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	<title>Öffentlichkeitsarbeit &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Öffentlichkeitsarbeit &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Das Entstehen einer neuen, digitalen Öffentlichkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan-Malte Hunfeld]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Sep 2020 08:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Unser Verständnis von Öffentlichkeit hat sich im Zuge der Digitalisierung und besonders mit dem Aufkommen von sozialen Netzwerken entscheidend gewandelt. “Die” Öffentlichkeit hat nie dagewesene Feedbackmöglichkeiten entwickelt und aus der Masse an neuen und traditionellen Informationsquellen kann sich jeder seine ganz eigene “private” Öffentlichkeit zusammenbauen. Inwiefern können bestehende Öffentlichkeitstheorien die neue Realität des Plattformzeitalters greifen und welche Auswirkungen hat “die” neue Öffentlichkeit für unsere Demokratie?</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-1"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Im <a href="https://www.politik-digital.de/news/paradigmenwechsel-162874/">ersten Text</a> dieser Reihe ging es um das Wechselverhältnis vom politischen zum Medienakteur<br />
in der Mediendemokratie. Es wurden vier Paradigmen aufgezeigt und anhand einer Social Media Sphäre erweitert. Der <a href="https://www.politik-digital.de/news/politik-als-inszenierung-162957/">zweite Text</a> befasste sich mit der politischen Kommunikation in der Mediendemokratie. Es zeigte sich, dass klassische Inzenierungsmechanismen und -strategien der<br />
Mediendemokratie auch in der durch das Internet immer stärker geprägten Gesellschaft nicht<br />
obsolet geworden sind. Beide Texte haben gemein, dass sie ein gewisses<br />
Öffentlichkeitsverständnis voraussetzen. Der dritte Text wird sich daher diesem Verständnis<br />
widmen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Bei dem Begriff ‘Öffentlichkeit’ handelt es sich um einen diffusen Themenkomplex. Bis heute wurde sich nicht auf eine einheitliche Definition geeinigt &#8211; auch da der Öffentlichkeitsbegriff je nach Kontext für sehr verschiedene Gegebenheiten herhalten muss.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Eine der verbreitetsten Verständnisse von ‘Öffentlichkeit’ stammt vom Soziologen und Philosophen Jürgen Habermas. In seiner Habilitationsschrift &#8216;Strukturwandel der Öffentlichkeit&#8217; beschreibt Habermas all jenes als “öffentlich”, was eine wie auch immer gestaltete Gruppe betrifft. Öffentlichkeit ist demnach durch die “Unabgeschlossenheit des Publikums” (Habermas) gekennzeichnet.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Eine wichtige Rolle spielen dabei die Medien: Klassische Massenmedien dienen als Teil der öffentlichen Sphäre dazu, die politische Sphäre zu überwachen und der Gesamtheit der Rezipient*innen zugänglich zu machen. Niklas Luhmann schrieb hierzu: „Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Medien“.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Im Kontext zu politischen Themen ist oft von politischer Öffentlichkeit die Rede. Der Begriff beschreibt ein kollektives Gut, welches nach einem Aushandlungsprozess zwischen mehreren Sprecher*innen als &#8216;herrschende&#8217; Meinung angesehen wird. Politische Öffentlichkeit ist jedoch nicht automatisch die Summe aller individuellen Meinungen der Bevölkerung. Erst, wenn Einstellungen zu gesellschaftlichen Fragen von bedeutenden Akteur*innen, Gruppen oder Institutionen als herrschende Meinung angesehen werden und diese ihre Verbreitung in den Massenmedien finden, wird von der Meinung der politischen Öffentlichkeit gesprochen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Nach diesem Verständnis sind Öffentlichkeit und (Massen-) Medien voneinander abhängig. ‘Die Öffentlichkeit’ verfügt über mehr oder weniger dieselben Wissensbestände &#8211; vorausgesetzt die oder der Einzelne informiert sich über das Tagesgeschehen. Das Einschalten der Tagesschau um 20 Uhr hatte so auch über Jahre eine rituell anmutende Tradition für viele Bundesbürger*innen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Mit dem Aufkommen des Internets im Allgemeinen und den sozialen Netzwerken im Besonderen änderte sich nun die Grundvoraussetzung. Prinzipiell jede*r kann heute auf Twitter, Facebook, YouTube und Co. einen Distributionskanal für eigene Botschaften finden und sich etwa mit politischen Gleichgesinnt*innen austauschen oder mit politischen Gegner*innen streiten. Ganz neue Mechanismen sind dafür verantwortlich, dass Informationen viral gehen, die in klassischen Medien keine Erwähnung finden. Gleichzeitig wird die Äußerung in den Sozialen Medien selbst zur Nachricht, wie besonders erfolgreich das “Zerstörungsvideo” des YouTubers Rezo gezeigt hat.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Aber auch für den politischen Akteur selbst ändert sich Grundlegendes. So ist der klassische Weg vom politischen Akteur über die Medienakteure zur Öffentlichkeit nicht mehr zwingend notwendig und einst übliche Verhaltensweisen verlieren vor einem digitalen Hintergrund ihren Sinn. Exemplarisch deutlich wurde dies mit dem Umgang der durch Rezo geäußerten Kritik. Auf ein Online-Video mit einem elfseitigem PDF zu reagieren, ein Antwortvideo und dessen Veröffentlichungszeitpunkt anzukündigen und diesen dann kommentarlos verstreichen zu lassen<br />
und den öffentlichen Überlegungen von Annegret Kramp-Karrenbauer Meinungsäußerungen im Internet möglicherweise einzuschränken zeigte die Überforderung der Union mit diesem neuen Phänomen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Dabei bringt das Internet auch ganz neue Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit mit sich. War es notwendig, Pressemeldungen zu veröffentlichen, um eigene Botschaften und Narrative zu verbreiten, kann dies heute beispielsweise von einem charismatischen Sprecher auch in eine Kamera gesagt und im Internet verbreitet werden. Teile der Öffentlichkeit sehen das Statement und verbreiten es gegebenenfalls weiter. Die Massenmedien können auch einen Anteil hierbei leisten. Sie sind jedoch nicht zwingend notwendig und können ohne weiteres Umgangen werden. Dies hat jedoch zur Konsequenz, dass die Öffentlichkeit deutlich heterogener wird. Es ist eine gesellschaftliche Fragmentierung in den sozialen Netzwerken zu beobachten. Die oder der Nutzer*in baut ihre oder sich seine eigene “Öffentlichkeit” aus ganz verschiedenen Quellen zusammen. So ergänzt sie oder er die eigenen Informationsquellen durch Distributionskanäle von<br />
beispielsweise Human Rights Watch oder Pro Asyl und verfügt so über andere Wissensbestände, wie ein andere*r Nutzer*in, die oder der Kanäle der Identitären Bewegung folgt.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Vor diesem Hintergrund scheint es angebracht, ein neues Öffentlichkeitsverständnis zu formulieren. Einige Autor*innen haben sich daran versucht. Bei zwei besonders brauchbaren Reformulierungen handelt es sich um die Netzwerköffentlichkeit und die persönliche Öffentlichkeit.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Das Konzept der Netzwerköffentlichkeit geht davon aus, dass sich im Internet Suböffentlichkeiten bilden, die als Gruppe über ganz eigene Wissensbestände verfügen. Es handelt sich dabei um einen weiteren Kommunikationsraum neben der massenmedial geprägten Öffentlichkeit. In den Netzwerköffentlichkeiten wird sich mit Gleichgesinnt*innen ausgetauscht und spezifische Informationen und Sichtweisen werden verbreitet. Besonders soziale Bewegungen wie beispielsweise Fridays For Future oder Ende Gelände bei Umweltthemen oder auch die Identitäre<br />
Bewegung bauen über Facebook, Twitter, Instagram, YouTube und Co. ihre eigenen Netzwerköffentlichkeiten auf und schaffen so auch Mobilisierungsräume.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Politische Akteure werden durch Netzwerköffentlichkeiten autarker. Technische und ökonomische Barrieren zum Publizieren sind durch das Internet und seinen Möglichkeiten um einiges niedriger, also noch vor einigen Jahren.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Während das Konzept der Netzwerköffentlichkeit den Schwerpunkt auf das neue Verhältnis zwischen politischem Akteur und Teil- bzw. Gegenöffentlichkeiten legt, konzentriert sich das<br />
Konzept der persönlichen Öffentlichkeit primär auf die Nutzer*in. Während in einer Vorinternetzeit sie oder ihn Informationen nach Kriterien der gesellschaftlichen Relevanz erreichten, sucht sie oder er sich im Internet Inhalte nach Kriterien der persönlichen Relevanz. Digital können Informationsquellen nach eigenen Bedürfnissen selbst zusammengestellt werden, indem man Zeitungen, Nachrichten oder Magazinen in den Sozialen Netzwerken folgt.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Gleichzeitig richtet sich die persönliche Öffentlichkeit an ein Publikum aus sozialen Kontakten, wie beispielsweise Freund*innen, Bekannte, Kollegen*innen oder Familienmitglieder. Diese können Familienmomente auf Facebook verfolgen, Online-Videos über die Interessen der Nutzer*in auf YouTube ansehen oder Meinungen auf Twitter nachlesen. Eine &#8216;große&#8217; Öffentlichkeit wird in der Regel nicht angestrebt, obwohl die technischen Voraussetzungen gegeben sind.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Zudem ist persönliche Öffentlichkeit durch einen wechselseitigen Austausch und durch Dialog gekennzeichnet. Nutzer*innen können miteinander kommunizieren, ohne sich zu kennen oder auch nur gesehen zu haben – etwa indem sie eigene oder fremde Inhalte kommentieren oder andere Reaktionen hierauf zeigen. Selbst Spitzenpolitiker*innen werden so für den*die Nutzer*in nahbarer, wenn sie etwa auf Kommentare zu eigenen Inhalten wiederum selbst eingehen. Somit verschwindet in der persönlichen Öffentlichkeit allmählich das massenmediale Sender-Empfänger-Modell.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>All dies bringt ganz neue gesellschaftliche Herausforderungen mit sich. Während Personen wie<br />
beispielsweise Ken Jebsen seit Jahren das Verbreiten von teils antisemitischen Verschwörungsmythen als Geschäftsmodell für sich entdeckt haben, schaffen es soziale Bewegungen, wie die Fridays For Future Bewegung, gewisse Kreise für abstrakte Entwicklungen<br />
