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	<title>Online-Demonstration &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Online-Demonstration &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Glossar Online-Demonstrationen</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Jan 2008 15:52:36 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Was ist der Unterschied zwischen Netzstreik und virtuellem Sit-In? Wie funktionieren Foto-Demonstrationen? Das Glossar erklärt die Begriffe ausführlich.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was ist der Unterschied zwischen Netzstreik und virtuellem Sit-In? Wie funktionieren Foto-Demonstrationen? Das Glossar erklärt die Begriffe ausführlich.<!--break--></p>
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<b>Virtuelle Sit-Ins</b>
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<b></b><br />
Virtuelle Sit-Ins sind die wohl bekannteste und am kontroversesten diskutierte Form der Online-Demonstrationen. Als virtuelles Sit-in wird das massenhafte Aufrufen einer bestimmten Website in kurzen Zeitintervallen bezeichnet. Reichen die Kapazitäten des Servers nicht aus, um die Flut der Anfragen zu bearbeiten, wird hierdurch entweder eine Verlangsamung der Antwortzeiten des Servers oder dessen Blockade erreicht. Wahrnehmbar ist dies in erster Linie für die Betreiber der Websites und für Internetnutzer, die im Zeitraum der Online-Demonstration Interesse an den entsprechenden Angeboten zeigen. Um den gewünschten Effekt zu erzielen, ist es theoretisch notwendig, dass die Teilnehmer der Demonstration zeitgleich handeln. Durch diese kollektive Handlung  soll auf ein politisches oder gesellschaftliches Problem aufmerksam gemacht werden. Es handelt sich um eine in den 90er Jahren entstandene Form des elektronischen zivilen Ungehorsams.  Wie bei realen Demonstrationen, Versammlungen oder Sitz-Blockaden ist der erzielte Effekt umso höher, je mehr Menschen sich beteiligen. Eine Möglichkeit, den Effekt eines virtuellen Sit-Ins zu erhöhen ist der Einsatz von Demonstrations-Tools. Um die Zahl der Zugriffe zu erhöhen werden Dienstprogramme eingesetzt,  das manuelle Aufrufen der Seiten automatisieren.<br />
Daher ist der Erfolg virtueller Sit-ins ist nicht allein von der Teilnehmerzahl abhängig. Es spielt eine entscheidende Rolle, ob Demonstrations-Tools eingesetzt werden und wie effektiv diese sind. Auch die Kapazitäten der Zielserver haben Einfluss darauf, ob und in welchem Maße eine Beeinträchtigung der Leistung zu erreichen ist. Im Rahmen einzelner Aktionen steigt der erzielte Effekt durch eine höhere Teilnehmerzahl, insgesamt lassen sich die Auswirkungen virtueller Sit-ins jedoch nicht allein anhand der Menge der beteiligten Personen vorhersagen. </p>
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<br />
<b>Netzstreiks</b>
</p>
<p>
<b></b><br />
Eine weitere Form des kollektiven und öffentlichen Protests im Internet sind Netzstreiks. Aufmerksamkeit für ein Thema wird nicht durch die Blockade einer fremden Website erlangt, sondern durch das freiwillige Versperren oder Verlangsamen der Protestierer. Diese ersetzen im Demonstrationszeitraum kollektiv die Startseiten ihrer Websites durch eine Vorschaltseite oder stellen für einen gewissen Zeitraum ihre Online-Aktivitäten ein und veröffentlichen stattdessen eine Protestbotschaft . <br />
Je mehr aktive User sich an einem Netzstreik beteiligen, umso höher ist der Streueffekt und desto wahrscheinlicher ist es, dass unbeteiligte User bei der Internetnutzung auf die Online-Demo aufmerksam werden. Charakteristisch für diesen Aktions-Typ ist die unerwartete Konfrontation mit einem Thema.
