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	<title>Online-Magazin &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Online-Magazin &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Mehr Online als Journalismus: Zehn Jahre Copy and Paste</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Nov 2012 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zehn Jahre Online-Journalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[
                              1994 wagten sich die ersten deutschen Verlage und Sender ins Netz. Zehn spannende, aufregende Jahre – inzwischen ist Online ein etabliertes, lebendiges Medium. Mit einer Einschränkung: Journalismus spielt keine nennenswerte Rolle.
                            ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
                              1994 wagten sich die ersten deutschen Verlage und Sender ins Netz. Zehn spannende, aufregende Jahre – inzwischen ist Online ein etabliertes, lebendiges Medium. Mit einer Einschränkung: Journalismus spielt keine nennenswerte Rolle.
                            </p>
<p><!--break--></p>
<p>Herbert Riehl-Heyse schüttelte den Kopf. Sie wolle zu einem Online-Medium wechseln, hatte ihm da gerade eine junge Zeitungskollegin gebeichtet. Alles Mist, brummelte der große Riehl-Heyse und subsummierte in zwei Worten, was A-Class-Journalisten aus den alten Medien noch Ende der 90er-Jahre über Online dachten.</p>
<p>Und – höchstens in etwas mildere Worte verpackt &#8211; großenteils immer noch denken. Aus freien Stücken und journalistischen Erwägungen in eine Internet-Redaktion zu wechseln, gilt gestandenen Print- oder TV-Machern als undenkbar, jenseitig. Es gibt Ausnahmen wie Spiegel Online-Chef Müller von Blumencron. Es sind wenige.</p>
<p class="fett">Im Trüben fischen</p>
<p>Anfangs spielte bei der barschen Abwehrhaltung auch Unkenntnis mit &#8211; etwa, als Wolf von Lojewski zu &#8220;heute journal&#8221;-Zeiten einen ihm mühsam abgerungenen Online-Hinweis vor Millionen Zuschauern mit den Worten einleitete: &#8220;Falls Sie mal wieder im Trüben fischen wollen&#8230;&#8221;. Inzwischen ist das Netz als Phänomen bis zum hintersten Old-Media-Redakteur durchgedrungen. Nur – es entfaltet keinen Sex-Appeal.</p>
<p>Welch ein Unterschied zu den Anfangstagen des Fernsehens. Als die Bilder auch im TV laufen lernten, wechselten renommierte Hörfunk- und Printjournalisten in das neue Medium. Neben Unterhaltung stand Fernsehen in Deutschland von Beginn an auch für journalistische Formate &#8211; eine neue, elektrisierende Spielwiese für Reporter und Autoren.</p>
<p>Der Schwenk in die Gegenwart macht das ganze Ausmaß der onlinejournalistischen Versteppung deutlich. Überläufer wie Heribert Prantl oder Claus Kleber wird es nicht geben. Natürlich nicht &#8211; dazu findet zu wenig guter, originärer Journalismus im Netz statt.</p>
<p>Wirklich? Vielleicht sollte man sich darüber verständigen, was guter, ernstzunehmender Onlinejournalismus überhaupt ist.</p>
<p class="fett">Kopieren, dichten, kopieren</p>
<p>Ist es bereits Journalismus, die Meldung einer Nachrichtenagentur in ein Content Management System (CMS) zu kopieren? Wird Journalismus daraus, weil man eine eigene Headline erfindet, einen eigenen Vorspann dichtet? Ist es schon Journalismus, einen Print-Text oder ein Sende-Manuskript 1:1 ins Online-Angebot zu stellen? Ist es noch Journalismus, PR-Texte unredigiert ins Netz zu stellen &#8211; etwa Verlagstexte als Buchrezensionen? Ist es noch Journalismus, aus einer Handvoll mal mehr, mal weniger glaubwürdiger Internetquellen einen eigenen Beitrag zusammenzukopieren?</p>
<p>In allen vier Fällen lautet Ihre Antwort vermutlich &#8220;nein&#8221; oder &#8220;nicht wirklich&#8221;. Nur: Diese vier Szenarien decken beinahe die gesamte Spannbreite der Mainstream-Online-Publizistik ab. Informationen kommen fast immer aus zweiter Hand: Selber nachhaken, zum Telefon greifen, &#8220;auf Termine&#8221; gehen, mit Menschen reden, sich ein eigenständiges Urteil bilden aufgrund eigener Recherchen &#8211; für das Gros der Online-Journalisten nicht mehr als Theorie. Rundum eigenrecherchierte Geschichten zu produzieren, eine zentrale Fertigkeit jedes Journalisten, wird Onlinern nicht abverlangt. Schlimmer: Es gilt als Luxus.</p>
<p>Dass eigene Geschichten nicht oder höchstens sporadisch auftauchen, wird gerne mit &#8220;Klicks&#8221; begründet. Selbstgeschriebene Geschichten bringen keine Klicks. Heißt es. Mindestens aber zu wenige Klicks, stellt man die Mehrkosten für eigenproduzierte Inhalte in Rechnung. Hintergrund: IVW, das Zählsystem, mit dem die meisten deutschen Internet-Angebote ihre Zugriffe standardisiert messen lassen.</p>
<p class="fett">Ein 1&#215;1 des Klicks</p>
<p>Aus journalistischer Perspektive gesehen, bewertet IVW die Online-Inhalte auf absurde Art und Weise. Eine spannende, im besten Fall sogar Image bildende Story aus eigener Herstellung – ein Klick. Eine 28-teilige Bildergalerie über die &#8220;Arschbomben-WM&#8221; (zu bestaunen bei einem ehemals Grimme-prämierten Nachrichtenangebot) – 28 Klicks. Noch grotesker wird es, wenn PDA-Seiten ins Spiel kommen. Wer seine abonnierten Nachrichtenkanäle auf dem Handheld-Computer aktualisiert, generiert auf einen Schlag Dutzende IVW-konforme Klicks. Unabhängig davon, ob auch nur eine der heruntergeladenen Seiten jemals gelesen wird.</p>
<p>Dass die werbetreibende Industrie dadurch potemkinsche Reichweiten-Daten erhält – ihr Problem. Journalisten aber sollten beunruhigt sein, wenn ihr Output, wenn ihre Ideen letztendlich nur im Licht solcher Zahlenspielereien taxiert werden. Und eine Ecke weiterdenken. Man könnte sinnieren, welchen Weg die Süddeutsche Zeitung gegangen wäre – hätte sie ihre &#8220;Seite Drei&#8221; mit austauschbaren Belanglosigkeiten und Agenturtexten, nicht mit exklusiven Reportagen bestückt. Heute ist die &#8220;Seite drei&#8221; eine eigene Marke, ein geldwertes &#8220;Asset&#8221; &#8211; viele Jahre lang beharrlich mit hochwertigen Inhalten angefüttert und aufgebaut.</p>
<p>Spiegel Online, im Oktober seit 10 Jahren &#8220;auf Sendung&#8221;, geht im Rahmen seiner Möglichkeiten in eine ähnliche Richtung – eigene Autoren besetzen oft die besten Plätze auf der Homepage. Ist das ein Gradmesser dafür, wie es um Onlinejournalismus in Deutschland bestellt ist? Natürlich nicht. Spiegel Online ist nicht repräsentativ für den Rest der Branche. Wenn die Hamburger zum zehnjährigen Jubiläum für ihre Pionierarbeit und die redlich erarbeitete Marktführerschaft in ihrem Segment gewürdigt werden, sollte man das im Blick behalten. Ebenso, dass jede bessere Regionalzeitung pro Woche mehr eigenen Journalismus generiert als die großen deutschen Online-Angebote zusammen.</p>
<p class="fett">Subjektiv punkten</p>
<p>Sind Blogs die Lösung? Spätestens seit die US-Parteitage von Bloggern als offiziell akkreditierten Berichterstattern begleitet wurden, denken große Online-Medien über Weblogs nach, integrieren sie wie Zeit.de und tagesschau.de in ihre konventionellen Angebote. Der Charme solcher &#8220;embedded blogs&#8221;: Was das Muttermedium nicht darf – extrem subjektiv berichten, Themen abseits der gewöhnlichen News-Agenda anstoßen – macht das Blog erst zum Blog.</p>
<p>Der besondere Reiz liegt im Nebeneinander von traditionellem Journalismus und Weblogs. Etwa, wenn es um den amerikanischen Wahlkampf geht: Würde man auf klassische Meldungen und Analysen verzichten wollen? Wohl kaum. Wird das Bild schärfer, wenn die einschlägigen Blogs gelesen werden? Definitiv.</p>
<p>Somit bleiben die selbst ernannten Online-Qualitätspublikationen vor ihren Hausaufgaben sitzen: Ohne eigene und unverwechselbare journalistische Inhalte geht es nicht. Neudeutsch heißt so etwas USP, Unique Selling Proposition. Gute, exklusive Storys sind so eine USP. Nein &#8211; sie wären. Aber das ist das Thema für die nächsten zehn Jahre.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Fußballer nicht allzu ernst nehmen&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/fussballer-nicht-allzu-ernst-nehmen-2371/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alina Barenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Aug 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Jens Kirschneck]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Blogger]]></category>
		<category><![CDATA[Blogsprechstunde]]></category>
		<category><![CDATA[11 Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Block 11]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 7. August 2007 war Jens Kirschneck vom Fußball-Magazin 11 Freunde und dem 11 Freunde-Blog „Block 11&#34; Gast in der Blogsprechstunde von politik-digital.de und den Blogpiloten. Er sprach über mögliche Auf- und Absteiger in der neuen Bundesligasaison und die Chancen finanzschwacher Clubs.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 7. August 2007 war Jens Kirschneck vom Fußball-Magazin 11 Freunde und dem 11 Freunde-Blog „Block 11&quot; Gast in der Blogsprechstunde von politik-digital.de und den Blogpiloten. Er sprach über mögliche Auf- und Absteiger in der neuen Bundesligasaison und die Chancen finanzschwacher Clubs.<br />
<!--break--></p>
<p>
<b>Moderator: </b> Hallo und herzlich willkommen zur Blogsprechstunde, dem Chat von politik-digital.de und den Blogpiloten. Herr Kirschneck, können wir anfangen?
</p>
<p>
<b><b>Jens Kirschneck:</b></b> Aber sicher. Hallo, liebe Fragesteller.