und Folgen zu sensibilisieren. Das Angebot an möglichen Informationsquellen wird für alle größer und größer. Aber wie erreichen Informationen und Narrative eine Social Media Welt die Rezipient*innen? Damit befasst sich der <a href="https://www.politik-digital.de/news/neue-gatekeeper-163460/">nächste Teil</a> dieser Reihe.</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-1" data-row="script-row-unique-1" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-1"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-2"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Photo by <a href="https://unsplash.com/@simonshim?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Simon Shim</a> on <a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-2" data-row="script-row-unique-2" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-2"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-4"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Weblogs &#8211; die neuen Meinungsmacher</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:48:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="fett"><font size="2"> Die Kommunikationswissenschaftler        Ansgar Zerfaß und Dietrich Boelter haben in ihrem beinahe        quadratischen Buch &#8222;Die neuen Meinungsmacher&#8220; das Format        Weblog auf die Anwendung für Kampagnen, Marketing, PR und Medien        auf 191 Seiten untersucht. Volker Agüeras Gäng hat es        für politik-digital.de gelesen.</font>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett"><span style="font-size: x-small;"> Die Kommunikationswissenschaftler Ansgar Zerfaß und Dietrich Boelter haben in ihrem beinahe quadratischen Buch „Die neuen Meinungsmacher“ das Format Weblog auf die Anwendung für Kampagnen, Marketing, PR und Medien auf 191 Seiten untersucht. Volker Agüeras Gäng hat es für politik-digital.de gelesen.</span><!--break--></p>
<p>In ihrem neuen Buch „Weblogs als Herausforderung für Kampagnen, Marketing, PR und Medien“ gelingt den Kommunikationswissenschaft-ler Ansgar Zerfaß und Dietrich Boelter ein kompakter Einstieg in das Thema \&#8217;Weblogs im Unternehmensbereich’, in dem sie die entscheidenden Merkmale von Weblogs herausarbeiten. Hierbei unterstützen zahlreiche praktische Beispiele das Verständnis der Materie. Auf das Wesentliche beschränkt beschreiben die Autoren die technischen Hintergründe. Mit der Lektüre des ersten Teils ist der Leser gerüstet, um die Autoren bei ihrem Einblick in die Blogosphäre zu begleiten.<br />
<strong>Blogger, Journalisten und Rezipienten</strong><br />
Im zweiten Teil des Buches betrachten die Autoren die sozialen Aspekte hinter der Technik. In Bezugnahme auf jüngste Umfrageergebnisse wird die Soziodemografie und Motivation von Weblogbetreibern beschrieben. Die Auswirkungen des Webloggens auf den professionellen Journalismus befindet sich ebenfalls im zweiten Teil.<br />
<strong>Meinungsbildung in der Kommunikationstheorie</strong><br />
Im dritten Teil betrachtet Ansgar Zerfaß Weblogs aus kommunikationstheoretischer Sicht und erklärt, wie sich in der Blogosphäre Meinungen bilden und wie der Austausch zwischen Blogospähre und etablierten Massenmedien funktioniert. Die spezielle Art von Kommunikation, die in Weblogs stattfindet, wird ebenfalls beschrieben.<br />
<strong>Von der &#8220;Gutenberg-Galaxis&#8221; zur &#8220;Google-Welt“</strong><br />
Um die Dynamik der Blogosphäre und die Gefahren und die Chancen, die darin liegen, geht es im vierten und fünften Teil. Besonders interessant ist hierbei die prognostizierte Medienentwicklung von der „Gutenberg-Galaxis“ zur „Google-Welt“. Zerfaß rät der Wirtschaft und der Politik zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Weblog-Format: „Das Management der digitalen Reputation ist das Leitprinzip der Google-Welt – dies ist der tiefere Grund, warum sich die für das Reputationsmanagement in Politik und Wirtschaft zuständigen Funktionen Public Relations und Marketing intensiv mit dem Bedeutungszuwachs von Weblogs und Social Software auseinandersetzen sollten.“ Beispiele von in der Blogosphäre verbreiteten Gerüchten über mangelhafte Produkte mit massiven Auswirkungen auf unternehmerische Schicksale verdeutlichen die Bedeutung einer solchen Auseinandersetzung ebenso wie Positivbeispiele bei der Nutzung von Weblogs im Marketingbereich.<br />
<strong>Ein Kapitel online und gratis<br />
</strong><br />
Das Kapitel „Neue Kommunikationspartner: Blogger als Gatekeeper und Meinungsmacher“ stellen die Autoren gratis online als PDF-Datei zur Verfügung. Hier geht es um Formen der Zusammenarbeit zwischen Bloggern auf der einen Seite und Unternehmen und Politikern auf der anderen Seite.<br />
<strong>Nutzen für Unternehmen, Organistation und Parteien/Politiker</strong><br />
Auf den letzten 90 Seiten geht es um Einsatzmöglichkeiten von Weblogs im Unternehmens- und Politikbereich mit einem deutlichen Fokus auf unternehmensbezogenen Analysen. Diese Seiten kann der nicht an ökonomischen Zusammenhängen interessierte Leser getrost überblättern und sich direkt dem letzten Teil des Buches zuwenden. Für Unternehmen/Organisationen ist dies sicherlich der interessanteste Teil des Buches. Hier werden aus organisationstheoretischer Sicht Nutzen, Funktion, Typologie und mögliche Zielgruppen von Weblogs im Organisationsbereich analysiert und Schritte zur Entwicklung einer Weblog-Strategie aufgezählt.<br />
<strong>Bloggen und bloggen lassen</strong><br />
Zum Schluss gibt es dann noch eine Dienstleistung der Autoren oben drauf. Sie erklären, wie man ein Weblog erstellt und es betreibt. Sie geben Tipps, wie Weblogs abonniert und gelesen werden können, wie sich aktuelle Inhalte von Weblogs beobachten lassen und wo sich Online-Informationen rund um Weblogs in Wirtschaft und Politik befinden.<br />
<strong>Ein Name schwirrt durch die Blogospäre</strong><br />
Wenig bleibt bei diesem kompakten Buch zu wünschen übrig. Einzig den Namensgeber des Begriffs „Weblog“ haben auch Zerfaß und Boelter nicht richtig recherchiert. Nicht Jon Barger, sondern <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jorn_Barger" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jorn Barger</a> lautet der Name des Programmierers, der als erster im Dezember 1997 seine Website „Robot Wisdom“ mit dem Begriff „Weblog“ bezeichnete. Mit dem Recherchefehler stehen die beiden Kommunikationswissenschaftler allerdings nicht alleine da. In der „Bloggospähre taucht der Namensgeber in den verschiedenen Möglichkeiten einer Kombination der Namen John, Jorn, bzw. Jon und Barger, bzw. Borger auf.</p>
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		<title>Politik als Marke</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:45:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p><strong>Pünktlich zur bevorstehenden Bundestagswahl ist &#8222;Politik        als Marke&#8220;, ein Sammelband über Zusammenhänge und        gegenwärtige Trends in der politischen Kommunikation und als        Ergebnis eines im April 2004 in Berlin veranstalteten Kongresses        erschienen. Die Herausgeber Axel Balzer, Marvin Geilich und Shamim        Rafat versprechen auf dem Klappentext, die Bedeutung von Qualitätsjournalismus,        das Standing der Parteien vor der Bundestagswahl 2005, die Frage        nach der Glaubwürdigkeit von Politik und schließlich        auch die Rolle von &#8222;Big Mäc&#8220; Joschka Fischer erörtern        zu wollen. Inwieweit werden sie diesem Anspruch gerecht? Eine Rezension.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Pünktlich zur bevorstehenden Bundestagswahl ist „Politik als Marke“, ein Sammelband über Zusammenhänge und gegenwärtige Trends in der politischen Kommunikation und als Ergebnis eines im April 2004 in Berlin veranstalteten Kongresses erschienen. Die Herausgeber Axel Balzer, Marvin Geilich und Shamim Rafat versprechen auf dem Klappentext, die Bedeutung von Qualitätsjournalismus, das Standing der Parteien vor der Bundestagswahl 2005, die Frage nach der Glaubwürdigkeit von Politik und schließlich auch die Rolle von „Big Mäc“ Joschka Fischer erörtern zu wollen. Inwieweit werden sie diesem Anspruch gerecht? Eine Rezension.<!--break--></strong><br />
Der Titel des Buches wirft eine Frage auf: Ist Politik eine Marke? Ja, sagen die Herausgeber und beziehen sich dabei auf die Markenführung kommerzieller Unternehmen, die sie zunehmend auch durch Parteien und in der politischen Kommunikation angewendet sehen. Der Sammelband „Politik als Marke“, der diese These erörtern soll, ist in fünf inhaltliche und einen dokumentarischen Teil untergliedert.<br />
<strong>Markenaspekte in fünf Akten</strong><br />
In Teil Eins wird, zunächst aus politikwissenschaftlicher, dann aus Politiker- und schließlich aus journalistischer Sicht, auf die Rolle der Medien im Rahmen der politischen Kommunikation Bezug genommen. Im zweiten Teil werden ausgewählte Aspekte des Austauschprozesses zwischen Politik und Öffentlichkeit thematisiert. Ulrich Sarcinelli befasst sich in diesem Zusammenhang mit der Rolle des Kandidaten in medienzentrierter Zeit, und Brigitte Zypries versucht eine Auseinandersetzung mit dem Markenbegriff im Bezug auf Politik.<br />
Im Dritten Teil wird schließlich die Bedeutung von Markenführung und politischer Public Relations thematisiert. Frank Brettschneider erörtert in diesem Zusammenhang die Bedeutung des Spitzenkandidaten als Produkt und Marke seiner Partei und kommt zu dem Schluss, dass die Rolle des Spitzenkandidaten, die allgemein im Bezug auf die Wahlentscheidung des Wählers ohnedies eher überschätzt wird, zwar gewisse Parallelen zu der Markenentwicklung in einem kommerziellen Unternehmen aufweist, mit dieser aber nicht gleichzusetzen ist.<br />
Rupert Ahrens, der seinen Aufsatz unter die scharfsinnige Erkenntnis „Politik ist nicht Persil“ stellt, kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Parteien verwenden zwar schon mal Marketingstrategien, aber das heißt noch lange nicht, dass sich politische Kommunikation und kommerzielle Markenkommunikation über einen Kamm scheren lassen.<br />
Es folgt ein ausführlicher vierter Teil, in dem Strategien der Wahlkampfführung anhand exemplarischer Beispiele erörtert werden und ein fünfter Teil, der sich noch einmal explizit der Rolle des Kandidaten und der Bedeutung von TV-Duellen widmet, bevor der Band mit der Dokumentation einer Podiumsdiskussion, die auf dem Kongress „Politik als Marke“ im April 2004 stattgefunden hat, abgeschlossen wird.<br />
<strong>Das Who-is-Who der politischen Kommunikation</strong><br />
„Politik als Marke“ ist kein rein wissenschaftliches Buch, vielmehr wird die Bedeutung und Entwicklungsdynamik politischer Kommunikation aus unterschiedlichen Perspektiven erörtert. Die Autorenliste, die sich wie das Who-is-Who der politischen Kommunikation liest, setzt sich aus Journalisten, wie Sandra Maischberger und Sabine Christiansen, aus Politikern, wie Johannes Rau und Volker Kauder, Beratern wie Coordt von Mannstein und aus organisatorisch Verantwortlichen, wie dem Wahlkampfmanager der NRW-Grünen Michael Ortmanns zusammen. Nicht zuletzt haben auch renommierte Politikwissenschaftler wie Karl-Rudolf Korte, Barbara Pfetsch, Andreas Dörner und Rüdiger Schmitt-Beck zur Feder gegriffen.<br />
