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	<title>Oliver Weiß &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Oliver Weiß &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Bewertungsfunktion statt Autorenkrieg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jun 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Direkte Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Oliver Weiß]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf Demokratieonline.de können politische
Konzepte dokumentiert, strukturiert und weiterentwickelt werden.
Mit seinem Projekt will Oliver Weiß die direkte Demokratie
fördern. Im Interview mit Christian Heise spricht er von der
Begeisterungsfähigkeit der Bürger, von ihren Rechten aber
auch von ihren Pflichten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auf Demokratieonline.de können politische<br />
Konzepte dokumentiert, strukturiert und weiterentwickelt werden.<br />
Mit seinem Projekt will Oliver Weiß die direkte Demokratie<br />
fördern. Im Interview mit Christian Heise spricht er von der<br />
Begeisterungsfähigkeit der Bürger, von ihren Rechten aber<br />
auch von ihren Pflichten.<!--break--></p>
<p>
<b>politik-digital.de: Was hat Sie zu diesem Projekt motiviert?</b></p>
<p>Oliver Weiß: Ich treffe so häufig auf interessante politische<br />
Themen, die meist leider nicht wirklich erschöpfend diskutiert<br />
werden können, entweder weil die Zeit nicht reicht, oder man<br />
sich über Fakten uneins ist, die zunächst nachgeschaut<br />
werden müssten. Deswegen hat es mich gereizt, eine Plattform<br />
zu entwickeln, auf der man sowohl Fakten als auch Ideen sammeln<br />
kann und sich langfristig im Dialog aller Teilnehmer die Konzepte<br />
weiterentwickeln.
</p>
<p>
<b>Was kann <a href="http://www.demokratieonline.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DemokratieOnline</a>,<br />
was es nicht schon gibt?</b></p>
<p>Bisherige Diskussionsforen widmen sich zwar intensiv jeweils einem<br />
bestimmten Thema, sind aber sehr zeitintensiv, wenn man nach längerer<br />
Diskussion als Aussenstehender mit einsteigen will. <br />
Da fehlen eine ganze Reihe von Funktionen, wie z.B. die thematische<br />
Strukturierung, die Trennung zwischen Konzept und Kommentar und<br />
meist auch Bewertungsfunktionen, die das leichte Auffinden hoch<br />
qualitativer Beiträge erleichtern. Gerade diese Werkzeuge und<br />
noch vieles mehr möchten wir auf Demokratieonline zur Verfügung<br />
stellen.
</p>
<p>
<b>Auf Ihrer Internetseite sprechen Sie von der Entwicklung<br />
der Konzepte in Gemeinschaftsarbeit. Was stellen Sie sich darunter<br />
vor? </b></p>
<p>Ein gewisses Vorbild für dieses Projekt ist Wikipedia, einerseits<br />
natürlich, weil dieses Portal es geschafft hat, eine Community<br />
aus engagierten Autoren zu bilden. Diese Begeisterung möchten<br />
wir bei den Bürgern auch für die Politik entfachen. Andererseits<br />
aber auch, weil Wikipedia ein sehr gutes Beispiel dafür ist,<br />
wie sich die Artikel mit der Zeit kontinuierlich qualitativ weiterentwickeln<br />
durch viele kleine Verbesserungen, die aber von keinem einzelnen<br />
Autor alleine beigetragen werden könnten, weil er nur eine<br />
einzelne Sichtweise einbringen kann.
</p>
<p>
<b>Wie möchten Sie den Herausforderungen begegnen, die<br />
Wikipedia zum Beispiel bei umstrittenen Artikeln gegenüber<br />
steht?</b></p>
<p>Wir bieten zu jedem Thema ein zugehöriges Diskussionsforum<br />
an, um den direkten Austausch zwischen den Teilnehmern zu fördern.<br />
Und anders als bei Wikipedia können auf Demokratieonline zu<br />
jedem Thema mehrere alternative Beiträge verfasst werden, so<br />
dass ein direkter „Autorenkrieg“ zunächst nicht<br />
möglich ist, bei dem einfach der gewinnt, der mehr Zeit und<br />
Geduld investiert. Um aus der möglichen Flut vieler Beiträge<br />
dann aber auch die guten und sinnvollen herausfinden zu können<br />
haben wir ein Bewertungssystem entwickelt, mit dem nicht willkürlich<br />
eigene Beiträge gepusht werden können, sondern jedes Mitglied<br />
im Mittel gleich viel Bewertungseinfluss ausübt. Das ist für<br />
uns auch gleichzeitig ein Stück gelebte Demokratie.
</p>
<p>
<b>Bisher haben Sie auf Ihrem Portal Informationen zu Petitionen<br />
an den Deutschen Bundestag angeboten, steht das im Zusammenhang<br />
mit den Konzepten?</b></p>
<p>Eigentlich war das zunächst nur als Mittel zum Zweck gedacht,<br />
um einen Anlaufpunkt für Interessierte an aktuellen politischen<br />
Themen zu bilden. Mit der Zeit wurde mir aber immer mehr bewusst,<br />
wieviel in Deutschland für mehr Bürgerbeteiligung gekämpft<br />
wird, z.B. ganz konkret zur Einführung von Volksbegehren und<br />
Volksentscheid auf Bundesebene, was ich auch durchaus befürworte.<br />
Ich bin aber ebenso der Meinung, dass die Bürger nicht nur<br />
für Ihre Rechte kämpfen müssen, sondern auch die<br />
Pflicht haben, diese Rechte verantwortungsvoll wahr zu nehmen, und<br />
dazu gehört eben insbesondere auch, dass die politischen Forderungen,<br />
die man stellt, qualitativ so gut durchdacht und entwickelt sein<br />
müssen, wie es einem möglich ist.
</p>
<p>
<b>Welchen Einfluss sollen die Konzepte ausüben?</b></p>
<p>In der Hauptsache stellt unsere Initiative ein Instrument der Meinungsbildung<br />
zur Verfügung, das durch den Austausch von Standpunkten helfen<br />
kann, ein Thema mit all seinen Aspekten umfassend zu beleuchten<br />
und so durch jeden weiteren Teilnehmer die politische Kultur in<br />
Deutschland beeinflusst. Wenn der Ansatz weiten Anklang findet,<br />
hoffen wir natürlich auch, dass die Beiträge positive<br />
Anregungen für diejenigen sind, die aktuelle Politik aktiv<br />
gestalten und bestimmen. Und schließlich bin ich überzeugt<br />
davon, dass ein gut fundiertes Konzept, das im Rahmen einer Petition<br />
an den Deutschen Bundestag eingereicht wird, eine viel größere<br />
Chance hat tatsächlich umgesetzt zu werden, als eine kurz aus<br />
dem Bauch heraus verfasste Bittschrift.</p>
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