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	<title>Offliner &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Lernen und Vernetzen: Digitales Leben im Alter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jonas Hartmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Aug 2019 08:12:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Senior*innen, die den Eintritt in die digitale Welt wagen, erhoffen sich einiges von diesem Schritt. Und das zurecht, denn während wir Nutzer der Generation Y bereits mit der Bequemlichkeit und dem Unterhaltungsfaktor der digitalen Medien aufgewachsen sind, können Senioren durch digitale Tools neue Möglichkeiten der Vernetzung und der Mobilität für sich entdecken.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Das Bedürfnis nach Selbstbestimmung ist für ältere Menschen, nach der körperlichen und geistigen Gesundheit, der zweitwichtigste Faktor für ein erfülltes Leben, so eine <a href="https://www.generali.de/resource/blob/13860/b8ce6359be326245bf0e794e551fc75b/20170103-generali-altersstudie-2017-pdf-data.pdf">Studie</a>. Dies entspricht oft dem Wunsch, möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben und den Alltag selbständig zu bewältigen.</p>
<p>Genau dazu befähigen sie digitale Hilfsmittel. Wir haben bei Dagmar Hirche nachgefragt, Vorsitzende des Vereins „<a href="https://www.wegeausdereinsamkeit.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wege aus der Einsamkeit</a>“, der sich auch mit digitalen Mitteln gegen die zunehmende Isolation von Senioren engagiert. Bei den neuen Silver-Surfern erfreuen sich vor allem Kartendienste, Übersetzerprogramme, die Angebote der öffentlichen Verkehrsmittel wie beispielsweise der Bahn, aber auch Toiletten-Finder-Apps großer Beliebtheit; sie helfen älteren Menschen bei der Fortbewegung und Orientierung, berichtet Hirche. Mit digitalen Programmen können die User Gedächtnis- oder Mobilitätsprobleme kompensieren; die Informationsvielfalt im Netz fördert das lebenslange Lernen und kann Menschen in hohem Alter geistig fit halten.</p>
<p>Auch die Vernetzung und aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erfordert zunehmend die digitale Komponente. Sei es nun, um mit den Enkel*innen in Kontakt zu bleiben, die gerade ein Auslandssemester machen, sei es, um sich umfangreich über individuelle Interessen, das Weltgeschehen oder Angebote im eigenen Umfeld zu informieren. „Vieles gibt es heute nur noch digital, von leicht zugänglichen Informationen, über die Terminvergabe beim Arzt oder der Behörde, bis zu preiswerteren Angeboten“, so Dagmar Hirche.</p>
<h3>Antworten auf den digitalen Wandel</h3>
<p>Immer mehr Bereiche des Lebens finden in der digitalen Sphäre statt. Ältere Menschen bleiben dabei oftmals auf der Strecke, da sie von Entwicklern nicht als Zielgruppe wahrgenommen oder zu wenig berücksichtigt werden. Viele frühere Offliner haben zum Beispiel ein höheres Sicherheitsbedürfnis und sind vorsichtiger, was die Weitergabe von persönlichen Daten betrifft.</p>
<p>Dagmar Hirche schildert die Herausforderungen, denen sich ältere Menschen ausgesetzt sehen: „Sie verstehen die, in der digitalen Welt viel genutzte, englische Sprache nicht, haben Angst etwas kaputt zu machen oder in eine Abofalle zu geraten. Zudem gibt es einen Mangel an kostenfreien Möglichkeiten, den Umgang zu erlernen und gleichzeitig eine große Menge an neuem Wissen und Informationen, die erdrückend wirken kann.“</p>
<p>An diesen Stellen müssen Entwickler*innen, aber auch wir jüngeren Nutzer*innen ansetzen. Einerseits muss es Angebote geben, die auf ältere Nutzer zugeschnitten sind, denn viele bereits existierende Programme oder Apps wären für ältere Menschen eine immense Erleichterung im Alltag. Die Nutzung der Lieferdienste von Supermärkten ist hier nur ein Beispiel. Auch medizinische Angebote, wie beispielsweise telemedizinische Sprechstunden oder digitale Apotheken können gerade für diese Zielgruppe interessant sein. Andererseits sind jedoch auch wir Jungen in der Verantwortung, die nicht digitalen Menschen (nicht nur der älteren Generation) an die digitale Welt und bereits existierende Angebote heranzuführen und sie bei der Nutzung zu unterstützen.</p>
<h3>Neue Konzepte für digitale Vernetzung auf dem Land</h3>
<p>Aufgrund des Strukturwandels, der durch die Landflucht der jungen Generation und dem daraus resultierenden Schwund von Infrastruktur auf dem Land erfolgt, sind aber auch neue umfangreichere Konzepte mit digitalen Komponenten vonnöten, um Menschen im Alter ein Leben in ihrem gewohnten Umfeld zu ermöglichen.</p>
<p>Gerade in ländlichen Regionen sind ältere Menschen oft isoliert, hier gibt es laut Dagmar Hirche „noch weniger Angebote für Menschen 65 plus, es fehlt die nötige Infrastruktur und bei den politischen Gremien der Wille und die Forderung, dass Digitale Bildung nicht ab dem Renteneintrittsalter enden darf.“ Eine schlechte ärztliche Versorgung verschärft diese Situation noch und bedeutet für diejenigen, deren Mobilität, beispielsweise durch körperliche Beschwerden in Kombination mit mangelnden sozialen und familiären Kontakten im näheren Umfeld, eingeschränkt ist, oft frühzeitig den Weg ins Pflegeheim oder die Nutzung von mit hohem finanziellen Aufwand verbundenem privatem Pflegepersonal. Diese Situation widerspricht den Wünschen und Bedürfnissen der meisten dieser Generation Zugehörigen.</p>
<p>Die Vermittlung von digitaler Kompetenz und Unterstützung beim Erschließen der digitalen Welt wäre daher auch nur der Anfang. Um den Wünschen der Senioren gerecht zu werden, braucht es neue digitale, soziale Konzepte, die verschiedene Akteure vernetzen und durch die Bereitstellung digitaler Infrastruktur Menschen ein selbstbestimmtes Leben auf dem Land auch bis ins hohe Alter ermöglichen.</p>
<p>Eines dieser Konzepte, ist das Projekt „<a href="https://www.dorfgemeinschaft20.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dorfgemeinschaft 2.0</a>“ der Gesundheitsregion EUREGIO e.V. in der Modellregion</p>
