt auf die Festplatte des Nutzers zu und bringen seinen Rechner dazu, teure 0190-Nummern anzuwählen. Öffentlich-rechtliche Anbieter sind unabhängig und haben keine kommerziellen Absichten. Sie lotsen durchs Internet helfen den Nutzern, das neue Medium souverän zu nutzen. Die Medienrechtler vom Hamburger Hans Bredow-Institut und vom Kölner Institut für Rundfunkökonomie haben außerdem eine Gefahr für die umfassende Meinungsbildung festgestellt: Wenn wir das Internet dem Markt überlassen, wird sich in diesem Massenmedium nicht die verfassungsrechtlich geforderte freie öffentliche Kommunikation entwickeln. Kommerzielle Anbieter allein können keine ausreichende publizistische Vielfalt sicherstellen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Werbung und e-Commerce sind den öffentlich-rechtlichen Anstalten laut Staatsvertrag verboten. Halten sie diese Regelung für richtig?</p>
<p>
                    <strong>Pleitgen</strong>: Egal, ob es im Staatsvertrag steht oder nicht: Wir sind Journalisten, keine Händler. Der E-Commerce ist nicht unser Geschäft, da braucht sich die private Internet-Wirtschat keine Sorgen zu machen. Dennoch müssen wir über die Finanzierung nachdenken. Einerseits wird von der ARD Qualität erwartet &#8211; auch im Netz. Andererseits muss die Rundfunkgebühr sozialverträglich bleiben. Unstrittig ist, dass wir alle für die öffentliche Kommunikation relevanten Informationen frei zugänglich anbieten. Aber wir brauchen auch eine reelle Chance, unser Angebot zu finanzieren. Ich bin sicher, dass dafür auch in Zukunft eine Lösung gefunden wird.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Ein Grundproblem der öffentlich-rechtlichen Sender ist die schwindende Akzeptanz der jüngeren Zuschauer. Schon im TV-Geschäft stehen sie im Spannungsfeld zwischen dem Vorwurf der Selbstkommerzialisierung und drohendem Akzeptanzverlust. Das Internet bietet viele Möglichkeiten, junge Zuschauer zu binden &#8211; Big Brother hat es vorgemacht. Wie weit dürfen ARD &amp; ZDF Ihrer Meinung nach im Internet gehen?</p>
<p>
                    <strong>Pleitgen</strong>: Das junge Publikum kann man auch begeistern, ohne Menschen in Containern zu beobachten. Das machen unsere jungen ARD-Radios vor, die außer vielen Hörern auch viele Internet-Surfer anziehen. Die Zahl der Zugriffe ist aber nicht das einzige Kriterium. Auch im Internet steht für uns die Qualität an erster Stelle. Wenn Kinder zu<br />
                    <a href="http://www.wdrmaus.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wdrmaus.de</a> oder Jugendliche zu<br />
                    <a href="http://www.dasding.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dasding.de</a> vom SWR surfen, bekommen sie Angebote, die für sie gemacht sind und nicht für kommerzielle Unternehmen. Das wissen auch viele junge Menschen zu schätzen.</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 20.06.2001</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
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		<item>
		<title>Das Internet ist ein integraler Bestandteil des Mediensystems</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jun 2001 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als kultur- und medienpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion ist Dr. Norbert Lammert ein Medienexperte. Er sitzt nicht nur im Ausschuß für Kultur und Medien sondern ist auch ehrenamtliches Mitglied im Programmausschuß von RTL.