</p>
<p align="center">
<a href="http://www.11freunde.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/salon/photos/ABlogs/11freunde_jkirschneck.jpg" alt="Jens Kirschneck" border="0" height="120" width="85" /></a><br />
<i>Jens Kirschneck<br />
</i><span class="normal"><i>Redakteur beim Fußball-Magazin<br />
11 Freunde<br />
und Blogger beim 11 Freunde-Blog &quot;<a href="http://www.11freunde.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Block<br />
11</a>&quot; </i></span> 
</p>
<p>
<b></b><b><b>Moderator: </b></b> Unsere Nutzer konnten<br />
bereits im Vorfeld Fragen stellen und bewerten. Die Fragen mit den<br />
meisten Stimmen eröffnen heute den Chat. Hier ist Nummer eins:
</p>
<p>
<b>fußballkönig: </b>Wie steht ihr eigentlich<br />
zu den anderen Fußball- und Sportblogs, <a href="http://fooligan.de/2006/06/08/das-andere-f-wort/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fooligans</a><br />
etwa oder <a href="http://allesaussersport.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">allesaußersport</a>?<br />
Konkurrenz oder nette Kollegen?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Nein, als Konkurrenz sehen wir das ganz sicher<br />
nicht. Eher ist es für uns eine Quelle der Inspiration, weil<br />
die Blogger ja oft auch eine Sicht auf den Fußball haben,<br />
der vom Mainstream abweicht.
</p>
<p>
<b>Maik:</b> Wie würdest du eure Nische von „11<br />
Freunde“ und eurem Blog beschreiben? Also wie grenzt ihr euch<br />
von Institutionen wie Kicker oder Sport-Bild ab?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Bei 11 Freunde geht es nicht in erster Linie um<br />
Namen und Zahlen, sondern die Emotionen, die der Fußball hervorruft.<br />
Wichtig ist die Fanperspektive, ein weiterer zentraler Punkt ist<br />
Humor. Außerdem gönnen wir uns gerade im Heft Texte in<br />
einer Länge, die in anderen Publikationen absolut unüblich<br />
sind. Fotostrecken und Reportagen über zehn Seiten und mehr.
</p>
<p>
<b>Ralf: </b>Wie gelingt es, die Begeisterung für<br />
einen Sport ins Internet zu übertragen?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Das ist gar nicht so einfach. Wir versuchen es<br />
bei <a href="http://www.11freunde.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">11freunde.de</a>. mit einem<br />
bunten Potpourri. Ein Mix aus aktuellen Meldungen, Fotogalerien,<br />
bizarren Listen (zum Beispiel „die zehn furchtbarsten Trainerentlassungen“).<br />
Hinzu kommen das Forum, Filmchen und natürlich der Blog. Insgesamt<br />
darf es um Himmels Willen nicht zu trocken sein.
</p>
<p>
<b>general: </b>Warum bloggt ihr überhaupt?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Wir sind seit einem Jahr dabei, 11freunde.de als<br />
Ergänzung zum Heft deutlich aufzuwerten. Es soll ein Fußballportal<br />
sein, das alle Formate abdeckt. Und dazu gehört auch der Blog,<br />
der bei uns ja sehr bildlastig ist.
</p>
<p>
<b>Eric: </b>Wie seid ihr denn auf die Idee zur Rubrik<br />
„Dicke Ex-Profis &quot; gekommen?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Ich weiß leider nicht, wer von uns das verbrochen<br />
hat. Aber es ist ein gutes Beispiel für den 11-Freunde-Humor:<br />
Das Spiel ernst nehmen, aber nicht unbedingt und immer seine Protagonisten.
</p>
<p>
<b>eman resu:</b> Hat die 11 Freunde-Redaktion Favoriten<br />
unter den Clubs?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Oh ja, das hat sie. Vier aus<br />
dem engeren Zirkel sind Fans von <a href="http://www.arminia-bielefeld.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arminia<br />
Bielefeld</a>. Hängt unter anderem damit zusammen, dass die<br />
beiden Magazingründer ursprünglich aus Bielefeld kommen<br />
und dort ein Arminia-Fanzine herausgegeben haben. Man kann deshalb<br />
sagen: Arminia-Fan zu sein ist hier zwar nicht direkt Einstellungsvoraussetzung,<br />
aber es erleichtert die Sache ungemein.
</p>
<p>
<b>elfer: </b>Plauder doch mal aus dem Nähkästchen:<br />
Was sind so die skurrilsten Fangeschichten, die man im Redaktionsalltag<br />
mitbekommt?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Dazu reicht mir schon ein Blick ins Nachbarbüro.<br />
Unser Chefredakteur Philipp Köster hatte mal ein Gerichtsverfahren<br />
am Hals, weil er, mehr aus Ungeschick als Bosheit, mal einen Stadionzaun<br />
beim FSV Salmrohr niedergerissen hat (ist aber längst verjährt).<br />
Außerdem erzählt er immer wieder gerne die Geschichte<br />
vom Fanbus ohne Toilette, der in einen Autobahnstau geriet. Sämtliche<br />
Insassen suchten hektisch nach brauchbaren Behältnissen, um<br />
den Blasendruck abzulassen, worauf zwei 14-Jährige ängstlich<br />
die Tupper-Dosen umklammerten, in die Mutti die Wurststullen gepackt<br />
hatte.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Kommen wir mal zur neuen Bundesliga-Saison:
</p>
<p>
<b>Maik: </b>Nimm uns die Angst: Wird der FC Bayern ganz<br />
oben einsam seine Kreise ziehen, wie alle befürchten?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Das glaube ich nicht. Zwar haben die Bayern den<br />
besten Kader, aber wer hätte in der letzten Saison gedacht,<br />
dass der VfB Stuttgart so einen Lauf haben würde. Diesmal würde<br />
ich sagen: Habt ein Auge auf Dortmund und Leverkusen, im Ernst.<br />
Haben sich beide ausgezeichnet verstärkt.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Nochmal zum Thema Deutscher Meister:
</p>
<p>
<b>soccer: </b>Welche Strategie bringt den Titel? Bayerns<br />
Kaufrausch, Schalkes Eingespieltheit oder doch wieder Stuttgart?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Ich würde Bremen nicht vergessen, auch wenn<br />
sie derzeit ein bisschen die Seuche haben. Grundsätzlich verringert<br />
ein Kaufrausch wie der vom FC Bayern allerdings die Meisterschaftschancen<br />
nicht gerade. Da muss man nur mal nach England gucken, wo der Unterschied<br />
zwischen den reichen und weniger reichen Klubs so groß ist,<br />
dass die Tabelle seit Jahren zementiert ist. Auf den ersten vier<br />
Plätzen immer nur Chelsea, Manchester United, Liverpool und<br />
Arsenal.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Auf ein ähnliches Thema zielt auch die nächste<br />
Frage:
</p>
<p>
<b>fever:</b> Benachteiligen solche Einkauftouren der<br />
„großen&quot; Vereine nicht die kleineren? Hat nur noch<br />
der Chancen auf den Titel, der das meiste Geld hat?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Grundsätzlich ist das so. Aber weil es in<br />
Deutschland die Zentralvermarktung der TV-Gelder gibt, sind die<br />
Unterschiede nicht so krass wie in anderen Ländern und auch<br />
der VfB Stuttgart kann mit ein bisschen Glück Meister werden.
</p>
<p>
<b>Maik: </b> In England kaufen sich zunehmend milliardenschwere<br />
Unternehmer in Klubs ein und zerstören mit ihren schwindelerregenden<br />
Angeboten den Transfermarkt. Droht das auch der Bundesliga?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Vorerst nicht, weil die Vereine in Deutschland<br />
anders organisiert sind, die Deutsche Fußball Liga (DLF) die<br />
Zügel relativ straff in der Hand hält und einen Karl-Heinz<br />
Rummenigge zur Ordnung ruft, wenn er zu weit voran prescht. Aber<br />
grundsätzlich leben wir im Zeitalter der Globalisierung, deshalb<br />
würde ich mit langfristigen Prognosen sehr vorsichtig sein.
</p>
<p>
<b>runkel:</b> Welcher Verein sollte denn Ihrer Meinung<br />
nach dieses Jahr unbedingt aufsteigen?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Also, ich habe vor einiger Zeit mal eine Reportage<br />
über die TuS Koblenz gemacht und finde die seitdem ziemlich<br />
putzig. Aber zäumen wir das Pferd mal andersherum auf: Köln<br />
muss aufsteigen (sonst kriegen sie, glaube ich, ein finanzielles<br />
Problem). Gladbach sollte aufsteigen (sonst kippt die Stimmung).<br />
Und die ehrgeizigen Hoffenheimer wollen unbedingt.
</p>
<p>
<b>Dieter:</b> Was hältst Du persönlich von<br />
den Plänen, dass künftig der DFB-Pokalsieger in der Champions-League<br />
spielen soll?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Halte ich nicht so viel von. Ich glaube, ein UEFA-Cup-Platz<br />
ist für sechs gewonnene Spiele Belohnung genug. Obwohl es vielleicht<br />
die einzige Chance für meinen Lieblingsklub Arminia Bielefeld<br />
wäre, jemals Champions League zu spielen.
</p>
<p>
<b>barcelona_fc:</b> Wie siehst du das Experiment mit<br />
Alleinherrscher Felix Magath in Wolfsburg?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Ist das wirklich solch ein gewagtes Experiment?<br />
In England ist solch eine starke Figur bei den meisten Klubs gang<br />
und gäbe. Aber ich halte Felix Magath eh nicht für solch<br />
eine Lichtgestalt, dass er aus Wolfsburg plötzlich einen Titelkandidaten<br />
macht.
</p>
<p>
<b>Kutowski: </b>Wie siehst Du die Chancen für die<br />
Ost-Clubs in Liga eins und zwei diese Saison?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Ich fürchte, dass es Rostock und Cottbus<br />
in der 1. Liga sehr schwer haben werden, ebenso Hertha BSC, wenn<br />
ich die mal mit rein rechnen darf. Jena und Aue gehören in<br />
der 2. Liga nicht unbedingt zu den Aufstiegsfavoriten. Könnte<br />
sein, dass es nach Jahren der Konsolidierung diesmal wieder einen<br />
herben Rückschlag für die Ostvereine gibt.
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Eine Nachfrage zur Herta:
</p>
<p>
<b>Maik:</b> Die verschuldete Berliner Hertha hat ja<br />
die halbe Mannschaft verscherbelt und holt jetzt nur junge Talente.<br />
Kann das gut gehen oder kickt der Hauptstadtklub 2008 in Liga zwei?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Das ist ein viel interessanteres Experiment als<br />
das mit Felix Magath in Wolfsburg, finde ich: ein Komplettumbau,<br />
weil die Teamchemie nicht stimmte. Trainer Favre hat nach einer<br />
bestimmten Anlaufzeit ja meist Erfolg gehabt. Aber wird man ihm<br />
die Zeit geben?
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Gibt man Bundesligatrainern heute eigentlich generell<br />
recht wenig Zeit, um sich mit einer Mannschaft einzugrooven?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Ja, das ist so. Binsenweisheit: Es hängt<br />
halt viel Geld dran. In der 2. Liga halbiert sich der Etat eines<br />
Profiklubs. Das Geschäft ist von der Angst vor dem Abstieg<br />
und anderen Katastrophen regiert.