<p><a href="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/06/Logo_Dorfgemeinschaft_CMYK-640x608-2.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-162524" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/06/Logo_Dorfgemeinschaft_CMYK-640x608-2.jpg" alt="Logo_Dorfgemeinschaft_CMYK-640x608" width="297" height="176" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/06/Logo_Dorfgemeinschaft_CMYK-640x608-2.jpg 640w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/06/Logo_Dorfgemeinschaft_CMYK-640x608-2-300x178.jpg 300w" sizes="(max-width: 297px) 100vw, 297px" /></a></p>
<p>Grafschaft Bentheim/Südliches Emsland mit sieben beteiligten Pilotkommunen. Zentrale Aspekte des Projekts sind mobile Gesundheitsangebote und die digitale Pflege durch Technisierung des Wohnraums. Ziel ist eine Steigerung der Effektivität durch Konzepte der Datenerfassung bei Pflegebedürftigen und die Vernetzung mit den Pflegenden. Durch Nutzung von IKT- (Informations- und Kommunikationstechnik) bzw. AAL-Technologien (Ambient Assisted Living/Alltagstaugliche Assistenzlösungen für ein selbstbestimmtes Leben) werden die Menschen befähigt, ihren Alltag zu einem großen Teil selbständig zu meistern, sind jedoch gleichzeitig durch die Datenübertragung an das mobile Pflegepersonal oder Angehörige abgesichert und im Notfall nicht auf sich allein gestellt. Verbunden werden diese Angebote mit einer Vernetzung der Dorfgemeinschaft über den „virtuellen Dorfmarktplatz“, über den eine gegenseitige Unterstützung, auch zwischen den Generationen, ermöglicht wird.</p>
<p>Ein weiteres Projekt ist das „<a href="https://sozialministerium.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-sm/intern/downloads/Downloads_Pflege/Innovationsprogramm-Pflege_Bericht_Technik_Walzbachtaler-Modell.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Walzbachtaler Modell</a>“ des Zentrums für Telemedizin Bad Kissingen. Auch hier geht es darum, die Pflege zu Hause zu vergleichbaren Kosten mit einer stationären Unterbringung zu ermöglichen. Dazu werden die verschiedenen Akteure der Pflege, also Vereine wie die Nachbarschaftshilfe, Privatpersonen, wie Angehörige oder Nachbar*innen, und professionelle Dienstleister*innen, über eine App verknüpft und so eine umfangreiche Betreuung sichergestellt. Auch dieses Konzept geht Hand in Hand mit einer Technisierung und Vernetzung des Wohnraums, um Sicherheit zu gewährleisten und die Versorgung an den Bedarf anzupassen. Ein sozialer Träger wie die Diakonie-Sozialstation koordiniert dann diesen sogenannten Bürger-Profi-Technik-Mix.</p>
<h3>Gemeinsam auf die Veränderungen vorbereiten</h3>
<p>In einer Gesellschaft, in der 2030 über 8% der Menschen über 80 Jahre alt sein werden und in der es bereits heute einen Pflegenotstand mit knapp 3 Millionen Pflegebedürftigen gibt, müssen Politik und Gesellschaft Konzepte fördern, die es älteren Menschen ermöglichen, sich selbst möglichst lange in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus zu versorgen. Dafür ist es gerade auf dem Land wichtig, mobile Angebote zu schaffen, um die Versorgung sicherzustellen. Und so die Entwicklung und Bereitstellung von Technik voranzutreiben, die älteren Menschen Sicherheit gibt und sie dazu befähigt ihren Alltag selbstständig zu meistern, während Angehörige und Pflegende dadurch mehr Zeit gewinnen, auf einer zwischenmenschlichen Ebene auf die Pflegebedürftigen einzugehen. Gleichzeitig kann die Vernetzung der Nutzer auch im Alter noch die Entstehung neuer sozialer Kontakte ermöglichen.</p>
<p>Die Vermittlung digitaler Kompetenz an ältere Menschen wird gerade zu einer gesellschaftlichen Kernaufgabe. Digital weniger affine Menschen brauchen bei der digitalen Transformation Begleitung, um für die Veränderungen der Pflege in den nächsten Jahren gewappnet zu sein, aber auch allgemein, um gesellschaftlich integriert zu bleiben.</p>
<p>Es wäre fatal in einer zunehmend digitalisierten Welt, eine so große Bevölkerungsgruppe, durch fehlenden Zugang zu einem wichtigen Teil gesellschaftlich relevanter Themen, auszuschließen.</p>
<p><strong>Photo by:</strong> <a href="https://unsplash.com/@elfcodobelf?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Andreea Popa</a> on <a href="https://unsplash.com/?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
<p><strong>Logo:</strong> <a href="https://www.dorfgemeinschaft20.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dorfgemeinschaft 2.0 </a></p>
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</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>&#034;Digital Natives&#034;: Von Ureinwohnern und Einwanderern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Rieder]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Aug 2014 14:35:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Gerne behauptet und doch nie schlüssig belegt, geistert das Begriffspaar von „digitalen Ureinwohnern“ und „digitalen Einwanderern“ seit mehr als zehn [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/girl_pc_bearb.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145433" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/girl_pc_bearb.jpg" alt="girl_pc_bearb" width="640" height="280" /></a>Gerne behauptet und doch nie schlüssig belegt, geistert das Begriffspaar von „digitalen Ureinwohnern“ und „digitalen Einwanderern“ seit mehr als zehn Jahren durch Internet und analoge Welt. Es ist an der Zeit, die Buzzwords beiseite zu legen und sich endlich mit den Inhalten zu beschäftigen.<b> </b><br />
Vor Kurzem veröffentlichte der Schweizer Blogger und Lehrer Philippe Wampfler einen Aufruf: „Bitte verzichtet auf den Begriff &#8216;digital natives&#8217;!“– und traf damit einen Nerv<b>. </b>Der Begriff „Digital Natives“ ist eigentlich ein alter Hut. Geprägt wurde er 2001 von dem Manager und Pädagogen Marc Prensky, der in einem Aufsatz mit dem Titel <a href="http://www.marcprensky.com/writing/Prensky%20-%20Digital%20Natives,%20Digital%20Immigrants%20-%20Part1.pdf">„Digital Natives, Digital Immigrants“</a> forderte, Lehrer müssten sich auf eine Generation einstellen, die ihr ganzes Leben „umgeben von Computern, Videospielen, Handys und all den anderen Spiel- und Werkzeugen der Digitalen Ära“ verbracht hat. Prensky behauptete, Digital Natives verfügten als „Muttersprachler“ der digitalen Sprache nicht nur über profunde Kenntnisse im Umgang mit Technologie, sondern verarbeiteten Informationen auch fundamental anders als alle Generationen vor ihnen. Auch wenn Prensky seine Behauptungen nicht belegte und sich der Artikel vor allem wie ein Werbetext für die von ihm propagierte Methode des „Digital Game-based Learning“ liest, wurde die Unterscheidung zwischen Digital Natives und Digital Immigrants zu einem beliebten Aufhänger für Diskussionen über die Implikationen der Digitalisierung.<br />