</p>
<p>
Die radikalste Form eines Netzstreiks ist eine selbst gewählte Blockade. In diesen Fällen verhindert die Vorschaltseite ein Aufrufen der beteiligten Websites bzw. der Inhalte auf den Seiten während der Demonstration. Daneben wurden weniger extreme Protestseiten programmiert, die entweder durch einen Link mit den ursprünglichen Homepages verknüpft sind oder durch eine automatische Weiterleitung nach einer gewissen Zeit den Zugriff auf diese ermöglichen. </p>
<p>Die Reichweite von Netzstreiks hängt stark von der Besucherzahl der beteiligten Seiten ab. Internetauftritte, die nur von wenigen Nutzern besucht werden, können entsprechend auch nur wenige Personen erreichen, benutzerstarke Seiten können hingegen eine weit höhere Resonanz hervorrufen. Hinzu kommt, dass das Austauschen einer Startseite nicht gleichbedeutend mit der Teilnahme einer Person sein muss. Eine private Homepage steht stellvertretend für die Meinung des Betreibers, die Internetauftritte von Organisationen oder Firmen stellvertretend für die Überzeugungen einer Gruppe von Personen.
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<p><b>Foto-Demonstrationen</b>
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<p>
<b></b><br />
Reale Demonstrationen und auch die bisher beschriebenen Typen von Online-Demonstrationen können nur erfolgreich sein, wenn die Teilnehmer synchron oder zumindest zeitnah handeln. Foto-Demonstrationen nutzen dagegen neben der Ortsungebundenheit auch die zeitliche Flexibilität des Internets. Sie finden auf eigens dafür  eingerichteten Webseiten statt. Auf diesen werden Fotos der Teilnehmer gesammelt, die gemeinsam dargestellt Ausdruck der kollektiven politischen Meinung sind. Gelegentlich werden die Fotos auch durch Kommentare der Nutzer ergänzt.  Im Gegensatz zu virtuellen Sit-Ins und Netzstreiks zielen Foto-Demonstrationen nicht auf eine Störung der regulären Nutzung des WWWs ab. Außerdem sind Foto-Demonstrationen nicht auf ein gleichzeitiges Handeln der Teilnehmer angewiesen. Mitmachen ist ab dem Zeitpunkt möglich, an dem die Demonstrationswebsite ins WWW gestellt wird. Sie stellt sich als eine einmalige Handlung − das Übermitteln des eigenen Bildes − dar. Foto-Demonstrationen zielen auf eine hohe Beteiligung im Zeitverlauf ab, nicht auf eine massenhafte Teilnahme zu einem bestimmten Zeitpunkt.
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<p>
<b>Avatar-Demonstrationen: </b>
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<p>
<b></b><br />
Eine im deutschprachigen Internetraum erstmals im Jahr 2007 in Erscheinung getretene Form der Online-Demonstrationen sind Avatar-Demonstrationen. Diese sind ein Sonderfall, da sie nicht ohne weiteres von der breiten Online-Öffentlichkeit wahrgenommen werden können. Um bei einer Avatar-Demonstration mitzumachen oder sie in Realzeit zu beobachten, sind eine spezielle Software und eine Registrierung notwendig.<br />
Avatare sind virtuelle Abbilder realer Personen, deren Aussehen in der Regel von den Usern selbst bestimmt werden kann. Beispiele sind die Figuren in der virtuellen Online-Welt „Second Life“, in der im Jahr 2007 einige Avatar-Demonstrationen abgehalten wurden. Vom Erscheinungsbild kommen Avatar-Demonstrationen denen realer Demonstrationen am nächsten. Die Avatare versammeln sich von ihren Schöpfern gesteuert auf einer bestimmten Website oder an einem bestimmten Ort in einer virtuellen Welt, um dort gemeinsam zu protestieren.</p>
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		<title>Digitaler Protest in Deutschland</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Jan 2008 15:07:21 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Blogger und Website-Administratoren verhüllen kollektiv ihre Homepages, Internetnutzer rufen zeitgleich und massenhaft eine  Website auf und User senden Fotos, um ihr Bild später gemeinsam mit denen andrer in Collagen auf einer Webseite wiederzufinden: Ein kurzer Abriss über die Geschichte der Online-Demonstrationen in Deutschland. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Blogger und Website-Administratoren verhüllen kollektiv ihre Homepages, Internetnutzer rufen zeitgleich und massenhaft eine  Website auf und User senden Fotos, um ihr Bild später gemeinsam mit denen andrer in Collagen auf einer Webseite wiederzufinden: Ein kurzer Abriss über die Geschichte der Online-Demonstrationen in Deutschland. <!--break--></p>
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</p>
<p>
Die internationalen Anfänge dieser Form des Protests liegen in den 90er Jahren. Damals entwickelten Netzaktivisten verschiedene Formen des so genannten „Electronic Civil Disobience“, des elektronischen zivilen Ungehorsams. Aus dieser Zeit stammt das Konzept der virtuellen Sit-Ins. Die Idee ist, möglichst viele Menschen in einem vorher festgelegten Zeitraum auf eine bestimmte Website zuzugreifen, um eine Überlastung des Servers hervorzurufen.
