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	<title>Online-Offensive &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Von ehemals verrauchten Hinterzimmerkneipen und heimeligen Vereinsheimen…</title>
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		<pubDate>Tue, 04 May 2010 17:41:51 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Zeiten wandeln sich, diese Erkenntnis ist weder neu noch besonders erstaunlich und dennoch kann man den Eindruck gewinnen, als hätte die Politik dies noch nicht in Gänze vernommen. Die Mitglieder der „großen Tante“ Volkspartei ziehen sich mehr und mehr zurück oder werden immer älter. Provokant formuliert: die Reihen und das Haupthaar der Protagonisten vor Ort lichten sich stetig. Kann das Internet helfen?<br />
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zeiten wandeln sich, diese Erkenntnis ist weder neu noch besonders erstaunlich und dennoch kann man den Eindruck gewinnen, als hätte die Politik dies noch nicht in Gänze vernommen. Die Mitglieder der „großen Tante“ Volkspartei ziehen sich mehr und mehr zurück oder werden immer älter. Provokant formuliert: die Reihen und das Haupthaar der Protagonisten vor Ort lichten sich stetig. Kann das Internet helfen?</p>
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Mit diesem Problem sind nicht nur die Parteien konfrontiert, sondern auch ehemals fabelhaft frequentierte Sport- und Fußballvereine – Vereinsheim streichen, sonntägliches Kuchenbacken und Trikotwaschen &#8211; die Sportler zieht es stattdessen lieber in Fitnesstempel. Der Vorteil: unproblematische Kündigungsfristen, Servicementalität sowie Unabhängigkeit &#8211; und das persönliche Engagement zielt nur auf das Stählen der eigenen Muskelkraft ab. Ähnlich sieht es bei den Parteien aus – Plakate kleben, stundenlange Ortsverbandssitzungen und das bisweilen langweilige Stehen am Wahlkampfstand begeistern immer weniger junge Menschen.
</p>
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<b>Wo bleibt die Online-Offensive? </b>
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Doch das tatenlose, kopfschüttelnde Zusehen oder wahlweise Schimpfen über die desinteressierte Jugend von heute bringt niemanden weiter – neue Maßnahmen sind erforderlich. Der Vorteil der Politik: Sie kann sich des Internets bedienen. Politik kann auch online erfolgen beispielsweise über Partizipationsplattformen, ad-hoc Beteiligung etc. Trotz vieler augenscheinlicher Gemeinsamkeiten haben die Sportvereine diese Möglichkeiten der Mitglieder- und Sympathisantenbindung nicht. Ein eindeutiger Vorteil für die Parteien.
</p>
<p>
Doch gefragt sind innovative Ideen, Mut und Menschen, die sich für diese neuen Formen der Beteiligung einsetzen. Seit der Bundestagswahl und der vielfach gepriesenen Online-Offensive ist nicht viel bzw. nichts Neues geschehen. Da stellt sich die Frage, was muss geschehen – auf beiden Seiten?! </p>
<p></p>
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		<title>Kurt Becks Volksporsche</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Dec 2007 15:38:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Die SPD will „Vorreiter in der politischen Online-Kommunikation“ sein. Mit der Online-Offensive 2007 / 2008 setzt die Partei jedoch vor allem auf Bewährtes: Anderthalb Jahre nach der FDP startet sie eine Online-Gemeinschaft und Kurt Beck stellt wie schon die Bundeskanzlerin Videos ins Netz. Das Know-How für ihre Internetauftritte holt sich die SPD von einem Online-Beirat. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
Die SPD will „Vorreiter in der politischen Online-Kommunikation“ sein. Mit der Online-Offensive 2007 / 2008 setzt die Partei jedoch vor allem auf Bewährtes: Anderthalb Jahre nach der FDP startet sie eine Online-Gemeinschaft und Kurt Beck stellt wie schon die Bundeskanzlerin Videos ins Netz. Das Know-How für ihre Internetauftritte holt sich die SPD von einem Online-Beirat. <!--break-->
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SPD-Generalsekretär Hubertus Heil stellte die Offensive in einem Pressegespräch am 5. Dezember 2007 vor. Erste Säule ist die Kommunikations-Plattform meineSPD.net. Seit dem 28. Oktober können sich hier Nutzer, ob SPD-Mitglied oder nicht, Profile anlegen, in Foren diskutieren, Kontakte knüpfen, bloggen und an „Missionen“ teilnehmen, politischen Aufgaben wie „Hilf mit am Wahlstand in deiner Stadt“.