Der Sammelband „Politik als Marke“ empfiehlt sich somit vor allem aufgrund seiner hochkarätigen Autorenliste und der dadurch entstehenden perspektivischen Vielfalt insbesondere für jene zur Lektüre, die sich einen ersten Überblick über gegenwärtige Debatten und Entwicklungstrends im Dunstkreis politischer Kommunikation verschaffen möchten.<br />
<strong>Die Frage nach der Frage</strong><br />
Als wissenschaftlichen Beitrag in Betracht gezogen, müssen sich die Autoren, allesamt examinierte Politikwissenschaftler, aber auch die eine oder andere kritische Nachfrage bezüglich ihrer plakativen These „Politik als Marke“ gefallen lassen. Denn Politik ist ja kein homogenes Kommunikationsprodukt, das als Marke kommunizierbar wäre. Vielmehr ist politische Kommunikation die Summe vieler verschiedener Teilstrategien und Kommunikationsziele, die in Konkurrenz zu einander stehen und jeweils einzeln betrachtet an Markenaspekten und Marketingprämissen orientiert sein können.<br />
Nicht zuletzt sei angemerkt, dass die Anwendung betriebswirtschaftlicher Begriffe und Konzepte in der Gesamtbetrachtung der im Band veröffentlichten Aufsätze zum einen etwas uneinheitlich, zum anderen stellenweise schlichtweg falsch daherkommt. Marketing, Werbung und Public Relations bezeichnen einfach nicht ein und dasselbe. Und auch wenn es hier nicht um die Erörterung betriebswirtschaftlicher Zusammenhänge geht, wäre eine dezidiertere Auseinandersetzung mit der tatsächlichen Bedeutung der Konzepte und Begriffe an der ein oder anderen Stelle wünschenswert gewesen.<br />
&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Chancen, Risiken und Nebenwirkungen der Internet-Kommunikation</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/chancen_risiken_und_nebenwirkungen_der_internet_kommunikation-49/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:42:56 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Öffentlichkeitsarbeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="fett"><font size="2">(7. Juli 2006) </font>Die uralte Maxime        Cogito, ergo sum - Ich denke, also bin ich scheint in Zeiten von        World Wide Web, Email und weltweiter Vernetzung nicht mehr zu gelten.        Blogito, ergo sum - Ich blogge, also bin ich lautet der Trend im        Internet. Dieser Grundsatz ziert auch das Cover des neuen Sammelbandes        vom "Netzwerk Recherche" ("nr"), der kürzlich        erschienen ist.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett"><span style="font-size: x-small;">(7. Juli 2006) </span>Die uralte Maxime Cogito, ergo sum &#8211; Ich denke, also bin ich scheint in Zeiten von World Wide Web, Email und weltweiter Vernetzung nicht mehr zu gelten. Blogito, ergo sum &#8211; Ich blogge, also bin ich lautet der Trend im Internet. Dieser Grundsatz ziert auch das Cover des neuen Sammelbandes vom &#8220;Netzwerk Recherche&#8221; (&#8220;nr&#8221;), der kürzlich erschienen ist.<!--break--></p>
<p>Auf der Titelseite ist ein Mann zu sehen, der in einem spartanisch eingerichteten Raum mit abgedunkelten Fenstern sitzt und den Satz in seinen PC tippt. Das Bild passt thematisch zum Buch, beschäftigt sich dieses doch mit Trends und Gefahren der Online-Kommunikation. Eine Gefahr wird im Titelbild nämlich auch angedeutet: die soziale Isolation von Internet- oder Weblog-Freaks.<br />
<span class="fett"><br />
</span>Unter dem Titel „Online-Journalismus. Chancen, Risiken und Nebenwirkungen der Internet-Kommunikation“ wird dann auch folgerichtig auf verschiedene – positive wie negative – Aspekte des Journalismus im Netz eingegangen. Dass dabei vor allem die Weblogs im Vordergrund stehen, mag Zufall sein; es wird jedoch ohne Zweifel der Beliebtheit des Formats gerecht.<br />
Was sonst häufig in öden Protokollen zusammengefasst wird, ist hier leserfreundlich aufgemacht: das Buch beinhaltet die Ergebnisse einer Kommunikations-Fachtagung des ‚nr’. Zu Beginn des Sammelbandes wird eine originelle Zusammenfassung der Beiträge angeboten. Statt einfache Inhaltsangaben niederzuschreiben, werden die Texte in Form von Blog-Postings präsentiert und sind als solche bereits mit einigen Statements des Webloggers Jan Michael Ihl „gewürzt“. Das ist eingängig und ein guter Service, weil der Leser direkt einschätzen kann, welche der folgenden Texte für ihn interessant sein können.<br />
Ausgangspunkt des Buches ist die Frage, was im Onlinejournalismus möglich ist – was gibt es schon und was ist in Zukunft denkbar? Das berührt auch das Problem, was überhaupt unter Onlinejournalismus zu verstehen ist. Dieser Aspekt wird an verschiedenen Stellen im Sammelband diskutiert, vor allem bezogen auf die Frage: Sind Weblogs Journalismus? Um die aufgeworfenen Fragestellungen adäquat zu beantworten, werden unterschiedliche Themenkomplexe bearbeitet, die sich grob in vier Kategorien einteilen lassen.<br />
• Einige Autoren setzen sich mit den Möglichkeiten und Grenzen des Protests und des Austausches von Interessen im Internet auseinander und stellen diverse (Polit)Kampagnen vor. Dabei wird vor allem das Problemfeld der (Gegen-) Öffentlichkeit im Netz behandelt.<br />
• Über Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit von Unternehmen und NGOs berichten drei Autoren, die aus der beruflichen Praxis kommen. Kathrin Voss berät NGOs in Sachen Öffentlichkeitsarbeit und promoviert derzeit zu diesem Thema. Ulrich Müller berichtet in seinem Aufsatz von Erfahrungen, die er beim Aufbau einer eigenen Watchdog-Organisation gemacht hat. Und auch Klaus Eck ist als Unternehmensberater beruflich mit der Öffentlichkeitsarbeit verbunden; darüber hinaus betreibt er das bekannte Weblog „PR-Blogger“. Er untersucht in seinem Beitrag den Einsatz von Weblogs in der PR, etwa in Form von CEO-Blogs.<br />
• Der Bereich Journalismus und digitale Medien beschäftigt sich mehrheitlich mit dem Aufkommen von Weblogs und ihrem Nutzen für professionellen Journalismus.<br />
• Das Thema Onlinejournalismus im Allgemeinen wird anhand von Beispielen vorgestellt. So referiert Julia Bönisch über den Stellenwert von Spiegel Online. Der Beitrag profitiert von den praktischen Erfahrungen, die die Autorin bei Spiegel Online gesammelt und in einer Diplomarbeit an der Universität Eichstätt ausgewertet hat. Christoph Schultheis berichtet von seiner Arbeit beim BILDBlog. Auch die neuen Arbeitsbedingungen für Videojournalisten im Internet werden betrachtet.<br />
In den einzelnen Beiträgen des Sammelbandes werden diese vier Ansätze immer wieder verknüpft. Ole Reißmann präsentiert beispielsweise Weblogs als Angebot der Gegenöffentlichkeit und Günter Metzges, Initiator der Online-Plattform Campact, stellt die Protestmedien einer NGO vor.<br />
Die Autoren arbeiten mit zahlreichen Belegen und Zitaten aus wissenschaftlicher Literatur. Dennoch nehmen wissenschaftliche Formulierungen nicht Überhand. Vielmehr wird der insgesamt gut verständliche Text zusätzlich durch Cartoons und die Nennung von beispielhaften Webseiten aufgelockert. Dass in den einzelnen Texten häufig dieselben Beispiele angeführt werden, ist kein Nachteil, sondern trägt zu einer Art „Verknüpfungswissen“ bei. Der Leser erkennt, dass ein Angebot thematisch nicht nur mit einem der oben vorgestellten Themenkomplexe gekoppelt ist. Stattdessen setzen die Autoren ihre Beispiele in der Regel mit mehr als einem Themenfeld in Bezug: So wird die politische Kampagnenplattform MoveOn aus den USA sowohl als Exempel für die Entwicklung von Gegenöffentlichkeit im Internet wie auch als Beispiel für die Kommunikationsarbeit von NGOs herangezogen.<br />
Über die einfache Lektüre hinaus bietet das Buch in einem umfangreichen Anhang weiteren Leser-Service. Wer die Thematik vertiefen möchte, erhält hier Hinweise auf wissenschaftliche Literatur oder auf weiterführende Webseiten. Ein umfangreiches Linkverzeichnis und ein Glossar zum Nachschlagen unbekannter Begriffe sind ebenfalls vorhanden.<br />
Ein Portrait vom Netzwerk Recherche rundet die Vorstellung ab. Auch die Autoren werden vorgestellt. Die Kurzbiografien geben einen Einblick in die Arbeitsfelder der einzelnen Schreiber. Hier wird deutlich, dass Autoren aus allen denkbaren Metiers zu Wort kommen: aus der Wissenschaft, dem Journalismus und der Blogosphäre. Dies vermittelt dem Leser das Gefühl, einen Rundum-Einblick in den Onlinejournalismus bekommen zu haben.<br />
Mehr als ein Einblick kann es jedoch nicht sein: Für Weblogkenner bietet der Sammelband nicht viel Neues, für Einsteiger hingegen ist er sehr gut geeignet. Dennoch wird in einigen Artikeln mehr als Basiswissen verlangt, wenn etwa die Begriffe „Top-Down-Prozesse“ (S. 29) oder „Grassroots-Organisationen“ (S. 39) ohne Erklärung zu Papier gebracht werden.<br />
Auffällig ist darüber hinaus, dass die Länge der Beiträge sehr stark variiert. Einige Artikel sind so kurz, dass sie eher einem ausformulierten Flyer ähneln. Hier bleiben am Ende meist mehr Fragen offen, als beantwortet sind. Möchte der Leser mehr erfahren, muss er sich an die Literaturangaben halten. Andere Beiträge hingegen berichten relativ ausführlich und geben einen guten Überblick über die Thematik. Diese extreme Ungleichgewichtung der verschiedenen Beiträge wirkt irritierend.<br />
Fachlich jedoch sind die Beiträge einwandfrei und gut recherchiert. Sie bauen auf der relevanten wissenschaftlichen Literatur auf und tragen dementsprechend zur aktuellen Forschungsdiskussion bei.<br />
Der allgemeine Tenor des Sammelbands ist gut zu erkennen. Die meisten Autoren sind der Ansicht, dass das Internet und seine Angebote die klassischen Medien nicht ersetzen, sondern ergänzen werden. In der Kommunikationsarbeit sollte man sich nicht nur auf die multioptionalen Möglichkeiten des Netzes stützen. Auch die etablierten Medien werden ein wichtiges Element der Kommunikationslandschaft bleiben. Der Leser kann seine eigenen Ansichten dementsprechend gut in den Stellungnahmen der Autoren verorten.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Weblogs &#8211; die neuen Meinungsmacher</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:40:57 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p class="fett"><font size="2"> Die Kommunikationswissenschaftler        Ansgar Zerfaß und Dietrich Boelter haben in ihrem beinahe        quadratischen Buch &#8222;Die neuen Meinungsmacher&#8220; das Format        Weblog auf die Anwendung für Kampagnen, Marketing, PR und Medien        auf 191 Seiten untersucht. Volker Agüeras Gäng hat es        für politik-digital.de gelesen.</font>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett"><span style="font-size: x-small;"> Die Kommunikationswissenschaftler Ansgar Zerfaß und Dietrich Boelter haben in ihrem beinahe quadratischen Buch „Die neuen Meinungsmacher“ das Format Weblog auf die Anwendung für Kampagnen, Marketing, PR und Medien auf 191 Seiten untersucht. Volker Agüeras Gäng hat es für politik-digital.de gelesen.</span><!--break--></p>