</p>
<p>
<br />
Das von Netzaktivisten in den 90er Jahren formulierte Konzept virtueller Sit-Ins beschrieb Ricardo Dominguez  in Einem <a href="http://subsol.c3.hu/subsol_2/contributors2/domingueztext2.html" target="_blank" title="Interview" rel="noopener noreferrer">Interview</a> im Jahr 1999 als „Stück in drei Akten“. Damit war gemeint, dass nicht nur die Aktion selbst, sondern auch die Ankündigung im Vorfeld und die Kommunikation im Anschluss an die Online-Demo von großer Bedeutung ist, um das politische Anliegen zu verbreiten.  <br />
Gruppen von Aktivisten kamen aus den USA, Mexiko, Italien, Japan und England. Viele der Netzaktivisten hatten einen künstlerischen Hintergrund und  hatten einen engen Bezug zur globalisierungskritischen Bewegung in den 90er Jahren.</p>
<p><b>Die ersten Online-Demos in Deutschland</b><br />
Im deutschsprachigen Internetraum waren die ersten Online-Demonstrationen keine Aktionen des elektronischen zivilen Ungehorsams. Experimentiert wurde mit dem Internet als Ort für Proteste &#8211; und es wurden eigene, weniger extreme Konzepte entwickelt. Hierzu zählen unter anderem Netzstreiks, die besonders von technik- und internetaffinen Gruppen genutzt wurden. </p>
<p>Einer der Vorreiter der bis dahin noch recht unbekannten Form der Online-Demonstration in Deutschland war ein kleiner Verein. 1998 initiierte der Darkbreed e.V. einen überwiegend offline angelegten Protesttag gegen aus Sicht der Initiatoren zu hohe Gebühren für Ortsgespräche im Netz der Telekom und für die Einführung von Internet-Flatrates. Dieser Protesttag wurde durch den Versuch einer Online-Demo unterstützt. Die krankte daran, dass kaum eine Handvoll Website-Betreiber daran teilnahm.  Diese waren aufgefordert, am Tag des Streiks kollektiv den Zugang zu ihren Websites mit dieser <a href="http://web.archive.org/web/19990418075641/http://www.gamespy.de/internetstreik/Streik-Seite.html" target="_blank" title="Protestseite" rel="noopener noreferrer">Protestseite</a> zu versperren, um so im Internet  auf das Thema aufmerksam zu machen.</p>
<p><b>Netzstreik für die Linkfreiheit</b><br />
Deutlicher wurde das Potential dieser Form der Online-Demonstrationen zwei Jahre später beim Netzstreik  „Gemeinsam gegen den Abmahnwahn“  des Vereins Freedom For Links, und den Betreibern von selfhtml.de und advograf.de im Jahr 2000. Mit einer Vorlaufzeit von zwei Tagen mobilisierten die Macher über 2500 Website-Betreiber, die für einen Tag lang den Zugang zu ihren Internetauftritten versperrten. Statt ihrer eigentlichen Startseite schalteten sie für 24 Stunden eine Vorschaltseite mit dem Hinweis „<a href="http://web.archive.org/web/20010303172724/www.freedomforlinks.de/Pages/index.html" target="_blank" title="Netzdemonstration" rel="noopener noreferrer">Netzdemonstration – Heute wegen Gerichtsverhandlung geschlossen</a>“. Die Vorschaltseiten waren mit einer Informationsseite zum Protestthema verlinkt, die am Tag der Online-Demo 150.000 mal aufgerufen wurde.<br />
Zum Einsatz kam diese Form der Online-Demonstration während der europaweiten Proteste gegen die Patentierung von Software in den Jahren 2003-2005, gegen das Gesetz zur verdachtsunabhängigen Vorratsdatenspeicherung in Deutschland 2006 und 2007 sowie in leicht abgewandelter Form im Rahmen eines Online-Protesttages aus Solidarität mit Bürgerrechtsprotesten in Birma im Herbst 2007.