</p>
<p>
<b>barcelona_fc: </b>Wie weit ist die Bundesliga weg<br />
von den Top-Ligen Europas?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Na ja, sagen wir mal, die UEFA-Fünfjahreswertung<br />
lügt nicht. In England oder Spanien wird viel schneller gespielt,<br />
teilweise auch in Frankreich. So kommt es, dass ein Ribéry<br />
hier manchen wie vom anderen Stern erscheint [gemeint ist der französische<br />
Fußballspieler Franck Ribéry, Anm. d. Red.]. Aber man<br />
darf auch nicht vergessen: Die Bundesliga an sich funktioniert.<br />
Toller Zuschauerzuspruch, meistens spannend. Die Frage ist doch:<br />
Will man zwei, drei Kandidaten auf die Champions-League-Krone und<br />
dafür in Kauf nehmen, dass der Rest nicht mehr konkurrenzfähig<br />
ist?
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Noch mal zurück zum Weblog:
</p>
<p>
<b>nur10freunde:</b> Inwieweit gab es auf dem Block 11-Blog<br />
schon mal Hooligans?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Vielleicht nicht unbedingt beim Blog, aber gelegentlich<br />
in unserem Forum. Wir sind halt ein fanorientiertes Magazin. Grundsätzlich<br />
kümmert sich 11 Freunde aber wohl zu sehr um das Spiel an sich,<br />
um für Hooligans attraktiv zu sein.
</p>
<p>
<b>Torben: </b>Mal ganz subjektiv: Welcher Bundesligaverein<br />
hat denn das beste Weblog?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> Karlsruher SC. Den macht nämlich unser Praktikant<br />
Christoph Ries. Ries selbst sagt: Borussia Dortmund (schwarz-gelb).
</p>
<p>
<b>barcelona_fc:</b> Welchen Stadionbesuch wirst du nie<br />
im Leben vergessen?
</p>
<p>
<b>Jens Kirschneck:</b> WM 1990, Mailand: Deutschland gegen Holland 2:1.<br />
Das Spuckspiel (Rijkard vs. Völler).
</p>
<p>
<b>Moderator: </b> Das waren 60 Minuten Blogsprechstunde mit Jens Kirschneck<br />
von den 11 Freunden. Danke an alle Nutzer für die Fragen und<br />
natürlich herzlichen Dank an Jens Kirschneck für die Antworten.<br />
Nächste Woche, am 14. August, 16.00 bis 17.00 Uhr, chatten<br />
wir mit Redakteuren der Radiosendung <a href="http://www.blogspiel.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogspiel</a>.<br />
Das Protokoll dieses Chats gibt es in Kürze auf den Seiten<br />
von politik-digital.de und den Blogpiloten. Das letzte Wort für<br />
heute hat unser Gast. Bitte, Herr Kirschneck:
</p>
<p><b>Jens Kirschneck:</b> Vielen Dank für die interessanten Fragen,<br />
hat Spaß gemacht. Ich wünsche euch allen da draußen<br />
einen schönen Saisonstart, ist ja jetzt auch mal gut mit der<br />
Sommerpause.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Bühne des Selbst &#8211; wenn Leser bloggen Teil 1</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaft-ahaeming_opinio_060420_1-shtml-2537/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[ahaeming]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Apr 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstinszenierung]]></category>
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					<description><![CDATA[(4. Mai 2006) Mit „Opinio", einem Crossmedia-Produkt der Düsseldorfer „Rheinischen Post", wollen die Macher eine widersprüchliche Sehnsucht ihrer Leser befriedigen: den Wunsch nach authentischer Selbstinszenierung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">(4. Mai 2006) Mit „Opinio&#8221;, einem Crossmedia-Produkt der Düsseldorfer „Rheinischen Post&#8221;, wollen die Macher eine widersprüchliche Sehnsucht ihrer Leser befriedigen: den Wunsch nach authentischer Selbstinszenierung.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Meine Handschrift kann ich schon seit meinem 20. Lebensjahr nicht mehr lesen. Bei mir geht immer alles direkt auf die Festplatte&#8221;, schreibt jan-vanleckwitz aus Duisburg am 22. Juni um 11:45 Uhr. Seine Frage: Warum schreiben die eigentlich alle auf „Opinio&#8221;? Sein Beitrag wurde 186 Mal gelesen, bestätigt die Kopfzeile.</p>
<p>
                              <strong>Der „Prosument&#8221;</strong>
                            </p>
<p>Janvanleckwitz ist der Nickname, unter dem Jens Gelbhaar für „Opinio&#8221; Texte verfasst, das Online-Magazin der „Rheinischen Post&#8221;. Er ist einer von rund 1.000 Usern, die sich seit dem Start im Dezember 2004 angemeldet haben. Janvanleckwitz fällt dabei ein wenig aus der Reihe. Anders als viele ist er auch unter seinem richtigen Namen bekannt: Sein Artikel über lästige Werbebriefe erschien im Printmagazin, das der „Rheinischen Post&#8221; beiliegt.</p>
<p>„Opinio: Hier schreiben Sie&#8221;, steht auf dem Cover. „Das gab es vorher nicht&#8221;, schwärmt Oliver Bargfeld, der Leiter der Produkt- und Markenentwicklung der „Rheinischen Post&#8221;. „Eine ganz neue Form von Crossmedia: einmal im Monat als Magazin, einmal wöchentlich als Zeitungsseite und täglich online.&#8221; Hauptdarsteller ist der „Prosument&#8221;, ein Name, den die Marketingabteilung des Verlags für die unbekannte Spezies erfunden hat: Produzent und Konsument zugleich. Citizen Journalism, Bürgerjournalismus: Leser schreiben für Leser. Über die LKW-Maut, 35 Jahre Tatort, die Kopfpauschale oder „Die Geschichte, wie ich meinen besten Kumpel am verlieren bin&#8221;. Keine Leserbriefe, es sind Erfahrungsberichte, sie sind echt.</p>
<p>Torsten Casimir ist RP-Feuilleton-Chef und Leiter von „Opinio&#8221;: „Prosument? Ach ja, ein Wort aus der Marketingabteilung&#8221;. Casimir notiert sich den Begriff. Wo Oliver Bargfeld von „consumer generated media&#8221; spricht, zitiert Casimir Bertolt Brechts Radiotheorie und dessen „soziale Utopie&#8221;. Er ist Chef des Kulturressorts und von Anfang an in der Projektgruppe aus Entwicklern, Akquiseleuten, Technikern, die sich um das neue Produkt „Opinio&#8221; kümmern. In kleiner Runde treffen sie sich noch immer jede Woche zur Konferenz. Casimir ist Redaktionsleiter dieser „Bastelstube&#8221;, ein Vermittler. Er ist der einzige Printjournalist des Projekts und sitzt zwei Stockwerke von der „Opinio&#8221;-Redaktion entfernt. Kunstplakate und Filmposter hängen auf dem Gang. Casimir hat über Musikkommunikation und Systemtheorie promoviert. Es ist ihm fast unangenehm, ohne Sakko dazusitzen.</p>
<p>
                              <strong>Familiengeheimnis der Branche</strong>
                            </p>
<p>Als die Idee im Sommer 2004 an die „Rheinische Post&#8221; herangetragen wurde, sei sie noch „ein ungeschliffener Edelstein&#8221; gewesen. Das Konzept versprach die idealen Rahmenbedingungen, um die Leser wieder für die Inhalte der Zeitung zu interessieren. Er sagt „wieder&#8221;, und benennt damit, was seiner Meinung nach zur Konjunktur- und Anzeigenkrise dazukommt: „Das dunkle Familiengeheimnis der Branche ist die Krise des Interesses.&#8221; Ein Befund, der nicht nur die Einstellung der Leser zur Zeitung betrifft. Für viele Profijournalisten seien Zeitungen quasi gottgegeben. Diese „hoheitliche Geste&#8221; versteht er nicht, man müsse sich dem Weblog-Trend öffnen, findet er, den Leser teilhaben lassen: „In Melancholie langsam sterben? Nein&#8221;, er schüttelt den Kopf, „das passt nicht zu unserem Haus.&#8221; Es ist Pioniertaten gewöhnt, am 20. Januar 1996 startete mit RP-online mit der erste Internetauftritt eines deutschen Verlages, damals war Casimir schon im Haus. „Meine These ist, dass die Menschen nach einer Bühne des Selbst suchen. Für diesen ausgeprägten Inszenierungswillen ist das Internet die Innovation schlechthin. Leser wollen weit mehr als lesen.&#8221; Sie hätten, meint er, ein Bedürfnis nach Authentizität und nach Inszenierung &#8211; eigentlich unlösbar. Für Casimir bietet „Opinio&#8221; die Schnittmenge dieser beiden widersprüchlichen Sehnsüchte. Er steht auf und holt ein altes „Opinio&#8221;-Magazin, klopft wie zum Beweis mit dem Handrücken auf das Cover: „Das ist authentisch und nah bei den Leuten.&#8221; Das Leserfoto auf dem Titelblatt des Magazins ist immer so echt und ungeschminkt wie die Geschichten darin.</p>
<p>
                              <strong>Extrem mitteilsam</strong>
                            </p>
<p>&#8220;Nein, wir redigieren den Fließtext nicht, Rechtschreibfehler und grammatikalische Schnitzer bleiben, wo sie sind.&#8221; Der Onliner Jan Popp-Sewing dreht unruhig am Rad seiner Computermaus. Der 33-Jährige war Volontär, kennt das Haus und ist Bindeglied fischen Print und Online. Er ist der „Opinio&#8221;-Mitarbeiter, der am meisten mit Casimir zu tun hat, auch mittags zwischen zwei Bissen Geschnetzeltem mit Reis bereden die beiden mitunter neue Ideen. Ansonsten sitzt er mit den anderen „Opinio&#8221;-Kräften an einem großen Tisch mitten in der Redaktion von RP-online. Popp-Sewing spricht laut, die Augen fest auf den Bildschirm geheftet. „Wir fallen hier auf, weil wir immer viel miteinander reden. Reden müssen&#8221;, erklärt er den Unterschied zwischen „Opinio&#8221; und der normalen Online-Redaktion. Der Briefumschlag unten am Bildschirmrand blinkt, ein Kommentar zu einem Artikel über Kosenamen. „Das wollen wir eigentlich nicht, das hier ist ja kein Forum, die sollen richtige Texte schreiben&#8221;, ärgert er sich. „Der typische , Opinio &#8216;-Schreiber meldet sich jeden Tag mindestens einmal. Er ist extrem mitteilsam, manche scheinen gar nicht zu schlafen&#8221;, charakterisiert Popp-Sewing seine Autoren. „Unsere Schreiber wollen aber auch Feedback, sie wollen wissen, was andere Leute von ihren Texten halten.&#8221; Da sind auch die „Opinio&#8221;-Mitarbeiter gefragt &#8211; ein weiterer Grund, warum sie mehr miteinander reden als die Kollegen von RP-online: Manche Antworten an die User wollen abgestimmt sein, mittlerweile kennen sie die Eigenheiten der Schreiber sehr gut. Ein ständiger Balanceakt zwischen beruflicher und privater Kommunikation.Insgesamt acht Honorarkräfte und Pauschalisten teilen sich drei Tagesschichten, von 9 bis 23 Uhr ist immer jemand da, der die Community betreut und vor allem die eingehenden Artikel über Guns´n`Roses, Midlife-Crisis oder Retromöbel in das System einpflegt.</p>
<p>
                              <strong>Regen ist &#8220;Opinio&#8221;-Wetter</strong>