<p>In ihrem neuen Buch „Weblogs als Herausforderung für Kampagnen, Marketing, PR und Medien“ gelingt den Kommunikationswissenschaft-ler Ansgar Zerfaß und Dietrich Boelter ein kompakter Einstieg in das Thema \&#8217;Weblogs im Unternehmensbereich’, in dem sie die entscheidenden Merkmale von Weblogs herausarbeiten. Hierbei unterstützen zahlreiche praktische Beispiele das Verständnis der Materie. Auf das Wesentliche beschränkt beschreiben die Autoren die technischen Hintergründe. Mit der Lektüre des ersten Teils ist der Leser gerüstet, um die Autoren bei ihrem Einblick in die Blogosphäre zu begleiten.<br />
<strong>Blogger, Journalisten und Rezipienten</strong><br />
Im zweiten Teil des Buches betrachten die Autoren die sozialen Aspekte hinter der Technik. In Bezugnahme auf jüngste Umfrageergebnisse wird die Soziodemografie und Motivation von Weblogbetreibern beschrieben. Die Auswirkungen des Webloggens auf den professionellen Journalismus befindet sich ebenfalls im zweiten Teil.<br />
<strong>Meinungsbildung in der Kommunikationstheorie</strong><br />
Im dritten Teil betrachtet Ansgar Zerfaß Weblogs aus kommunikationstheoretischer Sicht und erklärt, wie sich in der Blogosphäre Meinungen bilden und wie der Austausch zwischen Blogospähre und etablierten Massenmedien funktioniert. Die spezielle Art von Kommunikation, die in Weblogs stattfindet, wird ebenfalls beschrieben.<br />
<strong>Von der &#8220;Gutenberg-Galaxis&#8221; zur &#8220;Google-Welt“</strong><br />
Um die Dynamik der Blogosphäre und die Gefahren und die Chancen, die darin liegen, geht es im vierten und fünften Teil. Besonders interessant ist hierbei die prognostizierte Medienentwicklung von der „Gutenberg-Galaxis“ zur „Google-Welt“. Zerfaß rät der Wirtschaft und der Politik zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Weblog-Format: „Das Management der digitalen Reputation ist das Leitprinzip der Google-Welt – dies ist der tiefere Grund, warum sich die für das Reputationsmanagement in Politik und Wirtschaft zuständigen Funktionen Public Relations und Marketing intensiv mit dem Bedeutungszuwachs von Weblogs und Social Software auseinandersetzen sollten.“ Beispiele von in der Blogosphäre verbreiteten Gerüchten über mangelhafte Produkte mit massiven Auswirkungen auf unternehmerische Schicksale verdeutlichen die Bedeutung einer solchen Auseinandersetzung ebenso wie Positivbeispiele bei der Nutzung von Weblogs im Marketingbereich.<br />
<strong>Ein Kapitel online und gratis<br />
</strong><br />
Das Kapitel „Neue Kommunikationspartner: Blogger als Gatekeeper und Meinungsmacher“ stellen die Autoren gratis online als PDF-Datei zur Verfügung. Hier geht es um Formen der Zusammenarbeit zwischen Bloggern auf der einen Seite und Unternehmen und Politikern auf der anderen Seite.<br />
<strong>Nutzen für Unternehmen, Organistation und Parteien/Politiker</strong><br />
Auf den letzten 90 Seiten geht es um Einsatzmöglichkeiten von Weblogs im Unternehmens- und Politikbereich mit einem deutlichen Fokus auf unternehmensbezogenen Analysen. Diese Seiten kann der nicht an ökonomischen Zusammenhängen interessierte Leser getrost überblättern und sich direkt dem letzten Teil des Buches zuwenden. Für Unternehmen/Organisationen ist dies sicherlich der interessanteste Teil des Buches. Hier werden aus organisationstheoretischer Sicht Nutzen, Funktion, Typologie und mögliche Zielgruppen von Weblogs im Organisationsbereich analysiert und Schritte zur Entwicklung einer Weblog-Strategie aufgezählt.<br />
<strong>Bloggen und bloggen lassen</strong><br />
Zum Schluss gibt es dann noch eine Dienstleistung der Autoren oben drauf. Sie erklären, wie man ein Weblog erstellt und es betreibt. Sie geben Tipps, wie Weblogs abonniert und gelesen werden können, wie sich aktuelle Inhalte von Weblogs beobachten lassen und wo sich Online-Informationen rund um Weblogs in Wirtschaft und Politik befinden.<br />
<strong>Ein Name schwirrt durch die Blogospäre</strong><br />
Wenig bleibt bei diesem kompakten Buch zu wünschen übrig. Einzig den Namensgeber des Begriffs „Weblog“ haben auch Zerfaß und Boelter nicht richtig recherchiert. Nicht Jon Barger, sondern <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jorn_Barger" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jorn Barger</a> lautet der Name des Programmierers, der als erster im Dezember 1997 seine Website „Robot Wisdom“ mit dem Begriff „Weblog“ bezeichnete. Mit dem Recherchefehler stehen die beiden Kommunikationswissenschaftler allerdings nicht alleine da. In der „Bloggospähre taucht der Namensgeber in den verschiedenen Möglichkeiten einer Kombination der Namen John, Jorn, bzw. Jon und Barger, bzw. Borger auf.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Deutsche Unternehmen bloggen ungern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Dec 2005 21:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
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		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
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					<description><![CDATA[In den USA tummeln sich die kommerziellen Akteure geradezu in der früher von Netzaktivisten dominierten Weblog-Szene. Denn viele US-Unternehmen setzen die Online-Tagebücher gezielt als Kommunikationsmedium ein. Hierzulande dagegen entdeckt die Wirtschaft das Marketinginstrument Corporate Blogging erst langsam.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">In den USA tummeln sich die kommerziellen Akteure geradezu in der früher von Netzaktivisten dominierten Weblog-Szene. Denn viele US-Unternehmen setzen die Online-Tagebücher gezielt als Kommunikationsmedium ein. Hierzulande dagegen entdeckt die Wirtschaft das Marketinginstrument Corporate Blogging erst langsam.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zwar wird es in PR- und Marketingkonferenzen landauf, landab heiß diskutiert, aber Fachleute gehen von weniger als 100 existenten Firmenblogs aus, darunter so manches handgestrickte, amateurhafte<br />
<a href="http://www.shopblogger.de/blog" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Exemplar</a>. Damit hinken die Deutschen auch den Franzosen hinterher, die wesentlich mehr kommerzielle Blogs ins Netz stellen.</p>
<p>Eines der wenigen Paradebeispiele eines deutschen Corporate Bloggers ist Sun Deutschland, dessen US-Zentrale ein Vorreiter in der Blogosphäre ist. Sogar Marketingdirektor<br />
<a href="http://web.sun.de/roller/page/mhaering" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Martin Häring</a> bloggt. „55 bis 60 unserer deutschen Mitarbeiter, hauptsächlich Techniker, führen einen Blog“, teilt Pressesprecher Harald Gessner aus Kirchheim-Heimstetten bei München mit. Darin tauschen sie Informationen mit Fachkollegen aus. Das darf sogar während der Arbeitszeit geschehen. Er sieht Blogs als gutes Kommunikationsmittel, denn der Nutzer sei inzwischen gesättigt von offiziell aufgemachten Websites und Newslettern im Marketing-Deutsch. „Blogs sind menschennäher, persönlicher, lustiger und unterhaltsamer“, findet Gessner. In Kürze gehen weitere Top-Manager damit online, darunter ein Geschäftsführer und der Marketingchef. Potenzial sieht Gessner auch außerhalb der IT-Szene, zum Beispiel im Tourismus mit aktuellen Reiseinfos.</p>
<p>Gerade mit dieser Branche hat aber Björn Ognibeni, Berater für digitales Marketing in Hamburg, seine liebe Mühe. „Ich versuche schon seit längerem, ein Reisebüro vom Einsatz eines Weblogs zu überzeugen. Die haben Angst, dass die Hotelgäste dort nur Kritik, aber nichts Positives äußern. Dabei zeigen die Erfahrungen beim Buchhändler Amazon, dass die Kunden sowohl positive als auch negative Kritiken verfassen.“ Besonders den PR-Abteilungen, so sein Eindruck, fällt es schwer, die Kontrolle über die Unternehmenskommunikation aufzugeben, indem sie Kommentare von Kunden und Interessenten in ihrem Blog freigeben. Der Dresdner Weblog-Berater Martin Röll hält diese Vorsicht für nicht stichhaltig: „Kritik verbreitet sich im Internet sowieso. Mit einem Blog können die Unternehmen jedoch die Diskussion beeinflussen.“ Außerdem kann jeder Blog-Betreiber Kommentare herausnehmen, zum Beispiel weil sie jemanden beleidigen oder gegen andere Strafgesetze verstoßen.</p>
<p>Offenbar klaffen die unterschiedlichen Kulturen der PR- und der Bloggerszene zu weit auseinander. Rölls ernüchterndes Fazit: „Ich bezweifle, dass Unternehmen bloggen können. Ich kenne kein gutes Blog, das von Marketing- und PR-Leuten geschrieben wird. Es beißt sich einfach mit den Werten der Bloggerszene.“</p>
<p>Ein weiterer Grund für die noch mangelnde Verbreitung sind die aus Sicht der Marketingstrategen meist niedrigen Zugriffszahlen. „Im Vergleich zur TV-Werbung ist die Verbreitung zu gering. Viele Firmen wollen in ihrer Werbeplanung mit kleinen Sachen nicht belästigt werden“, lautet die Erfahrung von Ognibeni. Noch dazu, wenn sie wie Weblogs, die ständig aktualisiert werden müssen, einen hohen Arbeitsaufwand bedeuten. Auch stellt sich so manchem die Frage, welche Informationen das Unternehmen dort einstellen soll, die nicht ohnehin schon auf anderen Kanälen kommuniziert werden.</p>
<p>Immerhin führen bei der SAP sogar mehrere Vorstandsmitglieder ein<br />
<a href="http://www.sap.com/community/pub/blogs.epx" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Online-Tagebuch“</a>. Seit dem Start Mitte 2003 wurde über 75.000mal darin geblättert. Wie bei Sun führen viele Entwickler ein Weblog mit technischen Inhalten innerhalb des SAP Developer Network. Sie dürfen das während der Arbeitszeit tun, unterliegen aber internen Spielregeln und der redaktionellen Bearbeitung.</p>
<p>Eine Alternative zum Einrichten eines Corporate Blog ist das aktive Nutzen bestehender Blogs. So bemüht sich so manches Unternehmen, die Schreiber dazu zu bewegen, dass sie über ihr Produkt berichten. Nokia schickte zu diesem Zweck eigens neue Mobiltelefone an Blogger, die sich auf Nachrichten rund ums Handy spezialisiert haben. In anderen Fällen munkelt man, dass Firmen bekannte Blogger, deren Sites hohe Zugriffszahlen verzeichnen, bestochen haben, damit über sie positiv berichtet wird. Nach hinten ging der Schuss auf alle Fälle beim Klingeltonvertreiber Jamba los. Dessen Mitarbeiter priesen in anonymen Postings ihre Produkte in einschlägigen Blogs, flogen damit aber auf. Die vernichtend hämische Kritik verbreitete sich in der Bloggerszene in Windeseile.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Keine Teilhabe ohne Bürgerengagement</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaft-paucherbundesregierung051021-shtml-2769/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Oct 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Akzeptanz]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeitsarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesregierung]]></category>
		<category><![CDATA[Regierungsportal]]></category>
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					<description><![CDATA[Relevanz des Mediums Internet