Bis heute wird mit Vorliebe ein Generationenkonflikt heraufbeschworen zwischen denen, für die eine Trennung zwischen online und offline vermeintlich nicht mehr existiert, und denen, die nicht wie selbstverständlich bloggen, posten, twittern und chatten. Doch wie steht es eigentlich um die Fakten? Geht die „Netzgeneration“ wirklich so selbstverständlich und kompetent mit Technologie um? Und unterscheidet sich ihr Mediennutzungsverhalten tatsächlich grundsätzlich von dem der älteren User?</p>
<h3>Der Mythos bröckelt</h3>
<p>Laut <a href="http://www.initiatived21.de/2013/04/pressemitteilung-nonliner-atlas-2013-zahl-der-internetnutzer-steigt-wieder-nur-geringfugig-datenschutz-und-sicherheitsbedenken-sind-haufige-grunde-fur-nichtnutzung/">(N)Onliner Atlas 2013</a> haben 97 Prozent der unter 30-jährigen Deutschen einen Internetzugang, von den 60- bis 69-Jährigen nutzen fast zwei Drittel das Netz, und bei den über 70-Jährigen sind die Offliner mit 70 Prozent deutlich in der Mehrheit. Dass jüngere Menschen das Internet stärker nutzen, ist also nicht abzustreiten. Die Studie fand allerdings noch mehr Ungleichheiten: zwischen Stadt und Land, Männern und Frauen, Menschen mit hohem und solchen mit niedrigem Bildungsabschluss, Armen und Reichen. Nicht nur das Alter hat einen Einfluss darauf, ob und wie man im Netz unterwegs ist, sondern eine Vielzahl sozioökonomischer Faktoren.<br />
Nun macht einen Menschen allein der Fakt, dass er einen Internetzugang besitzt, noch lange nicht zu einem Digital Native. <a href="http://www.manager-magazin.de/unternehmen/it/a-625126-2.html">Begeisterte Anhänger</a> des Begriffs preisen die „neue Generation“ als eine, für die das Internet nicht nur Kommunikationsmittel, sondern ein Kulturraum sei, den sie durch selbst generierte Inhalte, soziale Vernetzung und pausenlose Partizipation immer weiter ausbaue. Digital Natives hätten nicht nur eine ganz eigene Vorstellung von Freundschaft, Privatheit und Identität, sondern nutzten wie selbstverständlich die Möglichkeiten des Netzes, um ihre Meinung kund zu tun und aktiv Einfluss auf das Weltgeschehen zu nehmen. Ein wirkmächtiges Bild &#8211; nur gibt es auch zur Mediennutzung junger Menschen mittlerweile zahlreiche Studien, die ganz deutlich dafür sprechen, dass es an der Zeit ist, den Begriff Digital Natives zu entmystifizieren.<br />
Zwar verbringen Jugendliche immer mehr Zeit im Netz, die Onlineaktivitäten ersetzen jedoch lediglich den Konsum klassischer Medien und nicht andere Freizeitaktivitäten. Nichtmediale Aktivitäten wie Treffen mit Freunden und Unternehmungen mit der Familie spielen weiter eine große Rolle. Wenn man die Nutzung des Netzes durch junge Menschen genauer betrachtet, wird außerdem deutlich, dass sie es eben nicht so proaktiv und andersartig anwenden, wie von Anhängern des Digital Natives-Konzepts behauptet. Den größten Stellenwert hat laut <a href="http://www.mpfs.de/?id=613">JIM-Studie 2013</a> der kommunikative Austausch über E-Mails, Chats und soziale Medien. Die kreative Produktion von Content ist im Alltag der jungen Generation unterdessen nur von marginaler Bedeutung.<br />
Es kann also keine Rede davon sein, dass die Nutzung des Internets durch alle seit 1980 Geborenen sich fundamental von der Nutzung durch ältere Menschen unterscheidet. Die Attribute, die den Digital Natives zugeschrieben werden, treffen höchstens auf eine kleine gesellschaftliche Elite zu, die sich nicht durch ihr Alter, sondern durch eine intensive Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten des Internets auszeichnet. Einige „Silversurfer“ bewegen sich genauso sicher im Netz wie „Screenager“, entscheidend sind vor allem individuelle Interessen und sozioökonomische Faktoren.</p>
<h3>Digitale Kompetenz geht alle Altersgruppen etwas an</h3>
<p>Die Einteilung in Digital Natives und Digital Immigrants ist aber nicht nur faktisch falsch, sondern auch konzeptuell problematisch. Sie betreibt ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Othering">„Othering“</a> und stellt unüberwindbare Gegensätze her, wo keine existieren. Nicht alle jungen Menschen lassen sich in eine Schublade stecken, <a href="http://henryjenkins.org/2007/12/reconsidering_digital_immigran.html">es gibt nicht die eine einzige Erfahrungswelt oder Identität</a>, die alle teilen. Vielmehr existieren in der Generation der vermeintlichen Digital Natives genauso wie im Rest der Gesellschaft Unterschiede im Bezug auf Online-Kompetenzen, Erfahrungen und Identitäten. Nur weil Menschen, die mit dem Internet aufgewachsen sind, möglicherweise weniger Hemmungen im Umgang mit neuen Medien haben, heißt das noch lange nicht, dass sie sie auch kompetent anwenden können.<br />
Und das ist das eigentliche Problem an der Unterscheidung zwischen Digital Natives und Digital Immigrants: Sie täuscht darüber hinweg, dass sich Kompetenzunterschiede im Umgang mit Medien durch das Nachrücken jüngerer Generationen nicht einfach von selbst erledigen, und sie vermittelt Älteren das Gefühl, sie seien qua Geburtsjahr vom technologischen Wandel ausgeschlossen. Bei all der berechtigten Euphorie über die Möglichkeiten neuer Informationstechnologien darf aber nicht vergessen werden, dass das Wissen um die Potentiale, die die digitale Welt bietet, niemandem in die Wiege gelegt wird, sondern Jung wie Alt vermittelt werden muss. Womit wir beim Thema digitale Medienkompetenz oder „Digital Literacy“ angelangt wären – einem Bildungsbereich, der noch immer sträflich vernachlässigt wird.<br />