                    Im Gespräch mit politik-digital sprach er über die Grenzen der öffentlich-rechtlichen Auftritte im Internet.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Als kultur- und medienpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion ist Dr. Norbert Lammert ein Medienexperte. Er sitzt nicht nur im Ausschuß für Kultur und Medien sondern ist auch ehrenamtliches Mitglied im Programmausschuß von RTL.<br />
                    <br />Im Gespräch mit politik-digital sprach er über die Grenzen der öffentlich-rechtlichen Auftritte im Internet.<!--break--></p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Dem Anspruch, als (Nachrichten-)portal im Internet zu fungieren, liegt die Vorstellung vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk als Wegweiser durch die digitale Welt zugrunde. Wie bewerten Sie die &#8211; mittlerweile leiseren &#8211; Töne der ARD und der Landesrundfunkanstalten den Ausbau ihres Internet-Auftritts betreffend? Halten Sie diesen für durch den Rundfunkauftrag gedeckt?</p>
<p>
                    <strong>Lammert:</strong> Grundsätzlich habe ich keine eine Einwände gegenüber programmorientierten Internet-Aktivitäten der öffentlich-rechtlichen Anstalten. Eine Verzicht auf dieses Medium, auf das weder die Zeitungen noch die privaten Rundfunk- und Fernsehsender verzichten wollen und können, hätte absehbar strangulierende Konsequenzen, was nicht im Interesse eines funktionierenden dualen Rundfunksystems in der Bundesrepublik ist. Der Ministerpräsident von Thüringen, Bernhard Vogel, hat Recht: &#8220;Wir dürfen den öffentlich-rechtlichen nicht die neuen Möglichkeiten und damit die Zukunft nehmen.&#8221; Programmbegleitende oder programmergänzende Online-Aktivitäten wie beispielsweise beim ARD-Presseclub oder bei der Talk-Sendung &#8220;Christiansen&#8221; halte ich für legitim und durch den Rundfunkauftrag gedeckt. Das Internet ist neben Fernsehen und Hörfunk heute ein integraler Bestandteil des Mediensystems. Abgesehen davon nutzen insbesondere jüngere Altersgruppen das Netz viel stärker als die konventionellen elektronischen Medien. Aus diesem Grund könnten es sich ARD und ZDF kaum erlauben, auf diesem Gebiet nicht präsent zu sein.<br />
                    <br />Eine Zäsur sehe ich allerdings in systematischen e-commerce-Aktivitäten, die auf eine wirtschaftliche Gewinnerzielung ausgerichtet sind. Ein virtuelles Kaufhaus dürfen ARD und ZDF nie sein. Hier sehe ich eindeutig die Grenze der Online-Aktivitäten der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Wie bewerten sie die Vereinbarung von ZDF und t-online, die ja im Rahmen einer Exklusivpartnerschaft für das Nachrichtenportal heute.t online.de nicht nur die Einblendung des Hinweises auf die geplante Internet-Domain heute.t-online.de in jeder Nachrichtensendung des ZDF sondern auch den privilegierten Zugriff auf ZDF-Inhalte für t-online vorsieht?</p>
<p>
                    <strong>Lammert:</strong> Vom journalistischen Standpunkt aus tauchen bei dieser Konstellation mögliche Probleme auf, weil vor dem Hintergrund der geschäftlichen Verbindung mit der Deutschen Telekom zumindest der Eindruck von Interessenkollisionen bei der Berichterstattung des ZDF über die Telekommunikationsbranche entstehen kann. Bedenkt man, dass die Aktien der Deutschen Telekom noch mehrheitlich im Eigentum des Bundes sind, also unter Kontrolle des Bundesfinanzministers, wird die Situation nicht einfacher. Darüber hinaus ist auch die regelmäßige Einblendung des t-online-Namens in einem redaktionellen Umfeld einer öffentlich-rechtlichen Nachrichtensendung problematisch. Deshalb habe ich Zweifel, ob die Kooperation in der Praxis funktioniert. Jedenfalls denke ich, dass in diesem Fall das Maximum an wohlwollender Interpretation des Rundfunkstaatsvertrages ausgeschöpft wird.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Das Internetzeitalter unterscheidet sich von den 80er Jahren durch eine diversifizierte Medienlandschaft, veränderte Kultur, wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen sowie durch die Verhaltensweisen der Rezipienten. Von Defiziten der Meinungsvielfalt kann nicht die Rede sein, das Gegenteil ist der Fall. Erwächst &#8211; der Argumentation der öffentlich-rechtlichen Anstalten folgend &#8211; nicht gerade aus der zunehmenden Unübersichtlichkeit im Netz eine neue Grundversorgungsaufgabe der Öffentlich-Rechtlichen im Internet?</p>