                            </p>
<p>Sie ergänzen höchstens einmal einen Absatz, ansonsten verwalten sie die Authenzität und Slebstinszenierung ihrer Schreiber. Auch am Wochenende. &#8220;Anfangs dachten wir, die Leute würden hauptsächlich dann schreiben&#8221;, meint Philipp Stempel, ein anderer &#8220;Opinio&#8221;-Redakteur und grinst. &#8220;Aber es ist eher umgekehrt, die meisten Texte laufen bei uns werktags ein. Viele schreiben anscheinend während ihrer Arbeitszeit. Nur wenn es am Wochenende regnet, das ist dann auch &#8220;Opinio&#8221;-Wetter&#8221; Die Abendschicht mailt jeden Tag eine Auswahl an Beiträge für die Printausgabe nach Hamburg. Dort sitzen die &#8220;Boogies&#8221;, wie sie von allen Beteiligten genannt werden, sie entscheiden mit, welche Texte geadelt werden und ins Heft gelangen.</p>
<p>
                              
                            </p>
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                              <span class="normal"><br />
                                <strong>Weiter zum<br />
                                <a href="ahaeming_opinio_060420_2.shtml">zweiten Teil..</a> &gt;&gt;</strong><br />
                              </span>
                            </p>
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                              <strong><br />
                              <br />Dieser Artikel erschien ursprünglich in &#8220;Redaktion&#8221;, dem Jahrbuch für Journalisten. Es ist Teil des Lokaljournalistenprogramms der<br />
                              <a href="http://www.bpb.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundeszentrale für politische Bildung/bpb</a>. &#8220;Redaktion 2006&#8221; wird im Medienfachverlag Oberauer verlegt und kann über die<br />
                              <a href="http://www.drehscheibe.org/publikationen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Drehscheibe online</a> bestellt werden.</strong><br />
                              
                            </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Bühne des Selbst &#8211; wenn Leser bloggen Teil 2</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaft-ahaeming_opinio_060420_2-shtml-2538/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[ahaeming]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Apr 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstinszenierung]]></category>
		<category><![CDATA[Opinio]]></category>
		<category><![CDATA[Rheinische Post]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Düsseldorf]]></category>
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					<description><![CDATA[Journalistische Blogger]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Journalistische Blogger</p>
<p><!--break--></p>
<p>Die Boogies, das sind in erster Linie Carsten Schütte und Lars Diederich. „Opinio&#8221; war ihre Idee. Sie haben beide lange bei der G+J-Wirtschaftspresse gearbeitet. Schütte zuletzt als Leiter der Marketingabteilung, Diederich als Anzeigenleiter. „Eigentlich wollten wir unser eigenes Magazin aufziehen&#8221;, erzählt Diederich. Sie hatten ihre Idee und gründeten „Boogie Medien&#8221;. Das war Anfang 2004, „damals war der Begriff weblog noch sehr nebulös.&#8221; Die Reality-Formate waren stark im Kommen, aufAmazon.de gab es auf einmal Buchrezensionen der Kunden, überall im Internet fanden sich Reiseberichte. „Wir wollten wissen was die Leute in der Region bewegt, ihre Geschichten und ihr Wissen erfahren. Und die Blogger-Idee mit journalistischen Aspekten verzahnen.&#8221; Er wird deutlicher: „Die typischen redaktionellen Aufgaben, also die Qualitätsfilterung und Selektion nach Relevanz, sollten auf das Konzept des Printproduktes übertragen werden.&#8221; Mit dieser Idee sind sie in der deutschen Verlagslandschaft hausieren gegangen, dann hat die „Rheinische Post&#8221; zugegriffen.</p>
<p>Bei „Boogie Medien&#8221; in Hamburg wird die Beilage layoutet, sie machen die Schlussredaktion, aktualisieren auch die Landkarte, die auf Seite drei jeder Ausgabe erscheint. Sie zeigt das Verbreitungsgebiet der RP, zwischen Kleve und Wermelskirchen sind alle Autoren des Heftes eingezeichnet. „Die Karte ist ein wichtiges Element für die Community und steht für gemeinsames Erleben in der Region.&#8221; Dass ihre Idee bei der zweitgrößten lokalen Abozeitung in Deutschland gelandet ist, erscheint da nur logisch. Varianten ihrer Idee bieten sie anderen Verlagen an. Und: „Was den lokalen Aspekt angeht, da ist der Citizen Journalism in den USA auch nicht viel weiter als bei uns.&#8221;</p>
<p>
                              <strong>Passend zum Businessprofil</strong>
                            </p>
<p>Oliver Bargfeld, der Produktmanager der PR, ist über die US-Szene des Bürgerjournalismus gut informiert. Das sei im Sommer 2004 auch in Deutschland nichts Exotisches mehr gewesen. Er kennt die beiden Boogies und ihre Geschichte schon länger: „Carsten Schütte hat mir die Idee bereits vor drei Jahren erzählt.&#8221; Damals war Bargfeld noch bei der Düsseldorfer Werbeagentur BBDO, Schütte hat auch einmal dort gearbeitet. Bargfeld war Geschäftsführer und kümmerte sich um die Neudefinition der „Dachmarke RP&#8221;. Im September 2004 wechselte er ganz zum Verlag. Ein Produktmanager in einem Zeitungshaus, das hält er nicht für ungewöhnlich. „Das Geschäftsmodell einer Tageszeitung ist nicht unendlich ausbaubar, das wissen wir alle.&#8221; Man muss kreativ sein, die ,,Opinio&#8221;-Geschichte hatte er noch im Hinterkopf, als er zur RP wechselte. „Da haben wir gesagt, dann machen wir das eben bei der ,Rheinischen Post&#8217;.<br />
                            <br />Es war die richtige Gelegenheit und der richtige Zeitpunkt.&#8221; Die Studien, in seiner Sprache: „Scree-nings&#8221;, „MaFos&#8221; und „Case Studies&#8221;, gaben ihm Recht: „Der Kunde will das, das passt in unser Business-Profil, es gibt einen Markt dafür.&#8221; Ein Jahr nach dem ersten Kontakt zwischen den Boogies und der RP, mussten sie ihren Plan der Realität anpassen, die Erscheinungsweise ändern: Die Vermarktungsstrategie ging nicht auf. Statt alle zwei Wochen erscheint das Magazin nur noch einmal im Monat, dafür hat „Opinio&#8221; jetzt einmal wöchentlich eine Seite in der Tageszeitung.</p>
<p>
                              <strong>Redaktion als Kreativteam</strong>
                            </p>
<p>Aber, betont Bargfeld, man halte an dem Produkt fest. Ziel sei, noch authentischer zu werden, stärker ins „Regionale, Lokale, die Straßenzüge&#8221; rein zu gehen. „Wir brauchen die Redaktion als Kreativteam, das ist wie damals in der Agentur&#8221;, sagt Bargfeld. „Wenn zwei Welten aufeinander treffen&#8221;, sagt Torsten Casimir, „müssen sie so lange diskutieren, bis sie eine Welt werden.&#8221; Es ist eine Welt mit vielen Sprachen: Der Leser, der Autor, der User, sagt Popp-Sewing, er kann sich nicht entscheiden. Der Leser, sagt Casimir, der Verbraucher, sagt Diederichs, der Prosument, sagt Bargfeld. „Ich&#8221;, sagt janvanleckwitz.<br />
                            </p>
<p>
                              <span class="normal"><br />
                                <strong>Zurück zum<br />
                                <a href="ahaeming_opinio_060420_1.shtml">ersten Teil..</a> &gt;&gt;</strong><br />
                              </span>
                            </p>
<p>
                              <strong><br />
                              <br />Dieser Artikel erschien ursprünglich in &#8220;Redaktion&#8221;, dem Jahrbuch für Journalisten. Es ist Teil des Lokaljournalistenprogramms der<br />
                              <a href="http://www.bpb.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundeszentrale für politische Bildung/bpb</a>. &#8220;Redaktion 2006&#8221; wird im Medienfachverlag Oberauer verlegt und kann über die<br />
                              <a href="http://www.drehscheibe.org/publikationen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Drehscheibe online</a> bestellt werden.</strong><br />
                              
                            </p>
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			</item>
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		<title>Webwatching &#8211; das Netzkultur-Magazin</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/wissensgesellschaftadawebwatching060202-shtml-3107/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Feb 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationswissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistik]]></category>
		<category><![CDATA[Webwatching]]></category>
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					<description><![CDATA[
                              Wäre Tucholsky heute ein Weblogger? Verbreitet Wikipedia Falschinformationen? Der Einfluss des Internets auf den Journalismus, die Wissenschaft und die Weltbilder in unseren Köpfen wächst stetig. Neunzehn Journalistik-Studenten der Universität Hamburg haben Netz-Journalisten, Blogger, Medienwissenschaftler und Trend-Gurus befragt, um herauszufinden, welche Umwälzungen der Informationsgesellschaft bevorstehen. Ada von der Decken, selbst Teilnehmerin an dem Projekt Webwatching, hat einige Ergebnisse der am 1. Februar gestarteten Netzzeitung für politik-digital.de zusammengefasst.
                            ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
                              Wäre Tucholsky heute ein Weblogger? Verbreitet Wikipedia Falschinformationen? Der Einfluss des Internets auf den Journalismus, die Wissenschaft und die Weltbilder in unseren Köpfen wächst stetig. Neunzehn Journalistik-Studenten der Universität Hamburg haben Netz-Journalisten, Blogger, Medienwissenschaftler und Trend-Gurus befragt, um herauszufinden, welche Umwälzungen der Informationsgesellschaft bevorstehen. Ada von der Decken, selbst Teilnehmerin an dem Projekt Webwatching, hat einige Ergebnisse der am 1. Februar gestarteten Netzzeitung für politik-digital.de zusammengefasst.