Digital Literacy meint die Fähigkeit, Inhalte und Kommunikationsprozesse in den digitalen Medien zu verstehen und einzuordnen. Natürlich stellt sich die Frage, welche Fähigkeiten im Umgang mit Medien wertvoll sind &#8211; damit ist der Medienkompetenzbegriff immer normativ. Bei der Vermittlung eines kompetenten Umgangs mit dem Internet darf es deshalb auch nicht darum gehen, aus einer elitären Perspektive heraus Menschen zu verurteilen, die kein Tech-Blog oder Twitteraccount betreiben und stattdessen lieber den neusten Promiklatsch lesen oder Kochrezepte herunterladen. Zu welchem Zweck und in welchem Umfang das Internet genutzt wird, ist schließlich immer noch Geschmackssache. Ziel muss es viel mehr sein, Menschen, jung wie alt, nicht nur technische Fähigkeiten, sondern auch Mündigkeit im Umgang mit dem Medium Internet, also die kritische Rezeption der Inhalte und das Wissen über die Möglichkeit, selbst Inhalte zu produzieren, zu vermitteln. Denn obwohl das Erstellen von Content sicher nicht die einzig sinnvolle Nutzung des Netzes darstellt, gilt in der digitalen Welt genau wie in der analogen: Nur wer partizipiert, kann sich und seinem Anliegen Gehör verschaffen.</p>
<h3>Es fehlt ein schlüssiges Konzept</h3>
<p>Erst vor einigen Tagen erklärte die Bundesregierung in der <a href="http://politik-digital.de/14-berliner-hinterhofgespraech-alles-oder-nichts-die-digitale-agenda-der-bundesregierung-2014-2017/">Digitalen Agenda</a>, die digitale Medienkompetenz aller Generationen stärken zu wollen, damit „sich jede und jeder Einzelne sicher, informiert und aktiv in der digitalen Gesellschaft verwirklichen kann“. An koordinierten Programmen mangelt es aber bisher und die Digitale Agenda bietet auch nicht mehr als Absichtserklärungen. Einzig die Initiative „Ein Netz für Kinder“, die kindgerechte digitale Angebote fördert, wird als konkretes Projekt in dem Papier erwähnt. „Sichere Surfräume“ für Kinder zu schaffen, wie es das <a href="http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/kinder-und-jugend,did=131814.html">Bundesfamilienministerium</a> formuliert, ist eine nette Idee, viel relevanter wäre es jedoch, generationenübergreifend Kompetenzen für ein aufgeklärtes Surfen auch außerhalb von Schutzräumen zu vermitteln. Bereits im Oktober 2011 hatte die Internet-Enquete in einem Zwischenbericht angemahnt, die Förderung von Medienkompetenz sei eine wichtige staatliche und gesellschaftliche Aufgabe, und hatte eine bessere Vernetzung einzelner geförderter Initiativen sowie neue Bildungskonzepte und Aufklärungskampagnen gefordert. Doch seither hat sich wenig getan. Dazu, wie Jugendlichen von klein auf ein aufgeklärter Umgang mit digitalen Medien mitgegeben werden kann oder wie ältere Menschen für digitale Entwicklungen begeistert werden können, fehlen kohärente Konzepte. Die Förderung der Medien- und Informationskompetenz in der Praxis wird weitgehend den Landesmedienanstalten, privaten Vereinen und einzelnen Initiativen überlassen. Inwieweit und vor allem wie tiefgreifend digitale Medienkompetenz in Schulen vermittelt wird, ist ebenfalls Glückssache und hängt häufig von den Kenntnissen und vom Einsatz einzelner Lehrer ab.<br />
Dabei wäre ein schlüssiges Konzept zur Kompetenzvermittlung für alle Altersschichten wichtiger denn je. Allein der Umstand, dass immer mehr Informationen nur noch online verfügbar sind, sei es zu Anträgen beim Jobcenter oder zu Versicherungspolicen, und Entscheidungs- wie Beteiligungsprozesse durch Online-Petitionen, Bürgerhaushalte oder öffentliche Konsultationen zunehmend digitalisiert werden, macht deutlich, wie wichtig ein kompetenter Umgang mit den neuen Medien wirklich ist. Zudem ist die Vermittlung von Medienkompetenz die einzig praktikable Antwort auf viele „Gefahren“ des Netzes wie Identitätsdiebstahl, Betrug und Falschinformationen, die durch technische Mittel schwer zu bannen sind. Deshalb reicht es nicht, auf binäre Kategorien zurückzugreifen und sich damit abzufinden, dass einige nun mal Digital Natives und andere Digital Immigrants sind. Bildungsangebote und ein gleicher Ressourcenzugang für alle können dafür sorgen, dass jeder im Netz „heimisch“ werden kann.<br />
Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/benchan/10904338893" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Benjamin Chan</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a><br />
&nbsp;</p>
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		<title>Wohnungslos ins Internet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[sketter]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Dec 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[(Artikel) Wer keine Wohnung hat, besitzt in der Regel wenig Geld, von Hardware, DSL-Zugang und Laptop ganz zu schweigen. Immer mehr Initiativen ermöglichen jenen Zwangs-Offlinern den Zugang zum Internet.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">(Artikel) Wer keine Wohnung hat, besitzt in der Regel wenig Geld, von Hardware, DSL-Zugang und Laptop ganz zu schweigen. Immer mehr Initiativen ermöglichen jenen Zwangs-Offlinern den Zugang zum Internet.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Bernd wohnt um die Ecke, gleich neben dem verlassenen Kiosk. Bernd ist 46 Jahre alt und seit 11 Jahren obdachlos. Und Bernd wird diese Zeilen wahrscheinlich nie lesen, denn Bernd ist ein Offliner.</p>
<p>Es sind nicht nur die Älteren in unserer Gesellschaft, denen der Zugang zum Internet &#8211; zur Online–Gemeinde &#8211; oft schwer fällt und dadurch auch oft verwehrt bleibt. Es sind auch diejenigen betroffen, denen aufgrund ihrer ökonomischen Situation die Mittel fehlen, um an der interaktiven Wissensgesellschaft zu partizipieren. Es gibt allerdings Projekte und Einrichtungen, die es den sogenannten Offlinern ermöglichen, sich in die Welt der Onliner einzuwählen.</p>
<p class="fett">Wohnungslos-in-berlin.de</p>
<p>In vielen großen Städten stellen mittlerweile zahlreiche öffentlich Institutionen kostenfreie Internetzugänge zur Verfügung. Adressen jener gemeinnützigen Einrichtungen finden sich, klar, im Internet. So beispielsweise die Homepage von „<br />
                            <a href="http://www.wohnungslos-in-berlin.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wohnungslos in Berlin</a>“, die einen detaillierten Überblick über die Angebote öffentlicher Bibliotheken, Jugend- und Familienzentren sowie universitären Einrichtungen liefert. Andere Anbieter richten sich noch gezielter an die ökonomisch Schwachen in unserer Gesellschaft: Der Berliner Verein „<br />