                            ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Relevanz des Mediums Internet<br />
                            <br /><!--break--></p>
<p>
                              <strong>Die Kommunikationsexpertin Anna Paucher hat sich im Rahmen ihrer Diplomarbeit „Die Relevanz des Mediums Internet für die Öffentlichkeitsarbeit des Bundespresseamtes im Rahmen politischer Kommunikation“ mit den Informations-, Kommunika-tions- und Partizipationsleistungen der Bundesregierung im Internet befasst und ihre Vorschläge für eine Erweiterung der partizipativen Elemente des Portals bundesregierung.de aufgestellt. Für politik-digital.de fasst sie ihre Ergebnisse zusammen.</strong>
                            </p>
<p>Die Internet-Strategie des Bundespresseamtes ist in Sachen Bürgerpartizipation bisher eher zurückhaltend. Dies soll sich nach Aussage des Bundespresseamtes auch in Zukunft nicht ändern. Die Ausrichtung der Strategie folgt der steigenden Popularität des Internets in der Bevölkerung. Dabei erwartet man im Bundespresseamt den ersten Schritt zu mehr Partizipation von den Internetnutzern. Wie aber kann eine stärkere Beteiligung der Bürger bei fehlenden Partizipationsangeboten auf der Webseite der Bundesregierung ermöglicht werden? Wenn man darüber hinaus die aktuelle politische Situation und das mangelnde Vertrauen der Bevölkerung in die Politik betrachtet, erscheinen das Desinteresse und das passive Verhalten der Bürger auf dem Regierungsportal durchaus plausibel.</p>
<p>Das fehlende Interesse der Öffentlichkeit am politischen Leben und der fehlende Glaube an die Bundesregierung werden oft auf eine unzureichende Kommunikationsarbeit zurückgeführt. Politikverdrossenheit, Intransparenz und ein Mangel an politischem Verständnis in der Bevölkerung sind die Stichwörter, die immer wieder in den Medien betont und diskutiert werden. Das Internet als multimediales Metanetzwerk, dessen Bedeutung in allen Lebensbereichen wächst, sollte mit seinen zahlreichen Vorteilen eigentlich zur Lösung dieser Probleme beitragen können: Transparenz, Interaktivität und die Aktualität der Informationen im Netz bieten die Chance, das Interesse der Bürger am politischen Geschehen zu wecken und ihre Beteiligung am politischen Geschehen zu fördern.</p>
<p>Für die Kommunikationsarbeit der Bundesregierung ist das Bundespresseamt zuständig. Das Hauptangebot im Internet bildet dabei das Regierungsportal bundesregierung.de, das sowohl zur Berichterstattung als auch zur Förderung von Kommunikation und Partizipation gedacht ist. In seinem Vortrag auf der CeBIT 2004 hat Staatssekretär und Regierungssprecher Béla Anda zwei wichtige Ziele für die Internetaktivitäten der Bundesregierung angesprochen: „(…) die konsequente Vermittlung von aktuellen und verlässlichen Informationen aus erster Hand“ sowie „(…) die Interaktion mit dem Bürger. Regierungskommunikation ist längst keine Einbahnstrasse mehr, sondern bisweilen eine Strasse mit heftigem Gegenverkehr. Und das ist auch gut so.“ Soweit die Theorie.</p>
<p>In der Praxis handelt es sich bei der Regierungswebseite aber um ein reines Informationsangebot. Die dargebotenen Inhalte präsentieren die Regierungsarbeit in einem positiven Licht und richten sich lediglich an die politisch gebildeten Bürger, die sich für die offizielle Linie der Bundesregierung interessieren. Auch findet man auf bundesregierung.de keine kommunikativen oder partizipativen Angebote, die den Austausch zwischen Regierung und Bürgern ermöglichen würden. Dies wird vom Bundespresseamt mit ungenügenden Ressourcen, mangelndem Interesse seitens der Bevölkerung sowie einer ineffizienten Nutzung der Angebote begründet. Externe Betrachter erklären die Abwesenheit jeglicher Bürgerbeteiligung auf den Internetseiten der Bundesregierung mit der Absicht der politischen Akteure, die Kontrolle über den politischen Willensbildungsprozess behalten und diesen lenken zu wollen. Die öffentliche Meinung wird dabei nicht erwünscht. Tatsache ist, dass im Bundespresseamt auch künftig keine Maßnahmen zur stärkeren Einbindung von kommunikativen und partizipativen Elementen auf bundesregierung.de geplant sind. Dies widerspricht der Zielvorgabe der Bundesregierung, mehr Beteiligungsmöglichkeiten anzubieten und die Bürger aktiv in das politische Leben einzubeziehen.</p>
<p>
                            <strong>Relevanz des Mediums Internet<br />
                            <br /></strong><br />
                            <br />Das Bundespresseamt misst dem Medium Internet in seiner Öffentlichkeitsarbeit eine hohe Bedeutung zu. Allerdings ist es aus externer Sicht schwierig, die Relevanz des Internets bei der Politikvermittlung im Bundespresseamt zu beurteilen. Gründe dafür sind mangelnde Informationen über die Nutzung von bundesregierung.de oder über die Effizienz einzelner Dienste sowie die fehlende Möglichkeit, sich direkt an das Bundespresseamt zu wenden, um seine Meinung zur Webseite äußern zu können. Infolgedessen erscheint die Öffentlichkeitsarbeit des Bundespresseamts im Rahmen des Internets intransparent und wird in anderen<br />
                            <a href="http://www.zeit.de/2004/34/bundespresseamt" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Medien</a> oft als schlecht und unprofessionell bezeichnet.</p>
<p>Die Kritik ist aber oft überzogen: Im internationalen Vergleich nimmt die Webseite der Bundesregierung dennoch eine gute Position ein. Tagesaktuelle Berichterstattung, Informationsfülle, Benutzerfreundlich-keit, Verlinkungen aller Regierungs- und Bundesministerienangebote machen das Regierungsportal zu einem umfassenden Informationspool rund um die regierungspolitischen Aktivitäten. Um das vorhandene Informations- und Service-Angebot in der Öffentlichkeit bekannter zu machen und das Interesse der Bürger für das politische Leben wiederzugewinnen, können folgende Maßnahmen empfehlenswert sein:</p>
<p>
                            <strong>Transparenz<br />
                            <br /></strong><br />
                            <br />Zum einem könnte eine Seite mit den Richtlinien und Grundsätzen des Regierungsportals auf bundesregierung.de eingerichtet werden, die Zweck, Zielgruppe sowie diverse Funktionen der Webseite (Information, Service, Interaktion, Partizipation etc.) in Kürze erläutert. Zum anderen könnten Informationen über die Anzahl der Visits, die Art der Nutzung sowie durchgeführte Studien veröffentlicht werden. Damit könnte eine sachliche Grundlage über Online-Aktivitäten des Bundespresseamtes gebildet und unsachliche Kritik seitens der Massenmedien abgewehrt werden. Außerdem könnte den Besuchern des Regierungsportals ermöglicht werden, ihre Anmerkungen oder Verbesserungsvorschläge bezüglich der Webseite zu äußern. Somit kann das Bundespresseamt ein Feedback seitens der Nutzer bekommen und seine Internetpräsenz zielgruppengerechter gestalten.</p>
<p>
                            <strong>Partizipation<br />
                            <br /></strong><br />
                            <br />Ein anderer wesentlicher Vorteil könnte durch den Ausbau von partizipativen Möglichkeiten entstehen: Die Informationen des Regierungsportals könnten um Beteiligungsangebote erweitert werden. Durch das Zulassen unterschiedlicher Meinungen und das Zustandekommen von Diskussionen wird die Webseite an Attraktivität nicht nur für die Primärzielgruppe, sondern auch für die anderen Nutzerschichten gewinnen. Außerdem würde der Widerspruch zwischen der offiziellen Vorgabe der Bundesregierung zu mehr Bürgerbeteiligung und dem fehlenden Partizipationsangebot auf bundesregierung.de beseitigt. Dabei existieren unterschiedliche Wege, die Beteiligung der Öffentlichkeit zu fördern. Zum einen könnte am Ende jedes Textes ein Kommentarfeld erscheinen, das dem Leser die Möglichkeit bietet, einen Beitrag zum Artikel zu verfassen oder Kommentare anderer zu lesen. Somit kann sich der Nutzer aktiv mit dem konkreten Thema auseinandersetzen, seine Meinung direkt einbringen oder Stimmungen anderer Partizipierender erfahren. Zum anderen könnten regelmäßige Diskussionsforen zu aktuellen Themen oder mit bestimmten politischen Akteuren veranstaltet werden. Die Vorankündigung der Termine sowie die Regelmäßigkeit der Durchführung würden zur Erhöhung des Bekanntheitsgrads und der Nutzeranzahl dieses Angebots beitragen. Darüber hinaus kann die Teilnahme der Bürger dadurch gesteigert werden, dass Diskussionsergebnisse ausgewertet und dem Regierungssprecher vorgelegt werden. Im besten Fall kann so eine virtuelle Gemeinschaft entstehen, in der regelmäßig aktuelle Themen behandelt und Online-Veranstaltungen durchgeführt werden.</p>
<p>Um in der Zukunft konkurrenzfähig gegenüber anderen politischen Angeboten zu bleiben, die Möglichkeiten des Internets für einen bürgernahen Dialog auszunutzen wäre ein Ausbau der Internetaktivitäten des Bundespresseamtes um kommunikative und partizipative Elemente wünschenswert. Dabei bietet das Internet eine besondere Chance, Menschen in den politischen Prozess zu integrieren und die Beziehung zwischen Bürgerschaft und Politik auszubauen. Somit liegt es nicht nur an der Bevölkerung, sondern auch an den politischen Akteuren, die Intelligenz von Netzen zu erkennen und diese für eine erfolgreiche politische Kommunikation einzusetzen.</p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;&#8230; nicht nur die Einsicht der Menschen wächst, sondern auch deren Zuversicht.&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quot_nicht_nur_die_einsicht_der_menschen_waechst_sondern_auch_deren_zuversichtquot-199/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Tim Geelhaar]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Jul 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeitsarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Béla Anda]]></category>
		<category><![CDATA[Regierungssprecher]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="normal">
<b><b>Béla Anda, Regierungssprecher, 
war am 12. Juli zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de 
und politik-digital.de. Er sprach über die anstehenden Wahlen, 
die Notwendigkeit von Reformen und seine Rolle als Regierungssprecher.</b></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="normal">
<b><b>Béla Anda, Regierungssprecher,<br />
war am 12. Juli zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de<br />
und politik-digital.de. Er sprach über die anstehenden Wahlen,<br />
die Notwendigkeit von Reformen und seine Rolle als Regierungssprecher.</b></b><!--break-->
</p>
<p class="normal">
<b>Moderator:</b> Liebe Politik-Interessierte,<br />
willkommen im tacheles.02-Chat. Unsere Chat-Reihe wird veranstaltet<br />
von tagesschau.de und politik-digital.de und unterstützt von<br />
tagesspiegel.de. Unser Gast heute ist Regierungssprecher Béla<br />
Anda. Guten Tag, Herr Anda!