<p>
                    <strong>Lammert:</strong> Es gibt in der Tat Anlaß, über den Grundversorgungsauftrag von ARD und ZDF zu diskutieren. Während der Debatte um die Übertragungsrechte der Fußballweltmeisterschaften in Asien (2002) und Deutschland (2006) ist dies nur in Ansätzen deutlich geworden.<br />
                    <br />Die hohen monatlichen Gebühren für ARD und ZDF erzeugen entsprechend hohe Erwartungen der Zuschauer, die Anstalten fühlen sich verpflichtet diesen Erwartungen, koste es was es wolle, zu entsprechen, worauf die nachzuweisenden Programmkosten für die KEF eine Größenordnung erreicht haben, die sich folgerichtig in einer nächsten Gebührenerhöhung niederschlagen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Die Bestands- und Entwicklungsgarantie garantiert den öffentlich-rechtlichen Sendern eine dynamische Entwicklung, auch auf technischer Ebene. Ein Grundproblem der öffentlich-rechtlichen Sender ist, dass es ihnen vor allem an Akzeptanz der jüngeren Zuschauer fehlt. Sind ARD und ZDF nicht geradezu verpflichtet, ihren &#8220;klassischen&#8221; Rundfunkauftrag durch offensive Multimedia-Aktivitäten abzusichern, um wahrnehmbar zu bleiben und junge Zuschauer an sich zu binden.</p>
<p>
                    <strong>Lammert:</strong> Die einzig spannende Frage ist, wie weit die Offensive reicht. Eine qualitative Zäsur besteht für mich dann, wenn die Online-Aktivitäten auf eine nachhaltige Gewinnerzielung ausgerichtet sind. Wenn beispielsweise ARD und ZDF die Fußball-WM übertragen und die parallelen Online-Aktivitäten als multimediale Handelsplattform konzipiert sind, bei der Reisen, Textilien und sonstige Merchandising-Artikel käuflich erworben werden können, ist für mich die Grenze überschritten und der öffentlich-rechtliche Auftrag verletzt. Wenn jedoch, wie im vergangenen Jahr, die ARD beispielsweise einen sehr intelligenten, aufschlussreichen und spannenden Internetauftritt parallel zur Tour-de-France ins Netz stellt, ist das für mich eine wertvolle Bereicherung der Berichterstattung.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Muss man angesichts der zunehmenden Konvergenz von TV und Internet (Stichwort &#8220;Big Brother&#8221;) den neu entstehenden Kommunikationsmärkten mit einem neuen Ordnungsrahmen begegnen?</p>
<p>
                    <strong>Lammert:</strong> Die technische Entwicklung ist tatsächlich so rasant, dass die bisherige Arbeitsteilung zwischen den Bundesländern (Massenkommunikation) und dem Bund (Individualkommunikation) nicht mehr überzeugend funktioniert. Die Rundfunkstaatsverträge sind in der letzten Konsequenz immer nur eine Anpassung an die bereits existierende technische Realität, wobei sie nach der zeitraubenden Phase der Ratifizierung durch die sechzehn Länderparlamente meistens schon wieder veraltet sind. Es gibt verschiedene Überlegungen, wie man die Zuständigkeiten zwischen Bund und Ländern neu aufteilen kann. Die Zuständigkeit für Rundfunk ist bekanntlich bei den Bundesländern und dort in den Staatskanzleien angesiedelt. Derzeit arbeitet jedoch der Leiter der Staatskanzlei von Rheinland Pfalz, Klaus Rüter, als Koordinator der Medienpolitik der Länder einen Entwurf für eine neue Medienordnung aus, der auch auf Bundesebene diskutiert werden und die neuen technischen Aspekte der bundesdeutschen Medienlandschaft berücksichtigen wird.<br />
                    </p>
</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 20.06.2001</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
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		<title>Der Lerchenberg geht t-online</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jun 2001 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Vor dem Hintergrund der Onlineaktivitäten von ARD und ZDF erhält die Frage des Auftrags des öffentlich-rechtlichen Rundfunks neue Brisanz.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor dem Hintergrund der Onlineaktivitäten von ARD und ZDF erhält die Frage des Auftrags des öffentlich-rechtlichen Rundfunks neue Brisanz.<!--break-->
                    </p>
<p>Am 20. März diesen Jahres kündigten t-online und das am Mainzer Lerchenberg heimische ZDF an, ein gemeinsames Internet-Nachrichtenportal unter der Domain<br />