                            <a href="http://www.die-stuetze.com/html/internetcatfe.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Stütze e.V.</a>“ beispielsweise betreibt ein Internetcafe für Wohnungslose und einkommensschwache Männer und Frauen. Der Verein bietet neben einem umfangreichen Weiterbildungsangebot im Bereich elektronische Medien und Internet auch eine spezielle Informationsplattform für Wohnungslose.</p>
<p>Ergänzend zu diesem Angebot „auf der Straße“ gibt es aber auch Einrichtungen, die sich durch direkte Ansprache und unmittelbare räumliche Nähe an die Offliner wenden. So gibt es mittlerweile viele Heime für Wohnungslose, die über eigene Computerräume mit persönlicher Betreuung verfügen. Ein Beispiel für eine solche Einrichtung ist das „<br />
                            <a href="http://www.hausweissenburg.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Haus Weissenburg</a>“ in Düsseldorf. Der gleiche Träger betreibt auch ein Heim für geistig Behinderte, in dem den Bewohnerinnen und Bewohnern ein<br />
                            <a href="http://hausmichael.skmd.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Computerraum mit Internetzugang</a> zur Verfügung steht.</p>
<p class="fett">Online-Hilfe zur Selbsthilfe</p>
<p>Keinen Internetzugang zu haben, erscheint im Vergleich zu Wohnungslosigkeit das kleinere Problem zu sein. Die Frage, wie man Betroffene online erreicht, geradezu grotesk. Allerdings gibt es mittlerweile viele Informationen für Wohnungslose online – und teilweise sogar aussschließlich online. Im Jahr 2001 veröffentlichte die Stadt Berlin einen Kälte-Wegweiser mit Übernachtungs- und Aufwärmplätzen nur im Internet. Aber auch andere Hinweise für Obdachlose sind auf verschiedenen Internetseiten wie beispielsweise<br />
                            <a href="http://www.wohnungslos-in-koeln.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.wohnungslos-in-koeln.de</a> und<br />
                            <a href="http://www.wohnungslos-in-berlin.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.wohnungslos-in-berlin.de</a> oder<br />
                            <a href="http://www.ofw-leitfaden.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.ofw-leitfaden.de</a> (Leitfaden für Obdachlose in Berlin) zu finden. Neben aktuellen Terminen, Adressen, nötigen Formularen zum Herunterladen, finden sich auch Online-Foren, in denen Wohnungslose ihre Situation reflektieren und sich austauschen sowie nützliche Tipps weitergeben können. In USA gibt es längst regelrechte<br />
                            <a href="http://view-sidewalk.blogspot.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ikonen</a> der Blogger-Szene – Obdachlose, die von ihrem Leben<br />
                            <a href="http://thehomelessguy.blogspot.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erzählen</a>.</p>
<p>Aber nicht nur die Informationsbeschaffung oder der Austausch zwischen den Betroffenen steht im Mittelpunkt der Idee, Wohnungslosen den Zugang zum Internet zu ermöglichen. Sie können so auch Kontakt zu Freunden und Verwandten halten. Die Initiatoren haben erkannt, wie wichtig es ist, an der modernen Wissensgesellschaft teilhaben zu können. Denn auch für diejenigen, die strukturell eher davon ausgeschlossen sind, sind Informationen der Bundesagentur für Arbeit oder die regionale und überregionale Tagespresse im Internet von Relevanz. Der Berliner Verein „Die Stütze e.V.“ beschreibt als Hintergrund für sein Engagement die immer wichtiger werdende Rolle von elektronischen Medien in unserer Gesellschaft und dass Teilhabe nur möglich ist, wenn man sich mit jenen Medien auch auskennt. Gerade für ökonomisch schwache Menschen ist der Umgang mit den neuen Medien wichtig, um die Ausgrenzung aus der Gesellschaft nicht weiter zu verschärfen und bestenfalls einen Wiedereinstieg zu ermöglichen.</p>
<p>Neben Wohnungslosen sind auch andere gesellschaftliche Gruppen von der Nichtteilhabe an der interaktiven Wissensgesellschaft betroffen. Gerade Kinder ökonomisch schwacher Familien sind von dieser Problematik tangiert. Dass die Anschaffungskosten für einen Computer oft die finanzielle Leistungsfähigkeit dieser Familien übersteigt, vereinfacht die Situation keineswegs. Allerdings gibt es im Internet Foren, in denen die kostenfreie Weitergabe von – zwar nicht der modernsten aber für die Zwecke der Internetnutzung ausreichenden – Hardware, angeboten und angefragt wird. Ein Beispiel für ein solches Forum ist „<br />
                            <a href="http://www.dhd24.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der heiße Draht</a>“. Vielen Schulen bieten mittlerweile Computerkurse speziell für diese Zielgruppe an, zum Schulalltag gehören diese Initiativen allerdings keineswegs.</p>
<p>Die Spaltung der Gesellschaft in Onliner und Offliner scheint sich aufgrund eines immer größer werdenden so genannten abgehängten Prekariat weiter zu verschärfen. Die innergesellschaftliche Kommunikation sollte zwar nicht nur online stattfinden, dennoch müsste gewährleistet sein, dass das Individuum nicht allein wegen seiner wirtschaftlichen und sozialen Situation von der neuen medialen Kommunikation ausgeschlossen ist.</p>
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		<title>Der Offliner &#8211; das unbekannte Wesen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Dec 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[(Artikel) Die Initiative D21 veröffentlicht in Zusammenarbeit mit tns infratest den (N)ONLINER Atlas 2006 - Eine Topographie des digitalen Grabens durch Deutschland. Welche neuen Erkenntnisse liefert diese Studie und welchen Einfluss wird sie auf die Digital-divide-Debatte haben?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(Artikel) Die Initiative D21 veröffentlicht in Zusammenarbeit mit tns infratest den (N)ONLINER Atlas 2006 &#8211; Eine Topographie des digitalen Grabens durch Deutschland. Welche neuen Erkenntnisse liefert diese Studie und welchen Einfluss wird sie auf die Digital-divide-Debatte haben?<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Der Billig-Flug ist unerreichbar, weil er nur online buchbar ist.<br />
<br />
Die tägliche Nachrichtendosis beschränkt sich auf die Tageszeitung.<br />
<br />
Die Verabredung fürs Kino wird telefonisch gemacht.