</p>
<div style="text-align: center">
<img fetchpriority="high" decoding="async" src="/wp-content/uploads/Screenshot__Auschnitt__0.jpg" height="174" width="300" />
</div>
<p>
<br />
<b><br />
Stop Deportation Business</b><br />
Das klassische Konzept eines virtuellen Sit-Ins wurde in Deutschland erstmals im Jahr 2001 von der Initiative Libertad! und „kein mensch ist illegal“ umgesetzt. Mit „<a href="http://www.libertad.de/inhalt/projekte/depclass/spiegel/index.html" target="_blank" title="Stop Deportation Business" rel="noopener noreferrer">Stop Deportation Business</a>“ initiierten sie die bisher größte und kontrovers diskutierte Online-Demo, über deren Rechtmäßigkeit am Ende das Oberlandesgericht in Frankfurt entscheiden musste. Mit einer großen Werbekampagne mobilisierten die Macher 13.000 Menschen, die am 20.06.2001 kollektiv auf die Website der Lufthansa zugriffen, um gegen die Abschiebung von Flüchtlingen in Linienmaschinen zu protestieren. <br />
<b><br />
Online-Demo vor Gericht</b><br />
Einer der Initiatoren – der Betreiber der Libertad!-Website &#8211;  wurde im Anschluss an die Demonstration wegen des Aufrufs zu Nötigung verklagt. Im Ermittlungsverfahren geprüft wurden unter anderem die Vorwürfe, dass das virtuelle Sit-In den Tatbestand der Computersabotage und der Datenveränderung erfülle. Beides fand jedoch letztendlich keine Erwähnung in der Klageschrift. <br />
Im Jahr 2005 verurteilte das Amtsgericht Frankfurt am Main den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 900 Euro wegen „öffentlicher Aufforderung zu Straftaten“ über die Website. Das Gericht entschied, dass es sich bei der Blockade der Website mittels elektronischer Signale eine Form der physischen Gewalt  und somit um eine Straftat handelte. Dieses <a href="http://www.libertad.de/service/downloads/pdf/Online-Demo-Urteil.pdf" target="_blank" title="erstes Urteil" rel="noopener noreferrer">erste Urteil</a> wurde im Jahr 2006 von der nächsthöheren Instanz, dem Oberlandesgericht in Frankfurt, aufgehoben und der Angeklagte freigesprochen. Die Einschätzung, dass ein virtuelles Sit-In eine gewalttätige Handlung darstellt, wurde durch das <a href="http://www.libertad.de/service/downloads/pdf/olg220506.pdf" target="_blank" title="2tes Urteil PDF" rel="noopener noreferrer">zweite Urteil im Online-Demo-Prozess</a> vom OLG in Frankfurt zurückgewiesen.<br />
Die Rechtslage ist jedoch trotz des Präzedenzfalls nicht abschließend geklärt und eine gesetzliche Festschreibung dieser wie anderer Formen des Online-Protests vorerst nicht in Aussicht.<br />
<b><br />
Virtuelle Sit-Ins in Deutschland</b><br />
Das damals ausstehende Urteil und der knapp fünf Jahre dauernde Rechtsstreit, wird als ein Grund angesehen, dass die nachfolgend in Deutschland durchgeführten virtuellen Sit-ins weitgehend anonym organisiert wurden und keine ähnlich hohen Teilnehmerzahlen mehr erreichten. Die Kommunikation im Vorfeld und im Anschluss an die Aktionen fand aufgrund der nicht absehbaren rechtlichen Folgen nur noch in sehr kleinem Rahmen statt.<br />
Innerhalb der Netzgemeinde sind virtuelle Sit-Ins umstritten, da sie zu viel Datenverkehr erzeugen und so die ohnehin ausgelasteten Netze mit unnötiger Datenflut belasten.<br />
<b><br />
Foto-Demonstrationen</b><br />