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<b>Der Porsche unter den politischen Websites</b></p>
<p>„Die SPD ist die erste Partei in Deutschland, die etwas derartiges anbietet,“ sagt Heil. Aber gibt es da nicht <a href="https://my.fdp.de/webcom/show_websiteprog.php/_c-882/i.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">was von der FDP</a>, schon seit 2005? Heil winkt ab: „Das ist ein Unterschied wie zwischen Trabbi und Porsche,“ gibt er sich auf Nachfrage von politik-digital.de überzeugt. Sowohl in Qualität der Angebote als auch in der Quantität der Mitglieder liege die SPD klar vorne. Knapp über 11.000 Mitglieder habe meineSPD.net jetzt, ergänzt Benjamin Mikfeld, Verantwortlicher für die Online-Offensive. Bei myFDP.net sind nach Informationen der Universum Online AG etwa 31.000 Nutzer angemeldet – und etwa 6.000 aktiv. Zum Vergleich: Laut <a href="http://www.bpb.de/themen/YX2B5Z,0,0,Parteien_in_Deutschland.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bpb.de</a> hat die SPD hat etwa 590.000 Mitglieder, die FDP 65.000.</p>
<p>Sebastian Reichel, ehemals Internetbeauftragter der SPD und in dieser Funktion auch noch an der Konzeption von meineSPD.net beteiligt, meint, die Partei orientiere sich hier an großen Vorbildern wie den sozialen Online-Netzwerken Facebook oder StudiVZ. Er sieht aber noch Entwicklungsspielraum: „Es muss noch einiges gelernt werden, etwa für die Übersichtlichkeit oder die Abstimmung der einzelnen Elemente untereinander.“
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<b>Kurt Becks Online-Sprechstunde</b></p>
<p>Die zweite Säule ist ein eigener Kanal bei der großen Videplattform YouTube: <a href="http://www.youtube.com/user/SPDvision" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SPD:vision</a>. Parteivorsitzender Kurt Beck hält hier ab sofort eine digitale Sprechstunde ab: „Es ist mir wichtig, das Medium Internet zu nutzen, um mit Ihnen zu kommunizieren, um von Ihnen Fragen zu erbitten und darauf eingehen zu können.“ Denn für den Bundesvorsitzenden einer Partei sei die Zeit zu knapp, um jeden Sonntag Bürgerfragen persönlich zu beantworten. </p>
<p>Wer Kurt Beck eine Frage stellen möchte, kann ebenfalls einen Clip drehen und bei YouTube hochladen – oder einfach eine E-Mail bzw. ganz altmodisch einen Brief schreiben. Alle 14 Tage will Beck seine Antworten veröffentlichen. Ganz neu ist die Idee hinter „Ihre Frage an Kurt Beck“ nicht: Auf tagesschau.de können Bürger seit August 2007 „<a href="http://www.tagesschau.de/fragenachberlin4.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ihre Frage nach Berlin</a>“ stellen. Beck war dort übrigens am <a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video202192.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">3. September zu Gast</a>. </p>
<p><b>Günstiger als Merkel</b></p>
<p>Am 5. Dezember ging Beck, Episode eins, online. Generalsekretär Heil möchte sich mit der Video-Sprechstunde ausdrücklich abgrenzen vom Verkündungs- und Ansprachencharakter, den er etwa beim Podcast von Bundeskanzlerin <a href="http://www.bundeskanzlerin.de/Webs/BK/DE/Aktuelles/VideoPodcast/video-podcast.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Angela Merkel</a> sehe. Ungefiltert und ungeschnitten solle Parteichef Beck rüberkommen, nah beim Menschen und authentisch &#8211; diese Schlagworte benutzt Heil häufig. Günstig sei man außerdem: Die Produktion einer Folge Beck koste „ein Fünftel von dem, was der Podcast von Merkel kostet.“ Eine Folge von Merkels Ansprache soll nach Informationen von <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/97041" target="_blank" rel="noopener noreferrer">heise.de</a> mit 10.800 Euro zu Buche schlagen.