</p>
<p>
Für 37,8 Mio. Deutsche über 14 Jahren ist dies unvorstellbar, denn sie sind online. Die Charakteristik des typischen Onliners und dessen Surf-Verhalten wurde mittlerweile hinlänglich erforscht (z.B. Studie der<br />
<a href="http://www.agof.de/die_internet_facts.353.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.V.</a>)
</p>
<p>
Doch was ist mit denen, die kein Internet nutzen? Der Offliner- das unbekannte Wesen?
</p>
<p>
Die<br />
<a href="http://www.initiatived21.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Initiative D21</a> hat in Zusammenarbeit mit<br />
<a href="http://www.tns-infratest.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tns infratest</a> bereits zum fünften Mal den<br />
<a href="http://www.nonliner-atlas.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(N)ONLINER Atlas 2006</a> veröffentlicht. Die &quot;Topographie des digitalen Grabens durch Deutschland&quot; beruht auf der Basis von über 50.000 Telefoninterviews und ist damit die größte Studie zur Internetnutzung bzw. dessen Nichtnutzung in Deutschland. Die drei Typen Onliner, Offliner und Nutzungsplaner werden nach den Kriterien Alter, Geschlecht, Einkommen, Bildungsgrad und Beschäftigung ausgewertet und nach Postleitzahl-Bereichen gegliedert dargestellt.
</p>
<p>
<b>Frauen über 60</b>
</p>
<p>
Demnach ist die Anzahl derjenigen, die das Internet nutzen, seit dem Vorjahr um drei Punkte auf mittlerweile 58 Prozent gestiegen. Im nächsten Jahr beabsichtigen sogar vier Millionen Deutsche, das Internet zu nutzen, also so genannte Nutzungsplaner.</p>
<p>Trotz des ungebremsten Anstiegs der momentanen und zukünftigen Onliner nutzen 23 Millionen Menschen über 14 Jahren in Deutschland noch immer kein Internet, das sind immerhin 36 Prozent. Um ein präziseres Bild von ihnen zu bekommen, nimmt der (N)ONLINER Atlas diese Gruppe genauer unter die Lupe. Kurz gesagt: Offliner sind im Schnitt 61 Jahre alte Frauen mit &quot;Volkschulabschluss&quot;, Allein daran sieht man, wie alt sie sein müssen: Das Volksschul-Modell gibt es seit 1968 nicht mehr, wer damals acht Jahre Schulpflicht hinter sich gebracht hat, entspricht heute also am ehesten Hauptschulabgängern. Nur zum Vergleich: Der typische Onliner ist 40 und hat einen Hochschulabschluss oder mindestens Abitur – oder ist noch Schüler.</p>
<p>Auch die ökonomische Situation hat Einfluss auf das Nutzungsverhalten: Offliner haben weniger Geld als Onliner, drei Viertel von Ihnen sind nicht berufstätig, die meisten davon Rentner. Übrigens: Stolze elf Prozent der Rentner sind online!</p>
<p>Die Studie untersucht jedoch nicht nur sozio-ökonomische Faktoren, sondern zeigt auch, wo in Deutschland die Offliner leben, in welchen Regionen, ob in Metropolen oder im Kaff. Auffallend ist dabei, dass es bei diesem Thema kaum Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland gibt. In beiden Fällen beträgt der Anteil der Offliner etwa ein Fünftel der Bevölkerung ab 14 Jahren. Allerdings ist das Wachstum der Onliner-Gemeinde in Ostdeutschland mit 3,9 Prozent höher als in Westdeutschland (2,9 Prozent).</p>
<p>Und auch die Gemeindegröße hat gemäß der Studie keinen Einfluss auf das Nutzungsverhalten. Damit lässt sich die Annahme, dass in städtisch geprägten Regionen ein anderes Nutzungsverhalten als auf dem Land existiert, ins Reich der Legenden verweisen.</p>
<p>Die Studie beschränkt sich jedoch nicht darauf, die Einflussfaktoren auf das Nutzungsverhalten zu definieren, sondern sie bewertet auch deren unterschiedlich hohen Einfluss. Zusammengefasst steigt die Wahrscheinlichkeit, Offliner zu sein mit zunehmenden Alter, sinkender Schulbildung sowie sinkendem Einkommen.</p>
<p><b>Von digital divide und e-inclusion</b></p>
<p>Dies sind wiederum die Merkmale, die auch im Zuge der Diskussionen über die digitale Spaltung, etwa beim<br />
<a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wissensgesellschaft/index.shtml#ungi" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UN Gipfel zur Informationsgesellschaft</a>, genannt werden.<br />
<br />
In einer Welt, in der das WorldWideWeb eine immer größere Rolle im täglichen Leben spielt, besteht die Gefahr, dass 23 Millionen Offliner in Deutschland den Anschluss an die digitale Welt verlieren. Allerdings muss dabei unterschieden werden zwischen denen, die bewusst auf das Internet verzichten, weil sie sich keinen Nutzen davon versprechen, und denen, die aus technischen oder finanziellen Gründen keinen Zugang finden.
</p>
<p>
Die damit zusammenhängende<br />
<a href="http://www.digitaldivide.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">digital-divide-Debatte</a> ist die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite sind in den vergangenen zwölf Monaten in Deutschland zwei Millionen Menschen zu Onlinern geworden. Das bedeutet, dass die digitale Spaltung kein unumstößliches Gesetz ist, sondern dass die Anstrengungen der so genannten e-inclusion Früchte tragen können. Dazu können auch die Initiativen der<br />
<a href="http://ec.europa.eu/employment_social/knowledge_society/society_de.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EU-Kommission</a> und der<br />
<a href="http://www.zukunft-breitband.de/Breitband/Portal/Navigation/Breitbandatlas.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesregierung</a> aber auch die zahlreichen gesellschaftlich getragenen Projekte beitragen.