</p>
<p>
<b>Béla Anda:</b> Guten Tag.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herr Anda, zuletzt lief im Fernsehen<br />
die Serie Kanzleramt. Wie viel hat die Sendung mit der Realität<br />
zu tun?
</p>
<p>
<b>Béla Anda:</b> Wenig. Es mag so sein, dass<br />
sie Politik zeigt, wie man sich Politik in Fernsehstuben vorstellt.<br />
Aber all diejenigen, die näher mit Politik zu tun haben, haben<br />
schnell feststellen können, dass es sich hier um ein gutgemachtes<br />
Drama handelt. Aber um mehr auch nicht. Die Kulisse war allerdings<br />
sehr gut der Realität nachempfunden.
</p>
<p>
<b>Gert:</b> Werden Sie Ihren Job nach der Wahl behalten?
</p>
<p>
<b>Béla Anda</b>: Ja, Gert.
</p>
<p>
<b>doro34:</b> Ist die Berichterstattung zum Wahlkampf<br />
Ihrer Meinung nach ausgewogen genug?
</p>
<p>
<b>Béla Anda: </b>Als Regierungssprecher kann<br />
ich mich schwer zum Wahlkampf und der entsprechenden Berichterstattung<br />
darüber äußern. Zumal die Entscheidung des Bundespräsidenten,<br />
ob es tatsächlich Neuwahlen geben wird, noch aussteht. Allerdings<br />
hätte ich mir gewünscht, dass kritischer hinterfragt wird,<br />
welche tatsächlichen Belastungen die von der Union geplante<br />
Mehrwertsteuererhöhung für die Bürgerinnen und Bürger<br />
zu Folge hat &#8211; gerade für Renterinnen und Rentner, Studenten<br />
und Familien mit Kindern. Die würden durch die von der Union<br />
geplanten Mehrwertsteuererhöhung besonders belastet. Sie wäre<br />
zudem Gift für das Anziehen der Binnenkonjunktur.
</p>
<p>
<b>Zoonpoliticon:</b> Warum muss ein Regierungssprecher<br />
eigentlich Journalist sein &#8211; wäre ein Rhetorikprofessor nicht<br />
besser geeignet?
</p>
<p>
<b>Béla Anda:</b> Ein Rhetorikprofessor spricht<br />
in der Regel mit Studentinnen und Studenten, aber eine Regierungspressekonferenz<br />
ist keine Lehrveranstaltung und der Saal der Bundespressekonferenz<br />
kein Hörsaal. Der Regierungssprecher muss Mittler sein zwischen<br />
der Politik und den Journalisten. Dafür muss er die Anforderungen<br />
des Journalismus kennen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Aber trotzdem noch mal gefragt: Die<br />
Regierung steht stark unter Druck &#8211; wie kann man da immer bei der<br />
Wahrheit bleiben und trotzdem gut aussehen?
</p>
<p>
<b>Béla Anda:</b> Die Regierung steht nicht unter<br />
Druck. Der Bundeskanzler Gerhard Schröder hat den Weg zu möglichen<br />
Neuwahlen bewusst freigemacht, um eine Entscheidung der Bürgerinnen<br />
und Bürger über eine Fortsetzung des Reformkurses &#8211; verbunden<br />
mit der Agenda 2010 &#8211; zu erbitten. Über die Debatten, die es<br />
im Vorfeld auch innerhalb der SPD gegeben hat, ist ausführlich<br />
berichtet worden.
</p>
<p>
<b>Rote Grütze:</b> Wie sehr nützen der Regierung<br />
Ihre Kontakte zum Hause Springer?
</p>
<p>
<b>Béla Anda:</b> Nicht in einem Maße, dass<br />
es die Berichterstattung beeinflussen könnte. Hier geht es<br />
um einen professionellen Umgang miteinander. Für mich war es<br />
hilfreich, die Bild-Zeitung auch einmal von innen gesehen zu haben.
</p>
<p>
<b>Holzhacke:</b> Könnten Sie sich vorstellen, wieder<br />
als Reporter zu arbeiten?
</p>
<p>
<b>Béla Anda:</b> Im Moment nicht. Aber wer weiß,<br />
was das Leben so mit sich bringt.
</p>
<p>
<b>RonnyBock:</b> Wie kommt man zu einem Job wie Sie<br />
ihn haben?
</p>
<p>
<b>Béla Anda:</b> Ich habe ein Volontariat, also<br />
eine Ausbildung zum Journalisten gemacht. Dann Politik in Berlin<br />
und an der London School of Economics studiert. Während meines<br />
Studiums habe ich für Zeitungen und Zeitschriften als freier<br />
Mitarbeiter gejobbt. Nach Ende meines Studiums begann ich bei der<br />
Bild-Zeitung und habe in dieser Phase mit meinem damaligen Kollegen<br />
Rolf Kleine ein Buch über Gerhard Schröder geschrieben<br />
&#8211; die erste Biographie, die es über ihn gab. Während der<br />
Arbeiten zu dem Buch wurde unser Verhältnis enger. Schließlich<br />
fragte er mich 1998, ob ich Mitglied seines Teams werden wolle.<br />
Und ich habe zugesagt.
</p>
<p>
<b>PSinger:</b> Herr Anda, in welcher persönlichen<br />
Beziehung stehen Sie zu Herrn Schröder?
</p>
<p>
<b>Béla Anda:</b> Ich habe ihn erstmals während<br />
meines Volontariats, also 1985 oder 1986 getroffen. Seit 1993 habe<br />
ich ihn journalistisch enger begleitet, seit 1998 arbeite ich für<br />
ihn direkt. Das heißt, ich habe seit längerer Zeit mit<br />
ihm zu tun, arbeite gerne für ihn. Aber es gibt andere, die<br />
länger für ihn arbeiten.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wie kommt man als Bild-Mann zur SPD<br />
fragt sich dieser User:
</p>
<p>
<b>Varus:</b> Ich dachte Springer steht eher zum konservativen<br />
Lager?!?
</p>
<p>
<b>Béla Anda:</b> Ausnahmen bestätigen die<br />
Regel.
</p>
<p>
<b>Jay Stoltzenberg:</b> Herr Anda, Sie sind das Sprachrohr<br />
der Regierung. Ärgert es da manchmal, dass man neutral bleiben<br />
muss?
</p>
<p>
<b>Béla Anda:</b> Auch wenn ich mich zur Sachlichkeit<br />
verpflichtet fühle, so vertrete ich dennoch die von Bundeskanzler<br />
Gerhard Schröder geführte Bundesregierung und identifiziere<br />
mich daher auch mit ihren Zielen, indem ich sie beschreibe.
</p>
<p>
<b>frank.farenski:</b> Wie empfindet man es mental, wenn<br />
die Presse permanent auf die eigene Regierung einprügelt? Ist<br />
das frustrierend? Kann man da überhaupt gegensteuern? Ist die<br />
ganze Kritik an der Regierung in Ihren Augen ein Missverständnis?
</p>
<p>
<b>Béla Anda:</b> Ja, man kann. Durch stetige<br />
Arbeit und konsequente Darstellung dessen, was die Bundesregierung<br />
durch Reformen mit der Agenda 2010 auf den Weg gebracht hat. Dies<br />
trägt Früchte. So berichtet das Magazin Capital in seiner<br />
neuesten Ausgabe über das Comeback der Deutschen und analysiert:<br />
&quot;Konzerne schreiben Rekordgewinne&quot;, &quot;Reformen zeigen<br />
erste Erfolge&quot;. Im Übrigen, keinem meiner Vorgänger<br />
ist es, was den Kern Ihrer Frage angeht, anders ergangen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Sie sind erst seit relativ kurzer Zeit<br />
SPD-Mitglied: Warum sollte man gerade heute in die SPD eintreten?
</p>
<p>
<b>Béla Anda:</b> Weil sie modern ist, für<br />
soziale Gerechtigkeit und für Zukunft steht. Es freut mich,<br />
dass gerade in den letzten Monaten vermehrt und insbesondere junge<br />
Menschen eine ähnliche Entscheidung getroffen haben.
</p>
<p>
<b>supernico:</b> Lieber Herr Anda, man bekommt den Eindruck,<br />
dass bis zu den Neuwahlen Stillstand in Deutschland herrscht. Haben<br />
Sie überhaupt noch etwas zu tun bis zu den Neuwahlen?
</p>
<p>
<b>Béla Anda:</b> Es gibt mehr zu tun &#8211; noch mehr<br />
zu tun &#8211; als üblicherweise zur Sommerzeit. Morgen findet zum<br />
Beispiel eine Kabinettssitzung mit einer umfangreichen Tagesordnung<br />
statt, wie im übrigen jeden Mittwoch. Die Ergebnisse werden<br />
im Anschluss von mir bei der Regierungspressekonferenz erläutert.<br />
Diese Pressekonferenzen gibt es dreimal die Woche. Es gibt auch<br />
sonst viel zu tun, der G8-Gipfel der letzten Woche zeigt auch auf<br />
beklemmende Art und Weise, dass Regierungshandeln gerade auch in<br />
dieser Phase gefordert ist.
</p>
<p>
<b>sven26:</b> Wollen Sie nach Ihrer Zeit als Regierungssprecher<br />
wieder als Journalist für eine Zeitung arbeiten?
</p>
<p>
<b>Béla Anda:</b> Ich arbeite daran, meinen Job<br />
gut zu machen. Was einmal sein wird, darüber habe ich mir noch<br />
keine ernsthaften Gedanken gemacht. Dies würde die Konzentration<br />
von der gegenwärtigen Aufgabe nehmen. Und das will ich nicht.
</p>
<p>
<b>rdl:</b> Ich verfolge seit langem die Talkbeiträge/aussagen<br />
der Politiker. Auf konkrete Fragen entziehen sich alle mit Rhetorik<br />
der konkreten Beantwortung. Nichts ist transparent oder ehrlich!<br />
Was sagen Sie dazu?