                            </p>
<p><!--break--></p>
<p>Welchen Einfluss hat das Internet auf den klassischen Journalismus genommen? Welche Chancen und Risiken birgt das Medium, das aus dem Korsett strikt linear organisierter Präsentation ausbricht? Neunzehn Journalistik-Studierende der Universität Hamburg begaben sich auf die Suche nach Antworten auf Fragen, die sich in Zeiten schwindender Auflagen der Printmedien und zunehmender Bedeutung von Online-Medien und Weblogs stellen. Das wöchentliche Seminar wurde zur Redaktionssitzung erklärt und nach drei Monaten ist im Netz eine Trendbeobachtung über das Netz entstanden – das Interviewmagazin Webwatching.</p>
<p>Auskunft geben unter anderem der Bildblogger Christoph Schultheis, Spiegel-Online Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron, Don Alphonso, Blogger der ersten Stunde, der Schriftsteller Peter Glaser, der Wikipedianer Erik Möller und der Journalistikprofessor Dr. Siegfried Weischenberg.</p>
<p>Webwatching wird dem Anspruch, die Trends der Netzkultur abzubilden, gerecht, indem es in den Interviews vielfältige und gegensätzliche Meinungen zu Wort kommen lässt – anekdotisch und ernst, streitbar und scharfzüngig.</p>
<p>Zahlreiche Experten widmen sich der Frage, ob die „Blogosphäre“ als Themengeber und Kontrollinstanz die klassischen Massenmedien bereichert oder sie kontaminiert, da sie die traditionellen Trennungslinien zwischen journalistischer Berichterstattung und subjektiven Kommentaren unterlaufen. Einig sind sich die Befragten darin, dass die Formel Journalismus = Blog nicht aufgeht.<br />
                            <br />Weblogs sind zwar einerseits als „Schmarrn“, „Modeerscheinung“ oder „Pseudojournalismus“ verschrien, sie gelten andererseits aber auch als „Frühwarnsystem für den Journalismus“, von dem die klassischen Massenmedien profitieren können.<br />
                            <br />Durch die Blogs bestehe ein Rückkanal, der den traditionellen Massenmedien ein Feedback gibt auf das, was geschrieben oder gesendet wurde, stellt Prof. Dr. Hans Jürgen Bucher fest. Man käme anders an Themen heran, als es „in der klassischen selbstreferentiellen Art des Journalismus“ der Fall sei. Blogger können Journalisten „Impulse und Ideen für die öffentliche Kommunikation liefern“ und somit eine Informationsquelle und Kommunikationsbasis darstellen“ meint Chefreporter des Südwestfunk Dr. Thomas Leif.</p>
<p>Das Internet biete durch den Online-Journalismus Möglichkeiten, die andere Medien nicht bieten, sagt Prof. Dr. Klaus Meier. Zum einen könnten Text, Bild, Ton und Video in allen möglichen Varianten zum multimedialen Erzählen kombiniert werden, zum anderen könnten die Leser direkt partizipieren. Durch Quotentools sei sehr genau ermittelbar, welche Artikel am häufigsten gelesen werden. Für die Recherche ergäben sich durch das Internet auch negative Tendenzen: „Dass Journalisten sich aus Zeit- und Geldmangel zunehmend auf die Ergebnisse der Suchmaschinen verlassen“, wertet Prof. Dr. Marcel Machill als Gefahr. „Eine gute Recherche kann bei Google beginnen, aber sie darf nicht bei Google aufhören.“</p>
<p>Rainer Meyer, der unter dem Pseudonym Don Alphonso in der Bloggerszene bekannt geworden ist, prognostiziert den Untergang des Journalismus, weil der heutige Journalist nur „in seinem Büro auf seinen fünf Buchstaben“ sitze und die Welt draußen nicht mehr mitbekomme. Bucher glaubt sogar, dass Journalismus mittlerweile gar kein spezieller Beruf mehr sei, sondern Element der Allgemeinbildung. Jeder müsse ein Mobile an journalistischen Kriterien entwickeln, um Informationen selbst prüfen und filtern zu können. Anderer Meinung ist wiederum Prof. Dr. Siegfried Weischenberg, für den der konventionelle Journalismus als Kuturgut nach wie vor unersetzbare Professionalität verkörpert.</p>
<p>Dadurch, „dass jeder im Internet publizieren kann, wird das Spektrum der Meinungsvielfalt erweitert“, sagt Florian Rötzer von Telepolis. Dennoch dominiere der Eindruck, dass „sich im Netz nur von einander abgekoppelte Unteröffentlichkeiten herausbilden“, beschreibt Goedart Palm das Phänomen. Eine deutlich vernehmbare öffentliche Meinung, „die sich aus dem Stimmengewirr der Millionen von Statements heraushören ließe“, entstehe „nur in und über die Massenmedien“, so Prof. Dr. Norbert Bolz. Es sei ihre Aufmerksamkeit, um die sich das Magazin Webwatching bemühen müsse, um erfolgreich und „ein Synonym für seriös recherchierte Information“ zu werden, rät der Medienphilosoph.</p>
<p>Das Projekt Webwatching entstand unter der Leitung von Dr. Bernhard Pörksen, der als Professor am Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft in Hamburg lehrt. In einem minimalistischen Design präsentiert sich die Seite<br />
                            <a href="http://www.webwatching.info" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Webwatching</a> mit dem Anspruch eine lesefreundliche Darstellungsform für die 19 Interviews gefunden zu haben.<br />
                            </p>
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		<item>
		<title>Archive: Geister der Vergangenheit</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/zehn-jahre-online-journalismus/netzkulturarchivierung1004-shtml-2400/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Oct 2004 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zehn Jahre Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Google Cache]]></category>
		<category><![CDATA[Wayback Machine]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Fehler]]></category>
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					<description><![CDATA[Speicherkapazität und Langzeitarchivierung gelten als eines der ganz wichtigen Merkmale des Mediums Internet: Alte Inhalte können unbegrenzt neben neuen stehen und diese ergänzen. Die Praxis prägen heute Pragmatismus und Paid Content. Und sie birgt einige Fallstricke für Redaktionen und Nutzer, die diesen nicht immer bewusst sind.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Speicherkapazität und Langzeitarchivierung gelten als eines der ganz wichtigen Merkmale des Mediums Internet: Alte Inhalte können unbegrenzt neben neuen stehen und diese ergänzen. Die Praxis prägen heute Pragmatismus und Paid Content. Und sie birgt einige Fallstricke für Redaktionen und Nutzer, die diesen nicht immer bewusst sind.</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">Spiegel Online hat im Archiv gekramt und gönnt seinen Usern zum zehnjährigen Bestehen ein Surferlebnis aus der Frühzeit des Web: Surfen wie 1996. Möglicherweise waren der Redaktion Design und Inhalte aus den allerersten Monaten doch etwas zu sparsam, um sie der Öffentlichkeit noch einmal zu präsentieren – oder die allerersten Webseiten sind schlicht nicht mehr vorhanden. Denn trotz theoretisch unbegrenzter Speicherkapazität: Bei vielen Online-Medien verschwinden Artikel auf die eine oder andere Weise.</p>
<p>                            <span class="fett">Die endlichen Archive<br />
                            <br /></span><br />
                            <br />Häufig landen sie ganz automatisch hinter dem Internet-Äquivalent einer Zollschranke, im kostenpflichtigen Archiv. Bei Spiegel Online etwa muss man für exklusive Internet-Texte nach drei Monaten, für Texte aus der Print-Ausgabe schon nach einem Monat löhnen. Die Süddeutsche Zeitung hält Zeitungstexte sogar nur sieben Tage auf der Website kostenlos bereit – dann verkauft sie der Verlag über sein Tochterunternehmen DIZ. Extra für die Online-Ausgabe erstellte Texte sind im Gegensatz zu Spiegel Online gratis.<br />
                            <br />Aber auch sie bleiben nicht ewig verfügbar, sondern – wie bei manch’ anderer Website – nur zurück bis zum letzten Relaunch. Aus dem alten Angebot sind laut Online-Chef Helmut Martin-Jung nur einige zeitlose Dossiers, etwa zu Wissenschaftsthemen, übernommen worden: &#8220;Wir sind ja kein Archivierungsunternehmen. Das hätte uns technisch ausgebremst, wenn wir die alten Artikel alle weiter vorhalten würden.&#8221; Das gleiche Bild bei stern.de: Artikel ab dem Relaunch im Dezember 2003 lassen sich über die Suchfunktion finden. &#8220;Darüber hinaus können Stern-Artikel über die G+J-Pressedatenbank kostenpflichtig recherchiert werden&#8221;, erklärt Redaktionsleiterin Barbara Hamm.<br />
                            <br />Das Argument: die Technik. Immerhin seien seit dem Relaunch vor gut zwei Jahren schon wieder rund 25.000 neue Artikel produziert worden, meint Martin-Jung.<br />
                            <br />Holger Meier, stellvertretender Chef von heute.de, argumentiert ähnlich: &#8220;Wir haben sehr viele Videos, die rauben uns die Platte.&#8221; Zwar seien beim letzten Relaunch &#8220;fast komplett&#8221; alle Inhalte gespeichert worden. Aber nur fürs interne Backup – für die Nutzer werden Inhalte nur gut ein Jahr vorgehalten: &#8220;Ausnahmen gibt es natürlich, wie zum Beispiel das Video von Saddams Festnahme.&#8221;<br />
                            <br />&#8220;Wen interessiert die fünfzigste Entwicklung der Gesundheitsreform?&#8221;<br />
                            <br />Nicht das Web ist endlich, aber offenbar Festplattenspeicher und Serverkapazitäten. Für die User macht das im Ergebnis wenig Unterschied. Nicht schlimm, findet Meier: &#8220;Das Tagesgeschäft ist irgendwann durch. Wen interessieren denn später noch drittrangige Themen von 1997?&#8221; Das Nutzerverhalten bestätige das, hat man in Mainz wie in München die Erfahrung gemacht. Martin-Jung: &#8220;Weder wir, noch irgendjemand sonst haben Lust, Sachen durchzulesen wie die fünfzigste Wendung in der Gesundheitspolitik. Das interessiert höchstens jemanden, der eine Doktorarbeit dazu schreibt.&#8221;<br />
                            <br />Also eventuell geplagte Minderheiten wie Medienwissenschaftler und Studenten, die sich mit dem Verfassen inhaltsanalytischer Diplomarbeiten plagen. Oder sollte es darüber hinaus von Belang sein, wenn sich in einigen Jahren die Frühzeit der Webmedien womöglich kaum noch nachvollziehen lässt, so wie heute einst auf 5 1/2 Zoll-Disketten gespeicherte Daten unlesbar, verloren oder nur mühsam rekonstruierbar sind?</p>
<p>                            <span class="fett">Mut zur Lücke<br />
                            <br /></span><br />
                            <br />Holger Meier von heute.de macht sich keine Sorgen über drohende Lücken im kulturellen Gedächtnis der Gesellschaft: &#8220;Ich wäre da nicht so kritisch.&#8221; Obwohl Printprodukte im Gegensatz zu digitalen Daten auch über Jahrzehnte und Jahrhunderten noch erhalten und lesbar bleiben: &#8220;Auch die Zeitungen haben ein lückenhaftes Archiv&#8221;, sagt er. Da würden Ausgaben nicht oder nur unvollständig abgeheftet. Und zunehmend würden auch Verlage ihre Archiv elektronisieren. Meier betont die Vorteile des XML-Formats, das es erlaubt, Texte bei einem Relaunch relativ problemlos von einem Design ins andere fließen zu lassen.<br />
                            <br />Der Webdesigner und Medienwissenschaftler Holger Rada sieht das ganz anders. &#8220;Mir macht es große Sorgen, dass Inhalt und Form voneinander getrennt werden. Beides gehört zusammen. Für die Lesbarkeit eines Textes und das Verständnis eines Beitrags sind typographische Gestaltung und Text-Bild-Relationen von großer Bedeutung&#8221;, sagt Rada. Er hat bereits 1999 in seiner Dissertation die Frühzeit der Online-Medien von 1994 bis 1999 analysiert. &#8220;Als ich aber für mein neues Projekt, eine Geschichte des Web-Designs, recherchiert habe, habe ich die bittere Erfahrung gemacht, dass das Design für die Online-Redaktionen überhaupt keine Rolle spielt.&#8221; So habe man sich bei heute.de nur für die &#8216;Artikel&#8217; interessiert. Rada: &#8220;Das Design ist Sache der Webmaster – wenn überhaupt.&#8221;<br />
                            <br />Wayback, Google Cache und die möglichen Folgen<br />