</p>
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Heil erklärt, dass die SPD dafür auf große Inszenierungen verzichten wolle, man brauche zum Beispiel keinen Reichstag im Hintergrund. Kurt Beck baut sich stattdessen vor der Willy-Brandt-Statue in der SPD-Parteizentrale auf. Die Fragen von „Herrn Beger“ und „Frau Koch“ liest er vom Papier ab. Es geht um Mindestlohn für Postbeamte und Kinderarmut. </p>
<p>Ungeschnitten ist das Video. Wie ungefiltert sind die Fragen? Wie geht die Partei mit Kritik und unangenehmen Beiträgen um? „Jede ernstgemeinte Frage erhält eine ernstgemeinte Antwort,“ versichert Hubertus Heil. Wenn nicht im YouTube-Video, dann per E-Mail. </p>
<p>Neben der Aktion „Ihre Frage an Kurt Beck“ soll SPD:vision zur zentralen Plattform für alle Videos der Partie werden, kündigte Heil an. Demnächst sollen hier sowohl die montäglichen Pressekonferenzen als auch ausgewählte Wahlwerbespots zu sehen sein. </p>
<p><b>SPD holt sich Rat von Bloggern</b></p>
<p>Dritte Säule der Web-Strategie ist ein Online-Beirat. Die Parteiführung sucht Anschluss ans Mitmach-Web 2.0 und möchte lernen, wie man das Internet für politische Kommunikation nutzen kann &#8211; auch mit Blick auf den Wahlkampf in 2009. Helfen sollen Vertreter aus Wissenschaft (u.a. Christoph Bieber vom Zentrum für Medien und Interaktivität der Universität Gießen, auch Vorstandsmitglied bei politik-digital.de, und Jan Schmidt, Uni Hamburg), Wirtschaft und Institutionen. Zwei Blogger beraten die SPD außerdem: Sascha Lobo (<a href="http://www.riesenmaschine.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">riesenmaschine.de</a>) und Nico Lumma (<a href="http://lumma.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">lumma.de</a>). Frauen fehlen im Online-Beirat übrigens noch. </p>
<p>Lumma, selbst SPD-Mitglied seit dem „16. Geburtstag“, war von der Einladung nicht wirklich überrascht, sagte er im Gespräch mit politik-digital.de. Schließlich habe er die Partei schon für <a href="http://www.spd-hamburg.de">spd-hamburg.de</a> beraten und die Software für die Online-Wahlmannschaft <a href="http://www.roteblogs.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rote Blogs</a> geliefert. Dass die SPD Experten befragt, hält er für „eine sinnvolle Geschichte“. „Ich finde es gut, dass es nicht nur um die konkrete Umsetzung von Projekten geht, sondern auch um eine generelle Diskussion: Welchen Stellenwert hat das Internet in der Gesellschaft? Was sind die Auswirkungen von politischer Kommunikation im Internet?“ meinte er. </p>
<p>Hubertus Heil ist von der ersten Sitzung des Beirats begeistert: „Ich habe unglaublich viel Neues gelernt.“ Über amerikanischen Online-Wahlkampf zum Beispiel. Viel weiter sei man da schon bei der politischen Nutzung des Internets. Deutsche Partei- und Wahlkampf-Seiten seien im Vergleich furchtbar langweilig.</p>
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