Eine weitere Form der Online-Demonstrationen sind Foto-Demonstrationen. Abgesehen von der Aktion des „<a href="http://web.archive.org/web/20001215082000/http://www.greenpeace.de/GP_DOK_3P/GENETIX/SEITEN/XCHRONO.HTM" target="_blank" title="genetiXproject" rel="noopener noreferrer">genetiXproject</a>“ &#8211;  einem Jugendverband von Greenpeace &#8211; in den Jahren 1998/99 hat diese Form Protests in Deutschland erst seit Mitte des Jahres 2005 an Bedeutung gewonnen. Foto-Demonstrationen sind nicht<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/iDemokratie_2005_ausschnitt.jpg" alt="iDemonratie" align="left" height="107" width="150" /> aus einer bestimmten Bewegung heraus entstanden. Im Verhältnis zu den anderen beiden Typen von Online-Demonstrationen decken sie ein relativ breites Themenspektrum ab. Die einzelnen Konzepte und das optische Erscheinungsbild der Foto-Demonstrationen variieren stark. Sie reichen von einer einfachen Darstellung der Bilder über Fotocollagen, einem virtuellen Gefängnis bis hin zu Online-Menschenketten. Einige Aktionen liefen zusammen mit breit angelegten Kampagnen, andere dienten zur Unterstützung oder Vorbereitung von Aktionen in der realen Welt und wieder andere wurden durch Aktionen in der realen Welt publik gemacht.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Avatar-Demonstrationen</b><br />
Erst im Jahr 2007 auf der Bildfläche erschienen sind Avatar-Demonstrationen. Sie orientieren sich am ehesten an realen Protestformen wie Demonstrationen und Versammlungen. Reale Menschen setzen virtuelle Abbilder der eigenen Person ein, um sich mit anderen  Avataren in virtuellen Welten, derzeit insbesondere dem Second Life, zu versammeln und zu protestieren. Im Jahr 2007 fanden dort unter anderem Avatar-Demonstrationen gegen die Vorratsdatenspeicherung, gegen Armut und für eine friedliche Revolution in Birma statt.
</p>
<div align="center">
<object height="255" width="317"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/PHH9T8xVXgs&amp;rel=1"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/PHH9T8xVXgs&amp;rel=1" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" height="255" width="317"></embed></object>
</div>
<p align="center">
Avatar-Demonstration im Second Life</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Vom Straßenprotest zur Online-Demo</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzkampagnen-idemocracy050512-shtml-3040/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[mfischer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 May 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Demonstration]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdenfeindlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie kann man eine Brücke zwischen der realen Offline-Welt und den "virtuellen Straßen" im Netz schlagen? Die Initiative für interaktive Demokratie hat einen Versuch gewagt und am "Tag für Demokratie" am Brandenburger Tor zu einer Online-Demonstration gegen Rechtsextremismus aufgerufen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Wie kann man eine Brücke zwischen der realen Offline-Welt und den &#8220;virtuellen Straßen&#8221; im Netz schlagen? Die Initiative für interaktive Demokratie hat einen Versuch gewagt und am &#8220;Tag für Demokratie&#8221; am Brandenburger Tor zu einer Online-Demonstration gegen Rechtsextremismus aufgerufen.</p>
<p><!--break--></p>
<p class="tidy-5">Eine eMail an Claudia Roth wäre in der Flut der täglich eingehenden Online-Post mit Sicherheit untergegangen. Kombiniert man die Kommunikationskanäle der Offline- mit der Onlinewelt, steigen die Chancen, die gewünschte Aufmerksamkeit zu erhalten. Beim „<br />
                            <a href="http://www.tagfuerdemokratie.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tag für Demokratie</a>“ am Brandenburger Tor hat die Initiative<br />
                            <a href="http://www.idemokratie.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">iDemokratie.de</a> den Versuch unternommen, eine Kampagne gegen Rechtsextremismus zu starten, die in der realen, sowie der virtuellen Welt stattfindet. Durch das Verteilen von Flyern, den Verkauf von T-Shirts und persönliche Gespräche mit den Menschen war eine „interaktive“ Auseinandersetzung mit dem Thema Rechtsextremismus vor Ort möglich.</p>