</p>
<p>
Nachdem der (N)ONLINER-Atlas die Merkmale eines typischen Offliners analysiert hat, müssen diese Kenntnisse genutzt werden, um den Offlinern weiterhin den Weg zum Onliner zu erleichtern. Dazu gehören laut Barbara Schwarze, Vorstand der Initiative D21, „nutzenorientierte Informationen, Anwendungsbeispiele und Lernangebote, ebenso wie öffentliche Internetzugangsorte und einfach zu nutzende Technologien.“</p>
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		<title>Im Leben von Offlinern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Dec 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wir sind Offliner]]></category>
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		<category><![CDATA[Erfahrungsbericht]]></category>
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		<category><![CDATA[Offliner]]></category>
		<category><![CDATA[Hausfrau]]></category>
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					<description><![CDATA[(Protokolle) Das Leben vor 1995 – für manche immer noch Realität: Sie leben analog. eMails schreiben, surfen, Bahnfahrkarten online bestellen, das machen ihre Kinder oder Enkel, sie selbst haben damit nichts zu tun. Drei Offliner berichten über ihren Alltag, politik-digital.de hat protokolliert.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(Protokolle) Das Leben vor 1995 – für manche immer noch Realität: Sie leben analog. eMails schreiben, surfen, Bahnfahrkarten online bestellen, das machen ihre Kinder oder Enkel, sie selbst haben damit nichts zu tun. Drei Offliner berichten über ihren Alltag, politik-digital.de hat protokolliert.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Frauen über 60 – das sind die statistischen Offliner, so der &quot;(N)Onliner-Atlas 2006&quot; der Initiative D21. Aber wie beeinflusst das Internet den Alltag von Menschen, deren Leben weitgehend analog verläuft? In welchen Situationen kommen sie mit der digitalen Welt in Berührung? Und vor allem: Was halten sie vom Internet? Marianne, Wilfried und Irma sind offline und erzählen von gläsernen Menschen, Online-Wahlen und den Vorteilen von Bargeld.</p>
<p><b>Marianne (62), Hausfrau</b><br />
<br />
„Den Einkommenssteuerbescheid online ausfüllen, übers Internet wählen, statt bei Regen ins Wahlbüro laufen – das klingt schon gut, ich wusste bis vor kurzem gar nicht, dass das geht. Vielleicht gibt es im Internet ja auch noch andere Dienstleistungen die Behördengänge ersetzen, andere Verwaltungsangelegenheiten, keine Ahnung, das könnte ich gut gebrauchen. Aber selbst war ich noch nie im Internet, wenn ich etwas gebraucht habe, dann hat das bis jetzt immer mein Sohn für mich gemacht. Also etwas zu recherchieren oder so. Er hat zum Beispiel ein Zimmer in einer Pension über das Internet für mich gebucht. Oder er hat Preise für ein Produkt verglichen, das fand ich schon ganz gut. Man kann es dann ja auch gleich bestellen. Und wenn man krank ist, kann man sich mit anderen über das Internet austauschen. Und für eMails bräuchte ich ja auch Internet, dann könnte man auch Kontakte im Ausland pflegen. Ich habe ziemlich oft das Gefühl, dass mir etwas fehlt, dass ich das Internet schon bräuchte. Alleine ins Internet zu gehen, ist mir zu kompliziert, man kann wahrscheinlich ziemlich viel falsch machen. Aber neugierig bin ich schon, ich will das mal ausprobieren und surfen, wie man sagt. Nur eines würde ich grundsätzlich nicht machen: Online-Banking kommt nicht in Frage, das ist mir zu unsicher.&quot;</p>
<p><b>Wilfried (62), Feinmechaniker</b><br />
<br />
„Ich selbst war noch nie im Internet, meine Frau schon. Sie nutzt das Netz für eMail-Kontakte und recherchiert Termine und allgemeine Informationen für ihre Verbandsarbeit im Sportverein. Sie hat auch schon eine Reise im Internet gebucht. Aber ehrlich gesagt: Mir ist das zu langweilig. Solange ich alles persönlich erledigen kann, brauche ich das nicht. Ich gehe in die Bank und zahle am Kassenschalter Geld ein oder hebe welches ab, wechsele ein, zwei Worte mit der Frau hinterm Schalter, das ist mir lieber. Auch persönliche Gespräche sind für mich nicht durch eMails oder so etwas zu ersetzen. Ich schaue den Leuten lieber in die Augen, wenn ich mit ihnen rede. Meiner Meinung nach ist das Internet außerdem gefährlich: Es ist schuld daran, dass immens viele Arbeitsplätze verloren gehen, es begünstigt kriminelle Machenschaften. Und außerdem sammelt es die Daten der Bevölkerung – der einzelne wird zum gläsernen Menschen.“</p>
<p><b>Irma (67), Hausfrau</b><br />
<br />
„Grundsätzlich: Ich halte nicht viel vom Internet. Kinder und Jugendliche haben so Zugang zu Sachen, zu denen sie besser keinen hätten. Meine 15-jährige Enkelin ist dauernd im Internet, korrespondiert mit ihren Brieffreundinnen, lädt sich Musik runter – wenn ich bei ihr bin, schaue ich da schon mal mit rein. Die Cousine meines Mannes ist ein Jahr älter als ich und verbringt seit 15 Jahren jede freie Minute mit dem Computer. Ich hätte ehrlich gesagt Besseres zu tun. Mit ihren Kindern und Freunden hat sie in erster Linie Kontakt über eMails. Das ist so unpersönlich, mir wäre ein handgeschriebener Brief immer lieber, und wenn er noch so kurz ist. Gut, für Geschäftsleute ist das schon praktisch, ein Brief oder ein Telegramm ist halt nicht so schnell. Wenn wir verreisen, fahre ich in die Stadt, gehe zum Bahnhof , lasse mich beraten und kaufe dann die Fahrkarten. Diese persönlichen Gespräche sind mir einfach wichtig. Neulich haben wir mit unseren Kindern und Enkeln ein paar Tage Urlaub in Serbien gemacht. Ich habe vorher im Hotel angerufen und gefragt, was es kostet, überschlagen, was wir sonst so brauchen, und entsprechend viel Bargeld getauscht. Eine ec-Karte oder so etwas habe ich nicht. Meine Tochter hat protestiert und gesagt, sie würde ihre Karte mitnehmen, Bargeld, das brauche man heute nicht mehr. Was soll ich sagen: Ohne mein Geld wären wir ganz schön aufgeschmissen gewesen. Bankautomaten haben wir dort fast keine gefunden.“</p>