                    <a href="http://www.heute.t-online.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.heute.t-online.de</a> aufzubauen. So umstritten die Exklusiv-Kooperation vor allem hinsichtlich der journalistischen Unabhängigkeit des ZDF ist, so nachvollziehbar erscheint das betriebswirtschaftliche Kalkül der beiden Unternehmen.</p>
<p>Dem ZDF, bisher mit den US-Partnern Microsoft und NBC im Nachrichtenangebot<br />
                    <a href="http://www.zdf.msnbc.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.zdf.msnbc.de</a> affiliert, wird es bei der Kooperation vorwiegend um technische Kompetenz und Reduzierung der Kosten gehen. Dem börsennotierten Tochterunternehmen der Telekom, das bereits eine ähnliche Partnerschaft mit dem Springerverlag vereinbart hat, garantiert das mehrjährige Lizenzgeschäft im Gegenzug den exklusiven Zugriff auf dringend benötigte Inhalte.</p>
<p>Getreu dem Motto &#8220;besser spät als gar nicht&#8221; hat auch die ARD das Potenzial des Internets entdeckt. Im April beschlossen die ARD-Intendanten,<br />
                    <a href="http://www.ard.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.ard.de</a> als Einstiegsportal zu den bisher weitgehend unvernetzt nebeneinander existierenden Seiten der ARD, der Landesrundfunkanstalten und deren Radio- und TV-Sendungen weiterzuentwickeln. Einen Vorgeschmack auf das, was den Nutzer in Zukunft unter<br />
                    <a href="http://www.ard.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.ard.de</a> erwartet, ermöglicht seit dem 25. Mai der neue Dienst &#8220;Radio-Net&#8221;, mit dem man auf alle Live-Streams der ARD-Hörfunkprogramme zugreifen kann. Kompetenz in der Onlineberichterstattung will die ARD mit einem überarbeiteten Auftritt ihres Nachrichtenportals<br />
                    <a href="http://www.tagesschau.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.tagesschau.de</a> beweisen. Außerdem steht der Ausbau des programmorientierten Angebots<br />
                    <a href="http://www.das-erste.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.das-erste.de</a> an.</p>
<p>Die Ankündigung der ARD, verstärkt Präsenz im Netz zu zeigen, bestätigt auf den ersten Blick bestehende Vorurteile aus der Rubrik &#8220;Die Öffentlich-Rechtlichen und der Puls der Zeit&#8221;. Schließlich steckt die private Konkurrenz, allen voran die RTL-Gruppe, schon seit Jahren Millionenbeträge in ihre Onlineaktivitäten und verknüpft Fernsehformate wie &#8220;Big Brother&#8221;, &#8220;Wer wird Millionär?&#8221; oder &#8221; TV-Total&#8221; geschickt mit dem Internet. Bei eingehenderer Beschäftigung mit der späten Erkenntnis der ARD interessiert jedoch nicht mehr nur, warum das alles so furchtbar lange dauert. Stattdessen erfährt eine viel grundlegendere Kontroverse neue Brisanz: Die Frage nach dem Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.</p>
<p>Die Bedeutung dieser Frage liegt in der Struktur des deutschen Rundfunksystems begründet, die im letzten halben Jahrhundert aus politischen und juristischen Entscheidungen entstanden ist. Davon ausgehend, dass bestimmte &#8220;Informationsgüter&#8221; vom Markt allein nicht hinreichend zur Verfügung gestellt werden, beschränkte sich der Staat nach Gründung der Bundesrepublik beim Rundfunk anders als beim Pressemodell nicht auf die Regulierung privater Anbieter. Vielmehr brachte der Gesetzgeber mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk einen Akteur ins Spiel, der ob seiner Gebührenfinanzierung vom Markt weitgehend unabhängig sein sollte. Auch nach dem Ende der publizistischen Monopolstellung von ARD und ZDF durch die Zulassung privater Sender Mitte der 80er Jahre ist ihr Status ein besonderer. Denn seitdem fixiert das vom Bundesverfassungsgericht in einem wegweisenden Urteil eingeführte Prinzip der &#8220;Grundversorgung&#8221; mit Information, Bildung, Kultur und Unterhaltung den Verantwortungsbereich des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.</p>
<p>Anderthalb Jahrzehnte nach der medienpolitischen Wende ist die zunächst beargwöhnte Koexistenz zweier Rundfunksysteme einer Normalität gewichen, die der Fernsehzuschauer alltäglich in Form von schonungslosem Ideenklau bei Formaten, Präsentationsformen und Programmstrukturen vor Augen hat. Die<br />