</p>
<p>
<b>Béla Anda:</b> Das ist ein sehr pauschales<br />
Urteil. Nicht alle Politiker kann man in einen Topf werfen. Es gibt<br />
gelegentlich die Notwendigkeit, Dinge nicht vorschnell herauszuposaunen.<br />
Grundsätzlich aber ist mein Eindruck, dass in den letzten drei<br />
Jahren mehr Klarheit beim Benennen von Problemen und möglichen<br />
Lösungen herrscht. Denken Sie an die Sprüche aus den 80er<br />
und 90er Jahren: &quot;Die Rente ist sicher&quot;. Das würde<br />
so heute keiner mehr sagen. Diese Bundesregierung war es, die die<br />
Notwendigkeit einer umfassenden Rentenreform erkannt hat, umgesetzt<br />
hat und den Mut hatte, dieses auch der Öffentlichkeit offen<br />
zu sagen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Fragen zur Zukunft des Kanzlers<br />
im Paket:
</p>
<p>
<b>Zort:</b> Wenn sich Horst Köhler gegen Neuwahlen<br />
entscheidet: Tritt der Bundeskanzler dann zurück, um Neuwahlen<br />
zu ermöglichen? Und wenn nicht: Was machen Sie dann?
</p>
<p>
<b>Heidi:</b> Was wird die Bundesregierung machen, wenn<br />
Bundespräsident Köhler den Bundestag nicht auflöst?<br />
Wird Schröder zurücktreten?
</p>
<p>
<b>Béla Anda:</b> Keiner sollte versuchen, auch<br />
ich nicht im Chat, den Bundespräsidenten und seine kommende<br />
Entscheidung in irgendeiner Weise vorwegzunehmen oder über<br />
sie zu spekulieren. Das gebietet schon der Respekt vor dem Amt des<br />
Bundespräsidenten. Der Bundeskanzler hat deutlich gemacht,<br />
wiederholt deutlich gemacht, dass er in einem solchen &#8211; wie auch<br />
immer theoretischen Fall &#8211; nicht zurücktreten würde.
</p>
<p>
<b>ForeignX:</b> Hat man als Regierungssprecher in irgendeiner<br />
Form Einfluss auf die Politik die gemacht wird?
</p>
<p>
<b>Béla Anda:</b> Die Frage lässt sich nicht<br />
in zwei Zeilen beantworten.
</p>
<p>
<b>boehne:</b> Wird es ein TV-Duell zwischen Merkel und<br />
dem Bundeskanzler geben?
</p>
<p>
<b>Béla Anda:</b> Frau Merkel hat gestern erklärt,<br />
sie wäre als Herausforderin zu einem solchen TV-Duell bereit.<br />
Der Bundeskanzler hat das schon über seine Pressekonferenz<br />
am letzten Dienstag erklärt, er würde an der Tradition<br />
festhalten. So der Bundespräsident Neuwahlen vorschlägt,<br />
wird es also wieder &#8211; wie vor drei Jahren &#8211; mindestens zwei TV-Duelle<br />
geben, eines davon übertragen von ARD und ZDF, das andere übertragen<br />
von RTL und Sat1.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Der Kanzler hat einen &quot;Wahlkampf<br />
wie noch nie&quot; angekündigt. Das ist spannend. Was kommt<br />
da auf uns zu?
</p>
<p>
<b>Béla Anda:</b> Sie werden verstehen, dass ich<br />
mich als Regierungssprecher nicht zum Wahlkampf und der Wahlkampfstrategie<br />
äußern kann und äußern will. Nur soviel vielleicht:<br />
Der Kanzler wird vollen Einsatz zeigen, um für die Reformen<br />
der Agenda 2010 zu werben. Er hat seit 1986 sechs Wahlkämpfe<br />
als Spitzenkandidat bestritten, in jedem hat er entweder dazu gewonnen<br />
oder die Wahl gewonnen &#8211; auch aus bisweilen scheinbar aussichtsloser<br />
Situationen.
</p>
<p>
<b>wosinddiefilme:</b> Ist es der Bundesregierung gelungen<br />
zu vermitteln, warum es Reformen geben muss? Und wie erklären<br />
sich dann die Umfrageergebnisse?
</p>
<p>
<b>Béla Anda:</b> Uneingeschränkt ja. Mehr<br />
als 2/3 der Bevölkerung wissen, dass es und warum es Reformen<br />
geben muss. Die Informationsarbeit des Presse- und Informationsamtes<br />
der Bundesregierung hat wesentlich dazu beigetragen, die Zahl wesentlich<br />
zu erhöhen und damit auch die Kenntnisse über Inhalte.<br />
Allerdings &#8211; wenn es um den einzelnen geht &#8211; so ist die Mehrheit,<br />
die für Reformen im Allgemeinen sind, wieder in der Minderheit.<br />
Titelgeschichten, wie in der neuesten Ausgabe von Capital, Analysen<br />
von großen Stiftungen über die durch die Reformen besser<br />
nutzbar gemachten Potentiale Deutschlands stimmen mich allerdings<br />
optimistisch, dass nicht nur die Einsicht der Menschen wächst,<br />
sondern auch deren Zuversicht.
</p>
<p>
<b>Zuckerp1:</b> Welche Auswirkungen hat der Anschlag<br />
in London auf den SPD-Wahlkampf?
</p>
<p>
<b>Béla Anda:</b> Ich wiederhole mich, wenn ich<br />
sage, dass ich als Regierungssprecher schwerlich etwas über<br />
die Gestaltung von Wahlkämpfen sagen kann. Der Anschlag von<br />
London hat den zeitgleich beim G8-Weltwirtschaftsreffen versammelten<br />
Staats- und Regierungschefs die Agenda, mehr zur Bekämpfung<br />
von Hunger und Armut in der 3. Welt und mehr für den Schuldenabbau<br />
zu tun, nicht kaputt machen können. Er hat aber auf schreckliche<br />
Art und Weise deutlich gemacht, dass es im Kampf gegen den internationalen<br />
Terrorismus kein Nachlassen geben darf.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Als Regierungssprecher und auch als<br />
Journalist: Wie beurteilen Sie das CDU- Wahlprogramm?
</p>
<p>
<b>Béla Anda:</b> Als Regierungssprecher äußere<br />
ich mich nicht zu politischen Programmen. Allein die Ankündigung,<br />
die Mehrwertsteuer um 2 % von 16 auf 18 % zu erhöhen, ist Gift<br />
für die Konjunktur und schädigt die anziehende Inlandsnachfrage.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Unsere 60 Minuten Politik-Chat sind<br />
um. Vielen Dank für das große Interesse. Herzlichen Dank<br />
an Sie, Herr Anda, dass Sie sich die Zeit für den Chat genommen<br />
haben! Das Chat-Protokoll finden Sie wie immer auf den Seiten der<br />
Veranstalter. Der nächste Chat findet bereits morgen von 13.00<br />
bis 14.00 Uhr statt. Zu Gast ist dann Thüringens Ministerpräsident<br />
Dieter Althaus.
</p>
<p>
<b>Béla Anda:</b> Vielen Dank für das Interesse<br />
und ich freue mich aufs nächste Mal.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Das Internet ist einfach eine schöne Möglichkeit für uns, Präsenz zu zeigen.&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/der-vatikan-im-netz/das_internet_ist_einfach_eine_schoene_moeglichkeit_fuer_uns_praesenz_zu_zeigen-559/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Mar 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Der Vatikan im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Katholische Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Josefa Harter]]></category>
		<category><![CDATA[Kloster]]></category>
		<category><![CDATA[Kloster Hegne]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeitsarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/das_internet_ist_einfach_eine_schoene_moeglichkeit_fuer_uns_praesenz_zu_zeigen-559/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Entrücktes Leben in aller Abgeschiedenheit, fern von allen weltlichen Einflüssen 
- das ist die Vorstellung, die gemeinhin vom Leben der Brüder und Schwestern 
im Kloster vorherrscht. Doch <a href="http://www.orden-online.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Orden 
online</a> und <a href="http://www.orden.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Orden.de</a> belehren 
eines Besseren: Das Gros der deutschen Ordensgemeinschaften nutzt das Internet 
als modernes Kommunikationsmittel. Wie das ins Klosterleben passt, wie Ordensschwestern 
den Weg ins Internet finden und was dabei herauskommt, erzählte Schwester Josefa 
Harter von den Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz im Interview mit politik-digital.de</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Entrücktes Leben in aller Abgeschiedenheit, fern von allen weltlichen Einflüssen<br />
&#8211; das ist die Vorstellung, die gemeinhin vom Leben der Brüder und Schwestern<br />
im Kloster vorherrscht. Doch <a href="http://www.orden-online.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Orden<br />
online</a> und <a href="http://www.orden.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Orden.de</a> belehren<br />
eines Besseren: Das Gros der deutschen Ordensgemeinschaften nutzt das Internet<br />
als modernes Kommunikationsmittel. Wie das ins Klosterleben passt, wie Ordensschwestern<br />
den Weg ins Internet finden und was dabei herauskommt, erzählte Schwester Josefa<br />
Harter von den Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz im Interview mit politik-digital.de</span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="font-family: Arial,helvetica; color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Schwester<br />
Josefa, wie sind Sie dazu gekommen, sich mit dem Internet zu befassen?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Schwester Josefa</b>: Wir sind seit 1996 im Internet, zunächst nur mit Email,<br />
seit 1997 auch mit einer eigenen Homepage. Als Ausbildungsleiterin war ich auch<br />
für Öffentlichkeitsarbeit zuständig, und da stellt sich immer wieder die Frage,<br />
wie verstehen wir uns, was ist in der heutigen Zeit unsere Aufgabe, wie geben<br />
wir nach außen Auskunft. Es war für uns naheliegend, uns auch in diesem neuen<br />
Medium zu präsentieren, denn dies ist eine unaufdringliche Form, die auch Menschen<br />
erreicht, die sonst nicht direkt ins Kloster kommen.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="font-family: Arial,helvetica; color: #ff6600"></span></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="font-family: Arial,helvetica; color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wieviel<br />
Zeit verwenden Sie auf die Internetgestaltung &#8211; machen Sie das nebenbei?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Schwester Josefa</b>: Als Ausbildungsleiterin war ich persönlich beteiligt<br />
an der Gestaltung der Internetseiten. Intensiv beschäftige ich mich erst seit<br />
etwa einem halben Jahr mit dem Internet, seit ich nicht mehr Ausbildungsleiterin<br />
bin und mich verstärkt der Öffentlichkeitsarbeit widme.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="font-family: Arial,helvetica; color: #ff6600"></span></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="font-family: Arial,helvetica; color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wo<br />
haben Sie die nötigen Kenntnisse erworben?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Schwester Josefa</b>: Selbst eingeben kann ich noch nicht, die technische Verwaltung<br />
macht Herr Luft für uns, der Lehrer an unserer Schule ist. Ich stelle ihm die<br />
Texte zur Verfügung, bespreche den graphischen Auftritt mit ihm und informiere<br />
ihn über die aktuellen Termine. Ich denke aber, dass ich in nächster Zeit auch<br />
lernen möchte, wie man die Inhalte eingibt.<br />
Es gibt übrigens Mitschwestern, die an der Schule schon seit mehreren Jahren Internet-Kurse<br />
geben. Jetzt haben wir auch hier im Kloster die Möglichkeit eröffnet, Grundkurse<br />
in Word, Excel, der Internet- und Email-Nutzung zu belegen. Alle sollen die Möglichkeit<br />
haben, den Computer und das Internet zu nutzen. Wer es beruflich braucht, also<br />
z.B. die Verwaltung oder auch die Öffentlichkeitsarbeit, hat eine eigene Email-Adresse.<br />
Die übrigen Schwestern können in den einzelnen Häusern über eine Sammeladresse<br />
erreicht werden bzw. mit einem Passwort Gebrauch von den Computern machen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="font-family: Arial,helvetica; color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Was<br />