<p>                            <strong>7 Tage die Woche 24 Stunden täglich demonstrieren</strong></p>
<p>„<br />
                            <a href="http://www.schoener-leben-ohne-nazis.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schöner leben ohne Nazis</a>“ heißt das virtuelle Gegenstück zur Kampagne der Initiative iDemokratie.de. Hier kann jeder ohne großen technischen Aufwand ein Foto von sich ins Internet stellen und dadurch seiner Meinung Ausdruck verleihen. Mit den Bildern soll ein<br />
                            <br />
                            <img decoding="async" height="271" hspace="0" src="slon050512_1.jpg" width="360" align="absmiddle" vspace="10" alt="" /><br />
                            <br />großer „Online-Demonstrationszug“ im Netz entstehen, der nicht an einen konkreten Termin und Ort gebunden ist. Die Menschen können sich zu jeder Zeit und von jedem Ort an der Aktion beteiligen. Die Online-Demo schafft eine neue Form der Partizipation, ohne gleich mit Transparent und Trillerpfeife auf die Straße zu ziehen.</p>
<p>                            <strong>Gesicht zeigen ist wörtlich gemeint<br />
                            <br /></strong><br />
                            <br />60 Jahre nach Kriegsende und der Befreiung vom Naziregime werden vor allem die jungen Leute aufgerufen, in bunten T-Shirts mit der Aufschrift „Schöner leben ohne Nazis“ auf die Straße zu gehen. „Die Erfahrungen am &#8216;Tag für Demokratie’ haben gezeigt, dass viele die Aktion gut finden, einige aber auch Angst zeigen“ sagt Christian Hochhuth, Initiator der Kampagne.<br />
                            <br />
                            <img decoding="async" height="214" hspace="0" src="slon050512_2.jpg" width="350" align="absmiddle" vspace="10" alt="" /><br />
                            <br />Einige Passanten fanden es zu gefährlich eine so deutliche Botschaft offen zu tragen. In einem Fall verbat ein Vater sogar seiner Tochter aus diesem Grund den Erwerb des T-Shirts. Anderen wiederum geht das Foto im Internet zu weit. Das eigene Gesicht ist eine viel deutlichere Stellungnahme als eine Unterschrift auf einer langen Liste. Viele, die zu einer Demonstration durchaus bereit wären, lehnen einen stärker personalisierten Protest mit Bild im Internet ab.</p>
<p>                            <strong>Offline erfolgreich<br />
                            <br /></strong><br />
                            <br />Als „eine der auffälligsten Ideen auf dem Tag für Demokratie“ bezeichnete die<br />
                            <a href="http://www.schoener-leben-ohne-nazis.de/weblog/abendschau" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berliner Abendschau</a> die Kampagne. Durch das T-Shirt und den Flyer mit dem Aufruf zur Online-Demo und eine Animation im „Berliner Fenster“ in der U-Bahn und auf einer Großleinwand am Brandenburger Tor wurde offline auf die Kampagne aufmerksam gemacht, um sie später über diesen Tag und die Stadtgrenzen Berlins hinaus online weiterzuführen. Auch Politiker wie die Grünen-Chefin Claudia Roth oder der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck kamen am Stand vorbei und zeigten ihr Interesse an der Kampagne. Dabei konnte Claudia Roth als Unterstützerin der Kampagne gewonnen werden.</p>
<p>
                            <strong>Onlinebeteiligung lässt warten<br />
                            <br /></strong><br />
                            <br />Viele haben bereits ihr Foto auf die Website geladen; einige im bunten T-Shirt, das sie am „Tag für Demokratie“ am Stand erworben oder Online bestellt haben, andere einfach mit einem privaten Foto, um Gesicht zu zeigen und am Protest gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus teilzunehmen. Der Graben zwischen der Offline-Welt und den &#8220;virtuellen Straßen&#8221; ist jedoch immer noch groß. Trotz einer enormen Reichweite der Offline-Kampagne im Raum Berlin suchten bis jetzt nur wenige der erreichten Menschen auch die Internetseite auf.</p>