                    <br />medienpolitischen Auseinandersetzungen jedoch dauern an. Vor allem der Bereich jenseits der Grundversorgung ist Anlass ausführlicher Diskussionen &#8211; also alle öffentlich-rechtlichen Angebote, die wie digitale Dienste, Spartenprogramme oder eben das Internet darüber hinausgehen, was als Grundversorgung definiert ist.</p>
<p>Der &#8220;natürliche Feind&#8221; einer öffentlich-rechtlichen Online-Expansion sind die Zeitungsverleger, organisiert im<br />
                    <a href="http://www.bdzv.de/%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger</a> (BDZV), und die durch den<br />
                    <a href="http://www.vprt.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation</a> (VPRT) vertretenen privaten Sender. Mit aufwendigen Angeboten und immensen Investitionen sind beide Gruppen im Internet präsent &#8211; und wehren sich gegen die gebührensubventionierte Konkurrenz. Im Mittelpunkt der Kontroverse steht die Frage, ob ARD und ZDF mit ihren Internetplänen den ihnen verfassungsrechtlich und gesetzlich vorgegebenen Auftrag überschreiten. Das Diktum von der &#8220;3. Säule&#8221;, das für den langfristigen Ausbau des Internets zum Standbein neben Fernsehen und Radio steht, macht &#8211; obwohl vom ARD-Intendant Fritz Pleitgen längst zurückgenommen &#8211; die Runde. Nicht nur die Konkurrenz, auch die Politik ist alarmiert und die alte Forderung, die Aufgaben der Öffentlich-Rechtlichen durch einen engeren &#8220;Funktionsauftrag&#8221; einzuschränken, erfährt neue Aktualität.</p>
<p>Die Beschränkung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf seine Kernaufgaben im (hoch-)kulturellen Bereich, ist eine Standardformel in dieser Diskussionen, in der sich nicht nur wirtschaftliche und standortpolitische Interessen gegenüber stehen, sondern auch grundverschiedene Annahmen über die Aufgaben des Staates in der Kommunikationsordnung. So steht hinter der Forderung, den Rundfunk durch einen radikalen Umbau der dualen Rundfunkordnung dem Wettbewerb zu öffnen, im Kern der Glaube an den ökonomischen Wettbewerb, der als freiheitliches Organisationsprinzip allein einer freiheitlichen Kommunikationsordnung entspräche.</p>
<p>Immer wieder wird von Gegnern der Internetpläne von ARD und ZDF darauf verwiesen, dass das Entstehen von Markt- und Meinungsmacht in den unhierarchischen Strukturen des Internets gar nicht möglich sei. Damit fiele die Notwendigkeit der &#8220;unverkürzten Darstellung der Meinungsvielfalt&#8221; &#8211; Kernpunkt dessen, was der &#8220;Grundversorgungsauftrag&#8221; der Öffentlich-Rechtlichen inhaltlich bedeutet &#8211; für das Netz weg.</p>
<p>Der Markt allein, sagt dagegen<br />
                    <a href="/edemocracy/netzkultur/interview_pleitgen.shtml">Fritz Pleitgen</a>, der sich auf eine von der ARD mitfinanzierte Studie des Hamburger<br />
                    <a href="http://www.rrz.uni-hamburg.de/hans-bredow-institut/home.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hans-Bredow-Instituts</a> beruft, könne weder die &#8220;verfassungsrechtlich geforderte freie öffentliche Kommunikation&#8221; noch &#8220;publizistische Vielfalt&#8221; garantieren. Daher werde dem öffentlich-rechtlichen Engagement im Internet eine &#8220;Schlüsselrolle&#8221; zu Teil. Damit das Internet mehr werde als &#8220;ein virtueller Marktplatz für Händler und Dienstleister&#8221;, müssten ARD und ZDF, als von kommerziellen und politischen Interessen unabhängige &#8220;Lotsen&#8221; und &#8220;Mittler von verlässlichen Information&#8221; orientierungsstiftend in Erscheinung treten.</p>
<p>Die aktuelle Entwicklung des Internets scheint Pleitgens Einschätzungen zu bestätigen: Zwar kann von oligopolistischen Strukturen, einem Mangel an Übertragungswegen oder Defiziten der Meinungsvielfalt in der Tat nicht die Rede sein, wenn jeder Inhalte ins Netz stellen und aus einer Flut von Informationen wählen kann.<br />
                    <a href="http://www.jmm.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studien</a> aus den USA belegen jedoch, dass die Internetnutzer immer mehr Zeit auf den Seiten immer weniger Unternehmen verbringen. Während die US-Nutzer 1999,<br />