                            <br />Martin-Jung bereiten solche Archivierungslücken keine Kopfschmerzen: &#8220;Es gibt da ja eine Site, die das in verdienstvoller Weise für uns übernimmt.&#8221; Gemeint ist das Internet Archive, eine Non-Profit-Organisation, die den Sturz in ein Digital Dark Age durch das Abspeichern ganzer Websites dokumentierten will. Zumindest in dem Rahmen, den ihr Serverpark im alten Fort Presidio an der Golden Gate Bridge erlaubt. Mit der Wayback Machine des Internet Archive lassen sich die gespeicherten Sites durchsuchen. So kann man beispielsweise die Entwicklung der Stern-Website zumindest teilweise nachvollziehen.<br />
                            <br />Ähnlich funktioniert der Google Cache, in dem die Suchmaschine beim Crawlen einen Schnappschuss zwischenspeichert. Die Cache-Funktion zeigt die Seiten dann zumindest temporär so an, wie Google sie gefunden hat, auch wenn sie inzwischen geändert wurden: praktisch beim Suchen, aber möglicherweise folgenreich für Online-Redaktionen und private Webmaster.<br />
                            <br />&#8220;Das Abspeichern alter Seiten ist meinerseits erwünscht&#8221;, sagt stern.de-Leiterin Hamm. Das sehen nicht alle so. Denn Internet Archive und Google legen das Urheberrecht großzügig aus: Sie spiegeln Inhalte fremder Websites ohne Rücksicht auf Copyrights, es sei denn, ein Website-Betreiber legt ausdrücklich Widerspruch ein bzw. blockiert die Speicherung durch einen entsprechenden Eintrag in seiner robots.txt-Datei. So eröffnet sich ein Tummelfeld für Medienrechtler bis hin zu Abmahnexperten. In einer ausführlichen rechtlichen Bewertung folgerte der Jurist Martin Bahr 2002, &#8220;dass die Archivierung durch The Wayback Machine gegen geltendes deutsches Urheberrecht&#8221; verstoße. Der Google Cache sei hingegen als Proxy-ähnlicher Zwischenspeicher rechtlich gedeckt. Bahr sieht die durch die Wayback Machine &#8220;gerade auch in wissenschaftlicher Hinsicht [&#8230;] ungeahnte Möglichkeiten.&#8221; Aber er kennt seine Zunft und gibt zu bedenken: &#8220;Etwaige Urheberrechtsverstöße und Urheberrechtsverletzungen könnten auch nach der Löschung der Seite vom Webserver des Betreibers verfolgt werden.&#8221;<br />
                            <br />Versenden ist so eine Sache<br />
                            <br />&#8220;Es versendet sich viel&#8221;, meint Helmut Martin-Jung. Die Online-Leser seien nicht so aufmerksam wie bei einer Zeitung. Ruckzuck sind online kleine Tippfehler korrigiert, kann aus Militärquellen ein Armeepressesprecher samt Namen werden, sobald die zweite Agenturmeldung da ist oder aus 17 Toten zwölf Verletzte, drei Todesopfer und ein Selbstmordattentäter, sind doppelte Worte getilgt und fehlende Halbsätze ergänzt.<br />
                            <br />„Es versendet sich gar nichts&#8221;, sagt Holger Meier. Er meint das, was das Internet vom flüchtigen Medium Radio unterscheidet: &#8220;Es kommen täglich Mails von Nutzern. Wir überprüfen mögliche Fehler und korrigieren. Dann ist es Wurst, von wann der Text ist.&#8221; Auch Barbara Hamm freut sich über Mails aufmerksamer User. Das käme bei stern.de aber nicht sehr häufig vor: &#8220;Die meisten Fehler werden von der Redaktion selbst entdeckt.&#8221;<br />
                            <br />Und wenn sie nicht entdeckt werden? In den umfangreichen Archiven der Online-Magazine können sich potenzielle Zeitbomben verbergen: Was im Radio oder Fernsehen an Fehlern durchschlüpfen kann, bleibt im Netz weiter abrufbar.<br />
                            <br />Unsere Artikel erscheinen auf der Basis der zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Informationen&#8221;, erläutert Hamm. Beispiel: &#8220;Ein Konzern schließt 50 Filialen. Ändert sich der Stand der Dinge – der Konzern schließt nun 100 Filialen – so ist es unsere Aufgabe, die Entwicklung aufzuzeichnen. Somit wird ein neuer Artikel mit aktuellem Datum und dem Stand der Dinge verfasst und veröffentlicht.&#8221; Praxis bei stern.de, Alltag auch in vielen anderen Online-Redaktionen: Kleinere Operationen werden am lebenden Objekt durchgeführt, bei größeren wird ein neuer Artikel angelegt.<br />
                            <br />Aber viele Texte lassen sich im Archiv noch Wochen oder Monate später leicht aufspüren, auch wenn die Redaktion diese längst vergessen hat. Dank Wayback Machine und Google Cache möglicherweise sogar, wenn ein Artikel auf der eigentlichen Website längst nicht mehr online ist.<br />
                            <br />Ankläger aus dem Cache, Entlastungszeuge überschrieben<br />
                            <br />Ein Artikel im Online Journalism Review beschreibt die Beispiele aus der US-Praxis: Teilweise werden demnach dort in elektronischen Archiven nachträglich Namen korrigiert und Fakten geändert.<br />
                            <br />Ein Zwiespalt: Ohne nachträgliches Eingreifen werden Fehler womöglich dauerhaft weiter zur Verfügung gestellt – mit Folgen für die Nutzer, denen nicht auffällt, dass es sich um veraltete Informationen handelt, und möglicherweise mit gravierenden Konsequenzen für die Redaktionen. So kann ein Archiv-Artikel auch noch lange nach der Veröffentlichung juristische Angriffsfläche bieten, obwohl er doch zu diesem Zeitpunkt aufgrund der vorliegenden Informationen nach professionellen journalistischen Kriterien astrein schien (Meier: &#8220;Wir arbeiten so sauber, wie eine Nachrichtenredaktionen arbeiten kann.&#8221;).<br />
                            <br />Ein hypothetischer Extremfall: Ein Kläger hat mit einem Ausdruck aus Wayback Machine oder Google Cache ein mächtiges Beweismittel in der Hand. Die Redaktion hatte dagegen die umstrittene Textstelle innerhalb einer Stunde von der zweiten zur dritten Zwischenversion des Artikels entscheidend abgeändert. Leider kann sie dies nicht beweisen, weil auch die verbesserte Version wenig später überschrieben wurde und keine der beiden älteren wenigstens noch in elektronischer Version vorliegt.<br />
                            <br />&#8220;Auch wenn wir einen Artikel schon drei oder viermal aktualisiert haben, kann dann am Abend ein guter Korrespondentenbericht alles ersetzen&#8221;, sagt Meier. Wenn eine Online-Redaktion in solchen Fällen nicht aufpasst, bleibt zwar der Sachstand erhalten, aber die ursprüngliche Meldung verschwindet.</p>
<p>                            <span class="fett">Inakzeptabel für Nutzer?</span></p>
<p>Oder doch lieber nachträglich alle Fakten anpassen? Eine Sisyphos-Arbeit, die eigentlich niemand leisten kann. Und dann ließe sich wieder nachträglich nicht mehr die Berichterstattung nachvollziehen. Ein Dilemma – aber auch ein relevantes?<br />
                            <br />Die befragten Redaktionen sehen in der Praxis kein großes Problem. Natürlich, juristisch angefochtene Inhalte würden sofort aus dem Angebot entfernt, bestätigen sie. Beispiele aus der eigenen Berichterstattung kann oder will aber niemand nennen. Und auch Gefahren durch das Langzeitgedächtnis etwa der Wayback Machine fürchten sie momentan nicht.<br />
                            <br />Im WWW-Wirrwarr, wo Altes neben Neuem stehen kann, würden sich die Nutzer in den im Vergleich zur Gesamtheit des Netzes strukturierten Angeboten von Online-Medien gut zurechtfinden, meint man bei heute.de, stern.de und sueddeutsche.de. Zumal sich im eigenen Angebot direkte Links von aktuellen Meldungen auf ältere Artikel nur fänden, wenn diese noch relevant und nicht überholt seien.<br />
                            <br />Hamm, Meier und Jung-Martin sind sich einig: Dank Datumsstempeln in den Meldungen könnten Nutzer diese problemlos einordnen. Auch wenn das häufig jemandem, der durch interne oder externe Suchmaschinen auf einen Archiv-Artikel aufmerksam wird, wohl nicht so klar erscheinen wird. Kaum ein User kann auf Anhieb erkennen, ob ein Datumstempel nicht nur angibt, wann das letzte Mal ein Tippfehler in einer viel älteren Meldung korrigiert wurde. Medienwissenchaftler Rada kritisiert bei Online-Medien insgesamt einen sorglosen Umgang mit Texten und deren Urhebern: &#8220;Aus Nutzerperspektive ist das nicht zu akzeptieren.&#8221;<br />
                            </p>
<p class="fett">
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			</item>
		<item>
		<title>Frauennews aus aller Welt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jschroeder]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Dec 1999 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Jana Arakeljan]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Frau]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Frauennews]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
Auf der Suche nach einem Frauenmagazin im Internet stößt man schnell auf all diejenigen
Magazine für Frauen, die es auch am Kiosk gibt- ob Brigitte, Amica oder Allegra- sie alle
sind mittlerweile im Netz vertreten.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
Auf der Suche nach einem Frauenmagazin im Internet stößt man schnell auf all diejenigen<br />
Magazine für Frauen, die es auch am Kiosk gibt- ob Brigitte, Amica oder Allegra- sie alle<br />
sind mittlerweile im Netz vertreten.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Aber es gibt auch ein Magazin, das man nur im Internet finden wird- die<br />
<a href="http://www.frauennews.de/">frauennews</a>. Jana Arakeljan hat vor zweieinhalb Jahren<br />
dieses Ein &#8211; Frauen &#8211; Projekt geschaffen, das sich nicht mit den üblichen Themen zwischen<br />
Schönheitstipps und Partnerschaftsproblemen befaßt. Die frauennews entstanden  vielmehr aus<br />
der Beobachtung heraus, dass frauenpolitische Nachrichten zwar noch in den Presseagenturen<br />
Aufnahme finden, in den Tagesmedien jedoch kaum erscheinen: &quot;frauennews entstand aus diesem<br />
Defizit. Das, was ich vermißte und mir wünschte, habe ich mit dem e- zine umgesetzt. Es<br />
bestätigt aber auch: was im Internet abgerufen werden will, muß erstmal eine/r reinstellen&quot;.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Also bietet Arakeljan in ihrem Angebot journalistisch aufbereitete und regelmäßig aktualisierte<br />
Nachrichten, die man sonst vergeblich sucht, beispielsweise  über die Lage der Frauen im<br />
Kosovokrieg. Neben den aktuellen News gibt es eine lange Reihe von Special-Themen: Frauen<br />
businesslike, die Geschichte der Frauenbewegung, die Situation von Frauen in Ländern wie<br />
Afghanistan oder Indien und vieles mehr. Hier stellt sie eine Fülle von<br />
Hintergrundinformationen und Links zur weiteren Recherche zur Verfügung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Jana Arakeljan gibt auf ihren Seiten &quot;Tipps zum böser werden&quot; von A bis W &#8211;<br />
ein Auszug:<br />
&quot;Cross-Targeting : Frauen/ -Gruppen treten für andere Frauen/ Gruppen ein,<br />
wenn diese belästigt, diskriminiert o. ä. werden, da die Betroffenen sich<br />
oft nicht selbst wehren können oder sich in ihrer direkten Situation nicht trauen.<br />
Die unbeteiligte Gruppe kann dagegen den Mißstand öffentlichkeitswirksam anprangern.&quot;<br />
Außerdem findet man Buchempfehlungen für Mädchen (und Jungen) und Fernseh- und Kinotipps.<br />
Auf einem pinboard können Kotakte geknüpft und Veranstaltungen angekündigt werden. Dieses<br />
Angebot wird von vielen Fraueninitiativen rege genutzt und ist ein gutes Beispiel für das<br />
Networking, dass zwischen Frauen betrieben wird. Jeder der einen Termin für Frauen<br />
veröffentlichen möchte, kann das an dieser Stelle völlig kostenlos tun. In einem Pool<br />
werden darüber hinaus wissenschaftliche Arbeiten zu &quot;Frauenthemen&quot; gesammelt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dass das &quot;Networking&quot; bei Frauenangeboten im Internet groß geschrieben wird, sieht man<br />
daran, dass die frauennews zusammen mit anderen Frauenprojekten eine gemeinsame<br />
Einstiegsseite im Netz haben. Auf der Seite <a href="http://www.woman.de/">www.woman.de</a><br />
werden folglich vier &quot;große Links&quot; angeboten: <br />
Eine <a href="http://www.woman.de/suche/index.html">Frauensuchmaschine</a><br />