versprechen Sie sich von dem Internet-Auftritt Ihres Klosters?<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Schwester Josefa</b>: Neben der bereits genannten Idee, auch Menschen zu uns<br />
zu führen, die auf anderen Wegen nicht kommen würden, verfolgen wir immer den<br />
Grundsatz &quot;Immer wieder neue Wege zu den Menschen finden&quot;. Wichtig ist das Internet<br />
als Medium besonders für unser Jugendhaus. Die dort angebotenen Programme kann<br />
man über das Internet abrufen, und die Anmeldungen erfolgen schon häufig über<br />
Email. Ein weiteres Beispiel sind unsere Konzerte, zu denen deutlich mehr Leute<br />
kommen als zu der Zeit, wo wir noch nicht im Internet zu finden waren. Wir haben<br />
außerdem auch von außen die Bitte bekommen, unsere Gottesdienst- und Gebetszeiten<br />
im Internet zu veröffentlichen, damit die Menschen auch spontan dazukommen können.<br />
Das Internet ist einfach eine schöne Möglichkeit für uns, Präsenz zu zeigen.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="font-family: Arial,helvetica; color: #ff6600"></span></b></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="font-family: Arial,helvetica; color: #ff6600">politik-digital:</span></b><br />
Vielen Dank für das Gespräch.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b></b></span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Podcasts &#8211; PR-Tool der Zukunft?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzkultur-podcastdboelter-shtml-2919/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/netzkultur-podcastdboelter-shtml-2919/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[tpraus]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Mar 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeitsarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/netzkultur-podcastdboelter-shtml-2919/</guid>

					<description><![CDATA[
                            Endlich ist es für politische Akteure möglich, die Bevölkerung auf innovative Art und Weise zielgruppen-spezifisch anzusprechen. Dietrich Boelter und Thomas Praus berichten über die Idee des Podcastings als PR-Instrument
                          ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
                            <strong>Endlich ist es für politische Akteure möglich, die Bevölkerung auf innovative Art und Weise zielgruppen-spezifisch anzusprechen. Dietrich Boelter und Thomas Praus berichten über die Idee des Podcastings als PR-Instrument</strong>
                          </p>
<p><!--break--></p>
<p>Stellen Sie sich vor, an politisch Interessierte Dokumente der Zeitgeschichte wie Reden oder aber historische Live-Schnitte direkt auf den MP3-Player zu übertragen. Eine neue moderne Form von Bürgerkommunikation kann dadurch entstehen und sollte im digitalen Zeitalter auch genutzt werden. Denn wer hat heute noch die Zeit, anspruchvolle Artikel oder Debatten wirklich zu lesen und intensiv zu verfolgen? Festzustellen ist aber die rasant steigende Nutzung von politischen und unterhaltenden Hörbüchern und -sendungen. Diese anregende Form der Kommunikation sollten sich politische Akteure zu nutzte machen, um sich so bei den Bürgern buchstäblich Gehör zu verschaffen.<br />
                          <br />Auf dieser Basis ist schon heute politisches<br />
                          <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Podcasting">Podcasting</a> möglich: der Bürger wird seine Lieblingsradiosendung, seine Lieblingspublikationen, seine Lieblingsautoren- und Kommentare oder die letzte Rede vom Bundeskanzler über Nacht auf seinen MP3 – Player laden und morgens auf dem Weg zur Arbeit hören.</p>
<p>
                            <strong>Hintergrund</strong>
                          </p>
<p>„Podcasting“ bedeutet somit nichts anderes als den automatischen Download von Soundfiles aus dem Internet, direkt auf den tragbaren Player. Das Wort „Podcast“ spielt mit den Ausdrücken Broadcasting (Radio) und iPod (dem populären MP3 – Player aus dem Hause Apple). Man kann Sendungen, Beiträge, Musik, Interviews, oder sogar Hörbücher von verschiedensten Seiten abonnieren und bekommt sie direkt auf seinen MP3 – Player geladen. Ob man dabei einen PC benutzt oder einen Mac ist egal. Die Inhalte sind allesamt gratis, Urheberrechtsfragen bleiben aber auch hier zum Teil ungeklärt.<br />
                          <br />Der Erfolg des iPod mit seinen weltweit 23,5 Mio. verkauften Exemplaren und vergleichbarer Abspielgeräte mit Speicherkapazitäten von mehreren Gigabytes, sowie günstige Flatrates und schnelle Internet-Verbindungen machen dieses Format so interessant.</p>
<p>
                            <strong>Anwendung / Technik</strong>
                          </p>
<p>Technisch werden Podcasts in Form der bereits von<br />
                          <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Blog">Weblogs</a> bekannten<br />
                          <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/RSS">RSS-Feeds</a> angeboten, die so genannte<br />
                          <a href="http://www.gotilk.com/bittorrent_podcast.html">Enclosures</a> enthalten. Das sind spezielle Links innerhalb des Feeds, die auf die Audiodateien verweisen. Man benötigt ein Programm, das die Feeds regelmäßig nach neuen Enclosures kontrolliert und diese dann automatisch herunterlädt. Die zur Zeit populärsten Programme für Windows sind der iPodder und Nimiq. Die Programme enthalten standardmäßig eine ständig aktualisierte Liste von Seiten, die abonniert werden können.<br />
                          <br />So kann man sich entweder Sendungen aus der Liste des Programms aussuchen oder manuell eine Webseiten &#8211; Adresse eingeben. Die gewählten Seiten werden dann regelmäßig vom Programm abgefragt, neue MP3s heruntergeladen, auf den Player verschoben und eine Playlist angelegt.</p>
<p>
                            <img decoding="async" height="282" src="images/podcast.jpg" width="383" alt="" />
                          </p>
<p>                          <em>Screenshot Nimiq</em><br />
                          </p>
<p>
                            <strong>Beispiele</strong>
                          </p>
<p>Die Deutsche Welle liefert langsam gesprochene Nachrichten auf deutsch, der Hörbuch – Verlag Audible bietet auf seiner Seite<br />
                          <a href="http://www.audibleblog.de">audibleblog.de</a> neben Kostproben aus aktuellen Hörbüchern u.a. auch die gesprochenen Beiträge der Zeit oder des Handelsblatts an. Man kann Dateien zum Sprachen lernen abonnieren, Filmrezensionen, Sportnachrichten und natürlich Musik. Das Verzeichnis<br />
                          <a href="http://www.ipodder.org/directory/4/podcasts/categories/politics">Politics</a> im iPodder umfasst mehr als 30 Seiten, zur Zeit allerdings noch ausnahmslos auf Englisch.</p>
<p>                          <strong>Öffentliches Interesse und Bedeutung</strong></p>
<p>Dieses neue Technik ist außerordentlich praktisch und zur Zeit eines der heißesten Themen im Internet. Die öffentliche Aufmerksamkeit und die Menge der Artikel nimmt täglich zu. Die Deutsche Welle und auch der WDR haben sich bereits mit dem Phänomen beschäftigt, die BBC bereits ein eigenes Podcast-Projekt gestartet und auch bei der Wired gibt es natürlich einen Artikel.<br />
                          <br />Für PR-Kampagnen tut sich hier ein neuer Kanal auf, Informationen in Form von Radiosendungen über das Internet direkt an Multiplikatoren und Interessierte zu liefern. So könnten z.B. Interviews, O – Töne und Reportagen schnell und direkt ins Netz gestellt werden. </p>
<p>
                            <strong>Fazit</strong>
                          </p>
<p>Das Internet hat von Anfang an Text, Ton und (Bewegt-)Bild zusammengeführt. RSS-Feeds haben das Internet vom Pull- zum Push-Medium gewandelt, bisher aber hauptsächlich für Textinhalte. Podcasts machen deutlich, dass auch Audio- und Video-Inhalte sich auf dem Weg vom Push zum Pull befinden.<br />
                          <br />Noch ist die Technik ist nicht voll ausgereift, aber sicher gibt es aber schon bald neue Versionen, die benutzerfreundlicher sind und perfekt funktionieren. Spätestens dann dürfte das Podcasting Einzug in die Portfolios der PR-Instrumente halten.<br />
                          <br />Ob politische Kampagnen oder Markenkommunikation, die Möglichkeit die Zielgruppe proaktiv und „really simple“ (RSS= Really Simple Syndication“) mit den gewünschten Informationen in allen medialen Formaten zu versorgen, wird das Internet als Kommunikationskanal weiter an Bedeutung gewinnen lassen.</p>
<p class="fett">Die Autoren Dietrich Boelter und Thomas Praus sind bei<br />
                          <a href="http://www.a-b.de">Ahrens &amp; Bimboese</a>,<br />
                          <a href="http://www.f2n.de">face2net</a>, Agentur für Onlinekommunikation tätig.</p>
<p>
                            <br />
                            <strong>Links zum Thema Podcasting</strong>
                          </p>
<div class="tidy-3">
<p>
                              <a href="http://ipodder.sourceforge.net/news/index.php">iPodder</a><br />
                              <br />
                              <a href="http://www.nimiq.nl/">Nimiq</a><br />
                              <br />
                              <a href="http://www.dw-world.de/dw/0,1595,8030,00.html">Deutsche Welle RSS Feed</a><br />
                              <br />
                              <a href="http://www.bbc.co.uk/radio4/history/inourtime/mp3_podcast.shtml">Podcast Projekt der BBC</a><br />
                              <br />
                              <a href="http://www.audible.de/adde/anon/howItWorks.jsp?BV_SessionID=@@@@0020443786.1109677179@@@@&amp;BV_EngineID=cccdadddmjihmmkcefecegedfhfdhfn.0&amp;uniqueKey=1109677347486&amp;greenMeter=yes">Audible</a></p>
<p>                              <a href="http://www.openpodcast.org/">Openpodcast.org</a><br />
                              <br />
                              <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Podcasting">Podcasting-Artikel mit Linkliste auf Wikipedia</a><br />
                              <br />
                              <a href="http://www.podcast411.com/page5.html">How To Podcast</a><br />
                              <br />
                              <a href="http://groups.yahoo.com/group/podcasters/">Podcast Yahoo Groups</a><br />
                              <br />
                              <a href="http://www.podster.de/">Podster.de</a><br />
                              <br />
                              <a href="http://wiki.podcast.de/index.php/Hauptseite">Podcast Wiki</a><br />
                              <br />
                              <a href="http://www.podcast.de/">Podcast.de</a><br />
                              <br />
                              <a href="http://www.ipod-fun.de/">iPod Fun</a><br />
                              <br />
                              <a href="http://www.starfrosch.ch/starfrosch/index.php?module=pagesetter&amp;tid=7">Starfrosch Audioblog Podcast<br />
                              <br /></a>
                            </p>
</p></div>
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