                    <a href="http://www.mediametrix.com/landing.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jupiter Media Metrix</a> zufolge, 50 Prozent ihrer Online-Zeit auf den Seiten von elf Unternehmen verbrachten, widmeten sie die selbe Zeit im März 2001 ausschließlich den Seiten vier großer Medienunternehmen, ganz vorne<br />
                    <a href="http://www.aoltimewarner.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AOL Time Warner</a>.</p>
<p>Doch neben der hehren Absichten, die Pleitgen für die ARD ins Felde führt, geht es auch ihm schlichtweg um die Zukunftsfähigkeit seines Senders, um Synergien und Marketing. Pleitgen schließt eCommerce und Werbung, die den öffentlich-rechtlichen Anstalten staatsvertraglich verboten sind, zwar aus, betont aber, dass über alternative Finanzierungsmöglichkeiten &#8211; wie zum Beispiel Zusatzangebote gegen Kostenerstattung &#8211; nachgedacht werden müsse. Alfred Biolek ist da schon einen Schritt weiter, denn bereits heute gelangt man über die Seiten der ARD auf den &#8220;alfredissimo! Shop&#8221;, dessen breites Angebot von für das Nachkochen unerlässlichen Ingredienzien bis zum &#8220;alfredissimo! Risottotopf&#8221; zu DM 136,89 reicht.</p>
<p>Beide Lager beziehen sich in der Kontroverse auf die Formulierungen des vierten Rundfunkänderungsstaatsvertrags vom Frühjahr 2000. Dieser sieht für die öffentlich-rechtlichen Sender im Internet Angebote mit &#8220;vorwiegend programmbezogenem Inhalt&#8221; vor. Kern der scharfen Kritik des Bundesverbandes der Zeitungsverleger, der sich auf ein im März 2001 vorgestelltes Gutachten des Leipziger Rechtswissenschaftlers Prof. Degenhart stützt, ist, dass Internetdienste der Öffentlich-Rechtlichen mit Ausnahme des &#8220;Programmbezugs&#8221; rechtswidrig seien. Was allerdings &#8220;Programmbezug&#8221; bedeutet, ist unterschiedlich interpretierbar. Fritz Pleitgen nimmt jedenfalls für die Angebote der ARD in Anspruch, dass sie den staatsvertraglichen Vorgaben entsprächen. Für den VPRT-Präsidenten<br />
                    <a href="/edemocracy/netzkultur/interview_doetz.shtml">Jürgen Doetz</a> sind die geltenden Bestimmungen im Rundfunkstaatsvertrag ohnehin unzureichend, um zu verhindern, dass sich ARD und ZDF im Online-Bereich breit machen. Deren Engagement hält er nicht nur für überflüssig, es werde auch zu &#8220;Wettbewerbsverzerrungen im höchst sensiblen Online-Markt&#8221; führen. Daher sei es durch entsprechende rechtliche und politische Bestimmungen auf das &#8220;notwendige Maß zu beschränken&#8221;, sagte Doetz Politik-Digital.</p>
<p>Ob es in Zukunft wirklich zu einem Bedeutungsverlust des klassischen Programmrundfunks zu Gunsten des Internet kommt, und inwieweit beide Medien<br />
                    <br />zusammenwachsen, ist ungewiss. Sicher ist nur das enorme Tempo, mit dem sich das Internet zum selbstverständlichen Bestandteil des Medienportfolios bundesdeutscher Haushalte entwickelt. Globale Allianzen zwischen traditionellen und neuen Medienunternehmen, Produkt- und Nutzungsdifferenzierung, neue Wertschöpfungsmöglichkeiten und Synergien bei Inhalten und Werbung &#8211; das sind die Herausforderungen, vor denen die etablierten Medien stehen. Dafür versuchen sie sich eine gute Marktposition und die entsprechenden Rahmenbedingungen zu sichern.<br />
                    <br />Auf die gesellschaftliche und politische Agenda gehören jedoch andere Fragen: Entstehen im Internet, das sich in einem heftigen Konsolidierungsprozess befindet, langfristig tatsächlich inhaltliche Defizite? Durch welche Akteure könnten diese ausgeglichen werden, und wie, wenn nicht durch Bioleks Bratpfannen, ließen sich von kommerziellen Interessen weitgehend unabhängige Informationsangebote im Netz finanzieren?</p>
<p>Digitale Informations- und Kommunikationsmedien, allen voran das Internet, haben die Medienlandschaft schon jetzt sehr verändert. Sie fordern sowohl die eigentlichen Akteure als auch die Politik. Letztere erscheint angesichts des Tempos des Internets überfordert. Der medienpolitische Rahmen, in dem sich die Diskussion um öffentlich-rechtliche Netzaktivitäten abspielt, hinkt der Entwicklung chronisch hinterher und ist vielleicht mehr denn gefordert.</p>
<p>
                      <!-- Content Ende --></p>
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