mit Stichwortkatalog, die <a href="http://www.frauennews.de/">frauennews</a>,<br />
das <a href="http://internetfrauen.w4w.net/">Hamburger Frauen-Internet-Projekt</a><br />
und <a href="http://www.w4w.de/">Web for women</a>, &#8211; eine Internetproviderin für Frauen.<br />
Deshalb verstehen sich auch die frauennews als ein Netzknotenpunkt, an dem andere<br />
Frauenseiten verlinkt werden, Frauen eigene Beiträge veröffentlichen können, Projekte<br />
aus dem &quot;real life&quot; vorgestellt werden, ein Austausch an Informationen stattfindet und<br />
wo Frauenaktionen und -organisationen aktiv durch PR unterstützt werden. Dabei ist es<br />
nicht leicht, ein nicht kommerziell &#8211; ambitioniertes Projekt wie die frauennews in<br />
völliger Eigenregie zu betreiben, vor allem aus finanzieller Sicht.<br />
&quot;Zwei Jahre frauennews bedeuten auch, daß es Zeit ist, eine finanzielle,<br />
sehr einseitige Belastung abzubauen. Leider sehe ich kaum Möglichkeiten,<br />
finanzielle Quellen anzuzapfen. Es sieht so aus, daß<br />
Frauen kaum Förderungswege offen stehen.&quot;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Und so ist der größte Wunsch der Macherin für den dritten Geburtstag ihres Magazins<br />
im nächsten Jahr ein bescheidener: &quot;endlich mal die Frauen zu einem gemeinsamen Essen<br />
einladen zu können, die direkt oder indirekt Anteil an frauennews haben. Das hatte ich<br />
mir immer vorgenommen &#8211; die Geburtstage von frauennews auch mit Frauen zu feiern!&quot; und<br />
außerdem:<br />
&quot;Ich wünsche mir, daß es mit frauennews kontinuierlich weitergeht. Ein gutes Projekt soll<br />
angeblich daran erkennbar sein, daß es nie zu Ende ist. Gern möchte ich, daß frauennews<br />
ein Wachsen mit den Wünschen und Ansprüchen frauenbewegter Userinnen erlebt.&quot;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Jana Arakeljan hat mit den frauennews ein Internetmagazin geschaffen, das eine wichtige<br />
Ergänzung zu den Nachrichten der Tagesmedien darstellt. Es wäre ihr zu wünschen, dass im<br />
März nächsten Jahres irgendwo viele Frauen zusammen an einem Tisch sitzen, um gemeinsam den<br />
dritten Geburtstag dieses engagierten Projektes zu feiern. </span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Netzeitung im Elchtest</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/die-netzjournaille/die_netzeitung_im_elchtest-843/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Die Netzjournaille]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>&#34;Alles Gute kommt von Norden&#34;: die Skandinavier haben uns nicht nur mit wackligen Möbeln und lispelnden
Handy-Experten beglückt, jetzt bescheren sie uns auch die erste reine Online-Zeitung Deutschlands: die Netzeitung</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>&quot;Alles Gute kommt von Norden&quot;: die Skandinavier haben uns nicht nur mit wackligen Möbeln und lispelnden<br />
Handy-Experten beglückt, jetzt bescheren sie uns auch die erste reine Online-Zeitung Deutschlands: die Netzeitung</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Nach einem Schnellstart zur Olympiade im September ist die Netzeitung, die in Norwegen vor drei Jahren als Nettavisen<br />
das Licht der digitalen Welt erblickte, nun seit einigen Wochen mit vollem Programm in Deutschland online.<br />
Volles Programm heißt auch hier Politik, Wirtschaft und Sport, ein Kulturteil soll folgen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Was aber hat die Netzeitung, das andere Online-Angebote nicht haben? Zunächst einmal fehlt ihr etwas: eine Printausgabe<br />
nämlich. Alle großen Verlagsprodukte im Netz profitieren von ihren Printmarken &#8211; und umgekehrt. Wer den Spiegel kennt<br />
und schätzt, verirrt sich früher oder später auch auf die Seiten von spiegel-online.de. Und da die Netzeitung,<br />
die inzwischen der schwedischen Internetfirma Spray gehört, sich allein durch Werbung finanzieren soll, muss sie ihre<br />
Leser mit etwas ködern, dass die anderen Anbieter nicht haben.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Im Test mit den großen Berliner Online-Angeboten vom Tagesspiegel, der Berliner Zeitung und der Morgenpost zeigt sich,<br />
dass die Netzeitung noch keine Netz-Revolution ausgelöst hat. Der Vergleich zeigt aber auch, dass die Online-Angebote<br />
des Berliner Zeitungsmarkts dem Leser höchst unterschiedlichen Info-Spaß bieten. Der User sucht im Internet vor allem<br />
eine top-aktuelle Berichterstattung. Daneben sind Hintergrundberichte, eine ansprechende Aufmachung, der Servicebereich<br />
und die innovative Nutzung des Internets die Disziplinen, in denen sich die Online-Angebote im Test messen konnten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ein weiterer Grund für Infohungrige, die Sites der Tageszeitungen abzusurfen, sind all die kleinen &quot;Extras&quot;, die nur<br />
das Internet bieten kann: der Netzwert. Ob Newsletter oder Archiv, interaktive Bereiche wie Umfragen und Chats oder<br />
Grafiken und Tabellen &#8211; wer das Potential nicht ausschöpft, kann eigentlich gleich bei seiner Printversion bleiben.<br />
Für alle Testteilnehmer gilt unterm Strich:  das Medium Internet kann noch besser genutzt werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Und hier sind die Ergebnisse im einzelnen:<br />
</span>
</p>
<table align="center" border="1" cellpadding="1" cellspacing="0">
<tbody>
<tr>
<th align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial"> </span>
			</th>
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial"><a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/media.shtml#Tagesspiegel">Tagesspiegel</a></span></th>
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial"><a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/media.shtml#Netzeitung">Netzeitung</a></span></th>
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial"><a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/media.shtml#Berliner">Berliner Zeitung</a></span></th>
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial"><a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/media.shtml#Morgenpost">Morgenpost</a></span></th>
</tr>
<tr>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">Aktualität (8)</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">6</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">8</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">2</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial"> 2</span></td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">Dossiers (5)</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">4</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">2</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">0</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial"> 3</span></td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">Extras (4)</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">4</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">0</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">3</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial"> 2</span></td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">Hintergrund (3)</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">3</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">3</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">3</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial"> 3</span></td>
</tr>
<tr bgcolor="#ffffcc">
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial">Inhalt (20)</span></th>
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial">17</span></th>
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial">13</span></th>
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial">8</span></th>
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial"> 10</span></th>
</tr>
<tr>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">Gestaltung (5)</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">3</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial,geneva">3</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">1</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial"> 2</span></td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">Übersichtlichkeit (5)</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">3</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">2</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">2</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial"> 2</span></td>
</tr>
<tr bgcolor="#ffffcc">
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial">Präsentation (10)</span></th>
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial">6</span></th>
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial">5</span></th>
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial">3</span></th>
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial"> 4</span></th>
</tr>
<tr>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">Frames (2)</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">2</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">2</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">2</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial"> 2</span></td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">Druckversion (2)</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">0</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">0</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">2</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial"> 0</span></td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">Termindaten (2)</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">2</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">0</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">2</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial"> 1</span></td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">Reservierungen (2)</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">0</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">0</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">0</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial"> 0</span></td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">Artikel verschicken (2)</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">0</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">2</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">2</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial"> 0</span></td>
</tr>
<tr bgcolor="#ffffcc">
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial">Technik/Service (10)</span></th>
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial">4</span></th>
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial">4</span></th>
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial">8</span></th>
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial"> 3</span></th>
</tr>
<tr>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">Kreativität (10)</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">3</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">7</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">2</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial"> 2</span></td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">Newsletter (2)</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">2</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">0</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">2</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial"> 2</span></td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">Archiv (4)</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">2</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">0</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">4</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial"> 2</span></td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">Interaktivität (4)</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">3</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">1</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial">2</span></td>