<p>
                              <strong>Der Autor des Textes ist Mitglied der Initiative iDemokratie.de.</strong>
                            </p></p>
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		<title>Strike for your right!</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Internetrecht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die Abmahnungen gegen Seiten, die mit Links auf andere verweisen, mehren sich. Das ist gegen die guten Sitten
des Netzes, fanden einige Studenten der MerzAkademie und übertrugen klassisch-demokratische
Protestformen ins Internet. Herausgekommen ist dabei unter anderem die Online-Demonstration.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die Abmahnungen gegen Seiten, die mit Links auf andere verweisen, mehren sich. Das ist gegen die guten Sitten<br />
des Netzes, fanden einige Studenten der MerzAkademie und übertrugen klassisch-demokratische<br />
Protestformen ins Internet. Herausgekommen ist dabei unter anderem die Online-Demonstration.</b></span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Es gibt sie, die Synthese aus politisiertem Hacker und computerisiertem Aktivisten. Die beiden Spezies haben<br />
sich zusammengetan, um die gute alte Demo-Tradition in zeitgemäßer Form fortzuführen. Zeitgemäß ist, dass<br />
die Demonstranten sich nicht mehr notwendigerweise die Füße plattstehen und ihre Sit-In-Vergangenheit mit<br />
Frostbeulen dokumentieren können, sondern die Blockaden im Internet ausüben.<br />
<a href="http://www.online-demonstration.org/">www.Online-demonstrationen.org</a> heißt die Seite,<br />
die den zivilen Ungehorsam im Netz entwickelt hat und koordiniert. Dahinter steckt ein Semesterprojekt der<br />
<a href="http://www.merz-akademie.de/">Stuttgarter MerzAkademie</a> zum Thema<br />
<a href="http://student.merz-akademie.de/alink/">&quot;Active Link&quot;</a>.<br />
</span>
</p>
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Eine neu Form der demokratischen Artikulation im Netz? Alvar Freude, der das Projekt entwickelt hat, sieht<br />
die Online-Demonstration als demokratisches Mittel für internetspezifische Anliegen. So startete die Plattform<br />
am 29. Juni mit einem &quot;Sit-In&quot; auf den Seiten des Server des Justizministeriums. Ziel der Akademie-Veranstaltung<br />
war es, &quot;in Öffentlichkeit und Verwaltung Bewusstsein für die Funktion der Links zu schaffen, deren Nutzung<br />
im WWW derzeit durch Gerichtsentscheidungen, Unternehmensstrategien und administrative Überlegungen<br />
empfindlich beeinträchtigt wird.&quot; Ziel: Freedom for links!<br />
</span>
</p>
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Entgegen anderer Berichte handelt es sich bei den Online-Demonstrationen nicht um DOS-Attacken.<br />
Alvar Freude erklärt, wodurch sich die Demonstration von &quot;Denial of Service-Attacken&quot; unterscheidet:<br />
&quot;Die Unterschied liegt auf zwei Ebenen, der ideellen und der technischen.&quot; Die Demonstration findet zunächst<br />
einmal angekündigt statt, ist also öffentlich. Dazu kommt, das die Namen der Initiatoren und Teilnehmer bekannt<br />
sind. Es geht nicht darum, eine Seite anonym lahm zu legen, sondern durch den Protest auf ein konkretes<br />
Anliegen der User-Gemeinde aufmerksam zu machen. Für den Angegriffenen wird dieser Protest auch in Form<br />
von einer Art Plakat sichtbar, die, ähnlich wie bei klassischen Demonstrationen auf der Strasse, für die Betreiber<br />
der Seite sichtbar werden.<br />
Die Demonstrationen sind darüber hinaus nur ein Mittel der Plattform, Protest zu artikulieren.<br />