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		<title>Offline und glücklich</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Dec 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[(Artikel) MP3-Player, Einkaufen ohne Cash, Kinotickets aus dem Netz, Brombeeren mit digitaler Kalenderfunktion – das Leben ist so einfach. Aber wie funktioniert das Ganze in seiner Offline-Version? Ein Blick auf den analogen Alltag im Jahr 2006.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">(Artikel) MP3-Player, Einkaufen ohne Cash, Kinotickets aus dem Netz, Brombeeren mit digitaler Kalenderfunktion – das Leben ist so einfach. Aber wie funktioniert das Ganze in seiner Offline-Version? Ein Blick auf den analogen Alltag im Jahr 2006.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Es ist Herbst, und die nächste saisonale Eskalationsstufe naht unaufhaltsam. Da ein Winterschlaf im menschlichen Dasein nicht vorgesehen ist, ziehen sich die meisten Leute verstärkt in die eigene Wohnung zurück, sie wird ein Hort der Zuflucht. Da bleibt am Jahresende Zeit für eine kuschelige Retrospektive. Wie kann ich von der Digitalisierung der Welt profitieren? Was in meiner Welt ist eigentlich digital und was nicht? Schauen wir uns mal einen fiktiven, aber durchaus realitätsnahen Tag im Leben eines Offliners an und versuchen herauszufinden, was dieser Mensch alles verpasst – und wovon er verschont bleibt.</p>
<p>
                              <strong>(Keine) Zeit für Technikgenuss</strong>
                            </p>
<p>Das Frühstück beginnt wie immer: Kaffee, Toast, keine Lust. Die musikalische Untermalung liefert wie schon seit Jahrzehnten das altvertraute Küchenradio – nicht schön, aber laut. Gespielt werden die Hits der 80er, 90er und das vermeintlich Beste von heute. Und viel Werbung. Und irgendwie auf allen Kanälen dasselbe. Mit einem Notebook wäre Rettung nah, sagt der Kollege im Büro nebenan immer. Die eigene MP3-Sammlung würde Musik nicht nur fürs Frühstück, sondern gleich für mehrere Jahre Urlaub liefern – quasi gigabyteweise gute Laune. Sofern, ja, sofern der Player nicht nach irgendeinem komischen Update schreit – so wie nebenbei auch Windows, Office und zahlreiche andere Programme. Die Maschine will bedient werden und schreit nach dem, was ihr zusteht. Wenn der Rechner dann hochgefahren, die Updates runter geladen, virengeprüft und installiert sind, wenn die Playlist für den morgendlichen Klangteppich schließlich zusammengestellt ist – dann wird es Zeit, endlich ins Büro zu fahren.</p>
<p>Nach dem durchdigitalisierten Arbeitstag im Büro geht es schnell in den Supermarkt. Mist, die Kundenkarte fehlt – also wird es nichts mit dem dürftigen, aber geilen Geizrabatt. Das Portemonnaie war nämlich viel zu dick, die zahlreichen Karten fanden keinen Platz mehr. Dabei verschenkt man doch nur ungern was, mal abgesehen von den paar persönlichen Daten im Kartenantrag. Das Bezahlen mit der ec-Karte fällt leider auch aus – der Magnetstreifen ist defekt. Schade. Bar reicht es nur für den halben Einkaufszettel, denn wozu soll man Bargeld mitschleppen? Man kann doch bargeldlos bezahlen. Und es gibt doch an jeder Ecke einen von weltweit Millionen Geldautomaten, hieß es damals in der Werbung. Entzückend, dass dieser mehrere Euro Gebühren für die Abhebung nimmt – sofern er funktioniert. Ab und zu kann nämlich keine Datenbankverbindung hergestellt werden. Von solchen Störungen war irgendwie nie die Rede. Dabei sollte dank der Vernetzung der Welt alles viel, viel einfacher werden.</p>
<p>Abends ist Zerstreuung angesagt. Wie wäre es ganz altmodisch mit Kino? Nette Idee, aber die jung-dynamische Zielgruppe hat bereits alle guten Plätze Tage im Voraus reserviert. Online. So bleiben nur die mitleidig belächelten Friseursitze in den ersten Reihen. Bevor es dann verkrampft ins Bett geht, muss – sicher ist sicher – noch der alte Nachttischwecker aufgezogen und gestellt werden. Der vom Projektleiter mit Daten voll synchronisierte Terminplaner im Handy ist leider etwas unsicher, denn rechtzeitig zu einem wichtigen Termin stürzt der freundliche digitale Begleiter schon mal spontan ab. Effizient ist das Ding ja, irgendwie, aber leider auch sehr divenhaft. Bestimmt fehlt wieder irgendein Update. Also muss analoge Technik den Alltag retten. Ist ja nicht das erste Mal.</p>
<p>
                              <strong>Es geht auch mal ohne</strong>
                            </p>
<p>Die digitale Welt ist ohne Zweifel eine Bereicherung für unser Leben. Eine beschleunigte und weltoffene Gesellschaft ist mit den Mitteln vergangener Jahrhunderte nicht mehr zu befriedigen. Immer mehr Menschen haben jedoch das Gefühl, dass ihnen ganz persönlich die Kontrolle entgleitet. Immer mehr Geräte buhlen in immer kürzerer Zeit um Aufmerksamkeit, immer kompliziertere Systeme wollen bedient, administriert und gewartet werden. Immer schneller veralten gerade erlernte Techniken und eroberte Systeme. Immer neue Bedrohungen wie Viren, Trojaner und Phishing lassen die Masse der User zusammenzucken. Nichts scheint wirklich sicher im digitalen Raum, außer der gefühlten Unsicherheit. Irgendwie mitmachen, dabei sein, das muss man aber trotz alledem.</p>
<p>Abhilfe schaffen kann hier eine Stärkung der eigenen Medienkompetenz sowie der Ausbau der Fähigkeit, zwischen Sinn und Unsinn zu unterscheiden. Nicht alle Geräte, die angepriesen werden, werden wirklich benötigt. Nicht alle Features muss man nutzen. Und nicht an allen Online-Hypes muss man partizipieren. So bleibt im Falle der Überforderung eine Methode, die überraschend häufig hilft und viele Probleme gar nicht erst entstehen lässt: „Nein“ sagen zur digitalen Überfrachtung – und ab und zu einfach mal abschalten.</p>
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