<td align="center"><span style="font-size: x-small; font-family: arial"> 0</span></td>
</tr>
<tr bgcolor="#ffffcc">
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial">Netzwert (20)</span></th>
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial">10</span></th>
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial">8</span></th>
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial">10</span></th>
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial"> 6</span></th>
</tr>
<tr bgcolor="#ffffcc">
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial">Gesamt (60)</span></th>
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial">37</span></th>
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial">30</span></th>
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial">26</span></th>
<th><span style="font-size: x-small; font-family: arial"> 23</span></th>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a title="Tagesspiegel" name="Tagesspiegel"></a><br />
1. Platz<br />
Der <a href="http://www.tagesspiegel.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Tagesspiegel </a>schafft sich einen Vorsprung durch Inhalt: aktuelle<br />
Berichterstattung, zahlreiche Dossiers und Extrainhalte, so macht<br />
lesen im Web Spaß. Auch Gestaltung und Übersicht der Site sind<br />
vorbildlich. Die Themen sind hierarchisch geordnet und verwandte<br />
Artikel werden mit dem ersten &quot;Klick&quot; angezeigt. Abzüge muss der<br />
Tagesspiegel.de im Servicebereich hinnehmen: Druckversion und<br />
&quot;Artikel versenden&quot; fehlen! Auch beim Netzwert darf nachgebessert<br />
werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://www.tagesspiegel.de/"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkultur/images/site-tagesspiegel.jpg" alt="Der Tagesspiegel" align="bottom" border="0" height="113" width="150" /></a><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a title="Netzeitung" name="Netzeitung"></a><br />
2. Platz<br />
Die <a href="http://www.netzeitung.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Netzeitung </a>hat die Nase vorn in Sachen Aktualität, außerdem bietet<br />
sie gut verdauliche Hintergrundinformation. Die aktuellen Änderungen<br />
werden am Rand der Site angezeigt. Das ist digitales Futter für<br />
infohungrige Surfer. Punktabzug gibt&#8217;s für die Übersichtlichkeit und<br />
auch beim Service könnte mit einer Druckversion besser gepunktet<br />
werden. Obwohl sie eine reine Net(z)zeitung ist, fällt sie beim<br />
Netzwert hinter den Tagesspiegel zurück. Der Grund: es fehlen<br />
Newsletter und Archiv.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://www.netzeitung.de/"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkultur/images/site-netzeitung.jpg" alt="Netzeitung" align="bottom" border="0" height="113" width="150" /></a><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a title="Berliner" name="Berliner"></a><br />
3. Platz<br />
Die <a href="http://www.berliner-zeitung.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Berliner Zeitung</a> bietet den Usern vor allem im Servicebereich<br />
einige Extras: das gutsortierte Archiv erfreut ebenso wie die<br />
Druckversion. Leider werden die Inhalte zu selten aktualisiert und<br />
könnten auch übersichtlicher präsentiert werden. Die Übersicht zu<br />
themen-verwandten Artikeln fehlt beispielsweise.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://www.berliner-zeitung.de/"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkultur/images/site-berliner.jpg" alt="Berliner Zeitung" align="bottom" border="0" height="113" width="150" /></a><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a title="Morgenpost" name="Morgenpost"></a><br />
4. Platz<br />
Auch die <a href="http://www.berliner-morgenpost.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Morgenpost </a>hat beim Inhalt noch nicht die digitale<br />
Geschwindigkeit erreicht, bietet dafür aber immerhin eine Bündelung in<br />
Dossiers. Insgesamt ist die Site auch ansprechender in Design und<br />
Übersicht als bei der Berliner Zeitung. Dringend überarbeitet werden<br />
muss der Service-Bereich. Von Netzwert mag man hier gar nicht<br />
sprechen: die konservative Nutzung des Mediums reißt die<br />
Morgenpost in der Gesamtwertung hinunter.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://www.berliner-morgenpost.de/"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkultur/images/site-morgenpost.jpg" alt="Berliner Morgenpost" align="bottom" border="0" height="113" width="150" /></a><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dieser Artikel erschien zuerst in der Zitty 25/2000</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/die-netzjournaille/die_netzeitung_im_elchtest-843/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Speed, Sex und Text</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/die-netzjournaille/speed_sex_und_text-845/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/die-netzjournaille/speed_sex_und_text-845/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Die Netzjournaille]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/speed_sex_und_text-845/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
Machen wir´s kurz. Es geht nämlich auch mit 250 Wörtern. Das beweist Peter Orvetti auf
<a href="http://www.orvetti.com/" target="_new" rel="noopener noreferrer">www.orvetti.com</a>. Täglich wird hier
das politische Geschehen in 250 Wörtern &#34;or less&#34; zusammengefasst - ein hybrider Online-Gag
oder ein journalistisches Angebot? Im Netz gelten für den Journalismus etwas andere Regeln.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
Machen wir´s kurz. Es geht nämlich auch mit 250 Wörtern. Das beweist Peter Orvetti auf<br />
<a href="http://www.orvetti.com/" target="_new" rel="noopener noreferrer">www.orvetti.com</a>. Täglich wird hier<br />
das politische Geschehen in 250 Wörtern &quot;or less&quot; zusammengefasst &#8211; ein hybrider Online-Gag<br />
oder ein journalistisches Angebot? Im Netz gelten für den Journalismus etwas andere Regeln.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das Internet eröffnet der politischen Berichterstattung neue Möglichkeiten, gleichzeitig<br />
fordert es aber auch eine andere Umgehensweise mit den Inhalten, die hier content heißen.<br />
Tageszeitungen, die ihre Artikel einfach ins Netz spiegeln, haben schlechte Karten, denn<br />
die User wollen keinen aufgewärmten Print-Kaffee.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">&quot;Fernsehen ist für die Doofen, Internet für die Schlauen&quot; &#8211; dieser Ausspruch stammt von<br />
Dieter Degler, bis vor kurzem Chefredakteur einer der führenden Politik-Sites im deutschen Netz,<br />
dem <a href="http://www.spiegel.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Spiegel online</a>. Viel eher gilt aber der<br />
alte Leitsatz &quot;Papier ist geduldig&quot;, denn das Netz ist es nicht.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Knapp und knackig sollten die Informationen im Netz sein, und wenn es einmal länger wird,<br />
dann sollte zumindest in übersichtliche Abschnitte gegliedert werden. Der wohl berühmteste<br />
Speed-Journalist dürfte derzeit <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/koepfe/drudge/" target="_new" rel="noopener noreferrer"> Matt Drudge</a> sein.<br />
Der &quot;Infoholiker&quot; und Einzelkämpfer hat sich nicht nur mit Geschwindigkeit sondern auch mit<br />
Inhalten den Titel des &quot;gefürchtetsten Journalisten Amerikas&quot; verdient. Den Tod von Lady<br />
Di 1998 hatte er acht Minuten vor CNN Online und auch von der Lewinsky-Affäre wusste seine<br />
Site <a href="http://www.drudge-manifesto/" target="_new" rel="noopener noreferrer">www.drudge-manifesto</a> vor allen<br />
anderen zu berichten: Sex, Speed und schnelle Schreibe brachten dem voll vernetzten Drudge<br />
1999 mehr als 240 Millionen page views ein. Das Internet kennt eben keine Deadline und<br />
keinen Redaktionsschluss. Wenn nachts um 2 eine Bombe hochgeht, gewinnt das politische<br />
Online-Medium, dass morgens ums 6 schon mit der Story im Netz ist.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Auch stilistisch sind im Netz also andere Techniken gefragt als bei den Print-Pendants.<br />
Nach dem Motto &quot;ein bisschen Boulevard schadet nie&quot; schlagen auch die seriösen Medien in<br />
ihren Onlineversionen oft einen temporeicheren Ton an.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Eine in den USA durchgeführte <a href="http://www.poynter.org/centerpiece/050300.htm" target="_new" rel="noopener noreferrer"><br />
Studie</a> belegt vor dem Hintergrund des Nutzerverhaltens diese Prämissen. Um im Netz zu<br />
ködern, muss die Überschrift krachen und der Teaser knistern, nur dann wird auch der<br />
eigentliche Artikel angeklickt. Entgegen vieler Vermutungen spielen Graphiken und Bilder<br />
aber eine untergeordnete Rolle, das Interesse gilt zuerst immer der Headline. Kann diese<br />
ködern, stellen auch etwas längere Texte kein Hindernis dar.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass sich reine Ticker-Berichterstattung auf Dauer<br />
nicht halten kann. Das Medium Internet hat zwar den Vorteil der Geschwindigkeit, der mit<br />
keinem Druckerzeugnis geteilt wird, das rasche Reagieren auf neue Nachrichten reicht alleine<br />
aber nicht aus, um den klickwilligen Leser zu binden. Das Internet ist nur so schlau, wie seine Inhalte.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Hier kommt der Netzwert ins Spiel. Neben Tempo und ausgefeiltem Content muss ein gutes Internetmagazin<br />
auch zeigen, dass es sein Medium verstanden hat. Wo der Empfänger immer nur einen Mausclick<br />
entfernt ist, muss auf interaktive Nachbarschaft geachtet werden. Und das alte Sender-Empfänger<br />
Modell sollte in Zeiten von Diskussionsforen und eMail ohnehin aufweichen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Und der Inhalt selbst? &quot;Old School&quot; wäre, wer lockere Schreibe mit Unseriosität und<br />
aufgelockerte Präsentation mit Oberflächlichkeit verwechselt. Langweile ist keine Tugend und<br />
Bleiwüsten sind kein intellektuelles Distinktionsmerkmal. Aus Sorge vor halbseidenen<br />
Informationen halten sich viele Online-Leser jedoch an erprobte Marken. Spiegel-Online wird<br />
mit der bewährten politischen Berichterstattung ebenso assoziiert wie die digitalen Angebote<br />
der Süddeutschen mit der in weiten Kreisen gelesenen Zeitung. In der Etablierung von seriösen<br />
Markenprofilen besteht im politischen Netzjournalismus eine der großen Herausforderungen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Noch steckt der politische Netzjournalist in den Kinderschuhen und stolpert in der<br />
öffentlichen Meinung hinter seinen Kollegen der alten Medien her. Dass dies sich ändert,<br />
belegen nicht zuletzt neue Studiengänge und Institute. An der Uni Dortmund beispielsweise<br />
wurde innerhalb des Journalismus-Studiengangs eine Online-Lehrredaktion gegründet, die<br />
eine <a href="http://www.donews.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">eigene Page</a> betreibt. Noch mehr<br />
überzeugt allerdings die Site <a href="http://www.onlinejournalismus.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">www.onlinejournalismus.de</a>,<br />
die ebenfalls von Dortmunder Studenten gegründet wurde und sich an alle wendet, die im Netz<br />
Journalismus machen, also an eine stetig wachsende Zielgruppe.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Um es mit Peter Orvetti in 10 Worten zu sagen: Politik im Internet ist schnell und wird noch<br />
schneller werden.</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/die-netzjournaille/speed_sex_und_text-845/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
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