Ein weiteres wichtiges Instrument stellen die Online-Petitionen der Initiative dar.<br />
</span>
</p>
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<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Technisch liegt der Unterschied -vereinfacht ausgedrückt &#8211; darin, dass bei DOS-Attacken eine unkontrollierte<br />
Menge Zugriffe von einer unkontrollierten, unbekannten Zahl an Rechnern erfolgt. Die Online-Demonstrationen<br />
verlaufen aber über eine bewusste und bekannte Teilnahme. Der potentielle Demonstrant wird über die<br />
stattfindende Aktion informiert und muss sich mit einem Namen anmelden.<br />
Anders als bei DOS-Attacken finden die Angriffe auch nicht auf niedrige Protokollebenen statt. Die niedrigen<br />
Protokollebenen sind nicht in der Lage, zu unterscheiden, ob der Verkehr, der auf sie trifft, sinnvoll ist, deshalb<br />
wehren sie ihn ab. Bei massenhaftem Beschuss sind diese niedrigen Protokolle so stark mit dem Abwehren der<br />
eintreffenden Anfragen beschäftigt, dass nichts mehr auf die höheren Protokollebenen durchdringt. In diesem Fall<br />
kann es zu einem Denial of Service kommen. Die Online-Demonstration spricht höhere Protokollebenen z.B.<br />
e-mail an, die &quot;intelligenter&quot; auf den Ansturm reagieren und gegebenenfalls Fehlermeldungen produzieren.<br />
Denial of Service kann bei diesem System so gut wie ausgeschlossen werden.<br />
Die Infrastruktur von User und Server, die bei DOS-Attacken &#8211; je nach Betriebssystem &#8211;  in Mitleidenschaft<br />
gezogen wird, nimmt bei den Online-Demonstrationen keinen Schaden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Demonstration auf dem Server des Justizministeriums lief beispielsweise für Außenstehende nahezu<br />
unbemerkt ab. Mit 150 Teilnehmern war sie zwar &#8211; für Internetverhältnisse &#8211;  recht gut besucht, die Zugriffe<br />
waren aber sehr langsam getaktet. Freude dazu: &quot;Mit einem Zugriff pro Minute pro User legt man keine Server<br />
lahm&quot;.<br />
Letztlich ging es auch gar nicht darum. Die Demonstration sollte ein symbolischer Akt sein.<br />
Kennzeichen der Demokratie schematisch ins Netz zu übertragen und dort mit Sinn und Leben zu füllen ist<br />
lautet das Anliegen der Studenten aus Stuttgart. &quot;Es gibt Situationen, da kann man eigentlich nicht außerhalb<br />
des Netzes protestieren&quot; meint Alvar Freude und nennt als Beispiel<br />
<a href="http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/5768/1.html">die Etoy-Kampagne</a> gegen den<br />
Spielzeugvertreiber e-toys Anfang des Jahres: &quot;Wo hätte man denn gegen eine E-Commerce Firma<br />
sinnvoller protestieren können, als im Netz selbst?&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Auch die Freiheit der Links ist ein netzspezifisches Thema, dessen Problematik am besten im Netz selbst &quot;demonstriert&quot; wird.<br />
Leider ist die Politik noch nicht auf allen Ebenen so weit, den Online-Protest für voll zu nehmen. Deswegen<br />
verhandeln die Betreiber der Plattform der Merz Akademie auch ganz real mit dem Justizmininsterium.<br />
Schon alleine deshalb, um sich nach den Terrorismus-Vorwürfen klar vor Verdächtigungen zu schützen.<br />
&quot;Viele Leute haben überhaupt nicht verstanden, was wir eigentlich machen&quot; bedauert Freude, der sich &#8211;<br />
das Projekt schlug hohe emotionale Wellen &#8211; Bezeichnungen wie Stalin oder KluKluxKlan gefallen lassen musste.<br />
Falls jedoch das Ministerium den Unterschriftenlisten gegenüber taub bleiben sollte,<br />
wird es eine neue Demonstration gegen die Link-Abmahnungen geben. Die Taktung der Server-Angriffe, so deutet Freude an,<br />
kann intensiviert werden &#8230;<br />
</span></p>
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